Radtour durch den Düsseldorfer Süden

Eine Sommertour mit Erlebnisfaktor

"Man kann ja nicht alle Brückentage frei haben,"

Ok, denke ich mir: morgen Auto waschen, Samstag Rasen schneiden, Garten wässern, Einkäufe erledigen, Sonntag grillen im Garten  und am freien Donnerstag mache ich eine Fahrradtour, die mir Programm für drei Tage bietet. Basta!

Eines der schönsten Dinge beim Schreiben der Tourberichte ist die Vorbereitung; dann noch Glück am Tag mit dem Wetter . Was soll ich Euch sagen? Es hat alles gepasst und von diesem erlebnisreichen Tag möchte ich Euch heute gerne berichten. Was  dabei heraus kam, macht die Tour so empfehlenswert, dass ich allen Lesern nur ebenso schönes Wetter wünschen muss, der Rahmen reicht für eine Reiseempfehlung nach Düsseldorf.  Aber seht selbst.....


Auendickicht am Altrheinstrom
Unterwegs in der Urdenbacher Kämpe

Anfahrt

Zwei Alternativen:

  • Wir steuern den Wohnmobilstellplatz am Tonhallenufer in Düsseldorf an. Adresse für google maps: Robert-Lehr-Ufer 1, 40213 Düsseldorf . Von hier fahren wir mit den Rädern zum Hauptbahnhof. Ab Hauptbahnhof mit der S 6 nach Köln Nippes und steigen in Hellerhof aus - zurück geht es mit dem Rad.
  • Wir übernachten in Dormagen-Zons oder einem der nahe gelegenen Campingplätze (siehe Tour 10) und fahren von hier mit den Rädern durch die Urdenbacher Kämpe nach Düsseldorf und dann von dort mit der S 6 zurück bis Hellerhof. Also mit dem Rad hin, mit Zug zurück, so habe ich es gemacht.
  • Die Kölner brauchen, ab Domplatte Hbf, auch nur in die S 6 Richtung Essen Hauptbahnhof einzusteigen und in Hellerhof auszusteigen, sie nehmen dann ab Düseldorf Hbf die gleiche Bahn zurück.

 

Highlights

Dritte Tour mit Thema Düsseldorf und jede Menge lohnenswerter neuer Ziele:

  • Rheinturm, Düsseldorfs höchste Adresse und gleichzeitig größte Dezimaluhr der Welt, selbstdrehendes Restaurant mit 360-Grad -Panorama inklusive, Top-Adresse für Romantik-Dinner bei Sommer-Sonnen-Untergang
  • Medienhafen, Die Architekturbauten des kalifornischen Star-Architekten Frank Gehry, dazu die angesiedelten  "Hotspots for night and day": Kinos und Clubs.
  • Landtag, hier werden wir regiert, das Herz der Landeshauptstadt schlägt direkt am Rhein
  • Golfplatz Düsseldorf-City, Everybodys Darling, the place to be for meet and greet.
  • Paradise beach, getreu dem Motto: "Pack die Badehose ein", freier Zugang
  • Düsseldorf-Rheinpromenade, ein Cocktail zum Feierabend? Sundowner inklusive, sehen und gesehen werden
  • Schloß Benrath,  eines der besterhaltenen und schönsten Barockschlösser Europas, Garten Eintritt frei, 3 Museen, siehe Tour 10
  • Schloß Mickeln, Gästehaus der Universität Düsseldorf, Remise ist buchbar für Feste und Feierlichkeiten

Nützliche Weblinks

Hier wie immer die wichtigsten weblinks, die uns den Aufenthalt so unkompliziert wie möglich machen:

  • Wohnmobilstellplatz am Düsseldorfer Tonhallenufer
  • Wohnmobilstellplatz in Dormagen -Zons
  • Die Jugendherberge Düsseldorf, ist eine TOP-LOCATION, beste Low-Budget-Variante ever, da eine der modernsten JH in Europa und direkt am Rhein gelegen mit fantastischer Aussicht auf Düsseldorf.
  • Im Rheinturm gelten zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Preise für die Aussichtsterasse. Meine High-End-Variante für ein Dinner heute. ACHTUNG: Der Rheinturm ist barrierefrei, Rollies are welcome!
  • Besucherhinweise für den Landtag


Einfache Radtour ohne nennenswerte Steigungen

Es steht auf diesem Hinweisschild  - und es ist wahr. Manchmal liegen die sehenswerten Dinge direkt vor unseren Haustüren, da wir aber so in unserem Alltag verhaftet sind, sehen wir sie oft gar nicht, und verpassen womöglich, was unsere Heimat uns so alles zu bieten hat.

 

Ich mache mir es ganz einfach damit: entweder bin ich armer Student, oder reicher Amerikaner, bescheidener Chinese mit engem Zeitplan oder einfach nur Ostfriese in NRW. Die Frage,  die alle bewegt: wenn ich dahin fahre, was kann ich in kurzer Zeit erleben? Die Antwort auf diese Fragen gibt Euch dieser Tourguide, denn auch die Freizeit ist  inzwischen durch-ge-tacktet. Leider.

 

Hier nun die Strategie für den heutigen Tag: Drei- Tages - Programm in einer Fahrradtour- ohne Stress. Alles ok?  Los geht's:

 

Eine erste Orientierungshilfe zur Vorbereitung bietet uns die Auenkarte.

 

Die heutige Fahrradtour führt uns mit maximal 30 Kilometern zu 90% über verkehrsfreie Radwege. Von der S-Bahnhaltestelle gelangen wir nach wenigen Minuten in die Urdenbacher Kämpe, indem  wir den Hellerhofweg in Richtung  Baumberg folgen, bis wir auf Höhe des Kleingartenvereins zu unserer Linken einen Weg nach rechts in Richtung Altrheinarm nehmen. Nur wenige hundert Meter weiter finden wir Orientierungs- und Informationskarten zur Kämpe, dem größten Naturschutzgebiet  Düsseldorfes mit 330 Hektar Fläche. 

 

Wir folgen dem ausgeschilderten Wander- und Radweg mit weißem D auf schwarzem Grund über die "Hellerhofbrücke" am Altrheinarm. Dieser Weg führt uns immer geradeaus, parallel zum Wasser bis nach Urdenbach durch schönste Natur, wo wir nach einigen Kilometern in Höhe des Biergartens Extratour auf  die erste Strasse, den Baumberger Weg stoßen.

 

Dieser folgen wir nach rechts, ausgeschildert ist hier bereits der Fahrradweg bis Düsseldorf Stadtmitte. Diesem folgen und an der ersten Ampel biegen wir links ab in Richtung  Rhein über die Strasse Am alten Rhein vorbei an der Vinothek und dem erstklassigen Restaurant "Altes Fischerhaus"erreichen wir mit dem Schloßufer, wie die Strasse nun heißt den Eingang des Schloßparkes Benrath auf unserer rechten Seite, dem Rheinufer gegenüber.  



Ab Schloß Benrath folgen wir der Beschilderung des "Erlebnisweg Rheinschiene", der uns zuverlässig entlang des Rheins durch Himmelgeist, später Düsseldorf -Hamm in die Düsseldorfer Altstadt führen wird. Aus diesem Grunde verzichte ich ab hier auf eine detaillierte Routenbeschreibung, denn die Ausschilderung ist gut gemacht.

 

Schloß und Park Benrath, gilt als eines der schönsten barocken Gartenschlösser Europas und wurde in den Jahren 1755-73 von Nicolas de Pigage errichtet. Kurfürst Karl Theodor ließ zu diesem Zwecke seine Sommerresidenz, das barocke Wasserschloß, 1660-67 vom Pfalzgrafen Phillipp Wilhelm für seine Gattin Amalie von Hessen Darmstadt erbaut, abreißen.

Pigage, der auch die Schlösser in Mannheim und Schwetzingen gebaut hatte, bekam freie Hand und schuf eines der besten Bauwerke Deutschlands am Übergang des Rokkoko zum französischen Klassizismus. Nicht nur das Schloß sondern auch der Park, mit Wasser, Bäumen, gärtnerischen Anlagen im französischen und englischen Stil, Standbildern und Treppe sind gleichberechtigter Teil der Gesamtplanung de Pigages.

 

Von Außen betrachtet erliegt man der optischen Täuschung der Architektur gleich zweimal: erstens erweckt das Schloß den Eindruck es hätte nur zwei Geschosse, dabei sind es tatsächlich vier und man würde nicht vermuten, dass insgesamt 84 Räume die beiden ovalen Innenhöfe umschließen. Bei Staatsempfängen in der Düsseldorfer Landeshaupstadt diente Schloß Benrath auch als Empfang der Queen und des Thailändischen Königs, ebenso des Nobelpreisträgers für Literatur: Thomas Mann. 

 

Zurück zum Benrather Schloßufer erreichen wir als nächstes Etappenziel Himmelgeist. Hier gibt es zwei alte Libanonzedern als botanische Rarität zu bestaunen, Schloß Mickeln mit einem leider nicht besonders gepflegten Schloßpark und einem alten Fronhof. Beachtenswert ist die alte katholische Pfarrkirche, St. Nikolaus, denn sie stammt bereits aus dem 12. Jahrhundert. Mit der Straße  " Am Bärenkamp" verlassen wir Himmelgeist und müssen im folgenden die eingezäunten Bereiche der Düsseldorfer Wasserwerke auf Radwegen umfahren, bevor wir kurz vor der Fleher Brücke wieder den Rhein erreichen.



Erlebnisweg Rheinschiene: häufige Hinweistafeln und Wegweiser begleiten zuverlässig unseren Weg
Erlebnisweg Rheinschiene: häufige Hinweistafeln und Wegweiser begleiten zuverlässig unseren Weg

Mit den Hinweistafeln des "Erlebnisweg Rheinschiene", die wir schon am Schloßufer Benrath und am Schloß Mickeln in Himmelgeist gesehen haben, erreichen wir die Fleher Brücke und verschnaufen für einen kleinen Moment um einige Fotos zu schießen und die Open-Street-Art in der Unterführung zu betrachten.

 

Anders als gewöhnliche Schmierereien im Stadtbild, haben diese künstlerischen Punkte eines gemeinsam: sie wollen uns eine Botschaft mit auf den Weg geben, uns unterhalten, zum schmunzeln bringen oder einen Denkanstoß geben. Hier findet sich auch wieder einiges davon und ich habe es für Euch mitgebracht.

 

Entlang des Rheindeiches fahren wir weiter nach Düsseldorf Hamm und ignorieren dabei die Wegweiser, die uns nach rechts in die Altstadt weisen. Dieser Weg wäre zugegebener Maßen kürzer, aber wir würden doch einige Highlights dann verpassen.

 

Vorbei an Volmerswerth  (Biergarten zur rechten)  unterqueren wir die Kardinal-Frings-Brücke, und erreichen so das landwirtschaftlich geprägte Dorf Hamm. Das die Landeshauptstadt unweit ihres Medienhafens so dörflich-verschlafene Ortsteile hat, kann man erst glauben wenn man mal da gewesen ist. Daher lohnt sich ein Schlenker in die Dorfmitte zur Kirche und wir fragen uns unweigerlich: "Das ist Düsseldorf?-OHA!"

 

Wir bleiben auf dem Deich und vorbei am Kraftwerk erreichen wir unvermittelt zu unserer Linken das auffällig gepflegte Grün des Düsseldorfer Golfplatzes. Zitat der Homepage:

 

"Der Verein wurde 1990 gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, den Golfsport einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und insbesondere die Jugend an diesen Sport heranzuführen."

 

Jeder der Interesse für das Golfen hat kann zu fairen Preisen Trainerstunden buchen, oder Abschläge auf der Driving Range üben. 

 

Selbstverständlich hat auch der GSV (Düsseldorfer Golf-Sport-Verein e.V.) seine Heimat im web , hier geht es für mehr Informationen zur homepage.

 

Wir Fahrradfahrer  können durch den Maschendrahtzaun beim Abschlag zuschauen,  oder auf der gepflegten Terrasse des Golfclubs ein Weizenbier trinken und die Stimmung und das Klientel hier genießen. Das ist wirklich einmalig, eine kleine Welt für sich nur hunderte Meter vom Landtag und Medienhafen entfernt.

 

Zwischen Golfplatz und Medienhafen liegt unterhalb des Rheindeichs, zu unserer Linken der sogenannt "Paradiesstrand".

Wir ketten die Räder am Zaun an und schnappen uns unsere Picknickdecke, etwas zu lesen und  steigen einen der Trampelpfade hinab zum Strand. Das hat doch was!

 

Man sollte es nicht vermuten, aber eine Laune der Natur hat dafür gesorgt, dass sich genau hier Flusssand abgelagert hat und der Rhein uns hier einen echten Strand mit einmaligem Blick auf Düsseldorf bietet. Dieser Platz wird von Sonnenanbetern gerne dazu genutzt einfach mal auszuspannen, ist nicht kommerzialisiert und naturbelassen. Es gibt keine Cocktailbar, keine Toiletten oder Sonnenschirme,  dafür ist alles frei begehbar und jemand hat sogar ein Beachvolleyball-Netz gespannt. Im Schatten der Bäume kann man sich ausruhen und die Szenerie genießen. 

 

Von hier aus sind es nur wenige Minuten bis zum Medienhafen und der sich daran anschließenden Rheinpromenade. Vorbei am Landtag und Rheinturm gelangen wir so in die Altstadt, wo wir den Tag mit einem Besuch einer Altbierbrauererei oder einem Sundowner an der Promenade beschließen können.

 

Fotografen kommen beim überqueren der Hafenbrücke Glücksgefühle, denn viele neuere Bildbände über Düsseldorf sind voll mit Bildern namhafter Fotografen, die genau hier ihre Aufnahmen gemacht haben.  Vielleicht habt Ihr auch noch Lust den Rheinturm zu besuchen und in einer der höchsten Bars Deutschlands auf 170,5 Metern Höhe  bei einem Cocktail einen umwerfenden Blick auf den Rhein und das Dorf zu bekommen? 

 

Wer jetzt noch mehr von Düsseldorf erleben möchte, dem empfehle ich meine drei weiteren Touren über Düsseldorf: Tour 2 und Tour 11  und T0r 25. Jetzt habt Ihr genug Programm für mehrere Tage. 


Fazit

Wie unterschiedlich die Eindrücke an nur einem Tag sein können zeigt sich bei schönem Wetter auf dieser Fahrradtour.

An nur einem Tag erleben wir den mondänen Lebenstil des ausgehenden 17. Jahrhunderts im Benrather Schloß, reisen  in drei Stadtteile Düsseldorfs, die uns den dörflichen Charakter dieser dicht besiedelten Region näherbringen, begleiten den Rhein auf seinem verschlungenen Weg über einige Kilometer, können einen Golf-Schnupper-Kurs buchen und Abschläge üben, am Strand faulenzen und den Medienhafen erkunden. Vielleicht auch noch den Landtag besuchen und an der Rheinpromenade entspannen - und das alles ganz ohne Stress. Na, was denkt Ihr? Ein Drei-Tages-Programm in nur einem Tag, geht das? Ich gebe Euch den Tipp: probiert es aus, langweilig wird diese Tour bestimmt nicht und  es ist wieder Programm für jeden Geldbeutel dabei, nicht wahr? 

Und wenn ihr Lust auf einen kleinen Spaß habt, fragt doch mal jemanden wie man die Uhrzeit am Rheinturm ablesen kann. Anschließend geht ihr in die Altbierbrauerei, z.B. Uerige  und versucht ein Kölsch zu bestellen - Viel Glück!


hier noch einige eindrücke von meiner tour:

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