So wie dieser Baum wird sich mein Blog immer weiter verästeln und zu einem weit verzweigten Tourengebilde verbinden
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Jahresrückblick 2017

Der Reiseführer wird realisiert und nimmt Gestalt an

Ein Jahr voller schöner Ereignisse neigt sich dem Ende zu. Da nehme ich mir gerne die Zeit, Euch zu einer Reise durch die neu entstandenen Touren zu entführen. Alles begann im Januar 2017 mit der Planung, Ausarbeitung und Gestaltung meines Reiseblogs, dem ersten kostenlosen online-Tourguide für unser wunderschönes Bundesland NRW. Was am Ende des ersten Jahres dabei heraus kam, ist für mich eine riesige Motivation im 2. Jahr  noch mehr Touren für Euch zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Viel Spaß bei der Retrospektive, dem Lesen und Erleben mit viel Vorfreude auf ein ereignisreiches Jahr 2018!


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Advent, Advent ein Lichtlein brennt....

Mit dem Wohnmobil ins Wintermärchen

Der Advent ist gekommen. Daheim wird alles festlich geschmückt, überall locken die Weihnachtsmärkte mit ihren Angeboten die Besucher an. Eine schöne Stimmung beseelt uns, die kalte Jahreszeit  bringt mit den kurzen Tagen ein bisschen mehr Besinnlichkeit in unser Alltagsleben. Zeit also, für eine Kurzreise mit dem Wohnmobil ins Wintermärchen. 

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Wasser-Wander-Welten

Eine Wanderung im niederländischen Grenzbereich

Es war eigentlich ein zwielichtiger Tag. Keine richtige Sonne, aber auch kein Regen. Viele Wolken, aber meist trocken. Typisch Niederrhein! Was macht man an einem solchen Tag, wenn man Lust hat etwas zu erleben und sich zu bewegen? Da gibt es in NRW unendliche Möglichkeiten (im Ernst!). Ich entschied mich für eine Tour auf den Wasser-Wander-Welten in der westlichsten Region Nordrhein Westfalens. Und ich war sehr angenehm überrascht- aber seht selbst!

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Rittergut Meinbrexen

Mit Landvergnügen geht es diesmal in das Weser Bergland

Ein Stellplatz, wie man ihn sich wünschen würde- und dann auch noch bekommt!  Ein Hofcafé mit einem Brunch, Erdbeeren, Marmelade und Kuchen, wie im Traum. Ein Ambiente mit Gemütlichkeit. Urige Ideen, die bis auf das "stille Örtchen" reichen. Dazu eine Story von den Freimaurern, die auch bei Dan Brown (Romanautor von Bestsellern wie  z.B. "Illuminati" und "Sakrileg") nicht faszinierender beschrieben sein könnte - mit einem wesentlichen Unterschied: hier handelt es sich um die Realität.

Heute nehme ich Euch mit in das Weser Bergland und entführe Euch zu einem Stellplatz der Extraklasse von Landvergnügen. Das wir dabei die Grenze von NRW überschreiten macht diese Tour zu einer Grenzgänger-Tour.  Aber Grenzen bestehen ja nur in den Köpfen von Menschen. In diesem Sinne wünsche ich Euch eine Tour mit grenzenlosem Genuß in der Natur und auf dem Rittergut Meinbrexen nahe Lauenförde. 

Viel Spaß beim lesen und ausprobieren!

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Wahner Heide im Spätsommer

Eine Kurzwanderung durch die Bergische Heideterrasse

Diese kleine, aber feine Halbtageswanderung führt uns in das artenreichste Naturschutzgebiet Nordrhein Westfalens. In unmittelbarer Nähe zum Köln-Bonner Flughafen und einem alten Militärübungsgelände erleben wir urwüchsige Natur, die wir in solcher Ausprägung hier nicht erwartet hätten und genießen einen Urlaubstag vom Alltag. Im Anschluss an die Wanderung besuchen wir Burg Wissem, das kulturhistorische Wahrzeichen Troisdorfs. Diese Burg empfängt uns mit einem kulturellen Superlativ und einem herrlichen, gastronomischen Ausklang für diesen schönen Tag. Ich wünsche  Euch viel Spaß beim Lesen und Erkunden dieser, auch für Kinder (und solche, die es im Herzen stets geblieben sind), spannenden Tour.

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Das Galgenvenn

Heide, Moor und Feuchtgebiete im Westen NRW´s

Im äußersten Westen der Bundesrepublik, an der Grenze zur Niederlande liegt unsere heutige Tour, die uns durch das Galgenvenn, vorbei an urzeitlichen Hügelgräbern durch die Moorlandschaften und Feuchtgebiete der Ravensheide führen wird. Eine Route, fernab vom Trubel der Ballungszentren führt uns in eine vergessene Welt mit selten gewordener Flora und Fauna, Stille und Weite, Ruhe und Frieden. Viel Spaß auf dieser neuen Entdecker-Tour 2018!


Eine verträumte Landschaft in der Ravensheide, einmalig in ihrer Ausprägung in NRW
Eine verträumte Landschaft in der Ravensheide, einmalig in ihrer Ausprägung in NRW

Anfahrt

Zieladresse Nr. 1 als Ausgangspunkt für die Wanderung:

  • Parkplatz Haus Galgenvenn, Knorrstr. 77, 41334 Nettetal

Zieladresse Nr.2, kostenlose Übernachtung im Womo:

  • Krickenbecker Allee 38, 41334 Nettetal

Von der Kölner Domplatte bis zum Waldgasthaus Galgenvenn sind es 88 Kilometer und eine gute Stunde Fahrt.

 

Die Anreise mit PKW und Wohnmobil ist problemlos möglich, mit Bus und Bahn eher schwierig.

 

Die hier geschilderte Route ist nicht barrierefrei, für Kinder jedoch gut zu meistern.

Highlights

Hier kommen die Highlights, die aus diesem Ausflug einen kurzweiligen Tag werden lassen:

  • Premium-Wanderweg Galgenvenn, 11,2 Kilometer, 4 Stunden maximal
  • Waldgaststätte Galgenvenn
  • Sequoia-Farm, eine Farm für Mammutbäume aus Kalifornien
  • Venlo, die Kleinstadt mit Charme an der Maas, 1o Kilometer entfernt, ideal zum shoppen und genießen.
  • Camping und Bungalow Park DroomPark Maasduinen
  • Naturpark Maas-Schwalm-Nette
  • Krickenbecker Seen und Schloß 
  • Nationalpark "De Meinvennen" auf holländischer Seite, einmalig!
  • Fahrradtouren durch die Natur auf ausgewiesenen Radwegen und Knotenpunkten.

Nützliche Weblinks

Hier kommen wieder einige weblinks, die Euch den Aufenthalt so angenehm und problemlos gestalten lassen:



Eine Rundtour auf dem Premium-Wanderweg Nr. 2: das Galgenvenn

Wohin entführe ich Euch heute? Bei meinen Recherchen nach den besonders lohnenswerten Zielen unseres Bundeslandes bin ich auf zwei Auszeichnungen aufmerksam geworden, die mich veranlasst haben Euch die nun folgende Tour vorzustellen:

 

Der deutsch-niederländische Naturpark Maas-Schwalm-Nette, wurde bereits 1965 gegründet und liegt an der Grenze des Landes NRW zur niederländischen Provinz Limburg. 'Er ist einmalig in Europa, denn er wurde bereits zum 3. Mal als Transboundary Park zertifiziert von der Europarc Federation. Dies sind Natur- und Nationalparks in Europa in denen vorbildlich grenzüberschreitend zusammen gearbeitet wird.' so nachzulesen auf der eigenen Homepage.

 

Innerhalb dieses Naturparks gibt es zahlreiche Rad- und Wanderrouten, davon sind neun Wege als Premium-Wanderwege unter dem Logo "Wasser-Wander-Welten" ausgezeichnet. Und damit nicht genug, wurde vom deutschen Wanderverband in der Zeitschrift Wandermagazin der Rundkurs "Galgenvenn" zum zweitschönsten Wanderweg Deutschlands in 2016 ausgezeichnet.

 

Während sich inzwischen die Wanderer auf dem Rundkurs "Birgeler Urwald" tummeln, dank einer erfolgreichen Werbekampagne von Sonja Kraus und Marco Schreyl, die diesen namentlich klangvollen Wanderweg medienwirksam für den WDR unter die Füsse genommen haben, herrscht hier nun wieder übersichtliche Ruhe - zumindest innerhalb der Woche. Gut so!

 

Der Naturpark weiß die Besucher mit zahlreichen Landgasthöfen, Wassermühlen und Ausflugslokalen in den Bann zu ziehen. Eine der letzten Wachholderheiden befindet sich mit einer Größe von 55 Hektar im Elmpter Bruch mit meterhohen, teilweise hundertjährigen Wachholdersträuchern. Das ausgedehnte Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen mit seinen fast schwedisch oder finnisch anmutenden Uferregionen und seltenen Vogelarten, wird die Ornithologen und Fotografen begeistern.


Picknickplatz unter mächtigen Kiefern im Venn
Picknickplatz unter mächtigen Kiefern im Venn

Charakteristik der Tour:

 

Diese Rundwanderung ist familiengerecht und erfordert auf 11,2 Kilometern Strecke keine besonderen technischen oder körperlichen Anforderungen. Barrierefrei ist sie leider nicht, dafür unverlaufbar ausgeschildert und als Rundkurs in gut 4 Stunden zu schaffen. Unterwegs gibt es eine Einkehrmöglichkeit (Öffnungszeiten beachten) sowie am Start- und Zielpunkt an der Wandergaststätte Galgenvenn.

 

Wir orientieren uns an der großen Informationstafel vor Ort und können dann spontan der verlässlichen Ausschilderung in das Venn folgen. Nach nur wenigen Metern Strecke empfängt uns der Zauber dieser Naturlandschaft mit seiner Stille, den Brackwasserflächen, Teichen und kleinen Tümpeln mitten im Kiefernwald. Das hat selbst in der Vorsaison aufgrund der großartigen Kiefernbestände fast etwas Südländisches.

 

Entlang des Weges kommen wir an einigen Picknickplätzen, Bänken und Liegen vorbei und sind erstaunt über die Abgeschiedenheit dieser einmaligen Natur im bevölkerungsreichsten Bundesland. Das begeistert mich enorm, denn da sind Passagen in denen ich ganz Gedankenverloren in den sprichwörtlichen wander-flow  verfalle.

 

Das angenehme Frühlingswetter, das Knacken der Bäume , das Klopfen der Spechte und die immer stärker werdende Sonne lassen mich hier neue Energie auftanken. Wie habe ich mich nach dem langen Winter auf einen solchen Tag gefreut?! Tief einatmen und die Waldluft inhalieren. 

Mir sind übrigens zwei Mal holländische Trailrunner auf dem Weg entgegen gekommen, "Daach", "Tot ziens" und vorbei-wir werden mehrfach die grüne Grenze zwischen Limburg und NRW auf alten Schmugglerpfaden überschreiten.

 

 

Binnendünen, Wiesenpfade und einige Treppenstiegen auf verwunschenem Waldpfad werden wir erleben, ebenso einige Hügelgräber, eine kleine Waldschlucht mit Aussichtspunkt, die offene Heidelandschaft "Hühnerkamp" und die Farm  kalifornischer Mammutbäume. 



Sequoia-Farm, ein Garten aus allerlei Kontinenten

Nur ca. 100 Meter entfernt von unserem Ausgangspunkt, der Waldgaststätte Galgenvenn befindet sich fußläufig der Eingang zur Sequioafarm. Dabei handelt es sich um ein über 35.000 m² großes Aboretum. Die Öffnungszeiten sind  von Anfang April bis Oktober. Dieser einmalige Garten ist für den interessierten Besucher gratis und barrierefrei geöffnet, Führungen sind ab 10 Personen als Gruppenführung gegen Voranmeldung möglich (siehe Homepage, link weiter unten).

Der Garten ist kein Garten im klassischen Sinne sondern ein ehemaliges Forschungsgelände, welches vor über 60 Jahren angelegt wurde. Auf befestigten Wegen erleben wir eine Naturvielfalt, die wir hier so ganz bestimmt nicht vermutet hätten. 

Wir entdecken Urweltmammutbäume, Bergmammutbäume und Küstenmammutbäume, die bis heute schon eine staatliche Höhe von 35-40 Metern erreicht haben. Dazwischen befinden sich botanische Gewächse und Raritäten aus dem Nordwesten der USA, aus Kalifornien, Zentralchina, Vietnam, Japan, Mexiko, Guatemala, dem Kaukasus und aus Chile.  Der Garten wird von einem Verein geleitet, und verfügt für mehr Informationen über eine eigene Homepage, die leider zuletzt  in 2015 aktualisiert wurde (Stand 03.2018). Es lohnt sich auf jeden Fall diesem Garten einen Besuch abzustatten, wenn wir schon mal hier sind, denn sogar der WDR hat schon zweimal einen Kurzfilm für das Fernsehen hier gedreht.


Das Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen

Nur wenige Fahrtminuten vom Galgenvenn entfernt befindet sich das wunderschöne Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen mit besten Möglichkeiten für Entdecker-Touren in diesem schönen Flecken Erde. Wir steuerten den kostenlosen Wohnmobilstellplatz (siehe Weblinks weiter oben) an.

Dieser befindet sich auf einem ebenen Parkplatz an einem Restaurant welches sich nur auf  Tagesgäste eingestellt hat. Für die Wohnmobilisten, die planen hier zu Abend zu essen, sei gesagt dass das Restaurant bereits um 17:30 Uhr schließt. Für den Stellplatz bedeutet das im Gegenzug, dass die PKW gegen Abend fast alle verschwinden und es eine recht ruhige Übernachtung wird. 


Zweimal blau, Wasser blau und Himmel blau
Zweimal blau, Wasser blau und Himmel blau

Trotz regen Betriebes am Wochenende findet man auch ruhige Plätzchen zum entspannen
Trotz regen Betriebes am Wochenende findet man auch ruhige Plätzchen zum entspannen

Diverse Fahrradrouten durch den Naturpark sind ausgewiesen und perfekt beschildert.
Diverse Fahrradrouten durch den Naturpark sind ausgewiesen und perfekt beschildert.

Das landschaftlich reizvolle Wechselspiel von Wald-, offenen Wiesen-, Weide- und Ackerflächen, durchbrochen von zahlreichen kleineren Bächen, Flüssen, Mooren und Seen bildet eine ideale Erholungslandschaft.

 

Direkt an der Biologischen Station und dem Infopunkt Krickenbecker Seen, Krickenbecker Allee 36, 41334 Nettetal befindet sich ein PKW-Wanderparkplatz und diverse Infotafeln. Es sind  nur wenige Schritte bis zum Seeufer und hier starten diverse Rundwanderwege von 3-15 Kilometer Länge. In der Station befinden sich Wechselausstellungen zur hiesigen Flora und Fauna, es gibt Erfrischungs-und Heißgetränke (Keine Restauration) und eine Toilette. 

 

Nicht weit entfernt und aus den Hinweistafeln gut zu erkennen ist der Feuerwachtturm auf den Hinsbecker Höhen ein lohnenswertes Ziel, denn von dort oben hat man eine fantastische Aussicht über den Naturpark und das Umland. Dieser ist natürlich nur zu Fuss zu erreichen.

 

Ebenfalls einen Besuch wert ist der seit 1985 betriebene Naturschutzhof (kurz NABU), die Ausschilderung hierzu ist uns auf dem Weg schon aufgefallen. Hier gibt es Themengärten, Insektenhotel und für die Kinder einiges zu entdecken. Leckeren Kaffee und selbstgemachte Kuchen bekommen wir im Landcafé Stemmeshof gleich nebenan.

 

Wer jetzt eine längere Anreise hinter sich hat und etwas einkaufen möchte der ist mit einem Besuch der Stadt Venlo gut beraten, denn hier bekommt man alles was das Herz begehrt. Samstags ist Markt, von daher läßt man das Wohnmobil vielleicht direkt an der Marina stehen (schöner Stellplatz mit V/E, Strom und Sanitären Einrichtungen) und läuft von hier in die Stadt. Wer es sportlicher angehen möchte fährt von hier mit dem Rad in den Naturpark.

 

 

 


Noch ist Eis auf der Wasserfläche, bald beginnt hier das große Quaken der Frösche und das Bild verändert sich
Noch ist Eis auf der Wasserfläche, bald beginnt hier das große Quaken der Frösche und das Bild verändert sich
Ein Meer von Buschwindröschen kündigt den Frühling an
Ein Meer von Buschwindröschen kündigt den Frühling an

Fazit meines Wochenendes im Naturpark

Wahrlich ein Genuss, hier einfach auszuspannen und Kraft zu tanken. Die Melange aus niederheinischer Geselligkeit und  holländischer Gelassenheit macht den Reiz dieser Tour in die Grenzregion aus. Die Landschaftsbilder des Niederrheins mit seinen Brachflächen, Feldern, Kopfweiden und Wäldern, bringen schon visuell eine Beruhigung durch die Weitblicke und schönen Aussichten. Hier herrscht noch ländliche Idylle und natürliche Schönheit. Fotografen finden- egal bei welchem Wetter - unzählige Motive und den Freizeitaktivitäten sind hier kaum Grenzen gesetzt. Wandern, Radeln, Reiten, Schwimmen, Angeln, Shoppen oder Sightseeing: für Familien, Kinder und Erwachsene ist bestimmt etwas dabei - aber alles etwas ruhiger und beschaulicher.  Die grüne Grenze beschert uns unbeschwerten Grenzverkehr, egal ob zu Fuss, mit dem Rad oder mit dem Auto. Und es gibt noch jede Menge mehr zu entdecken, als hier beschrieben wurde. Weitere Anregung findet ihr jedoch auch auf  meiner zweiten Niederrheintour zu den Wasser-Wander-Welten. Und eines verspreche ich heute schon: weitere Touren werden für euch folgen. Nun wünsche ich Euch einen wunderschönen Frühling mit tollen Ausflügen und schönen Erlebnissen und sage allen Lesern herzlichen Dank für das tolle Feedback und Interesse an meinem ersten Tourguide für NRW!

Bis bald, es grüßt herzlichst Euer Matthias!

Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:

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Ausflug zum größten Wasserfall von NRW

Der perfekte Entspannungs-Mix für die ganze Familie

Heute entführe ich Euch in den Naturpark Sieg zu einer wunderbaren Wanderung hinauf zur Burgruine Windeck mitten in das Windecker Ländchen. Wir begeben uns in eine Region, nur eine Autostunde von Köln entfernt, wie in eine völlig vergessene Welt und genießen dort eine Auszeit vom Alltag mit Weitblicken und Picknickplätzen, die noch lange in Erinnerung bleiben. Ich wünsche Euch viel Spaß beim schmökern und erleben! 


Der Siegwasserfall bei Schladern
Der Siegwasserfall bei Schladern

Anfahrt

Der Ausgangspunkt unserer heutigen Halbtageswanderung ist der Wanderparkplatz am Bahnhof Schladern.

 

Zieladresse für die Navigation:

Waldbröler Str. 3, 51570 Windeck

 

Die Anfahrt ab Kölner Domplatte bis zum Wanderbahnhof in Schladern beträgt 61 Kilometer und dauert ca. 1 Stunde.

 

Wanderparkplätze am Bahnhof oder am Biergarten Elmores vorhanden.

 

Die Anreise ist natürlich auch per Bahn möglich.

Im wunderschön restaurierten Bahnhofsgebäude befindet sich das Café "Kaffeezeit". Hier kann man beispielsweise Frühstücken. Dort befindet sich auch die Touristinfo, mit reichlich kostenfreiem Infomaterial.

Highlights

Hier kommen sie wieder, die Highlights, die Euch den Aufenthalt so angenehm kurzweilig werden lassen:

  • Das Siegtal mit seinen landschaftlich reizvollen, unzähligen Wandermöglichkeiten und dem Natursteig Sieg
  • Die Burgruine Windeck, ein traumhafter Picknickplatz mit Fernsichten in das Windecker Ländchen, Besuch kostenfrei.
  • Der größte Wasserfall in NRW bei Schladern, dem Startpunkt der heutigen Wanderung
  • Der Mäanderweg, eine Rundwanderung von knapp 9 Kilometern Länge, ideal zum entspannen und genießen.
  • Das Museumsdorf Altwindeck: zahlreiche Fachwerkbauten veranschaulichen die Arbeits- und Wohnkultur längste vergangener Zeiten.
  • Der Biergarten Elmores am Siegwasserfall unter dem Dach eines alten Kupferwerkes hat ein wirklich ansprechendes, alternatives Flair mit Sinn für Humor.

Nützliche Weblinks

Die folgenden Weblinks passen perfekt zu dieser Tour und erleichtern Euch die Planung dieses wirklich schönen Urlaubswochenendes:

  • Kostenlose Wohnmobilstellplätze findet ihr im Windecker Ländchen genau hier unter diesem WEBLINK
  • Der Radweg Sieg ist für Sportliche an einem Tag zu schaffen, Familien nehmen sich besser zwei Tage Zeit, hier der WEBLINK
  • Der Natursteig Sieg bietet vielfältige Wandermöglichkeiten, hier der WEBLINK, 200 Kilometer reines Wandervergnügen
  • Die Erlebniswege Sieg bieten dem Urlauber 19 ausgezeichnete Rundwanderungen, von denen der hier beschriebene Mäanderweg eine Tour ist. Die übrigen 18 Touren findet Ihr hinter diesem WEBLINK
  • Ein 4 Sterne Campingplatz zum Wohlfühlen mit himmlischer Ruhe und Brötchenservice, da will man nicht mehr weg, liegt direkt an der Etappe 12 des Natursteiges Sieg: der Campingplatz im Eichenwald, mein Camper und Caravantipp für heute
  • Der LOW-BUDGET Tipp ist die Jugendherberge Windeck-Rosbach. Hier gibt es zu Übernachtungspreisen ab 17,50 Euro ein kostenloses Frühstück dazu!


Wetterpilz mit Traumaussicht auf den Siegwasserfall. Ein toller Auftakt für diese Wanderung!
Wetterpilz mit Traumaussicht auf den Siegwasserfall. Ein toller Auftakt für diese Wanderung!

Als Vater gefällt mir dieser Humor im Biergarten Elmores
Als Vater gefällt mir dieser Humor im Biergarten Elmores

Charakteristik dieser Wandertour:

 

Knapp 9 Kilometer und 234 Höhenmeter sind auf dieser gut 3 Stunden dauernden Halbtagestour zu bewältigen. Wenn Ihr mit Familie unterwegs seid empfiehlt es sich im Wanderrucksack alles notwendige für ein genussvolles Picknick mitzunehmen, denn die Burgruine Windeck lädt zu einem solchen natürlich ein!

 

Was für ein fulminanter Auftakt! Die Sonne scheint schon den ganzen Morgen, als wir gegen 9:00 Uhr nach einer guten Stunde Fahrt den Wanderparkplatz am Bahnhof Schladern erreichen. Dort angekommen genießen wir erst einmal Frühstück und Kaffee bevor wir uns auf den Weg machen.

Hinweistafeln für Wanderfreunde am Parkplatz und das kostenlose Infomaterial an der Touristinfo lassen diese Rundtour zu einem unverlaufbaren Erlebnis werden. Somit ist eine spontane Tour ohne große Vorbereitung jederzeit möglich.

Nach einem gelungenen Frühstück  folgen wir  dem weißen "S" auf rotem Grund. Nach nur wenigen hundert Metern beginnt die Tour direkt mit einem Highlight, denn wir erreichen einen Wetterpilz mit wunderbarem Blick auf den Siegwasserfall.

 

Dieser entstand übrigens nicht auf natürlichem Wege. Mit Beginn des Zeitalters der Eisenbahn und der Industrialisierung wurde für die Bahnlinie der Verlauf der Sieg durch Sprengungen in ein neues Bett gelegt. Davon ist heute nichts mehr zu sehen, längst hat hier die Natur die Oberhand genommen, schließlich befinden wir uns in einem der Naturparke in NRW. 

 

Am gegenüberliegenden Ufer erblicken wir ein herrschaftliches Gebäude. Unser Wanderweg wird nach Überquerung der Sieg später an dieser prächtigen Villa vorüber führen. Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Kupferwerkes Elmores ist heute in Privatbesitz; lediglich ein Blick in den Garten kann man im Vorübergehen erhaschen.

Vorbei an der Villa nimmt der Weg als Pfad die Anhöhe durch den Wald hinauf, wo wir als Belohnung für die Mühen einen schönen Ausblick auf die mäandernde Sieg genießen dürfen.

 

Nach der Anhöhe geht es bald auch schon wieder bergab, bis wir das Dorf Dreisel erreichen. 

Dort überqueren wir mit der Brücke (schöne Ausblicke) erneut die Sieg. Auf der gegenüberliegenden Seite verlassen wir sofort wieder die Straße und folgen dem Pfad mit der Ausschilderung steil den Berg hinauf.

Also dieser Weg ist wirklich nicht für Kinderwagen gemacht. Oben angekommen erreichen wir eine Schutzhütte und eine Hinweisstele.

 

Während wir noch nach Luft schnappen lesen wir, dass wir soeben den höchsten Punkt der Wanderung, den Dreisel erreicht haben und die Hälfte der Strecke bereits hinter uns liegt. Wir nehmen uns die Zeit für einen Apfel und einen guten Schluck, bevor es mit einem lauschigen Waldpfad auf der anderen Seite des Berges wieder hinab geht.

 

Im Tal angekommen geht es auf Wiesenpfaden durch Pferdewiesen und Obstbäume idyllisch dahin. An einigen Stellen ist der Pfad so zugewachsen, dass nur noch eine Person gerade hindurchpasst. Gegenverkehr wäre jetzt ein echtes Problem.

Nach starken Regenfällen kann diese Passage auch recht matschig sein-vermutlich ist aufgrund der Tallage deswegen hier die Vegetation so üppig.

 

Wir überqueren die Bahnlinie Köln-Siegen und erreichen bald schon das Museumsdorf Alt Windeck. Dieser verwunschene Ort mit seinen alten Fachwerkhäusern -irgendwo im Nirgendwo- bietet sich für eine Pause geradezu an. Katzen schnurren auf sonnenwarmen Gartenmauern, ein Hahn kräht und in der Ferne ist ein Traktor zu hören. Ich denke unvermittelt an den kleinen Michel aus Lönneberga aus Astrid Lindgrens gleichnamigen Kinderbuch. Müde Kinderfüße können das Territorium erkunden, und im Gasthaus "Zur Linde" gönnen wir uns an diesem schönen Tag ein kühles Getränk.

 

Nac kurzer Rast geht es auch schon wieder los, denn die Neugierde auf eine Ritterburg ist natürlich riesig und die Aussicht dort oben frei herumstromern zu können und lecker zu picknicken, läßt uns schon bald wieder aufbrechen.


Die Palaswand der Burgruine Windeck
Die Palaswand der Burgruine Windeck

Fernsicht auf das Windecker Ländchen vom Burgplateau
Fernsicht auf das Windecker Ländchen vom Burgplateau

Picknickplatz auf der Burgruine Windeck
Picknickplatz auf der Burgruine Windeck

Der anstrengende und schweißtreibende Aufstieg zur Burgruine wird mit einer wirklich grandiosen Fernsicht belohnt.

Von der Burg steht heute nur noch die in Teilen restaurierte Ruine inmitten eines bewaldeten Berges der zum Siegtal hin steil abfällt.

 

Die Geschichte der Burg geht zurück auf eine erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1174 wo sie als Besitzung des Landgrafen von Thüringen erstmals genannt werden. Wahrscheinlich ist, dass eine Bebauung schon in früherer Zeit vorhanden war.

 

Im holländischen Krieg wurde die Burg von französischen Truppen belagert, verteidigt, eingenommen und anschließend gebranntschatzt. Das war im Jahre 1672.

 

In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde sie nicht wieder aufgebaut und als Steinbruch missbraucht. Im Jahre 1852 wurde Oscar Danzier als preußischer Landrat im Kreis Waldbröl neuer Besitzer der zur Ruine verkommenen Burg. Als Liebhaber historischer Gemäuer setzte er sogleich seine hochfliegenden Träume und Pläne um und baute eine Auffahrt, ließ einen romantischen Park anlegen und inmitten der Ruine sein Schloß Windeck errichten. Aus der Burg Windeck war das Schloß Windeck entstanden.

 

Nach seinem Tode erbte seine Tochter Arnoldine Burg und Schloß. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Bankierssohn Andrea Caminneci aus Palermo/Sizilien erweiterte sie das Schloß um zwei gr0ße Rundtürme.

 

Doch auch diese Baugeschichte hatte ein trauriges Ende, als zu Ostern 1945 eine amerikanische Fliegerbombe das Schloß traf und dieses daraufhin bis auf die Grundmauern ausbrannte. 1962 wurde die Schloßruine zum Abriss freigegeben um die historisch bedeutendere Burganlage zu sichern und zu restaurieren. Folglich ist von dem Schloß heute nichts mehr zu sehen und nur noch eine kleine Hinweistafel erinnert an die bewegte Geschichte dieses Ortes.



Nach einem herrlichen Picknick verlassen wir schweren Herzens diesen schönen Ort und folgen dem Pfad, welcher uns entlang der Aussenmauer des zerstörten Bergfriedes wieder hinunter in das Tal der Sieg führt. Wir erreichen die trockengelegte ehemalige Flusschleife und folgen der Ausschilderung des Mäanderweges in Richtung Schladern, wo wir schon bald wieder den rot renovierten Bau des Schladerner Bahnhofes erreichen.  Je nach Uhrzeit können wir jetzt noch ein verdientes Belohnungsbierchen im Biergarten Elmores genießen, oder das Besucherzentrum Naturregion Sieg direkt neben der Tourist Information besichtigen. Hier befindet sich eine Dauerausstellung zur Geschichte des Siegtales mit noch mehr Anregungen für den zweiten Tag. Ich wünsche Euch viel Spass und lasst von Euch hören, wie es Euch gefallen hat. Bis bald, dann schon mit der ersten Wanderung in kaltem Winterwetter 2018 durch die Wasser-Wander-Welten.


Fazit dieser Tour in den naturpark siegtal:

Die Sehnsucht nach wärmeren Tagen und dem Frühjahr, dass dieses Mal eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten läßt hat mich dazu bewogen eine Tour aus dem letzten Sommer hier für  Euch aufzubereiten. Es hat mir wie immer eine riesige Freude bereitet und ihr könnt Euch sozusagen ohne Bedenken auf den Weg machen, denn das Siegtal hält neben den hier genannten Highlights noch etliche andere bereit. 

In unmittelbarer Nähe zu den Ballungszentren erleben wir hier  eine ruhige und herrliche Auszeit vom Alltag und finde dabei sicherlich auch einmal die Zeit im Wohnmobil das ein oder andere Spiel zu spielen und mal endlich das Buch zu lesen, welches schon so lange auf unserem Nachttisch liegt. Ich wünsche Euch eine tolle Tour und bedanke mich ganz herzlich für Euer Interesse. Bis bald, es grüßt herzlichst Euer Matthias


hier noch einige eindrücke von meiner tour:

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Was tun? Sprach der Karnevalsmuffel....

Ebbes mal inne Sauna, dat tut jut!

Es gibt viele gute Gründe dem Karnevalstrubel zu folgen, aber ebenso viele Gründe es auch nicht zu tun. Hier kommt meine bescheidene Rezeptur für Euch der Seele eine Auszeit aus dem Alltag zu gönnen und  so die Jahresabschluss-Ralley des vergangenen Jahres einfach mal hinter sich zu lassen. Folgt mir quer durch NRW zu der ein oder anderen Location für Wellness und Entspannung. Es wird schön und ruhig, egal bei welchem Wetter, das garantiere ich, aber seht selbst: viel Spaß !  Allen anderen wünsche ich tolle Erlebnisse  auch mit "Jecke Tach!"


Die größte Palmen Allee Europas nördlich der Alpen steht in Kölle
Die größte Palmen Allee Europas nördlich der Alpen steht in Kölle

Anfahrt

Nicht die eine Anfahrt zählt, sondern vielleicht strickt Ihr eine kleine Tour daraus. Beginn ist im Bergischen Land mit zwei Tipps, danach hinein in den Kölner Stadttrubel und anschließend nach Aachen oder ein Stop-Over in Wassenberg vor dem Shopping -Event in Roermond?

 

Alternativ weiter von Köln Richtung Süden ins Weltnaturerbe Mittleres Rheintal nach Bad Hönningen?

 

Alle wichtigen Hinweise zur Anreise findet Ihr bei der jeweiligen Tour, die ja dann vor Ort mit noch weiteren Empfehlungen zu punkten weiß.

Hierzu einfach den Weblinks folgen.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Alle Ziele verfügen über die Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, einige bieten sogar direkt an der Therme einen Stellplatz für Wohnmobile. 

 

Ausnahmen sind natürlich Köln und Aachen, wo wir das Wohnmobil besser auf dem Stellplatz zurücklassen.

 

PKW-Parkplätze, in manchen Fällen sogar Garagen (Aachen) sind immer vor Ort vorhanden, meist gibt es dazu Vergünstigungen der Parkgebühren bei Nutzung der Therme.

Highlights

Heute geht es nicht um das eine Ziel, sondern um kleine Fluchten aus dem Trubel. Ich wünsche Euch schöne Tage der Entspannung und Entschleunigung genau hier:

  • Mediterrana in Bergisch Gladbach ist die Nummer eins in NRW, vorgestellt in meiner Blogtour Nr: 7
  • Eifgen-Sauna, auch im Bergischen Land gelegen, ist nahe zu Köln und doch ganz weit weg
  • Die Claudiustherme in Köln garantiert eine erholsame Rekonvaleszenz nach den Tagen
  • Dies wird Euch sicherlich auch in der Aachener Carolustherme gelingen.
  • Weiter geht es in Richtung Eifel und Eifelsteig: die Roetgen-Therme ist einen Aufenthalt wert!
  • Fern ab jeden Karnevalstrubels empfehle ich gerne die Therme in Bad Hönningen, die ich im Advent besuchte, gleiches gilt auch für die Karnevalstage. 
  • Wassenberg hat bestimmt nicht jeder auf dem Schirm, aber auch hier gibt es Entspannung im niederrheinischen - holländischen Grenzgebiet, siehe Tour Nr. 28

Weblinks

Alle hier erwähnten Thermen und Saunarien bieten Euch eine gelungene Auszeit vom Alltag. Anspruch auf Vollständigkeit erhebt diese Aufzählung natürlich nicht, wir werden gemeinsam 2018 weitere Bäder und Saunarien in NRW kennenlernen.  Hier kommen die links zu den bereits genannten Highlights:

  • Mediterranahier der Link zur Tour Nr. 7
  • Eifgen Sauna, mit eigenem Wohnmobilstellplatz! Tour Nr. 3 Das Highlight hier: Wer die Sauna mit dem Womo besucht, darf kostenlos übernachten auf dem Stellplatz.
  • Claudiustherme, Entspannung in Köln und dann rüber zum Weinmuseum und zum "garden of excellence", Tour Nr. 8
  • Carolustherme, das Badeerlebnis im Thermalwasser in dem schon Kaiser Karl badete, Tour Nr. 31
  • Roetgen-Therme im Saunadorf Roetgen mit Gratis-Stellplatz für Womos! Mehr unter Tour Nr. 19
  • Kristall-Rheinpark-Therme in  Bad Hönningen, am Rheinsteig gelegen, mein Tour Tipp Nr. 30, auch ohne Advent! Eigener Wohnmobilstellplatz.
  • Parkbad Wassenberg mit Textilsauna und Entspannungsbecken, Tour Nr. 28. Eigener Wohnmobilstellplatz vorhanden.


Indoor-und Outdoor-Pool
Carolustherme in der Januar-Abenddämmerung


Wellness, aber richtig!

Themen-Schaufenster der Printenbäckerei in Aachen
Themen-Schaufenster der Printenbäckerei in Aachen

Wellness klingt in unseren Ohren fast wie ein Zauberwort. Es lässt in unserem Kopf sofort diese Bilder von Wohlbefinden und süßem Nichts-tun-müssen entstehen.

Manch einer denkt dabei auch unmittelbar an die sanften Massagen für den leidgeprüften Rücken, mit seiner verspannten Nacken und Schultermuskulatur.

Sofort kommen wir ins schwärmen, wenn wir an die verschiedenen Sauna Aufgüsse denken, die Kaltbäder im Freien und die anschliessende Entspannung im sanft vor sich hinblubbernden Whirlpool.

Welche Zeit wäre da besser geeignet als die Karnevalstage, um sich auf diesem Weg eine Auszeit vom Alltag zu gönnen? Oder: wo könnten die stressgeplagten Musikgruppen und Funkenmariechen sich besser von ihren unzähligen Auftritten erholen?

 

Die Natur schläft noch -ok, fast zumindest, denn während ich hier schreibe blühen bereits heute die ersten Krokusse in meinem Garten. Draußen ist es vielerorts noch richtig ungemütlich, die Tage sind noch kurz und die Bäume ohne Laub.

 

Ich könnte, nur weil ich heute darüber schreibe, schon sofort wieder los fahren. Es gibt so viel zu entdecken. Eine wirklich gelungene Kombination von Sightseeing , Wellness, Kultur und Kulinarischen Angeboten wartet nur darauf von Euch entdeckt zu werden. 

 

Wellness, welche Sehnsucht liegt denn in diesem Wort? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: lustvoll gesund leben: denn zu den Angeboten der Thermen gehört natürlich auch das Wandern in der freien Natur und beispielsweise Thai Chi tun Körper und Seele gut.

 

Was verbirgt sich hinter dem Begriff "wellness" denn eigentlich? Nun, es war die Idee des  amerikanischen Arztes Halbert L. Dunn, der vor 66 Jahren eine Wortschöpfung aus zweierlei englischen Wörtern erfand: Er verschmolz die englischen Begriffe von "well-beeing" (Wohlbefinden, sich wohl fühlen), und "fit-ness".  Eines seiner Hauptziele war es durch Beratung und Training die gesunde Lebensweise eines jeden Menschen zu unterstützen.


Wellness - eine kurze Geschichte zu dem Hintergrund dieses Fachbegriffes

Wenn wir heute den Begriff "wellness" lesen, der überall zu Werbezwecken missbräuchlich angewendet wird ist uns oftmals gar nicht mehr klar oder bewußt was hinter diesem vor 66 Jahren eingeführten Fachbegriff denn nun tatsächlich steckt. Ich habe mir die Zeit genommen dies für Euch herauszufinden und bin auf eine sehr spannende Geschichte gestoßen:

Die Kernaussage des amerikanischen Arztes Halbert L. Dunn (1896-1975) lautete:

 

"For no person can be well physically if he is sick spiritually"

 

Diesem Satz liegt eine richtungsweisende Annahme zu Grunde: Dunn war überzeugt davon, dass der Mensch neben einer körperlichen und geistigen Dimension auch eine spirituelle Dimension hat. Und gerade diese spirituelle Dimension dürfe man nicht der Esoterik oder Religion überlassen. Nur wenn sich Körper,Geist und Spirit im Gleichgewicht befinden, kann der Mensch zur High-Level-Wellness gelangen.

Ich zitiere von der Seite des Wellnessverbandes: "Dunn formulierte mit dem Wellnesskonzept seine Vorstellung einer positiven Gesundheit, die wesentlich vielschichtiger ist als das im traditionellen Gesundheitswesen verbreitete Verständnis von Gesundheit, nämlich "nicht krank" zu sein. Er grenzte Wellness klar von Prävention, Therapie und Rehabilitation ab, weil diese nicht auf das komplexe Gebiet der Gesundheit, sondern der Krankheit fokussiert seien."

 

Wir alle kennen die Symptome  an der so viele Menschen in unserer heutigen Gesellschaft erkranken:  Zu viel Arbeit, zu viel Stress, zu viele Verpflichtungen, zu viele Erwartungen, zu viel Konsum, zu viel Ablenkung, zu viel Hektik und zu viel Lärm. Gleichzeitig leiden wir an der "Zu-wenig-Krankheit":  viel zu oft haben wir zu wenig Zeit für Irgendetwas oder für Jemanden. An diesen Beispielen wird jeder nachfühlen können dass es wohl ein Ungleichgewicht im Dreiklang zwischen Körper, Geist und Seele geben muss. Und bei all den Verpflichtungen die wir uns selbst auferlegen, oder noch schlimmer auferlegen lassen, sollten wir uns manches Mal mehr auf unser inneres Gleichgewicht fokussieren.

Ich erlaube mir dazu Wilhelm Busch zu zitieren:

 

"Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge."

 

Das bedeutet im ersten Schritt folgendes: Zeit die wir uns nehmen, ist die Zeit, die uns etwas gibt. Und so wurde Wellness der Oberbegriff für  Wohlbefinden und Entspannung. Inbegriff einer zeitlich begrenzten Flucht aus dem Alltag, Entschleunigung, Wiederherstellung von Balance und Vitalität oder auch mentaler Entspannung (beispielsweise durch Yoga, autogenes Training, saunieren, oder Barfußlaufen).


Zart-süße Versuchung im Alt Aachener Kaffeehaus "van den Daele": Reistörtchen mit Himbeeren und Schokoladensplittern
Zart-süße Versuchung im Alt Aachener Kaffeehaus "van den Daele": Reistörtchen mit Himbeeren und Schokoladensplittern

fazit einer Wellness-Auszeit in NRW:

Eine Auszeit aus dem Alltag mit Wellness zu kombinieren ist genau der richtige Weg um unsere Seele wieder ins Gleichgewicht mit unserem Körper und Geist zu bringen. Es ist eine Investition in die Zukunft, denn nur ausgeruht und entspannt haben wir die benötigte Kraft und Ausdauer um die vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen zu meistern. Erst wenn wir einmal aus dem Gleichgewicht geraten sind, merken wir (vielleicht zu spät) wie wichtig dieses für unser Wohlbefinden überhaupt ist. Dazu ist es von Zeit zu Zeit unbedingt notwendig sich einmal auf sich selbst und somit auf die vor uns liegenden Träume, Wünsche und Ziele zu besinnen.

Mit dieser Botschaft wünsche ich Euch viele schöne erholsame Stunden egal ob zu zweit, alleine oder mit Freunden und Familie. Nehmt euch die Zeit - es wird Euch gut tun. Viel Spaß, herzlichen Dank für Euren Zuspruch und Euer Interesse und bis bald!

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Kaiserstadt mit heilenden Quellen

Aachen, eine europäische Stadt

2018 beginnt mit einem besonderen Jubiläum: wir gratulieren der Stadt Aachen zur Ernennung der ersten deutschen kulturellen Welterbestätte 1978. Es war am 31.03.1978, vor  genau 40 Jahren als die UNESCO den Aachener Dom zur ersten Welterbestätte Deutschlands ernannte, noch vor dem Kölner und dem Trierer Dom. Deutschlands westlichste Großstadt weiß mit diversen Kulturschätzen und architektonischen  Highlights seine Besucher zu begeistern. Die heißesten Thermalquellen Mitteleuropas machen die Stadt zur Kurstadt. Über 500 Jahre wurden Könige hier gekrönt. Das machte Aachen zu einer der wichtigsten Städte Europas. Wir tauchen ein in die Geschichte mit vielen kulturellen  und kulinarischen Höhepunkten im Dreiländereck Holland-Belgien-Deutschland.


Das perfekte Oktogon wird in der Domkuppel offenbart
Das perfekte Oktogon wird in der Domkuppel offenbart

Anfahrt

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte bis zur ersten Zieladresse am Wohnmobilstellplatz beträgt 85 Kilometer und dauert eine knappe Stunde.

 

1. Zieladresse: Branderhofer Weg 11, 52066 Aachen (Stellplatz)

 

2. Zieladresse: Ferienwohnung Abteitor: Abteiplatz 6, 52066 Aachen (im Bild)

 

3. Zieladresse: Jugendherberge Aachen: Maria-Theresia-Allee 260, 52074 Aachen

 

Diverse Parkhäuser sind in unmittelbarer Nähe zu Dom und Rathaus vorhanden.

 

Anfahrt mit der Deutschen Bahn bis Aachen Hauptbahnhof problemlos möglich.

Highlights

Diverse Highlights werden dafür sorgen, dass wir heute wieder einen genussvollen und abwechslungsreichen Tag verleben werden:

  • Dom, erste deutsche Weltkulturerbestätte überhaupt, seit dem 31.03.1978
  • Rathaus, gegen Eintritt zu besichtigen: der beeindruckende Krönungssaal. Dort wird der Aachener Karlspreis verliehen.
  • Bad Aachen: heiße Quellen im Kurort Burtscheid.
  • Alt Aachener Kaffeehaus "van den Daele" seit 1765 am Büchel
  • Urgemütlich ist es im Gasthaus Postwagen am Rathaus
  • Puppenbrunnen von Bonifatius Stirnberg am Dom
  • Carolus Therme, Erholung und Entspannung 
  • Elisenbrunnen, Aachener Heilwasser, nix für empfindliche Nasen
  • Theater Aachen, architektonisch und kulturell ein "Hingucker"

Nützliche Weblinks

  • Vorbildlicher Wohnmobilstellplatz für 46 Mobile im Ortsteil Burtscheid, hier der link zur Homepage, Übernachtung 17,00 Euro (Stand 01.2018)
  • LOW-BUDGET-Empfehlung: die Aachener Jugendherberge ist ein Treffpunkt der Jugend aus ganz Europa inklusive Familienzimmern und toller Verpflegung. Übernachtung ab 23,90 Euro.
  • Ferienwohnungen im historischen Gemäuer im Abteitor, einfach TOP!
  • Eine gute Adresse zum Verwöhnen: Alt-Aachener Caféhaus Van den Daele
  • Die Carolus Therme, eine Garantie für Wellness, Massage, Entspannung und Erholung, Öffnungszeiten und Eintrittspreise findest Du hier. KEINE Wohnmobilparkplätze vorhanden, dafür PKW-Garage am Haus.
  • Bistro Petit Charlemagne, eine feine Adresse für französische Küche
  • Alt Aachener Brauhaus am Theater bietet deutsche Küche mit Schlachtplatte und Haxen in urigem Ambiente, vormals DEGRAA


Aachener Rathaus mit dem berühmten Karlsbrunnen: Kaiser Karl der Große mit den Reichsinsignien
Aachener Rathaus mit dem berühmten Karlsbrunnen: Kaiser Karl der Große mit den Reichsinsignien

Aachen, Jerusalem, Karl und Jesus von Nazareth: Christentum und Kaiserreich

Hologramm des Kaisers Karl
Hologramm des Kaisers Karl

Wer Aachen zum ersten Mal besucht, der kommt an Deutschlands berühmtestem Kaiser, Karl dem Großen (748-814 n.Chr.) wohl nicht vorbei. Doch der Reihe nach....

 

Aachen ist die westlichste Großstadt der Bundesrepublik und hat runde 243.000 Einwohner. Die Stadt liegt weder an einem Fluß noch an einem Meer und doch verdankt sie ihren Aufstieg einzig und alleine dem Wasser.

 

Bereits die Kelten, später dann die Römer und danach die Franken haben hier aufgrund der heißen und schwefelhaltigen Thermalquellen bereits gesiedelt und die heilende Wirkung dieses Wassers gekannt. Seid tausenden von Jahren tritt im Stadtgebiet heißes Thermalwasser offen zu Tage, welches seinen Ursprung in dem Vulkanischen Gestein der Eifel findet. Aachen verfügt über die heißesten Thermalquellen Mitteleuropas  mit einer Kerntemperatur von 63 Grad Celsius . Genau diese sind der simple Grund für eine mehr als 2.000 Jahre währende Siedlungs- und Stadtgeschichte.

 

Wie kann es da verwundern, wenn Aachen auch heute noch die Stadt der Brunnen genant wird, wovon wir uns bei einem Rundgang noch ausgiebig überzeugen werden.

 

Kein geringerer als Karl der Große höchstselbst bestimmte im 8. Jahrhundert das königliche Hofgut seines Vaters Pippin (714-768) bei den heißen Quellen zu seiner Hauptresidenz. Diese ließ er ab dem Jahr 786 zu einer ausgedehnten Pfalzanlage mit Palastaula, Hofkapelle und Königsbad ausbauen.

 

Beim Bau des Domes folgte er dabei römischen und byzantinischen Vorbildern in deren Stil er das Oktogon des Domes errichten ließ. Dazu wurden die versiertesten Handwerker und Künstler des Reiches zusammengerufen. So finden sich auch heute noch die größten noch erhaltenen Bronzegußtüren aus Karls Zeit im Haupteingang des Domes. Sie sind über 1.200 Jahre alt und alle Kaiser, Bischöfe, Künstler (z.B. Albrecht Dürer, Heinrich Heine oder Otto von Bismark) und Könige des Mittelalters sind durch diese Türen geschritten -auch Karl selbst!  Nirgendwo in Deutschland sonst treffen wir auf eine solche perfekte Dichte an Geschichte.


Radleuchter im Dom und Marmor aus Ravenna
Radleuchter im Dom und Marmor aus Ravenna

Der Kernbau, das karolingische Oktogon ist der älteste monumentale deutsche Steinbau des Mittelalters und somit einer der markantesten Meilensteine der abendländischen Geschichte und des Christentums.

 

Karl der Große sah sich als Erbe der römischen Kaiser und zugleich als Stellvertreter Gottes auf Erden in der römisch-christlichen Tradition Konstantin des Großen. Konstantin wurde 324 n. Chr. alleiniger Kaiser Roms und Herrscher über das Römische Reich, welches er mehrere Jahrzehnte von Trier (!) aus regierte. Aufgrund aufkeimender Unruhen im Osten des römischen Reiches, wechselte er seinen Regierungssitz nach Byzanz und gründete dort am Goldenen Horn die nach ihm benannte Stadt Konstantinopel, welche heute Istanbul heißt.

 

Im  Jahr 800 brach Karl zu einer wichtigen Reise nach Rom auf. Dort angekommen ließ er sich in Gegenwart des Papstes am Weihnachtstag 800 zum Kaiser krönen und herrschte danach 14 Jahre bis zu seinem Tod im Jahre 814 über sein Reich von Aachen aus. Er, der erste europäische Kaiser, Einiger Europas, legte den Grundstein des Domes,  und wurde dort auch im Jahre 814 bestattet.

 

Den gewichtigen Stellenwert des Karolinger Reiches, behielt Aachen auch nach seinem Tode bei. In den Jahren 814-1531, einem Zeitraum von mehr als 700 Jahren wurden hier über 31 Könige zu Herrschern gekrönt. Den Thron Karls des Großen, auf dem alle nachfolgenden Könige inthronisert wurden,  kann man nur im Rahmen einer Domführung zu Gesicht bekommen, da er sich im Säulenumwehrten Umgang des Oktogons befindet, welcher nicht frei zugänglich ist.

 

Der Legende nach sollen die schlichten Marmorplatten aus denen der Thron gefertigt ist aus der Grabeskirche in Jerusalem stammen. Sechs Stufen führen zum Sitz, die gleiche Stufenanzahl wie zum Throne König Salomons. Die ehemals vermutlich unter der Sitzfläche aufbewahrte Kreuzesreliguie gilt als verschollen.

 

Die übrigen Reliquien zählen zu den bedeutendsten der Christenheit und wurden gemäß den Reichsannalen bereits im Jahre 799 durch Karl in den Dom gebracht. Es galt die Reliquien aus Jerusalem vor der Vernichtung, der zu dieser Zeit unter muslimischer Herrschaft stehenden heiligen Stadt, zu retten. Zudem sollte in Aachen das Zentrum seiner Macht entstehen. Das führte schon zu seinen Lebzeiten  zu den Wallfahrten und Heiligtumsfahrten, welche in diesen Reliquien begründet sind und bis in unsere Gegenwart alle 7 Jahre stattfinden.


Fantastische Mosaike im Dom
Fantastische Mosaike im Dom

Die wichtigsten im Dom aufbewahrten Reliquien sind:

  • die Windeln von Jesus 
  • das Lendentuch Christi,
  • das Kleid Marias (seiner Mutter),
  • das Enthauptungstuch Johannes' des Täufers

Sie werden im kostbaren goldenen Marienschrein aufbewahrt  und alle 7 Jahre der Öffentlichkeit zur Heiligtumsfahrt gezeigt - das nächste Mal ist es  2021 so weit. 

Desweiteren gibt es in der Domschatzkammer die kleinen Heiligtümer. Dazu zählen die folgenden Gegenstände:

  • der Gürtel Mariens
  • der Gürtel Christi
  • der Geißelstrick Christi 

Zum Kirchenschatz zählt natürlich der goldene Karlsschrein im Zentrum der Gothischen Halle - liebevoll im Volksmund 'Aachener Glashaus' genannt. In ihm liegen die Gebeine des großen Herrschers.

 

Der Aachener Domschatz ist in der Domschatzkammer zu bewundern. Auch er stellt ein Superlativ dar, denn er ist der bedeutentste Kirchenschatz Europas.

Besonders erwähnenswert ist die Büste mit den Antlitz Karls; in ihr befindet sich die Schädeldecke des ersten europäischen Kaisers.

 

Ein Mysterium umgibt Karl und den Dom bis heute: 

Am 28. Januar 814 starb Karl der Große und er wurde am Abend des gleichen Tages im Dom bestattet. Das war sehr ungewöhnlich und über die genauen Vorgänge und Umstände schweigt sich sein Biograph Einhard aus. Am 24. Juli 1215 wurden die Gebeine des Kaisers durch den Kaiser Friedrich Barbarossa in den eigens angefertigten Karlsschrein überführt, wo sie sich auch heute befinden. Seitdem ist die ursprüngliche Grabstätte trotz intensiver archäologischer Untersuchungen bis heute nicht gefunden und daher unbekannt. 


Teuflische Legenden und kaiserliche Lebenslust

Turm, Oktogon und gothische Halle: imposante Ansicht aus der Fussgängerzone
Turm, Oktogon und gothische Halle: imposante Ansicht aus der Fussgängerzone
Blick auf den Dom vom Domhof
Blick auf den Dom vom Domhof

Zum Dombau gibt es auch eine teuflische Legende, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

 

Man erzählt sich dass nach der Grundsteinlegung des Domes durch Karl die Bauarbeiten zügige Fortschritte machten. Um die Dombauhütte und die aufzubauenden Palastaula entwickelte sich die Stadt. Immer mehr Tagelöhner wollten auf der Großbaustelle ihr Brot verdienen. Und wahrlich wuchs ein wunderbarer Bau unter Oldo von Metz, dem überlieferten Dombaumeister heran, kannte man doch zu dieser Zeit nur Bauten aus Holz.

 

Eines Tages brach Karl zu einem Kriegszug gegen die rebellischen Sachsen auf mit dem Ziel , die Sachsen zu unterwerfen und den Christlichen Glauben im Reich zu etablieren. Er legte die Verantwortung für den Dombau in die Hände des Stadtrates. 

Zunächst verlief auch alles planmäßig, nur  versickerte das zur Verfügung stehende Geld in nicht nachzuvollziehenden Kanälen und den Verantwortlichen gingen somit die Mittel aus, die Dombauhütte für ihre Arbeit zu bezahlen.

Um ihren Kaiser nicht zu enttäuschen rief der Stadtrat zu einer außerordentlichen Sitzung , zu dieser ein fremder Mann in edlem Gewand erschien. Dieser bot den Aachenern an, die weiteren Kosten zur Vervollständigung des Domes zu bezahlen, unter einer einzigen Bedingung: Er verlangte die Seele desjenigen, der nach Vollendung des Domes das Münster zuerst betreten sollte. 

 

Die Aachener erschraken bei der Erkenntnis, dass  es sich um den Teufel selbst gehandelt haben muss, und einigten sich dennoch aus Ermangelung fehlender Alternativen. Schon bald erhob sich der prächtigste Kirchenbau nördlich der Alpen über der Stadt und der Tag der Domweihe rückte immer näher.

Aus lauter Verzweiflung schickte man Jäger in den Wald einen Wolf zu fangen und scheuchte diesen als erstes Lebenwesen durch das Domportal in die Kirche. 

 

Der Wolf mit Loch in der Brust symbolisiert die verlorene Seele
Der seelenlose Wolf im Eingangsportal des Domes

Der Teufel, mit luziferischer Gier die Seele erwartend, zerfleischte den Wolf und bemerkte die List zu spät. Wutschnaubend rauschte er aus dem Dom und schmiss die Türe hinter sich ins Schloß, so fest, dass sie einen Riss bekam und ihm seinen rechten Daumen abtrennte. Jaulend verfluchte er die Aachener und schwor Rache.

 

Wir wissen heute, dass dieser Vorfall ein Nachspiel hatte: Wenn wir den Dom durch dasselbe Portal heute betreten, dann können wir im rechten Türgriff, dem Löwenkopf, den Daumen des Teufels ertasten.

Im Vorraum des Domes erblicken wir den geschundenen Wolf, mit einem Loch in der Brust, welches dem Dombesucher den Verlust der Seele dieses armen Tieres aufzeigt.

 

Und die Burtscheidter Bürger sagen heute noch, hätten die Aachener den Vertrag mit dem Teufel nicht geschlossen, dann würde ihr Heilwasser auch nicht nach verfaulten Eiern stinken. 

 

Soweit die Legende vom Dombau und von den "Fakten" kann man sich vor Ort überzeugen im Dom und am Elisenbrunnen:

Aachens Heilwasserbrunnen, an welchem sich schon Kaiser und Könige labten um zu gesunden. Die Marmortafeln am Brunnen nennen uns die prominenten Besucher, die Heilung mit dem Aachener Wasser erhofften.

 

Die Tatsachen und Sagen verweben sich in Aachen zu einer unglaublichen Entstehungsgeschichte, die es in unserer heutigen Generation zum Hollywood-Blockbuster bringen würde. Auch die Lebensgeschichte des Kaisers ist wirklich einzigartig. Werfen wir doch einen kurzen Blick auf seine Person:

Albrecht Dürers Porträt des Kaisers entstand während seines Aufenthaltes in Aachen
Albrecht Dürers Porträt des Kaisers entstand während seines Aufenthaltes in Aachen

Kaiser Karl der Große lebte von 748-814 nach Christus. Er schuf als erster römisch-deutscher Kaiser ein Reich, das von Mittelitalien bis an die Nordsee und vom iberischen Ebro bis nach Ungarn reichte.

 

Carolus Magnus auch Vater Europas wird er genannt. Ein außergewöhnlicher Herrscher der in NRW von Aachen bis Paderborn Großes hinterließ. 

 

Von körperlicher Gestalt überragte er seine Mitmenschen mit einer Größe von gut 1,90 Metern um ein Vielfaches. Geboren als Sohn Pippins des II. von königlichem Geblüt, sollte er mit seinem Bruder Karlmann die Geschicke des Reiches gemeinsam lenken, was dessen unerwartet früher Tod 755 verhinderte. So wurde Karl zum alleinigen Herrscher.

 

Viermal war er verheiratet und hatte unzählige Konkubinen von denen mindestens drei namentlich bekannt sind, da er mit diesen außereheliche Kinder zeugte.

 

Über die erste Ehefrau, Himiltrud, ist so gut wie nichts bekannt, sie schenkte Karl einen ersten Sohn, Pippin, der recht jung im Jahre 811 inhaftiert wurde und in der Abtei Prüm verstarb.

 

Die zweite Ehefrau suchte seine Mutter für ihn aus. Die Trauung mit der Tochter des Langobardenkönigs Desiderius erfolgte aus politischen Gründen mit dem Zwecke das Frankenreich und das Langobardenreich zu vereinen. Da es keine Liebeshochzeit war, kam es wohl zwangsläufig dazu, dass Karl sie nach kurzer Ehezeit 771 verstieß. Diese Ehe blieb kinderlos.

 

Stattdessen heiratete er schon kurz darauf die höchstens 14-jährige Hildegard, die er sehr geliebt haben muss. Zumindest war das körperliche Verhältnis sehr intensiv, denn sie gebar dem Kaiser in 12 Ehejahren 9 Kinder: vier Jungen und 5 Mädchen. Kurz nach der Geburt der letzten Tochter verstarb sie im Jahre 783 mit gerade einmal 26 Jahren. Sie war es auch, die ihn auf seinen Kriegszügen selbst hochschwanger noch begleitete.

Nach kurzer Trauerzeit heiratete er ein viertes Mal, Fastrada, zu der er auch eine liebevolle Beziehung hatte. Sie schenkte dem Kaiser zwei Töchter, von denen eine nach kurzer Zeit verstarb und die zweite,Theodora,  zur Äbtissin der Abtei in Münsterschwarzach am Main wurde und dort im Jahre 853 verstarb. 

Auch Fastrada erkrankte im Jahre 794 und verstarb unerwartet im gleichen Jahr, als Theodora gerade 7 Jahre alt war.

 

Eine 5. Verbindung ging Karl mit Luitgard ein, eine Hochzeit ist nicht verbrieft, jedoch ist ihre Machtstellung von 795-800 in der Geschichtsschreibung Einhards mehrfach genannt. Doch auch diese Liebe war nicht von Dauer, denn Luitgard verstarb kinderlos und plötzlich im Jahre 800 während eines Aufenthaltes in Tours, Frankreich, wo sie in der Kirche des heiligen St. Martin beigesetzt wurde. 

 

Es ist doch eine einmalige Geschichte: Den Zenit seines Lebens hatte er mit 52 Jahren schon überschritten: als 12-facher Vater und dreifacher Witwer macht er sich im Jahre 800 auf den Weg nach Rom um dort am Weihnachtstag die Kaiserkrönung zu erleben, den Höhepunkt seiner persönlichen Wertschätzung!

Völlig faszinierend ist außerdem die Tatsache, dass dieser einmalige, einflussreiche Kaiser bis in seine 40er Lebensjahre nicht schreiben konnte. Kaiserliche Urkunden wurden mit dem sogenannten 'goldenen Strich' gesiegelt, erst danach kam es zum 'Karolus-Zeichen', auf welches wir in Aachen immer wieder treffen.

 

Seine Regentschaft für ein geeintes Europa wirkt bis in unsere Gegenwart nach, denn auch heute wird alljährlich der Karlspreis an Persönlichkeiten verliehen, die sich für Europa in besonderer Weise verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer ebenso wie seine Heiligkeit Papst Johannes Paul II., seine Majestät König Juan Carlos von Spanien und US-Präsident Bill Clinton. Die diesjährige Verleihung des Karlspreises erfolgt an den Präsidenten der Französischen Republik Emmanuel Macron.

 

Ort der Feierlichkeiten und Preisverleihung ist das Aachener Rathaus, welches  aus dem Ursprungsbau der karolingischen Palastaula hervorging und heute der Stolz des Aachener Bürgertums ist.

Im Krönungssaal des Rathauses, welches wir gegen Eintritt besichtigen können, fanden im Mittelalter durch die Jahrhunderte hinweg die Krönungsfeierlichkeiten der neuen Majestäten statt.


Dommodell für Blinde und Sehbehinderte
Dommodell für Blinde und Sehbehinderte

Wellness-Programm, Kulinarisches und Sightseeing


Eingang zur Domschatzkammer
Eingang zur Domschatzkammer

Puh, das war jetzt zum Einstieg eine ganze Menge Geschichte. Aber nur so wird man dem Stellenwert dieses Ortes und der Geschehnisse auch gerecht. Ich hoffe, es war recht interessant und aufschlussreich, für mich hat die gesamte Story das Zeug zum Block-Buster. 

 

Klar, Dom, Rathaus und Schatzkammer sollte man in jedem Fall gesehen haben. Eine wirklich gut gemachter Stadtrundgang der alle wesentlichen Sehenswürdigkeiten mitnimmt beginnt auf dem Katschhof -dem Platz zwischen Dom und Rathaus am Centre Charlemagne: Aachens Neues Stadtmuseum mit Informationen von der Jungsteinzeit bis heute. Sehenswert! 

 

Ebenfalls erwähenswert das Couven-Museum, welches uns  das bürgerliche Leben des 18. Jahrhunderts am Beispiel eines eingerichteten Wohnhauses dieser Zeit verdeutlicht.

 

Das Zeitungsmuseum ist das einzige seiner Art auf der Welt und wir lernen etwas über die Geschichte der Medien und Medienfreiheit, Medien-Manipulation und Medientechnologie.

 

Marschiertor und Ponttor sind eindrucksvolle Reste der ehemaligen Stadtbefestigung und eine Visite wert.

 

Am Elisenbrunnen, direkt gegenüber dem Theater bekommen wir Einblicke in die klassizistische Architektur der Stadt.

 

Im Alt Aachener Kaffeehaus besuchen wir eine Institution für Aachener Schleckermäulchen und genießen Patisserie, belgische Schokolade und Pralinen sowie echte Aachener Printen nach der Originalrezeptur. Das Kaffeehaus besteht eigentlich aus drei Häusern und ist im Inneren mit barocker Gemütlichkeit ausgestattet. Alte Bilder und Printenbackformen zieren die Wände seit 1765.

 

Im Alt Aachener Brauhaus, früher DEGRAA geht es herzhaft rustikal zu. Im Brauhaus typischer Einrichtung genießen wir den kühlen Gerstensaft mit Schlachtplatte, Haxe oder Grünkohl mit Mettwurst.

Leider ist die Aachener Hausbrauerei DEGRAA nicht mehr hier ansässig. Im DEGRAA-Ausschank hieß es früher werbewirksam: " Opa wurde hundertjährig, stets trank er DEGRAA-obergärig", worauf die Aachener zu frotzeln wussten: "Oma wurde 110 - hatte DEGRAA nie gesehen."

Ich komme immer wieder gerne hierher, sind doch mit diesem Brauhaus auch Jugenderinnerungen aus der Studentenzeit meiner beider Schwestern mit diesem Haus verknüpft. Natürlich gibt es auch weiterhin hier eine Hausmarke und das Ambiente ist noch genau wie damals. Einfach urgemütlich.

 

Urgemütlich ist auch Aachens älteste Gaststätte, der Postwagen, der sich an der Ostseite des Rathauses befindet und von außen fast wie eine alte Kutsche aussieht. Ein Besuch lohnt sich auch hier.

 

Gesundheit und Wellness, werden in Aachen schon immer große Bedeutung geschenkt und so kann es nicht verwundern, dass es gleich mehrere Bäder und Thermalbäder in der Stadt gibt. Zwei möchte ich besonders hervorheben: Die Elisabethhalle, ein Jugendstilbau aus der Kaiserzeit, in der es Bäder getrennt nach Frauen und Männern gab. Frisch restauriert ist dieses Bad eines der wenigen Jugendstilbäder der Bundesrepublik, in welchem man heute noch baden kann.

Zum Zweiten ist da die ganzjährig geöffnete Carolus Therme mit mediterranem Restaurant. Hier werden alle erdenklichen Sauna Aufgüsse, Massagen und  Ruhezonen drinnen wie draußen angeboten. 

 

Die Tourist-Information findet Ihr am Elisenbrunnen  und Aachens höchstes Restaurant befindet sich auf dem Lousberg. Die Räume des Drehturmes, kann man auch für Veranstaltungen wie Hochzeiten und sonstige Feierlichkeiten anmieten. Der hauseigene Caterer Mundart sorgt für das leibliche Wohl der Gäste. Einen exklusiven Brunch ab 29,90 Euro pro Person kann man hier erleben, speziell für Langschläfer.

Fazit dieser Städtetour:

Da ich mit Wohnmobil unterwegs bin, geht mein erstes dickes Lob an die Stellplatzbetreiber dieses tollen Stellplatzes. 46 großflächige Parzellen mit Stromanschluss, Wasserversorgung und Entsorgung, ein Waschhaus mit getrennten Männer- und Frauen Sanitärbereichen inklusive Warmwasserduschen ohne Aufpreis. Ein gemauerter Grillkamin und eine Grillhütte für geselliges Beisammensein. Davon kann sich  manche Stadt in Deutschland mal eine sprichwörtliche Scheibe abschneiden. Ruhig und doch zentral gelegen. 

Das Kurviertel Burscheidt mit den heißen Quellen ist einen Besuch wert und von dort geht es dann in die Stadt. Die "Königliche Kirche der heiligen Maria zu Aachen" hatte als Wallfahrtsort die gleiche Bedeutung wie Jerusalem, Rom oder Santiago. Das merkt man auch heute. 

 

Adolf Hitler war nie in Aachen und hat Kaiser Karl nicht für seinen Herrschaftsanspruch mißbrauchen können. Wahrscheinlich hatte er zu viel Respekt vor der Geschichte. Die Heiligtumsfahrt 1937, welche in seine Regierungszeit fiel, verzeichnete jedenfalls einen Besucherrekord von mehr als einer Millionen Pilger, die sich hier zum stillen Protest versammelten, was in den  Medien nicht erwähnt wurde.  Trotzdem blieb die Stadt von den Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges nicht verschont, sie wurde zu 2/3 völlig zerstört und nach dem Kriege so wieder aufgebaut, dass ihr Charme erhalten blieb - ein Verdienst der Bürger dieser Stadt.

 

Ich hoffe ich habe mit meinem ersten Blogbericht und meiner ersten Tour 2018 Euch ein wenig unterhalten können und neugierig auf eine Stadt gemacht, in der sich französischer Esprit, niederländische Deftigkeit und rheinische Fröhlichkeit vortrefflich ergänzen.

Ich wünsche Euch viel Spaß mit den neuen Touren in 2018 und freue mich sehr über Eure Rückmeldungen. 

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Jahresrückblick 2017

Der Reiseführer wird realisiert und nimmt Gestalt an

Ein Jahr voller schöner Ereignisse neigt sich dem Ende zu. Da nehme ich mir gerne die Zeit, Euch zu einer Reise durch die neu entstandenen Touren zu entführen. Alles begann im Januar 2017 mit der Planung, Ausarbeitung und Gestaltung meines Reiseblogs, dem ersten kostenlosen online-Tourguide für unser wunderschönes Bundesland NRW. Was am Ende des ersten Jahres dabei heraus kam, ist für mich eine riesige Motivation im 2. Jahr  noch mehr Touren für Euch zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Viel Spaß bei der Retrospektive, dem Lesen und Erleben mit viel Vorfreude auf ein ereignisreiches Jahr 2018!


Das Geleucht von Otto Piene in der bearbeiteten Posterversion
Das Geleucht von Otto Piene in der bearbeiteten Posterversion

Touren 1-10

Touren 11-20

Touren 21-30



Besinnliche Zeit zur inneren Einkehr im Altenberger Dom
Perfekte Harmonie im Bergischen Dom zu Altenberg

Der Blog: meine Intention, meine Philosophie-Euer Mehrwert!

Schwups, da geht das Jahr nun schon wieder zu Ende und wir sind mittendrin im allseits beliebten Jahresrückblick und damit in meinem 30. Artikel. 

Herzlich willkommen und ein ganz herzliches "Danke schön" dass Du hier bist. 

Viele schöne und interessante Blogs füllen das Internet und doch soll sich der Meinige ein bisschen von allen anderen unterscheiden. Während viele Blogger  zum  Spaß oder aus Profession schreiben, erfülle ich mir mit diesem Projekt einen Lebenstraum.

Als ich Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts mit dem Abitur durch war, hatte ich den großen Traum mit dem Reisen und dem darüber schreiben meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch es kam anders. Ich wurde Banker. Was auf Anraten meines Vaters und meiner Familie ein vernünftiger Vorschlag war,  und mir mit dem dort verdienten Geld auch das Reisen ermöglichte, entpuppte sich mit zunehmendem Lebensalter als die nicht unbedingt beste Lösung.

Angekommen im digitalen Zeitalter einer globalen Vernetzung über soziale Netzwerke nutze ich nun die Möglichkeit hier meinen Lebenstraum doch noch auszuleben und etwas nachhaltiges, bleibendes zu erschaffen. Dabei ist der Gedanke dem Gemeinwohl zu dienen und meine Touren gratis zur Verfügung zu stellen ein Faktum. Daraus sollt Ihr erkennen, dass ich vom bloggen alleine sicher nicht leben kann, aber es bleibt natürlich mein erklärtes Ziel auch dies zu schaffen.

Viele meiner Freunde haben zu mir gesagt: "Jawohl, das bist Du, durch und durch Du", " Ich höre: " Das machst Du richtig gut, es macht Spaß das zu lesen" "Damit hättest Du auch ruhig früher anfangen können" und von mir bis dato völlig unbekannten Personen bekomme ich Lob und positive Impulse. Dabei ist der Qualitätsanspruch meinerseits auch ganz klar definiert: Alles persönlich erkunden, ablaufen, abfahren ausprobieren und nur das Beste davon kommunizieren. Jeder Leser dieses Blogs soll die Möglichkeit haben einen fast perfekten Urlaubstag zu erleben - also einen Tag "Raus aus dem Alltag". Unsere Seele braucht  diese Auszeit aus dem Rennen des Alltags. Davon bin ich überzeugt.

 

Wenn ich Euch die spontane Frage stelle: "Was hast Du letzen Monat am 25. gemacht?" dann müßt Ihr schon ziemlich grübeln, wenn ihr nicht gerade an diesem Tag geboren seid. 

Wenn ich Euch aber frage "Wie war denn deine letzte Wanderung?"  dann könnt ihr mir höchstwahrscheinlich sofort eine kleine Geschichte von diesem besonderen Tag erzählen.

Und so funktioniert auch meine Reiseführer-Philosophie: einem gewöhnlichen  Tag einen außergewöhnlichen Rahmen geben, und ihn damit unvergesslich machen! Gratis!

Ein weiterer Aspekt dieser Philosophie: es muss mit jedem finanziellen Rahmen Freude bereiten, für Groß und Klein. So einfach ist es. 


Rhineside Gallery-Nur eine tolle Tour der Duisburger Trilogie
Rhineside Gallery-Nur eine tolle Tour der Duisburger Trilogie

Wen will ich damit erreichen?

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: JEDEN, der neugierig genug ist sich auf den Weg zu machen. JEDEN, der Spaß an meinen Tourenbeschreibungen hat, denn es soll, vor allen Dingen, ja schon das Lesen Lust machen auf die Touren, oder wie sagt ein Sprichwort: "Der Appetit kommt beim Essen".

JEDEN, der Spaß an Abenteuer und Geschichten hat, JEDEN der gerne fotografiert, JEDEN der seiner Gesundheit etwas gutes tun möchte, denn meine Touren helfen Euch gesund zu bleiben-nachweislich!

JEDEN, der vielleicht nicht mehr gesund ist, denn es gibt auch barrierefreie Touren: Rollies are welcome! JEDEN, der ein Wohnmobil besitzt und sich hin und wieder abseits des Mainstreams bewegen möchte: es gibt Stellplatz-Tipps und Camping-Tipps bei jeder Tour. JEDEN, dessen finanzielle Spielräume nicht so üppig sind, denn meine Touren enthalten nicht nur HIGH-END Empfehlungen, sondern auch LOW-BUDGET Empfehlungen. Ich möchte JEDEN erreichen, der sich für einen Urlaub in NRW interessiert und JEDEN, der in NRW wohnt und mal dem Alltagstrott entfliehen möchte. 

Und natürlich möchte ich auch JEDEN erreichen, der Geld genug hat sich etwas Außergewöhnliches zu leisten; ebenso JEDEN, der einen Sinn darin sieht mich bei diesem Projekt finanziell zu unterstützen, sei es monetär oder vielleicht durch Einladungen zu bestimmten Events oder Locations. Ihr seht, ich habe meine Zielgruppe ganz klar definiert -und DU bist heute schon dabei. 

Rückblick und Vorausschau

2017, definitiv das erste, aber nicht das letzte Jahr meines Life-Time-Projects, hat am Ende 30 einmalige Touren hervorgebracht, die hier im Blog veröffentlicht sind.  Das sind neben meinem Jahresurlaub, welcher mich dieses Jahr mit unserem Wohnmobil in immerhin 8 Länder des europäischen Kontinents führte über 30 zusätzliche Urlaubstage. 

Da mag mancher Leser denken: "Das ist ja eine ganze Menge" Ja und nein. Das Jahr hat 52 Wochenenden und 104 Wochenendtage. Dazu kommen die gesetzlichen Feiertage und die regulären Urlaubstage. Von Überstunden rede ich gar nicht. Nein,  ich bin nicht dauernd unterwegs, schön wäre es zwar, aber man muss es sich auch leisten können.

30 Touren bedeuten eine ganze Menge zusätzlicher Lebensqualität, und das schafft Ihr auch, davon bin ich überzeugt. Lasst es nicht bei dem Spruch bewenden: "Gebe jedem Tag die Chance der schönste Deines Lebens zu werden",  -es ist nie zu spät dafür! 

 

Der Blog hat mein Leben verändert, und wenn er Eures verändert, macht mich das froh und glücklich. Der Zuspruch ist jedenfalls beachtlich. Ich darf mich bedanken für knapp 19.000 Aufrufe und interessierte Menschen, die ich gerne auch im kommenden Jahr herzlich einlade bei mir mal wieder reinzuschauen! 

Dabei fehlte es mir komplett an einem Werbebudget oder einflussreicher Hilfestellungen. Das darf sich 2018 ändern. Ich hoffe die Qualität meiner Tourberichte gefällt Euch und ich versprechen mindestens die gleiche Anzahl auch in 2018 für Euch auszuarbeiten. 

Mein Kopf ist schon voller Ideen und ich bin voller Vorfreude.  

 

Ich wünsche allen Lesern einen guten Übergang in das neue Jahr mit viel Glück, Gesundheit, Erfolg und ereignisreichen Touren.

Auch zukünftig wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen und Erleben und freue mich riesig darüber von Euch zu hören. Vielleicht sieht man sich hier oder dort auch persönlich einmal. 

Es grüßt herzlichst Ihr/Dein 

Matthias Berns


Das Blog-Cover entstand bei einer Foto-Tour durch Düsseldorf im Januar
Das Blog-Cover entstand bei einer Foto-Tour durch Düsseldorf im Januar

Sommerimpressionen im Nationalpark Eifel
Sommerimpressionen im Nationalpark Eifel

Der Herbst ist gekommen, hier im Botanische Garten in Solingen mit phantastischen Spiegelungen
Der Herbst ist gekommen, hier im Botanische Garten in Solingen mit phantastischen Spiegelungen

Winterwanderung im Bergischen Land-ein Träumchen
Winterwanderung im Bergischen Land-ein Träumchen
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Advent, Advent ein Lichtlein brennt....

Mit dem Wohnmobil ins Wintermärchen

Der Advent ist gekommen. Daheim wird alles festlich geschmückt, überall locken die Weihnachtsmärkte mit ihren Angeboten die Besucher an. Eine schöne Stimmung beseelt uns, die kalte Jahreszeit  bringt mit den kurzen Tagen ein bisschen mehr Besinnlichkeit in unser Alltagsleben. Zeit also, für eine Kurzreise mit dem Wohnmobil ins Wintermärchen. 


Aussicht vom Wohnmobilstellplatz in Bad Hönningen
Aussicht vom Wohnmobilstellplatz in Bad Hönningen

Anfahrt

Die erste Zieladresse für unseren Wohnmobiltrip lautet:

  • Allée St. Pierre les Nemours 1, 53557 Bad Hönningen

Die zweite Zieladresse lautet:

  • Linzhausenstraße, 53545 Linz am Rhein

Die dritte Zieladresse lautet:

  • Alte Brauerei Steffens: St. Severinsberg 1, 53547 Kasbach-Ohlenberg

Von der Kölner Domplatte bis nach Bad Hönningen zum Wohnmobilstellplatz sind es 62 Kilometer und 52 Minuten Fahrt.

 

Die Anreise kann auch mit der Deutschen Bahn und öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen. Königswinter, Linz, Unkel und Bad Hönningen haben einen Bahnhof.

Highlights

Hier sind sie wieder die Highlights, die diesen Ausflug -nicht nur zur Adventszeit- so erlebenswert machen:

  • Kristall-Rheinpark-Therme in Bad Hönningen, Wellnessprogramm vom Feinsten!
  • Weihnachtsmarkt in der Linzer Altstadt, ein Tipp der sicherlich noch nicht so überlaufen ist: mit Foltermuseum und Burg in der Altstadt
  • Nostalgischer Weihnachtsmarkt in der alten Brauerei Steffens im Kasbachtal: hier geht es zurück in die gute alte Zeit!
  • Die Erpeler Ley, ein Höhepunkt am Mittelrhein im wahrsten Sinne des Wortes
  • Ein Geheimtipp, der wirklich noch ein Geheimtipp ist und sich im Text versteckt
  • Schloss Arensfels ein Märchenschloß im romantischen Rheintal.
  • Weihnachtsstimmung, Lichterglanz, Wein und kulinarische Erlebnisse

Nützliche Weblinks

Hier sind wieder die üblichen weblinks, passend zum Kontext dieser Tour mit noch mehr Hintergrund und Informationen über Öffnungszeiten und saisonale Preise, die uns die Vorbereitung auf diesen Ausflug so angenehm einfach gestalten lassen:

  • Wohnmobilstellplatz an der Kristall Therme und am Campingplatz in Bad Hönningen mit gratis w-lan und Brötchenservice: Homepage hier klicken
  • Kleiner preiswerter Wohnmobilstellplatz in Linz für 5 Wohnmobile, Hunde erlaubt! Homepage hier klicken.
  • Ein kalter Tag auf dem Weihnachtsmarkt und dann gemütlich in der Therme entspannen. Eine der schönsten im Rheintal liegt gleich neben dem ersten Stellplatz, Die Kristall-Rheinpark-Therme: hier geht's zum Genuss
  • Hoch über Bad Hönningen erhebt sich das malerische Schloß Arensfels, ein Besuch ist obligatorisch. Wer hinauf wandert, darf den schloßeigenen Wein degustieren. Mehr dazu findet Ihr auf der Schloss-Homepage,  hier klicken.
  • Das Kasbachtal und die Alte Brauerei Steffens haben einen Nostalgischen Weihnachtsmarkt und eine dazu gehörige Homepage, hier klicken


Schloss Arensfels im Herbst
Schloss Arensfels im Herbst

Fast Italien, Fassade der Alten Brauerei im Kasbachtal im Herbst
Fast Italien, Fassade der Alten Brauerei im Kasbachtal im Herbst

Wer, wie ich aus dem Norden über die A 3 anreist um dann die Abfahrt bei Königswinter zu nehmen, kommt an einem Highlight nach dem nächsten vorbei. Ab Königswinter bis Bad Hönningen reihen sich so viele Ausflugsziele beiderseits des Rheins aneinander, dass man hier gut und gerne eine Woche verbringen könnte. So viele schöne Ziele auf so kurzem Raum liegen hier wie Perlen an einer Kette auf weniger als 50 Kilometer Luftlinie, dass dieser Blogbericht nicht ausreicht um alle zu berücksichtigen. Vielleicht nenne ich mal einige, denen wir später in einer anderen Tour noch mehr Beachtung schenken werden:

  • Das Schloss Kommende bei Ramersdorf, mit seiner märchenhaften Zuckergussfassade ist meine High-End-Adresse zum Übernachten für Reisende ohne Wohnmobil. Wirklich sehenswert mit schönem Restaurant und im Sommer mit Aussichtsterrasse auf den Rhein in Richtung Bonn. Hier geht es zur Homepage
  • Klosterruine Heisterbach, einst bedeutendes Kloster im Rheintal, heute beliebtes Ausflugsziel und Einkehrmöglichkeit mit Wanderparkplatz
  • Der Drachenfels in Königswinter mit Zahnradbahn, Burgruine, Restaurant, Rheinsteig und fantastischer Aussicht.
  • Rhöndorf, altes Fachwerkdorf mit Adenauer-Haus, Museum, Skulpturen und Kanzlergrab auf dem Friedhof.
  • Unkel, einst Wohnsitz Willy Brandts, ein historischer Ortskern mit gemütlichen Weinstuben.
  • Erpeler Ley, ein Aussichtspunkt, mit dem Auto kann man hinauf fahren, mit meinem kleinen Hymer Camp 57 war ich auch oben, aber sehr enge Serpentinen, mit Gasthaus und Zeppelin-Gedenkstein.
  • Herrlichkeit Erpel, kleines Fachwerkdorf mit urigem Dorfplatz 

Diese Liste könnte noch um viele weitere Sehenswürdigkeiten verlängert werden,  wir fahren heute jedoch bis in das Kasbachtal um die urige Alte Brauerei Steffens zu besuchen. Hier verbindet sich eine Erlebnisgastronomie mit einem Nostalgie-Weihnachtsmarkt. Lasst Euch überraschen!

 

 

Fernsicht im Winter vom Drachenfels
Fernsicht im Winter vom Drachenfels

Die Eindrücke bei einer Fahrt durch das Rheintal kann man zu jeder Jahreszeit einfach nur als einmalig bewerten. Nicht umsonst stehen wir hier im von der UNESCO geadelten Weltnaturerbe!

 

Der nostalgische Weihnachtsmarkt im Kasbachtal, organisiert durch die Familie Runkel, galt vor einiger Zeit noch als Geheimtipp, inzwischen jedoch nimmt der Besucherstrom wegen der schönen Atmosphäre von Jahr zu Jahr weiter zu. Überlaufen ist es dennoch nicht, gut beraten ist man jedoch damit einen Tisch zu reservieren, wenn man in der Erlebnisgastronomie am Wochenende speisen möchte. Für mich zählt diese Location und der schöne Markt zu den schönsten im Rheintal.

 

Von hier aus geht es weiter nach Bad Hönningen zum Stellplatz. Wir erreichen diesen nach nur wenigen Autominuten und haben auf dem Hinweg nun schon die Stadt Linz links liegen gelassen. Wir genießen den schönen Stellplatz und orientieren uns erst einmal. Wer ein paar Euro mehr ausgeben möchte steht auf dem Campingplatz mit etwas Glück in der ersten Reihe.mit freiem Blick auf den Rhein und die gegenüberliegenden Berghänge, die romantisch von einer Burg bekrönt werden. Mit einem Besuch der Therme beschließen wir diesen ersten Tag voller schöner Eindrücke. Die Therme hat ganzjährig,  außer an Weihnachten (24.12.) geöffnet, sogar an Silvester und Neujahr, sowie an den Wochenenden bis 23:00 Uhr. In der Therme gibt es auch einen schönen Gastronomie-Bereich.

 

Am nächsten Morgen beginnt der Tag mit frischen Brötchen und heißem Kaffee. Verschiedene herausragende Möglichkeiten stehen auch am zweiten Tag zur Disposition. Die Stadt Bad Hönningen blickt auf eine lange Geschichte zurück und bietet ebenfalls einen nostalgischen kleinen Weihnachtsmarkt. Neben dem Besuch der Therme ist zweifelsohne der Besuch des Schlosses Arensfels, welches bereits 1258 urkundlich erwähnt wurde, sehr empfehlenswert. 

 

Man kann wahlweise mit dem Auto bis zum kostenlosen Schlossparkplatz hinauffahren, oder auch hinauf wandern durch die Weinberge. Von der Terrasse des Schlosses welche sich zum Rheintal hin öffnet, hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt und den Rhein. Wanderwege führen hier durch die Weinberge und man kann von hier auch prima in den Rheinsteig einsteigen und eine Etappe wandern, in dem man vom anvisierten Zielort ganz einfach mit der Bahn zum Start zurückfährt.

Auf der Schlossterrasse im Herbst
Auf der Schlossterrasse im Herbst

Schloss Arensfels ist -anders als beispielsweise Schloß Burg auf dem Drachenfels- mit seinem Weihnachtsmarkt ein tatsächlicher Geheimtipp. Hier findet ab dem 02.12.2017 jeweils Samstags und Sonntags von 12:00 Uhr bis 19:00 Uhr der Adventsbasar statt. 

 

Eine verträumte Location, mit einigen ausgesuchten Ständen und einem beheizten Pavillion. Dazu Wein im Ausschank vom Schlossberg und Wild aus der Wildkammer des Schlosses auf dem Grill. Eierpunsch, heißer Kakao, Glühwein, frische Waffeln und Flammkuchen - hier finden wir abseits des Trubels der Weihnachtsmärkte unserer Ballungszentren einen wahrhaft romantischen, kleinen Ort zum entspannen und genießen.

 

Da möchte man gar nicht mehr woanders hin und nach 19:00 Uhr bleibt uns dann der Rückweg zum Wohnmobil. Ich hoffe Ihr habt an die Taschenlampen gedacht.

 

Dann haben wir auf jeden Fall noch einen Abstecher zur Erpeler Ley und zum romantischen Weihnachtsmarkt der alten Fachwerkstadt Linz auf dem Programm. In Linz lassen wir unser Auto, oder das Wohnmobil auf einem der ausgewiesenen Parkplätze zurück, denn der gesamte Ortskern bis hinauf zum quadratischen Marktplatz ist für den Verkehr gesperrt. 

 

Ein Highlight des Linzer Weihnachtsmarktes ist sicher die Glasbläserkunst, die es in der alten Burg zu bestaunen und käuflich zu erwerben gibt. In der Stadt finden wir auch einige Lokale zur Einkehr, die einen rustikalen Charme ausstrahlen. Das Foltermuseum lässt das finstere Mittelalter wieder auferstehen und dürfte für die Kinder eine spannende Abwechslung sein. Die Weihnachtshäuschen stehen am Markt dem Rathaus gegenüber, wo uns der Weihnachtsmann empfängt. Es macht einfach Spaß durch die Gassen und Buden zu schlendern.

 

Bevor wir die Heimreise nach einem wirklich spannenden und entspannendem Wochenende antreten, sollten wir es nicht versäumen, die Weitblicke auf den Rhein von der Erpeler Ley zu genießen. Zugig ist es im Winter hier oben, und wir wissen es schon heute: wir kommen im Sommer ganz bestimmt wieder!


Blick von der Erpeler Ley im Winter
Blick von der Erpeler Ley im Winter

Fazit dieser Wohnmobil-Tour in das Wintermärchen:

Wie fasse ich diese Kurzreise nun zusammen? Wellness, Wild und Wohnmobil zu Weihnachten im Weltnaturerbe?  Warum nicht?! Therme, Tratsch und Trubel?

Tatsächlich, das passt auch! Geniessen, Geschichte und alte Gemäuer. Genau!

Also, wenn Ihr Euch durch diese Schlagworte irgendwo angesprochen fühlt, dann solltet Ihr diese Tour einfach mal ausprobieren. Ihr werdet auf viel Neues, Altbekanntes und erstaunlich Interessantes treffen. Eurem Tatendrang sind hier wenige Grenzen gesetzt, selbst wenn das Wetter mal gar nicht mitspielen sollte.  Auch bei dieser Tour genau zu den Tagen an denen es am meisten nass, kalt und grau ist gebe ich Euch meine bescheidene Botschaft mit auf den Weg: " Man muss sich nur auf den Weg machen, schön wird es von ganz alleine." 

Ich wünsche allen Bloglesern, Wohnmobil-Freunden und Wanderern eine schöne, friedliche und besinnliche  Adventszeit.



Hier noch einige Eindrücke von dieser tollen Tour:

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Die Waldsee-Wanderung mit Weitblick

2017: Zehnjähriges Jubiläum: Das Geleucht von Otto Piene

Teil 3 unserer Wanderungen im Duisburger Westen zieht uns heute auf eine kleine und doch erlebnisreiche Waldsee-Runde, die durch den Aufstieg zur ältesten Halde am linken Niederrhein und dem Besuch des größten Montan-Kunstwerkes der Welt gekrönt wird.


Das Geleucht- das größte Montankunstwerk der Welt
Das Geleucht- das größte Montankunstwerk der Welt

Anfahrt

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte zur Zieladresse beträgt 79 Kilometer und dauert ca. eine Stunde.

 

Hier die Zieladresse zur Navigation:

 

Kostenloser Waldparkplatz an der 

Orsoyer Allee 45

Duisburg


Adresse Antiquitäten Stermann:

Grafschafter Straße 154

47199 Duisburg


Wer nach dieser kurzen Wandertour die Zeit sinnvoll nutzen möchte um am Abend das Geleucht noch angestrahlt zu erleben ist mit einem Ausflug in die Moerser Altstadt gut beraten. Diverse Parkhäuser und Parkplätze sind (kostenpflichtig) vorhanden.


Die Zuwegung zur Halde sind ab Gutenbergstraße bedingt barrierefrei. Eine besondere Herausforderung sind nun mal Steigungen und Unebenheiten. Wer das Geleucht dennoch besuchen möchte, kann eine Ausnahmeerlaubnis und den Schlüssel zum Befahren des Fußweges mit dem Auto erhalten.

Informationen hierzu unter Telefon: 02841/201-227

Highlights

Hier sind sie wieder: die Highlights, die unsere Tour zu einem gelungenen Urlaubstag vom Alltag werden lassen:

  • Unumstrittenes Tages-Highlight: Das Geleucht am Tag mit fantastischer Fernsicht und Abends nach Einbruch der Dunkelheit stimmungsvoll angestrahlt.
  • Antiquitäten Stermann, eine Zeitreise durch die Geschichte auf einem wirklich bemerkenswertem Hof. Sehr zu empfehlen.
  • Restaurant Casa Castillo: Restaurant und Tapas, mediterrane Speisen und im Sommer Spanferkel-Essen ein Spezialtipp von meiner Mitwanderin Ilka - Danke schön dafür!
  • Moerser Innenstadt (ca. 4 Kilometer ab Parkplatz): gemütliche Altstadt mit Wallanlagen aus dem Mittelalter und schönen Spazierwegen im Park aus dem 19. Jahrhundert mit altem Baumbestand.
  • Diese Tour ist perfekt kombinierbar mit meiner Blogtour NR. 26

Eine Literaturempfehlung von mir:

 

Gipfelstürmen in der Metropole Ruhr. Haldenerlebnisse bei Tag und Nacht.

 

Eine kostenlose 76-Seitige Broschüre zum bestellen oder Gratis-download, hier.

Nützliche Weblinks

Einige Weblinks habe ich für Euch recherchiert, von denen ich meine, dass Sie Euch die Tagesplanung erleichtern werden. Selbstverständlich sind hier aufgrund der räumlichen Nähe zu Tour 26 die weblinks dort ebenso gültig:

  • Das größte Montankunstwerk der Welt verfügt natürlich über eine eigene Homepage: www.das-geleucht.de
  • Die erste Adresse für Antiquitäten in Duisburg, bereits seit 1990: Homepage: www.antik-stermann.de
  • Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln planbar unter der vrr-Homepage (bedeutet Verkehrsverbund Rhein-Rhur)
  • Restaurant Casa Castillo: Speisekarte, Öffnungszeiten und alles andere findet Ihr hier
  • Lust auf Kneipe, Kultur, Comedy, Konzerte oder Disco? Alles unter einem Dach möglich im Kultgasthof "Schwarzer Adler" in Rheinberg-Vierbaum. Reinschauen lohnt sich. Die Preise sind auf dem Teppich geblieben.
  • Ein ergänzender Wohnmobilstellplatz für 11 Mobile findet sich in der Moerser Innenstadt. Zwei weitere Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Wohnmobil findet Ihr bei Tour 26 in unmittelbarer Nähe

 



Herbstliche Stimmung am Waldsee
Herbstliche Stimmung am Waldsee

Charakteristik der Tour:

 

Bei der heutigen Kurzwanderung handelt es sich um eine aussichtsreiche und kulturell sehr erlebenswerte Rundtour von 4,9 Kilometern Länge. In gut 1:30 Stunde ist diese zu schaffen. Dabei ist aufgrund des pfadigen Wegeverlaufes und wegen der anschließenden Besteigung der ältesten  renaturierten Halde des Ruhrgebietes festes Schuhwerk sehr zu empfehlen. Besonders jetzt im Herbst können die Wege durch Laub und Nässe rutschig, sogar etwas matschig sein.

 

Es bleibt also Zeit genug den Tag mit einem ausgiebigen Frühstücksbrunch zu beginnen -meine Empfehlung hierfür ist das Haus Rheinblick in Duisburg Baerl- um dann nach diesem Verdauungspaziergang- der Altstadt von Moers noch einen Besuch abzustatten. Wer schon einmal reinschauen möchte: die Stadt Moers bietet auf ihrer Homepage ganz aktuell einen 360 Grad Rundwanderweg durch die Altstadt. Vor Ort findet ihr überall sehr informative Hinweistafeln zur Stadtgeschichte.

 

Verlauf der Wanderung:

 

Die Wanderung startet am kostenlosen Wanderparkplatz an der Orsoyer Allee, wo wir auch ein Wohnmobil abstellen dürfen. Wir folgen der Orsoyer Allee in nordöstlicher Richtung mit der Wanderwege-Kennzeichnung A 9 überqueren wir nach rechts die Bahnlinie und gelangen so nach wenigen hundert Metern an den  Waldsee. 

 

Der See erstrahlt in Blau und gibt den Blick auf die umliegenden Ufer und die Halde Rheinpreußen frei, die jetzt in herbstlichen Farben besonders bunt erscheint. Wolken jagen über den Himmel, ich habe heutet Glück mit dem Wetter, während in Norddeutschland soeben der Fernverkehr der Deutschen Bahn eingestellt wurde wegen starker Herbststürme - Glück muss man haben.

 

Der See gibt uns den Weg vor. Wir umrunden auf schmalen Pfaden den See im Uhrzeigersinn und bleiben immer wieder stehen um die Natur zu genießen. Wäre da nicht die Akustik der nahen A 42, wir würden nicht glauben, mitten im Ruhrgebiet zu sein.


Himmelblau und Wasserblau - hier kann man im Sommer auch schön picknicken.
Himmelblau und Wasserblau - hier kann man im Sommer auch schön picknicken.

Noch vor der Halbinsel am südlichen Ufer entfernen wir uns vom Waldsee und beginnen den Anstieg auf die Halde Rheinpreußen. Dabei steigen wir zunächst über den Osthang durch den Wald hinauf auf (ACHTUNG: keine Wegekennzeichnung!), jedoch mit guter Orientierung problemlos zu schaffen, denn es geht auf Wanderwegen ab hier nur noch in Kehren bergauf. Kleine Hilfe: während der See hinter unserer rechten Schulter aus unserem Blickfeld verschwindet sehen wir vor und eine Wegkreuzung an der wir uns erst links und sofort die erste Möglichkeit rechts halten, Ab hier beginnt der Aufstieg.

 

Nach 98 Höhenmetern sind wir oben angekommen. Fantastische Weitblicke auf Duisburg, den Rhein, den Baerler Busch und den umrundeten Waldsee eröffnen sich dem Betrachter. Es ist ganz schön windig hier oben, da macht sich die warme Kleidung bezahlt.

 

Und natürlich stehen wir jetzt am Geleucht und betrachten die überdiemensionale Bergmannslampe in ihrem frisch sanierten leuchtenden Rot.

 

Vor genau 10 Jahren, am 17.09.2007 war es, als die fertige Landmarke in Gegenwart des Künstlers Otto Piene feierlich eingeweiht wurde.

Wir stehen heute vor dem größten Montankunstwerk der Welt

 

"Was ist eigentlich eine Halde?"

 

So werden manche Kinder fragen und die Antwort ist recht einfach: Damit die Menschen Rohstoffe wie Eisenerze und Steinkohle abbauen konnten, begann man vor mehreren Hundert Jahren diese in Bergwerken abzubauen. 1851 wurden erste Erkundungen nach diesen Rohstoffen vorgenommen und man wurde auf dem Zechengelände der Zeche Rheinpreußen fündig. So grub man sich entlang der Rohstoffvorkommen immer weiter und tiefer durch die Erde. Diese Arbeiten waren sehr gefährlich und es brauchte mutige Männer, die sich bereit erklärten mit dieser Arbeit ihren Tagelohn zu verdienen. Sie brachten immer mehr Abraum (Erde und Gestein) an das Tageslicht und schichteten so von 1851 bis zur Stilllegung der Halde 1990 unfassbare 21,1 Millionen Kubikmeter auf. Heute stehen wir also auf einem Berg von 103 Metern Höhe, der durch Menschenhand entstand. 


kurzportrait: der künstler Otto piene und die Bedeutung des Geleuchts

Otto Piene  wurde 1928 in Laasphe/Westfalen geboren und verstarb  am 17. Juli 2014 in Berlin. Er war ein bedeutender Künstler der deutschen Nachkriegsgeschichte und Mitbegründer der Künstlergruppe ZERO, zu der so namhafte Künstler wie  Heinz Mack und Guenter Uecker gehörten. Er gilt als Wegbereiter der Licht-, Luft und Feuerkunst und wurde im Verlaufe seines langen künstlerischen Schaffens mit vielen Ausstellungen und  Auszeichnungen bedacht, welche ihm hohe internationale Anerkennung einbrachten.

Das Geleucht stilisiert  eine überdimensionale  30 Meter hohe, begehbare Bergmannslampe und verweist in ihrer Symbolik zum einen auf den gefahrvollen Broterwerb des Bergmannes unter Tage, der Grubenarbeit,  und zum anderen auf die Kohle als Quelle von Wärme und Energie durch Feuer.

Da in unserer Region der Bergbau nach Schließung der meisten Zechen in den 1980-1990er Jahren zum erliegen kam, wollte Piene den Bergleuten der vielen ehemaligen Zechen der Region ein liebevolles Denkmal setzen. Dazu bot sich die renaturierte Halde Rheinpreußen an, da der Kommunalverband Ruhr Ende der 90er Jahre beschloss im Rahmen des Strukturwandels unserer Heimat die stillgelegten Halden einer neuen Nutzung zuzuführen und sie somit der Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Hieraus entstanden mit den Jahren prägende Landschaftsmarken im Ruhrgebiet, die durch die Route der Industriekultur miteinander verbunden wurden. Die Halde Rheinpreußen zählt unter den vielen entstandenen Halden mit dem Geleucht zweifelsohne zu den besuchenswertesten in NRW.


Weiterer Verlauf: Vom der Halde erblicken wir den Waldsee, welchen wir fast umrundet haben. An dieser Seite nehmen wir den Serpentinenweg die Halde hinunter und gelangen mit diesem zu einem Parkplatz. Der Zufahrtsstraße folgen wir hundert Meter nach links und kommen mit einem Trampelpfad rechts ab wieder durch den Wald direkt bis an den See heran. Diesem folgen wir bis zu der Stelle, wo wir den See erstmals erreichten und folgen nun dem uns bekannten Hinweg zu unserem Parkplatz zurück. 

 

Der besondere Tipp zum Schluss und ganz aktuell: Das frisch sanierte Geleucht können Teilnehmer bei einer Führung am kommenden Samstag, den 04.November 2017 erleben. Diese beginnt um 18:30 Uhr am Clubhaus der "Freien Schwimmer", Römerstraße 790. Gästeführer Karl Brand erläutert die Hintergründe des Kunstwerkes. Für die rund zweistündige Tour benötigt man festes Schuhwerk und eine Lampe. Anmeldung: Stadtinfo Moers Marketing unter 02841/88 22 60. Die Teilnahme an der Führung kostet für Erwachsene 5,00 Euro, Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahre zahlen die Hälfte. Weitere Informationen unter www.moers.de

 

Mein ausdrücklicher und herzlicher Dank geht an Ilka, einer Wanderin, die ich auf der Tour zufällig traf und mit ihr ins Gespräch kam. Von ihr stammen zwei Tipps hier in der Bloggeschichte: das Restaurant Casa Castillo und die Infos zur Nachtführung. Danke Dir Ilka!


MOERS -Geschichtsträchtige Altstadt am schönen Niederrhein

Nach der Wanderung hatte ich noch etwas Zeit. Meine Planung sah folgendes vor: Ich wollte das Haldenerlebnis nach Einbruch der Dunkelheit illuminiert erleben. Ein Blick auf die google-Auskunft verriet mir, dass der Sonnenuntergang heute, am ersten Tag der Winterzeit, um 17:12 Uhr stattfinden sollte.

 

So hatte ich noch gut drei Stunden Zeit in das nur 4 Kilometer entfernte Moers zu fahren. Nach 10 Minuten parkte ich meinen PKW in der gepflegten Altstadt und unternahm einen wunderschönen Spaziergang durch den Moerser Stadtpark aus dem 19. Jahrhundert. Über die mittelalterlichen Wallanlagen und Gräben  ging  es durch den herbstlich bunten Park zum Moerser Schloss und von dort durch die Fußgängerzonen in die Altstadt.

 

Zahlreiche Restaurants und Cafés lockten mit ihren Angeboten und so konnte ich mich hervorragend bei einer heißen Tasse Kaffee mit Kuchen im Café Extrablatt aufwärmen. Bei der Rückfahrt zum Geleucht  nahm ich die Auffahrt zur Halde ab Gutenbergstraße, die auch gut ausgeschildert bis kurz unterhalb der Haldenspitze führt. Dort konnte ich auf einem weiteren kostenfreien Parkplatz mein Fahrzeug zurücklassen und die letzten 800 Meter zu Fuß gehen.  Zum Ende dieses wirklich gelungenen Tages war dies der krönende Abschluß. Mit tollen Bildern von einem herbstlichen Tag kam ich zu Hause an und dachte beim Blick in die abendliche Tagesschau. "Glück muss man haben!"

Da bleibt mir nur der Gedanke Euch ebenso tolles Wetter und Endrücke zu wünschen. Viel Spass mit dieser Tour und bei der nächsten entführe ich euch in die WWW. Nein, nicht was ihr jetzt denkt: world-wide-web, sonder "Wasser-Wander-Welten" an die niederländische Grenze.

Aber das ist eine andere Geschichte. Bis bald und vielen Dank an Alle, die meinen Blog so zahlreich und hilfreich unterstützen. Ihr seid die Besten!

Das Moerser Schloß in der Altstadt
Das Moerser Schloß in der Altstadt

hier noch einige Eindrücke vom meiner Tour:

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Wasser-Wander-Welten

Eine Wanderung im niederländischen Grenzbereich

Es war eigentlich ein zwielichtiger Tag. Keine richtige Sonne, aber auch kein Regen. Viele Wolken, aber meist trocken. Typisch Niederrhein! Was macht man an einem solchen Tag, wenn man Lust hat etwas zu erleben und sich zu bewegen? Da gibt es in NRW unendliche Möglichkeiten (im Ernst!). Ich entschied mich für eine Tour auf den Wasser-Wander-Welten in der westlichsten Region Nordrhein Westfalens. Und ich war sehr angenehm überrascht- aber seht selbst!


Der Herbst ist gekommen - Kürbiss- Ausstellung auf der aktuellen Tour
Der Herbst ist gekommen - Kürbiss- Ausstellung auf der aktuellen Tour

Anfahrt

Die Anfahrt dauer von der Kölner Domplatte zur ersten Zieladresse gut eine Stunde und es sind 89 Kilometer  bis zur

 

Brasserie De Hoeskamer

Rothenbacherweg 7

6063 NJ Vlodrop

 

alternative Adresse:

 

Gitstappermolen

Gitstappermolenweg 

Vlodrop, Niederlande

 

Beide Adressen liegen einen Steinwurf hinter der Deutsch-Niederländischen Grenze, direkt am Niederländischen Nationalpark De Meinweg gelegen. Hier finden sich kostenlose Wanderparkplätze für PKW und Wohnmobile.

 

Zieladresse Romantik Hotel Kasteel Daelenbroeck:

 

Kasteellaan 2

6075 EZ Herkenbosch

Highlights

Hier kommen Sie, die Highlights dieser Tour, die den Aufenthalt zu einem runden Urlaubstag vom Alltag werden lassen:

  • Die Wanderung Nr. 6 der "Wasser-Wander-Welten", ausgezeichnet als Premiumwanderweg des Deutschen Wanderverbandes.
  • Stadt Roermond: riesiges Outlet-Center zum shoppen und gemütliche Altstadt mit Marktplatz
  • Kasteel Daehlenbrock, knisternde Kamin-Romantik in einem der schönsten Romantik-Hotels der Niederlande, direkt am Wanderweg gelegen
  • Fitness-Parcours, ausgewiesene Nordic-Walking Routen ab Gitstappermolen ein erfolgreiches Programm gegen den Winterspeck!
  • Der niederländische Nationalpark "De Meinweg" ist ein Rückzugsgebiet für seltene Tier- und Pflanzenarten. Urwüchsige Heidelandschaft und Torfkuhlen mit Binnendünen. Erschlossen mit Wander- und Radwegen- einmalig schön.

Nützliche Weblinks

Hier kommen sie, die nützlichen Weblinks, die zu dieser Tour passen und Euch den Aufenthalt so einfach wie möglich gestalten:

  • Das Romantik-Hotel für schöne Erlebnisse zu zweit garantiert eine Auszeit aus dem Alltag. Sehr schöne Homepage, bezahlbare Zimmer und ein empfehlenswertes Restaurant- meine HIGH-END Variante für heute.
  • Wohnmobilstellplatz, sehr günstig am Parkbad Wassenberg nur wenige Minuten entfernt.
  • Wellness nach der Wanderung? In unmittelbarer Nähe befindet sich das Parkbad Wassenberg.
  • Das Shopping-Erlebnis im Outletcenter Roermond, vorab informieren auf der Homepage hier.
  • Die Homepage der Wasser-Wander-Welten hält für Euch diese und weitere acht ausgezeichnete Wanderungen parat mit Gratisflyern zum Download.


Die Gitstapper Mühle wird seit rund 1.000 Jahren als Wassermühle genutzt. Auch heute noch wird hier Korn gemahlen.
Die Gitstapper Mühle wird seit rund 1.000 Jahren als Wassermühle genutzt. Auch heute noch wird hier Korn gemahlen.

Charakteristik der Tour:

 

Die Rundwanderung Nr. 6 "Rode Beek" der Wasser-Wander-Welten war heute mein erklärtes Wanderziel, denn bisher habe ich den Niederrhein bei meinen Blogtouren doch ziemlich vernachlässigt. Und das hat diese Landschaft nicht verdient, denn es ist wirklich einmalig schön hier. 

 

Die Tour ist mit 11,5 Kilometern als Rundtour unverlaufbar ausgeschildert mit einem durchgehenden Wanderlogo und Hinweisschildern über noch zu laufende und bisher zurückgelegte Distanzen. Einkehrmöglichkeiten sind reichlich vorhanden am Start in den Gitstappermolen in Rothenbach, oder im Restaurant des Kasteel Daehlenbrock.

 

Somit handelt es sich um eine familienfreundliche Halbtages-Tour, die problemlos in 3-4 Stunden zu schaffen ist. Der Weg führt uns durch die abwechslungsreiche Grenzregion zwischen Niederlande und Niederrhein und läßt uns so ein grenzenloses Europa sprichwörtlich erleben und erwandern.

 

Die Wasser-Wander-Welten gehören zu den besten Rundwegen Deutschlands und wurden vom Deutschen Wanderverband zu Premiumwanderwegen ernannt und ausgezeichnet. Dafür müssen diese Wege eine Vielzahl von Kriterien erfüllen, um diese Auszeichnung überhaupt zu erhalten. Alle Touren dieser Art sind auf einer eigens erstellten Homepage für Wanderer zusammengestellt und beschrieben worden. Diese lautet www.premiumwanderwelten.de Ganz klare Empfehlung, denn diese Seite macht Wanderer sicher süchtig. Das war jetzt aber keine Empfehlung zum Fremdgehen, nur gucken -nix anfassen!

 

Hochspektakulär geht es deswegen auf "Rode Beek" nicht zu, sondern im Sinne einer Entschleunigung eher ruhig und beschaulich. Wald und Wiesenlandschaften wechseln sich ab mit Pfaden und Wirtschaftswegen. Es geht vorbei an einem See an der Rur und durch den Grenzwald, in dem in der Saison die Pilze sprießen. Los geht's ich nehme Euch einfach mit auf diese schöne Runde.

 

 

Tourbeschreibung:

 

Es kann ja nicht schaden Euch darauf hinzuweisen, dass die Homepage kostenlose Flyer und damit auch Kartenmaterial zur Verfügung stellt. Aber es geht natürlich auch ohne, denn z.B. am Kasteel Daehlenbroeck steht auch eine große Wandertafel und der Weg ist durchgehend ausgeschildert.

 

Wir starten an der Gitstapper Molen und sind dabei auch schon gleich das erste Mal über die Grenze gehuscht. Dort finde wir ausführliche Informationen zum Nordic Walking und schöne Routen dafür in unterschiedlicher Länge für unterschiedlich konditionierte Personen. Wollte man das alles testen, müsste man schon eine Woche bleiben. Spaß beiseite. Nach einem leckeren Kaffee auf der Terrasse geht es los in Richtung Gitstapper Hof; vorher überqueren wir den kleinen Bach, der die Mühle mit seiner Wasserkraft seit 1.000 Jahren (!) antreibt und werfen einen kurzen Blick auf den Teich zu unserer Linken an dessen Rand eine Ruhebank steht - idyllischer kann der Einstieg bald nicht sein. Weiter geht es entlang der alten Landwehr bis wir den Effelder Waldsee erreichen. 

 

Gerade jetzt zum Herbst färben sich die Ufer dieses von Wäldern umstandenen Sees in herbstlichen Farben kunterbunt, dafür hat die Saison des 'Amici Beach Club' bereits geendet. So hat jede Jahreszeit ihre Highlights. Wir folgen der Beschilderung geografisch in Richtung Vlodrop und erreichen alsbald die Roer, wie sie auf holländisch heißt. Hier lockt eine Sinnesliege zu einer kleinen Pause. Wir lassen uns auf die Landschaft ein und genießen einfach das Plätschern des Wassers und das Rauschen der Blätter im Wind. Die Sonne kommt heraus und wärmt uns mit ihren herbstlichen Strahlen. Wie schön!

 

Weiter geht es durch Felder und Forstwirtschaft bis wir das Kasteel Daehlenbrock erreichen. Hier haben wir knapp die Hälfte zurückgelegt und natürlich lockt uns die alte Burg die 1311 erstmals urkundlich erwähnt wurde,  zu einem Stopp-over und zur Inspektion des Hotels und Restaurants. Hier ist es einfach nur schön, kein Pomp kein Protz, sondern ländlicher Charme-wir fühlen uns hier sehr wohl!

Bei Kaffee und Kuchen nehmen wir eine kleine Stärkung ein.

 


Ankunft am Kasteel Daehlenbroeck
Ankunft am Kasteel Daehlenbroeck

Im Innenhof empfängt uns die herbstliche Dekoration
Im Innenhof empfängt uns die herbstliche Dekoration

Weiterer Tourverlauf:

 

Was für die einen die Hälfte der Strecke ist, ist für die anderen der Startpunkt der Wanderung. Wir folgen der Strecke weiter im Uhrzeigersinn und kommen so bei den Turfkoelen vorbei. Hier finden wir ein Landschaftsbild vor, welches so nicht zu erleben wäre, hätte es da nicht die Torfstecher und Viehzüchter in den vergangenen Jahrhunderten gegeben. Diese Landschaft ist also nicht natürlich entstanden, sondern durch hunderte Jahre menschlicher Einwirkungen. Spannend ist sie deswegen um so mehr.

 

Was folgt ist eine kurze Wegstrecke entlang von herbstlichen Rapsfeldern und dann geht es auch schon direkt hinein in den Grenzwald mit seinen sandigen Böden und den reichhaltigen Pilz-Vorkommen-und davon sind gewiss nur einige genießbar.

 

Der Grenzwald bietet uns im Hochsommer schattige Wegpassagen und im Herbst ein Geruchserlebnis, wenn es nach Pilzen duftet. So erreichen wir vor dem erneuten Grenzübertritt die Gemeinde Rothenbach mit Gastronomie und Parkplätzen. Hier wäre ein alternativer Start- und/oder Pausenpunkt.

 

Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Gitstapper Molen, doch zuerst überqueren wir die Landstraße und mit der Wegbeschreibung gelangen wir erneut in den Wald, der jetzt etwas anders aussieht. Wir bemerken die Aufschüttungen zu unser Linken, die fast wie ein alter Damm wirkt. Dabei handelt es sich um ein längeres Teilstück der alten Landwehr, eine mittelalterliche Wallanlage, die die Feinde daran hindern sollte mit berittener Kavallerie eine Infanteriestellung zu überrennen. Lang, lang ist es her und nun herrscht hier seid vielen Jahrzehnten Frieden- und das ist gut so!

 

Bald schon erreichen wir die Restaurationen und Einkehrmöglichkeiten bei den Gitstapper Molen wieder und dürfen dort unser Belohnungs-Bierchen genießen. 11,5 Kilometer liegen hinter uns. Eine schöne Tour, ebenso geeignet für einen freien Nachmittag, wie für einen mehrtägigen Aufenthalt, ist sie absolut empfehlenswert, da sie uns in die Stille des Grenzgebietes führt und es uns somit gelingt unserem Alltag zumindest eine kurze Weile auszublenden. 


Das Belohnungs-Bierchen -gibt es sicher nicht überall vom Fass! Grimbergen unbedingt merken.
Das Belohnungs-Bierchen -gibt es sicher nicht überall vom Fass! Grimbergen unbedingt merken.

Fazit dieser Wandertour

Obwohl diese Wanderroute jetzt nicht zu meinen Top-Ten-Favoriten in NRW zählt, ist sie trotzdem (ver-) liebenswert, da sie die spezifischen Landschaftseindrücke des Grenzwaldes, der Fluss - und Auenlandschaften, einer romantischen Burganlage und die übrigen Kategorien  der bundesweit besten  Rundtouren durchaus in sich vereint. In Kombination mit den herbstlichen Impressionen ist es sehr schön und entspannend z.B. nach einem Shopping Tag in Roermond hier einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Die Nähe zu den Ballungszentren schafft uns hier eine schnell erreichbare Möglichkeit dem Alltag zu entkommen und neue Kraft zu tanken.

Wer jetzt noch die Fahrräder oder E-bikes auf dem Wohnmobil mitgebracht hat, dem eröffnen sich durch das bestens ausgeschilderte Radwegenetz der Holländer mit seinen Knotenpunkten quazi unzählige Möglichkeiten nur auf Radwegen den Nationalpark zu erforschen,

Zum Schluss gebe ich hier noch einen niederheinischen Geheimtipp preis: ganz in der Nähe liegt das malerische Schloss Elsum bei Birgelen. Und hier verläuft die nächste Wa-wa-we-Route durch den Birgeler Urwald. Ihr seht, es lohnt sich länger zu bleiben und  mal hinzufahren. Ich darf mich verabschieden und wünsche Euch viel Spass beim Erkunden und Nachreisen. Ganz besonders jedoch bedanke ich mich bei meinen treuen Lesern und verspreche schon bald weitere Touren auf hohem Qualitäts- und Erlebnisniveau. 

versprochen ist versprochen:

Ende Oktober habe ich Euch eine Fortsetzung dieser Tour in dem wunderschönen Natur- und Nationalpark versprochen und nun ist es auch soweit.

Am 19.03.2018 habe ich für Euch eine von Deutschlands schönsten Wandertouren aus dem Jahre 2016 (Zeitschrift Wandermagazin, Bewertung Rundwanderungen, 2016, 2.Platz Deutschland) beschrieben und abgelaufen. Welche Anforderungen und weiteren Anreize diese Tour bereit hält,  erfahrt Ihr hier in diesem Tourbericht: Das Galgenvenn. Viel Spaß beim schmökern und erleben!

hier noch einige eindrücke von meiner tour:

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Duisburger Westen- Schmelztiegel zwischen Industrie und Niederrhein

Der Weg der Gegensätze

Der zweite Teil zum Thema Wanderungen im Duisburger Westen für die NRZ-Duisburg führte mich in den linksrheinisch,  nördlichsten Stadtteil: Duisburg-Baerl. Dieser Ausgangspunkt kann durchaus als Schnittstelle zwischen der Industrie- und Handelsmetropole Duisburg und dem Niederrhein bezeichnet werden. Und so präsentieren sich auch unsere heutigen Eindrücke: verwunschene Waldpfade im Baerler Busch, mediterrane Impressionen am Loheider See, Landwirtschaft, Orsoy: ein Stadtbild mit Geschichte, Industriekulissen und der romantische Rhein am frühen Abend.


Rückweg entlang des Rheins - mit jedem Schritt romantischer
Rückweg entlang des Rheins - mit jedem Schritt romantischer

Anfahrt

Von der Kölner Domplatte bis zum Startpunkt der Wanderung am Ristorante Bellini sind es 82 Kilometer und eine gute Stunde Fahrt.

 

Die Zieladresse für die Navigation lautet:

 

Hubertusstraße 2

47199 Duisburg-Baerl

 

Hinweis und bitte beachten: die Hubertusstraße gibt es in Duisburg mindestens dreimal. Deswegen unbedingt mit der Postleitzahl navigieren, oder googeln.

 

Genau gegenüber befindet sich ein kostenloser Parkplatz für PKW und Wohnmobile.

 

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist problemlos möglich:

Die Buslinie 913 pendelt regelmäßig zwischen Rathaus Orsoy und Haltestelle Liesen, in unmittelbarer Nähe zu unserem Startpunkt.

Highlights

Hier sind sie wieder die Highlights, die unsere Tageswanderung zu einem wirklich runden Erlebnis werden lassen:

  • Ristorante Bellini, sei vielen Jahren eine der ersten Adressen in Duisburg und sicherlich auch in Zukunft eine Adresse für gastliche Gemütlichkeit und hervorragende Speisen und Weine.
  • Restaurant Rheinblick mit schönem Biergarten und dem tatsächlichen Rheinblick -unschlagbar! Gut-bürgerliche, ehrliche Küche.
  • Loheider See mit genialer Bademöglichkeit, ideal zum entspannen, segeln, picknicken oder faulenzen.
  • Orsoy, Stadtteil von Rheinberg am Rhein mit Festungsresten (Rheintor) und schöner Rheinpromenade, ideal für eine Rast zur Halbzeit
  • Rheinpanorama mit Industriekulisse, alten Treidelpfaden und Kopfweiden, im Sommer Rapsfelder und Sonnenuntergang zum perfekten Ausklang der Tour.

Nützliche Weblinks

Wo bleiben die Reisemobilisten über Nacht? 

 

Direkt gegenüber dem  Ristorante Bellini kann man nach  Rücksprache beim Restaurant problemlos kostenfrei übernachten, allerdings ohne V/E und ohne Wasser und Strom. Diese Möglichkeit habe ich persönlich beim Chef des Ristorante Bellini erfragt.

 

Die zweite Alternative befindet sich direkt am Rhein gegenüber  Haus Rheinblick auf dem dortigen Parkplatz am Ende einer Sackgasse, siehe weblink. Hier kann man auch sehr gut frühstücken.  Wer hier über Nacht mit dem Wohnmobil stehen möchte fragt einfach im Restaurant nach.

 

In Orsoy gibt es eine weitere HIGH-END Adresse: Chateau D'Orsay ist eine wirklich gemütliche Weinstube, die es inzwischen seit Jahrzehnten gibt. Sie befindet sich in der Sankt-Nikolaus-Str. 2 a, 47495 Rheinberg-Orsoy. Auch hier wird der Gast mit exklusiven Speisen verwöhnt.



Typisch Niederrhein- die Kopfweiden sind Symbol und Wahrzeichen unserer Heimat
Typisch Niederrhein- die Kopfweiden sind Symbol und Wahrzeichen unserer Heimat

Für heute habe ich eine schöne Tageswanderung herausgesucht von insgesamt 16 Kilometern Länge. Diese Wanderung führt von Duisburg-Baerl -dem nördlichsten linksrheinischen Stadtteil Duisburgs über den Loheidesee bis nach Orsoy und dann im Bogen teilweise direkt am Rhein entlang zurück nach Baerl. Die Strecke ist ohne besondere Anforderungen in gut 4-5 Stunden zu schaffen.

 

Natürlich habe ich auch wieder eine Abkürzung mit eingebaut nach der Hälfte der Strecke, so dass hier auch eine gemütliche Halbtageswanderung gestaltet werden kann. In diesem Fall wandern wir wie beschrieben nach Orsoy (gut 8 Kilometer) und nehmen dort ab Rathaus Orsoy die Buslinie 913, die uns zurück zum Ausgangspunkt (Haltestelle Liesen) bringt.

 

Die Strecke startet am Ristorante Bellini, wo wir unseren PKW oder das Wohnmobil auf dem Parkplatz abgestellt haben. Wer am Ende der Wanderung hier zum Abschluss der Tour sehr gut speisen möchte, sollte sich einen Platz reservieren lassen. Hierbei handelt es sich um meine heutige HIGH-END Variante:

 

Das freundliche Team des Ristorante Bellini bereitet seinen Gästen immer einen herzlichen Empfang. Das Restaurant gilt seit vielen Jahren als erste Adresse für feine, oberitalienische und mediterrane Speisen.  Ein Chefkoch und zwei weitere Köche, sowie das insgesamt 17 Personen umfassende Personal dieses alteingesessenen Familienbetriebes verwöhnt seine Gäste auf 180 Plätzen, zwei Säälen und einer phantastischen Sommerterrasse. Hier mag man gar nicht mehr aufstehen. Also besser erst nach der Wanderung....

 

Spaß beiseite, wir wenden uns mit der Wegekennzeichnung  des Duisburger Rundwanderweges in die Hubertusstraße und folgen dieser zuverlässigen Beschilderung (DU im Kreis, siehe Foto links) bis nach Orsoy. Nach wenigen hundert Metern gelangen wir so in den Baerler Busch. Der Wald nimmt uns auf und nach wenigen Schritten sind wir mit dem Gezwitscher der Vögel und dem Rauschen der Blätter alleine. Was für eine Wohltat! Nicht immer war es so friedlich hier: davon zeugen bis heute die halbkreisförmigen Vertiefungen im Waldboden rechts und links des Wanderweges. Dabei handelt es sich um Bombentrichter vom Jahresende 1944 als die amerikanische Luftwaffe mit 2.500 Bombern einen Luftangriff auf Duisburg flog. Im Baerler Busch waren Munitionsdepots der Deutschen Wehrmacht versteckt um den Feind am Übertreten des Rheines zu hindern. Viele hunderte unschuldige Opfer in der Zivilbevölkerung gab es damals zu beklagen.

Das warme Licht der Herbstsonne leuchtet im Baerler Busch
Das warme Licht der Herbstsonne leuchtet im Baerler Busch

Was können wir also froh und dankbar sein, dass wir, als die sogenannte Nachkriegsgeneration, nur Frieden kennen gelernt haben!

 

Ich genieße die warmen Sonnenstrahlen des Goldenen Oktobers und erreiche den Loheidesee. Die Landschaft wechselt den Charakter. Der See gibt herrliche Aussicht  über das Wasser frei, unsere Blicke schweifen über die glitzernde Oberfläche, die von einigen Freizeitseglern  gekreuzt wird. 

 

Mehrere Ruhebänke und zahlreiche Mülltonnen künden vom regen Picknick- und Badebetrieb in den Sommermonaten, heute sind wir fast alleine unterwegs. Sehr sauber ist alles hier. Wir merken uns jedenfalls diese wirklich schönen Badestellen am glasklaren Wasser und werden zur Badesaison einmal wieder kommen. Zwei Drittel des Sees werden so im Uhrzeigersinn umrundet. Schöne Spazierwege führen zwischen Wasser, Weiden und Pferdekoppeln mit einigen Waldabschnitten zu einer Stelle an der Birkenwald bis an das Wasser reicht.

 

Unvermittelt fühlen wir uns an Finnland erinnert-und das im Ruhrgebiet. Toll!

Dort wo der Wanderweg auf Asphalt trifft müssen wir in einem Bogen ein Privatgrundstück umwandern. Deswegen folgen wir dem neu geteerten Weg einige Meter eine kleine Anhöhe hinauf. Nach etwa 200 Metern bei der ersten Möglichkeit biegen wir rechts ab und finden das DU im Kreis sofort wieder. Es bringt uns am Ende des Grundstückes wieder nach rechts zum See zurück und dort links, so dass wir den See wieder zu unserer Rechten haben.

 

Wir lassen den See hinter uns und laufen ein kurzes Stück  entlang der L 10, einer Landstraße, dann durch ein Wohngebiet bis wir einen Pfad erreichen, der uns hinunter zur Bahnlinie bringt. Parallel zur Bahnlinie vorbei an Orsoyerberg gelangen wir so bis nach Orsoy.

 

Wir erklimmen den Rheindeich und erreichen so die akkurat gepflanzten Baumalleen auf der Deichkrone. Von hier haben wir einen schönen Blick auf den Rhein und die Industriekulisse auf der gegenüber liegenden Seite in Duisburg Walsum.  Ein weiteres Mal hat sich die Landschaft verändert.


Ruhe und Weitblicke am Loheidesee
Ruhe und Weitblicke am Loheidesee

Pferdekoppeln hießen im Mittelalter "Rossaue" - daher drei Pferdeköpfe im Wappen der mittelalterlichen Stadt Orsoy
Pferdekoppeln hießen im Mittelalter "Rossaue" - daher drei Pferdeköpfe im Wappen der mittelalterlichen Stadt Orsoy

Birkenwald und Freizeitskipper
Birkenwald und Freizeitskipper

Kurz vor Orsoy
Kurz vor Orsoy

Wenn wir Orsoy nach gut 2 Stunden erreicht haben, ist die Hälfte der Tour bereits geschafft. Das war sehr kurzweilig und abwechslungsreich bis hierhin.

 

Orsoy bietet sich natürlich für eine kurze Stadt-Erkundung an: 

 

Falls Sie nicht vom Niederrhein sein sollten: Orsoy spricht sich "Orsau". Wenn Sie jetzt noch die beiden Anfangsbuchstaben vertauschen kommen sie auf Rosau= Rossaue. Hiervon leitet sich wiederum  das alte Stadtwappen mit den drei Pferdeköpfen ab, welches der aufmerksame Besucher am Rheintor findet.

 

Heute ist Orsoy ein Stadtteil von Rheinberg blickt aber doch auf eine bewegte Stadtgeschichte zurück. Die Spanier bauten die kleine Zollfeste zu einem Festungsbollwerk aus. Das war im 16. Jahrhundert. 

 

Bereits im 13. Jahrhundert war die kleine Stadt am Rhein, eine wichtige Zollstation der Grafen von Kleve und bezog einen großen Teil ihrer Einnahmen von den Schiffern und Händlern, die hier anlegten. Somit ist die Geschichte der Stadt, die mit knapp 4.200 Einwohnern heute nicht mehr als im Mittelalter  zählt, sehr eng mit dem Rhein verbunden. Davon zeugt auch heute noch die alte Fähranlegestelle, die immer noch in Betrieb, beide Rheinufer verbindet.

 

Wer den Namen Orsoy im 19. Jahrhundert hörte, verband damit unweigerlich den intensiv aromatischen Duft frischer Zigarren.  Orsoy lebte fast 100 Jahre von der Zigarrenproduktion. Aus Havanna , Java oder Sumatra kam via der Holländischen Küste über den Seeweg nur die beste  Ware per Schiff nach Orsoy. Die Zigarrenfabriken Ketels und Hagemann zählten in der Blütezeit der Zigarrenproduktion zu den größten und erfolgreichsten Unternehmen. Über 75% der Erwerbstätigen Bevölkerung dieser Kleinstadt war in der Zigarrenproduktion beschäftigt- In dieser Zeit verließen rund 500.000 Zigarren pro Woche die Fabriken. Nach dem Krieg kam es zum Untergang dieses Erwerbszweiges durch Kriegszerstörungen und den aufkommenden Welthandel konnte man hier nicht länger wirtschaftlich erfolgreich produzieren.

 

Wir schlendern einige Schritte zum Café Hagemann. Hier gibt es leckeren Kaffee, Kuchen und Eis, drinnen und draußen. Wohlverdient!

Evangelische Kirche in Orsoy
Evangelische Kirche in Orsoy

Wer es lieber herzhaft mag,  findet im Postgrill direkt gegenüber einen ehrlichen und guten  Imbiss mit einem guten Cross-Over Mix. Hier können die Kinder einen Snack bestellen, und die Eltern zwischen Gyros-Teller und Pommes mit Currywurst o.ä- ihren Hunger stillen. Meine low-budget Empfehlung für heute.

 

Wer die Wanderung ab  Orsoy abkürzen möchte steigt am Rathaus in die Buslinie 913 und fährt zurück nach Baerl bis zur Haltestelle Liesen. 

 

Wir steigen jedoch beim Rheintor wieder auf den Rheindamm und nehmen den Damm nach rechts, über den gleichen Weg den wir hergekommen sind. Nach dem Überqueren der Straße folgen wir nun aber nicht mehr dem Kennzeichen DU im Kreis sondern dem weißen Winkel auf  (meist) schwarzem Grund der uns die nächsten ca. 8 Kilometer zuverlässig zum Ausgangspunkt zurückführen wird.

 

Der Weg führt uns ab hier durch die Wiesen und Binsheimer Felder mit Blick auf Duisburg. Nach einer guten Stunde erreichen wir die historische Deichanlage am Rhein und folgen danach dem alten Leinpfad direkt am Rhein bis zum Restaurant Rheinblick (knapp 2 Stunden). Ab dort nehmen wir die Zufahrtstraße, die uns zum Ausgangspunkt unserer Wanderung (10 min.) zurückführt, nicht ohne auf der schönen Terrasse des Rheinblick den Sonnenuntergang bei einem Belohnungs-Bierchen genossen zu haben.

 

Ein gelungener Tag geht nun zu Ende und ich glaube wir haben einen perfekten Urlaubstag vom Alltag erleben können.

 

An diejenigen, die die kurze Variante bevorzugen ergeht folgender Tipp: Die Stadt Orsoy läßt sich auf den alten Festungswall- Anlagen der Spanier aus dem 16. Jahrhundert über Promenaden und Alleen wunderbar umrunden, Ein schönes Erlebnis! Der Wanderweg ist über eine große Hinweistafel der Stadt Rheinberg am Rheintor ausführlich bebildert und gekennzeichnet.

 

Die Duisburg-Wanderer folgen der DU im Kreis-Beschilderung mit der Fähre in den Ortsteil Walsum und müssen dazu  den Rhein  queren. Uns führt das jedoch als Fußgänger zu weit vom Ausgangspunkt fort. Deswegen gilt: Fortsetzung folgt später im Blog!

FAZIT:

Bei schönem Wetter, wie ich es erleben durfte, wird uns auch im Herbst ein wunderschöner Tag  gelingen. Die abwechslungsreiche Strecke bietet vielfach landschaftliche Veränderungen, was die gesamte Wanderung kurzweilig macht. Einkehrmöglichkeiten gibt es zur Genüge, einige davon sind dergestalt, dass man gar nicht wieder aufbrechen möchte. Da kann ich nur empfehlen, es mal selbst auszuprobieren. Ich hoffe meine Tour hat Euch gefallen? Bis bald, dann schon mit meiner 27.  Tour!

 

hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:


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Urdenbacher Kämpe-Short Story

Der frühe Vogel kann Dich mal....?

Das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet im Süden unserer Landeshauptstadt Düsseldorf ist die Urdenbacher Kämpe. Die meisten, die in der Nähe wohnen wissen diesen Schatz zur kurzen Erholung vom Alltag, oder für Fitnesstraining zu nutzen. Warum das so attraktiv ist? Davon handelt dieser Artikel, sozusagen Teil 2 meines Blogberichtes Nr. 11 von Benrath und dem Düsseldorfer Süden.  Ihr kennt Euch aus, oder seit an einem besonderen Erlebnis interessiert? Dann heißt es einmal den Wecker stellen, früh aus den Federn und  los geht's.....


Morgendliche Spiegelbilder im Altrheinarm
Morgendliche Spiegelbilder im Altrheinarm

Anfahrt

Von der Kölner Domplatte zum  Parkplatz an der S-Bahn Haltestation Hellerhof sind es  29 Kilometer und ca 31 Minuten Fahrtzeit. Das Parken  für PKW und Wohnmobile ist dort kostenlos.

 

Einkaufsmöglichkeiten sind vor Ort vorhanden (Edeka, Aldi, Imbiss, etc.), so dass für Kurzentschlossene auch noch eine Planung für ein Picknick möglich ist.

 

Anfahrt vom  Hbf Köln oder Hbf Düsseldorf erfolgt in kurzer Taktfolge über die S 6 bis Hellerhof in weniger als 30 Minuten.

 

Hier noch die VRR-Adresse für die schnelle Planung.

Highlights

Da sind sie wieder die Highlights , die neben der beschriebenen Tour den Aufenthalt so attraktiv machen. Dabei verweise ich natürlich nochmals auf meine Tour Nr. 11, wo diese schon genannt sind.

 

Ungeachtet dessen ist die eigene Homepage der Kämpe www.auenblicke.de inklusive kostenloser Wanderkarte bestimmt hilfreich.

 

Mein Tipp für eine wirklich schöne Rheinterrasse als Ausklang zur Tour  sind die in 2016/2017 neu gestalteten Baumberger Rheinterrassen mit Restaurant und Hotel. Bestellungen und Reservierungen über die folgende Homepage. Für diese  short-story meine High - End - Variante für heute.

 

Nützliche Weblinks

Hier kommen Sie, die nützlichen Weblinks, die Euch den Blog so unkompliziert und einfach gestalten:

 

Übernachtungsplätze:

  1. Camping Rheinblick in der Urdenbacher Kämpe
  2. Camping Fährhaus Pitt-Jupp im Zonser Grind
  3. Camping Stürzelberg,  ca 4 Kilometer weiter weg
  4. Wohnmobilstellplatz Dormagen-Zons


Morgensonne in der Kämpe
Morgensonne in der Kämpe

Über den "Weg des Wandels" zum römischen Erbe

Wer kennt sie nicht, diese Sprichwörter, die uns durch das Leben begleiten? " Morgenstund hat Gold im Mund" oder "Der frühe Vogel fängt den Wurm".

 

Die Morgenmuffel unter uns halten es da vermutlich eher mit der Abwandlung neueren Datums " Der frühe Vogel kann mich mal...."

 

Ich aber verspreche euch für die sonnigen Tage, besonders jetzt zum Herbst, ganz wunderbare Erlebnisse, wenn Ihr Euch mit mir einmal früh auf den Weg macht. Dieser Tag wird Euch in Erinnerung bleiben.

 

Bei mir war es ganz simpel, ich hatte den Tag frei und versprochen unsere Tochter zur Schule zu bringen. Um kurz vor acht Uhr befand ich mich bei gerade aufgehender Sonne auf dem Heimweg und ignorierte die in mir aufkeimende Lust auf heißen Kaffee und frische Brötchen. Eine Runde durch die Kämpe zu drehen und danach erst zu Frühstücken, kam mir in den Sinn.

 

Laßt Euch also entführen zu einem eindrucksvollen Rundgang durch die Urdenbacher Kämpe, die gerade jetzt im Herbst ihren ganzen Zauber auspielt, wo sich der Wandel der Jahreszeiten so intensiv erleben läßt, ohne dass man lange reisen muss.

 

Wenn am frühen Morgen die wärmenden Strahlen der Sonne den Morgennebel durchdringen und den Tau auf den Blättern zum funkeln bringen, verströmt diese Landschaft den märchenhaften Eindruck vergangener Kindheitsträume: Trolle und Zwerge bringen das Unterholz zum knacken und knistern, Einhörner weiden auf der Nebelwiese und hinter der nächsten Biegung liegt bestimmt ein Märchenschloss in dem der Prinz seine Prinzessin empfängt. Ja, fast so ist es auch! 

 

Gerade in den frühen Morgenstunden hat man die Stille und die Natur (fast) für sich alleine. Einige wenige Hundehalter und Jogger drehen ihre ersten Runden, sonst ist hier niemand unterwegs.

Da kann man Kraft tanken für den neuen Tag und die Gedanken ordnen, Pläne schmieden oder einfach nur Träumen.

 

Die Auenkarte auf der Homepage hilft bei der Planung des Weges.



Die heutige Kurzwanderung erfolgt durch ebenes, abwechslungsreiches Gelände auf Wegen und Pfaden. Mit Hilfe der Auenkarte läßt sich sogar ein barrierefreier Rundweg für Rollies durch die Natur gestalten!

 

In der von mir gelaufenen Variante sind es ca. 8 Kilometer, die gut in 2,5 Stunden zu schaffen sind. Wer um 8:00 Uhr startet ist spätestens um 10:30 Uhr fertig. Jeder kann sich nach Lust und Laune eigene Touren zusammenstellen von 2,5-10 Kilometer Länge. Alle sind ausgeschildert und mit Hinweistafeln interessant und ansprechend  ausgestaltet. Mit Fördermitteln der Europäischen Union, des Landes NRW, der Stiftung NRW und der Stadt Düsseldorf finden wir hier ein Naherholungsgebiet allererster Güte vor, welches sehr zur gehobenen Lebensqualität der ortsansässigen Bevölkerung beiträgt.

 

Von der S-Bahnhaltestelle gelangen wir nach wenigen Minuten in die Urdenbacher Kämpe, indem  wir den Hellerhofweg in Richtung Baumberg folgen, bis wir auf Höhe des Kleingartenvereins zu unserer Linken einen Weg nach rechts in Richtung Altrheinarm nehmen. Nur wenige hundert Meter weiter finden wir Orientierungs- und Informationskarten zur Kämpe, dem größten Naturschutzgebiet Düsseldorfes mit 330 Hektar Fläche. 

 

Wir folgen dem ausgeschilderten Wanderweg mit weißem D auf schwarzem Grund über die "Hellerhofbrücke" am 'Urdenbacher Altrhein'.  Dieser Weg des Wandels führt uns immer geradeaus, parallel zum Wasser bis nach Urdenbach durch schönste Natur, wo wir nach einigen Kilometern in Höhe des Biergartens Extratour auf die erste Strasse, den Baumberger Weg stoßen.

 

Von hier führen mehrere Varianten durch die Kämpe bis zum  Haus Bürgel, einem Gutshof auf römischen Fundamenten mit römischem Museum und weiteren Attraktionen, wie z.B. geführten Wildkräuter-Wanderungen, Pferdezucht, Biologischer Station, Obstverkauf, und Obstbrand aus eigener Herstellung. Ein kostenloses Programmheft führt durch die vielseitigen Veranstaltungen des ganzen Kalenderjahres. 

Das Museum ist gewiss auch für Kinder interessant, denn hier wurde ein echter Schatz gefunden und dieser ist nun ausgestellt!

Darüber hinaus ließe sich im Haus Bürgel noch eine Planwagenfahrt organisieren, einfach mal die Homepage (siehe weiter oben) aufrufen.

 

Von Haus Bürgel aus folgen wir der Beschilderung des Neanderlandsteiges. Dazu überqueren wir die Baumberger Chaussee und gelangen mit der Beschilderung durch freie Felder zu unserem Ausgangspunkt zurück.

 

Der letzte Streckenabschnitt ist dann wieder im Frühling/Frühsommer besonders schön, wenn der Raps leuchtend gelb blüht und duftet. 

 

Vielleicht packt  der liebe Gott seinen Mal- und Tuschekasten aus, wenn Ihr unterwegs seid und malt Euch bunte Wolkenbilder und Phantasiegestalten im Licht der Morgensonne an den Himmel. Wer weiß?

 

Zurück am Ausgangspunkt unserer Wanderung haben wir jetzt bestimmt so richtig Appetit bekommen auf ein ordentliches Frühstück. Diejenigen, die ohne Wohnmobil unterwegs sind haben vielleicht im Hotel "Baumberger Rheinterrasse" ein Zimmer gebucht. Unsere Womofahrer finden auch einen kostenfreien Parkplatz und können unter 02173/96460 ab 10:00 Uhr dort ein Frühstücksbuffet vorbestellen.

 

Alternativ kann man auch ohne Vorbestellung  als Einzelperson sich dort ein Frühstück zusammenstellen. Hier geht es zur Homepage.

 

In den Sommermonaten ist die Rheinterrasse ein beliebtes und viel besuchtes Ausflugsziel für Wanderer, Radfahrer und Gesellschaften. Mit Live-Musik an den Wochenenden und romantischen Sonnenuntergängen bei schönem Wetter ist diese Location meine absolut favorisierte Heimatadresse.

 

Weitere Wanderwege führen von hier entlang des Rheins in Richtung Zons oder in Richtung Monheim mit seiner schönen Altstadt. Ausgeschilderte Radwanderwege und der Erlebnisweg Rheinschiene führen von hier durch schöne Natur zum Schloß Benrath und weiter nach Düsseldorf.


FAZIT:

Mit einem gelungenen Start in den Tag können wir hier so richtig unsere Akkus wieder aufladen. Es ist schon faszinierend, inmitten eines Ballungszentrums in dem über 1,6 Millionen Menschen leben, wohnen und arbeiten einen derartigen Rückzugsort in der Natur vorzufinden. Gewiss ist an einem Sonntag Nachmittag die Kämpe deutlich stärker frequentiert. Aber das hat dann nicht den Zauber, von dem ich hier schreibe. Hoch motiviert und  gut gelaunt beginnen wir unseren Urlaubstag vom Alltag. Die schönen Erlebnisse und Ansichten haben der Speicherkarte unseres Fotoapparates wieder einigen Speicherplatz genommen - dann war es wohl ein guter Start in den Tag?!

Die 330 Hektar Naturschutzgebiet sind einen Besuch wert. Das kulturelle Angebot rundet die kurze Tour sehr schön ab. Weitere, ausführliche Informationen findet Ihr  dazu hier im Blog mit meinen weiteren Touren: Tour 11, Benrath, der Düsseldorfer Süden: Highlights von Europäischem Rang und  unter der Tour 17, Radtour durch den Düsseldorfer Süden.

Wir haben es schon schön hier in NRW. Fahr mal hin!


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:



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Duisburger Rhein-Romantik

Rhineside Gallery, durch Natur und Industrie von Friemersheim bis Dujardin

Im September 2017 kam ich durch den Anreiz einer Auftragsarbeit für eine kurze Serie in der NRZ- Duisburg  (Neue Ruhr Zeitung) dazu, den Duisburger Westen für einige lukrative Touren zu erkunden. Was dabei heraus kam,  hat eine ganz eigene Faszination bei mir hinterlassen, denn es sind oftmals genau diese Touren, die auf den zweiten Blick ihre Stärken ausspielen und genau deswegen eine Kurzreise wert sind. Bleibt gespannt und begleitet mich in eine Region des Strukturwandels- Teil 1, Fortsetzung folgt...


Auf dem Rheindeich zwischen Duisburg Friemersheim und Hohenbudberg - Ruhrpott-Idylle perfekt!
Auf dem Rheindeich zwischen Duisburg Friemersheim und Hohenbudberg - Ruhrpott-Idylle perfekt!

Anfahrt

Die Zieladresse Nr 1 lautet heute für den Ausgangspunkt der Wanderung:

 

St. Matthias

Kirchstraße 

47829 Krefeld

 

alternativ:

 

Am Marktplatz

47829 Krefeld- Uerdingen

 

Von der Kölner Domplatte bis zu St. Matthias sind es 65 Kilometer und ca. 50 Minuten Fahrt. Parkplätze in ausreichender Zahl sind gratis vorhanden!

 

Der nächste Wohnmobilstellplatz ist in Krefeld- Linn. (siehe weblinks)

 

Die Anfahrt kann problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn) erfolgen.

 

Highlights

Hier sind die üblichen Highlights, die dieser Tour wieder einen einmaligen Rahmen und Charakter geben:

  • Yves Chopelin, langjährig etabliertes Restaurant der französischen "Haute Cuisine", über Jahrzehnte mehrfach ausgezeichnet
  • seit 2017 gibt es die Rhinside Gallery, ein outdoor-Art-Ensemble, ebenfalls neu seit 2017: die eigene FB-Seite und Gastro-Events (nur im Sommer)
  • Dujardin, größte Weinbrennerei Deutschlands und älteste Wacholderbrennerei am Niederrhein mit Event-Gastronomie (Küferei) und Museum
  • Friemersheimer Dorfschule und Lehrerhaus; Schule wie vor Hundert Jahren, sehr lehrreich und spannend für Groß und Klein!
  • Biergarten Schumachers in Friemersheim, gehobene Küche und gemütlicher Biergarten im Schatten uralter Bäume, ich war als Schüler bereits vor 30 Jahren dort und begeistert. 
  • Romantisch Heiraten in der Dorfkirche zu Friemersheim: bald wieder möglich, Renovierung in 2017 noch nicht abgeschlossen. 

Nützliche Weblinks

Der nächstgelegene Wohnmobilstellplatz befindet sich nicht weit entfernt im Ortsteil Krefeld-Linn:

  • Hier geht es zur homepage. Dort gibt es auch eine mittelalterliche Burganlage zu bestaunen- mehr dazu in einem weiteren Bericht.
  • Yves Chopelin, ein französischer  Genuß!
  • Dujardin, lukullisch und historisch ein unvergessliches Erlebnis.
  • Duisburg Friemersheim: Im Lehrerhaus einmal Schule wie vor 100 Jahren erleben. 
  • Restaurant Schumachers hier einige Bewertungen, aber ich sage Euch  ich war schon vor 30 Jahren dort und finde es immer mal wieder toll. Zu den Bewertungen sage ich nur: macht Euch ein eigenes Bild, denn Geschmack ist immer individuell.

 

 

 



Street-Art meets Rhineside

Neu seit 2017 in Krefeld Uerdingen: Street Art am Rhein
Neu seit 2017 in Krefeld Uerdingen: Street Art am Rhein

Bei der heutigen Rundtour handelt es sich um eine gemütliche Halbtageswanderung  von ca. 10 Kilometern Länge, die in 2,5 -3 Stunden gut zu schaffen ist. Es sind keine größeren Steigungen und Anforderungen zu bewältigen, dadurch wird es eine (ent-)spannende Tour für alle Familienmitglieder. 

 

Mehrere Einkehrmöglichkeiten sind vorhanden, so dass ausreichende Spiel-und Pausenzeiten möglich sind. In der klassischen low-budget-Variante, packen wir den Rucksack voll mit allem, was man für ein gemütliches Picknick benötigt und faulenzen auf der Picknickdecke am Rheinstrand.

 

Einige kulturelle sowie kulinarische Highlights runden diese abwechslungsreiche Rundtour genüßlich ab, so dass bei schönem Wetter ein Urlaubstag vom Alltag vor der Haustüre beginnen kann.

 

Da es sich um eine Rundtour handelt ist es prinzipiell egal wo wir starten. Ich habe mich an der Wanderung "Speyside am Rhein" unter www.outdooractive.com orientiert. Anders als dort beschrieben, bin ich bis zum Marktplatz nach Krefeld-Uerdingen gefahren und von dort aus gestartet.

 

Am Sonntag ist das Parken auf dem Marktplatz kostenfrei, an anderen Wochentagen kostenpflichtig. Wir schlendern die Straße 'Am Rheintor' hinunter.

Vorbei an historischen Fassaden, die die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überstanden haben, kommen wir in den Uerdinger Rheinpark. Zu unserer Rechten sehen wir das Casino, in dem sich der seit vielen Jahren etablierte und ausgezeichnete Franzose Yves Chopelin befindet. Heute ist dort aufgrund einer Hochzeit geschlossenen Gesellschaft. Wer plant edel zu speisen, bestellt besser rechtzeitig einen Tisch vor. Meine High -End-Variante für heute.

 

Wir wenden uns auf dem Deich nach links und erreichen nach einigen Minuten die Rhine Side Gallery. Hier heißt es für Fotografen die Augen aufzuhalten, denn es gibt sehr schöne und vielseitige Street Art zu bestaunen. Die Sommersaison ist leider schon vorbei, aber vormerken für 2018 kann ja mal nicht schaden: siehe auch auf der eigenen Facebook-Seite.

 

 



Mannshohes Kopfporträt
Mannshohes Kopfporträt

Nun müssen wir den Komplex des Chemparks Uerdingen durchlaufen um am anderen Ende bei St. Matthias (alternativer Startpunkt) in die Rheinauen im Duisburger Süden zu gelangen. Dazu folgen wir der Kennzeichnung des Rundwanderweges 'Rund um Duisburg', ein weißes DU auf schwarzem Quadrat mit weißem Kreis. 

 

So gelangen wir über die Dujardinstraße direkt zum nächsten Highlight, der Dujardin Brennerei mit Restaurant, Küferei genannt, nebst Biergarten und Museum.

Dujardin ist die größte Weinbrennerei Deutschlands und man muss wissen: kurioser Weise wird dafür französischer Wein verwendet.

Auch Wacholder wird hier gebrannt, somit ist Dujardin auch noch die älteste Wacholderbrennerei am Niederrhein

Beim Besuch des Museums ist eine Kostprobe natürlich obligatorisch.

 

Hier wurden die Straßen und die Brennerei schon oftmals als historische Filmkulisse für Großproduktionen genutzt (Beispiel: Das Wunder von Bern). Am Ende der Straße biegen wir rechts ab und laufen somit zwischen den Werken und dem Rhein in Richtung St. Matthias. Für Fotografen, denen die sogenannten "lost places" einen speziellen Reiz bieten, ist dieser Streckenabschnitt besonders interessant.

 

Ab St. Matthias wird es "grün". Wir folgen dem Rheindeich mit Kennzeichen "DU" immer geradeaus und laufen so ca. einen Kilometer auf dem Deich entlang bis dieser sich in einer Y-Kreuzung verzweigt. Wir bleiben geradeaus und laufen parallel zum Rhein bis wir die Furt erreichen, die den Altrheinarm "Roos" vom Rhein abgeschnitten hat und danach trocken gefallen ist. Nur nach extremen Wettersituationen und Hochwasser gäbe es hier kein Durchkommen.

 

Normal ist aber, dass wir genau hier den schönsten Picknickplatz der Wanderung erreichen-einen kleinen Rheinstrand.

 



Nach der Durchquerung der Furt halten wir uns erneut rechts auf gut ausgebauten geschotterten Wanderwegen. So wandern wir zwischen Rheinwiesen und Rhein einige Zeit geradeaus, bis wir kurz vor Stromkilometer 769,7 links abbiegen und dem Wanderweg durch die Rheinwiesen folgen.

 

So erreichen wir den 'Werthschenhof', den wir links herum durch Streuobstwiesen (sehr schön zur Obstblüte) umwandern. Von links mündet der Weg "Am Kälberpesch" ein und wir halten uns rechts.

 

Wir erblicken den Deich und die Dorfkirche, deren Renovierung pünktlich zum 31.10.2017, dem 500. Jahrestag der Reformation abgeschlossen sein soll. Dann wird sie wieder der strahlende Mittelpunkt des von Linden umstandenen gemütlich-urigen Dorfplatzes von Alt-Friemersheim sein.

 

Wir lassen unseren Blick schweifen und sehen beim Erreichen des Platzes links die alte Volksschule im Lehrerhaus, heute Schulmuseum, daneben die Restauration Schumachers mit von alten Bäumen bestandenem Biergarten, rechts das Pfarrhaus und die Kirche.

 

Friemersheim lädt zu einer zünftigen Pause ein, sofern wir nicht am Strand gepicknickt haben. 

 

Der Rückweg verläuft über den Philosophenweg, der im Frühjahr zur Obstbaumblüte seinen unbestechlichen Charme hat. So gelangen wir wieder an die Furt der "Roos" halten uns hier aber jetzt rechts und wandeln plötzlich durch einen tunnelartigen Waldweg. Dort wo wir die Sperrung erreichen geht es nun rechts und im weiteren Verlauf automatisch links und wieder links über den Deich bis wir die Y-Kreuzung  vom Hinweg erreichen. Ab hier ist der Rückweg mit dem Hinweg identisch, Durch veränderten Sonnenstand und die umgekehrte Perspektive gewinnt der Weg an optischen Reizen.

 

Voller Eindrücke und Erlebnisse  erreichen wir unseren Wagen, und können nun einen weiteren spannenden Tag beschließen, indem wir vielleicht noch ein Eis essen in Uerdingen, oder lecker speisen.


Fazit

Mir ist klar: wir befinden uns hier nicht in einer klassischen Urlaubsregion. Nein,  ganz und gar nicht. Industrieschwergewichte, wie die Uerdinger Bayer-Werke, die August-Thyssen-Hütte auf der gegenüberliegenden Rheinseite, oder die Schwerindustrie Rheinhausens sind prägende Landschaftsmarken. Und doch: wer wissen möchte wie das Herz im Pott schlägt, wer erfahren möchte warum die Menschen hier zusammen halten,weil sie sagen " wir vom Niederrhein", für den ist diese kleine Tour historisch , industriell und kulturell äußerst interessant.

Kulinarische Interessen kommen ganz sicher nicht zu kurz und die Superlative zu der Dujardin-Brennerei wurde bereits mehrfach erwähnt. Jetzt kommt der subjektive Autorenbonus dazu: hier bin ich geboren worden, aufgewachsen und habe über 20 Jahre in Krefeld gearbeitet. Ich habe mich sehr zurückgehalten mit Geschichte und ihren Geschichten. Da bleibt mir nur zu sagen: Fahr mal hin!

Ich wünsche Euch viel Spaß und bedanke mich für Euren Zuspruch und Euer Interesse. Bis bald! 

 


hier noch einige Eindrücke von meiner tour:

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Rittergut Meinbrexen

Mit Landvergnügen geht es diesmal in das Weser Bergland

Ein Stellplatz, wie man ihn sich wünschen würde- und dann auch noch bekommt!  Ein Hofcafé mit einem Brunch, Erdbeeren, Marmelade und Kuchen, wie im Traum. Ein Ambiente mit Gemütlichkeit. Urige Ideen, die bis auf das "stille Örtchen" reichen. Dazu eine Story von den Freimaurern, die auch bei Dan Brown (Romanautor von Bestsellern wie  z.B. "Illuminati" und "Sakrileg") nicht faszinierender beschrieben sein könnte - mit einem wesentlichen Unterschied: hier handelt es sich um die Realität.

Heute nehme ich Euch mit in das Weser Bergland und entführe Euch zu einem Stellplatz der Extraklasse von Landvergnügen. Das wir dabei die Grenze von NRW überschreiten macht diese Tour zu einer Grenzgänger-Tour.  Aber Grenzen bestehen ja nur in den Köpfen von Menschen. In diesem Sinne wünsche ich Euch eine Tour mit grenzenlosem Genuß in der Natur und auf dem Rittergut Meinbrexen nahe Lauenförde. 

Viel Spaß beim lesen und ausprobieren!


Stellplatz am Rittergut - einfach toll!
Stellplatz am Rittergut - einfach toll!

Anfahrt

Anfahrt:

Von der Kölner Domplatte bis zum Rittergut Meinbrexen sind es 237 Kilometer. An verkehrsarmen Tagen ist die Strecke gut in 2 1/2 Stunden zu schaffen. Daher eignet sich die Tour schon  für ein  Wochenende.

 

Die Zieladresse Nr. 1 lautet:

 

Rittergut Meinbrexen, 

Rittergut 1

37697 Lauenförde-Meinbrexen

Ansprechpartner: Silke von Mansberg

Telefon: 05273/7357

 

Die Zieladresse 2 für Nichtinhaber des Stellplatzführers Landvergnügen lautet:

 

Yachthafen Dreiländereck

Würgasser Straße

37697 Lauenförde

 

Kostenlose PKW-Stellplätze vorhanden.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, aber lang.

Highlights

Hier kommen die Highlights, die das Ziel so attraktiv machen:

 

  • Rittergut Meinbrexen, touristisch nicht überlaufen und einmalig schönes Ambiente
  • Solling, der Naturpark an der Weser mit vielfältigen Wandermöglichkeiten
  • Allgemein: das erlebnisreiche Weserbergland mit seiner wunderschönen Natur und den schönen Fachwerkstädten
  • Bei Meinbrexen treffen sich eine Vielzahl zertifizierter  deutscher Ferienstraßen:
  • Deutsche Fachwerkstraße
  • Deutsche Märchenstraße
  • Straße der Weserrenaissance
  • Wesertalstraße
  • Mein Geheimtipp: auf der Anreise kommen wir am Desenberg vorbei, einer einmaligen Landmarke in NRW, vulkanischen Ursprungs mit Burgruine und Mikrokosmos. In unmittelbarer Nähe dazu befindet sich die alte Hansestadt Warburg, sehenswert!

Nützliche Weblinks

Hier kommen sie, die weblinks, die meinen Tourguide und eure Reise so unkompliziert machen:



Rittergut Meinbrexen bei Ankunft
Rittergut Meinbrexen bei Ankunft

Ein phantastischer Grill- und Stellplatz
Ein phantastischer Grill- und Stellplatz

Was fällt mir als Erstes zu diesem Artikel ein? " Einfach ankommen und die Seele baumeln lassen, ganz unkompliziert!"

 

Sehnen wir uns in der Freizeit nicht alle nach einem solchen Platz? 

Wenn alle Rahmenbedingungen (Wetter, Gesundheit, Stimmung) passen, dann werdet Ihr genau solch einen Platz hier finden.

 

Es ergab sich für mich durch die Terminierung der Botschafter-Tage für Landvergnügen in diesem Jahr, dass ich das Rittergut Meinbrexen und viele nette Menschen dort kennen lernen durfte.

 

Wenn man an diesem Stellplatz ankommt ist so vieles plötzlich möglich: Vati stellt den Grill heraus, die Kinder laufen auf die riesige Wiese, alle genießen den schönen Blick, die Ruhe und die Landschaft.

Die Hunde können herumtollen ohne Leinenpflicht, Mutti schnappt sich endlich mal ein Buch und verschwindet auf der Sonnenliege; alle können hier glückliche Stunden verleben.

 

Wer, wie ich, aus dem Ballungszentren Düsseldorf/Köln über die A 44 (E 331) anreist erlebt schon gleich auf der Anfahrt einige Highlights. Da wäre die Wewelsburg zu erwähnen. Zwischen den Anschlussstellen 60 und 61 befindet sich Deutschlands einzige Dreiecksburg -wirklich beeindruckend und in jedem Fall einen Besuch wert. 

 

Bei der Anschlußstelle 65 verlassen wir in Höhe Warburg die Autobahn und erreichen über die B 252 nach wenigen Minuten gleich zwei weitere Highlights. Warburg glänzt als alte Hansestadt mit schönen Fachwerkbauten und einer netten Altstadt.

 

Nicht weit entfernt von Warburg kommen wir über die B 7 zum Ort Dasenburg.

Von weitem schon erblickt man den Desenberg, welcher sich wie ein Berg aus dem Meer, kegelförmig aus dem flachen Umland erhebt. Auf seinem Bergsporn thront die Ruine Desenburg als imposante Landmarke. Ein Wanderparkplatz ist vorhanden und ein Aufstieg zur Ruine lohnt in jedem Fall, alleine wegen der sagenhaften Aussicht.

 

Hinweistafeln erläutern uns hier oben einiges zur Geschichte der Hansestadt Warburg, zur Burggeschichte und zu dem biologischen Mikrokosmos und seiner Entstehungsgeschichte auf dem Desenberg. Für mich persönlich zählt dieser Berg zu einem der magischen Orte in ganz Nordrhein-Westfalen.  

 

 


Der Desenberg erhebt sich erfurchtsvoll aus dem flachen Umland als weithin sichtbare Landmarke seit tausenden von Jahren
Der Desenberg erhebt sich erfurchtsvoll aus dem flachen Umland als weithin sichtbare Landmarke seit tausenden von Jahren

Aussicht von Bergplateau
Aussicht von Bergplateau

Für den Auf- und Abstieg inklusive Fotostop und Infotafeln sollte man etwa 1-1,5 Stunden einkalkulieren.

 

Ohne besondere Anforderungen sind die ca. 150 Höhenmeter auf einem Pfad gut zu schaffen. Barrierefrei ist es jedoch nicht und somit auch nicht für Kinderwagen geeignet. 

 

Einen Kaffee-Pause können wir problemlos in der Hansestadt Warburg einlegen und evtl. noch einen Blick in die schöne Altstadt werfen. Wer hier übernachten möchte um die Stadt genauer zu Erkunden findet hier einen sauberen und sehr günstigen Wohnmobilstellplatz für 5,00 Euro pro Nacht inklusive V/E und Strom (Stand 09.2017).

 

Dann geht es auch schon weiter über die B 241 nach Borgentreich und Beverungen.

 

Bei Lauenförde überqueren wir die Weser und erreichen nach kurzer Fahrt vorbei an wunderschönen Fachwerkhäusern mit großen Torbögen das Rittergut Meinbrexen.

 

Das Café im alten Kuhstall empfängt uns mit urigem Charme, Gemütlichkeit und tollem Ambiente. An der Verkaufstheke bekommen wir allerhand leckere Sachen, die uns den Gaumen verwöhnen, sowie Produkte aus eigener Herstellung.

 

Nach Voranmeldung ist ein reichhaltiges Frühstück buchbar, welches ich sehr empfehlen kann. Bitte hierfür die saisonalen Öffnungszeiten des Cafés auf der homepage beachten.

 

Eine Besichtigung des Parkes ist unter fachkundiger Führung ebenfalls möglich. Hier erfahren wir wirklich interessante Dinge zur Geschichte des Gutes insbesondere über den Park, der zu den wenigen noch erkennbaren und erhaltenen Freimaurerparks in Deutschland und sogar  Europa zählt. 

 

Die Parkführung wird von der Hausherrin persönlich durchgeführt und ist derart spannend und weitsichtig in ihren Ausführungen und Erläuterungen, dass man sie auf keinen Fall versäumen sollte. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle also Frau von Mansberg für diese unterhaltsame und lehrreiche  Stunde.



Meinbrexen

Wo befinden wir uns und was macht den Standort so interessant?

Meinbrexen liegt im Dreiländereck NRW-Niedersachsen-Hessen und weist mit seiner geografischen Lage eine Vielzahl von schönen Ausflugs- Wander- und Radtourmöglichkeiten auf. Während die Stadt Beverungen mit 14.000 Einwohnern "links" der Weser noch im Osten von NRW liegt, befinden wir uns in Meinbrexen bereits im westlichen Niedersachsen. Die Weser bildet also die natürliche imaginäre Grenze der beiden Bundesländer.

Das Weserbergland füllt nicht umsonst ganze Bildbände und Reiseführer, denn mit seiner landschaftlich reizvollen Natur, den Wäldern, Auen und Flusslandschaften bietet es dem Erholungssuchenden und Kulturinteressierten ein Füllhorn voller Möglichkeiten.

Besonders erwähnenswert ist die unweit unseres Standortes liegende Stadt Höxter und das Kloster Corvey, welches zu den Weltkulturerbestätten der Bundesrepublik gehört. Ebenso erwähnenswert ist das Schloß Bevern eines der repräsentativsten Gebäude der Weserrenaissance.  

Ich hoffe ich habe mit diesem Bericht Lust gemacht auf neue Erkundungen in unserer Heimat und wünsche Euch viel Spaß bei euren Touren. 

Natürlich werde ich das Gut erneut aufsuchen um in den kommenden Blogberichten von den Ferienstraßen, den kulturellen Highlights und meinen Erlebnissen in der hiesigen Natur zu berichten. Wir sehen uns, bis bald!

 


hier noch einige Eindrücke von meiner Tour Zum Botschafter-treffen von Landvergnügen:


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Wahner Heide im Spätsommer

Eine Kurzwanderung durch die Bergische Heideterrasse

Diese kleine, aber feine Halbtageswanderung führt uns in das artenreichste Naturschutzgebiet Nordrhein Westfalens. In unmittelbarer Nähe zum Köln-Bonner Flughafen und einem alten Militärübungsgelände erleben wir urwüchsige Natur, die wir in solcher Ausprägung hier nicht erwartet hätten und genießen einen Urlaubstag vom Alltag. Im Anschluss an die Wanderung besuchen wir Burg Wissem, das kulturhistorische Wahrzeichen Troisdorfs. Diese Burg empfängt uns mit einem kulturellen Superlativ und einem herrlichen, gastronomischen Ausklang für diesen schönen Tag. Ich wünsche  Euch viel Spaß beim Lesen und Erkunden dieser, auch für Kinder (und solche, die es im Herzen stets geblieben sind), spannenden Tour.



Anfahrt

Unser Start- und Zielpunkt für die Wanderung ist heute die Waldwirtschaft Heidekönig, welche unter Insidern als Kult-Gaststätte gilt (nicht zuletzt wegen der dort stattfindenden Events):

  • Mauspfad 3, 53842 Troisdorf

Zweite Zieladresse für den Kulturgenuß und Gaumenschmaus, Burg Wissem:

  • Burgallee 1, 53840 Troisdorf

Die Parkplätze am Heidekönig sind gratis und unbefristet. Alternativ kann man auch von Burg Wissem aus loswandern, denn beide Ziele liegen in relativer Nähe zueinander und die Wanderwege sind klar gekennzeichnet.

Highlights

Hier sind einige Highlights, die uns den Tag wieder einmal so angenehm gestalten lassen:

  • Heidekönig, ein lauschiger Biergarten auf riesiger Wiese mitten im Wald-Heide-Gebiet. Hier haben auch die Kiddies ihren Spaß; Sommerkonzerte, Events,  etc.
  • Forsthaus Telegraph, neben dem Heidekönig, gepflegte Gastronomie in gemütlicher Atmosphäre.
  • Burg Wissem, Museum, Gastronomie, Café, Wildpark, Kinderspielplatz
  • Das Naturschutzgebiet Wahner Heide als Teil der Bergischen Heideterrasse bietet Naherholung und vielfältige Wander- und Radelmöglichkeiten in schöner Natur.

Nützliche Weblinks

Einen offiziellen Wohnmobilstellplatz gibt es in diesem Naturschutzgebiet nicht. Eure Kreativität ist hier gefragt. Wer höflich nachfragt und die Augen offen hält findet ein Plätzchen für die Nacht.  

 

Eine preisgünstige und saubere Alternative ist der Campingplatz Lohmar-Ort. 

 

Selbstverständlich verfügt die Burg Wissem auch über eine eigene Homepage.

 

Das einmalige Restaurant auf Burg Wissem "QuattroPassi" verwöhnt den hungrigen Wanderer mit feiner italienischer Küche und leckeren Weinen. Meine High-End Adresse für heute.



Idylle am Waldweiher
Idylle am Waldweiher

Die Fliegenberg-Tour: Im roten Meer der Heide

Die Fliegenberg-Tour ist eine abwechslungsreiche, 8,4 Kilometer lange, durchgängig mit einem Widderkopf gekennzeichnete  Rundwanderung durch die Wahner Heide.

 

Diese führt uns durch die landschaftliche Vielfalt und Geschichte dieser Region und erklärt uns über interessante Hinweistafeln am Wegesrand die Hinterlassenschaften der Eremitage und der früheren Besiedlungsgeschichte auf dem Ravensberg.

 

Den besonderen Reiz dieser Tour macht die Ginsterblüte in den Monaten Mai - Juni und die Heideblüte in den Monaten August-September aus.

 

Am Wanderparkplatz "Heidekönig" parken wir kostenlos und können uns einen Überblick über die verschiedenen Wandermöglichkeiten an der dort aufgestellten Wanderkarte verschaffen. Natürlich gibt es auch im Internet kostenlose Informationen und Karten zum download.

 

Es gibt mindestens drei ausgezeichnete Rundwanderungen, welche am Telegraphenhaus/Heidekönig  vorüber führen. Die Wahner Heide ist auf diesen Wegen ideal für den Wanderer erschlossen worden und überrascht uns mit ihrer natürlichen Vielseitigkeit. Selbst im Winter spielt diese Region mit ihrem einzigartigen Mikrokosmos ihre Highlights aus.

 

Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall - auch wenn es, wie im hier genannten Beispiel nur ein Tag werden sollte. Aber mal ehrlich: aufgrund der Nähe zu meiner Heimatadresse bin ich natürlich viel öfter hier, weil es so speziell ist. An manchen Tagen meine ich in Nord-Holland zu sein, mit dem Gefühl der Strand ist nicht weit. An anderen Tagen frage ich mich, was an der viel weiter entfernteren Lüneburger Heide schöner sein sollte (sorry !).  Im Sommer suche ich vergebens einen so schönen, relaxten Biergarten wie im Heidekönig - und finde keinen vergleichbaren.

Und wieder an anderen Tagen suche ich einen Platz , wie die umgestürzten Bäume auf dem Telegraphenberg um die Seele baumeln zu lassen und den Blick in die Ferne schweifen zu lassen -  so nahe zu den uns wohlbekannten Ballungszentren müsste hier doch viel mehr los sein, denke ich dann, stelle aber fest: "Dem ist nicht so." Ein idealer Platz also für eine kurze Flucht  "Raus aus dem Alltag"!



Wir stellen das Auto/Wohnmobil am Wanderparkplatz (Zieladresse 1) ab und verschaffen uns einen ersten Überblick an der Wandertafel direkt am Parkplatz.

 

Im Anschluß ziehen das Telegrafenhaus und der Heidekönig-Biergarten unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wer früh morgens hier ankommt kann prima brunchen,  oder erstmal auf einen Kaffee einkehren (Öffnungszeiten beachten, weblink siehe weiter oben).

 

Wir entscheiden uns bei den möglichen Wanderungen für die kürzere Variante, die Fliedberg-Tour. Wegen der unverlaufbaren Ausschilderung verzichte ich auf eine detaillierte Wegbeschreibung, (siehe Foto oben).

 

Bei 8,4 Kilometern Wegstrecke rechnet ein konditionierter Wanderer mit ca. zwei Stunden für die Rundwanderung. Ich habe vorsichtig 3 Stunden eingeplant, plus Museeumsbesuch (unbedingt empfehlenswert), ca 1,5 Stunden sind es zusammen 4,5 Stunden. Das Museum/ Schloss ist vom Heideköng ungefähr 10 Autominuten entfernt. 

 

Eine wirklich abwechslungsreiche Wanderung erwartet uns hier. Je nach Zeitpunkt der Ankunft und unserer Tagesplanung sollte nach der Wanderung noch genug Zeit bleiben um Schloß Wissem zu besuchen. Alternativ kann man die Wanderung auch von Schloß Wissem beginnnen, ich bevorzuge jedoch diese Variante aus zwei Gründen:

  1. Die Parkplätze am Heidekönig sind bisher kostenlos.
  2. Die Reihenfolge erst Natur, dann Kultur und anschließend lecker essen ist mir die sympathischte.

Die Burg Wissem ist das kulturhistorische Wahrzeichen der Stadt Troisdorf. Vor der Burg gibt es ausreichende Parkmöglichkeiten (gebührenpflichtig), sogar für Fahrer eines E-Bikes befinden sich hier  E-Bike Ladestationen. Vorbildlich! So etwas findet man nicht vor jedem Schloß in NRW.

 

Die Burg Wissem ist ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie. Vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bieten sich hier dem Besucher.  



Burg Wissem

Im Jahr 2017 werden aktuell Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Mit einem Millionen-Aufwand werden unter Einhaltung der Vorgaben des Bauamtes und des Amtes für Denkmalschutz die Fenster auf allen  Etagen erneuert. Das Museum ist jedoch weiter geöffnet. 

Burg Wissem besitzt das  einzige Spezialmuseum  Europas für künstlerische Bilderbuchillustrationen, historische und moderne Bilderbücher sowie Künstlerbücher. 1982 wurde es auf Basis einer Privatsammlung des Troisdorfer Kaufmannes Wilhelm Alsleben gegründet, als dieser seine Privatsammlung von rund 350 originalen Buchillustrationen und einigen tausend Bilderbüchern schenkte. In den vergangenen 35 Jahren seit Gründung wurde der Museumsbestand durch weitere Ankäufe und Schenkungen systematisch ausgebaut und durch Wechselaustellungen ergänzt. Alle zwei Jahre wird auf Burg Wissem der Troisdorfer Bilderbuchpreis verliehen, so auch in 2017.

Der heutige Burgkomplex besteht aus verschiedenen Bauteilen unterschiedlicher Jahrhunderte. Im Kern gehen die Fundamente auf einen Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert zurück. Man nimmt an, dass im 14. Jahrhundert die Grafen von Berg Lehnsherren der Burg waren.

Mit der Geschichte dieses Grafengeschlechtes sind wir auf mehreren hier beschriebenen Touren bereits in Berührung gekommen, so z.B. die Grablege der Grafen in der Lambertuskirche in Düsseldorf , sowie im Altenberger Dom.

Nach einer sehr wechselvollen Geschichte wurde die Burg 1939 an die Zivilgemeinde Troisdorf verkauft. In den Jahre 1945 bis 1981 diente das Hauptgebäude der Gemeinde als Rathaus, seit 1982 ist die Burg Museum.

Heute befinden sich im Gebäudeensemble die Tourist-Information, das Portal Wahner Heide, die Remise für Konzerte und  Veranstaltungen, das Trauzimmer, das Museum für Stadt- und Industriegeschichte und das Ristorante Quattro Passi. Der Komplex ist umgeben von einem mittelalterlichen Burggraben und einem schönen Park, dem sich ein Wildgehege und ein Kinderspielplatz anschließt.


Fazit

Ein abwechslungsreicher Tag gelingt uns hier, wenn wir den Bogen von der Natur zur Kultur schlagen und den Tag kulinarisch beginnen und auklingen lassen.

Möglichkeiten dazu bietet z.B. das Telegraphenhaus, wo wir auch noch etwas über die Kommunikation lange vor SMS, Snapchat & co.   erfahren können,

Der "Heidekönig"  als Veranstaltungsort für Sommerkonzerte mit gemütlichem Biergarten und Belohnungsbierchen nach der Wanderung ist bei schönem Wetter ein Ziel erster Wahl. Unbedingt probieren: Bergisches Landbier! Auf unserer Rundwanderung kommen wir auch noch an einem Chinesischen Restaurant, dem Kaisergarten, vorbei. Hier gibt es chinesische, japanische und mongolische Speisen.

Auf Burg Wissem findet der Tag seinen kulturellen Höhepunkt mit einem Museum, welches auch für Kinder interessant sein dürfte. Zu guter letzt möchte ich Euch den Besuch des Ristorante "QuattroPassi" in der Burg ans Herz legen, in dem wir gediegen italienisch speisen können.

So nun habt ihr die Qual der Wahl, ich denke auch dieses Mal ist für jeden Geldbeutel wieder etwas dabei! Dann bleibt mir nur Euch viel Spass beim Erkunden und Ausprobieren zu wünschen. Ich bedanke mich für Eure Unterstützung, Euer Interesse an meinem Blog und die vielen positiven Rückmeldungen!


hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:


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Rureifel - Eine Wanderung nördlich des Nationalparks

Raus aus dem Alltag - gesagt und getan!

In einem unscheinbaren Ort, von dem wir bis dato vielleicht noch nie gehört haben finden wir genau das, wonach wir suchen: Entschleunigung, Entspannung, Natur, Genuss, Geschichte und ein Wandererlebnis, gewürzt mit frischer Luft und abwechslungsreichen Fernblicken. Lasst Euch entführen in die Rureifel.

Es gibt heute einen neuen Geheimtipp für Wohnmobilfahrer, eine Pferdepensions-Tipp für Pferdebesitzer, einen Ponyclub-Tipp für Kinder und einen Camping-Tipp aus der Serie "schöner campen". Ok, alles nicht das Richtige? Dann fange ich anders an: es gibt heute einen Wander-Tipp auf  selten gelaufenen Wegen, abseits des Mainstreams. Eine Superlative? Ja, wenn man so will geht es heute auf den höchsten geografischen Aussichtspunkt des Kreises Düren. Kultur? Ja, auch die habe ich  noch mit reingepackt.  Ein bedeutendes Museum und ein schönes kleines Schloss sind auch wieder dabei - los geht's  und viel Spass beim schmökern und erleben!


Blick vom Staudamm Obermaubach, unserem Startpunkt
Blick vom Staudamm Obermaubach, unserem Startpunkt

Anfahrt

Die Anfahrt erfolg ab Köln über die A 1 bis AB-Kreuz West/Frechen und dort auf die A 4 Richtung Aachen bis Autobahnabfahrt 7 Richtung Düren.

 

1. Zieladresse: Leopold-Hoesch-Museum mit angegliedertem Papiermuseum  am Hoeschplatz 1, 52349 Düren

 

2. Zieladresse: Schloss Burgau, Von-Aue-Straße 1, 52355 Düren, Ortsteil Niederau

 

3. Zieladresse: Ausgangspunkt der Wanderung, kostenlose Wanderparkplätze in Obermaubach am Staubecken: Von Düren über die L 249 in Richtung Nideggen. In Kreuzau rechts ab zum Stausee Obermaubach. Zwischenstopp in Untermaubach wegen der Burg.

 

Die Distanz von der Kölner Domplatte bis zur Stauanlage Obermaubach beträgt 74 Kilometer bei einer Fahrtdauer von ca. 1 Stunde.

 

Mit der DB fährt man bis Düren und steigt dort in die Rurtalbahn ein, die direkt an der Staumauer eine Haltestelle hat.

Highlights

Eine Reise zur Ruhe und Natur und doch bilden einige (Kultur-)Highlights einen würdigen Rahmen für diese Tour:

  • Schloss Burgau, bemerkenswerter Renaissance-Erker, und Wechselausstellungen.
  • Leopold-Hoesch-Museum, Düren, mit angegliedertem Papiermuseum
  • Untermaubach, sehenswerte Burganlage aus dem 14. Jahrhundert, bisher keine touristische Randnote wert und doch bereits 1998 ausgezeichnet mit dem Rheinischen Denkmalpreis  für die beste Restaurierung; privat, leider nur Besichtigung von außen möglich, vis-a-vis schöner Biergarten, Fachwerkbauten im alten Dorfkern
  • Staubecken Obermauchbach 
  • Krawutschke-Turm, höchste Erhebung im Kreis Düren, ein Aussichtspunkt mit Geschichte und Vergangenheit  
  • Nationalpark Eifel: Infopunkt Zerkall
  • Gut Kallerbend, Ferienwohnungen und Biergarten bzw. Restaurant mit Schwarzwaldatmosphäre.

Weblinks

Hier sind sie wieder, die Weblinks, die uns den Aufenthalt so angenehm und einfach wie möglich gestalten.

  • Wohnmobilstellplatz Zerkall am Infopunkt Nationalpark und der Rurtalbahnhaltestelle, kostenloser Stellplatz für Wohnmobile mit der Möglichkeit während der Öffnungszeiten des Infopunktes gegen eine Gebühr von 1,50 Euro, die Dusche und Toilette des Kanuclubs zu nutzen.
  • Wohnmobilstellplatz Friesengestüt Gut Mausauel, Gut-Mausauel-Hof 1, 52372 Kreuzau-Obermaubach, Telefon: 02427/6505, Inhaber Herr Demary, mein Geheimtipp für heute. Preis nach Vereinbarung und Größe des Mobils.
  • Meine Hotel-Empfehlung in Obermaubach: Hotel am See
  • Schöne Ferienwohnungen direkt an der Wanderstrecke in Gut Kallerbend
  • Campingplatz Hetzingen, Nideggen in der Nähe zu Obermaubach im Rurtal gelegener sehr schöner Campingplatz, web link mit super Bewertung.
  • Jugendherberge Nideggen, meine absolute Low-Budget-Empfehlung für heute! Übernachtungen ab 19,40 möglich. Idealer Ausgangspunkt für Naturerlebnisse in der Rureifel


Zwischenstopp in Düren

Leopold-Hoesch-Museum
Leopold-Hoesch-Museum

ein kurzer Rückblick in die Dunkelen Kapitel der StadtGeschichte

Heute ist vielen Lesern und Einwohnern nicht mehr so präsent, dass Düren eine Stadt ist, die wir  normalerweise gar nicht mehr finden würden auf der Landkarte!  Wäre da nicht der ungebrochene Wille der Dürener gewesen ihre Stadt wieder neu aufzubauen. Düren wurde am

19. November 1944 das Ziel der Royal Air Force.

Nicht zum ersten Male flogen die Verbände der Britischen Streitkräfte einen Luftangriff auf die Stadt an der Rur, an jenem Tag jedoch den verheerentsten und tragischsten der Stadtgeschichte. Am frühen Nachmittag zwischen 15:00 und 16:00 Uhr nahmen 474 Bomber die Stadt zu ihrem Angriffsziel, mit dem Ergebnis diese von der Landkarte zu tilgen. Das Kuriose dabei: Es waren keine Wehrmachtsverbände, oder kriegsentscheidend wichtigen Stellungen der Wehrmacht in Düren. Das Bombardement dauert eine halbe Stunde. 5.477 Sprengbomben und 148.980 Brandbomben mit einem Gesamtgewicht von 2.751,9 Tonnen wurden über dem Zentrum abgeworfen.

Das Ergebnis: Die Stadt war noch vor Sonnenuntergang zu 99% zerstört, ganze 4 Häuser waren noch bewohnbar. An diesem Nachmittag fanden über 3.000 Dürener den Tod. Ein amerikanischer Soldat , der nach der Ardennenoffensive und der Schlacht im Hürtgenwald, Düren erreichte stellte fest: "Man kann von dem einen Ende der Stadt zum anderen Ende dessen sehen, was einmal die Stadt Düren war."

Die Zerstörungen waren so fatal, dass die überlebenden Bewohner aus der Stadt flohen und ein geisterhafter Trümmerhaufen zurückblieb. Die Zerstörungen hatten hier ein  größeres Ausmaß angenommen, als die Zerstörung Dresdens. Eine morbide Antwort auf Goebbels "totalen Krieg".

 

Die bittere Erkenntnis: Krieg ruft Leid hervor und ist das Ende von Freiheit und Menschlichkeit. Das Gedenken an solche grausamen Geschehnisse muss uns deswegen heute und in Zukunft immer eine Mahnung sein gegen Intoleranz, Neid und Missgunst, aus denen Kriege erwachsen, vorzugehen.

 

Auch das Leopold Hoesch Museum wurde getroffen, die Glaskuppel und die Sammlung zum größten Teil vernichtet und erst nach dem Krieg wieder aufgebaut.  Heute erstrahlt es in altem Glanz und ist eines der wenigen Gebäude aus der Zeit vor der Zerstörung. Eine gemütliche Altstadt sucht man in Düren jedoch vergebens.

Was bewegt mich dazu diese düsteren Bilder herauf zu beschwören?  Einmal geht es mir darum nicht nur die schönen Dinge unserer Region aufzuzählen und zu nennen und zum anderen möchte ich auch ein bisschen Neugierde wecken für die strategische Rolle,  die die Belgischen Ardennen und die Rureifel im 2. Weltkrieg spielten. Die Ereignisse des Winters 1944 werden uns thematisch noch im Infopunkt Zerkall und auf unserer Wanderung zum Krawutschketurm, der damals auch eine strategische Rolle spielte, begleiten.


Schloss Burgau im Ortsteil Düren - Niederau

Schloss Burgau, nach den Zerstörungen des Weltkrieges wieder aufgebaut strahlt renoviert in neuem Glanz
Schloss Burgau, nach den Zerstörungen des Weltkrieges wieder aufgebaut strahlt renoviert in neuem Glanz

Vorburg und Wassergraben zu Schloss Burgau aus dem 17. Jahrhundert
Vorburg und Wassergraben zu Schloss Burgau aus dem 17. Jahrhundert

Nur wenige Kilometer von Dürens Stadtzentrum entfernt liegen auf unserer Anreise zum Staubecken Obermaubach zwei weitere attraktive Sehenswürdigkeiten, die einen kleinen Umweg lohnen.

 

Im Ortsteil Düren-Niederau, finden wir schon Hinweisschilder auf das Schl0ss Burgau, einer niederrheinischen Wasserburg aus dem 17. Jahrhundert deren erste Grundmauern auf ein Rittergut des 12. Jahrhunderts zurückreichen. Erste Urkundliche Erwähnung  fand 1234  als Eigner ein Ritter Amilius von Auwe.

 

Im 2. Weltkrieg erheblich beschädigt, war die romantische Wasserburg bis 1975 Ruine, und zeigt sich seit 1998 fertig renoviert in neuem Glanze. Mit Wassergraben und der sie umgebenden Parklandschaft ist sie auf jeden Fall einen Umweg wert. In der Burganlage finden interessierte Besucher ein Schlosscafe und Wechselausstellungen.

 

Weiter führt unser Weg über Kreuzau nach Untermaubach, wo wir direkt an  der Höhenburg zu unserer rechten Seite einen kurzen Schlenker nach rechts machen und vor dem Haupteingang zur Burg den Wagen abstellen können um einige Fotos zu schießen. Einen Biergarten finden wir dort ebenso, wie ein idyllisches Fachwerk-Dorf-Ensemble. Die Burg kann leider nur von außen besichtigt werden. Man hat jedoch den Eindruck in diesem Dorf ist die Zeit stehengeblieben. Gerade das macht aber seinen Reiz aus. Aus dem Trubel des lauten Ballungszentrums Köln/Düsseldorf kommend, sehen wir uns hier in eine andere Welt versetzt.

 

Nach dem kurzen Stopp erreichen wir nur Minuten später den Staudamm in Obermaubach. Dort können wir unser Auto abstellen und kostenlos parken. Auf der anderen Seite der Staumauer befindet sich das Restaurant "Strepp am See", wo wir nach unseren Besichtigungen in Düren jetzt vor der Wanderung noch prima zu Mittag essen können.

 

Die vor uns liegende Wanderung ist 10,8 Kilometer lang, als Rundkurs angelegt und dauert ohne Pausen 3:30 Stunden. Sie ist also als klassische Halbtages-Tour ausgelegt und wenn wir mit dem Wohnmobil übernachten wollen, haben wir jetzt noch genug Zeit. Aber auch an einem längeren Sommertag ist alles gut zu schaffen.

 


Burg Untermaubach aus dem 12. Jahrhundert, ausgezeichnet mit dem Rheinischen Denkmalpreis 1998
Burg Untermaubach aus dem 12. Jahrhundert, ausgezeichnet mit dem Rheinischen Denkmalpreis 1998

Eine Rundwanderung zum höchsten Aussichtspunkt des Kreises Düren

Wir überqueren den Staudamm in Obermaubach mit schöner Sicht auf das Staubecken und die Höhenzüge des Rurtals und halten uns am Restaurant "Strepp am See" rechts auf dem Asphaltweg. 

Parallel zum Ufer folgen wir diesem immer gerade aus bis wir zu unserer rechten Seite das Friesengestüt Gut Mausauel erreichen. Hier befindet sich mein Geheimtipp für Wohnmobilfahrer (Platz für ca. 5-6 Mobile, bisher nicht gelistet im Stellplatzverzeichnis) und ein Hofcafé mit Kinderspielplatz, Pferdepension und Ponyclub. 

 

Dahinter bleiben wir noch ein Stück auf dem Teerweg, bis wir einen Bahnübergang erreichen. Ab dort folgen wir der Wegkennzeichnung  63 rechts über ein Stück Wiese und dann über die grüne Fussgängerbrücke über die Rur. Auf der anderen Seite erblicken wir einen steilen Pfad ohne Kennzeichnung dem wir nach links, steil bergan durch den Wald folgen. 

 

Bald erreichen wir einen Forstweg auf dem wir links einbiegen bis wir an einer U-förmigen Kurve uns abermals ´links auf dem Bergrücken halten (Ausschilderung Gut Kallerbend). Dort wo wir eine Einzäunung erreichen folgen wir dem Trampelpfad nach rechts der uns vorbei an einer Bank mit schönem Blick auf die Rur in Serpentinen über einige Stufen hinunter ins Tal bringt. 

 

Dort überqueren wir die Rur auf einer Brücke und erreichen nach wenigen hundert Metern das Gut Kallerbend (1:10), einen wunderschönen Hof mit Biergarten und Ferienwohnungen (Tipp!), der mich an den Schwarzwald erinnert.Neben der Zufahrtsstrasse zum Gut gehen wir weiter auf dem Fußweg bis wir kurz vor der Bahnhaltestelle von Zerkall nun zwei Möglichkeiten haben: 

  1. Wir gehen einige Meter nach links und über die Brücke mit dem Schild 'Nationalpark Eifel' erreichen wir kurzerhand den Infopunkt des Nationalparks. Hier können wir uns informieren, kostenloses Prospektmaterial mitnehmen und ggfs. die Wanderung abkürzen, in dem wir mit der Bahn nach Obermaubach zurückfahren.
  1. Ans Herz legen möchte ich Euch hier Informationen zum Wanderweg Nr. 7 des Eifelvereins mit dem Namen "Felspassage" (Blogbericht folgt) und die  Mappe mit 7 Historisch-Literarischen Wanderwegen (kostet 3,00 Euro)
  2. Wir wandern nach rechts und überqueren erneut die Rur, dort folgen wir dem Mühlenweg  (Kennzeichnung 93 + schwarzer Keil).

Der Mühlenweg bringt uns zunehmend steiler den Berg hinauf und führt in den Wald hinein. Etwa 50 Meter hinter Haus Nr. 16, zweigen wir am Wanderweg 35 rechts auf einen Pfad ab, der steil aufwärts führt. Hier befinden wir uns schon auf der Flanke des Burgberges der an seinem höchsten Punkt 401 Meter hoch ist.

 

Bevor wir aus dem Wald heraustreten, biegen wir halb rechts ab (nicht scharf rechts) mit Blick auf die Ortschaft Bergstein, an Wiesen entlang, kommen wir so zur Kirche von Bergstein. Hier nach rechts über die Burgstraße kommen wir vorbei am großen Wanderparkplatz mit schöner Aussicht an eine Schranke. Dahinter biegen wir links ab und steigen bergan zum Burgberg auf an dessen höchsten Punkt wir den Krawutschketurm erreichen.

 

Von hier oben ergeben sich fantastische Ausblicke in den Hürtgenwald, wo sich eine der schwersten Schlachten des 2. Weltkrieges abspielte. Die sogenannte Allerseelenschlacht tobte 6 Tage im Hürtgenwald und die Bilanz war verheerend: Über 6.100 Amerikaner fielen, wurden verwundet oder  gerieten in Kriegsgefangenschaft. Heute ist es ruhig und friedlich, wenn unsere Blicke  in das Rurtal, über die Eifel bis hin zum Siebengebirge schweifen, können wir uns dieses Schreckensszenario gar nicht mehr vorstellen und sind doppelt dankbar, dass nun schon seit mehr als 70 Jahren Friede in Europa herrscht.

 

Die aufgestellten Hinweistafeln (Eifelblicke) auf der dritten Aussichtsplattform erläutern uns was  es alles so zu sehen gibt.

 

Wenn wir uns auf dem Bergplateau nun etwas genauer umsehen finden wir einen unzerstörten Bunker aus dem  2. Weltkrieg der zum sogenannten  Westwall gehörte  und etwas weiter unten den gesprengten Kommandobunker. In der Kirche von Bergstein hatte Anfang Dezember 1944 das 2. Ranger-Bataillons Hauptquartier bezogen. Dieses Bataillon war im Sommer 1944 am D-Day bei der Erstürmung der Point du Hoc in der Normandie zu Ruhm und Ehre gekommen. Am 7. Dezember gelang es dieser Einheit unter schweren Verlusten den Burgberg einzunehmen. Nach der Umrundung des Burgberges verlassen wir diesen über den Weg den wir hochgekommen sind.

Am Krawutschketurm schlug bei meiner Tour das Wetter um.
Am Krawutschketurm schlug bei meiner Tour das Wetter um.

Wir passieren die Schranke, den Wanderparkplatz und die Kirche und folgen der Burgstraße bis zur Einmündung der Straße "Im Siebert" der wir nach rechts folgen. Ab hier sehen wir als Wegkennzeichnung den schwarzen Keil auf weißem Grund der uns zuverlässig nach Obermaubach zurück bringen wird.

 

Nachdenklich verlassen wir Bergstein über eine Kreuzung hinweg auf einem Teerweg zu einem Kruzifix an einer Hecke.

 

Auch hier halten wir uns bei weiten Blicken über die Felder rechts und wandern über den Schotterweg an Wiesen und Feldern entlang, später durch den Wald hinunter.

 

Im Wald folgen wir stur dem Hauptweg, doch aufgepasst: hinter einer Linkskurve verlassen wir den Weg und biegen nach zwei Abzweigungen auf der rechten Seite scharf nach rechts steil bergab, der Markierung folgend. Ich wäre beinahe an dem Abzweig vorbei gelaufen. Der pfadige Weg wird zum Holweg  und mündet in die Bergsteiner Straße. Wir marschieren an Haus Waldeck (3:05) vorbei mit Wanderwegweiser 93 und schwarzem Keil bringt uns die Seestraße nach rechts zurück zum Staubecken und unserem Parkplatz (3:30).

 

Die Wanderung ist entnommen dem Rother Wanderführer Eifel von Dieter Siegers/ Maria und Winand Reitz. Herrn Reitz,  den ich hiermit herzlich grüße und mich nochmals  bedanken möchte für diese tollen Touren hatte ich auf einer Wanderung oberhalb des Ahrtales bei Schuld 2015 persönlich kennen gelernt und mir auf seine Empfehlung hin diesen Wanderführer bestellt. Bisher war ich von jeder seiner Touren begeistert.

 

Meine Tour begann an einem heißen Sommertag und für den Abend waren Wärmegewitter vorausgesagt. Als ich gegen 15:30 Uhr im Infopunkt Zerkall war, fragte mich der dortige Berater, wo ich denn hin wollte. Wir sprachen über eine Unwetterwarnung, und dass die Wetterfront zur Zeit über Belgien sei. Sie sollte so gegen 18:00 Uhr die Rureifel erreichen. Ich antwortete ihm: 'Bis dahin bin ich mit meiner Tour fertig'. Beim Aufstieg an der Bergflanke wurde es plötzlich finster und starker Wind kam auf. 

 

Kaum hatte ich die Kirche von Bergstein erreicht, regnete es wie aus Eimern. Die Kirche war geöffnet, ich fand Zuflucht vor dem Wettersturz und mich überkam eine fast unheimliche Stimmung. Nach etwa einer halben Stunde ließ der Regen nach und ich konnte die Wanderung fortsetzen und trockenen Fusses das Ziel erreichen. Die Unwetterfront hatte ich jedoch stets vor Augen und das Grollen des Donners und die Blitze in der Ferne begleiteten mich auf dem letzten Teil des Weges. Dieses Erlebnis in Verbindung mit den recherchierten Geschichte macht diese Wanderung für mich zu einem unvergesslichen und einmaligen Erlebnis.


Fazit dieser Tour:

Ein Ausflug aus dem Alltag, den ich bei der Vorplanung so nicht erwartet hätte. Wirklich schöne Erlebnisse bieten sich hier  dem Wanderer, nicht einmal eine Stunde von Köln entfernt.

Ob Schloß, Burg, Museum, See, Café, Restaurant, Gutshöfe, Natur und Geschichte: diese Tour ist kurzweilig und erlebnisreich und wirkt zumindest bei mir noch lange nach. Die Wanderung  bietet Abkürzung und Einkehr zwischendurch, sollte aber nicht unterschätzt werden angesichts einiger kurzer, aber knackiger Anstiege. Für geübte Wanderer stellt sie keine großen Anforderungen oder Schwierigkeiten dar.

Ich hoffe mein kleiner Ausflug in die Geschichte hat euch gefallen und Eure Neugierde für diese wenig frequentierte Region geweckt.

Mir bleibt da nur Euch viel Spass beim lesen und erleben zu wünschen; ich freue mich auf Eure Rückmeldungen und sage bis bald - dann schon mit meiner 21. Tour!


Hier noch einige eindrücke von meiner Tour:

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Grugapark und Gasometer-Gute Adressen im Revier

Grüne Lunge in Essen und hoch hinaus in Oberhausen

 

Es ist endlich soweit, die Sommerferien haben begonnen.

Während die einen zum Flughafen eilen,  um in den sonnigen Süden zu fliegen und die anderen ihre Autos  für eine längere Reise beladen, machen sich wiederum einige auf den Weg um die schönen Sehenswürdigkeiten unseres Bundeslandes anzusehen.

Eins ist gewiss: hier in NRW gibt es so vieles zu entdecken. Wir haben uns auf den Weg gemacht und sind von Essener Rutherhof -ein ganz besonderer Stellplatz von Landvergnügen und ein Bauernhof mit garantiertem Familienspass- über die Gartenstadt Margarethenhöhe zum Essener Grugapark gefahren.

Am darauf folgenden Tag ging es nach Oberhausen in die Ausstellung "Wunder der Natur" im Gasometer Oberhausen. Herausgekommen ist dabei ein spannendes Wochenend-Programm voller Superlative. Es wird spannend und ereignisreich für die ganze Familie, doch macht Euch selbst ein Bild. Viel Spaß beim schmökern und ausprobieren - und natürlich schöne Ferien- wünsche ich Euch!


Traumhafte Parklandschaften im Grugapark Essen
Traumhafte Parklandschaften im Grugapark Essen

Anfahrt

  • Adresse für den Rutherhof in Essen: Rutherweg 39, 45133 Essen, Telefon: 0201/492468
  • Adresse Essen Grugapark: Virchowstr. 167 a, 45147 Essen
  • Adresse Margarethenhöhe: Steile Straße 46, 45149 Essen
  • Adresse Gasometer Oberhausen: Arenastraße 11, 46047 Oberhausen

Vom Grugapark in Essen bis zum Gasometer Oberhausen beträgt die Distanz 15 Kilometer bei knapp 30 Minuten Fahrzeit.

 

Kostenfreie Parkplätze am Rutherhof, auf der Margarethenhöhe und im CentrO Oberhausen, gebührenpflichtige Parkplätze am Grugapark Essen.

 

Die Anfahrt erfolgt über die Nord-Südachse A 3 bis Autobahnkreuz Breitscheid, dort auf die A 52 Richtung Essen bis Abfahrt Essen Kettwig.

Schon die Autobahn bringt uns über die beeindruckende Ruhrtalbrücke, die höchste und längste in NRW. Der Beschilderung nach Kettwig ca. 2 Kilometer folgen, dann links ausgeschildert Straußenfarm/Swingolf zum Rutherhof.

 

Highlights

Dieses Wochenende bietet bei jedem Wetter die Möglichkeiten zu einem ausgiebigem Natur, Kultur- und Shoppingerlebnis mit Spiel und Spass für die ganze Familie:

  1. RUTHERHOF, Straußenfarm, Poolbillard, Swingolf, Fussball-Golf!
  2. Essener Grugapark: einer der schönsten und größten Botanischen Gärten in Europa mit 700 000 Quadratmetern Gelände!
  3. Gartenstadt Margarethenhöhe: ein besonderer Stadtteil Essens zurückgehend auf eine Stiftung von Margarethe Krupp, der Witwe des "Stahlbarons" Friedrich Alfred Krupp
  4. Centro Oberhausen: Europas größtes Shopping- und Freizeitzentrum
  5. Gasometer Oberhausen: Europas höchster Gasbehälter, heute höchste Ausstellungshalle Europas mit der aktuellen Ausstellung "Wunder der Natur" mit über einer Millionen Besucher bisher!
  6. Kletterpark und Hochseilgarten, direkt am Gasometer Oberhausen
  7. Sealifecenter Oberhausen, direkt am CentrO.
  8. Schloß Oberhausen, Wechselausstelllungen,  mit Kaisergarten und Streichelzoo für die ganz kleinen Kiddies.

Weblinks

Hier sind sie, die Weblinks, die uns den Aufenthalt so einfach und angenehm gestalten:



Inmitten der Natur - die Fussball-Golf-Anlage.
Inmitten der Natur - die Fussball-Golf-Anlage.

Buchholz-Hof und RUTHERHOF in Essen

Im Buchholz-Hof, saisonale frische Produkte
Im Buchholz-Hof, saisonale frische Produkte

Dieses Wochenende steht ein höchst abwechslungsreiches Ferienprogramm zur Disposition. Der Rutherhof zieht uns nicht nur als Wohnmobilisten sondern auch als Touristen an. Hier gibt es eine Menge bekannter und vielleicht auch eher unbekannter Freizeitaktivitäten im Angebot. Ich bin jedenfalls begeistert! 

 

Aber langsam, zunächst erreichen wir zu unserer rechten Seite, nur wenige hundert Meter nach der Autobahnabfahrt Essen-Kettwig den Buchholz Hof. Einen Bioladen mit frischem saisonalem Obst, Gemüse und selbstgemachten Kuchen, Produkten aus der Milcherzeugung und verschiedensten kulinarischen Genüssen. Hier müssen wir anhalten um die Vorräte für das Wochenende aufzufüllen und sind begeistert von dem Warenangebot und dem gemütlichen Bauerncafé an der Reithalle einige Meter weiter hinten.

 

Frisch gestärkt und mit vollen Taschen machen wir uns auf den Weg zum Rutherhof, den wir über eine enge kleine Landstraße durch wirklich wunderschönes Gelände bereits einige Minuten später schon erreichen. Der Wohnmobilstellplatz ist für die Inhaber der Landvergnügen Stellplatzvignette auch an diesem Wochenende frei und bietet uns somit eine kostenfreie Übernachtung in traumhafter Lage, da wir ja bereits Nutzer dieses Wohnmobilstellplatzführers sind.

 

An diesem Wochenende findet eine Feier mit geschlossener Gesellschaft statt und man warnt uns vor, es könne laut und lang werden. Kein weiteres Wohnmobil ist in Sicht. Wir schauen uns ausgiebig um und sind sehr angetan von den vielen Möglichkeiten, die sich hier dem Besucher bieten:

 

Da ist die Straußenfarm und Aufzucht zu nennen. Einige Jungtiere laufen neugierig über die Wiesen, ausgewachsene Tiere grasen in einem separierten Wiesengelände. Überhaupt ist alles sehr großzügig bemessen hier. Für Tiere und Menschen herrscht kein Platzmangel.

 

Mitten in der Natur haben die Betreiber eine Fussball-Golf Anlage geschaffen und die ist auch heute bereits gut besucht. Auf der Terrasse des Hofes kann man in der Sonne sitzen und sich verwöhnen lassen, im Hofladen gibt es Accecoires und Straußenfleisch zu kaufen. Auch Lampen, handgefertigt aus Straußeneiern; so etwas hatte ich bis dato noch nicht gesehen.

Eine 11 Hektar große Swin-Golf Anlage mit 18 Spielbahnen steht bereit um den Hobby-Golfer zu begeistern. Swin-Golf ist eine französische Variante des Golfspiels bei der jeder ohne große Vorkenntnisse und Ausrüstung nach kurzer Einweisung prinzipiell sofort losspielen kann. 

Der Rutherhof ist auch Austragungsort der Deutschen Meisterschaft im Swingolf, das sagt etwas über den Stellenwert dieser Anlage hier aus!

 

In einem großen Zelt kann man im "Männerparadies" Poolbillard spielen, und sich dabei mit Getränken aus der Bar verwöhnen lassen. Selbst  an regnerischen Tagen wäre damit für ausreichend Programm gesorgt.

 

Man kann dem Trubel vom Hof entfliehen und eine Wanderung ins malerische Ruhrtal unternehmen, oder die zentrale Lage dieser schönen Location dazu nutzen den Baldeneysee, die Villa Hügel, oder die Margarethenhöhe und den Essener Grugapark von hier aus erkunden.

 

Ebenso lädt der Ruhrtalradweg zu erlebnisreichen Touren ein und das Weltkulturerbe Zeche Zollverein ist nicht fern: seit über hundert Jahren Wahrzeichen des Ruhrgebietes und heute Wahrzeichen des Strukturwandels.

 

Wie lautet mein Motto in solchen Fällen? " Man muss sich nur auf den Weg machen, schön wird es dann von ganz alleine!"

 

Die Ausflugsterrasse des Hofes erinnert mit ein wenig Phantasie an eine Lodge in Afrika, oder einen Saloon im Wilden Westen und man kann es hier vortrefflich aushalten und dem bunten Treiben zusehen.

 

Aus eigener Produktion bietet der Hof auf Bestellung über die eigene Homepage Straußenfleisch und Straußenprodukte, für die Camper gibt es nach Voranmeldung Abendbrot, Wein und Getränke. Dieser Hof ist auf jeden Fall einen Ausflug wert!

 

Der Hof hat von April-September täglich geöffnet von 10:00-21:00 Uhr und März & Oktober 11:00-19:00 Uhr, November & Dezember 11:00-18:00 Uhr  und bleibt im Januar und Februar ganz geschlossen.


Auf dem Rutherhof, Lodge-Feeling
Auf dem Rutherhof, Lodge-Feeling

Essener Grugapark

Willkommen im Grugapark
Willkommen im Grugapark

Natur erleben, Freizeit genießen, eine Pause vom Alltag machen. Mit der Grugabahn durch den Park schnaufen und sich die schönsten Stellen für später merken. Der Sommer ist die beste Zeit für Besuche des einmalig schönen Parkes.  Gut 700.000 Quadratmeter geformte Natur mit vielen außergewöhnlichen Passagen, inklusive Wasserfall, Subtropenpyramide, Rhododendrontal, Asienteil und Konzertsaal locken die Besucher. Kunstwerke und Skulpuren von Auguste Rodin oder Henry Moore, und Gastronomie vom Kiosk bis zum Restaurant: hier gibt es heute wieder für jeden Geldbeutel etwas zu erleben.

 

Kinderspielplätze und Klettergerüste dürfen da nicht fehlen, ebenso beach-Volleyballplätze, Riesentrampoline, Fitnessparcourt, Barfusspfad, Sinnesgarten, Liegewiesen und ein Freibad. Herz was brauchst Du mehr? Im Sommer ist die Zeit der Parkfeste und Konzerte, hier lohnt sich immer mal wieder ein Blick auf die eigene Homepage und den Veranstaltungskalender. 

 

Vom 30 Meter hohen Grugaturm hat man einen schönen Ausblick und an diversen Sonntagen finden Gratiskonzerte statt, auch bei schlechtem Wetter, denn  die Bühne und Tribünen sind überdacht.

 

Ein Highlight ist sicher auch der barrierefreie Rundweg für Rollstuhlfahrer, oder der Rundweg für die Sinne. Dieser ist überall erläutert in Blindenschrift. Auch für uns Sehende sicherlich mal ein Experiment wert, sich bei geschlossenen Augen an die Hand nehmen zu lassen. 

 

Dann gibt es noch den Bereich mit den Mustergärten-liebevoll von den Essenern Muga genannt- ein Bereich, den ich immer wieder besuchen muss, weil es hier so viele wunderschöne Anregungen und Ideen gibt, den eigenen Garten zu gestalten: Ob Fengshui-Garten, Secret-Garden oder Wohntraumgarten, es lohnt sich immer wieder!

 

Ein besonderer Tipp zum Schluß: das romanische Haus, ein Wohnturm aus dem 12. Jahrhundert wurde aus dem Dornröschenschlaf erweckt und dient heute als Seminar und Veranstaltungslocation. Es stehen 2 x 25 m² zur Verfügung inklusive kleiner Küche und kann von Privatpersonen z.B. für Geburtstagsfeiern gemietet werden. Weitere Auskünfte und Termine sind erhältlich bei Sabine Weller, Telefon: 0201/ 83 91 27 71.

 



Gartenstadt Margarethenhöhe

Die Gartenstadt Margarethenhöhe war auch schon Ziel einer meiner hier beschriebenen Fahrradtouren. Da aber nicht alle mit dem Rad hierhin fahren können oder wollen,  dies jedoch der beliebteste und damit am meisten besuchte Stadtteil Essens ist, darf bei dieser Tour ein Besuch  nicht fehlen.

 

Die Zieladresse für das Navigationssystem findet Ihr oben unter 'Anfahrt'. Freies Parken ist auf dem "Kleinen Markt" möglich und auch in den Anliegerstraßen, sowie auf den übrigen Plätzen. Die Siedlung Margarethenhöhe übt eine ganz faszinierenden Reiz auf den Besucher aus, ist sie doch eine idealtypische Arbeitersiedlung aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Selbst bis in die Gegenwart  steht diese Siedlung als Muster für viele nachfolgenden Stadtteil- und Siedlungskonzepte, 

 

Hier verbindet sich Zeitgeist mit Moderne der damaligen Zeit. Fließend warmes und kaltes Wasser innerhalb geschlossener, privater Wohneinheiten war damals vorbildlich und für viele Familien noch ein Luxus. Straßen und Fußwege mit einheitlicher Beleuchtung in der Nacht sorgten für ein sicheres nach-Hause-kommen.

 

Wer hier wohnte hatte zum einen einen Arbeitsplatz bei der Firma Krupp, also ein gesichertes Einkommen um sich das Wohnen hier leisten zu können, und zum anderen war er priviligiert. Daran hat sich bis heute wenig geändert: auch wenn die Grundflächen der einzelnen Wohneinheiten aus heutiger Sicht nicht als üppig zu bezeichnen sind gibt es so gut wie keinen Leerstand und wenn dann doch einmal, nicht für lange. Man kennt sich hier, man spricht miteinander, grüßt einander und lebt Nachbarschaft.

 

Ein idealtypisches Wohnen in gewachsener Gemeinschaft, offenbar heute noch für viele Essener ein erstrebenswerter, lebenswerter Zustand, ist hier noch zu finden! Tradition wird groß geschrieben. Keiner darf "sein" Haus streichen, klinkern , wie er möchte. Alle sind Teil eines großen Ganzen- und tragen zur Erhaltung bei.

Das gibt dem Stadtteil fast den Zauber einer Filmkulisse. Wie sagte unsere Tochter hier: " Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, man läuft durch das Phantasialand, oder durch die Kulissen des Bavaria-Filmstudios." 

Typische Doppelhaushälfte auf der Margarethenhöhe
Typische Doppelhaushälfte auf der Margarethenhöhe

Weitere Beispiele für Tradition sind die älteste Bäckerei Essens, in der wir uns mit Brot, Brötchen und anderen Dingen versorgen und ein Eissalon mit auffälliger, wunderschöner  Wandbemalung. Unser Rundgang führt uns am für  Versammlungen bestimmten "Gustav Adolf Haus" mit Altdeutscher Aufschrift vorbei, ebenso bei der Wäscherei (seit mindestens 60 Jahren an Ort und Stelle). Man stelle sich nur mal die damalige Zeit kurz vor: eigene Waschmaschinen hatte längst nicht jeder Arbeiterhaushalt. Die Arbeiter kamen von den Fabriken alltäglich verdreckt nach Hause, die Wäscherei war eine sichere Bank.

 

Einen Konsum (heute Edeka) sah die Stadtplanung ebenso vor, wie eine eigene Kirche und Schule. 

 

Margarethe Krupp, die Witwe Friedrich Alfred Krupps, stiftetet aus Anlass der Hochzeit ihrer Tochter Bertha mit Gustav von Bohlen und Halbach 1906 das Baukapital und die Ländereien. Die Margarethenhöhe wurde im ersten Bauabschnitt dann in den Jahren von 1909 bis 1926 nach den Entwürfen des Architekten Georg Metzendorf errichtet und gilt als dessen großer Wurf.

Selbst der deutsche  Kaiser Wilhelm ließ es sich nicht nehmen, die Siedlung persönlich zu besuchen - hierin erkennt man deren Stellenwert schon in der damaligen Zeit. 

 

Mehr Informationen und Bilder zur Entstehungsgeschichte sind eindrucksvoll in der Villa Hügel ausgestellt. Diese ist ebenfalls einen Besuch wert und in meiner Tour "Europas Grüne Hauptstadt 2017" bereits beschrieben. Zur Vertiefung gibt es bei Interesse den ZDF Dreiteiler "Die Krupps" mit u.a. Iris Berben in der Rolle der Bertha Krupp. Diese ist zu finden wahlweise in der ZDF-Mediathek, oder in youtube.

 

Der Familienfriedhof derer von Krupp befindet sich seit 1955 in Essener Ortsteil Bredeney. Besonders die Grabstätten von Alfred und Friedrich Alfred Krupp sind sehenswert und einen Besuch abseits der touristischen Trampelpfade wert. Ein bronzener Adler breitet seine Flügel über einen schwarzen Marmorsarg aus.......

 

Wer einen längeren Aufenthalt plant, dem sei Mintrops Stadthotel direkt am Kleinen Markt empfohlen.

 

 


Oberhausen: Gasometer, CentrO und Sealifecenter

Am zweiten Tag führt unser Weg uns zum nächsten Ziel : Oberhausen . Hier können wir nach Herzenslust bummeln und shoppen in Europas größtem Einkaufszentrum. Im Gasometer Oberhausen läuft noch bis zum 30. November 2017 die Ausstellung "Wunder der Natur", die bis heute schon über eine Millionen Besucher faszinierte und im Sealife- Center können wir den Geheimnissen der 7 Weltmeere auf den Grund gehen.

Die König Pilsener Arena lockt mit vielen Konzerten  und im Schloß Oberhausen mit seinem Kaisergarten samt Streichelzoo kommen die ganz Kleinen zu ihrem Spaß und auch für uns Erwachsene ist es richtig schön hier. Wem das noch zu wenig Action ist, der kann sich direkt am Gasometer Oberhausen im Hochseil- und Klettergarten so richtig austoben, Unter fachkundiger Anleitung und ausgestattet mit alpinem Klettergeschirr, kann man hier seine eigenen Fähigkeiten ausloten. 


Ausstellung "Wunder der Natur" im Gasometer Oberhausen
Ausstellung "Wunder der Natur" im Gasometer Oberhausen


Aus der Ausstellung Wunder der Natur, Gasometer Oberhausen
Aus der Ausstellung Wunder der Natur, Gasometer Oberhausen

Der Gasometer in Oberhausen war der größte Gasbehälter Europas. Er wurde in den Jahren 1927-1929 erbaut und hatte ein Nutzungsvolumen von 347.000 m³ Gas. Bei einer Gesamthöhe von 117,5 Metern konnte bis zu 95 Metern Höhe Gas befüllt werden.

In den 1980er Jahren schloss die Kokerei in Oberhausen. 

Ende 1988 war dann Schluß, als die Erdgasversorgung durch Pipelines in Mode kam, gab es keinen Bedarf mehr für einen derartigen Gasbehälter.

 

1993/1994 erfolgte der Umbau und die Umgestaltung zu einer der ungewöhnlichsten Ausstellungs- und Kulturhallen Deutschlands. Seitdem finden regelmäßige Wechselausstellungen statt. Jeder dieser Ausstellungen war bis dato in ihrer Art und ihrem Umfang einmalig und sorgte für Besucherrekorde.  

 

So auch dieses Mal: am 06.07.2017 wurde der millionenste Besucher begrüßt, was den WDR zu diesem Bericht inspirierte. 

 

Was bleibt mir da noch zu sagen? Auf jeden Fall gibt es zwei Möglichkeiten dem Gasometer auf das Dach zu steigen: Wahlweise fährt man mit dem Glasaufzug im Inneren nach oben, was aber nur schwindelfreien Personen zu empfehlen ist. Der Aufzug schwebt an einem 20 Meter großen Modell unseres Planeten Erde vorbei immer höher, bis wir die Aussichtsplatform erreichen. Ein tolles Erlebnis, denn das Modell unseres Planeten ist Teil der Ausstellung, die noch bis Ende November 2017 gezeigt wird.

 

Wer es konventionell lieber mag kann die Treppe nehmen und mit jedem Stockwerk einen faszinierenderen Blick auf das Ruhrgebiet erlangen. Von oben beträgt die Sicht bei gutem Wetter gut und gerne 30 Kilometer und Hinweistafeln erklären uns, was wir da so alles zu sehen bekommen. Eine Jacke ist zu empfehlen, denn es kann dort oben schon mal schnell recht windig sein. 

 

Der Gasometer ist geöffnet an den Tagen Dienstag-Sonntag von 10:00-18:00 Uhr. In den Sommerferien ausnahmsweise auch montags geöffnet! Hier geht es zur homepage.


die weiteren highlights zum schluss meiner tour, die man nicht verpassen sollte

  • CentrO Oberhausen: Eine Einkaufswelt, die sich virtuell und real erleben läßt. Ein Einkaufserlebnis der Superlative erwartet den Besucher, steuert er doch mit seinem Besuch das größte Shoppingcenter Europas an. Wer sich von der Flut der Angebote nicht erschlagen fühlen möchte, kann sich vor Reiseantritt über die jeweiligen Öffnungszeiten und aktuellen Angebote auf der eigenen Homepage informieren. Wer das nicht tut, wird unfreiwillig schnell mehr Geld los, als er ohnehin bereit war auszugeben. Angeschlossen an das CentrO sind eine gastronomische Erlebnismeile und für Convenience und Fast Food die sogenannte Coca-Cola Oase, die keine Wünsche offen lassen. Diverse Multiplexkinos ermöglichen, den Einkaufsbummel mit einem schönen Filmabenteuer zu beschließen, Clubs geben uns die Möglichkeit selbst danach noch die Nacht zum Tag zu machen. 
  • Sealife-Center, direkt am CentrO: Deutschlands größte Haiaufzucht, ein begehbares Riesenaquarium durch einen Glastunnel, das sind nur zwei Gründe, warum man das sealife-Center in Oberhausen nicht verpassen sollte. Mit dem Sommerferien-Ticket wurden die Eintrittspreise aktuell um 40% reduziert. Mehr Infos bekommt ihr auf der Homepage.
  • Legoland Discovery-Center, neben dem Sealife-Center, eine spannende Erlebniswelt für unsere Kids, mit dem größten Indoor-Legospielplatz des Landes, mehr Infos hier auf der Homepage
  • Das Schloß Oberhausen mit dem angeschlossenen Kaisergarten und gemütlichem Biergarten, ist ebenfalls sehens-und erlebenswert. Nur wenige hundert Meter vom Gasometer entfernt befinden sich dort sogar 60 Wohnmobilstellplätze. Das Schloss glänzt renoviert und extravagant gestrichen, die darin befindliche LUDWIGGALERIE mit Wechselausstellungen und der Kaisergarten mit Infotafeln und Streichelzoo für die kleinen Besucher. 

mein fazit zu dieser wochenend-tour mit landvergnügen:

Ein Auftakt, wie wir ihn nicht vermutet hätten erwartet uns auf dem Rutherhof: Swingolf, Fussball-Golf, Poolbillard und Straußenfarm sind für sich schon einen Besuch wert. Die Tour durch Essens Gartenstadt Margarethenhöhe und Besuch des Grugaparks sorgen für kurzweilige Erlebnisse für die ganze Familie und gastronomisch haben wir  die Qual der Wahl, ob wir auf dem Hof, im Grugapark oder in Mintrops Stadthotel gediegen speisen.

Der zweite Tag steht im Zeichen von Kultur, Konsum, Kino und Konzert: Die genannten Highlights kann man nicht alle an einem Tag "abhaken". So suchen wir uns aus dem vielseitigen  Angebot, das für uns und unsere Kids jeweils passende Angebot heraus und wissen, das wir für die verbliebenen Möglichkeiten einfach noch mal wiederkommen können. Alles in Allem also wieder mal ein Wochenende mit Highlights mindestens für zwei Wochenenden und das ohne große Wege zurücklegen zu müssen, oder teure Parktickets zu bezahlen. Egal ob High-End oder Low-Budget, bei diesen vielfältigen Möglichkeiten sollte für jeden etwas dabei sein. Ich wünsche Euch viel Spass beim erkunden und ausprobieren, lustige Fotos vom Singolf oder Fussball-Golf machen sich bestimmt gut auf der neuen Facebook-Seite: reiseblog-nrw.de Raus aus dem Alltag. Ich freue mich über Eure Rückmeldungen und sage wieder einmal "Danke" für Euer Interesse und Eure Unterstützung!


hier noch einige eindrücke von meiner tour:


Ausstellung Wunder der Natur
Ausstellung Wunder der Natur

Ausstellung Wunder der Natur
Ausstellung Wunder der Natur

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Top Trails of Germany - Deutsch-Belgischer Naturpark

Über den Eifelsteig von Roetgen nach Monschau

Man nehme drei Zutaten für einen gelungen Urlaubstag, wie folgt:

1. gutes Wetter  2. freie Zeit 3. vorhandene touristische Infrastruktur und fertig ist das Wunschpaket!

Das man für einen schönen Urlaub NRW bereisen kann,  oder gar nicht erst verlassen muss habe ich bei meinen bisherigen Touren wohl schon 

offenkundig unter Beweis stellen können.  Heute durfte ich, wie zur Bestätigung, wieder einen Urlaubstag vom Alltag erleben und hab mir eine Etappe des Eifelsteiges unter die Füße genommen.  Was ich hierbei erleben und erfahren durfte, habe ich in dem nun folgenden Artikel für Euch aufbereitet und wünsche Euch viel Spaß beim schmökern und erkunden!


Waldeinsamkeit auf dem Eifelsteig, Etappe 2 nähe Reinartshof
Waldeinsamkeit auf dem Eifelsteig, Etappe 2 nähe Reinartshof

Anfahrt

Unser heutiges Ziel ist die Bahnhofstraße in 52159 Roetgen.

 

Kostenlose Parkplätze und Stellplätze im Ort vorhanden. 

 

Die  Autofahrt von der Kölner Domplatte bis zum Saunadorf Roetgen beträgt etwa eine Stunde für  91 Kilometer.

 

Anreise mit der Bahn bis Hauptbahnhof Aachen, von dort einsteigen in den Bus, Linie 166,  Richtung Monschau.

Highlights

Unser Highlight des Tages ist ohne Zweifel der Eifelsteig. Der wird in einen würdigen Rahmen gepackt:

  • Roetgen Therme, Wellness-Programm zum Verwöhnen
  • Deutsch-Belgischer Naturpark und Hochmoor
  • Monschau, Perle der Eifel
  • Felsenkeller, Brauereimuseum und Zwickelbier zur Belohnung
  • Historische Senfmühle Monschau, Senfproduktion und Souvenir

Nützliche Weblinks

Anbei einige nützliche Weblinks, die uns den Aufenthalt so angenehm und einfach gestalten:

  • Meine Low-Budget-Empfehlung heute: Burg Monschau, Jugendherberge in alten Mauern und Event-Location für Sommerkonzerte! Übernachtung ab 16,90 Euro!
  • Wohnmobilstellplatz Roetgen, als Ausgangspunkt für Naturerlebnisse kaum zu schlagen- und kostenlos!
  • Wohnmobilstellplatz Monschau, am Zielort unserer heutigen Wanderung, nicht schön, aber praktisch.
  • Roetgen-Therme, Wellness nach dem Wandern
  • Hotel Eifelsteig, direkt an der Therme, günstig und gut, Top-Bewertung und 86% Weiterempfehlunsquote.
  • Für Radfahrer hier der Link zur Vennbahn-Route eine Empfehlung von mir.


Eine Wanderung auf Deutschlands schönstem Wanderweg 2015

Auftakt der Wanderun Eifelsteig, Etappe 2
Auftakt der Wanderun Eifelsteig, Etappe 2

Roetgen ist ein optimaler Ausgangspunkt für Wanderungen auf dem Eifelsteig und  anschließender Erholung mit Wellness und Verwöhnprogramm in der Roetgen Therme. 

 

Der Eifelsteig beginnt eigentlich in Korneliemünster und  hat als Ziel der ersten Etappe Roetgen. Von hier schließt dann die zweite Etappe an, welche uns heute nach Monschau führen wird.

 

Als perfekte Auszeit vom Alltag gibt es heute ein schönes Programm: Wir wandern auf Deutschlands schönstem Wanderweg 2015 (1.Platz Kategorie ROUTEN, ausgezeichnet vom Wandermagazin).

 

Das Ziel unserer heutigen Tagesetappe mit 17 Kilometern ist Monschau, die sogenannte Perle der Eifel. Dieses, von Fachwerk geprägte mittelalterliche Städtchen,  ist im Kern bereits 300 Jahre alt. Schon aus diesem Grunde stehen über 240 Bauwerke unter Denkmalschutz. Gekrönt wird das malerische Örtchen im Tal der Rur von einer mittelalterlichen Burg aus dem 13. Jahrhundert, die heute als Jugendherberge dient. Im Sommer ziehen die schönen Gassen, Gartenlokale und Sehenswürdigkeiten viele Besucher an und im Winter lockt ein gemütlicher Weihnachtsmarkt. Hier kann man nach intensiven Naturerlebnissen einfach mal die Seele baumeln lassen, oder mit der Familie einen schönen Tag verleben.

 

Die römische Glashütte, das Museum "Rotes Haus", die historische Senfmühle und das Brauereimuseum Felsenkeller sind allemal einen Besuch wert - auch bei schlechtem Wetter.

 

Unsere Tour startet heute direkt an der Therme in Roetgen. Hier führt der Eifelsteig, der durchgehend mit einem Logo unverlaufbar ausgeschildert ist,  vorbei. Die Therme hat unter der Woche bis 23:00 Uhr geöffnet. Hier können wir vor dem Abmarsch brunchen. oder uns nach der Wanderung verwöhnen lassen. 

 

Die Etappe ist eine Streckenwanderung von 17 Kilometern Länge und führt durch den Deutsch-Belgischen Naturpark, der im Hohen Venn mit einer in Europa einmaligen Hochmoorlandschaft seinen Höhepunkt hat. Die Strecke ist ohne besondere Anforderungen gut zu meistern. Festes Schuhwerk, angemessene Kleidung und ausreichende Verpflegung für ein Picknick sind unbedingt zu empfehlen.


Nach der Überquerung der alten Vennbahntrasse, die heute als perfekter Radweg von 124 Kilometern Länge ausgeschildert und touristisch aufbereitet ist, tauchen wir in den Belgischen Königsforst und kurz darauf  in die Hochmoorlandschaft des Venns ein.  Tiefe Stille empfängt uns. Ich bin die Strecke an einem Wochentag gelaufen und habe während der 6 Stunden, die ich für den Weg inklusive Pause benötigte, lediglich zwei Mountainbiker getroffen.

 

Den Reiz dieser Eifelsteigetappe  macht der Wechsel zwischen urigen Waldpfaden und offener Hochmoorlandschaft aus, die uns mitunter an Savannen oder Steppen erinnert. Die Strecke entführt uns in die Einsamkeit des Grenzgebietes zwischen Belgien und Deutschland. Erst nach über 10 Kilometern, wenn wir Mützenich erreichen, bietet sich die Möglichkeit für eine Einkehr. 

 

Auf der Strecke durch das Venn kamen mir die Gedanken von Hape Kerkeling in den Sinn, die er so blumig in seinem Buch "Ich bin dann mal weg" beschrieben hat. Und tatsächlich eignet sich dieser Wegabschnitt ausgezeichnet dazu den Gedanken freien Lauf zu lassen.

 

Wir passieren eine romantische Passage an einem Bach mit Picknicktischen und  erreichen wenig später die, in völliger Einsamkeit gelegenen Hinweistafeln und Überreste des Reinartshofes. Hier wird uns vom harten Leben berichtet und von den Pilgern, die dort über Jahrhunderte Obdach und Zuflucht fanden auf ihrer Heiligtumswallfahrt zwischen Aachen und Trier. 

 

Nach der Durchquerung des Venns mit seinen Gedenkkreuzen zu  hier verstorbenen Personen gelangen wir zum Stelingberg. Dieser ist  mit 658 Metern Höhe die höchste Erhebung des Kreises Aachen. Bei hervorragendem Wetter beträgt die Fernsicht von hier oben sagenhafte 75 Kilometer bis zum Siebengebirge und zur Hohen Acht.

 

Vorbei an Kaiser Karls Bettstatt, einem Felsmonolith auf dem der berühmte Kaiser Karl der Große während eines Jagdausfluges unfreiwillig genächtigt haben soll, gelangen wir über den Aussichtsturm am Palven zum Eifelort Mützenich. Hier können wir in dem Venngasthof "Zur Buche" einkehren und ein erstklassiges Belohnungsbierchen geniessen. Dieses stammt von unserem  belgischen Nachbarn aus Tongerlo und schmeckt fantastisch.



Ich war sofort begeistert von der Qualität dieses besonderen Gerstensaftes. Da ich es bis dato nicht kannte, habe ich meine Begeisterung der langen Durststrecke zugeschrieben. Bei meinen Recherchen zu dieser Tour bin ich allerdings auf die Informationen gestoßen, dass die Abtei in Tongerlo mehrfach ausgezeichnet wurde mit der Auszeichnung "Beste Abteibrauerei in Europa"! Mit  dem blonden Bier gewannen sie 2015 bei den Blindverkostungen des "world beer awards" den Spitzenplatz:  "worlds best beer".  

 

Liebe Freunde, dieses Abtei-Bier gibt es dort vom Fass! Also mehr Superlative geht ja nicht mehr. Aber, wir müssen uns wieder auf den Weg machen, denn bis Monschau sind es noch etwas mehr als 4 Kilometer. Nach dem Genuß machen wir uns also frisch gestärkt und leicht beschwingt wieder auf den Weg.

 

Der letzte Abschnitt bringt uns vorbei an Pferdekoppeln und Rinderweiden auf Pfaden durch Holwege in den Wald und in das Tal der Rur. Unvermittelt stehen wir auf einer Lichtung mit herrlichem Blick auf die Burg von Monschau und den von hier sichtbaren Wohnmobilstellplatz.  Der Beschilderung folgend überqueren wir die Straße und gelangen über den Hinterhof zur Ausflugsterrasse des Felsenkellers Monschau mit Brauereimuseum und hauseigenem Zwickelbier. Hier können wir den schönen Tag und die erfolgreich absolvierte Etappe Revue passieren lassen, bevor wir über die Burg den Stadtkern des verkehrsberuhigten Eifelstädtchens erreichen.

 

Wichtiger Hinweis: Hinter dem Parkhaus "Zur Schmiede" befindet sich die Haltestelle der Buslinie 66 mit der wir zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurück gelangen (Kostenpunkt, Stand Juli 2017 3,60 Euro für die einfache Fahrt, letzte Abfahrt: 20:50 Uhr!)

 

Wenn wir uns morgens zeitig auf den Weg gemacht haben, ist noch am selben Tag genügend Zeit durch Monschau zu schlendern und in einem der vielen gastronomischen Angebote unseren Hunger zu stillen. 

 

Für den Fall, dass Ihr Monschau als Start- und Zielpunkt auswählt könnt ihr die Strecke entgegen gesetzt laufen, oder morgens den Bus nach Aachen bis Roetgen nehmen. In diesem Fall entgeht Euch natürlich der Aufenthalt in der  Roetgen Therme am gleichen Abend.


Mein Fazit

Waldeinsamkeit, Hochmoorlandschaft, endlos erscheinende Pilgerwege und  Streckenabschnitte, pfadige Weganteile, Fernblicke vom Steling, Einzelschicksale im Hochmoor, Geschichten  an Kaiser Karls Bettstatt.  Ein Aussichtsturm mit einem Ausflug in die Eiszeit vor 10.000 Jahren, ausgezeichnete Biere und kulinarische Genüsse, dazu ein Zielort der Lust auf mehr macht: Deutschlands schönster Wanderweg 2015 hat auch mich begeistert. 

Diese Etappe des Eifelsteiges macht einfach neugierig mehr zu erwandern und mehr zu erfahren. Sie weckt in uns die Abenteuerlust  und 

lässt uns zum Abschluss im Saunarium bei einer Massage gänzlich entspannen. Für jeden Geldbeutel bieten sich auf dieser Tour wieder unendliche Möglichkeiten. Zu jeder Jahreszeit hat diese Landschaft ihre Reize und ich weiß ganz sicher, dass ich wiederkommen werde. Dabei habe ich nur die Qual der Wahl: Ab Monschau die dritte Etappe des Eifelsteiges zu laufen, eine Radtour durch das Rurtal zu planen, oder die erste Etappe des Wildnis-Trails zu entdecken. Lasst Euch überraschen, denn ich werde berichten. Also viel Spaß, bis zum nächsten Mal! Und vielen Dank für Euren Zuspruch, euer Interesse und die netten Rückmeldungen.


hier noch einige eindrücke von meiner Tour:

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Wald, Wasser, Wildnis

Auf dem Wildnistrail durch den Nationalpark

Heute zog es mich hinaus in die Wildnis des Nationalparks Eifel. Das dazu passende Informationsmaterial lag nun schon seit der letzten Messe 'TourNatur' 2016 in Düsseldorf in meinem Schreibtisch und aus irgendeinem Grunde kam ich bisher nicht dazu mir diesen vielversprechenden Wildnis-Trail  einmal genauer anzuschauen. 

Nun war es endlich soweit. Bei einer groben Orientierung anhand des Flyers stellte ich fest, dass der Weg in 4 Tagesetappen unterteilt ist mit  Streckenlängen von 18 bis 25 Kilometern. Da ich nur zwei Tage Zeit hatte und der Wetterbericht für den Sonntag eher nicht berauschend ausfiel, entschloß ich mich am ersten Tag die letzte Etappe von Heimbach nach Zerkall unter die Füße zu nehmen.  Am zweiten Tag lockte mich dann eine Bootstour auf den größten Stausee des Landes. Was ich dabei erlebte ist meine Empfehlung für ein abwechslungsreiches Wochenende im einzigen Nationalpark Nordrhein Westfalens.



Anfahrt

Von der Kölner Domplatte zum Wohnmobilhafen in der Mitte von Heimbach sind es 68,8 Km und  ca. 1 Stunde Fahrt, alternativ kann man über die B 265  über Land relativ zügig und landschaftlich immer reizvoller anreisen und kommt auf diesem Weg noch an Zülpich vorbei (Römerbad/ Landesgartenschaugelände seit 2014 sehr attraktiv gestaltet, etliche Events dort möglich)

 

Die Ziel-Adresse für google maps lautet:  An der Laag, Heimbach

 

Mit der Bahn ab Köln über Düren mit der Rurtalbahn bis nach Heimbach, Dauer 2:10 Stunden.

 

Parkplätze für PKW: "Laag" und "Über Rur"

Highlights

Der Wildnistrail, Etappe 4, ist unser heutiges Tages-Highlight.  Natürlich runden weitere Sehenswürdigkeiten unseren Aufenthalt in Heimbach ab:

  • Burg Hengebach mit internationaler Kunstakademie und Burg-Restaurant
  • Rurstausee mit Bootsanleger Schwammenaul: Ausgangspunkt einer kurzweiligen Bootstour auf dem größten Stausee des Landes.
  • Heimbach, malerisches Fachwerkdorf im Nationalpark
  • Kloster Mariawald, mit eigenem Trappistenbier und Klosterlikör ist einziges Trappistenkloster in Deutschland
  • Beach Club Eifel, sonnenbaden nach der Wanderung oder Langschläfer Frühstücksbuffet von 10:00-13:00 Uhr an Sonn-und Feiertagen, Tischreservierung empfehlenswert.

 

Nützliche Weblinks

Hier habe ich einige nützliche web-links für Euch zusammengestellt, die den Aufenthalt so einfach machen:

  • Wohnmobilstellplatz Heimbach mit Bewertung durch die Fachzeitschrift "promobil"
  • Wohnmobilstellplatz Zerkall, gratis übernachten, Dusche und WC 1,50 Euro, Schlüssel im Infopunkt;  kein Strom am Nationalpark-Infopunkt Zerkall, direkt an der Rur.
  • Beste Informationen findet Ihr auch auf der eigenen webpage des Nationalparks unter www.erlebnis-region.de mit weiteren Unterkünften vom Campingplatz über Ferienwohnung bis Hotel.
  • Ansprechendes Hotel-Restaurant Klostermühle mit schöner Terrasse
  • 4-Sterne Hotel:  Der Seehof in Schwammenaul am Schiffsanleger, sehr schöne Terrasse mit Seeblick, Top-Bewertungen. Meine heutige HIGH-END Variante.


Erster Tag: Ankunft in Heimbach und Wanderung

Anschlag an der Klostermühle, sehr sympathisch
Anschlag an der Klostermühle, sehr sympathisch

"Rauschende Bäche, duftende Blumenwiesen, tiefe Wälder und weite Panoramablicke. In 4 Tagen führt der Wildnis-Trail einmal quer durch den Nationalpark Eifel. Von Monschau-Höfen im Süden bis zur nördlichen Spitze bei Hürtgenwald-Zerkall. Anspruchsvolle Wanderstrecken zwischen 18 und 25 Kilometern Länge zeigen Ihnen die Vielfalt und Schönheit der Natur".

 

So beginnt der Flyer mit der Einstimmung auf den Wildnis-Trail und es stimmt! Die Etappe 4 führt uns vom Wohnmobilstellplatz in Heimbach zum Bahnhof Heimbach, in dem sich das Nationalpark-Tor befindet. Dort können wir uns mit kostenlosem Informationsmaterial bestens versorgen und auch die dortige Ausstellung über die Geheimnisse des Buchenwaldes ist sehr sehenswert. 

 

Direkt vom Nationalpark-Tor laufen wir los und folgen den Holzschildern mit der stilisierten Wildkatze als Wildnis-Trail-Logo, welches uns zuverlässig bis zum Ziel führen wird. Daher ist eine Wanderkarte nicht unbedingt nötig. Zur groben Orientierung wo man sich gerade befindet reicht der Flyer eigentlich aus.

 

Da es sich um eine 18 Kilometer lange Streckenwanderung handelt, empfehle ich ausdrücklich angemessene Kleidung, und Schuhwerk, sowie ausreichend Proviant und Getränke für ein gemütliches Picknick zwischendurch, denn es gibt direkt am Weg keine Einkehrmöglichkeiten und Toiletten. Wildnis-Trail eben!

 

In Zerkall lockt Gut Kallerbend denjenigen zur Rast, der noch mal einige hundert Meter draufpacken will mit schöner Gastronomie und Biergarten. Alternativ nehmen wir die Rurtalbahn, die unmittelbar vom Zielort am Nationalpark-Infopunkt eine Haltestelle hat. Im Infopunkt kaufen wir die Tickets und fahren einfach bis zur Endhaltestelle Heimbach-Bahnhof, wo unser PKW oder Wohnmobil steht zurück. Dort kehren wir dann in Heimbach in einer der zahlreichen Gastronomien ein.

 

Wer jetzt den Gratisstellplatz in Zerkall nutzen möchte, läßt dort das Wohnmobil zurück, fährt morgens mit der Bahn nach Heimbach und hat somit als Ziel den eigenen Stellplatz mit Gut Kallerbend in der Nähe-auch eine schöne Lösung, wie ich finde.


Der Wegweiser macht den gesamten Wildnis-Trail unverlaufbar.
Der Wegweiser macht den gesamten Wildnis-Trail unverlaufbar.

Charakteristik der Tour:

 

Die Tourlänge beträgt 18 Kilometer und ist in 4-5 Stunden Gehzeit gut zu schaffen. Mit einem ausgiebigen Picknick im wunderschönen Schlehbachtal und einigen Fotostops werden es auch schnell 6 Stunden.

 

Es geht auf Wegen und Pfaden durch schönste Eifel- und Naturparklandschaft, Wälder, Wiesen und Talgründe bergauf und bergab. Dabei sind im Aufstieg 430 Höhenmeter und im Abstieg 465 Höhenmeter zu bewältigen.

 

Der Weg führt uns über die Brücke der Rur dann direkt nach rechts in Richtung des Freibades, an diesem vorbei und später am 3. Parkplatz nach links in den Wald bergauf bis wir aus dem Rurtal aufsteigend die letzte Bebauung Heimbachs hinter uns gelassen haben und von einer großen Hinweistafel im Nationalpark begrüßt werden. Ab hier wird der Weg richtig schön.

 

Diese Hinweistafeln des Nationalparkes werden wir auf dem Weg noch einige Male sehen und können so jedesmal unseren Standort und den weiteren Verlauf des Weges anschauen. Dabei lassen wir uns nicht davon irritieren, dass es mal links, mal rechts nach Schmidt geht oder erst rechts nach Brück dann wieder links nach Brück, so dass wir dem Irrtum erliegen könnten, wir würden im Kreis laufen. Dem ist nicht so.

 

Nach etwas über der Hälfte des zurück gelegten Weges erreichen wir das Schlehbachtal, wo wir auf eine Schutzhütte mit Tischen, Bänken und Gartenstühlen treffen. Hier, direkt am Bach gelegen in der Stille der Natur, lädt uns dieses schöne Plätzchen zu dem vorgenannten Picknick ein.  Ich hatte dabei: einige Hähnchenkeulen vom Grillwagen vom Vortag, ein paar Käsewürfel und Butterbrote, einen Müsliriegel, einen Apfel und eine Flasche Roséwein mit Kühlmanschette und Glas. Es war herrlich!

 

Es wechseln sich Fernblicke und Talblicke mit schönen Waldpassagen ab und  auf den letzten 3 Kilometern nach Zerkall wird es dann auch richtig pfadig und urwüchsig, so dass nach meinem Empfinden der Weg eher unspektakulär beginnt und sich immer weiter steigert.

 



Fazit der Wanderung

An einem schönen Sommertag mit einiger Bewölkung habe ich die gesamte Strecke inklusive Picknick von 10:00-16:00 Uhr absolviert. An diesem Tag bin ich keinem Menschen begegnet. Da ich alleine unterwegs war konnte ich Ruhe und Kraft tanken und mich ganz auf die Natur konzentrieren. Bei manchen Wegpassagen überkommt einen das Gefühl in Kanada unterwegs zu sein  und insbesondere auf den letzten Kilometern habe ich den verschlungenen Pfad als besonders schön empfunden. Dort habe ich einen Rehbock aufgescheucht, Wildkatzen habe ich jedoch nur in geschnitzter Form gesehen und wahrscheinlich sind das einzig wilde an diesem Weg, die im kniehohen Gras lauernden Zecken. Besser vorher einsprühen.

Die Wanderung ist abwechslungsreich und führt uns durch den nördlichsten Teil des Nationalparks. Sie ist mit 18 Kilometern der kürzeste Abschnitt des Wildnis-Trails  und  ohne besondere Anforderungen gut zu gehen. Das Gesamtpaket Wildnis-Trail kann man als 4-Tages-Tour mit Übernachtung und Frühstück als Basisarrangement ab 169,00 Euro buchen  unter www.nationalpark-eifel.de. Hier kann man sich entscheiden, ob es eine geführte Tour werden soll, oder ob man sich auf  eigene Faust durch die Büsche schlagen möchte. Ich halte es für eine fantastische Möglichkeit  ohne lange Anreisen in Kauf nehmen zu müssen, dem Alltag für einige Tage zu entfliehen. Da mich diese, eigentlich letzte Etappe begeistert hat, werde ich in diesem Tourguide auch noch über die verbleibenden 3 Etappen berichten.


Nach der Wanderung: Geheimtipp Staubecken Heimbach

Da ich gegen 17:00 Uhr zurück in Heimbach war, hat es mich zu meinem Lieblingsplatz  am Heimbacher Staubecken gezogen. Die einzigartige Lage, der schöne Blick, die moderaten Preise und der nette Inhaber machen die Location am Bootsverleih zu etwas besonderem. Leider kommt man definitiv nur zu Fuß oder per Rad dorthin. Die  exakte Wegbeschreibung findet Ihr bei meiner ersten Nationalpark-Tour

Hier muss ich immer hin, wenn ich in der Nähe Heimbachs bin. Und gleich hinter dem schön gelegenen unkonventionellen Biergarten mit Selbstbedienung beginnt ein wunderschöner Trampelpfad der später über Holzplanken entlang des Wassers führt. Eine schöne Idee um den heutigen Tag romantisch ausklingen zu lassen. Addiert zu der oben beschriebenen Wanderung kommen noch mal ca. 4 Kilometer dazu. Den Biergarten kann man auch mit dem Fahrrad anfahren, der Weg am Staubecken ist nur für Fußgänger.


Holzstege und enge Pfade führen vom Biergarten zum Campingplatz Kohl entlang des Staubeckens Heimbach
Holzstege und enge Pfade führen vom Biergarten zum Campingplatz Kohl entlang des Staubeckens Heimbach


Zweiter Tag: Bootstour über den Rurstausee

Es war am Sonntag alles so, wie es angekündigt worden war. "Schietwetter", wie man im Norden sagen würde. Wäre ich heute auch um 10:00 Uhr losgewandert, ich hätte es im Regenponcho tun müssen. 'Na ja', denke ich mir, 'Reisereporter haben auch nicht ausschließlich schönes Wetter.

Auch, wenn Sie es durch ihre Bilder die Leser glauben lassen wollen'.

Ich bin da ehrlich: Die folgende Tour war sehr schön, lohnt sich auch bei Bewölkung und schauerartigen Regenfällen, aber mit Sonne, blauem Wasser und blauem Himmel, wären die Bilder sicher noch schöner. Noch schöner? Ja, noch schöner, denn auch so war es eine wunderbare Tour, ideal für die ganze Familie!


Marina am Rursee, nähe Anlegestelle Schwammenaul
Marina am Rursee, nähe Anlegestelle Schwammenaul

Der Rursee im Nationalpark Eifel

Die Rurtalsperre Schwammenauel ist die größte dieses Landes. Stellenweise 66 Meter tief und bis zu 1,5 Kilometer breit, bringt sie es alles in allem auf eine Länge von 40 Kilometer. Das würde in etwa der Rheinstrecke Köln-Remagen entsprechen. Wenn wir nun in Schwammenauel an Bord gehen bringt uns die erste Kreuzfahrt vobei am Seglerhafen Woffelsbach, zur Rursee-Endstation Rurberg. Dort können wir umsteigen auf ein geräuschloses Elektroschiff und damit die Fahrt fortsetzen. Über das Trinkwasser-Reservoir geht es über den Obersee nach Einruhr. Auf dem gesamten Weg befinden sich auch Bedarfshaltestelle für Wanderer und Radfahrer.

 

So können wir bei gutem Wetter über den wilden Kermeter wandern oder entlang des Rurseeufers und an beliebigen Stellen ein- und wieder aussteigen. Nur die letzte Abfahrt sollten wir gemäß dem aktuellen Fahrplan nicht versäumen.

 

Ein Genuss ist diese Tour auch, wenn sich die Ufer im Herbst bunt färben, oder an an einem heißen Sommertag, dann können wir das Strandbad anfahren und in der Sonne faulenzen. Es ist also immer eine Reise wert!

 

An Bord der Schiffe gibt es auch Verpflegung, sowie kalte und heiße Getränke. Die Aussichten auf den Nationalpark vom Schiff aus sind schon beeindruckend. Was den Bayern der Königssee, das ist uns in Nordrhein Westfalen der Rurstausee. Natur pur!

 

Einruhr ist ein schöner kleiner Urlaubsort, der an Wochenenden auch das Ziel einiger Motorradfahrer ist. Was dem Zauber dieses kleinen Ortes mit Seepromenade keinesfalls schadet. Gartenlokale und eine bemerkenswerte Eisdiele mit handgemachtem Eis, unbedingt empfehlenswert!

 

Eines ist sicher: ich werde hierhin noch einmal zurückkehren, wenn ich die erste Etappe des Wildnis-Trails von Monschau-Höfen nach Einruhr gewandert bin. Es gibt also ein Wiedersehen!

 

Vom Boot aus den See erkunden kann man in vielfältiger Weise, ob mit Kanadier, Ruderboot, Tretboot oder einem Segelboot, alles ist buchbar oder ausleihbar. Dem Spass auf und am Wasser sind hier keine Grenzen gesetzt.



Postkartenidylle auf dem Weg zum Staubecken Heimbach: Burg Hengebach
Postkartenidylle auf dem Weg zum Staubecken Heimbach: Burg Hengebach

Warum sollte man ein Wochenende Im Nationalpark verbringen? Hier mein Fazit:

Ein Wochenende alleine reicht nicht aus. Es ist so vielfältig, kurzweilig und wunderschön hier, dass man es einfach mögen muss wiederzukommen. So jedenfalls geht es mir und ich hoffe ich kann etwas von meiner Begeisterung weitergeben und teilen.

Ihr könnt Kanutouren von Heimbach nach Zerkall unternehmen, auf dem größten Stausee Deutschlands maritime Urlaubsfreuden

genießen und am selben Tag die unberührte Waldlandschaft des Nationalparkes unter die Füße nehmen.

Dabei reichen die kulinarischen Genüsse weit über Currywurst/Pommes und Waffel mit Vanilleeis und heißen Kirschen hinaus.

Viele gute Adressen bieten herrliche kulinarische Genüsse aus See, Fluß und Wald an. Saisonale Rezepte und Menüs werden den Besuchern kredenzt, dazu diverse Spezialitäten vom Trappistenbier  und -likör bis zu diversen Eifelbränden, es gibt etwas zu erleben!


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:

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Radtour durch den Düsseldorfer Süden

Eine Sommertour mit Erlebnisfaktor

"Man kann ja nicht alle Brückentage frei haben,"

Ok, denke ich mir: morgen Auto waschen, Samstag Rasen schneiden, Garten wässern, Einkäufe erledigen, Sonntag grillen im Garten  und am freien Donnerstag mache ich eine Fahrradtour, die mir Programm für drei Tage bietet. Basta!

Eines der schönsten Dinge beim Schreiben der Tourberichte ist die Vorbereitung; dann noch Glück am Tag mit dem Wetter . Was soll ich Euch sagen? Es hat alles gepasst und von diesem erlebnisreichen Tag möchte ich Euch heute gerne berichten. Was  dabei heraus kam, macht die Tour so empfehlenswert, dass ich allen Lesern nur ebenso schönes Wetter wünschen muss, der Rahmen reicht für eine Reiseempfehlung nach Düsseldorf.  Aber seht selbst.....