So wie dieser Baum wird sich mein Blog immer weiter verästeln und zu einem weit verzweigten Tourengebilde verbinden
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Magische Orte im Rheinland

Dem Werwolf auf der Spur

Der Werwolf Wanderweg war ein Kapitel in einem der vielen Reiseführer, die in meinem heimischen Regal nur darauf warteten von mir persönlich erkundet zu werden. Alleine der Titel klang verheißungsvoll und beim Studium der Freizeitkarte wurde meine Neugierde immer größer. So kam in diesem Herbst, was kommen musste: zusammen mit einem guten Freund machte ich mich auf den Weg diese Tour für Euch zu erkunden und hier aufzubereiten. Eine Tour zu Schlössern, Burgen und schaurigen alten Geschichten...

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Geschenkte Tage - erst Supersommer nun der Superherbst

Idylle im Düsseldorfer Süden

Heute gab es wieder eine solche Wettervorhersage, da musste ich einfach los mit dem Rad um den Zauber meiner Heimat für Euch einzufangen. Schließlich haben wir es nicht nur schön, sondern sehr schön hier bei uns im Düsseldorfer Süden. Deswegen entführe ich Euch vor dem Gänseessen und den Feiertagen zu einer sportlichen 40 Kilometer-Radtour in den Düsseldorfer Süden, inklusive zweier Schlösser, Seen, Wald, Natur und Kultur.

Diese Tour verläuft fast ausschließlich nur auf  landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Wegen und ist egal ob Frühjahr, Sommer oder Herbst ein absoluter Tip.  Vorteil Frühjahr: die ersten Sonnenstrahlen am See genießen, Vorteil Sommer: Baden und sonstiger Wassersport am See. Vorteil Herbst: die Nachmittagssonne taucht das bunte Herbstlaub in die schönsten Farben.

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Entlang der Straße der Weserrenaissance

Mit dem Wohnmobil ins Land der Märchen und Sagen

Eine Kurzreise mit dem Wohnmobil für Romantiker. Weserrenaissance zum Verzaubern. Natur pur, Burgen, Schlösser und mittelalterliche Städte. Laue Sommernächte im Weserbergland. Märchen, Sagen und Legenden - von Rattenfängern und verschwundenen Kindern;  einem Lügenbaron von Münchhausen  und fliegenden Kanonenkugeln. All das und noch viel mehr gilt es zu erleben in der nun folgenden Kurzgeschichte über mein Wochenende im Grenzgebiet zwischen NRW und Niedersachsen. Lasst Euch überraschen, eine Reise in diese Region verspricht viele tolle Erlebnisse! Viel Spaß wünsche ich Euch nun  bei dieser spannenden Entdeckertour ins Abenteuerland:

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Ratingen reloaded - den Sommer geniessen im LVR-Museum Cromford

Cross-over Mix aus Burg, Kultur, Natur und Freibad

Herrensitze, Schlösser und Burgen ziehen mich einfach magisch an. Wer meinen Blog etwas länger verfolgt wird dies schon bemerkt haben. Und tatsächlich gibt es in NRW ca. 900 Burgen und Schlösser unter Denkmalschutz. Da haben wir ja noch etwas gemeinsam vor. Heute war ein check-up von meiner Blog-Tour Nr. 4 vom 31.01.2017 auf dem Plan. Damals besuchte ich Haus Cromford erstmals an einem sonnigen Wintertag. Jetzt kehrte ich mit vielen schönen Eindrücken von dort erneut zurück. 

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Natur genießen: Rundtour zum Wahrzeichen des Bergischen Landes

Von Rittern und Räubern im finsteren Walde

Es ist Juli geworden. Während die Einen ihre Koffer packen und erwartungsvoll den großen Ferien entgegen fiebern, bleiben die Anderen zu Hause, da es mit dem Auslandsurlaub noch einige Wochen dauern wird. Aber muss man deswegen gleich Trübsal blasen? Nein, ganz im Gegenteil, denn unser Bundesland ist voller Überraschungen. Die Besucherzahlen für NRW sprechen ihre eigene Sprache. Nach Bayern ist NRW das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Die Großstädte Düsseldorf, Köln und Bonn ziehen zusammen mit der Rhein-Ruhr-Region die Besucher  in Scharen an. Aber auch die geschichtsträchtigen Rückzugsorte im Grünen bieten uns eine herrliche Auszeit vom Alltag. Also los geht's! Zum Wahrzeichen des Bergischen Landes reisen wir heute: Schloß Burg an der Wupper. Und ich habe Euch auch wieder spannende Geschichten zur Geschichte, vielseitige Highlights  und erlebnisreiche Stunden ausgekundschaftet, soviel kann ich allen Entdeckern und Abenteurern, egal ob Groß oder Klein,  jetzt schon einmal versprechen....

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Warum das Leben in Krefeld liebenswert ist

Eine Stadt wie Samt und Seide?

Das heutige Krefeld ist eine der linksrheinischen Großstädte am Niederrhein und vereint drei Städte mit jeweils eigener Geschichte: Krefeld, Linn und Uerdingen. Im frühen Mittelalter war sie noch eine Exklave der Grafen zu Moers, bevor sie 1373 unter Graf Friedrich II. zur Stadt erhoben wurde. Heute pulsiert hier das Leben inmitten schöner Natur, gepflegter Golfplätze, schöner Parkanlagen und jährlich wiederkehrender Feste. Mit dem folgenden Bericht erfahrt ihr, warum man die Stadt besuchen muss.


Herzlich willkommen in Krefeld - kleine Collage zu Beginn
Herzlich willkommen in Krefeld - kleine Collage zu Beginn

Anfahrt

Die Anfahrt erfolgt aus Köln kommend über die A 57, von der Kölner Domplatte bis zum Wohnmobilstellplatz in Krefeld-Linn beträgt 60,23 Kilometer und dauert ca. 1:00 Stunde.

 

Diese Zieladresse für die Navigation lautet:

  • Alte Rheinbabenstraße 4, 47809 Krefeld 

Krefeld ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erkunden. Dreh- und Angelpunkt dafür ist der architektonisch besonders schöne Hauptbahnhof aus der Kaiserzeit in Zentrumsnähe. Von hier fahren auch Busse und Straßenbahnen in alle übrigen Ortsteile.


extratip:

  • Der Weihnachtsmarkt auf der Burg Linn ist sehr romantisch und nur an bestimmten Tagen im Advent, Termine vormerken!
  • Bahnfahrt mit dem Krefelder Schluff vom Nordbahnhof zum Hülser Berg

Highlights

Hier habe ich Euch mal meine persönlichen Highlights zusammengestellt, die selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben:

  • Krefeld-Linn, Burg und Altstadt mit Textilmuseum und Jagdschloß
  • Krefeld-Hüls, mit Hülserberg, Kapuziner Berg und Inrather Berg
  • Krefeld-Uerdingen, Alter Markt, Dujardin und der Rhineside Gallery
  • Krefeld Innenstadt, shoppen, bummeln, chillen und  internationale Kunst im Kaiser-Wilhelm Museum
  • Krefelder Rennbahn und Stadtwald, mit dem schönsten Biergarten von NRW-Live Konzerte inklusive!
  • Der Krefelder Schluff ist eine der ältesten Privatbahnen in Deutschland.
  • Der Krefelder Zoo neben dem Grotenburg Stadion und in der Nähe zum Schönwasserpark und Botanischen Garten
  • Haus Lange und Haus Esters, Krefelds bedeutenste Exemplare des Bauhaus.

Nützliche Weblinks

Hier habe ich Euch einige nützliche weblinks zur weiteren Planung Eures Aufenthaltes in Krefeld zusammengestellt:



Altstadt Linn, Burg Linn, Flachsmarkt Krefeld
Die Linner Burg spiegelt sich im Frühjahr im Burggraben

In Linn und um Linn herum

Burgtor an der Linner Burg
Burgtor an der Linner Burg

Wir starten unsere Tour durch Krefeld im historischen Ortsteil Linn. Das hat gleich mehrere Gründe. Zum einen ist Linn der älteste Ortsteil Krefelds und begeistert den Besucher durch seine alten Gassen, die Burg Linn, das kleine Jagdschloß und das Krefelder Textilmuseum.

Das Textilmuseum ist in einem zentralen 'Neubau' seit 1981 untergebracht und verfügt mit ca. 30.000 Textilien aus aller Welt, von der Spätantike bis heute, über die größte Sammlung dieser Art in ganz Deutschland. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Museum Burg Linn. Mit einem Kombiticket lassen sich die Burg, das Jagdschloß, das Museum (mit Gräberfunden und römischen Relikten), sowie das Textilmuseum besuchen.

Ein anschließender Besuch des Museumscafés ist zu empfehlen, bei schönem Wetter auch auf der Außenterrasse.

Mehrmals im Jahr findet der Bücherbasar in der Linner Museumsscheune statt,  ein Wochenende für Schnäppchenjäger und Freunde schöner Literatur. Der aktuell nächste Termin ist der 23. und 24. März 2019.

Seit dem Jahre 1975 findet alljährlich zum Pfingstwochenende der Flachsmarkt auf Burg  Linn statt. Dieser weit über die Region hinaus bekannte Markt ist in seiner Ausprägung einer der größten historischen Handwerkermärkte Deutschlands. Über 750 freiwillige Helfer sind jedes Jahr nötig um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Zum Veranstaltungsrahmen gehören selbstverständlich Ritterspiele, Bogenschießen, Axtwerfen und echte Ritterturniere. Das ist natürlich gerade für unsere Kinder spannend zu erleben, wie früher gelebt und gearbeitet wurde - Geschichte zum Anfassen aber auch zum aktiven Mitmachen.

Wer Ruhe und Erholung sucht ist ebenfalls in Linn gut aufgehoben:  ausgezeichnete Radwege bieten verkehrsfreie Radwanderungen durch Feld, Flur und Wald, bis an den Rhein und mehr. Der eigenen Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Das Stadtmarketing der Stadt Krefeld hat sich für das Jahr 2019 ganz besondere Mühe gegeben und mehrere kostenfreie Broschüren erarbeitet, die im Museumscafé ausliegen. 


Linner Altstadt zwischen Burg und Textilmuseum
Linner Altstadt zwischen Burg und Textilmuseum

Botanischer Garten und Schönwasserpark im Frühlingserwachen
Botanischer Garten und Schönwasserpark im Frühlingserwachen

Frühling im Botanischen Garten
Frühling im Botanischen Garten

Eine dieser Broschüren beinhaltet einen 12 Kilometer langen Wanderweg, der am Botanischen Garten beginnt und durch Krefelder Grüngürtel bis zum historischen Stadtkern Linn führt. 

Hier stelle ich gerne den weblink für die Broschüre, die pdf-Datei und den gpx-download zur Verfügung.

 

Die Stadt Krefeld zeichnet sich durch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal aus: sie ist die einzige Stadt in NRW, die gleich vier Golfplätze vorzuweisen hat. Um alle Plätze zu spielen reicht ein Wochenende alleine also schon nicht aus. Und Linn wäre nicht Linn, wenn nicht hier einer dieser schönen Golfplätze zu finden wäre. 

 

Internationales Publikum und prominente deutsche Gäste spielen auch gerne auf dem Golfplatz des Golf & Countryclub an der Elfrather Mühle.

 

Der dritte Golplatz des Golfclubs Bockum befindet sich direkt am Freizeitbad Bockum.

 

Der vierte Golfplatz des Golfclubs Stadtwald befindet sich im Stadtwald direkt auf dem Gelände der Krefelder Rennbahn. Ich verbinde sehr schöne Erinnerungen mit diversen Erlebnissen auf der Rennbahn im Stadtwald. Zum einen findet hier alljährlich der Sparkassenrenntag statt, ein Erlebnis für Groß und Klein, die hier mal mit Pferdeliebhabern und  Jockeys ins Gespräch kommen, oder mit wunderschönen Rennpferden auf Tuchfühlung gehen können. Anschließend werden mit Spannung die Rennen verfolgt, in der Hoffnung den Wetteinsatz zu vervielfachen. Ein kleiner Hauch vom englischer Noblesse, wie in Ascott weht dann hier. Im Juli/August eines jeden Jahres verwandelt sich die Rennbahn-Tribüne in ein großes Open-Air Kino, wo von alten Klassikern und aktuellsten Hollywood-Blockbuster bestes Programmkino angeboten wird.  Durch den Stadtwald lustwandelt man zum Stadtwaldhaus, wo sich am kleinen See die Möglichkeit zum Treetboot fahren bietet. Das Stadtwaldhaus verfügt über einen der schönsten Biergärten von NRW - hier lasse ich gerne mal die Seele baumeln. Im Sommer ziehen zahlreiche Veranstaltungen und Live-Konzerte die Besucher an. So kann man an besonders schönen Tagen zu brasilianischen Klängen in die Sommernacht tanzen. 


Wohlverdiente Erfrischung nach einer Wanderung auf Krefelds höchsten Berg, den Hülser Berg - in der Bergschänke.
Wohlverdiente Erfrischung nach einer Wanderung auf Krefelds höchsten Berg, den Hülser Berg - in der Bergschänke.

Hülser Burg, Hülser Bruch, Hülser Berg

Krefeld Hüls mit der Ruine der Hülser Burg und dem Naturschutzgebiet Hülser Bruch ist am nächsten Tag unser weiteres Ausflugsziel. Sprichwörtlicher Höhepunkt dieser Halbtageswanderung ist der Hülser Berg, der höchste der drei Krefelder Berge. Doch keine Angst, auch ohne alpine Erfahrung ist dieser Berg von jedermann zu erwandern, es müssen lediglich 93 Höhenmeter überwunden werden: der Berg hat seinen höchsten Punkt 63 Meter über NN, der Johannesturm ist nochmal 30 Meter hoch. Der Aussichtsturm auf dem Berg sollte tatsächlich nur von schwindelfreien Personen erstiegen werden. Über offene Gitterstufen erklimmen wir ihn schnaufend und werden oben angekommen mit einem fantastischen Ausblick über die Stadt und den gesamten linken Niederrhein belohnt. Wir erblicken in der Ferne die Schornsteine der Industrieregion Ruhrgebiet, die Bayerwerke in Krefeld Uerdingen und sind erstaunt welcher Waldreichtum sich hier unterhalb des Turmes ausbreitet. Eins ist uns hier deutlich geworden: Krefeld ist eine Stadt im Grünen! 

 

Wer einer ausgeschilderten Wanderung in Hüls folgen möchte, nimmt beispielsweise den 12 Kilometer langen Pottbäckerwanderweg (Markierung Seerose). Auch hierzu hat das Stadtmarketing Krefeld eine kostenfreie Broschüre aufgelegt, den weblink hierzu stelle ich ebenfalls gerne zur Verfügung, es ist eine lohnenswerte Tour. Wer mich kennt weiß es schon, ein weiteres Highlight ist natürlich die Bergschänke auf dem Hülser Berg, die ein  ganz besonderes Abteibier vom Fass in den originalen Abteigläsern ausgeschenkt, meine Empfehlung für diese Location! (Vorsicht unbezahlte Werbung).

 

Natürlich kann man den Hülser Berg auch mit dem PKW anfahren, denn eine (schmale!) Straße führt hinauf auf einen großflächigen, schattigen Parkplatz bis zur Bergschänke. Dort oben kann man auf einem kleineren Spaziergang den Waldlehrpfad erwandern, das Wildgehege entdecken und eben den Turm besteigen.


Krefelder Schluff vor dem Nordbahnhof
Krefelder Schluff vor dem Nordbahnhof

Auf dem Egelsberg
Auf dem Egelsberg

Schattenspiel vom Johannesturm aus gesehen
Schattenspiel vom Johannesturm aus gesehen

Die vielleicht schönste Art und Weise den Hülser Berg zu erreichen ist es, wenn man mit den Kindern an der Hand am Krefelder Nordbahnhof in den Krefelder Schluff einsteigt. Die älteste Privatbahn Deutschlands, fährt in einer Pendelstrecke ab dem 01. Mai bis 22. September den Hülser Berg als Endstation an. Das besondere hierbei: man kann Fahrräder mitnehmen. 

 

So ist eine Fahrradtour möglich, bei der wir in Krefeld starten und vom Hülser Berg zurückfahren, oder umgekehrt. Bitte Fahrpläne auf dem weblink, siehe oben, beachten.

 

Es gibt noch einen weiteren Berg in Krefeld, der mir eine Erwähnung wert ist: der Egelsberg. Zwischen den schönen Ortsteilen Krefeld-Verberg und Krefeld-Traar erhebt sich der Egelsberg, ein Naherholungsgebiet zum wandern, radfahren und Segelfliegen. Auf dem Berg befindet sich der Segelflugplatz der Stadt Krefeld, hier kann man auch Rundflüge und Schnupperkurse zum Segelfliegen buchen, Zeit im kleinen Biergarten des Towers verbringen und bei den Starts und Landungen zuschauen, oder in den unzähligen Brombeerhecken im August die süßen Früchte sammeln.

 

Auf dem Berg steht eine von insgesamt drei denkmalgeschützten Windmühlen auf Krefelder Stadtgebiet: die Egelsberger Mühle. Die Elfrather Mühle steht auf dem Golfplatz gleichen Namens und beherbergt ein sehr gutes Restaurant und die dritte im Bunde ist die 700 Jahre alte Turmwindmühle Geismühle, welche als Baudenkmal besichtigt werden kann. Wer aus Richtung Köln kommend die A 57 in Richtung Nijmwegen befährt, ist schon ganz sicher mal an ihr vorbeigefahren: an der Autobahnraststätte Geismühle.

 

Nochmal zurück zum Krefelder Nordbahnhof: hier befindet sich eine Krefelder Traditionsgaststätte mit guter regionaltypischer, rheinischer Küche, in der seit kurzer Zeit auch wieder eigenes Bier gebraut wird. 


Biergarten an der Uerdinger Rhineside Gallery - nur im Sommer!
Biergarten an der Uerdinger Rhineside Gallery - nur im Sommer!

Strickkunst an der Rhineside-Gallery
Strickkunst an der Rhineside-Gallery

Krefeld-Uerdingen: Dujardin, Alter Markt und Rhineside Gallery

Mannshohes Portrait bei der Eröffnung der Rhineside Gallery
Mannshohes Portrait bei der Eröffnung der Rhineside Gallery

Krefeld-Uerdingen ist mit seinem Rheinhafen, den Bayer Werken und dem großen Industriefirmen im Gewerbepark heute wohl der stärkste Wirtschaftsstandort der Stadt. Längst vorbei sind die Zeiten in denen sich der Wohlstand der Stadt aus der Seidenweberei und den Textilfabriken rekrutierte. Damals, als zu den Zeiten der liberalen Oranier, Unternehmer wie von der Leyen die Stadt zu einem derart begehrten Arbeitsstandort werden ließen, dass dreimal in Folge eine städtebauliche Erweiterung nötig wurde. Spätestens seit den Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges hat sich das mittelalterliche Bild der Stadt grundlegend verändert.

 

Wir besuchen mit diesem Reiseblog Uerdingen ein zweites Mal, denn hier befindet sich zum einen die älteste Weinbrennerei Deutschlands, heute ausgestattet mit einer Eventgastronomie, Küferei genannt, und zum anderen die Summer-location Rhineside Gallery, bei der eine Brachfläche am Rheinufer in einen Strand- Biergarten mit Grill und Bar verwandelt wird. Dort finden dann in der Saison auch kleine, aber feine Musik-Events statt. 

 

Dujardin war im Übrigen auch Drehort einiger Szenen des deutschen Kinohits "Das Wunder von Bern". Mein Wanderbericht  im Blog thematisiert die Wanderung von Uerdingen nach Duisburg Friemersheim in dieser Geschichte.

 

Kommen wir noch einmal auf Krefelds Stadtmitte zu sprechen. In den Jahren 1992-2013 fand jährlich im September die größte Straßenmodenschau der Welt statt, bei der namhafte Models, die neuesten Fashionhighlights der angesagtesten Modelabels präsentierten. Dieses Event war eigentlich ein voller Erfolg, denn diese Modenschau zog alljährlich bis zu 500.000 Besucher an. Doch die Stadt strich die nötigen Fördergelder, die die Veranstaltung erst möglich machte, heute ist sie nur noch ein Teil der Stadtgeschichte, die eigene webpage ist ebenfalls nicht mehr online - schade!

 

Das waren noch Zeiten als Karl Lagerfeld persönlich im Jahre 1973 als erster Deutscher mit dem Krefelder Modepreis "Goldenes Spinnrad" ausgezeichnet wurde.  Heute finden die wichtigsten Events der Stadt im Seidenweberhaus und in der Eissporthalle statt.


Herbst im Schönwasserpark
Herbst im Schönwasserpark

100 Jahre Bauhaus

2019 steht im Zeichen einer architektonischen Revolution. Das Bauhaus wird 100 Jahre alt und hier hat Krefeld in der Tat etwas einzigartiges zu bieten: 

Auf der Wilhelmshofallee Nr. 91 und Nr. 97 befinden sich zwei Häuser, die der weltberühmte Bauhausarchitekt Mies van der Rohe in den Jahren 1928-30 entworfen  hat. Haus Lange und Haus Esters. Seit 1981 sind sie im Besitz der Stadt Krefeld, die hier ein Museum mit Wechselausstellungen der modernen und zeitgenössischen Kunst eingerichtet hat. Aktuell befinden sich beide Häuser in der (fast fertiggestellten) Sanierung, da sie anlässlich des Bauhaus Jubiläums in neuem Glanz erstrahlen sollen. Ich erlaube mir im folgenden zu zitieren:

 

Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Nach Art und Konzeption war es damals etwas völlig Neues, da das Bauhaus eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk darstellte. Das historische Bauhaus stellt heute die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert dar. Das Bauhaus bestand von 1919 bis 1933 und gilt heute weltweit als Heimstätte der Avantgarde der Klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst und Architektur. Die Resonanz des Bauhauses hält bis heute an und prägt wesentlich das Bild modernistischer Strömungen. (Quelle wikipedia) 

 

 

Den Stellenwert den die beiden Häuser in der Welt des Neuen Bauens haben, wird durch die Eröffnung einer Sonderausstellung in einem eigens dafür errichteten Pavillion im Kaiserpark, welcher sich in fußläufiger Nähe zu den beiden Häusern Haus Lange und Haus Esters befindet, unterstrichen.

Ab dem 07.04.2019 bis zum 27. Oktober 2019 führt eine Ausstellung durch die Geschichte des Bauhaus und seiner Bedeutung für Krefeld. Unser Bundespräsident Frank Walter Steinmeier besuchte mit seiner Gattin bereits am 03.02.2019 die beiden Museen und machte sich ein Bild von den Arbeiten am Pavillion.

In Krefeld befindet sich auf dem Gelände der Verseidag AG der einzige Industriekomplex, den der Ausnahme-Architekt Mies van der Rohe entwarf. Wer möchte, kann sich hier im neu entstandenen Mies van der Rohe Park ein Bild der zeitgenössischen, modernen Industriearchitektur machen. Weitere aktuelle Informationen zum Bauhaus Jubiläum, Vorträgen und Veranstaltungen findet ihr in der eigens eingerichteten webpage "Projekt MIK" (Mies in Krefeld)


Frühling im Botanischen Garten Krefeld
Frühling im Botanischen Garten Krefeld

Typische Niederrhein Landschaft im Hülser Bruch
Typische Niederrhein Landschaft im Hülser Bruch

Viel Vergnügen im grünen Krefeld!
Viel Vergnügen im grünen Krefeld!

Japanische Kirschblüte in der Südstadt
Japanische Kirschblüte in der Südstadt

fazit:

Ein außergewöhnliches Stadtportrait einer geschichtsträchtigen Stadt  habe ich Euch hier aufbereitet. Es ist ein sehr persönlicher Bericht geworden, denn zum einen arbeitete ich über 20 Jahre bei einem der größten Krefelder Arbeitgeber in unterschiedlichen Filialen des Stadtgebietes und zum anderen lebte ich auch für einige Jahre dort. So bin ich sehr oft an den hier beschriebenen Stadtteilen und Locations in den letzten 30 Jahren gewesen zum wandern, radeln oder einfach nur zum Konzert nach einem anstrengenden Tag. Diese finden dann auch in der Krefelder Kulturfabrik oder auf dem Großmarkt in der Kulturrampe statt. Auch heute noch bin ich  gelegentlich persönlich dort anzutreffen. Ganz besonders in meiner persönlichen Erinnerung bleiben die Konzerte von Stoppock in der KUFA, ein Betriebsauflug in einer privat angemieteten Straßenbahn, mit der wir von Krefeld in die  Düsseldorfer Altstadt fuhren, unsere Betriebsfeste im Seidenweberhaus, die nicht selten erst in den frühen Morgenstunden ein Ende fanden, ein begeisterndes Konzert von Udo Jürgens (damals 75 Jahre alt spielte er 2 1/2 Stunden in der Eissporthalle), die Eiskunstlauf-Revue mit Katharina Witt ebenda und die diversen Spiele der Krefelder Pinguine gegen die Kölner Haie oder die DEG.

Bedingt durch meine berufliche Teilzeittätigkeit in der Finanzdienstleistungsbranche komme ich heute noch immer regelmäßig nach Krefeld und fühle mich mit den Menschen und der Stadt sehr verbunden.

Ich hoffe ich habe Eure Neugierde wecken können für die schönen Ecken dieser einmaligen Stadt  - fahrt mal hin, es lohnt sich!

Ich freue mich auf Eure Kommentare und bedanke mich ganz herzlich für Euer Interesse und Eure Unterstützung, Bis zur nächsten Tour grüßt herzlich Euer Matthias!

Hier noch einige Eindrücke:

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Durch die Caller Schweiz zum Hennesee

Erste Frühlingsgefühle im Winter 2019

Der Frühling ist zu Besuch im Winter 2019. Das schöne Wetter und eine Einladung von unseren Landvergnügen Botschaftern Angela und Hansjörg verschlug uns zu einer Tour in die Caller Schweiz, zu einem Vortrag über Wohnmobilreisen in NRW beim Treffen der Wohnmobilfreunde im Campus in Meschede und zu einer aussichtsreichen Wanderung bei angenehmen Frühlingstemperaturen. Was dabei heraus kam, ist durchaus empfehlenswert für eine Tour "Raus aus dem Alltag!" Viel Vergnügen wünsche ich Euch beim lesen und ausprobieren dieser schönen Kurzreise in das Sauerland. 


Schöne Fernsichten über den Hennesee bei Meschede
Schöne Fernsichten über den Hennesee bei Meschede

Anfahrt

Die Anfahrt ab Kölner Domplatte beträgt bis zur ersten Adresse H 1 am Hennesee  134 Kilometer und dauert 1:50 Stunden. Die Zieladresse für die erste Adresse lautet:

  • Am Hentenberg 1, 59872 Meschede 

Die zweite Zieladresse in Calle lautet: 

  • Auf'n Mühlenwiesen 18, 59872 Meschede - Grewen Mühle

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgt unproblematisch bis zum Bahnhof Meschede mit der Deutschen Bahn:

  • Köln, Hbf-Meschede Hbf, ca 2:25 Stunden durchschnittlich

Ab Meschede den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Weitere Informationen dazu unter der passenden Webseite und auch über die ÖPNV-APP der Stadt.

Highlights

Hier kommen die Highlights dieser Tour im Kurzüberblick die für einen schönen Tag abseits des Alltags sorgen werden:

  • Caller Schweiz, wunderschöne Natur und Wanderwege in einer Region abseits der Touristischen Hauptrouten
  • Der Ruhrtalradweg, spannender kann ein Fluß nicht sein. Der Wohnmobilstellplatz Meschede bietet einen idealen Ausgangspunkt für zwei Tagestouren
  • Der Kapellenrundwanderweg in Calle führt zu einer altgermanischen Opferstätte: dem Hunstein, schöne Aussichten inklusive
  • Der Hennesee bei Meschede, einer von mehreren Stauseen im Sauerland: ein Freizeitparadies zum Baden, Stand up-paddling, für Bootstouren, Radtouren rund um den See, dem Henne-Boulevard zur Himmelstreppe hinauf auf den Staudamm und dem neuen Restaurant H1

Nützliche Weblinks

Hier habe ich einige nützliche Weblinks zusammengetragen, die Euch bei der Planung dieser Reise eine Hilfe sein können:

  • Wohnmobilstellplatz an der Ruhr bei Meschede, gegenüber dem Hallenbad, kostenlos ohne V/E und ohne Strom.
  • Wohnmobilstellplatz am Campingpark Knaus, Vollaustattung, nicht preiswert.
  • Grewen-Mühle in Calle, meine Tip für gemütliche Stunden. Hotelzimmer und Ferienwohnung inklusive.
  • Hier kommt (unbezahlte) Werbung: H 1 Am Hennesee, eine durchaus lohnenswerte Restaurant-Location (meine Meinung) mit toller Aussicht auf den See.
  • Wer Lust hat auf unendliche Möglichkeiten des Fahrradfahrens in allen Kategorien in der Region Meschede wird auf diesem weblink garantiert fündig.


Impressionen aus der  Caller Schweiz
Impressionen aus der Caller Schweiz

Spaziergänge durch Calle, auf den Hunstein  und zum Henne-Boulevard

Forellenteich und Grewen Mühle in Calle
Forellenteich und Grewen Mühle in Calle

Unglaublich, welche Temperaturen im Februar 2019 uns im Sauerland verwöhnten. Normalerweise würden wir Informationen für Ski- und Rodelbedingungen eher erwarten, als Temperaturen im zweistelligen Bereich. Umso schöner ist es sich im Stuhl an der freien Luft zurück zu lehnen, einen Cappuccino zu genießen und die wärmenden Strahlen der Sonne zu spüren. 

 

Das Wochenende beginnt mit einem Besuch unserer Wohnmobilfreunde in der kleinen Ortschaft Calle, welche nur wenige Minuten von der Stadt Meschede entfernt liegt. Über den gut zu erreichenden Autobahnanschluss gelangen wir nach einigen Kurven durch die schöne Landschaft des Sauerlandes nach Calle im Herzen der nach der Stadt genannten Caller Schweiz. Der Ort wurde erstmals am 18. Juli 1042 urkundlich erwähnt und existiert seit beinahe 1.000 Jahren. Sehenswerter Mittelpunkt ist das Baudenkmal der Kirche St. Severin, welche uns für die Größe der Ortschaft deutlich überproportioniert erscheint. Das Geheimnis liegt in der Tatsache begründet, dass auch die Gemeinden der Nachbarorte ihren Gottesdienst in dieser Kirche feiern, daher wurde schon bei der Grundsteinlegung entsprechend großzügig und vorausschauend geplant. Mehrere Bäche fließen aus den hier zusammenführenden Tälern in der Ortsmitte zusammen. Über der ältesten Brücke wacht der Brückenheilige St. Nepomuk und bietet den Anwohnern nun schon seit Jahrhunderten Schutz.

 

Im benachbarten Kelbketal gibt es den gleichnamigen Wanderparkplatz (ausgeschildert) an einer kleinen Kapelle. Das Parken erfolgt dort kostenlos, einige Picknickplätze bieten Wohnmobilisten einen entspannenden Stop mitten in der Natur.  Zum Nachmittag führt  uns der Rundwanderweg A 1 in einer rund 3,7 Kilometer langen Rundwanderung zum Höhepunkt der Caller Schweiz: dem Hunstein, einer altgermanischen Opferstätte südlich von Calle mit einer wunderschönen Aussicht auf die Ortschaft und die Caller Schweiz. Wer hier mehr wandern möchte findet eine schöne Möglichkeit auf dem 13 Kilometer langen Kapellenweg, einer Rundwanderstrecke. 


Caller Schweiz vom Hunstein aus gesehen im Februar 2019
Caller Schweiz vom Hunstein aus gesehen im Februar 2019

Ausflugsschiffahrt auf dem Hennesee
Ausflugsschiffahrt auf dem Hennesee

Am Abend des Samstags fand das  beliebte Mescheder Wohnmobilisten Treffen im Campus statt, einer ehrenamtlich geführten Begegnungstätte mitten in Meschede. Die Veranstaltungen der vorangegangenen Abende besuchten zahlreiche Wohnmobilisten und lauschten den Vorträgen über die unterschiedlichsten Reiseregionen weltweit.

 

Dieses Mal durfte ich also einen Vortrag halten, mit einem Thema das alle Eigner eines Reise- oder Wohnmobils bewegt: Was tun, wenn nur ein Wochenende Zeit ist für eine kurze Tour? 

 

Mein Vortrag handelte natürlich von den Schönheiten Nordrhein Westfalens und diesem Reiseblog, Deutschlands ersten digitalen Pocket-Guide für Wohnmobilfahrer, dessen 56. Tour Ihr soeben lest. Der Vortrag wurde ein voller Erfolg und so wurde es mit den persönlichen Gesprächen noch ein sehr geselliger und informativer Abend, der aufgrund der guten Stimmung erst zur Nacht endete. Ich könnte mir vorstellen, dass hier mit neuen Themen noch eine Fortsetzung folgt. Vielen Dank an dieser Stelle der Organisatorin Angela Hoppe für ihren lieben Einsatz und die Planung dieses Events!

 

Am Sonntag wurden wir von unseren Gastgebern mit einem ausgiebigen und vitaminreichen Frühstück verwöhnt und machten uns im Anschluß bei schönstem Sonnenschein auf den Weg zum Hennesee. Der Hennesee ist ein Trinkwasserreservoir der Region und entstand durch den Bau der Hennetalsperre in den Jahren 1952-1955. Zuvor gab es bereits seit 1900 eine ältere Staumauer, die jedoch zurückgebaut wurde, da der Untergrund zu durchlässig geworden war. Eigentümer der Staumauer, die eine beachtliche Länge von 327 Metern hat,  ist der Ruhrverband. So dient der Staudamm bis heute vor allem der Niedrigwasseraufstauung, dem Hochwasserschutz, der Wasserkrafterzeugung und natürlich auch der Erholung. Im Jahre 2015 wurde die Himmeltreppe eröffnet, die in 328 Stufen von der Mauerkrone bis hinunter zur Sohle der Staumauer reicht.

328 Stufen führen hinauf zur Mauerkrone der Staumauer mit tollen Aussichten auf Meschede und die Seenlandschaft
328 Stufen führen hinauf zur Mauerkrone der Staumauer mit tollen Aussichten auf Meschede und die Seenlandschaft

Das Freizeitangebot, welches dem Urlauber hier geboten wird ist reichhaltig. Zu kurzen Spaziergängen lädt der Henne-Boulevard ein, der von der Himmelstreppe zum Restaurant H 1 führt. Dort lädt eine Terasse mit Seeblick zum verweilen ein. Unterwegs kommt man an der Badebucht vorbei, die im Sommer ein vielbesuchtes Ziel zum baden, sonnen und stand up paddling geworden ist.  

 

Gut ausgeschilderte Wanderrouten und auch Radwanderwege erschließen verkehrsfrei die schöne Natur und laden zu schönen Touren ein, eine davon ist sicherlich die Umrundung des Hennesees. Die Europäische Region und das Land NRW unterstützen zusammen mit dem Ruhrverband die Förderung des Tourismus in dieser Region. Dies wird am guten Pflegezustand der Wege und den vielen aufgestellten Informationstafeln und Beschilderungen deutlich. 

 

Wer nicht unbedingt Fahrrad fahren, wandern oder baden möchte, kann auf dem Hennesee mit dem einzigen Ausflugsschiff "MS Hennesee" von Ostern bis Ende Oktober eine Rundfahrt auf dem See buchen. Auf dem Schiff finden bis 400 Personen Platz. 

 

Ein sehr erfolgreicher Ruderclub, ein Seglerclub und ein Anglerverein runden die Freizeitangebote um den See noch ab.

 

Der schöne Spaziergang von der Himmelstreppe zum H1 und zurück dauert in gemütlichem Tempo maximal zwei Stunden. Auf diesem ausgeschilderten Weg kommt man an der Anlegestelle des Freizeitschiffes automatisch vorbei. So kann man den Spaziergang mit einer Ausflugsfahrt kombinieren und eine anschließende Einkehr im Restaurant planen, was einem typischen Familiensonntagsausflug sehr gerecht wird. Alternativ beginnt man das Tagesprogramm mit einem ausgiebigen Brunch im H 1 und macht die Rundfahrt im Anschluß an den Verdauungsspaziergang- ganz nach Belieben.

 

Eine zusätzliche Alternative bietet das Hallen- und Freibad Meschede direkt an der Ruhr gelegen, mit Wasserrutsche , Beach-Volleyball, Planschbecken, Nichtschwimmerbecken und Kinderspielplatz.


Urlaubsimpressionen Februar 2019
Urlaubsimpressionen Februar 2019

Der Ruhrtalradweg: erste und zweite Etappe

Kostenloser Trinkwasserbrunnen an der Himmelstreppe
Kostenloser Trinkwasserbrunnen an der Himmelstreppe

Der Wohnmobilstellplatz in Meschede bietet für den autarken Camper geradezu optimale Voraussetzungen. Er ist kostenlos, liegt am Ufer der Ruhr, relativ zentral zum nahen Stadtzentrum und Bahnhof gelegen. Man kann im Schwimmbad, welches über eine Fußgängerbrücke zu erreichen ist idealer Weise baden und duschen. Auf Strom, Wasser und V/E muss man allerdings verzichten. Da weicht man besser auf die oben genannte Alternative aus. Der Stellplatz ist aus zwei Gründen einen Tipp wert: 

 

Man erreicht von hier aus in etwa 5 Minuten den Bahnhof und kann mit der Bahn nach Winterberg fahren um dort mit der ersten Etappe des Ruhrtalradweges zu beginnen. So fährt man ganz gemächlich von der Quelle über den Ruhrtalradweg zurück zum Wohnmobil.

 

Am darauf folgenden Tag fährt man dann ab diesem Standort die zweite Etappe des Ruhrtalradweges bis zu einem nächsten Bahnhof, beispielsweise bis ins schöne Arnsberg. Dort kann man die Stadt in Ruhe besichtigen, mit den Ruinen einer einst stattlichen Burg und mit der Bahn wieder zurück fahren nach Meschede.

 

So ergibt sich ein sportliches Wochenende mit vielfältigen Eindrücken und Erlebnissen, jeder Menge Bewegung an der frischen Luft, und einem Gesundheitsprogramm für Körper und Seele - eine perfekte Auszeit aus dem Alltag. Das gelingt auf durchgängig ausgeschilderten Wegen, weitestgehend Autofrei. Dazu bedarf es keiner langer Planung, man kann spontan ins Wochenende starten, wenn der Wetterbericht es erlaubt. Und das ist ganz eindeutig auch mein Ziel: Mit diesem digitalen Reiseführer für NRW immer auch ein spontaner Wegbegleiter für traumhafte Touren und schöne Erlebnisse zu sein. 

 

So kann jeder nach seinen eigenen Vorlieben nun aus einem bunten Strauß von Möglichkeiten ein persönliches Tagesprogramm zusammenstellen, bei dem wieder einmal alle Familienmitglieder gleich welchen Alters ihre Freude haben können und sollen.  


Blick vom Hunstein auf Calle
Blick vom Hunstein auf Calle

fazit dieser wochenendtour:

Viel zu schnell verging die Zeit in dieser schönen Caller Schweiz. Und obwohl ich das Sauerland schon vielfach in den unterschiedlichsten Jahreszeiten besucht habe, kannte ich die Sehenswürdigkeiten hier bis dato selber nicht. So lernt man immer wieder neue und schöne Eindrücke kennen, derer man sich vorher nicht bewußt war. So ist dieser Tourbericht aus Meschede der erste Teil einer Trilogie geworden, dem zum Sommer hin zwei weitere Berichte über die Erlebnisse und Sehenswürdigkeiten auf  dem Ruhrtalradweg  folgen werden. Vielleicht sieht man sich aus diesem Anlass ja tatsächlich einmal persönlich auf dem Wohnmobilstellplatz an der Ruhr? 

Ich wünsche Euch viel Freude bei Euren Touren durch das wunderschöne NRW und verspreche Euch auch in 2019 wieder  jede Menge neuer Erlebnisberichte und Stellplatz-Tipps für Wohnmobile aus den unterschiedlichsten Regionen unseres Bundeslandes.

Ich bedanke mich herzlich für Euer Interesse und Euren Zuspruch und sage 'bis bald',  Euer Matthias


hier noch einige Eindrücke von dieser Tour:


Abstieg auf schönem Weg vom Hunstein nach Calle
Abstieg auf schönem Weg vom Hunstein nach Calle
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Ein Roadtrip durch das Mittelalter

Wintertour durch das malerische Kylltal in der Eifel

Es war ein ziemlich kalter Wintertag im Dezember, als die Wettervorhersage runde sieben Stunden Sonne voraussagte. Die Weihnachtstage des Jahres 2018 waren bereits Geschichte, die verspeisten Kalorien wollten sich laut Aussage meiner Waage jedoch nicht von alleine wieder verflüchtigen. Da lag die Idee von einer winterlichen Eifelsteigetappe plötzlich im Raum. Es wurden Pläne geschmiedet, die Rucksäcke gepackt, Tee gekocht und los ging es in das malerische Kyllburg. Doch es sollte alles ganz anders kommen.


Fast eine Filmszene aus "Der Name der Rose":  Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert, im Nebel von der Kirche zum Refektorium
Fast eine Filmszene aus "Der Name der Rose": Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert, im Nebel von der Kirche zum Refektorium

Anfahrt

Die Anfahrt zum entferntesten Punkt, der Waldkirche in Kyllburg, beträgt ab Kölner Domplatte  142 Kilometer und dauert ca. 1:40 Stunden.

Kurz hinter Euskirchen wird es landschaftlich immer schöner und bei Blankenheim endet die Autobahn. Weiter geht es auf gut ausgebauter Strecke durch schönste Eifellandschaft bis nach Kyllburg.


Mit der Eifelbahn (DB), Strecke Köln-Trier, bis Bahnhof Kyllburg ohne Umsteigen in ca. 2 1/2 Stunden.


Weitere Touren im Reiseblog, die Euch ebenfalls in die Eifel führen und zu einer Kombination mit dieser Tour einladen:

  1. Die Burgenroute
  2. Eifel für Entdecker
  3. Wege zur Stille
  4. Auf dem Eifelsteig
  5. Die Bundsandsteinroute
  6. Auf dem Wildnistrail

Highlights

Hier folgt nun eine kurze Übersicht der Highlights und Sehenswürdigkeiten, die diesen Tagesausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen:

  • Kyllburg, mittelalterliches Städtchen im Tal der Kyll, die kleinste Stadt von Rheinland-Pfalz.
  • Kreuzgang in der Stiftskirche aus dem 14. Jahrhundert
  • Kloster St. Thomas, ältestes Zisterzienserinnen Kloster Deutschlands
  • Bertradaburg in Mürlenbach, vermuteter Geburtsort Karls des Großen, siehe auch Tour 31 nach Aachen zum Thema Karl d. G.
  • Kronenburg, romantisches mittelalterliches Dorf mit Burgruine
  • Gerolstein, sehenswerter Stop mit den berühmten Gerolsteiner Dolomiten
  • Eifelsteig und Eifelwanderungen rund um Kronenburg und Kyllburg sorgen für ein Wiedersehen in der warmen Jahreszeit

Nützliche Weblinks

Einige nützliche weblinks, die Euch bei der Planung Eures Ausfluges eine Hilfe sein dürfen und können:



Eine Reise zurück in das 14. Jahrhundert
Bilder vom ältesten Zisterzienserinnenkloster Deutschlands - im Morgennebel

Kloster St. Thomas - ein mystischer Ort

Hoch motiviert und mit den besten Vorsätzen ging es los an diesem Wintertag bei ganzen 3 Grad plus - und blauem Himmel! Die Verkehrslage war entspannt und so erreichten wir die Eifel nach nur etwa einer Stunde Autofahrt und freuten uns über die fantastischen Aussichten. 

 

Nach weiteren 40 Minuten Fahrt durch schönste Eifellandschaft wurde es immer nebeliger und im Kylltal bei Kyllburg war die Sonne ganz verschwunden. Dichter Nebel empfing uns und nach den letzten 15 Minuten Autofahrt wähnten wir uns im Niemandsland am unmittelbaren Ende der Welt. Das Thermometer war auf -2 Grad gefallen, ein kalter Wind drang durch die wärmenden Jacken. Es wurde derart ungemütlich, dass wir beschlossen von der Wanderung, die eigentliches Ziel unserer Unternehmung sein sollte, Abstand zu nehmen. 

 

"Okay", denke ich mir da:" mit wandern wird es wohl heute nichts, aber die Sehenswürdigkeiten dieser Tour auslassen? Das geht ja nun auch nicht, dafür sind wir zu weit gefahren." Gesagt getan stellten wir unseren PKW im Ort ab und erkundeten die kleinste Stadt von Rheinland Pfalz zu Fuß. 

 

So bitter kalt, wie es war, so faszinierend war die Stimmung an jenem Tag. Kein Mensch auf der Straße begegnete uns, die Autos waren dick mit Raureif überzogen, manche hatten sogar noch eine Schneehaube. Im Nebel kämpften wir uns durch die zugige Kälte hinauf zur Kirche und waren froh, dass darinnen der Wind wenigstens aufhörte. Nur von Wärme keine Spur. Da kann man sich tatsächlich vorstellen, wie ein Kirchgang im Mittelalter wohl gewirkt haben muss...

Ob Kaiser Wilhelm hier nun höchstpersönlich gewesen ist, interessiert uns wenig, denn zwei Entscheidungen sind schnell getroffen: Die erste ist, dass wir uns bei dieser langen Anfahrt das älteste Zisterzienserinnenkloster Deutschlands ansehen wollen, die zweite lautet ganz simpel: zurück in die Sonne!


Winterliche Stimmung im Stile von Rosamunde Pilcher: Kloster St. Thomas, gegründet zu Ehren von Thomas Beckett
Winterliche Stimmung im Stile von Rosamunde Pilcher: Kloster St. Thomas, gegründet zu Ehren von Thomas Beckett

Ausschnitt aus der Kreuzigungssequenz Christi
Ausschnitt aus der Kreuzigungssequenz Christi

Eines muß gesagt sein: wer Kyllburg bei Sonnenschein erreicht entdeckt einen Ort, der durch seine einmalige Lage inmitten der Waldeifel einen fast weltvergessenen, einsamen Charakter ausstrahlt. Genau deswegen ist es aber eine Oase der Ruhe und Entspannung, denn es lassen sich einmalige Streckenwanderungen und Rundwanderungen hier erleben, die uns sehr weit weg von den Ballungszentren unserer Bundesländer NRW und Rheinlandpfalz bringen. Der simple Grund liegt in der Tatsache, dass die Deutschen im Zuge der nachhaltigen Entwicklung einer individuellen Mobilität lieber ausländische, sprich südländische Gefilde bereisen - so fiel der ehemalige Kurort immer mehr in einen Dornröschenschlaf. Die Lage jedenfalls könnte für ausgedehnte Wanderungen optimaler kaum sein und es gibt so manches zu entdecken: Da sei das Schloß Malberg genannt ein venezianisches Schloß im Stil der italienischen Renaissance erbaut, mit seinem "Eisernen Garten"  aus dem Entstehungsjahr 1713, das malerische Kylltal, das Kloster St. Thomas  und den schönen Eifelblick an der Mariensäule. Dies alles läßt sich durch eine schöne Rundwanderung erschließen und wir wissen heute schon, dass wir bei schönerem Wanderwetter sicher wieder kommen. Meine Literaturempfehlung dazu: "Wandern auf dem Eifelsteig" von DUMONT aktiv, ISBN 978-3-7701-8029-5 Für den Block kann ich nur sagen: Fortsetzung folgt.

 

Wir besuchten das Kloster St. Thomas. Auffallend neben der schönen Lage sind die unzähligen alten Grabsteine die fast ausnahmslos den Nonnen des Zisterzienserinnenklosters  für die Ewigkeit einen Namen geben, auch das Grab eines Ritters ist dazwischen. Die Marienstatue ist eindrucksvoll in Szene gesetzt, die lebensgroßen Figuren der heiligen drei Könige empfangen uns mit Ihren Gaben am Eingang und am Altar steht der Barbarastrauch in Blüte - eine besondere Stimmung herrscht hier. Einige PKW stehen zwar auf dem Wanderparkplatz, dennoch ist außer uns hier kein Mensch. Wir erfahren, dass dieses Kloster eines der ganz wenigen in Deutschland ist, welches zu Ehren des Erzbischofes von Canterbury, Thomas Becket gegründet wurde.


Thomas Becket: Ein grausamer Mord in Canterbury

Thomas Becket (1118-29.12.1170) war Lordkanzler Englands und Erzbischof  (1162-1170) von Canterbury. Der Sohn eines normannischen Kaufmannes und der Tochter eines Sarazenischen Fürsten, die dieser auf einer Kreuzfahrt nach Jerusalem ehelichte, wurde in London im Jahre 1162 geboren. Mönche brachten ihm Schreiben und Lesen bei, als junger  Erwachsener studierte er zunächst in Paris, später an der Universität Bologna Kirchenrecht und Zivilrecht. Mit Abschluss seiner Studienreisen trat er 1141 in die Dienste des Erzbischofs Theobald von Canterbury und wurde auf dessen Anraten 1153 Lordkanzler von England. Als solcher führte er ein ausschweifendes Leben und stand in engem Kontakt zu seinem Freund König Heinrich II. Als im Jahre 1162 der Erzbischof von Canterbury verstarb, empfing Thomas Beckett die Priesterweihe und einen Tag später die Bischofsweihe. Er wandelte sein Leben grundsätzlich, schwor dem luxuriösen Lebensstile ab und führte fortan das Leben eines Mönchs.

Heinrich II hielt es für einen taktisch guten Zug, Thomas zum Erzbischof von Canterbury zu berufen und ihn somit zum Primas von England zu ernennen. Thomas hatte seine berechtigten Zweifel, dass diese Entscheidung dem Verhältnis der beiden gut tun würde, musste er doch nun für die Vormachtsstellung der Kirche eintreten, wo hingegen der König für die Vormachtsstellung der weltlichen Macht eintrat. Im Laufe der nun folgenden letzten 8 Lebensjahre kam es durch die unterschiedlichen Standpunkte zu einem offenen Zerwürfnis der beiden  Freunde. Im Verlauf dieses Kirchenstreits soll Heinrich die Aussage getroffen haben: "Will mir niemand diesen ungestümen Priester vom Halse schaffen?"

Vier Ritter,  Reginald Fitzurse, Wilhem Tracy, Hugo von Morville und Richard Britto waren zugegen als diese Worte ausgesprochen wurden und sie interpretierten sie als Erlaubnis den Erzbischof zu ermorden, um dem König zu gefallen. Unter dem Vorwand, sie seien Im Auftrag des Königs erschienen,  verschafften sie sich am 29.12.1170 Zugang zur Kathedrale von Canterbury, wo Thomas mit weiteren Mönchen soeben die Mittagsvesper gehalten hatte. Sie forderten ihn auf, diejenigen Bischöfe, über die er den Kirchenbann ausgesprochen hatte, von diesem loszusprechen, doch Thomas antwortete er sei dazu solange nicht bereit wie diese keine Buße tun würden. 

"So stirb denn!" war die Antwort von Reginald Fitzurse und sein Schwert zerschlug dem Heiligen die obere Hirnschale. So kam es vor den Augen der übrigen Mönche zum Mord auf den Altarstufen von Canterbury. Thomas wurde von mehreren Schwerthieben tödlich verletzt, er starb an diesem 29.12.1170 in der Kathedrale. Durch den brutalen Mord und seine Folgen gilt der 29.12. bis heute als hoher Feiertag und die Kathedrale von Canterbury wurde zum bedeutendstem Wallfahrtsort Großbrittaniens. Thomas Becket wurde in der Kathedrale zu Canterbury bestattet und bereits am 21.Februar 1173 von Papst Alexander III heilig gesprochen. Das Entsetzen über den Mord an seinem früheren Vertrauten traf  König Heinrich II tief.  Dem Gesandten des Papstes schwur er einen feierlichen Eid, den Mord nicht in Auftrag gegeben zu haben. Im Jahre 1174 trat er den offiziellen Bußgang zum Grabe nach Canterbury an, um am Grab seine Fürbitte anzurufen. 

 

In den darauf folgenden 300 Jahren sollen sich immer wieder Wunder am Grabe des Heiligen zugetragen haben, Lahme konnten wieder gehen, Blinde erlangten ihr Augenlicht zurück. Im Jahre 1538 ließ König Heinrich VIII im Zuge der Reformationsbewegung den kostbaren Schrein mit den Reliquien zerstören. 

Zuletzt machte die Geschichte des Heiligen und seiner furchtbaren Ermordung am 05.11.2018 Schlagzeilen: Der Vatikan teilte der Weltöffentlichkeit folgendes mit: Aus Anlaß des 850. Todestages am 29.12.2020, wird das in der Kirche Santa Maria Maggiore bei Rom aufbewahrte Gewand des Thomas Becket, welches dieser am Tag  seiner Ermordung trug,  an die Kathedrale von Canterbury zurück gegeben.

Ob es sich dabei nur um eine Leihgabe, oder eine Rückgabe handelt ließen die Berichterstatter des Vatikans offen. Wir dürfen also gespannt sein, was sich im kommenden Jahr anlässlich des 850. Jahrestages in Canterbury ereignen wird.


Durch das Kylltal zur Bertrada-Burg

Geburtsort Karls des Großen
Die Ruinen der Bertrada-Burg

Von Kyllburg starten wir in Richtung Norden, immer entlang der Landstraße durch das malerische Kylltal. Nach dem Stop beim Kloster St. Thomas (von dem wir jetzt wissen, woher der Name eigentlich stammt) fahren wir weiter nach  Gerolstein. Nach wenigen Minuten erreichen wir auf gleichem Weg automatisch die kleine Ortschaft Mürlenbach.

 

Eindrucksvoll erheben sich über der Ortschaft seit vielen Jahrhunderten die Doppeltürme der Bertradaburg, die einen kurzen Besuch lohnt. Wir nehmen die Brücke auf der rechten Seite und überqueren mit dieser die Kyll, da sich dort ein praktischer Parkplatz befindet. Ruhebänke, sogenannte Sinnesliegen, laden zur sonnigen Pause ein - im Sommer gewiss ein schöner Picknickplatz, denn von der Liege hat man einen fantastischen Blick über das Wasser auf den Ort und die Burg.

 

Der Name Bertradaburg geht auf eine mittelalterliche Sage zurück, wonach die Edelfrau Bertrada die Ältere , die Urgroßmutter Karls des Großen und Ihr Sohn Charibert, die 721 Kloster Prüm gründeten hier in Mürlenbach wohnten. Die Burganlage ist vermutlich eine Gründung des Abtes von Prüm im späten 13. Jahrhundert als Machtdemonstration gegen die Herrschaften Trier und Luxemburg. Die ehemals wesentlich größere Burganlage ist heute zweigeteilt. Während das doppeltürmige Burgtor dem Land Rheinland Pfalz gehören, sind die Gebäude auf dem ehemaligen Burghof in Privatbesitz. So ist es heute möglich genau  hier in wirklich idyllischer Lage eine Ferienwohnung zu mieten. Wo Karl der Große nun geboren wurde ist nicht urkundlich verbrieft. Es könnte in Aachen gewesen sein, weil dort die Pfalz seines Vaters stand, es könnte das Kloster Prüm gewesen sein, da dieses Kloster eine enge Beziehung zu den Karolingern hat, ebenso denkbar als Geburtstätte ist auch ein Hofgut in Mürlenbach, da hier die Großmutter von Karls Mutter, Bertrada der Jüngeren lebte. Es ist also keine Fiktion, sondern liegt im Bereich des Möglichen, dass wir mit diesem Ort die Geburtsstätte des bedeutensten Kaisers des frühen Mittelalters heute besucht haben.

 

Mehr zu Karl dem Großen erfahrt Ihr auf meiner Tour nach Aachen

 

 

Kronenburg: Fein rausgeputzes Fachwerkdorf

Sonnenuntergang auf der Burgruine Kronenburg
Sonnenuntergang auf der Burgruine Kronenburg

Wir fahren weiter nach Gerolstein, und müssen uns entscheiden: entweder schauen wir uns hier noch etwas um, oder wir fahren weiter nach Kronenburg. Da schon seit mehreren Jahren eine Wanderung durch die Gerolsteiner Dolomiten auf meiner Bucketlist steht, es für eine Wanderung inzwischen aber zu spät geworden ist, beschließen wir im Sommer wieder zu kommen.

 

Die weitere Zieladresse für unsere Navigation lautet: Burgbering 4, 53949 Dahlem.

 

In der späten Nachmittagsonne eines wunderschönen Wintertages schrauben wir uns die wenigen Serpentinen zu unserem krönenden Abschluß des heutigen Tages hinauf. Wir wollen uns das kleine Eifelörtchen Kronenburg anschauen. Ein romantischer, durch alte Fachwerkbauten geprägter Ort der sich um die letzten Mauerreste einer ehemals stattlichen Burg formiert. Die Burg ist längst ruinös, kein Gebäude hat die Jahrhunderte heil überstanden, aber die Aussichten vom Burgplateau sind wirklich den Spaziergang wert. Mit wunderschönen Eifelblicken beschließen wir den heutigen Ausflugstag, reich beschenkt mit schönen Eindrücken, wissen wir auch hier, dass wir im Sommer noch mal wieder kommen, um zu wandern und mit dem Wohnmobil ein entspanntes Wochenende hier zu verbringen.

 

Bevor wir den Ort verlassen, kehren wir jedoch in das stilvolle Restaurant der Burgvilla ein, wo wir am knisternden Kamin Kaffee, Tee und selbstgebackene Kuchen genießen - genau so hatte ich mir das für heute gewünscht und vorgestellt! Meine Empfehlung und den weblink zu diesem Haus findet Ihr oben unter den nützlichen weblinks.

 

Durch die heimelig beleuchteten Gassen schlendern wir zurück zum Auto und benötigen von hier aus nur noch eine Stunde Fahrtzeit bis nach Hause. 

 

 


Fazit:

Bei der Planung meiner Ausflüge und insbesondere bei der Ausarbeitung dieses Roadtrips haben mir die Freizeitkarten Nr. 18 "Rhein/Mosel" und Nr. 14 "Köln/Bonn und Umgebung"  von MARCO POLO gute Dienste geleistet. Sie sind in jeder gut geführten Buchhandlung erhältlich oder bestellbar. 

Ob nun kaltes Winterwetter, oder herrlicher Sommertag:  Wenn die Sonne scheint ist es immer schön und erlebnisreich sich auf den Weg zu machen, um neue Orte zu erkunden. Bei dieser Tour lohnt es sich ganz gewiss auch einige Übernachtungen einzuplanen, um die wunderschöne Eifellandschaft auch per Pedes zu erkunden. Historisches kommt ebenso wenig zu kurz, wie Schlösser, Burgen, Gärten und schöne Einkehrmöglichkeiten. Und wieder einmal haben wir eine ganz neue Ecke der Eifel kennen gelernt, die zwischen Rheinland Pfalz und NRW ihre weitesten Ausdehnungen hat. Für mich ist natürlich klar geworden, dass ich die Eifel immer wieder bereisen werde, um für Euch weitere lohnenswerte Touren "Raus aus dem Alltag" zu erarbeiten. Und wenn die Nebel verzogen sind, die Temperaturen wieder steigen und die Tage wieder länger werden, dann wird auch wieder gewandert, sagt zumindest meine Waage.


hier noch einige eindrücke von meiner tour:

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Jahresrückblick 2018

Das zweite Jahr im digitalen Reiseführer für NRW

Mit vielen fantastischen Erlebnissen, Touren, Wanderungen und tollen Begegnungen endete das Jahr 2018. Für den digitalen online-Pocketguide für NRW war es das zweite Jahr seit Auflegung. In diesem zweiten Jahr sind 24 neue Tourberichte und auch einige updates der bisherigen Berichte hinzu gekommen. In die unterschiedlichsten Regionen habe ich Euch entführt und hoffentlich hat das Lesen und Ausprobieren Euch Freude bereitet. Schauen wir gemeinsam einmal auf 2018 zurück in Vorfreude auf 2019!


Düsseldorfer Rheinpromenade im Januar
Düsseldorfer Rheinpromenade im Januar

Die Touren 1-8

Wir statten Aachen als Geburtsstadt eines vereinten Europas einen Besuch ab und gratulieren zum 40. Jubiläum als Deutschlands erste kulturelle Welterbestätte der UNESCO in der Tour: Kaiserstadt mit heilenden Quellen


Was ist Wellness?  Die Antwort findet Ihr in diesem Artikel. Kaum ist Weihnachten vorbei, stellt die Printenbäckerei um auf Karneval und ich entführe Euch zur Umsetzung Eurer guten Vorsätze auf die erste Wellness-Tour quer durch NRW: Ebbes mal inne Sauna, dat tut jut!


Der größte Wasserfall in NRW und ein Picknick in einer romantischen Burgruine lassen die Rundwanderung im Siegtal zur meistgelesenen Route im Blog werden. Hier der Bloglink zum 'Perfekten Entspannungsmix für die ganze Familie'


Eine Rundwanderung durch Heide, Moore und Feuchtgebiete zieht mit seiner einzigartigen Natur in 'Das Galgenvenn' in der Ravensheide und ermöglicht gleichzeitig den Besuch einer einzigartigen Sequoiafarm mit riesigen Mammutbäumen und Gewächsen aus allen Kontinenten der Erde.


Mit einer Wanderung  'Durch die Bergische Schweiz' ab Schloss Ehreshoven begrüßen wir den Frühling mit der wohl schönsten Magnolienblüte im Rheinland! Wer das nicht verpassen möchte muss sich diese Tour unbedingt vormerken für April. Hier wurde auch Fernsehgeschichte geschrieben. Der fiktive Name des Schlosses lautet "Schloß Königsbrunn" aus der TV-Serie "Verbotene Liebe"


Ein LVR-Freilichtmuseum, ein rätselhaftes Kreuz in einem Weiher, ein außerschulischer Lernort :metabolon mit der längsten Doppelrutsche Deutschlands und dann noch der Rundweg Steinhauerpfad der vom beschwerlichen Leben der Bergleute erzählt und uns zu den Riffen der Urmeere führt, das alles erlebt ihr im zweiten Teil der Reise "Durch die Bergische Schweiz"


Zum Naturpark Mass-Schwalm-Nette auf dem Premiumwanderweg "Zwei-Seen-Runde" der Wasser-Wander-Welten entführt Euch diese verträumte Tour. Hier könnt Ihr die Seele baumeln lassen, mit dem Böötchen fahren, Minigolf spielen, oder den Tag gemütlich mit einem Stadtbummel in Brüggen und Besuch des Niederrhein Theaters im Schloss Dilborn beenden?


Meine Lieblingswanderung in NRW ist bis heute kein Premiumwanderweg des Deutschen Wanderinstitutes und dennoch einer der schönsten Streckenwanderungen mit Bahnanschluss: Die Bundsandsteinroute hoch über dem Rurtal zwischen Abenden und Obermaubach.

Die Touren 9-16

Der erste Road-Trip im Blog entführt Euch zu einer Rundfahrt durch zwei Täler: Wiedtal und Rheintal. Damit verbindet er zwei Natur- und Kulturlandschaften: den Westerwald und das UNESCO-Naturerbe oberer Mittelrhein. 


Bonn, erste Hauptstadt der BRD, füllt ganze Reiseführer.  Diese Tour entführt Euch in die schönsten Straßen, zum 'most beautiful tree tunnel of the world', in die einzige Brauerei in der es "Bönnsch" zu trinken gibt, auf die Godesburg zum Krimidinner und in die schönsten Museen der Stadt.


Märchenhafte Schlösser, Burgen im Dornröschenschlaf und traumhaft schöne Gärten. Der Tag der offenen Gartenpforte ist ein fester Termin in meinem Kalender. Unbedingt vormerken für 2019! Warum erfahrt Ihr hier: 'The Secret Garden...'


Einen idealen Familienwandertag erlebt Ihr auf dem Bauernhofweg im Bergischen Land mit tollen Cafés und Einkehr in der Gammersbacher Mühle, beim Bogenschießen, im Schloss Auel zum Golfen, in der Hausbrauerei Max Päffken, oder im Krewelshof mit großem Hofladen und im Sommer mit Maislabyrinth.


Der Amazonas des bergischen Landes, so ein Buchtitel,die größte rekonstruierte Burganlage in NRW, der Botanische  Garten in Solingen und eine schöne Rundwanderung sind die Highlights dieser Kurzreise, die Euch von Rittern und Räubern im finsteren Walde erzählt.Schloss Burg ist gleichzeitig Wahrzeichen des Bergischen Landes und das ganze Jahr hindurch einen Besuch wert.


Die wohl schönste Wasserburg des Niederrheins, eine alte Hansestadt mit den Resten der mittelalterlichen Stadtbefestigung, ein Spaßbad, die einzige Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent, der Poensgen Park und die Auer Mühle mit eigener Kaffeerösterei sind die Gründe für einen Besuch in Ratingen und dem Museum Haus Cromfort, einem LVR-Museum mit Alleinstellungsmerkmal.


Eine Zeitreise durch 85 Millionen Jahre Erdgeschichte in drei Stunden erwartet Euch auf dem Korallen Wanderweg in Bergisch Gladbach, dazu das größte Deutsche Papiermuseum vom LVR (Landesverband Rheinland), die Quelle von Deutschlands fleißigstem Bach und die Malteser Komturei, ein Romantik-Hotel mit Seeterasse - perfekt für einen Tag Urlaub.


Wunderschöne mediterrane Impressionen aus einem der schönsten Parks in Europa, Schlösser und Burgen 'Entlang der Straße der Weserrenaissance', Fachwerkaltstadt Hameln mit der Legende vom Rattenfänger und das größte Goldmosaik Europas im weltweit drittgrößten Mausoleum.

Die Touren 17-24

Ein pädagogischer Wanderweg führt uns zu schönen Aussichten auf dem Künstlerweg an der Sieg. Dabei kommen wir an einem fragwürdigen Mahnmal des 1000-jährigen Reiches vorbei und können noch allerhand Neues an der Sieg erleben. 


Der zweite Road-Trip ist eine Eifel-Tour durch den Nationalpark Eifel. Wir besuchen das Wohnzimmer der Neandertaler, den Eifeldom, Kloster Steinfeld, das "Gold"-Dorf Reifferscheidt mit fantastischem Eifelblick von der Burgruine und zuletzt geht es zum höchsten Punkt des Rheinlandes.


Zur Weinlese in das Ahrtal, dem 'Rotweinparadies' des Landes. Eine Wanderung über den Ahrsteig und den Rotweinwanderweg an einem Tag dazu als Höhepunkt Besichtigung der Weinkeller der besten Winzergenossenschaft Deutschlands.


Mittelalter pur - unterwegs auf der Burgenroute in der Eifel. Meine erste Kooperation mit dem DJH Rheinland führt uns zur Burg Blankenheim, dem Quellort der Ahr und zu einer wunderschönen Streckenwanderung zu zwei weiteren Burgen. Ergänzt wird die Tour um das Eifelmuseum und eine Römervilla.


Der goldene Herbst bezaubert im Oktober mit seinen Laubfärbungen auf dieser Fahrradtour durch den Düsseldorfer Süden. Wir erleben zwei Schlösser, Schloss Garath und Schloss Benrath, den Unterbacher See und genießen die Wegführung auf zu 90% verkehrsfreien landschaftlich reizvollen Wegen. Diverse Biergärten und zwei Strandbäder werde ergänzt um einen Kletterpark und eine Surfschule.


Magische Orte im Rheinland, so heißt ein Reiseführer und daraus ausgesucht habe ich den Werwolf-Wanderweg der neben schaurigen Geschichten über Deutschlands einzigen dokumentierten Werwolfprozess  auch noch eine mittelalterliche Stadt und ein Schloss bereit hält. Ein zweites Schloss findet sich inklusive Wohnmobilstellplatz in unmittelbarer Nähe, ebenso Europas größter Braunkohletagebau.


Ein Ausflug zum 'Einzigen Weinanbaugebiet in NRW' wird uns in die Klosterlandschaft des Klosters Heisterbach führen. Über 600 Jahre wurde hier nach dem Orden der Zisterzienser gelebt und gearbeitet, heute verzaubert eine romantische Ruine den Besucher. Der Rheinsteig verläuft hier, ein Premiumwanderweg entlang des Siebengebirges und des Rheintales.


Die zweite Kooperation mit dem DJH Rheinland führt in das 'Alte Herzogtum Gelderland und in das historische Kleve'.

Da darf ein Besuch der Wallfahrtskirche Kranenburg mit dem wundertätigen Kreuz ebenso wenig fehlen wie der Besuch von Europas grüner Hauptstadt 2018.



Mein Dank an Euch

Ohne das Verständnis und die Geduld meiner Familie wäre dieser Reiseblog nicht möglich, denn er verschlingt Stunden und Tage mit der Planung, Ausarbeitung und Berichterstattung. Aber ohne die Resonanz und Eure Zustimmung, liebe Leser, wäre dieser Blog ein rein privates Hobby. Ihr macht den Blog erst möglich und motiviert mich dazu auch in 2019 weitere Touren zu veröffentlichen. 

 

Seid dem 31.01.2017 ist der Reiseblog nun online. Dass ich in 22 Monaten über 40.000 Aufrufe generieren würde, hätte ich niemals geglaubt. Es macht mich stolz und dankbar, dass ich nun endlich meiner Berufung folgen darf. Alleine deswegen schon verspreche ich Euch auch in 2019 wieder die schönsten Ausflüge, die besten Wanderungen und romantischsten Plätze zu besuchen um davon zu berichten. 

Selbstverständlich nehme ich reichlich Bilder mit nach Hause, die wie gewohnt, die Berichte ausgiebig bebildern werden, denn auch als Fotograf möchte ich, wenn auch mit einfachsten Mitteln ausgestattet, für Aufmerksamkeit sorgen. 

 

Für Anfragen zu Gastbeiträgen, Bloggertreffen und jedweder touristischer Kooperation stehe ich gerne zur Verfügung. Wer daran Interesse hat benutzt einfach die Kontaktseite für eine persönliche E-Mail, sie erreicht nur mich.

 

Noch mehr Touren? Die gibt es hier auf einen Blick, in meinem Jahresrückblick 2017 finden sich weitere 30 Touren, 54 also insgesamt.


Impressionen aus der Bergischen Schweiz
Impressionen aus der Bergischen Schweiz

Collage Bauernhofweg
Collage Bauernhofweg

Was sonst noch so passierte, weitere Höhepunkte aus 2018

Im März des Jahres 2018 bekam ich einen Anruf aus Hamburg. Es war eine Redakteurin des Verlages fischer appelt am Telefon und fragte mich, ob ich Interesse hätte eine Gastkolumne für ein Lifestyle Magazin zu schreiben. Heraus kam ein Artikel in der "TAKT" mit einer Auflage von 65.000 Stück. Ich berichtete auf einem ganzseitigen Artikel über einen Ausflug nach Köln, mal komplett ohne Dom. Dabei wurden auch 6 Bilder veröffentlicht.

Im Juni 2018 fand ich eine E-Mail in meinem Postfach vor mit der Anfrage, ob ich mir eine online Kooperation mit einem Reiseveranstalter vorstellen könnte.  IX-Tours ist ein Veranstalter von Schüler- und Bildungsreisen und deren Redakteurin Frau Brandenburg interviewte mich auf ihrer Homepage zu diesem Reiseblog. Auslöser war mein Reisebericht in die Bergische Schweiz gewesen.  

Im September wurde ich zur Naturarena Bergisches Land GmbH mit Sitz im Bergischen Haus in Bergisch Gladbach eingeladen. Der tolle Empfang und das mehr als einstündige Gespräch mit dem Geschäftsführer Herrn Kelter läßt auf eine Kooperation im kommenden Jahr hoffen.Die konkreten Ergebnisse sind noch in der Ausarbeitung.

Ebenfalls im September 2018 fand die vom ADAC initiierte Reisemesse für Grenzenloses Reisen in Essen statt. Es war eine Informationsveranstaltung für Menschen mit Handicap an der ich als Begleiter teilnahm. Daraus resultierte wiederum meine neue Kooperation mit dem DJH Rheinland, was mich sehr erfreut. Zwei Arbeiten sind im letzten Quartal bereits daraus entstanden.

 

Als Botschafter des Stellplatz und Genussreiseführers Landvergnügen berichte ich, wann immer es geht über dieses fantastische Konzept.

Auf Deutschlands größter Camping- und Caravanmesse im Düsseldorf in diesem Jahr war ich mit Landvergnügen am Messestand. Diese Arbeit hat mir wahnsinnig Spaß gemacht und ich durfte sehr wertvolle und liebe Menschen kennen lernen. Danke dafür!

Im Dezember 2018 reiste ich zur Weihnachtsfeier des Verlages Landvergnügen nach Berlin. Zurück kam ich mit einigen neuen Erkenntnissen und Ausblicken für das Jahr 2019. Der Stellplatzführer Landvergnügen ist der erfolgreichste Reiseführer des Jahres 2018 geworden. Meinen herzlichen Glückwunsch dazu nach Berlin. In der kommenden Zeit sollen weitere Destinationen in NRW und in der gesamten BRD dazu kommen und wir werden aus diesem Grunde die Zusammenarbeit intensivieren. Nächstes Highlight im Januar ist die CMT Stuttgart, die Landesmesse ist die erste Messe des Jahres und versammelt die gesamte Reisebranche - 9 Tage Business nonstop, ich freue mich darauf und auf jede Menge neuer Kontakte! Wir sehen uns in Stuttgart!

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Ins alte Herzogtum Gelderland und ins historische Kleve

Europas Grüne Hauptstadt 2018

Nach einer wunderschönen 50. Tour im Blog mit dem Ziel Burgenroute in der  Eifel folgt nun die zweite Geschichte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jugendherbergsverband Rheinland.  "Gut Ding will Weile haben", sagt ein rheinisches Sprichwort. Recht so, denn es wurde eine Kurzreise ganz nach meinem Geschmack. Wir starteten in die Adventszeit zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes nach Kleve und genossen 'alle Wetterlagen', die der erste Advent so zu bieten hatte. Heraus kam auch ein Trip zu Europas Grüner Hauptstadt 2018. Eine spannende Story!


Impressionen von Kleve und Nijmwegen
Impressionen von Kleve und Nijmwegen

Anfahrt

Die Adresse für die Anreise lautet: 

  • Jugendherberge Kleve, St. Annaberg 2, 47533 Kleve 

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte zur Zieladresse beträgt 130 Kilometer und dauert ca. 1:30 Stunde.

 

Die Anfahrt kann auch mit der Deutschen Bahn erfolgen. Ab Düsseldorf Hbf mit dem Niersexpress RE 10 bis Bahnhof Kleve sind es 1:26 Stunden-ohne Umsteigen.


Die zweite Zieladresse in Nijmwegen ist (neben mehreren anderen Parkhäusern) das Parkhaus:

  •  Valkhof Park, Kelfkensbos 59, Nijmwegen-nicht für Wohnmobile geeignet.
  • Weiter entlang des Maasufers finden sich etwas außerhalb des Stadtzentrums auch Parkplätze für Wohnmobile, z.B. P 2 "Oude Stad"

extra-tip:

  • Schloss Moyland, hier trafen sich Friedrich der Große und Voltaire, schön restauriertes Schloß mit Park, heute Museum und angrenzender Wohnmobilstellplatz: Adresse Am Schloß 4, 47551 Bedburg -Hau, Distanz von der Schwanenburg in Kleve zum Schloß 9,21 Kilometer, auch ideal als kleine Fahrradtour.

Highlights

Hier kommen die Highlights dieser Kurzreise, die für unvergessliche Erlebnisse sorgen werden:

  • Die Schwanenburg, Ort der Legende um den Ritter Lohengrin und Elsa von Brabant: Kleves Wahrzeichen, Turmbesteigung mit Museum inklusive 
  • Das Museum der Zeitgenössischen Kunst im Kurhaus Kleve, jeden ersten Sonntag im Monat Eintritt frei
  • Die Kirche St. Maria Himmelfahrt, Grablege der Herzöge von Kleve 
  • Der Tiergarten, hier wird im Advent der Weihnachtsmarkt erstellt mit Live Bühne und romantischer Beleuchtung
  • Die Park-und Gartenanlagen des Johann Moritz von Nassau-Siegen in Kleve (1647-1679), einmaliges Zeugnis barocker Gartenkunst zwischen Rhein und Maas
  • Nijmwegen, die älteste Stadt Hollands, und in 2018 Europas grüne Hauptstadt
  • Wochenmarkt und Shopping in Nijmwegen, immer Samstags und zu jeder Jahreszeit eine Reise wert!
  • In historischen Mauern: Nijmwegens Brauhaus 'de Hemel', sehr empfehlenswert
  • Kranenburg, eine mittelalterliche Stadt zwischen Kleve und Nijmwegen

Nützliche Weblinks

Hier kommen die üblichen weblinks, die Euch bei der Planung der Reise eine Erleichterung bieten können:



Einkaufsbummel in Nijmwegen
Einkaufsbummel in Nijmwegen

Ankunft in Kleve, Besuch in Kranenburg und Nijmwegen

Kirchenportal in Kranenburg
Kirchenportal in Kranenburg

Das Wetter im Dezember 2018 war nicht winterlich kalt und dennoch an manchen Tagen ziemlich ungemütlich. Da mag mancher lieber auf dem heimischen Sofa den Tag verbracht haben. Doch was ihm da entgangen ist, das könnt Ihr nun in dieser kurzen Reisegeschichte über ein Wochenende in Kleve und Umgebung erfahren.

 

Dank der Zusammenarbeit mit dem DJH Rheinland verschlug es mich nach mehreren Optionen Anfang Dezember nach Kleve. Mehrere Optionen? Ja durchaus, denn auch zur Adventszeit sind viele Jugendherbergen restlos ausgebucht und keine Zimmer mehr zu bekommen, beispielsweise in Monschau oder Aachen - da muss man 'ganz schön auf  Zack sein', wie wir Rheinländer sagen, wenn man noch ein Zimmer bekommen will.

"Okay", dachte ich bei mir, "das hast Du schon lange für diesen Reiseblog geplant, schließlich soll es ein würdiger Artikel für die Geburtsstadt meines Vaters werden. Aber musste das jetzt im Dezember sein? Ich meine ausgerechnet Dezember? Was kann man da schon unternehmen? Gärten ja, aber die sind im Winterschlaf. Wandern geht, aber doch nicht bei Schneeregen! Radfahren? Mit Schal und Mütze-nein besser ab Frühling. Böötchen-Touren auf dem Kermisdahl, ideal für Familien, aber nicht im Winter! Na, das kann ja heiter werden!" so prasselten die Gedanken aus mir heraus und ich war befangen. Ob es mir wohl gelingen würde einen spannenden Artikel zustande zu kriegen? Ich war plötzlich zum ersten Mal unsicher. Doch dann packte mich die Zuversicht: "Eine Auszeit vom Alltag ist immer schön! Egal wann, denn sie bietet Neues, Schönes und Spannendes - und das abseits des Trubels der Massenströme, da wird sich ganz sicher etwas finden! "

Also los, Tasche gepackt und rein ins Auto. Nach einer guten Stunde Fahrt rollten wir auf den Parkplatz der Jugendherberge in Kleve und fanden uns in einer anderen Welt wieder. Über mein Mobiltelefon erreichte mich die whatsapp -Nachricht eines Freundes: " An alle die jetzt wie verrückt putzen: An Weihnachten kommt das Christkind-nicht das Gesundheitsamt"  Ein Schmunzeln zog über mein Gesicht. Da bin ich hier wohl genau richtig: Ein Aufenthalt in einer Jugendherberge- zum ersten Advent, hatte ich noch nie im Leben so erlebt. Das Haus empfängt uns festlich geschmückt mit Tannenzweigen, Fensterbildern, Lichterketten und einem großen Adventskranz im Frühstücksraum.


Sonnenaufgang in der Jugendherberge Kleve
Sonnenaufgang in der Jugendherberge Kleve

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kranenburg
Wallfahrtskirche zum wundertätigen Kreuz: St. Peter und Paul in Kranenburg

Frau Jansen, die Leiterin der Jugendherberge in Kleve, bereitete uns einen freundlichen Empfang und wies uns unser Zimmer mit Duschbad im zweiten OG zu. "Sauber und gepflegt" ist mein erster Gedanke und "ein großes Bad, allein für uns!" Das kenne ich aus meinen Kindheitstagen noch anders - mit Gemeinschaftswaschräumen auf dem Flur beispielsweise.

 

Am Infoschalter, der Rezeption des Hauses liegen diverse Flyer und touristische Informationen zu Kleve und Umgebung aus, die aktuellen Tageszeitungen zum Lesen für die Gäste mit Sitzgelegenheiten und Kaffeeautomat, vis-a-vis ein Aufenthaltsraum mit Fernseher. Weitere Getränke, von Wasser über Apfelschorle bis Cola, Bier und Wein bekommen wir auf Nachfrage an der Rezeption bis 22:00 Uhr.

 

Am heutigen Freitag  Abend, dem 30.11.2018 eröffnet der Klever Weihnachtsmarkt im Tiergarten mit Kapelle, Weihnachtsliedern und Live-Musik zum Glühwein. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen!

Wir finden einen kostenlosen Parkplatz (zum Laufen ist es ein wenig zu weit) und geniessen es hier zu sein. Es ist trocken geblieben, das Wetter meint es gut mit uns. Wir genießen die vorweihnachtliche Stimmung bei Holzbuden rund um einen großen illuminiertem Schwan-das Wappentier von Kleve inmitten der beleuchteten Wiesenflächen im Tiergarten. Nicht sehr groß ist dieser Weihnachtsmarkt, dafür aber auch nicht überlaufen.

 

Am Mittwoch der darauf folgenden Woche eröffnet einer der schönsten Weihnachtsmärkte am Niederrhein auf Schloß Moyland. Wer diesen noch nicht besucht hat, sollte sich den Tipp für die kommenden Jahre merken, denn es lohnt sich.

 

Mit den ersten schönen Eindrücken krabbeln wir in die Betten, denn für Samstag steht unser Programm schon fest. 

Frisch und ausgeschlafen begrüßt uns der neue Tag mit einem wunderschönen winterlichen Sonnenaufgang und frischen Brötchen zum Kaffee. Wir sind positiv überrascht, denn die Wettervorhersage hatte vor Tagen noch ganz andere Prognosen vorher gesagt. 

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es los nach Kranenburg, einer mittelalterlichen Stadt in Richtung Nijmwegen/Holland.

Altstadtwinkel in Nijmwegen
Altstadtwinkel in Nijmwegen

In Kranenburg befindet sich auch ein großer Wohnmobilstellplatz auf einem Wiesengelände an der Umgehungsstraße inklusive Strom und Wasser ab 4,00 Euro pro Nacht, in Zentrumsnähe.

 

Kranenburg, ist der am  nordwestlichsten gelegene Ort Deutschlands. Bereits 1227 gründete Graf Dietrich VI. von Kleve zum Schutz seiner Siedlung längs der Straße von Kleve nach Nijmwegen eine Burg. Im Jahre 1294 erhielt Kranenburg Stadtrechte und wurde erstmals urkundlich erwähnt. Nach den Kranichen im Wappen der Stadt wurde Kranenburg benannt. Die Stadt zählt zu den ältesten Kreuzwallfahrtsorten Europas. Der Legende nach wurde bei Baumfällarbeiten im Reichswald im Jahre 1308 ein "wundertätiges" Kreuz gefunden, welches den Pilgerstrom nach Kranenburg auslöste und den Neubau der Kirche im 14. Jahrhundert stark vorantrieb.

Nach Kriegszerstörungen im zweiten Weltkrieg zeigt sich die Wallfahrtskirche heute dem Besucher als eine der schönsten spätgotischen Hallenkirchen am Niederhein wieder im alten Glanz.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten in Kranenburg sind die mittelalterlichen Wohnhäuser, die sich in den Schutz der alten Stadtmauer schmiegen und der Mühlenturm als Teil der alten Stadtbefestigung. Auf dessen Turmspitze erblicken wir einen Kranich, das Wahrzeichen der Stadt. Der Mühlenturm wurde um 1500 Stadtmühle, heute ist hier ein Heimatmuseum untergebracht. Entlang der alten Wallgraben und Stadtmauern läßt sich ein entspannter Spaziergang tätigen.

 

Zurück am Parkplatz fahren wir weiter nach Nijmwegen, die älteste Stadt der Niederlande. Hier kann man den Atem der Geschichte spüren, denn einerseits war diese Stadt im Hochmittelalter Regierungssitz der Herzöge des Herzogtums Gelderland, andererseits auch Kriegsschauplatz schlimmer Gefechte im Zweiten Weltkrieg. Die Region zwischen Rhein und Maas war, wegen der Brücken und den Truppentransporten von Freund und Feind ein stark umkämpftes Gebiet. Durch Bomberangriffe der Alliierten Verbände unter Führung der Royal Airforce und der US-Streitkräfte erlitten die Städte Nijmwegen, Arnheim und Kleve starke Zerstörungen. Davon erzählt das Bunkermuseum im Valkhofbunker am Valkhofpark, welches erst 2016 eröffnet wurde. Weiter zurück bis zu den Römern reicht die eindrucksvolle Ausstellung im Museum 'Het Valkhof',  ebenfalls am Valkhofpark gelegen.


De Waagh - die alte Stadtwaage aus dem 17. Jahrhundert, das imposanteste Gebäude am 'Grote Markt'
De Waagh - die alte Stadtwaage aus dem 17. Jahrhundert, das imposanteste Gebäude am 'Grote Markt'

Einkehr im schönen Brauhaus Hemel in Nijmwegen
Einkehr im schönen Brauhaus Hemel in Nijmwegen

Wir laufen vom Park in Richtung Altstadt und sind sofort begeistert vom niederländischen Flair und der Tatsache hier eine verkehrsberuhigte Fußgängerzone vorzufinden. Kein Verkehrslärm, dafür geschäftiges Treiben auf dem Wochenmarkt, der jeden Samstag stattfindet. Ein Erlebnis für Augen, Ohren und Gaumen. Mit den Ausrufen 'lekker, lekker, lekker' zieht uns der Fischstand auf dem Großen Markt in seinen Bann. Natürlich müssen wir frischen Kibbeling mit Knoblauchsoße verkosten. Kaum ist das getan, geht es zwei Stände gleich weiter: eine bestimmt sechs Meter lange Auslage nur mit Nüssen und Knabbereien, ergänzt um den Duft frisch gebrannter Mandeln - erneut muss Geld gegen Ware getauscht werden. Kaum eingepackt sehen wir an einem Geschäft gegenüber ein großes Schaufenster vor dem die Menschen Schlange stehen. Was gibt es dort denn nun schon wieder? 

Oh klar, wir sind in Holland:  ein Käsefachgeschäft in den Auslagen gestapelte Käselaiber hinter der Theke bedienen vier freundliche Mädels und der Chef die Kunden und lassen uns probieren. Und wieder wechselt das Geld gegen Naturalien seinen Besitzer. Weit gekommen sind wir noch nicht, aber wir lassen uns von diesen Genüssen gerne verführen, frei von Glühwein und Reibekuchen - es ist einfach anders hier. Man merkt, dass es Wochenende ist, denn obwohl hier geschäftiges Treiben herrscht ist kein Mensch ungeduldig, genervt oder unfreundlich. Im Gegenteil es macht sich holländische Gelassenheit breit. Das ist wohltuend ansteckend.

 

In den Fußgängerzonen finden wir Einzelhandelsgeschäfte unterschiedlichster Ausprägung, wo sich in deutschen Innenstädten fast identische Bilder mit Filialen der großen Handelsketten finden, stolpern wir in ein sehr stylisches Bekleidungsgeschäft und merken erst auf den zweiten Blick, dass es sich um einen second-hand Laden handelt. "Nehmen wir das Kleid, oder die Lederjacke? So günstig kommen wir da nicht wieder dran!" Doch auch der nächste Laden lockt zum Weihnachtsschlußverkauf mit 'Korting 40%' und 'SALE'.

Die Entscheidung fällt schwer und so merken wir erst an der Tatsache dass wir durstig geworden sind, dass schon Stunden vergangen sein müssen. "Das liegt bestimmt am Fisch" konstatiere ich und weiß sofort die Lösung: "der muss jetzt wieder schwimmen."

Was  wäre da naheliegender als der schönen Stadtbrauerei hinter der  Stevenskerk einen Besuch abzustatten? Aufwärmen in gemütlichem Ambiente, die Füße freut es  und das Bier schmeckt!

Kleve: Schwanenburg, Barocke Gärten und Museen

Werbung! Vorzügliches Abendessen mit Sushi und Ente im Fukushima, Kleve
Werbung! Vorzügliches Abendessen mit Sushi und Ente im Fukushima, Kleve

Den wunderschönen Ausflug nach Nijmwegen beschlossen wir mit dem obligatorischen Besuch der Stevenskerk. Diese gotische Hallenkirche zählt zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Der Eintritt ist zu den Öffnungszeiten frei und wer Glück hat, darf hier als Höhepunkt ein Orgelkonzert in fantastischer Akustik erleben. Wir hatten leider nicht das Glück, aber der Besuch war auch so beeindruckend. Ein Videomonitor in der Kirche zeigt einen Film zur Historie, die monumentalen Grabplatten der Herzöge sind Kunstwerke hochmittelalterlicher Grabplastik. 

 

Da die Wintertage kurz sind waren wir bereits gegen 18:00 Uhr zurück in Kleve und ergatterten einen Tisch für zwei in dem sehr gut besuchten japanischen Restaurant Fujiyama. Die Empfehlung der Jugendherbergsmitarbeiterin hatte uns hierhin gelockt, denn nicht nur das Sushi ist wirklich erstklassig sondern auch die warmen Speisen lassen keine Wünsche offen. Es hat uns sehr gut gefallen-vielen Dank für diese kulinarische Empfehlung.

 

1. Adventssonntag: Der Tag beginnt mit Regen. Der klatscht mit fiesem kalten Wind an die Fensterscheiben und ich weiß es schon vor dem Frühstück: die Wettervorhersage hat sich nur etwas verspätet. Dauerregen steht für den Tag fest, was kommt also in Frage? Erstmal lecker Frühstücken! Am Adventskranz im Frühstücksraum brennt die erste Kerze, es gibt Eier zum Frühstück, frische Brötchen und eine gute Auswahl. an Tees, Kaffee heißem und kaltem Kakao und noch vielem mehr. Da lassen wir uns heute Zeit, denn am Sonntag sind die Frühstückszeiten in der Jugendherberge eine Stunde länger.

 

Frisch gestärkt verabschieden wir uns von Frau Jansen und dem Küchenpersonal, mit dem Versprechen uns zu melden, sobald die Geschichte geschrieben ist. Bei 'Schietwetter' stehen heute erstmal zwei Dinge auf dem Programm: Besichtigung der Schwanenburg und des Museums im Turm, sowie ein Gang durch die Probsteikirche Maria Himmelfahrt, vorbei am Mahnmal des gefallenen Soldaten von Ewald Mataré. Das grundlegende Neue an diesem bildhauerischen Meisterwerk ist: der Soldat steht nicht heldenhaft auf einem Sockel (wie sonst üblich), sondern er liegt vor dem Betrachter als gefallener Soldat, ohne schützenden Helm, der ihm im Zeitpunkt seines Todes keinen Schutz mehr bieten kann. Dieses Mahnmal hat eine spannende Geschichte. Der Künstler Ewald Mataré gilt heute als Wegbereiter der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts und sein Mahnmal des gefallenen Soldaten erinnert an die Schrecken des Ersten Weltkrieges. Den Getreuen der Nazidiktatur war solch ein Mahnmal natürlich ein Dorn im Auge und passte nicht zu deren Leitbildern einer Blut- und Boden Demagogie. Was passierte? 


Ewald Mataré: Mahnmal des gefallenen Soldaten
Ewald Mataré: Mahnmal des gefallenen Soldaten

Schwanenturm der Schwanenburg
Schwanenturm der Schwanenburg

Schlicht und ergreifend wurden die Kunstwerke Matarés der sogenannten "entarteten Kunst" zugeordnet und das Mahnmal in einer Nacht- und Nebelaktion 1938 von den Nationalsozialisten zerstört und entfernt vergraben. Erst im Jahre 1975 konnte durch Zufall bei Grabungen das Kunstwerk wieder gefunden werden. Es gelang die Restauration und so konnte es 1980 wieder aufgestellt werden. Heute ist es Mahnmal gegen den Wahnsinn des Krieges und gegen Unrecht und Gewalt.

 

Die Konsequenzen  der Gewaltherrschaft trafen Kleve am 07. Oktober 1944 mit voller Härte. Nach der Einnahme von Arnheim wurde ein Fliegerangriff auf Kleve geplant. Meine Großmutter, die unerlaubter Weise "Feindsender" hörte ( so hieß es damals), wurde durch diese Nachricht gewarnt und ergriff mit ihren zwei Söhnen die Flucht in Richtung Ruhrgebiet. Gerade noch rechtzeitig, denn auch ihr Haus fiel dem Bombardement zum Opfer. 80 Prozent der Stadt wurden bei dem Fliegerangriff zerstört. Die Stadt wurde nicht evakuiert. Die Folgen waren verheerend: Ca. 400 Bürger der Stadt verloren an jenem 07.10.1944 ihr Leben, insgesamt über 2000 in den letzten Kriegsmonaten. Wäre meine Großmutter mit ihren Söhnen nicht geflohen, würde es mich nicht geben. Die Soldaten und Bürger der Stadt Kleve sind in der Kriegsgräberstätte in der Donsbrüggener Heide bestattet.

 

Nach dem Krieg ging es stetig aufwärts. Insbesondere die Wahrzeichen der Stadt, die Schwanenburg, die von einem abgeschossenen Bomber getroffen wurde, wurde zusammen mit der Kirche Maria Himmelfahrt wieder aufgebaut. Heute können wir nur noch durch die Bilddokumente jener Zeit einen Eindruck davon gewinnen, welch schlimme Zerstörungen es gab, denn die Zeitzeugen, die davon erzählen könnten versterben alle nach und nach.

 

Erhalten blieben jedoch vor allem die barocken Gartenanlagen des 17. Jahrhunderts, die zweifelsohne zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt zählen. Besonders zur wärmeren Jahreszeit ist es ein Genuss durch den barocken Park zu wandeln und dem alten Kurhaus einen Besuch abzustatten. Denn kurzzeitig war die Stadt der Herzöge zu Kleve auch Kurstadt nachdem man eine Quelle mit Heilwasser entdeckte. Heute befindet sich im Kurhaus das Museum der zeitgenössischen Kunst und hier begegnen wir auch wieder einigen Kunstwerken und Skulpturen  Ewald Matarés und seines Schülers Josef Beuys.  


Prinz Moritz Kanal im Winter
Prinz Moritz Kanal im Winter

Schwanenbrunnen in der Altstadt
Schwanenbrunnen in der Altstadt

Eiserner Mann und Amphitheater  mit Blick auf den Obelisken
Eiserner Mann und Amphitheater mit Blick auf den Obelisken

fazit dieses winter-wochenendes in kleve:

Wenn der Wunsch nach Mitteilung über schöne Erlebnisse kein Ende nehmen will, dann kann man daraus zwei Dinge schließen:

1. Eine spätere Wiederholung in einer schöneren Jahreszeit ist höchst wahrscheinlich.

2. Es muss zu einem späteren Zeitpunkt einen zweiten Bericht in diesem Blog aus dieser Region geben, denn alles in einen zu packen sprengt den Rahmen!

Eins ist klar:  Wenn Ihr diese Melange aus holländischer  Gelassenheit und niederrheinischer Gemütlichkeit einmal ausprobieren wollt, dann seid Ihr hier  genau richtig - und zwar zu jeder Jahreszeit! Kulturgenuss in spannenden Museen, außergewöhnlich schöne Kirchen, spannende Geschichte, Legenden und Geschichten, faszinierende Natur gewürzt mit Parks, Gärten, Burgen und Schlössern. Herz, was brauchst Du mehr, um einen schönen Tag (oder mehrere) zu erleben?

Kulinarische Highlights wären nicht schlecht?

Damit kann hier gedient werden, egal ob in Kleve oder in Nijmwegen, wenn am Samstag Markt gehalten wird. Schmackhafte Appetizer, leckerer Käse, Knabbereien, Nüsse in orientalischen Gewürzen, diverse leckere Biere im Brauhaus, gemütliches Ambiente und gute Restaurants. Dazu muss man nicht weit fahren, das verspreche ich Euch. Lediglich eines muss man tun: sich auf den Weg machen.

 

Ich bedanke mich mit dieser letzten Tour für 2018 bei allen Lesern, denen ich hoffentlich mit meinen Reisegeschichten eine Freude bereiten konnte und die durch das Ausprobieren mindestens so schöne Tage hatten, wie ich sie erleben durfte. Da bleibt mir abschließend nur noch "Danke" zu sagen mit der Gewissheit, dass auch in 2019, dem dann beginnenden dritten Jahr dieses digitalen Tourguides, weitere spannende Reisetipps folgen werden. Mir gehen die Ideen da noch lange nicht aus *zwinker* 

Ich wünsche allen Bloglesern einen guten Rutsch in das neue Jahr, vor allem viel Erfolg, Gesundheit, Liebe , Glück und schöne Erlebnisse in 2019! Herzliche Grüße sendet Euch Matthias

hier noch einige eindrücke von meiner tour:

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Zum einzigen Weinanbaugebiet von NRW

Ein schöner Spaziergang, ideal für Langschläfer

Es war ein Urlaubstag, den ich dazu benötigte einen lieben Menschen zum Köln-Bonner Flughafen zu begleiten. Am späten Vormittag ging es los. Gegen 13:30 Uhr hatten wir den 'check in' erledigt und den Parkscheinautomat mit 5 Euro für 15 Minuten gefüttert. Nun stellte ich mir, nach der Verabschiedung die Frage, was ich im November mit dem restlichen Tag und dem kurzen Tageslicht noch würde anfangen können. Da kam mir spontan Oberdollendorf in den Sinn mit seinem schönen Weinwanderweg, dem Rheinsteig und einer tollen Einkehr im Weingut Sülz. Es wurde ein ausgesprochen schöner Ausflug für einen Tag im Herbst, ideal für Langschläfer.


Durch die Weinberge bei Oberdollendorf im Siebengebirge
Durch die Weinberge bei Oberdollendorf im Siebengebirge

Anfahrt

Die Zieladresse für die Navigation lautet: Bachstr. 157 53639 Königswinter 

 

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte bis zum Weingut Sülz in der Bachstraße beträgt 38 Kilometer und dauert ohne Stau 31 Minuten.

Ab Flughafen Köln-Bonn sind es nur 28,80 Kilometer über die A 59 und es dauerte 30 Minuten. 

 

Kostenlose Parkplätze sind in Oberdollendorf zu finden, am Wochenende ist es schon mal sehr voll im Weingut, da es den Status als "Geheimtip" leider in den letzten Jahren eingebüßt hat. Ein Besuch ist gleichwohl sehr lohnenswert.

 

Einen P & R Parkplatz findet Ihr in Oberdollendorf Nord, auf der Oberkasseler Str. 36.


Extra-Tip:

Highlights

Hier kommen die Highlights im Kurzüberblick, die für einen heiteren und kurzweiligen Tagesverlauf sorgen werden:

  • Weinwanderweg Oberdollendorf
  • Rheinsteig, Premiumwanderweg für diejenigen unter Euch, die mehr wandern wollen: Etappe Nr.1 vom Bonner Marktplatz bis nach Niederdollendorf, mittelschwere Wanderung 13,4 Kilometer Länge 4 Stunden.
  • Weingut Sülz, Essen und Trinken sowie Weinprobe nach Voranmeldung in einer der schönsten Weinbars im deutschsprachigen Raum (Nominierung Falstaff 2017/2018)
  • Klosterruine Heisterbach romantischer Zielort der heutigen Kurzwanderung von knapp 6 Kilometern
  • Naturpark Siebengebirge, einmalig schöne Natur und unzählige Tourmöglichkeiten

Nützliche Weblinks

Hier kommen einige Weblinks, die Euch bei der Planung Eures Kurztrips gute Dienste leisten werden:

  • Wohnmobilstellplatz Siebengebirgsblick, in einem ruhigen Industriegebiet gelegen kann man hier preiswert und unproblematisch übernachten.
  • Wohnmobilstellplatz am Sportplatz in Oberdollendorf, für 15 Mobile, kostenlos, aber einige klare Nachteile: an einer Hauptstraße gelegen, mit Glascontainern und Eisenbahnverkehr. Meine Devise: die ersparten Übernachtungskosten in die Weinprobe investiert am Morgen weiterfahren und irgendwo gemütlich Frühstücken mit Rheinblick?!
  • Camping im Siebengebirge, idealer Platz für einen längeren Aufenthalt im Siebengebirge, inklusive 5 Wohnmobilstellplätze
  • Meine High End Variante für heute ist das Boutique Hotel in einer doppelten Jugendstilvilla in Bonn Bad Godesdorf, auf der gegenüber liegenden Rheinseite. Zum Verführen schön: Hier die Homepage  Wer mag hier nicht einmal seine Liebste/seinen Liebsten hierhin entführen? Das hat jedenfalls Stil und ist romantisch.


Schöner Blick auf Oberdollendorf vom Weinberg aus gesehen- in der Ferne erkennbar: der Drachenfels
Schöner Blick auf Oberdollendorf vom Weinberg aus gesehen- in der Ferne erkennbar: der Drachenfels

Charakteristik der kleinen Rundtour

Wir steuern heute Oberdollendorf als Ausgangspunkt unseres Spaziergangs an, aus zweierlei Gründen. Der erste ist, dass es in diesem kleinen Fachwerkstädtchen eine Location gibt, die zu den besten Weinbars in Deutschland nominiert wurde (Falstaff 2017/2018), zum anderen weil hier genau der Startpunkt ist für meine Rundtour durch Nordrhein Westfalens einziges Weinanbaugebiet!

 

Auf den folgenden knapp sechs Kilometern Rundkurs gibt es schöne Aussichten, Weinberge, Waldwege, einige Pfade, malerische Ruinen, spannende Geschichten von und in einem Klosterhof, und vieles mehr-doch dazu später!

Die Tour ist für naturverbundene Kinder absolut kindgerecht und überfordert sie nicht. So kann man von einem schönen Familienausflug inklusive mehrerer Einkehrmöglichkeiten sprechen.

 

Die Anzahl der Parkplätze am Weingut ist äußerst begrenzt (KEIN Wanderparkplatz). Da muss man ein bisschen kreativ sein. Wir nehmen den hinter dem Weingut bergauf führenden, geteerten Weg hinauf in den Weinberg und finden schon nach wenigen Schritten die ersten Hinweistafeln auf Rundkurse und den Weinwanderweg. Erstes Etappenziel ist der Aussichtspunkt "Hülle" am obersten Rand des Weinberges, von wo wir die ersten fantastischen Fernsichten über den Rhein nach Bonn zum langen Eugen und zum Posttower genießen. Der Rhein als wichtigster Strom in NRW ist Lebensader, Transportweg und  Schiffahrtsstraße zugleich und prägt als solcher seit Jahrhunderten die Region. Im Süden erkennen wir den  Drachenfels und einige Berge des Siebengebirges.

 

Still ist es hier oben, besonders im (Spät-)Herbst, wenn die Schönwetter-Ausflügler ausbleiben und man den Ausblick oft für sich alleine hat. Dann glitzert wahlweise die Sonne im Rhein, weil sie im Winterhalbjahr besonders tief steht, oder der Fluss verschwindet unter einer Nebelbank, während wir über sie hinweg schauen können. Beides hat seinen Reiz, in der Abendsonne ganz besonders.


Picknickbänke mit schönen Aussichten am Aussichtspunkt "Hülle" oberhalb des Weinberges
Picknickbänke mit schönen Aussichten am Aussichtspunkt "Hülle" oberhalb des Weinberges

Wurzelwerk stattlicher Buchen auf dem Wegabschnitt des Rheinsteiges in Richtung Kloster Heisterbach
Wurzelwerk stattlicher Buchen auf dem Wegabschnitt des Rheinsteiges in Richtung Kloster Heisterbach

Steinkreis und Feuerstelle  auf dem Aussichtspunkt "Hülle" - dort befindet sich auch ein Unterstand/Holzhaus
Steinkreis und Feuerstelle auf dem Aussichtspunkt "Hülle" - dort befindet sich auch ein Unterstand/Holzhaus

Überall im Siebengebirge zu finden - ausgezeichnete Wanderwege mit Distanzangaben
Überall im Siebengebirge zu finden - ausgezeichnete Wanderwege mit Distanzangaben

Wer im Sommer kommt, wird es lieben, hier oben auf diesem schönen Aussichtspunkt ein Picknick zu machen, Holzhaus/Unterstand inklusive. Wir machen uns nach einigen Fotos jedoch auf den Weg und folgen nun dem Rheinsteig "2 R 4" in Richtung Heisterbach. Das sind von hier gut zwei Kilometer und in etwa einer halben Stunden ist der Weg gut zu schaffen.

 

Dort wartet das Highlight der heutigen Wanderung auf uns, die Chorruine des einstmals einflussreichen Klosters von Heisterbach.

Die Chorruine des Klosters zählt neben dem Drachenfels in Königswinter und der Ruine der Löwenburg zu den meist besuchten Zielen im Siebengebirge. Hier hat sich dank tatkräftiger finanzieller Unterstützung der Europäischen Union und des Landes NRW einiges getan. So sind in dem archäologisch bedeutendem Gelände Grabungen erfolgt, das Gelände komplett neu gestaltet worden und eine Klosterstube ins Leben gerufen worden, in der wir uns heute aufwärmen können, bzw im Sommer eine Erfrischung genießen. 

 

Die Klosterkirche wurde bereits im Jahre 1237 geweiht und hatte für die damalige Zeit wahrhaft himmlische Ausmaße: Mit 44 Metern Breite und 88 Metern Länge zählte sie zu den größten Kirchen im Rheinland  und wurde  in der Größe nur vom Kölner Dom übertroffen, der bekannter Maßen die größte gotische Kathedrale der Welt ist. Das Kloster wurde am Übergang von der Romanik zur Gotik erbaut, stand fast 600 Jahre und wäre heute, falls noch existent, ein Sakralbau, der unzweifelhaft zum Weltkulturerbe zählen würde. Aber die Säkularisation  im beginnenden 19. Jahrhundert hatte ein völlig anderes Schicksal für den Kirchenkomplex geplant: das Gotteshaus wurde nach dem Auszug der Mönche mit Sprengsätzen versehen und gesprengt. Einzig der Sprengsatz im westlichen Chor zündete nicht, wodurch wir heute diese romantische Ruine besichtigen können.

 

Sie ist dadurch auch zum Symbol des romantischen Rheins geworden, gleichzusetzen mit der Ruine des Klosters Oybin im Zittauer Gebirge, welches von dem Maler Caspar David Friedrich als Hauptvertreter der deutschen Romantik so wundervoll gemalt wurde. Ein weiteres Beispiel dieses Künstlers ist auch die Klosterruine von Eldena in Greifswald, die mir in diesem Zusammenhang ebenfalls in den Sinn kommt. 


Klosterruine Heisterbach- ein romantischer Ort für ein "Ja"-Wort unter freiem Himmel
Klosterruine Heisterbach- ein romantischer Ort für ein "Ja"-Wort unter freiem Himmel

Meine romantisch-historische Aufnahme der Klosterruine vom November 2018
Meine romantisch-historische Aufnahme der Klosterruine vom November 2018

Es kommt ja nicht von ungefähr, wenn die erste Etappe des Rheinsteigs in der ehemaligen Bundeshauptstadt der BRD, auf dem Marktplatz von Bonn beginnt, um genau hier vorbei zu führen. Das bringt die Langschläfer unter uns zu dem Genuss der Höhepunkte dieser Tour, ohne dafür gleich vier Stunden wandern zu müssen.

 

In der heutigen Zeit gibt es in der Klosterlandschaft Heisterbach, insbesondere innerhalb der alten Klostermauern einiges wissenswertes zur Geschichte dieses besonderen Ortes zu erfahren. Dazu sind in der Klosterstube Audioguides gegen Kaution erhältlich, mittels derer man sich durch den Klostergarten im Stile eines englischen Landschaftsparkes führen lassen kann.

 

Dabei erfahren wir beispielsweise,  dass der Zisterzienserorden im Jahre 1089 als Reformbewegung im benediktinischem Mönchtum gegründet wurde. Weitab von besiedelten Gebieten sollten die Mönche nach der Maxime "ora et labora", "Bete und arbeite",  Klöster gründen. Als  bedeutendster Vertreter und geistiger Vater dieses Ordens  wird Bernhard von Clairvaux (* 1090 in Dijon, gestorben am 20. August 1153 in Clairvaux) genannt. Durch sein Bestreben breiteten sich in den folgendenen Jahrhunderten die Zisterzienser in ganz Europa aus und gründeten Klöster, in NRW beispielsweise geht der Altenberger Dom auf eine Klostergründung der Zisterzienser zurück. Das bis heute besterhaltene, unzerstörte mittelalterliche Kloster nördlich der Alpen  steht in Maulbronn (Baden-Württemberg) und ist UNESCO Weltkulturerbe.

 

Die Mönche prägten die Region um Heisterbach über 600 Jahre lang. In diesem Zusammenhang muss der wichtigste Mönch dieses Klosters noch genannt werden: Caesarius von Heisterbach(1180-1240) Er war Prior und Novizenmeister und hinterließ als Schriftsteller bedeutende Zeugnisse des mittelalterlichen Lebens: Sein Werk "Dialogus miraculorum" und die Biografien der heiligen Elisabeth von Thüringen und des heiligen Engelbert von Köln (siehe auch Tour 43 hier im Blog) 


Blick in die Apsis des verbliebenen Chors
Blick in die Apsis des verbliebenen Chors

Die Wegekennzeichnung "2 R 4" bezeichnet den Themenwanderweg "Mühlen, Wald und Wein" der uns durch die Klosterlandschaft wieder zurück nach Oberdollendorf geleitet. Die Wegstrecke ist ca. 2-3 Kilometer maximal und führt uns entlang von Feldern und Wiesen durch den Wald  zu den  Ruinen der hundertjährigen Mühle, die im 17 Jahrhundert die wichtigste Getreidemühle des Klosters war und bereits 1809 als verfallen beschrieben wurde. 

 

Im weiteren Verlauf führt uns der Wegweiser durch den Wald entlang des Mühlenbachs zurück zum Weingut Sülz, wo wir die Eindrücke des heutigen Tages mit einer geselligen Weinprobe auf uns wirken lassen. Hier im nördlichen Teil des Siebengebirges in Oberdollendorf, Niederdollendorf und an den Hängen des Drachenfelses wird bereits nachweislich seit 1000 Jahren Wein angebaut. 

 

Dennoch findet das kleine, aber feine Anbaugebiet in der einschlägigen Weinfachliteratur keine Erwähnung (z.B. Gault Millau,  Weinenzyklopädie von Larousse, "Der große Johnson Die Enzyklopädie der Weine, Weinbaugebiete und Weinerzeuger der Welt" von Hugh Johnson). Die vergleichsweise geringen Erträge werden höchstwahrscheinlich mehrheitlich vor Ort ausgeschenkt und getrunken. 

 

Insofern ist ein Besuch eines Weingutes im einzigen Weinanbaugebiet Nordrhein Westfalens wohl ein außergewöhnliches Erlebnis und zugleich ein Pflichtbesuch. Wein, Siebengebirge und Rhein gehören einfach zusammen und sind als solches schon immer ein wichtiger Bestandteil der besagten Rheinromantik, die Touristen aus aller Welt in das Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal zieht. 

Hier kann man auch so manch romantischen Weihnachtsmarkt für sich entdecken, Schlösser und Burgen erkunden und vielleicht ein schönes Geschenk mit nach Hause nehmen, denn diese Weinerzeugnisse finden sich garantiert nicht im heimischen Supermarkt, oder Fachhandel. Na, wäre das was? Ich denke schon.


Im Weinberg mit Blick auf den Aussichtspunkt Hülle
Im Weinberg mit Blick auf den Aussichtspunkt Hülle

fazit dieses schönen Ausfluges:

Mein bereits vierter Tourenvorschlag in diese Region hält wieder einmal ein spannendes Gesamtpaket für den Tag bereit. Dabei kommen weder die Geschichte noch die kulinarischen Genüsse zu kurz. Wer sich die Landschaft und die Umgebung näher anschauen möchte findet weiterführende Informationen dazu bereits in verschiedenen Touren dieses Blogs beschrieben (Bolglinks siehe oben unter Anreise).

Eine Kurzwanderung ist genau das richtige Programm für Sonntagnachmittage und auch die Kinder dürften das Erkunden der Ruinen im Wald und im Kloster als spannend empfinden. So kann es ein Ausflug mit dem Partner oder der ganzen Familie werden, bei dem für jeden etwas dabei ist. Wer mit diesem Tourvorschlag das Siebengebirge erstmals bereist, dem verspreche ich weitere erlebnisreiche Touren in diese Region, denn es handelt sich um den ältesten Naturpark von NRW. Da kommt noch etwas nach, versprochen!

Bis dahin bedanke ich mich für Euer Interesse und eure Unterstützung und grüße herzlich, Euer Matthias!


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:


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Magische Orte im Rheinland

Dem Werwolf auf der Spur

Der Werwolf Wanderweg war ein Kapitel in einem der vielen Reiseführer, die in meinem heimischen Regal nur darauf warteten von mir persönlich erkundet zu werden. Alleine der Titel klang verheißungsvoll und beim Studium der Freizeitkarte wurde meine Neugierde immer größer. So kam in diesem Herbst, was kommen musste: zusammen mit einem guten Freund machte ich mich auf den Weg diese Tour für Euch zu erkunden und hier aufzubereiten. Eine Tour zu Schlössern, Burgen und schaurigen alten Geschichten...


Heute folgen wir dem Werwolf Wanderweg in Altkaster:  schaurig schön!
Heute folgen wir dem Werwolf Wanderweg in Altkaster: schaurig schön!

Anfahrt

Die Zieladresse zum Startpunkt der Wanderung für die Navigation lautet:

 

Hauptstraße 81, 50181 Bedburg

 

Die Anfahrt ab der Kölner Domplatte zur Zieladresse beträgt 49 Kilometer und dauert ca. 40 Minuten.

 

Die zweite Zieladresse zum Schloss Paffendorf lautet:

 

Burggasse 1, 50126 Bergheim

 

Die Distanz vom Parkplatz zum Schloss Paffendorf beträgt 6,71 Kilometer und dauert 12 Minuten. 


extratip:

Weihnachtsmarkt auf Schloss Paffendorf:

  • Termin 01.12. und 02.12.2018
  • Termin 08.12. und 09.12.2018

Highlights

Hier kommen die Highlights der Tour, die diesen Ausflug aus dem Alltag zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen:

  • Der Werwolf Wanderweg, eine Rundwanderung von ca. 11 Kilometern auch teilbar in zwei kleinere Runden
  • Altkaster, mittelalterliches Stadtbild mit Stadttoren, Burgresten, Wehrmauern und Gebäuden aus dem 16. und 17. Jahrhundert
  • Schloss Bedburg, das Wasserschloss liegt auf der Wanderung, inklusive kulinarischer Einkehr im Restaurant 'Schlosskeller'
  • Schloss Paffendorf, wunderschöne Wasserburg und Schlosspark in Bergheim inklusive Biergarten (im Sommer) und Schlosscafé.

Nützliche Weblinks

Hier folgen nun einige nützliche weblinks, die Euch die spontane Durchführung dieses schönen Ausflugs noch einfacher machen:

  • Wohnmobilstellplatz am Schloss Paffendorf, günstige Lage direkt am schönen Schlosspark, kostenlos aber ohne V/E
  • Schloss Paffendorfhomepage mit Hinweisen zur Gastronomie und dem Thema Heiraten auf dem Schloß
  • Schloss Bedburghier die homepage mit Hinweisen zur Gastronomie Schlosskeller, meine heutige Restaurant-Empfehlung.
  • Landhaus Danielshof, bett &bike Adresse, schönes Hotel direkt in Altkaster
  • Fahrradfahrer haben hier eine perfekte Tour vor der Brust: den Erft Radweg und wer noch mehr radeln möchte die Drei-Flüsse-Tour.


Das Agathator führt hinein in das mittelalterliche Städtchen Altkaster
Das Agathator führt hinein in das mittelalterliche Städtchen Altkaster

Charakteristik der Rundtour um Kaster:

Die Rundwanderung beträgt insgesamt rund 10 Kilometer, wobei auch eine Aufteilung in zwei kürzere Touren zu je 5 Kilometern möglich wäre. Der Werwolf - Wanderweg ist mit Hinweistafeln an historisch belegten Plätzen versehen und erzählt die Geschichte von Peter Stubbe, der am 31.10.1589 als vermeintlicher Werwolf gefoltert, verurteilt und hingerichtet wurde. Es ist der spektakulärste Fall seiner Art, der uns bis in die heutigen Tage genau überliefert ist. Freut Euch also auf schaurige Informationen und Geschichten zu den Greueltaten dieses Mannes und zu seinem Leben und Sterben in aller Öffentlichkeit.

 

Dabei ist die Wegführung zwar vor Ort mehrfach ausgeschildert, aber einige Souvenirjäger haben sich der angeschraubten Schilder bemächtigt und die aufgeklebten sind auch nicht immer optimal angebracht. Hier gibt es Entwicklungspotential, es ist aber auch (noch)  kein offizieller Premiumwanderweg mit Auszeichnung des Wanderinstituts - das muss man dabei erwähnen. Also, Euer Gefühl für den Weg, Eure Erfahrung hinsichtlich Landmarken, und Himmelsrichtungen wird an manchen Stellen schon benötigt. Ich habe mir die Karte (siehe links vom Text) zur groben Orientierung einfach abfotografiert.

 

Der Beginn ist eigentlich simpel, denn zunächst erkunden wir das schöne, mittelalterliche Ortsbild bevor wir im Uhrzeigersinn der Beschilderung der Hinweistafeln 1-4 folgen. Dabei genießen wir schöne Ausblicke von der Kasterer Höhe auf den Kasterer See und erreichen das Seeufer mit schönen Aussichten auf Wald und Wasser.

 

Die Merkmale des Weges werden gekennzeichnet von Spazierwegen (geschottert), kleinen Brücken, Waldpfaden durch Laubwald, Treppenstiegen in Fichtenschonungen, Uferwegen und Pfaden sowie Altstadt-Kopfsteinplaster - ein schöner Mix, leider für Rollies eher nix.

 

Der Zweite Teil des Rundweges, der wie eine verzerrte 8 daher kommt, beginnt bei Tafel 7 (von 7) und verläuft dann parallel zum Bach in Richtung Bedburg- Wasserschloss vorbei an Tafel 6 und später an Tafel 5, so bin ich versehentlich gelaufen, oder wieder im Uhrzeigersinn: Tafel 7 dann Tafel 5, dann Tafel 6 zuletzt wieder 7.


Wasserschloß Bedburg- liegt auf unserem Wanderweg mit Einkehrmöglichkeit im Schlosskeller
Wasserschloß Bedburg- liegt auf unserem Wanderweg mit Einkehrmöglichkeit im Schlosskeller

Traumhafte Picknickplätze am Kasterer See
Traumhafte Picknickplätze am Kasterer See

Letzte Rosenblüte zum Ende des Jahres
Letzte Rosenblüte zum Ende des Jahres

Unser Weg führt uns nach dem Verlassen der Stadt durch das rückwärtige Tor am Bach entlang zu den letzten Ruinen der Burg der Grafen zu Jülich. Nachdem wir kurz durch die Ruine gestreift sind geht es zurück über den Bach der Wegbeschreibung folgend nach rechts (aus der Stadt kommend nach links) um dem Werwolf-Wanderweg zur ersten Infotafel zu folgen.

 

Im weiteren Verlauf erklimmen wir auf schönem Pfad die Kasterer Höhe wo wir über landwirtschaftliche Ackerflächen die ersten Windkrafträder sehen und zu einem Aussichtspunkt gelangen, der jetzt im Herbst und Winter eine Aussicht erlaubt, die im Sommer wegen der hochgewachsenen Büsche nicht mehr möglich ist. (Stand 10.2018)

 

Bald geht es hinunter zum See vorbei an zwei weiteren Infotafeln mit gruseligen Geschichten von Mord, Tod und Verderben, Inzucht und Vergewaltigung -  alles Taten des Werwolfes von Epprath.

 

Die letzten blühenden Rosen, der blaue Himmel, das leuchtende Herbstlaub in strahlender Sonne und der so idyllisch daliegende See, wollen so gar nicht zu den schaurigen Geschichten passen - na vielleicht ist es ja auch besser so. Wie die Geschichte nun weitergeht und vor allem wie sie zu Ende geht wollen wir natürlich jetzt erst recht wissen und darum drehen wir nach den ersten 5 Kilometern auch die zweite Runde, die uns parallel zum Bach durch den Wald bis zum Wasserschloß Bedburg führt.

 

Zu unserer großen Freude hat der Schlosskeller geöffnet, so dass wir hier eine schöne Pause in gediegener Atmosphäre erleben können.


Am Kasterer See
Am Kasterer See

Schloss Paffendorf
Schloss Paffendorf

Geschichtliches kommt nicht zu kurz:

Die Landschaft um Altkaster wird heute geprägt durch die riesigen Braunkohletagebaugebiete Garzweiler Nord und Garzweiler Süd, den Tagebau Fortuna und weiter westlich den Tagebau Hambach. Doch wie durch ein Wunder entging der kleine Ort Altkaster den Plänen der Braunkohlewerke und blieb als Baudenkmal und mittelalterliches Ensemble bestehen. Bereits 1148 erstmals urkundlich erwähnt, wurde Altkaster spätestens 1361 zur Stadt und schmückt sich heute noch mit türmebesetzten Ringmauern aus Backstein und zwei Stadttoren.

Ein besinnlicher Ort mit großem Missionskreuz und alter Kellnerei, dem früheren Wirtschaftshof der 1648 zerstörten Burg.

 

Das Wasserschloß Bedburg  wurde als "Betbure" 893 erstmals im Güterverzeichnis der Abtei Prüm erwähnt und gehörte seit 1291 den Grafen von Reifferscheidt (wir erinnern uns an die Burgenroute, Tour 50 hier im Blog). Diese befestigten die Burg und bauten sie im Jahre 1360 mit Wehrtürmen aus. Eine architektonische Kostbarkeit sind die zweigeschossigen Säulenarkaden des Innenhofes (1550-88). Sie vermitteln uns hier am Niederrhein heute noch den Eindruck der norditalienischen Renaissance nach dem Vorbild Lauranas Palasthofes in Urbino, Italien, welches heute UNESCO Welterbestätte ist. Nun, bis zu dieser Auszeichnung hat es  in Bedburg nicht gelangt, schön ist es trotzdem. Das griechisch-mediterrane Restaurant im Schlosskeller, wo man romantisch unter Gewölbe speisen und dinieren kann, ist auch ohne Werbung eine Empfehlung wert.

 

Wie Braunkohle entstand, von welchen Pflanzen sie stammt, was sie unentbehrlich macht, wie sie gefördert und genutzt wird und wozu wir sie brauchen - das und noch viel mehr erfahrt Ihr im Schloss Paffendorf.  Dieses, in einem wirklich schönen Park gelegene Schloss, welches in den Jahren 1531-1546 erbaut und im Jahre 1865 in neugothischem Stil umgebaut wurde, ist seit dem Jahre 1958 Informationszentrum der Rheinischen Braunkohlewerke AG und kann als außerschulischer Lernort zum Thema Biologie, Geologie und Technologie angesehen werden. 

In der bevorstehenden Adventszeit gibt es nur an zwei Wochenenden im Dezember einen Weihnachtsmarkt, in der warmen Jahreszeit werden Konzerte im Innenhof veranstaltet und das Gartenlokal der Brasserie lädt zu einem Besuch ein.

 

Die Geschichte von Peter Stump, genannt Stubbe-Peter, dem einzigen gefassten, gefolterten, verurteilten, öffentlich hingerichteten Werwolf (1525-31.10.1589) in Deutschland verrate ich Euch hier nicht, denn die Geschichte gibt es ja auf der Wanderung zu erfahren. Ein wenig  Neugierde muss ja bleiben, oder? Mich hat es jedenfalls fasziniert und darum möchte ich hier nicht vorgreifen, auch wenn ich es könnte.


Teilansicht von Schloss Paffendorf
Teilansicht von Schloss Paffendorf

fazit dieser schönen tagestour:

Romantische Locations, zum Heiraten, zu besonderen (Firmen-) Events, Tagungen, runden Geburtstagen und außergewöhnlichen Anlässen gleich aus welchem Grund: diese werden Euch auf  den hier vorgestellten zwei Schlössern geboten.

Damit nicht genug, punktet diese Tour mit schaurigen Geschichten aus dem späten Mittelalter, die faszinierend in ihren Bann ziehen. Lecker essen in Kellergewölben, oder gemütlich im (Bier-) Garten sitzen? Das geht ebenfalls problemlos.

Außerschulische Lernorte sind zu finden in der Daueraustellung des Schlosses Paffendorf, verbunden mit einem weiteren Ausflug zu einem der Aussichtspunkte an Europas größten Tagebau - das wäre eine Klassenfahrt mit spannenden Lerninhalten.

Die Rundwanderung sorgt für Kurzweil und ist mit 10 Kilometern Länge als Halbtagestour einzustufen, bleibt anschließend noch genügend Zeit für einen Aufenthalt im Schloß und Park. 

Fahrradtouren kann man hier entlang des Erftradweges planen und diese sogar bis zu einer Drei-Flüsse-Tour als Mehrtages-Trip genießen.

Ihr seht, langweilig wird es bestimmt nicht und jetzt in der kalten Jahreszeit, wo aller Orten Weihnachtsmärkte die Besucher anlocken bietet sich der kleine, aber feine Weihnachtsmarkt auf dem Schloßinnenhof von Paffendorf einfach an, um einen gemütlichen Bummel bei einem Glas Glühwein zu unternehmen. Anschließend  krabbelt man ins eigene Bett des Wohnmobils, welches direkt neben dem Schloßpark auf einem kostenlosen Stellplatz abgestellt wurde. Im Sommer gibt es hier zur weiteren Unterhaltung noch eine Minigolfanlage und an bestimmten Tagen gibt es Mittelaltermärkte, Schlossfeste und Konzerte, alles Gründe um die Tour hier mal im Hinterkopf zu behalten.

Ich wünsche Euch viel Spaß und schöne Erlebnisse auf dieser neuen Tour "Raus aus dem Alltag", und bedanke mich für Euer Interesse und Eure Rückmeldungen. Es grüßt herzlichst Euer Matthias 

hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:

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Geschenkte Tage - erst Supersommer nun der Superherbst

Idylle im Düsseldorfer Süden

Heute gab es wieder eine solche Wettervorhersage, da musste ich einfach los mit dem Rad um den Zauber meiner Heimat für Euch einzufangen. Schließlich haben wir es nicht nur schön, sondern sehr schön hier bei uns im Düsseldorfer Süden. Deswegen entführe ich Euch vor dem Gänseessen und den Feiertagen zu einer sportlichen 40 Kilometer-Radtour in den Düsseldorfer Süden, inklusive zweier Schlösser, Seen, Wald, Natur und Kultur.

Diese Tour verläuft fast ausschließlich nur auf  landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Wegen und ist egal ob Frühjahr, Sommer oder Herbst ein absoluter Tip.  Vorteil Frühjahr: die ersten Sonnenstrahlen am See genießen, Vorteil Sommer: Baden und sonstiger Wassersport am See. Vorteil Herbst: die Nachmittagssonne taucht das bunte Herbstlaub in die schönsten Farben.


Unter der Woche gehörte mir der Unterbacher Seeweg fast alleine - im Biergarten sah es da schon anders aus
Seeblicke vom Feinsten bei angenehmen 23 Grad Ende Oktober 2018

Anfahrt

Die Anfahrt erfolgt wahlweise mit der S 6 ab Düsseldorf Hbf, oder ab der Kölner Domplatte (Hbf) . Station Hellerhof steigen wir dann aus.

 

Mit dem Auto/Wohnmobil lautet die Destination für die Navigation Carlo-Schmid-Str. 2, 40595 Düsseldorf: hier gibt es einen Park and Ride Parkplatz; unbedingt auf die Schilder achten, alternativ

Philipp-Scheidemann-Str. 15-29, hier gibt es auch einige PKW Parkplätze kostenfrei, weniger für Wohnmobile geeignet (nur bis 6 Meter) 


 

Weitere Touren und Highlights zum Düsseldorfer Süden wurden in den folgenden Blog-Touren hier bereits beschrieben:

Highlights

Hier sind sie wieder die Highlights im Kurzüberblick, die Euch den Tag zu einem unvergesslichen  Tag werden lassen:

  • Urdenbacher Kämpe, größtes Naturschutzrefgium zwischen Düsseldorf und Monheim am Rhein
  • Schloß Benrath, eines der schönsten Barockschlösser Europas mit französischem und englischem Garten sowie drei Museen!
  • Schloß Garath, in Privatbesitz Besichtigung nicht möglich, der Schloßpark ist öffentlich.
  • Garather Forst, Karnaper Busch, Düsseldorfer Stadtwald eine Fahrt ins Grüne!
  • Unterbacher See mit Camping und den Strandbädern Süd und Nord.
  • Marina, Segelschule, Stand-up Paddling, Baden, Surfen, chillen, Hochseilklettergarten u.v.m.
  • Peters Biergarten, eine Location mit Flair, Gemütlichkeit, urigen Typen und noch einiger Maßen zivilen Preisen im Verhältnis zu den Strandbädern direkt am See.

Nützliche Weblinks

Die hier folgenden weblinks sollen Euch die spontane Planung eines Aufenthaltes in dieser Region erleichtern und nützliche Zusatzinformationen liefern:

  • Peters Biergarten, in der unmittelbaren Nähe zum Strandbad Süd sollte man nicht versäumen. Im Sommer spielen hier auch lokale Bands live, gute Stimmung garantiert.
  • Wohnmobilstellplatz am Strandbad Nord, sehr günstig und schön, da das Strandbad mitsamt Biergarten, Restaurant und Marina mit  Bootsverleih direkt zu Fuß erreichbar ist. Außerdem gehen die Rad- und Wanderwege direkt hier vorbei.
  • Hier der weblink für mehr Informationen zum Schloß Benrath
  • weitere nützliche weblinks findet ihr unter den bei 'Anfahrt' verlinkten Blogtouren.
  • Webseite für die Strandbäder Nord und Süd
  • Unterkunft im Hotel Haus Fabry in unmittelbarer Nähe zur Tour
  • Zur besseren Orientierung hier die Auenkarte zur Urdenbacher Kämpe


Schloß Garath: finde den Fehler? Ein Fenster ist geöffnet, aber wo ist der Fensterrahmen?
Schloß Garath: finde den Fehler? Ein Fenster ist geöffnet, aber wo ist der Fensterrahmen?

Charakteristik der Rad-Rundtour:

Gedenkkreuz am Einstieg der Tour
Gedenkkreuz am Einstieg der Tour

Los geht's am Philipp-Scheidemann-Weg 15-29, wo wir den Einstieg in die Kämpe an einem alten Gedenkkreuz finden. Ausgeschildert mit der Wegekennzeichnung weißes D auf schwarzem Grund (für Rund um Düsseldorf) und dem Zeichen des Neanderlandsteigs (weißes N auf rotem Grund) folgen wir genau dieser Ausschilderung in die Kämpe.

 

Wir haben heute eine Tour vor uns, die insgesamt maximal 40 Kilometer, optional auch zehn Kilometer weniger ausmachen kann.

Die Strecke ist als Rundkurs abseits des Mainstreams zusammengestellt und daher eine Individualstrecke, meine Heimatrunde. Ohne besondere Höhenprofile zu über 95 % flach bietet sie Euch ein Naturerlebnis, wie es so tatsächlich einmalig ist.

 

Dem Wegeverlauf des Neanderlandsteiges kann man hier im flachen Gelände auch gut mit dem Rad folgen, da Wanderweg und Radweg quazi parallel verlaufen. Wir durchfahren ein kleines Stück des Grüngürtels entlang des Garather Mühlenbaches und unterqueren die Eisenbahnlinie. Da, wo wir bei der Straße wieder hinauskommen sehen wir links eine ARAL-Tankstelle. An der Ampel bei der Tankstelle folgen wir der Wegekennzeichnung weiter und überqueren die Hauptstraße (B 8). Sofort lassen wir den Strassenverkehr an der nächsten Abbiegung nach rechts gleich wieder hinter uns.

 

So erreichen wir über geschotterte Wege, die nur für Fußgänger und Radfahrer bestimmt sind, das Garather Schloß und schauen uns kurz im Schloßpark um. Sehr lauschig und ruhig ist es hier. Kinderspielplätze haben wir nun schon zwei passiert, wenn wir über die reguläre Schloßzufahrt das Privatgelände wieder verlassen. Am Ende rechts und nun nur noch dem  'D' folgend  über die Garather Motte geht es weiter in den Garather Forst. Hier gelangen wir an ein Tor, denn der Forst ist in Privatbesitz und es leben Wildtiere hier. Wir lassen das Tor hinter uns und mit dem Bach zu unserer Rechten folgen wir dem nun wunderschönen Waldweg. Dabei ignorieren wir, dass der Wanderweg  'D' in einer Rechtskurve nach links abzweigt, denn da gelangen wir für Radfahrer in eine Sackgasse. 

Das Herbstlaub leuchtet in der Sonne des wunderschönen Tages und ich fahre so vor mich hin, hänge meinen Gedanken nach und merke plötzlich, dass ich den Alltag hinter mir gelassen habe. Stattdessen kommen mir Gedanken wie: " Warum macht man das nicht viel öfter? Würde das nicht auch XY gut gefallen?" "Sollte ich das mal als Gruppentour auf social media einstellen?"

 

Am Ende des privaten Forstes erreichen wir das zweite Tor, fahren hindurch, lassen es hinter uns und nehmen den ersten schmalen Weg  nach links. Hier sind unsere Wegkennzeichungen dann nicht mehr da, aber keine Angst, wir finden sie wieder. Mit diesem wunderschönen Weg, Wald zur linken und Feld zur rechten Seite gelangen wir in den Karnaper Busch. An einer Infotafeln, die an einer T-Kreuzung steht, fahren wir links und somit mittendurch den Karnaper Busch, ignorieren dabei sämtliche Abzweigungen und gelangen nach wenigen Minuten wieder auf einen Weg, links Wald rechts Pferdekoppel mit zwei einzeln stehenden Bäumen, kommen so zur Straße 'Horster Allee'. Dort müssen wir uns gegenüber dem Haus Vorst, einem alten Herrensitz, heute modernes Seniorenwohnheim mit schönem Park, links wenden. 

 

Doch zuvor betreten wir den Park der einige Besonderheiten für uns bereit hält. Zum einen sind hier die Reste eines Herrenhauses in Gestalt eines Rundturmes zu finden und andererseits wurde hier vor mehr als Hundert Jahren eine in Deutschland sehr selten anzutreffende Libanonzeder gepflanzt, die ein stattliches Ausmaß angenommen hat und deswegen schon Naturdenkmal ist.

 

Aus dem Park zurück nun rechts abbiegen (also von der Richtung aus der wir gekommen sind natürlich links) und die erste Möglichkeit wieder rechts, durch die Poller auf den Waldweg. Vor dem Herrenhaus macht der Weg eine Linkskurve und an der Kreuzung, wo wir an einem Baum die Wegkennzeichung  weißes 'D' auf schwarzem Grund wiederfinden fahren wir nach rechts und kommen so nach einigen Schlenkern aus dem Wald hinaus und auf einem Damm aus, der den Itterbach kanalisiert.

 




Dem schönen Weg auf dem Damm folgen wir nach links und kommen kurz vor Benrath nach einem links-rechts Schwenk durch eine Unterführung und müssen mit beiden Kennzeichnungen 'D' und 'N' nun bis zu einer Kreuzung fahren. Wir folgen exakt der Wegekennzeichnung und kommen so bei einer Infotafel des Düsseldorfer Stadtwaldes, der hier an Benrath grenzt, aus. Wer abkürzen möchte fährt, der Beschilderung nach Benrath folgend direkt zum Schloß Benrath. Dann jedoch werden Euch die nun folgenden Highlights entgehen. 

 

Mit 'D' und 'N' fahren wir durch den Stadtwald, wieder nur auf Wander- und Radwegen und kommen so zu einem außerschulischen Lernort, mitten im Wald. Hier treffen wir auf kunstvoll gestaltetet und geschnitzte Ruhebänke, Bienen, Schnecken, einen lebensgroß geschnitzten Lehrer, einen lächelnden Fliegenpilz und manch andere kuriose Gestalt. Vorbei an einem kleinen Tümpel mit Lerntafeln kommen wir der Seenlandschaft im Düsseldorfer Süden immer näher.

Nach einigen gut ausgeschilderten Abzweigungen mal rechts mal links erreichen wir bei einem Wanderparkplatz die Straße 'Am Schönenkamp', die wir überqueren müssen. Es geht zunächst halb rechts, später links herum parallel zum Damm der Eisenbahnlinie bis zur Unterführung und dort hindurch nach rechts.

 

An der Stelle, wo wir die Eisenbahnlinie unterqueren und an einer Wegspinne eine etwas verwirrende Infotafel steht, folgen wir nicht mehr dem 'N', sondern biegen scharf links ab und folgen

der Kennzeichnung A 7, die uns zu einem Birdwatching Unterstand bringt. Hier haben wir einen wunderschönen Blick auf den Elbsee. Mit etwas Glück erblicken wir hier Kormorane, Schwäne und Graureiher. Bald darauf gelangen wir durch eine weitere Unterführung, diesmal der Autobahn, zu Peters Biergarten am Südufer des Unterbacher Sees. Ich denke, hier haben wir uns eine erste  kleine Pause verdient.

 

Wir stellen die Räder am Ständer ab und genießen die warme Herbstsonne bei einem frisch gezapftem Stauder Pils in dem mit Sand aufgeschütteten gemütlichem Biergarten.

Blick auf den Unterbacher See
Blick auf den Unterbacher See

Peters Biergarten befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt vom Strandbad Süd. Im Sommer ist hier, nicht zuletzt wegen der nahe gelegenen Parkplätze das Freibad sehr gut gefüllt, ebenso die Surfschule oder das Strandcafé. Im Hochseilklettergarten links vom Eingang könnt Ihr Eure Geschicklichkeit auf die Probe stellen.

 

Wir folgen heute jedoch den Rad- und Fussgängerweg nach rechts und nehmen die Seeumrundung entgegen dem Uhrzeigersinn in Angriff. Diese eignet sich auch für einen schönen Nachmittagsspaziergang, denn mit 6 Kilometern Länge und ausreichend Ruhebänken, drei schönen Möglichkeiten zur Einkehr bietet sie eine angenehme Kurzweil zur Freizeitgestaltung. Dabei gibt der See den Weg vor, hier haben wir weder einem 'D' noch einem 'N' und auch keiner 'A 7' mehr zu folgen, denn wir kommen nach absolvierter Umrundung wieder beim Eingang des Südstrandbades aus. Das Seeufer gibt uns den Wegverlauf vor.

 

Diese Seeumrundung hat es in sich. Einmal aus fotografischer Sicht, denn mit dem Wechsel der Himmelsrichtung und des Sonnenstandes bekommt der Unterbacher See alle Facetten eines Sehnsuchtortes.

Darüber hinaus findet sich am Nordstrand, direkt in Nachbarschaft zum Wohnmobilstellplatz und zum Campingplatz, die Marina und der sehr schöne Biergarten mit Seeblick. Auch vorzüglich essen, im Sommer vorzugsweise vom Grill, lässt es sich hier.

 

Da möchte man vor lauter Genuß gar nicht mehr weg. Gut wenn das Wohnmobil nun in unmittelbarer Nähe steht, dann kann man hier die blaue Stunde und den Sonnenuntergang erleben und anschließend einfach nur ins Bett fallen. Auch nicht schlecht, finde ich!

 

Vom Strandbad Süd, sehen wir schon die Ausschilderung des Fahrradweges nach Benrath mit der Angabe 5 Kilometer. Dieser folgen wir nun um so zum Schloss Benrath zu gelangen.



Die Strecke nach Benrath führt auf Strassen begleitenden Fahrradwegen zum Benrather Schloß. Wir erreichen dieses von der Frontseite und haben jetzt die Wahl: Ich war am Nachmittag gestartet und kam nach der Schließung der Museen hier an. Wer früh am Tag gestartet ist, hat hier die Chance eines der schönsten Barockschlösser als Gesamtkunstwerk aus Schloß und Gärten zu besichtigen. Dabei ist erwähnenswert, dass die Museen kostenpflichtig sind, das Lustwandeln oder Radfahren ist auf ausgezeichneten Wegen jedoch gratis. Ich gehe an dieser Stelle nicht weiter auf die Historie des Schlosses ein, denn das habe ich bereits auf den hier verlinkten Blogtouren ja bereits schon getan.

 

Wir durchqueren im weiteren Routenverlauf den Schloßpark in Richtung Rheinufer und gelangen so an das südliche Ende des Schloßparkes an der Straße 'Am Benrather Schloßufer' mit Rheinpromenade und Blick auf den Sonnenuntergang. Hier gefällt es auch der Benrather Jugend, die sich in den Sommermonaten am Strand des Rheins zum Grillen und chillen trifft. Wir fahren auf der Straße am Benrather Schloßufer nach links.

 

So kommen wir an einer der beliebtesten Adressen Urdenbachs vorbei, dem Restaurant "Altes Fischerhaus". Eine Tischreservierung ist hier obligatorisch und wäre ein schöner kulinarischer Abschluss unserer Tour. An der Ampelkreuzung fahren wir nach rechts und in einer leichten Linkskurve bergauf sehen wir auf unserer linken Seite die Gastronomie Extratour mit schönem Biergarten. Davor ein großer Parkplatz. Und direkt dahinter finden wir unsere Wegbeschreibung weißes 'D' auf schwarzem Grund wieder.

 

Die Wegkennzeichnung führt uns also hinter dem Biergarten und Parkplatz links parallel zum Urdenbacher Altrhein durch die Urdenbacher Kämpe bis zur Hellerhofbrücke mit diversen Informationstafeln. Nun ist das Ende der Fahrradtour bald schon erreicht, denn mit der Wegekennzeichnung 'N' kommen wir so wieder an den Ausgangspunkt unserer Tour zurück. 


Herbstfarben im Benrather Schloßpark
Herbstfarben im Benrather Schloßpark

Herbstfarben in der Urdenbacher Kämpe
Herbstfarben in der Urdenbacher Kämpe

Gartenimpression  Schloß Benrath
Gartenimpression Schloß Benrath

Am Unterbacher See
Am Unterbacher See

Am Unterbacher See '2'
Am Unterbacher See '2'

Verträumtes Benrather Schloß - black and white
Verträumtes Benrather Schloß - black and white

Am Benrather Schloßufer - Herbststimmung
Am Benrather Schloßufer - Herbststimmung

Am Benrather Schloßufer - Abendstimmung
Am Benrather Schloßufer - Abendstimmung

Fazit dieser Abwechslungsreichen Fahrradtour:

Mit dieser heutigen Tour möchte ich Euch meine direkte Heimatregion vorstellen, meine Haus- und Hoftour, also. Mindestens einmal pro Jahr  fahre ich die Strecke so wie hier beschrieben ab, weil sie zu jeder Jahreszeit immer wieder unterschiedliche Stimmungen bereit hält. 

Wahlweise habe ich dann die Vorfreude auf die ersten warmen Sonnenstrahlen im Biergarten des Strandbades, oder es gibt im Sommer  einen ausgiebigen Badestop. Im Herbst hat man weite Teile dieser Strecke für sich ganz alleine, man trifft kaum einen Menschen, insbesondere dann, wenn man an einem Wochentag nachmittags unterwegs ist. Das ist dann angesichts der Bevölkerungsdichte schon faszinierend. 

An einem Sonntag im Sommer ist es natürlich nicht zu empfehlen, dann sind hier alle auf den Beinen und es herrscht wuseliges Treiben.

In der Urdenbacher Kämpe gibt es Rückzugsgebiete für vielerlei Vogelarten, in den Schloßgärten begegnet uns gestaltete Natur im Stile vergangener Jahrhunderte, Schloß Benrath hält Kultur für uns bereit und wer es sportlich liebt kommt hier auch ganz gewiss nicht zu kurz.

 

So bleibt mir mal wieder zum Ende der Geschichte Euch meinen Dank auszusprechen für die vielfache Unterstützung,  ohne die es den Blog so nicht geben würde. Ich wünsche Euch viel Spaß beim schmökern hier im Blog bei mittlerweile 51 Touren und wir sehen uns wieder, schon bald mit der nächsten Tour. Ich lasse mir etwas einfallen. Versprochen! Euch eine gute Zeit und nun mal los: "Raus aus dem Alltag!"  


hier noch einige Eindrücke von meiner Fahrrad-Tour:

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Mittelalter pur- die Burgenroute in der Nordeifel

Burg Blankenheim - ein einmaliges Erlebnis!

Es war ein wunderbarer Auftakt für einen sprichwörtlich goldenen Oktober. Der vom  ADAC initiierte Tag des barrierefreien Reisens im Hotel Franz in Essen am 11.09.2018 mündete in meiner neuen  Kooperation mit dem Deutschen Jugendherbergsverband (DJH). So bin ich heute voller Stolz in der Lage, Euch eine Tour mit Erlebnissen quasi "live" von einer Ritterburg, die heute Jugendherberge ist, zu berichten. Es wurde eine sehr persönliche Zeitreise in doppelter Hinsicht: zu den Burgen des Mittelalters und zu den Erinnerungen an meine Jugendzeit .


Mein persönliches Retro-Foto- Blankenheim 2018, Blick hinauf zur Burg
Mein persönliches Retro-Foto- Blankenheim 2018, Blick hinauf zur Burg

Anfahrt

Die Zieladresse zu unserem heutigen Standort lautet wahlweise:

  • Burg Blankenheim, Burg 1, 53945 Blankenheim
  • Wohnmobilstellplatz Weiherhalle, Koblenzer Str. 1 in 53945 Blankenheim

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte zum Zielort beträgt 81 Kilometer und dauert ca. 1:00 Stunde.


Diese Blog-Tour wird in Kombination mit den nun folgenden, bereits hier im Blog  beschriebenen Touren zu einem einmaligen Erlebnis verknüpft:


Von Burg Blankenheim bis zum Bahnhof Blankenheim Wald fahren wir mit dem Auto. Die Distanz beträgt 6,02 Kilometer und dauert 9 Minuten.


Die Rückkehr zum Ausgangspunkt erfolgt mit der Buslinie 829 ab Hellenthal Busbf in Richtung Kall. Wir steigen aus in Kall Bahnhof und nehmen den Regionalexpress (RE 22) in Richtung Gerolstein ab Gleis 1 der uns zum Blankenheimer Bahnhof bringt.

Highlights

Hier kommen die Highlights der folgenden Tour im Kurzüberblick, die für einen einmaligen Tag und besondere Erlebnisse sorgen können und werden:

  • Burg Blankenheim, eine über 900 Jahre alte Burg, die heute Jugendherberge ist
  • Blankenheim mit seinem mittelalterlichen Dorfkern, geprägt von Fachwerk; Quellort der AHR
  • Die Burgenroute, einmalig schöne Streckenwanderung von 17 Kilometer Länge, meine heutige Tagestour durch die Geschichte 
  • Burg Wildenburg mit Einkehr in der Burgschänke (Mittagessen)
  • Burg Reifferscheidt, kleiner Besichtigungs- und Zwischenstop bei Kaffee und Kuchen im Café Eulenspiegel
  • Der Eifelsteig, einige Etappen enden und beginnen genau hier: in Blankenheim
  • Der Ahrsteig, eine Streckenwanderung die an der Quelle der AHR beginnt
  • Der Tiergartentunnelwanderweg, eine Ganztagesrundwanderung von 20 Kilometern Länge, eine architektonisch-historische Wanderung
  • Die Römervilla, das wohl bedeutendste archäologische Bodendenkmal des Ortes
  • Das Eifelmuseum mit  der Touristeninformation in der Ortsmitte und im Gildehaus gegenüber, sehenswert!

Nützliche Weblinks

Die hier folgenden Weblinks sollen Euch bei der Planung Eurer Tour nach Blankenheim nützliche Dienste erweisen und Zeit ersparen:

  • Die Jugendherberge in der Burg Blankenheim, mein heutiger TOP-TIP, mehr dazu im folgenden Text
  • Der Eifelsteig, hier der weblink zu den betreffenden Etappen 6 und Etappe 7
  • Der Ahrsteig beginnt in der Ortsmitte, Informationen zu dem Streckenabschnitt Etappe 1
  • Der Wohnmobilstellplatz an der Weiherhalle in Blankenheim
  • Der Ahrradweg, unbedingt empfehlenswerte Radtour entlang der Ahr bis zur Mündung in den Rhein bei Sinzig, vorbei an Burgen , Viadukten, Weinbergen und Strausswirtschaften
  • Aktuelle Übernachtungstips, recherchiert und für gut befunden, wie immer ohne Gewähr meinerseits: bei airbnb, Übernachten im Baudenkmal in Blankenheim.


Jugendherberge Blankenheim in der Burg, Zielort meiner ersten Story für den DJH und meine persönlichste Zeitreise
Jugendherberge Blankenheim in der Burg, Zielort meiner ersten Story für den DJH und meine persönlichste Zeitreise

Prolog

Es ist in der Tat so, dass es viele hervorragende Arten und Weisen gibt einen Urlaub oder Kurztrip zu planen. Dabei stehen uns, je nach eigenen Vorlieben eine Vielzahl von  Gastgebern und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Insbesondere unser Bundesland NRW läßt da gar keine Wünsche offen. Schauen wir doch einmal  genauer hin. Mir fallen da beispielsweise die folgenden Möglichkeiten ein:

  1. Hotels aller Preis- und Sternekategorien
  2. Ferienwohnungen von privat, kommerziell oder online über www.airbnb.de.
  3. Über 500 (!) Jugendherbergen in Deutschland
  4. Naturfreundehäuser
  5. Campingplätze, ideal zum Zelten, manche ausgestattet mit Mietwohnwagen und "chalets" oder Holzfässern.
  6. Mehrere tausend Wohnmobilstellplätze, für Individualtouristen, die wie ich, gerne spontan mit dem eigenen Schneckenhaus verreisen und nicht zu vergessen, das
  7. Landvergnügen, mein liebster Stellplatz- und Genußreiseführer für Deutschland, dessen Botschafter ich seit zwei Jahren bin.

Warum schreibe ich an dieser Stelle darüber?  Nun, die Antwort ist eigentlich ganz einfach: weil wir höchstwahrscheinlich alle (Ihr liebe Leser und ich auch) eine Erfahrung in unserem Leben wohl gemeinsam teilen: eine Klassenfahrt mit Übernachtung in einer Jugendherberge. Und darum geht es mir heute. Ich möchte Euch von meiner neuesten Erfahrung aus einer Jugendherberge berichten und habe mir dazu direkt eine der schönsten im Rheinland ausgesucht: die Burg Blankenheim .


Morgendlicher Ausblick auf die Altstadt von Blankenheim von der privaten Terrasse unseres Ferienappartements auf Burg Blankenheim
Morgendlicher Ausblick auf die Altstadt von Blankenheim von der privaten Terrasse unseres Ferienappartements auf Burg Blankenheim

Gemeinschaft erleben

Die über 900 Jahre alte Ritterburg Blankenheim zieht mit ihrem märchenhaften Ambiente und der wehrhaften Kulisse große und kleine Besucher in ihren Bann. 

 

Hoch über dem mittelalterlichen, von Holzfachwerk geprägten und vielfach liebevoll sanierten Ortskern thront sie auf einem zur Stadt hin steil abfallenden Felsen und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Blankenheims.

 

Ohne Frage ist dies ein Ort um Kinderphantasien zu beflügeln. Genau wie wir Erwachsene an solchen Tagen in einer solchen Begegnungsstätte wieder Kinder sein dürfen, holen uns doch die Erinnerungen unserer Jugendtage und Klassenfahrten hier wieder ein. Das waren Tage von gelebter Gemeinschaft, von gemeinsamen Abenteuern und Nachtwanderungen im Kegellicht unserer

Taschenlampen.

 

Dabei haben die heutigen Jugendherbergen längst nichts mehr mit dem Muff von durchgelegenen Matratzen, Pfefferminztee und mäßigen Essen (Vorzugsweise Spaghetti mit Tomatensoße) zu tun.

 

Das Image und auch die Beherbergungsqualität haben sich längst den Erfordernissen der Gegenwart und den Ansprüchen der Gäste angepasst und sind auch auf Einzelreisende, Familien und  ältere Erwachsene als Gäste eingestellt. Dabei sind sie ihrer Bestimmung nicht untreu geworden, insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit zu geben auf preiswerte Weise die Welt zu entdecken und dabei tolerante, offene und interkulturelle Begegnungstätten zu sein in denen der Gemeinschaftssinn gefördert wird.

 

Die Burg Blankenheim verfügt über alle Annehmlichkeiten, die man sich als Urlauber nur wünschen kann. Wir waren untergebracht im sogenannten Bastionshaus, dem Gästehaus der Burg in dem sich mehrere Ferienappartements befinden. Diese sind voll ausgestattete Ferienwohnungen mit eigener Küchenzeile, Kühlschrank, Mikrowelle, Herd, Kaffeemaschine und eigenem Duschbad.

TV, Sat-Receiver und sogar ein eigener Balkon runden das Angebot ab.

 

Die Appartements kann man inklusive Frühstück buchen (Halbpension oder Vollpension sind ebenfalls möglich), welches dann in der Hauptburg zusammen mit anderen Gästen eingenommen wird. So kommt man schnell ins Gespräch über Freizeittips, Herkunft und Tagesplanung der Tischnachbarn und wer möchte beschließt den Tag gemeinsam im Burgverlies, einem urgemütlichen Schankraum mit meterdicken Außenwänden und extra Bartresen. Wir haben es sehr genossen und danken an dieser Stelle herzlichst für die Einladung! 

Gemütliche Sitzecke im Burgverließ
Gemütliche Sitzecke im Burgverließ

So diente uns das Bastionshaus und das Ferienappartement Nr. 2 als ideale Herberge,  um von hier aus die nähere Umgebung zu erkunden. Wir hatten diese Kurzreise schon seit einigen Wochen geplant und wollten uns die Burgenroute erwandern, den Ort kennen lernen, und haben dabei noch die Touristeninformation, das Eifelmuseum und die Römervilla besucht. Und das alles sind nur einige der Highlights , die man hier erleben kann. Wir kommen also bestimmt wieder.

 

Nach einer ruhigen ersten Nacht und einem vorzüglichen Frühstück ging es am Samstag los, nicht ohne zuvor mit dem Herbergsvater Herrn Markus Paschek einige Informationen auszutauschen.

Wir erfuhren dass Herr Paschek und seine Frau Claudia (die eigentliche Chefin des Hauses) nun schon über 20 Jahre die Jugendherberge in der Burg führen. Dabei ist es in all den Jahren nicht immer leicht gefallen, den Spagat zwischen der Wahrung des Baudenkmals und den Vorschriften des Denkmalamtes sowie der Kommune und den baulichen Erfordernissen für einen modernen Beherbergungsbetrieb in Einklang zu bringen.

Und doch ist es ihnen gelungen dieses alte Gemäuer in ein modernes Haus zu verwandeln, in dem es allem Anschein nach an nichts fehlen läßt, was die Auszeichnung mit der höchsten Kategorie (IV von IV) aller Jugendherbergen in Deutschland  zum Ergebnis hat.  

 

Diese vier Kategorien geben dem Gast eine Orientierung bezüglich der Qualität und Ausstattung einer Jugendherberge. Nähere Informationen kann man auf der Homepage des DJH erfahren, wenn man eine Übernachtung in einer deutschen Jugendherberge plant. Sie reichen von einer einfachen und zweckmäßigen Ausstattung (Kategorie I) bis hin zu Kategorie IV. Dieser Kategorie IV wird nur Jugendherbergen zugeteilt, die über eine "hochwertige Gesamtausstattung und gehobenen Komfort, sowie einer guten technischen Ausstattung" verfügen. Das haben wir genau so empfunden. 

 

17 Komfortzimmer mit eigener Dusche und WC sorgen dafür, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen. Neben den insgesamt 43 Zimmern mit 164 Betten stehen auch noch 5 Ferienwohnungen zur Verfügung.

Diese sind mit Handtüchern, Duschtüchern, Geschirrtüchern und Bettbezügen bereits bestens ausgestattet. Ideale Voraussetzungen also um eine persönliche Zeitreise anzutreten und sich eine wohlverdiente Auszeit "Raus aus dem Alltag" zu gönnen. Das haben wir uns verdient!


Die Burgenroute

Kleine Collage von Blankenheim bei Eifelwetter
Kleine Collage von Blankenheim bei Eifelwetter
Ein lauschiger Picknickplatz darf nicht fehlen
Ein lauschiger Picknickplatz darf nicht fehlen

Charakteristik der Tour:

 

Diese wunderbare Eifel-Wanderung beginnt am Bahnhof Blankenheim Wald, den wir nach wenigen Minuten Autofahrt erreichen. Dort stellen wir unser Fahrzeug auf dem kostenlosen Wanderparkplatz ab und finden vor Ort direkt den Einstieg in die Burgenroute, dank großflächig aufgestellter Informationstafeln und perfekter Ausschilderung (weiße Burg auf braunem Quadrat).

 

Da es sich um eine Streckenwanderung handelt haben wir mit Hilfe unseres Herbergsvaters einen Ausdruck über die Abfahrtszeiten und die günstigsten Verbindungen vom Zielort Hellenthal zurück nach Blankenheim Wald ausgehändigt bekommen, was uns am Ende der Tour noch gute Dienste erweisen wird.

 

Die Streckenwanderung ist eine landschaftlich besonders reizvolle Ergänzung zum bestehenden Eifelsteig und beträgt 17 Kilometer, die für konditionierte Wanderer ohne besondere Anforderungen gut in 5-6 Stunden reiner Gehzeit zu meistern ist. Da wir unterwegs stilvoll speisen wollen planen wir den ganzen Tag ein, was sich als richtig bestätigen sollte, denn wir brachen erst um 10:30 Uhr auf und waren gegen 21:00 Uhr zurück in der Jugendherberge.

 

Um es vorweg zu nehmen: der Transfer zurück zum Blankenheimer Bahnhof  klappte mit Bus und Bahn am Wochenende problemlos, da wir trotz mehrfacher Pausen bereits um 17:30 Uhr am Busbahnhof in Hellenthal ankamen. 

 

Für ein gemütliches Picknick bieten sich mehrere Rastplätze unterwegs an, die Ausschilderung ist, wie beim Eifelsteig auch mit guten Wegweisern und Angaben zu den jeweiligen Distanzen vom Start- und Zielort perfekt ausgeschildert.

 

 

Es empfiehlt sich geeignetes Schuhwerk, der Weg verläuft über Waldwege, Wiesenwege,  und wunderschöne pfadige Abschnitte.

Insgesamt müssen im Aufstieg 458 Meter und im Abstieg 556 Höhenmeter überwunden werden. Es ist insgesamt eine mittelschwere Genusswanderung für Naturliebhaber und Burgenfreunde. So verbindet sich auf dieser herrlichen Tour ein Nationalparkerlebnis mit Kultur, es wird abwechslungsreich und historisch. Für Kinder ist die Strecke mit 17 Kilometern jedoch vielleicht zu anstrengend und zu lang, da es keine Möglichkeit zur Abkürzung gibt.

 

Es geht direkt los wie ich es liebe:  mit einem verwunschenen Pfad nimmt uns der Wald auf. Stille empfängt uns und so gelangen wir auf verträumten Wegen durch das wildromantische Wisselbachtal. Nach ca. 400 Metern folgen wir dem Wegweiser nach links weiter talaufwärts auf einem breiten Forstweg. So folgen wir dem Wisselbach und erreichen alsbald eine Landstraße (L 204) die wir überqueren. (Höhe Parkplatz Silberberg) Hier laufen wir ein kurzes Stück entlang der Straße bis wir nach nur wenigen Minuten rechts in das nächste Naturparadies abbiegen.

 

Vorbei an einer Kastanienallee vor hohen Tannen, die sich herbstlich vor dem immergrünen Wald farblich in Szene setzt, erreichen wir beim Eintritt in den Hochwald einen idyllischen Picknickplatz unter uralten Buchen und Eichen. Hier möchte man bleiben und die Zeit vergessen. Doch in Anbetracht der Streckenlänge machen wir uns bald auf und durchwandern auf bequemen Wegen den abwechslungsreichen Forst.

 

Nach knapp 6 Kilometern treffen wir wieder auf die Landstraße und laufen zum Paulushof. wo uns mit einem 'AVE' Maria aus einer kleinen Kapelle grüßt gehen wir nun nach rechts, dem Wegweiser folgend über eine wunderschöne Wiesenlandschaft mit Weitblicken in das nächste Tal hinab. So gelangen wir durch dichten Tannenwald in das Manscheider Tal. 


Goldener Oktober im Manscheider Tal
Goldener Oktober im Manscheider Tal

Bisher ist uns tatsächlich niemand entgegenkommen oder begegnet. Seit fast zwei Stunden wandern wir bereits auf Wildenburg zu und wir haben keine Menschenseele getroffen - und das an einem sonnigen Samstag.

 

So laufen wir durch das Manderscheider Tal und erreichen dort wo sich der Talgrund immer weiter öffnet einige Infotafeln, die sich mit der seltenen Vogelwelt insbesondere der Wasseramsel befassen. Wir lernen etwas über die Böden und die Nutzung der Agrarflächen.

In der nicht immer sommerlich warmen Eifel, sind die Möglichkeiten begrenzt, doch Not machte hier im sprichwörtlichen Sinne erfinderisch. Erneut überqueren wir die Landstraße, die sich nach links blickend malerisch als schmales Asphaltband kurvig durch die Hügellandschaft windet. Von Ferne her sind heulende Motoren von Motorrädern zu hören.

 

Auf dem folgendenen Wegabschnitt sehen wir wilde, nicht veredelte Apfelbäume die dick mit kleinen Miniaturäpfeln vollhängen. Längs des Weges stehen unzählige Sträucher mit den jetzt reif gewordenen Schlehen den sogenannten 'Eifel-Oliven' aus denen auch Schnaps gebrannt wird;  dazwischen einige Hagebuttensträucher deren Früchte rot in der Herbstsonne leuchten.

 

Plötzlich schwebt vor uns auf einem Bergplateau die Wildenburg. Romantisch  ist sie auf dem Bergkamm platziert und läßt die Herzen der Burgenliebhaber höher schlagen. Und die kommen hier auf ihre Kosten, denn vor uns liegt die einzige unzerstörte und niemals eroberte Spornburg des Rheinlandes. Kurz darauf geht auch schon ein schmaler Pfad nach rechts den Hang hinauf und nach der Querung eines Siefens erreichen wir die Zufahrtsstraße mit Parkplatz, die uns nach links hinüber zur Burgschänke führt. Eine Pause und eine Stärkung bei einem frisch gezapften Kellerbier haben wir uns jetzt verdient (Ruhetag Mittwoch und Donnerstag). Das Wetter ist noch so angenehm warm, dass wir uns schön windgeschützt auf die Aussichtsterrasse setzen können. Das tut gut, und gibt uns die Kraft um die zweite Etappe, die noch einige Steigungen für uns bereit hält, gut zu meistern.



Die Wildenburg stellt ein Baudenkmal von besonderem Rang in NRW dar. Sie gehört zur Nationalparkgemeinde Hellenthal und wurde in den Jahren zwischen 1202 und 1235 auf einem Bergsporn in 526 Metern Höhe erbaut. Sie gehört zu den wenigen Höhenburgen in der Eifel, die niemals durch Kriegseinwirkungen oder Abriss zerstört wurden. In Ihrer Bauausführung ist sie als Spornburg  geplant und ausgeführt, damit die einzige unzerstörte Spornburg in NRW.  In einem kurzen Video von Rur-Eifel-TV sind einige schöne Ansichten und Erläuterungen in nur 2:22 Minuten zusammengefasst. Mich fasziniert eine Besonderheit, die ich bisher in keiner Burg erleben konnte.

 

Im Jahre 1715 erwarben die Äbte vom Kloster Steinfeld die Burg und bauten den Palas in eine barocke Kirche um. So war der Kernbau der ehemals weltlichen Herrscher, der Dynastien von Reifferscheidt und Wildenberg in eine christliche Gebetsstätte umgewandelt worden. Wer genau hinsieht, bemerkt an der Außenfassade der heutigen Kirche die vermauerten Fenster des Obergeschosses vom ehemaligen Palas, ebenso hinter dem Altar rechts oben die vermauerte Türe die zu den dahinter liegenden Bauten mit der ehemaligen Kellnerei führte. 

Im Hexenturm kann man noch das Gefängnis mit einem im Boden eingelassenen Verlies, dem sogenannten Angstloch bestaunen. Die im Boden eingelassene Türe war vom darunter liegenden Verlies unerreichbar, da der fensterlose Raum fünf Meter tief ist.

 

16 Menschen verloren ihr Leben während der Hexenprozesse. Sie wurden  gefoltert, stranguliert und verbrannt. Wer also einmal im Burgverlies landete, dessen Tage waren gezählt. Eine Flucht war nahezu unmöglich. 

Heute können wir uns diese Situation des Mittelalters kaum mehr vorstellen. Das Standesamt der Gemeinde Hellenthal verfügt hier über eine Außenstelle. So können heute Menschen den schönsten  Tag des Lebens in der Burg begehen. Wer dazu mehr erfahren möchte schaut auf der Homepage vorbei. Wir haben die Mittagspause in dieser wunderschönen historischen Atmosphäre sehr genossen.


Verwunschene Pfade durch herbstlichen Wald-ein Träumchen
Verwunschene Pfade durch herbstlichen Wald-ein Träumchen

Über das Burggelände und an der Kirche vorbei folgen wir dem Logo der Burgenroute entlang der Burgmauer wieder talwärts auf schmalem Pfad und erreichen alsbald die Landstraße L 22 die wir überqueren. Dort beginnt auf der anderen Straßenseite der Aufstieg nach Zingscheid, gut dass wir uns gestärkt haben. Wir gewinnen an Höhe und erreichen eine ausgeschilderte Mountainbikeroute, deren Beschilderung uns nach links in Richtung Reifferscheidt schicken möchte. Hier halten wir uns jedoch rechts und finden das Logo der Burgenroute schon bald wieder. Rasch ist Zingscheid erreicht und wir laufen auf schönen Pfaden hinab in das nächste Tal.

 

Vorbei an einer langen Pferdekoppel erreichen wir die ersten Häuser von Reifferscheidt, wo uns vom Berg herab die Burg und Kirche in getünchtem weiß eindrucksvoll grüßen. Wir durchlaufen den Ort in Richtung Burgberg, nehmen dann jedoch den Weg nach links durch das Tal und umrunden den Burgberg auf stillem Weg bevor wir nach rechts aufsteigend das Matthiastor erreichen. Bevor wir nun an der Grundschule vorbei dem Logo weiter in Richtung Hellenthal folgen machen wir durch das Matthiastor natürlich einen Abstecher zur Burg! 

 

Dieses Örtchen Reifferscheidt ist schon deswegen besuchenswert, weil es bei der Landesausschreibung "Unser Dorf soll schöner werden" Gold gewonnen hat. Und so präsentiert sich uns ein geschlossenes mittelalterliches Dorfensemble fein rausgeputzt und sehr gepflegt. Einfach nur schön! Das hier einmal ein eindrucksvolles Renaissanceschloß stand, können wir kaum glauben, entnehmen aber einem alten Kupferstich auf den aufgestellten Informationstafeln einige spannende Details zur Geschichte des Ortes. Vom Turm des Bergfrieds haben wir einen 360 Grad Ausblick auf die Eifel und die nahen Ardennen auf belgischer Seite - ein lohnenswerter Eifelblick!

 

Bevor wir die Schlussetappe der Wanderung in Angriff nehmen stärken wir uns im Café Eulenspiegel bei Kaffee und Kuchen und genießen das schöne Ambiente.  Zurück am Matthiastor erblicken wir auf der gegenüberliegenden Seite das Schulgebäude und finden dort das Logo der Burgenroute wieder.


Einige Impressionen von Reifferscheidt bei schönstem Herbstwetter
Einige Impressionen von Reifferscheidt bei schönstem Herbstwetter

Zurück auf dem Weg wandern wir rasch aus dem Ort hinaus und wieder in die Natur. Es geht abermals durch ein Tal und zum letzten Mal für heute erklimmen wir die Höhe auf schönem Waldpfad. Inzwischen hat die Herbstsonne einen tieferen Stand und scheint strahlend schön durch das Dickicht der Fichtenschonung.

 

Am Sendemast vorbei erreichen wir eine Wegkreuzung mit Bank, wo wir eine schöne Aussicht auf Hellenthal genießen, bevor es ab hier nur noch abwärts dem Orte zu geht. 

Eine ruhige Waldpassage bringt uns nach Kirschseiffen und über ruhige Nebenstraßen errechen wir schließlich den Busbahnhof in Hellenthal, wo um 18:00 Uhr unser Bus NR. 829 nach Kall startet. Wer noch die Zeit hat kehrt in der alten Posthalterei auf ein Belohnungsbierchen ein, das haben wir uns heute wahrlich verdient!

 

Wer die Eifel auf mehreren Streckenwanderungen erkunden möchte findet in Hellenthal eine Tourismusinformation, einen großen Wildpark mit Vogelfreifluggelände und Greifvogelschau, ebenso die Jugendherberge von Hellenthal für die nächste günstige Übernachtung.  Und in Hellenthal starten viele Wanderwege, einer davon führt zum Kloster Steinfeld und von dort nach Blankemheim zurück. So könnte man ein Drei-Tages-Programm planen. 

 

Wir beschlossen unseren Wandertag im Burgverlies der Jugendherberge Blankenheim (deutlich weniger gruselig als im Burgverlies der Wildenburg) und können sowohl für die Tour als auch für einen Aufenthalt in der Jugendburg unsere ausdrückliche Empfehlung aussprechen. Probiert sie mal aus, die Zeitreise in die eigene Vergangenheit mit Erinnerungen an die eigenen Aufenthalte in der Jugendherberge gepaart mit dem Erlebnis mittelalterlicher Burgenromantik. Es lohnt sich!

 

Der zweite Tag beginnt nebelig, jedoch mit einem gemütlichen Sonntagsfrühstück inklusive Frühstücksei. Typisches Eifelwetter eben. Unsere Tischnachbarn vom Samstag sind auch noch da und so werden Pläne geschmiedet und Erfahrungen des Vortages ausgetauscht. Erlebnisse wie man sie nur in einer Jugendherberge so erleben kann. Heute steht also ein Schlechtwetterprogramm auf dem Plan. Mal sehen, was dabei heraus kommt?!


Fortsetzung folgt...

Das Eifelwochenende in Blankenheim begeisterte mich  mit einer Vielzahl neuer Eindrücke und vielen schönen Erlebnissen und bemerkenswerten Begegnungen.

Im September 2018 startete meine Kooperation mit dem Deutschen Jugendherbergsverband Rheinland, auf dessen Einladung wir das Wochenende in der  Burg Blankenheim verbringen durften. Dafür spreche ich an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank dem DJH Rheinland aus. Mein Bericht soll  natürlich eine ehrliche Empfehlung an Euch sein, auch auf diesem Wege einmal unser Bundesland zu erkunden. Auch in zukünftigen Berichten werde ich hin und wieder mein Quartier in einer Jugendherberge beziehen, um von den dortigen Erlebnissen zu berichten. Dabei bleiben die Aussagen zum Aufenthalt  und die Bewertung immer die meinige. 

Unabhängig davon sind die Tourbeschreibungen, die ich individuell für Euch aufbereite und nur in den neuen Kontext gestellt habe.

Es ist, und ich glaube da stimmt auch jeder von Euch zu, natürlich immer eine persönliche Entscheidung, wo und wie man seine Wochenenden, Kurztrips oder Urlaube verbringen möchte. Der Aufenthalt in einer Jugendherberge eröffnet einem jedoch die Möglichkeit, wie keine zweite, die schönen Ziele unseres Bundeslandes neu zu erleben. Ich war jedenfalls begeistert über die Gastfreundschaft und die Unterkunft überstieg unsere Erwartungen. Da möchte ich diese Erfahrung nicht missen und freue mich mit Euch auf die nächsten Erlebnisse mit dem DJH. 

Ich bedanke mich für Eure Unterstützung und Euer Interesse an meinem Reiseblog, ohne die es diesen bereits 50. Tourbericht so nicht geben würde. Nun wünsche ich Euch viel Spaß, schöne Touren und tolle Erlebnisse  "Raus aus dem Alltag" - im wahrsten Sinne des Wortes. Herzliche Grüße und bis bald, Euer Matthias 


hier noch einige Endrücke von meiner Tour:


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Zur Weinlese in das Ahrtal

Ahrsteig und Rotweinwanderweg an einem Tag

Nur knapp eine Autostunde von Köln entfernt, befindet sich das liebliche Ahrtal mit seinem stellenweise mediterranen Mikroklima und einer Weinkultur, die nachweislich bis in die Zeit der Römer zurück reicht. Insbesondere zur Weinlese in den Monaten September und Oktober locken die Weinfeste der kleinen Dörfer die Wanderer und Touristen in diese malerische Landschaft, die zwischen schroffem Ahrgebirge und lieblichen Weinbergen immer neue, wechselnde Panoramen bietet. Ein Ausflug zum verlieben schön!

 

"Ja, ja, der Wein, das ist mein Element

in seinen goldighellen Liebesfluten

will ich gesund die kranke Seele baden"

Zitat von Heinrich Heine


Ein Meer von sanft geschwungenen Weinreben umgibt den Wohnmobilstellplatz Mayschoß
Ein Meer von sanft geschwungenen Weinreben umgibt den Wohnmobilstellplatz Mayschoß

Anfahrt

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte bis zum Bahnhof in Altenahr beträgt 64 Kilometer und dauert knapp eine Stunde.

 

Die Zieladresse für den Startpunkt lautet:

Bahnhof Altenahr.

 

Die Zieladresse für eine gute Parkmöglichkeit lautet:

Seilbahnstr. 32, 53505 Altenahr. Hier können auch Wohnmobile geparkt werden (Kein Übernachtungsplatz!)

 

Die Anreise ist mit der Deutschen Bahn natürlich problemlos möglich, die meisten Orte im Ahrtal verfügen über eine Bahnhaltestelle, oder einen Bahnhof.

So können ohne Probleme Streckenwanderungen geplant werden von Bahnhof zu Bahnhof - so wie bei dieser Tour.


Das System dieser Streckenwanderung ist simpel: man wandert vom Ausgangsbahnhof so weit man möchte und fährt vom Zielbahnhof (z.B. Mayschoß, Rech, Dernau) einfach wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wenn man das Wohnmobil in einem der Orte untergebracht hat, ist es noch einfacher, man fährt mit der Bahn zum Ausgangspunkt und läuft "nach Hause" zurück.  Die Bahn fährt am Wochenende stündlich ab Dernau zurück( z.B. 17:17, 18:17, 19:17 etc., Einzelticket ohne Vergünstigung ab 3,80 Euro p. Person. Angabe ohne Gewähr, stand 10.2018).

Highlights

Hier kommen die Highlights der heutigen Tour im Kurzüberblick, die für mehr als einen unvergesslichen Tag sorgen werden:

  •  Der Ahrsteig, eine Streckenwanderung von 110 Kilometern in sechs Etappen von Blankenheim nach Sinzig
  • Der Rotweinwanderweg, eine Streckenwanderung, unverlaufbar ausgeschildert, führt durch die Rebhänge des Ahrtals von Altenahr über Dernau, Bad Neuenahr nach Bad Bodendorf. Sightseeing und Wellness inklusive
  • Die Etappenorte sind heute: Altenahr mit Burgruine Are aus dem 12. Jahrhundert 
  • Mayschoß mit der ältesten und besten Winzergenossenschaft Deutschlands
  • Dernau, Zielort und Weindorf mit vielen tollen Einkehrmöglichkeiten und dem ältesten Weingut der Ahr
  • Der ganze Oktober steht im Zeichen der Weinfeste: jedes Wochenende im Oktober ist alljährlich Weinfest in Mayschoß!

Ja, ich gebe es zu: ich habe einen Faible für Rittergüter, Burgen und Schlösser. Da kann ich nicht anders als Euch ein romantisches, altes Gemäuer in Bad Neuenahr-Ahrweiler vorzuschlagen, als meine heutige High-End-Variante mit Romantikfaktor:

Nützliche Weblinks

Hier habe ich einige nützliche Weblinks zusammen getragen, die bei der spontanen Planung der Tour gute Dienste leisten:



Aussichten vom Ahrsteig
Aussichten vom Ahrsteig

Etappe Eins: Über Waldpfade von Altenahr nach Mayschoß

"Das Leben ist viel zu kurz um schlechten Wein zu trinken"

"Ohne Wein und ohne Weiber, hol der Teufel unsre Leiber"

zwei Zitate von Goethe

Hinweistafel am Startpunkt der Tour in Altenahr
Hinweistafel am Startpunkt der Tour in Altenahr

Die heutige Streckenwanderung ermöglicht uns einen ersten Eindruck von der faszinierend schönen Landschaft des Ahrtales und führt über 15 Kilometer von Altenahr bis Dernau. Die Strecke ist ohne besondere Anforderung für Wanderer mit einer gewissen Kondition gut zu schaffen und kann bei Bedarf bereits in Mayschoß am Bahnhof beendet werden, dann kommt man auf eine Strecke von knapp 10 Kilometer. 

 

Der besondere Reiz dieser Tour liegt in der Kombination von Ahrsteig und Rotweinwanderweg. So kommen wir in den Genuss beide Facetten des Ahrtales an nur einem Tag kennen zulernen. Einkehrmöglichkeiten aller Preisklassen liegen auf unserem Weg und eine Führung inklusive Weinprobe in der ältesten Winzergenossenschaft der Welt, die gleichzeitig die beste Winzergenossenschaft Deutschlands ist gibt dieser Tour einen schönen Höhepunkt. 

 

Wir starten am Bahnhof in Altenahr, wo sich die Tourismus Information des Ortes befindet. Hier kann man vom kostenlosen Flyer bis hin zum Wanderbuch alles mögliche bekommen. Vor dem Gebäude am Ahrufer mit Blick zur Burgruine Are aus dem 12. Jahrhundert befindet sich zur ersten Orientierung eine große Informationstafel über die Wanderwege im Ahrtal. So können wir uns sofort einen ersten Überblick über den Wegeverlauf machen, oder kurzerhand eine individuelle Rundwanderung hier planen.

 

Alle Wegstrecken sind unverlaufbar ausgeschildert und geben dem Wanderer die nötige Orientierung. Vor dem Abmarsch erkundigen wir uns auf der Fahrplantafel der Ahrtalbahn über die Abfahrtszeiten für den Rückweg. Nun kann es losgehen. Wir nehmen den schmalen Weg der parallel zur Ahr mit Geländer am Bahnhof vorbei führt (Fluss zur linken Seite) und folgend diesem mit einer 7 gekennzeichneten Weg durch die Unterführung der Bahnstrecke hinauf auf einem kleinen Steig bis zur ersten T-Kreuzung. 

 

An dieser Abzweigung halten wir uns links und erreichen nach wenigen Metern den ersten Wetterpilz mit schöner Aussicht auf das Ortsbild und die Burgruine auf der gegenüberliegenden Seite des Tales. 

 

Dem Weg weiter folgend erreichen wir nach einigen Stufen hinab den Sportplatz zur linken und den Waldspielplatz zur rechten Seite. Vor uns erblicken wir eine Brücke, die wir ignorieren und gehen hier rechts  nun wieder den Uferweg entlang.

 

Stille empfängt uns, das Zwitschern der Vögel und das Plätschern des Wassers sind bis zur Jugendherberge unsere Begleiter. Über das Gelände der Jugendherberge folgen wir der Ausschilderung des Wanderweges mit der "6" der uns hinter der Jugendherberge wieder in den Wald und wenig später in Kehren den Berg hinauf führt. An einer Wegspinne mit einer roten Bank angekommen, wenden wir uns nach links, weiter bergauf immer noch dem "Wegweiser 6" folgend.

 

So geht es auf bequemem Waldweg nun langsam aber stetig weiter bergan durch schönen Tannen- und Mischwald bis wir an einer U-Kreuzung auf eine weitere Bank treffen. Hier verändert sich der Charakter des Weges, wir folgen nicht länger dem Wirtschaftsweg der eine spitze Kehre nach rechts macht und zum Schrock und Steinerberghaus weiter bergan führt, sondern halten uns nach einer Verschnaufpause an der Bank links und folgen dem schmalen Pfad nach rechts; (links hinunter würden wir wieder absteigen zum Ahrtalweg).

 

EXTRATIP: Wer an der Wegspinne genau aufpasst findet dort, wo sich die Pfade kreuzen eine handgemalte Beschriftung mit "TL" vor. Hier verbirgt sich ein Highlight für Wanderer mit alpiner Erfahrung. Dem "TL" folgend, erreicht man in weniger als 15 Minuten das Gipfelkreuz der Teufelsley, ein alpiner Steig, ohne Sicherung mit Absturzgefahr - daher erfolgt das Begehen auf eigene Gefahr und ist nicht Teil unserer heutigen Wanderung!

 

Blick auf Mayschoß und die Burgruine Saffenburg
Blick auf Mayschoß und die Burgruine Saffenburg

Wir bleiben daher mit dem Weg nach rechts auf gleicher Höhe und folgen dem schmalen Wanderpfad der uns in Richtung Mayschoß führen wird. Nun folgt ein wunderschöner Wegabschnitt der Wanderherzen höher schlagen läßt.

 

Auf schmalem Pfad, teilweise gesichert geht es durch den Berghang in Richtung Mayschoß mit schönen Blicken durch die Bäume hinab ins Tal. Wir können uns vom ersten Aufstieg erholen, da der Weg nun eben verläuft und im weiteren Verlauf uns bergab nach Mayschoß führen wird.

 

An einer erhöhten Bank auf unserer rechten Seite und der Kennzeichnung "Wolfskul" auf einem Stein (ebenfalls rechts) teilt sich der Weg und wir müssen dort nach links hinunter (ohne Kennzeichnung!)um in den Ort zu gelangen. Wir verlassen den Wald und erreichen mit den ersten Weinreben nun eine Stelle mit schönem Blick hinab nach Mayschoß in das Tal, bis hinüber zur Ruine der Saffenburg.

 

Über die Brücke der Eisenbahnlinie kommen wir zum Wohnmobilstellplatz Mayschoß und freuen uns auf eine erste Pause im Bahnhof Mayschoß mit schöner Gastronomie und Biergartenterrasse. Alternativ sehen wir beim Erreichen der Straße, direkt vis-a-vis das große weiße Gebäude der Winzergenossenschaft Mayschoß, der wir heute einen Besuch abstatten wollen. An einem heißen Sommertag empfängt uns der angenehm kühle Keller, den wir im Rahmen geführter Touren besichtigen können-inklusive kleiner Weinprobe. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, denn schließlich befinden wir uns nun in der besten Winzergenossenschaft Deutschlands, ausgezeichnet mit dem Staatsehrenpreis!

 

Sollte Euch der Wein zu gut munden, bestünde die Möglichkeit die Wanderung hier zu beenden und ab Bahnhof Mayschoß mit dem Zug nach Altenahr zurück zu fahren, oder in den Rotweinwanderweg einzusteigen und über diesen nach Altenahr zurück zu laufen - ebenso lohnenswert.

 


Selbsterklärend - Winzergenossenschaft mit toller Kellerführung und Weinprobe
Selbsterklärend - Winzergenossenschaft mit toller Kellerführung und Weinprobe

Etappe zwei: über den Rotweinwanderweg nach Dernau

"Rotwein ist für alte Knaben, eine von den besten Gaben

man könnte meinen ein Zitat von Heinz Erhardt, jedoch tatsächlich von Wilhelm Busch

Traumblicke vom Rotweinwanderweg
Traumblicke vom Rotweinwanderweg

Im Anschluß an die Kellerführung  nehmen wir  die schmale Gasse links von der Winzergenossenschaft und laufen hinauf in die Weinberge. Vorbei am Campingplatz zur Burgwiese erreichen wir weiter oben unterhalb des Waldes eine T-Kreuzung an der wir rechts gehen. Hier befinden wir uns nun auf dem Rotweinwanderweg. (Würden wir hier auf dem Rotweinwanderweg links gehen, kämen wir ohne weitere Abzweigungen mit der Wegkennzeichnung der roten Trauben auch nach Altenahr zurück).

 

Es sind nur noch wenige Schritte bergan dann treten wir aus dem Schatten der Bäume hinaus in die Weite der Weinreben und Weinberge. Was für eine Aussicht! Fortan laufen wir ohne große Anstrengungen und nur mit moderaten Steigungen meist auf gleicher Höhe entlang  dem Balkon des Ahrtales, oberhalb von Mayschoß. Der Blick auf Ort und Kirche ändert sich nach jeder Kehre und gibt umwerfend schöne Blicke hinab ins Tal. Das hat die Mühen auf jeden Fall gelohnt. Nun gehen wir ohne weitere Abzweigungen den gesamten Rest des Weges bis Dernau entlang des Rotweinwanderweges - ca. 5 Kilometer sind es noch bis zum Ziel. Dabei spart der Weg nicht mit Ruhebänken an besonders schönen Stellen und wenn wir uns in der Winzergenossenschaft eingedeckt haben kann es ein besinnlich heiterer Verlauf der Wanderung bis zum Endpunkt in Dernau werden.

 

In den Monaten September und Oktober sind bei gutem Wetter Weinstände entlang des Weges aufgestellt, so dass wir von Federweißer über Roter Sauser bis hin zur Goldkapsel-Prämierung alle Qualitätsweine verkosten könn(t)en.

 

Im weitere Verlauf des Weges kommen wir bei einem außergewöhnlich schönen Winzerhof vorbei, dem Michaelishof. Das freut die Autofahrer und Antialkoholiker, denn hier werden Gut-bürgerliche Küche, Kaffee und Kuchen sowie Wasser und Softdrinks gereicht - ein idealer Platz für eine weitere Pause.


Der Michaelishof-im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Der Michaelishof-im warmen Licht der späten Nachmittagssonne

Nach verdienter Stärkung und einer schönen Pause, geht es los auf die letzte Teiletappe bis nach Dernau, die auch wieder sehr schöne Ausblicke auf die Weinanbauflächen und die bewaldeten Höhen des Ahrgebirges bietet. 

 

Wir bleiben der Wegkennzeichnung 'Rote Traube'/Rotweinwanderweg treu und wenn uns die Füße angesichts der kulinarischen Genüsse etwas lahm geworden sind, dann kann man die Strecke auch in der nächsten Ortschaft mit Namen Rech beenden, denn auch dort hält nur wenige hundert Meter unterhalb des Rotweinwanderweges die Ahrtalbahn, die uns zurück zum Ausgangspunkt bringen wird.

 

So kann man die Wegstrecke um gut drei Kilometer (bis nach Dernau) verkürzen und spart zeitlich eine gute 3/4-tel Stunde Zeit ein. Diejenigen, die bis Dernau weiterwandern haben sicherlich noch Zeitreserve und erleben einen schönen Streckenverlauf.

 

Und eines kann ich Euch versprechen: die Mühe wird belohnt! In Dernau angekommen befindet sich auf der gegenüberliegenden Ahrseite, jenseits der Brücke die Winzergenossenschaft Dernau mit einer schönen Terrasse und einer Einkehrmöglichkeit. Hier lohnt es sich zu stöbern und zu probieren, ebenso in der mittelalterlichen und malerischen Ortsmitte, wo es so manche urgemütliche Strausswirtschaft und das alte Weingut Schloßhof mit Straußwirtschaft gibt. 

 

Außerdem gibt es mit dem Hofgarten von Meyer-Näkel ein sehr gepflegtes Weinlokal mit leckeren Speisen und urig-gemütlichem Ambiente, direkt an der Kirche, aber auch viele andere namhafte Produzenten, wie beispielsweise Reinhold Riske, oder Erwin Riske.

 

Da muss man schon aufpassen nicht die letzte Bahn heimwärts zu verpassen.

 

 


Auf dem Rotweinwanderweg eröffnen sich uns imaginäre Türen zu neuen Erlebnissen
Auf dem Rotweinwanderweg eröffnen sich uns imaginäre Türen zu neuen Erlebnissen

Fazit Dieser einmaligen Erlebnis-Tour:

Dieser Ausflug ins Ahrtal ist in vielfacher Hinsicht als sehr lohnenswert einzustufen und eröffnet Euch ein wahres Feuerwerk an Freizeitmöglichkeiten nur eine Autostunde von Köln entfernt. Wer den kurzen Anreiseweg auf sich nimmt, erlebt einen Urlaubstag vom Alltag in einer völlig anderen Welt mit Natur, Kultur und Geschichte, die vom Regierungsbunker der jungen BRD bis zu den Römern zurück reicht.

 

Ein spezifisches Mikroklima, welches mancherorts mediterrane Flora und Fauna hervorbringt lässt hier Rebsorten und Weinreben von außergewöhnlicher Güte, Reinheit und besonderen Oechslegraden gedeihen. Aus diesem Grunde spricht die Wein-Fachpresse auch von Deutschlands "Rotweinparadies". Die Auszeichnungen spezifischer Weingüter mit Bestnoten der Landwirtschaftskammer und der Bundesweinprämierung sprechen seit Jahrzehnten für sich. 

 

Das Ahrtal hat sich auf den Tourismus in vorbildlicher Weise eingestellt und so kann jeder ganz nach seinen Wünschen die passenden Unterkünfte (unabhängig vom Geldbeutel) finden und erleben. Was allen gratis verbleibt ist das hier beschriebene Naturerlebnis, welches tatsächlich den Wunsch bestärken kann mehr zu erleben. 

Genau aus diesem Grunde bin ich sicher, dass auch nach mehr als 2.000 Jahren der Drang der Menschen für erlebnisreiche Stunden, Tage und Wochen im Ahrtal nicht abnehmen wird. In diesem Sinne wünsche ich Euch schöne Erlebnisse im Ahrtal mit dem letzten Zitat für heute:

 

"In vino veritas" - "Im Wein liegt die Wahrheit"

 

 

Ich wünsche Euch viele schöne Erlebnisse im Ahrtal und auch weiterhin mit diesem Reiseblog. Bis bald, es grüßt herzlichst Euer Matthias

 

Hier noch einige eindrücke von meiner Ahrtal-Tour:


Vine-art  in black and white
Vine-art in black and white

Take a walk on the wilde side
Take a walk on the wilde side

Good vineyards, good feelings
Good vineyards, good feelings
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Eifel Tour für Entdecker

Vom Wohnzimmer der Neandertaler und anderen Geschichten

Eine Tour, die Ihr als abwechslungsreichen Roadtrip unternehmen könnt. Dieser Tagesausflug in die Eifel bringt uns zu vier völlig unterschiedlichen Highlights, so dass am Ende des Tages sich automatisch das Gefühl einstellt, man hätte gleich mehrere Tage hier verbracht. Wie auch immer die Empfindungen sein mögen, es lohnt sich wirklich länger zu bleiben um dann beispielsweise am zweiten Tag noch die Burgenroute unter die Füße zu nehmen, wer weiß? Man kann sicher alles auch erwandern, muss man aber nicht. Also, ab geht die Post, lasst uns einen schönen Tag erleben!


Die Reise beginnt - im Wohnzimmer der Neandertaler
Die Reise beginnt - im Wohnzimmer der Neandertaler

Anfahrt

Die Tour beginnt bei der Kakushöhle. Aus den Ballungszentren Düsseldorf/Köln folgen wir ab Autobahnkreuz Bliesheim der A 1 in Richtung Trier und fahren an der Anschlussstelle Bad Münstereifel/Mechernich in Richtung Mechernich, wenig später über die B 477 in Richtung Vussem ab. 

 

Die Distanz von der Kölner Domplatte zu der Kakushöhle beträgt 63 Kilometer und dauert ca 0:45 Minuten.

 

Im folgenden nun die Adressdaten für die Navigation:

  1. Kakushöhle, Kakusstraße 0, 53894 Mechernich-Dreimühlen
  2. Kloster Steinfeld, Hermann-Josef-Str. 4, 53925 Kall
  3. Golddorf und Burg Reifferscheid, Zehntweg 5, 53940 Hellenthal
  4. Weißer Stein, Am weißen Stein 58, 53940Udenbreth/Hellenthal

Extra-Tip: Die Greifvogelstation-Wildfreigehege Hellenthal. Ein tolles Erlebnis für die ganze Familie mit großer Greifvogelflugschau! Adresse: Wildfreigehege 1, 53940 Hellenthal

Highlights

Hier kommen die Highlights für diese Tour im Überblick, die dafür sorgen werden, dass es Euch gelingen wird einen außergewöhnlichen Tag zu erleben:

  • Die Kakushöhle ist vermutlich über 300.000 Jahre alt und war nachweislich auch Wohnstätte der Neandertaler
  • Das Kloster Steinfeld, ist Pilgerstätte, Eifel-Dom und Raststation für Radfahrer, Wanderer und Autotouristen wie wir es heute sind
  • Dorf Reifferscheidt, Gold- und Silberprämierung  bei der Bundesausschreibung: "Unser Dorf soll schöner werden."
  • Weißer Stein, ein Ort in Udenbreth/Hellenthal, der einen mit fantastischen Fernsichten in den Bann zieht: gleichzeitig höchster Punkt im Rheinland!
  • Wildfreigehege Hellenthal
  • Die Burgenroute, unverlaufbares Wandererlebnis auf 16 Kilometer von Hellenthal nach Blankenheim Bahnhof. Wanderlogo weiße Burg auf braunem Quadrat, Streckenwanderung durch den Nationalpark, sehr schön, Detailbericht folgt in Kürze.

Nützliche Weblinks

Die nun folgenden weblinks sollen Euch weitergehende Informationen zur besseren Planung Eures Aufenthaltes bieten:

  • Die Kakushöhle wird in einem schönen kurzen Video des Rhein-Eifel-TV vorgestellt, hier der weblink dazu
  • Wohnmobilstellplatz am Weissen Stein, Am weißen Stein 58, 53940 Udenbreth/Hellenthal, Beschreibung der Fachzeitschrift promobil, ruhig in der Natur mit Grillhütten, Toiletten, Aussichtsturm, Strom, V/E.
  • Camping Dickerscheid, 20 Plätze für Tagestouristen, 90 Plätze für Saison- oder Dauercamper. Gepflegt, Preise seit 2014 nicht erhöht, zwei Personen im Wohnmobil ab 15,00 Euro, Highlight: Schlafen im Eifeler Holzfass, mehr Infos auf der Seite.
  • Inmitten des mittelalterlichen Dorfkerns von Reifferscheid findet sich in schöner Lage die Ferienwohnung Burghof, wo man so richtig entspannen und die Zeit vergessen kann.
  • Meine low-budget Empfehlung: die Jugendherberge Hellenthal mit toller Ausstattung und gratis wlan.
  • Die besondere Übernachtung erleben wir im Gästehaus Kloster Steinfeld, mein High End Tipp heute. Entweder klösterlich rustikal Übernachten zur inneren Einkehr, oder das Komforthotel auf gleichem Gelände nutzen


In der Kakushöhle spüren wir den Hauch der Menschheitsgeschichte
In der Kakushöhle spüren wir den Hauch der Menschheitsgeschichte

Highlights der Eifel erleben auf einer bequemen Tagestour als Roadtrip

Treppenstiegen im Karstplateau an der Kakushöhle
Treppenstiegen im Karstplateau an der Kakushöhle

Der Tag beginnt, wie er schöner nicht beginnen kann, mit Urlaub! Die Rucksäcke gepackt, die Literatur und Karten ins Wohnmobil und schon geht es wieder spontan los auf Entdeckertour.

 

"Aber heute will ich nicht wandern - sondern mal ganz einfach nur entspannen" sind die Worte, die uns dann diesen wunderschönen Tag bescheren. Schnell ist das erste Ziel gefunden: zur Kakushöhle soll es gehen, mitten in der lieblichen Eifellandschaft gelegen und umgeben von vielen römischen Relikten. Es ist die größte frei begehbaren Höhle in der Eifel.

 

Ich habe wieder eine Rundwanderung im Kopf beispielsweise nach Nettesheim zum Matronentempel, einer uralten römischen Kultstätte, vorbei an Relikten der alten römischen Wasserleitung hin zum alten Aquädukt bei Vussem, aber nicht wandern war ja die Vereinbarung.  Ok, denke ich mir, als wir am kostenfreien Parkplatz bei der Kakushöhle aussteigen, dann kommen wir zum Wandern halt noch einmal später wieder - das geht doch auch, oder? Jedenfalls werde ich die heutige Entscheidung aufgrund des folgenden Verlaufes ganz sicher nicht bereuen. 

 

Ein kleiner Kiosk mit Gartenterrasse ist am Beginn des Rundgangs geöffnet, das bietet uns die Möglichkeit einer Toilettennutzung und  eines Getränkes. So lassen wir die Anfahrt hinter uns und stimmen uns auf die nun folgenden Erlebnisse ein - die allesamt gratis zur Verfügung stehen. Die Kakushöhle liegt in einem schroff aufragenden Karsteinplateau von ca. 5,8 ha Größe und ist erschlossen durch Wege, Trampelpfade, Treppen und Handlaufsicherungen an den steilen Passagen. Es ist insbesondere für Kinder ein Genuss hier der Fantasie freien Lauf zu lassen und die Höhle zu erforschen.  Hinweistafeln helfen uns den Stellenwert dieses historischen Ortes besser zu verstehen und einzuordnen. Kleinere Rundwege sind angelegt, die zur Erkundung einladen.

 

 

Ein kurzer Spazierweg führt durch die Höhle hindurch hinauf auf das Plateau derselben und von dort auf einem Trampelpfad nach rechts hinüber über den prähistorischen Ringwall hinaus aus dem Wald und hinein in eine liebliche Eifellandschaft. Möglichkeiten zum Wandern gibt es in Hülle und Fülle in dieser Region.

 

Die nahe gelegene Pfarrkirche in Weyer liegt nur gute 20 Gehminuten entfernt und befindet sich vermutlich am Ort einer schon zu Römerzeiten angelegten Kultstätte. Dies schließen wir heute aus dem im Altar verbauten und bei Restaurierungsarbeiten entdeckten, römischen Matronenstein. Selbst wenn die Kirche geschlossen ist, erklären uns die aufgestellten Hinweistafeln gegenüber dem Eingang die wesentlichen Erkenntnisse der Archäologen, die diese hier durch Grabungen erschließen konnten.

 

Zurück am Parkplatz geht es nun über die Bundesstrasse auf verkehrsarmen Wegen, durch die schöne Eifellandschaft  hinüber zu unserem zweiten Ziel für heute. Den Anweisungen des Navigationsgerätes folgend, erreichen wir bereits nach wenigen Minuten das Kloster Steinfeld - den sogenannten Eifeldom. Bei dieser Zeitreise werden wir aus der Frühgeschichte der Menschheit über die römischen Relikte in die Zeit des frühen Mittelalters katapultiert. Die Gründung des Steinfelder Klosters geht zurück bis in das Jahr 920 nach Christus.

 

Beeindruckend erhebt sich hinter dicken Klostermauern die Kirche mit ihren weiß gestrichenen runden Doppeltürmen und ihrer über tausendjährigen Geschichte. Ein besonderer Ort, zur inneren Einkehr, zur Besinnung und zur Freude vieler mit ansprechendem Klosterladen und angeschlossenem Bistro-Café.

 

Wir stellen das Wohnmobil auf dem kostenfreien Parkplatz gegenüber dem Haupteingang des Klosters ab und betreten durch das Haupttor den Klosterhof.


Impressionen vom Kloster Steinfeld-dem sogenannten Eifeldom
Impressionen vom Kloster Steinfeld-dem sogenannten Eifeldom

Kloster Steinfeld-der Eifeldom

Die mächtigen weißen Doppeltürme strahlen über die Eifel als Landmarke
Die mächtigen weißen Doppeltürme strahlen über die Eifel als Landmarke

"Das Kloster Steinfeld ist ein Ort der Entschleunigung, des Gesprächs, des Austausches, der Entspannung, Besinnung und Erholung. Ein Refugium des Eintauchens in ein anderes Zeitmaß, fern der Rastlosigkeit der globalisierten Welt. Sie erfahren einen wundervollen Ort der christlichen Spiritualität, der den Glauben als besonderes Geschenk bereitet. Geleitet vom Auftrag des Gründers unseres Ordens, Pater Franziskus Jordan, leben und wirken wir Salvatorianer nunmehr seit 1923 im Kloster Steinfeld."Zitat von der Internetseite des Klosters Steinfeld

 

Die Gründungsgeschichte des Klosters beginnt vor mehr als 1000 Jahren im Jahre 920 nach Christus. Seit 1070 ist hier ein Kloster dokumentiert, welches in ununterbrochener Folge von 44 Äbten geleitet wurde bis zur Säkularisation im Jahre 1802. Unter Napoleon und der französischen Besatzung wird das Kloster aufgehoben, Gebäude werden abgerissen oder  verkauft, kostbare Kirchenfenster und Kunstgegenstände verschleudert.

 

Die heutigen Besucher erleben bei ihrem Besuch einen Baukomplex, welcher durch mehrere Jahrhunderte immer wieder umgestaltet und erweitert wurde. So sind die unterschiedlichen Kunst- und Baustile der Romanik, Gotik, Renaissance und des Barock im Kloster unter einem Dach vereint. Die anschaulichste Ausprägung des Barock findet sich in der Barockorgel aus dem 18. Jahrhundert, die in ihrer Bauart zu den bedeutendsten des Rheinlandes zählt. 

Das Kloster Steinfeld, seit dem Jahre 1923 Sitz der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer, ist mit dem Grab des heiligen Hermann-Josef (1150-1241) auch Wallfahrts-und Pilgerstätte. Inmitten des Kirchenschiffes befindet sich die Grabplatte des Heiligen, geschaffen aus Alabaster im Jahre 1732. Hier legen die Gläubigen immer wieder frische Äpfel ab. Grund dafür ist der Legende nach die folgende Geschichte: Hermann Josef hatte sich schon als Kind der Verehrung der Mutter Gottes hingegeben, was ihn auch dazu bewog eine klösterliche Laufbahn einzuschlagen. Bei der Verehrung der Mutter Gottes in Köln in der Kirche Maria im Kapitol schenkte er ihr einen frischen Apfel. Dabei soll sich diese zu ihm niedergebeugt haben, und den Apfel aufgenommen haben.

Wenn wir nun bei einem Besuch in Köln diese Kirche besuchen, finden wir  vor dem Marienstandbild selbst heute noch immer wieder frische Äpfel vor, die bei der Anbetung Mariens dort von Gläubigen abgelegt werden.


Wir lassen es nach so viel Kirchen- und Klostergeschichte wieder ganz profan angehen und sehen uns im Klosterladen um. Hier gibt es ein kleines Bistro-Café und sehr schöne Bücher. Auch Produkte aus eigener Herstellung finden sich, ebenso wie Geschenkartikel, Kalender, touristische und kirchliche Literatur.

 

Wir bestellen  einen herzhaften Wurstteller und lassen uns dazu das Klostereigene Bier schmecken. So lässt es sich gut angehen.

 

Nachdem wir die Kirche, den Kreuzgang und den Laden ausgiebigst erkundet und besucht haben, geht es auch schon wieder weiter, denn ein drittes Highlight soll nun folgen. 

 

Wir stellen unser Navigationsgerät auf Reifferscheidt, Zehntweg 5, 53940 Hellental ein. Durch die Wälder, Höhen und Täler führt uns die Landstraße hinüber zum Dorf Reifferscheidt, welches wir nach kurzweiliger Fahrt auf einem Bergsporn erhöht vor uns liegen sehen.

 

Das ist schon ein toller Anblick, wenn wir aus dem Tal kommend auf dieses Fachwerkdorf mit seinen Wehrmauern um Kirche und Burgruine zufahren. Das weiße Fachwerk hebt sich gegen den blauen Himmel ab und thront förmlich vor unseren Augen auf der Anhöhe. Kurz überlege ich noch, ob ich die Strecke hinauf nun mit dem Wohnmobil fahren soll, verwerfe diesen Zweifel jedoch nach einem kurzen Fotostop und nehme die schmale Straße links hinauf, die mich bis vor das erste Wehrtor dieses mittelalterlichen Ensembles bringt. Zu meiner Freude befindet sich dort auch ein ausreichend großer Parkplatz, auf welchem wir unser Mobil abstellen können, um die kleine Ortschaft zu Fuß zu erkunden.

 

Welch ein malerisches Bild! Das hatte ich so nicht erwartet. Geradezu verschlafen und weltabgeschieden empfinden wir es hier, gerade so als wären wir nach den hektischen Großstädten und übervollen Autobahnen nun in einer völlig anderen Welt gelandet.  


Gold- und Silbermedallie für Reifferscheidt

Durch das Matthias-Tor betreten wir den kleinen Weiler Reifferscheidt und sind umgeben von dörflicher Idylle
Durch das Matthias-Tor betreten wir den kleinen Weiler Reifferscheidt und sind umgeben von dörflicher Idylle

Burgruine Reifferscheidt
Burgruine Reifferscheidt

Urlaubsstimmung überkommt mich ganz unwillkürlich beim Durchschreiten des Matthias-Tores. So ein Gefühl, wie ich es bei meinen Hinterland- und Dorferkundungen in Istrien/Kroatien hatte. Vielleicht kennt Ihr dieses Gefühl, wenn ihr in der Ferne etwas neues, schönes entdeckt, von dem man denkt, dass es so etwas 'zu Hause' ganz sicher nicht geben kann...

Ich bin begeistert, von diesem Kleinod, welches ich bis zum heutigen Tag nicht kannte. Selbst in meiner Ausflugskarte der Eifel ist die Ortschaft zwar als sehenswert gekennzeichnet, jedoch findet sich hierzu keine touristische Erwähnung, oder gar Empfehlung.

 

So scheint es mir tatsächlich noch so etwas wie ein Geheimtipp zu sein, denn der Parkplatz war frei und auch im Gartenlokal unterhalb der Burgruine haben wir die freie Platzwahl. Die Pächterin des Burgcafes Eulenspiegel weiß jedoch auch von turbulenten Tagen zu berichten, wenn Wandergruppen, oder eine Truppe Motorradfahrer ihr Lokal besuchen um hier zu pausieren und sich zu stärken. 

 

Und so ist das Burgcafe Eulenspiegel mit seinem Ambiente, der tollen Lage und seiner Atmosphäre auch mein Einkehrtip für den Besuch in Reifferscheidt. Aber zuvor müssen wir natürlich das Burggelände erkunden, und den Bergfried erstürmen, welcher ebenfalls gratis zur Verfügung steht. Über die Reste des alten Wehrganges erreichen wir die Wendeltreppe des Turms, die uns bis ganz hinauf zu einem der bekannten Eifelblicke führt. 

 

Die Mühen des Aufstiegs werden belohnt mit einer schönen Aussicht auf die uns umgebende Eifellandschaft, wo an klaren Tagen der Blick bis in die Ardennen reicht.

 

Die Geschichte des Ortes geht zurück auf das Jahr 1106. In diesem Jahr wurde die erste Burg Reifferscheidt im Krieg zwischen ihrem Besitzer Herzog Heinrich von Lothringen und Kaiser Heinrich IV. zerstört und wenig später an heutiger Stelle wieder neu aufgebaut.

Nach mehrmonatiger, erfolgloser Belagerung im 14. Jahrhundert wurde sie von den Truppen des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV erstürmt und das zwischenzeitlich hier entstandene prächtige Renaissanceschloß niedergebrannt. 


Ortsbilder Burg Reifferscheidt
Ortsbilder Burg Reifferscheidt

Weißer Stein -höchster geografischer Punkt des Rheinlandes

Eifelblick vom feinsten aus 700 Metern Höhe
Eifelblick vom feinsten aus 700 Metern Höhe

Selbstverständlich sollte man den Besuch der Pfarrkirche St. Matthias nicht versäumen. Die Kirche wurde 1130 geweiht und bewahrt in Ihrem Inneren eine geheimnisumwitterte Totengruft der Grafen von Reifferscheidt.

 

Natürlich kann man in diesem verträumten Ort auch romantisch kirchlich und standesamtlich heiraten, oder einfach ein romantisches Wochenende zu Zweit hier verbringen.

 

Wer Ruhe und Beschaulichkeit mag, wird die Ferienwohnungen die es hier zu mieten gibt, lieben. 

 

Wir folgen dem Tip der Inhaberin des Burgcafes und fahren zum Abschluss des Tages hinüber nach Udenbreth zur höchsten Erhebung des Rheinlandes. Hier befinden wir uns in der Nähe des Wild- und Greifvogelparkes Hellenthal, welcher ein denkbares Ausflugsziel für den kommenden zweiten Tag bietet. Alternativ nimmt man die Burgenroute, eine gut 16 Kilometer umfassende Streckenwanderung unter die Füße , oder fährt von hier aus weiter in den deutsch-belgischen Naturpark Hohes Venn.

 

Der Berg  `'Weissen Stein' ist mit 689,9 Metern Höhe die höchste Erhebung im Westen Nordrhein Westfalens und des Rheinlandes.

Hier finden wir im Winter 27 Kilometer gespurte Langlaufloipen vor.

Skipisten und Rodelbahnen mit Lift sind ebenfalls vorhanden.

Ein für mich bis dato eher unbekanntes Wintersportgebiet, da fiele mir für NRW bisher vorzugsweise das Sauerland ein.

 

Auf der Spitze des Bergplateaus finden wir einen schön gelegenen Wohnmobilstellplatz vor, mit Strom V/E, Toiletten-Häuschen, Grillplätzen und Unterständen. Zudem befindet sich dort ein 30 Meter hoher Aussichtsturm, der uns als höchter Punkt der Landschaft auf über 700 Meter Höhe bringt - Schwindelfreiheit vorausgesetzt!

Von der Aussichtsplattform des Turmes genießen wir am Ende dieses wunderschönen Ausflugstages den Sonnenuntergang mit einem 360 Grad-Panorama und sind begeistert von der Schönheit des Zitterwaldes und seiner Landschaft. Warum waren wir eigentlich noch nie hier? Gut, dass sich das nun geändert hat - wir kommen wieder!


Sonnenuntergang am Weissen Stein - vom Aussichtsturm gesehen
Sonnenuntergang am Weissen Stein - vom Aussichtsturm gesehen

Fazit dieses Eifel-Roadtrips:

Dieser Tag war wieder einmal der beste Beweis für das Motto dieses Reiseführers: Man muss sich nur auf den Weg machen - schön wird es von ganz alleine. Tatsächlich war es so, denn wir hatten nur anhand der Ausflugskarte "Nordeifel/Schwalm-Nette" von Allianz und Marco Polo einige aus unserer Sicht lohnenwerten Punkte markiert und zu einem Tagesausflug zusammengestellt. Dabei kam eine sehr abwechslungsreiche Tour zustande, die ich Euch mit dieser kleinen Geschichte nur wärmstens ans Herz legen kann. Schöne Erlebnisse sind  gleichermaßen garantiert für Erwachsene und ihre

Kinder!  Für Einkehrmöglichkeiten ist reichlich gesorgt, Kultur und Natur  sorgen für die Erweiterung unseres Bildungshorizontes und die Geschichte mit ihren Geschichten kommt ebenfalls nicht zu kurz. Den Tag kann der Wohnmobilist mit einem Lagerfeuer und einem Grillabend beschließen und somit dieser Tour einen romantischen Ausklang verleihen. Da bleibt mir nur noch mich für Euer Interesse zu bedanken und Euch schöne Erlebnisse zu wünschen in unserem Natur- und Nationalpark Eifel. Weitere Touren in dieser Region findet Ihr hier im Blog - viel Spaß! 

Versprochen ist versprochen: Hier nun meine zweite "Zeitreise" nach Reifferscheidt, zur Wanderung auf der Burgenroute mit dem folgenden Bloglink: Mittelalter pur - die Burgenroute in der Nordeifel. Ich wünsche Euch viel Freude beim schmökern.


hier noch einige Eindrücke von unserem Roadtrip:


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Der Künstlerweg

Eine alte Kultstätte und ein pädagogischer Weg zur Kunst

Schöne Sommertage mit hohen Temperaturen und wolkenlosem Himmel gab es im Juli und August 2018 wohl mehr als reichlich. Da musste man gar nicht in den Süden Europas fahren, denn die Temperaturen des Südens kamen zu uns. So fiel es mir nicht schwer, eine spannende kleine Wandertour zu unternehmen, die Euch ganz sicher interessieren wird und eine schöne Auszeit vom Alltag ermöglicht.

Doch bevor ich zuviel verrate, hier die Kurzgeschichte vom Künstlerweg an der Sieg. Viel Spaß beim lesen!


Traumhafte Aussichten im Siegtal, weniger als eine Fahrstunde von Köln entfernt
Traumhafte Aussichten im Siegtal, weniger als eine Fahrstunde von Köln entfernt

Anfahrt

Zum Ende des 19. Jahrhunderts war Herchen, dank des neuen Eisenbahnanschlusses beliebtes Erholungsziel bekannter Künstler, die hier logierten und malten. Angeregt durch die romantisierenden Darstellungen jener Zeit  löste dies zu jener Zeit einen ersten touristischen Boom aus.

 

Die Anfahrt ab Kölner Domplatte bis zum Bahnhof Herchen beträgt 60 Kilometer und dauert 54 Minuten. Kostenfreie Parkplätze im Ort vorhanden, ebenso ein kostenloser Wohnmobilstellplatz an der Sieg.

 

Mit Freunden und Familie das Wochenend-Ticket der Deutschen Bahn nutzen. Die Fahrtzeit mit der Deutschen Bundesbahn beträgt 47 Minuten. Kein Stau-kein Stress!

Highlights

Hier kommen die Highlights im Überblick, die es Euch ermöglichen einen Urlaubstag im Alltag zu erleben:

  • Künstlerweg Sieg, eine abwechslungsreiche Rundwanderung als Halbtagestour von ca. 5,8 Kilometern
  • Restaurant Löwenburg, Hot-Stone Gerichte, oder simpler Imbiss für den kleinen Hunger zwischendurch
  • Tretboot fahren auf der Sieg, ein Spaß für Kinder, an der Löwenburg
  • Kultstätte "Thingplatz" Herchen, Denkmal einer fragwürdigen Vergangenheit
  • Obstplantage "Appelhof" mit Hofladen. Obst und Gemüse aus eigenem Anbau, am 30.09.2018 ist großes Apfelfest
  • Erlebniswege Sieg, 19 Rundwanderungen und eine Streckenwanderung auf dem Natursteig Sieg in 8 Etappen für noch mehr Entdeckungen
  • Radweg Sieg, eine ausgewiesene Radroute durch das Siegtal von max. 60 Kilometern Länge, gut in zwei Tagen zu schaffen: Natur pur gespickt mit Burgen und alten Klöstern.

Nützliche Weblinks

Hier habe ich einige nützliche Weblinks zusammengestellt, die Euch die Planung des Ausfluges erleichtern und weitere nützliche Hintergrundinformationen liefern:

  • Wohnmobilstellplatz Herchen, kostenlose Übernachtungsmöglichkeit auf ruhigen Stellplatz in unmittelbarer Nähe zur Sieg, idealer Startpunkt zur Wanderung mit Infotafel und Ausschilderung
  • Löwenburg, keine website, aber ein gerne hinterlegter Facebooklink
  • Airbnb, eine uriges Knusperhaus für 1-2 Familien, oder Wandergruppen , ab 35,00 Euro die Nacht/pro Person. Ein Knaller! Stand 09.2018, ohne Gewähr meinerseits!
  • Low-Budget-Empfehlung: Jugendherberge Windeck-Rosbach
  • Eine Unterkunft, ohne Wohnmobil, sicherlich eine gute Alternative für mobile Menschen: Romantik Hotel Alte Vogtei
  • Natursteig Sieg, Naturerlebnisse für Wanderer mit mehr Zeit
  • Noch mehr Inspirationen? Hier geht es zum link für die Erlebnisschleifen Sieg
  • Obstplantage Appelhof


Impressionen aus dem Siegtal
Impressionen aus dem Siegtal

Licht und Schatten auf dem Künstlerweg-einfach schön!
Licht und Schatten auf dem Künstlerweg-einfach schön!

Was kann man erleben auf dem Künstlerweg Herchen? Eine berechtigte Frage und tatsächlich sind die Antworten darauf vielschichtig: 

 

Zum einen befinden wir uns auf einer Kurzwanderung von knapp 6 Kilometern Länge, die als Rundkurs Start und Ziel vereint. Dieser ist unverlaufbar ausgeschildert, beginnt optimaler Weise direkt am Wohnmobilstellplatz und führt uns durch einen Prallhang der Sieg auf teils schmalen Wanderpfaden (und damit nicht barrierefrei) zu wunderschönen Aussichtspunkten.

 

Zum zweiten werden uns hier Informationstafeln auf dem gesamten Rundweg dazu animieren, die Welt. oder besser noch die Umwelt mit dem Auge eines Künstlers zu sehen und zu interpretieren. Das ist ein spannender Prozess, der den eigenen Intellekt und den unserer Kinder fördert, so sie denn mit uns wandern.

 

Zum dritten handelt es sich um eine historische Tour, die uns zu den Staffeleipunkten der Maler des 19. Jahrhunderts führt (inklusive Erläuterung auf Hinweistafeln), was Kunstbeflissene dazu inspirieren mag, die eigene Staffelei an diesen Punkten zu platzieren um den Künstlern des 19. Jahrhundertes nachzueifern.

 

Und zu viert und guter Letzt führt uns der Weg zu einer Kultstätte des 1000-jährigen Reiches, welches nur 12 Jahre währte, aber zu den größten Verlusten und Repressalien unserer deutschen Nation führte. Nichts desto trotz ist dieses Denkmal aus heutiger Sicht nicht fragwürdig, sondern Symbolstätte einer fragwürdigen Vergangenheit. Ich bin mir sicher, dass unter der Gewichtung und Einschätzung des 21. Jahrhunderts, dies eine historische Versammlungsstätte ist, die im historischen Kontext des 20. Jahrhunderts unbedingt erhalten und restauriert werden muss, um damit dem kleinen Ort Herchen an der Sieg ein Alleinstellungsmerkmal zu verleihen, welches es so in NRW nur noch auf der Ordensburg Vogelsang ein zweites Mal gibt.



Natur pur an der Sieg-ein Genuss für Wanderer und Kanuten
Natur pur an der Sieg-ein Genuss für Wanderer und Kanuten

Kurz und gut, ich habe weder Geschichte studiert noch eine künstlerische Laufbahn vor mir, sondern bin auf der Suche nach einem schönen Wochenende mit diversen kulturellen Erlebnissen in schöner Natur bei den Erlebnisschleifen Sieg ausgekommen. Eine gute Wahl, wie sich bald bestätigen sollte.

 

Wir hatten an diesem sonnigen Urlaubstag vom Alltag die denkbar besten Rahmenbedingungen. Und diese sorgen dafür, dass Groß und Klein einen schönen Tag erleben werden, bei einer Kurzwanderung, einer Tretboot-Tour auf der Sieg und einem leckeren Essen in einer Restauration unserer Wahl.

 

Darüber hinaus ist das Siegtal natürlich lohnenswertes Ziel einer Kurzreise, denn es gibt hier den Natursteig Sieg inklusive 19 Erlebnisschleifen, von denen der Künstlerweg eine ist.

 

Auf schönen Treidelwegen entlang der träge dahin fließenden Sieg führt uns der Weg vorbei an der Löwenburg, die wir uns als Belohnung für die Rückkehr aufbewahren. Dort rechts hinauf zu den zwei Kanonen von Herchen. Mitten durch dieses Ehrenmal führt eine kleine Treppe über anschließend schmalem Pfad zum Thingplatz. Beeindruckt von der Mystik und Symbolik finde ich weniger den Platz fragwürdig als vielmehr die Pflege und den Umgang mit diesem.  Als Verantwortlicher für Kultur und lokalen Tourismus würde ich den Thingplatz heute restaurieren und einer ganz neuen Nutzung zuführen: Beispielsweise  für Osterfeuer, St. Martinsfeuer, mit Fackelzug und sonstigen Einschulungsfeiern, Gemeindefeiern, Vereinsfeiern o.ä. Natürlich nur in der Aufarbeitung des historischen Kontextes, der dem Fremdenverkehr dienlich ist und den  (Tages-) Touristen eine Reise wert sein wird. Hier ist Entwicklungspotential für die Zukunft erkennbar, denn ganz offensichtlich wird seit Jahren nicht mehr in das "unbequeme Denkmal" investiert. 

 

Über die zugewachsene Treppe des Thingplatzes erreichen wir den ersten wunderschönen Picknickplatz und Unterstand mit fantastischer Aussicht.

Im weiteren Verlauf geht es auf schmalen Pfaden durch wechselnden Mischwald immer entlang des Hanges, später wieder hinunter und über die Siegpromenade zurück zum Restaurant Löwenburg,wo wir uns eine Erfrischung gönnen.


Ein Tag im Siegtal

Eine Reise für einen kleinen Kurzurlaub in das Siegtal beinhaltet nicht nur die hier genannten Highlights einer zugegeben kurzen Rundwanderung, sondern hält auch noch mit weiteren Natur- und Kulturerlebnissen spannende Entdeckertouren  bereit.

 

In meiner Blogtour zum Mäanderweg, die zu den beliebtesten Touren meines Blogs  gehört, erlebten wir bereits wunderbare Naturerlebnisse auf der Wanderung zum Siegwasserfall, dem größten Wasserfall in NRW.

 

Das macht den Reiz dieses Blogs aus, denn Ihr findet zuverlässige Informationen zu verschiedenen Touren in einer spezifischen Region mittels derer sich ein Aufenthalt angenehm gestalten lässt.

 

Auch in Zukunft werde ich Euch weitere Ausflüge in das Siegtal empfehlen, denn es hat durchaus Potential für einen längeren Aufenthalt mit weiteren interessanten Touren und Geschichten zur Geschichte. Hier bieten sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, ob wandern, Radfahren, Kanutouren, Pilgern, oder einfach nur relaxen und einkehren.

 

Nach der Wanderung nutzten wir aufgrund einer Empfehlung die Möglichkeit noch einige Einkäufe im Hofladen der Obstplantage Appelhof zu erledigen. Die Adresse lautet: Zum Appelhof 3, 51570 Windeck-Herchen.

Sicherlich kann man die Wanderung auch so erweitern, dass man diesen Hof in die Rundwanderung einbaut, dazu benötigt man natürlich die lokalen Wanderkarten. Wir fuhren also mit dem Wohnmobil hinauf zu diesem schönen Hof der mit phantastischen Fernsichten auf einer Anhöhe oberhalb von Herchen liegt. Die Zufahrtsstrasse führt als schmale Teerstrasse mitten durch die großen Obstplantagen und ich stellte mir vor, wie es wohl aussehen muß wenn Millionen von Obstblüten unter blauem Himmel mit Schäfchenwolken in weiß bis zart rosa in der Sonne leuchten.

 

Sofort kam mir in den Sinn, das diese Obstplantage doch eine vorzügliche Adresse für den Stellplatzführer Landvergnügen wäre. Wir werden ganz bestimmt im Frühjahr noch einmal wiederkommen!


Zufahrtsstrasse zur Obstplantage
Zufahrtsstrasse zur Obstplantage

Fazit meiner Kurzreise nach Herchen:

Nur etwas weniger als eine Autostunde von Köln entfernt finden wir hier in einem staatlich anerkannten Luftkurort alle erforderlichen Rahmenbedingungen vor, um eine beschauliche Auszeit vom Alltag erleben zu können. Dabei verlangt uns eine 5,8 Kilometer lange Rundwanderung nicht zu viel ab, so dass noch genügend Zeit verbleibt um  eine gemütliche Paddeltour, Radtour oder ähnliches zu unternehmen. Wer möchte bleibt ein ganzes Wochenende und erwandert die  Rundtour auf dem Mäanderweg gleich auch noch.

Langeweile hat hier keine Chance und schöne Plätze findet der Ruhe- und Erholungssuchende in großer Anzahl.

Ich bedanke mich herzlich für Eure Unterstützung, euren Zuspruch und Euer Interesse an diesem Blog und wünsche Euch erlebnisreiche Stunden und viel Spaß beim ausprobieren. Bis bald, dann nehme ich Euch mit auf eine (Wohn-)mobile Erlebnisroute durch die Eifel mit einigen Highlights. Ich freue mich auf Eure Kommentare, liebe Grüße Euer Matthias

hier noch ein paar Eindrücke von meiner Tour:


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Entlang der Straße der Weserrenaissance

Mit dem Wohnmobil ins Land der Märchen und Sagen

Eine Kurzreise mit dem Wohnmobil für Romantiker. Weserrenaissance zum Verzaubern. Natur pur, Burgen, Schlösser und mittelalterliche Städte. Laue Sommernächte im Weserbergland. Märchen, Sagen und Legenden - von Rattenfängern und verschwundenen Kindern;  einem Lügenbaron von Münchhausen  und fliegenden Kanonenkugeln. All das und noch viel mehr gilt es zu erleben in der nun folgenden Kurzgeschichte über mein Wochenende im Grenzgebiet zwischen NRW und Niedersachsen. Lasst Euch überraschen, eine Reise in diese Region verspricht viele tolle Erlebnisse! Viel Spaß wünsche ich Euch nun  bei dieser spannenden Entdeckertour ins Abenteuerland:


Altstadt und Rattenfängerhaus Hameln am späten Nachmittag
Altstadt und Rattenfängerhaus Hameln am späten Nachmittag

Anfahrt

Es gibt nicht nur eine Zieladresse, da wir gemeinsam eine Rundfahrt machen werden.

Im folgenden also für die Navigation einige Adressen. Ab Kölner Domplatte bis zum Campingplatz Hameln am Weserufer sind es 259 Kilometer und ca. 2:50 Stunden Fahrtzeit.

 

Selbstverständlich kann die Anreise auch mit dem Zug erfolgen, was ca. 4 Stunden beanspruchen wird.

Hameln bietet sich als Standort an, um von hier sternförmig Ausflüge zur Hämelschenburg, nach Rinteln, zur Schaumburg und zur Paschenburg zu unternehmen. 

 

Die Fahrt vom Campingplatz Hameln zum Schloss Bückeburg (Stellplatz vor Ort) beträgt 31 Kilometer und ca. 30 Minuten Fahrt.

 

Die Fahrt vom Schloss Bückeburg zum Wohnmobilstellplatz Bad Pyrmont beträgt 51 Kilometer und ca. 57 Minuten Fahrtzeit.


In diesem geografischen Dreieck, welches ich befahren habe gibt es sagenhafte sieben Schlösser. Die EAC GmbH mit Sitz auf der Marienburg hat eine sehr informative Seite ins Netz gestellt, für all diejenigen die mehr Kultur erleben wollen, oder schlichtweg länger Zeit haben. Hier mein recherchierter weblink: www.siebenschloesser.de 

Highlights

Hier kommen sie wieder, die Highlights im Kurzüberblick, welche für unvergessliche Stunden sorgen werden:

  • Altstadt und Rattenfängerstadt Hameln, ein Rundgang durch die Stadt der Lust auf mehr macht.
  • Schloss Hämelschenburg inklusive Schlossführung, nach 17 Generationen immer noch in Familienbesitz dank eisernen Erbregelungen,
  • Altstadt Rinteln, das Kleinod der Weserstädte in der Nachbarschaft zu Hameln weiss mit eigenen Reizen nicht zu geizen, dazu zwei Burgen, für den der die Zeit dazu hat.....
  • Das Weserbergland, eine Ferienregion in Deutschland über die es ganze Reiseführer gibt, hier in meiner Schilderung also nur ein bescheidener Ausschnitt
  • Schloss Bückeburg inklusive Schlossführung
  • Mausoleum Bückeburg: das drittgrößte weltweit mit der größten goldenen Mosaikdecke in Europa (500 m²)
  • Der einzigartige Palmengarten im Kurpark von Bad Pyrmont
  • Deutsche Ferienstraße der Weserrenaissance

Nützliche Weblinks

Hier kommen einige nützliche weblinks, die bei der Planung der Kurzreise nützliche Informationen liefern:

  • Wohnmobilstellplätze in Hameln: davon gleich zwei: den Wohnmobilstellplatz mit Bewertungen von promobil und den Campingplatz Hameln mit 20 Stellplätzen am Weserufer - toll!
  • Ein Campingplatz den ich empfehlen kann, bietet auch "chalets" zur Miete: Campingplatz Doktorsee bei Rinteln
  • Wohnmobilstellplatz am Schloss Bückeburg, vom ADAC 2018 empfohlen
  • Campingplätze gibt es reichlich entlang der Straße der Weserrenaissance
  • Wohnmobilstellplatz Bad Pyrmont, mein erstes verlinktes Video, ziemlich informativ und passend (Stand 08.2018)
  • Schloss Hämelschenburg, in Privatbesitz nur mit Führung zu besuchen; weblink mit Hinweisen zu Preisen, Zeiten und Barrierefreiheit
  • Schloss Bückeburg, auch heute noch erster Wohnsitz der Fürstenfamilie zu Schaumburg Lippe, ist nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen, ein traumhaftes Interieur mit Götterpforte und großem Saal, Mausoleum und einziger Hofreitschule Deutschlands!
  • Alternativer low-budget Tipp: Jugendherberge Hameln, hier verschwinden keine Kinder spurlos
  • Meine High-End Empfehlung: 5-Sterne-Superior-Schlosshotel Münchhausen, für Hochzeiten und betuchte Menschen sicher eine Location erster Wahl!


Die protestantische Kirche aus dem 16. Jahrhundert spiegelt sich romantisch  im Schlossweiher der Hämelschenburg
Die protestantische Kirche aus dem 16. Jahrhundert spiegelt sich romantisch im Schlossweiher der Hämelschenburg

Hämelschenburg - Heimat von Frau Holle und das schönste Werk der Weserrenaissance

Höhepunkt der Weserrenaissance: Schloss Hämelschenburg
Höhepunkt der Weserrenaissance: Schloss Hämelschenburg

Liebe Blogleser, heute lade ich Euch dazu ein, ein Wochenende mit mir zu erleben mit wunderschönen, fast märchenhaften Erlebnissen. Denn diese Zwei-Tages-Wohnmobiltour entführt euch auf ein Teilstück der deutschen Ferienstraße der Weserrenaissance, welches mit Kunst, Kultur und Historie begeistert.

Dabei erhebt mein kurzer Reisebericht keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit in der Berichterstattung über sämtliche Sehenswürdigkeiten dieser Region, sondern stellt nur eine engere Auswahl vor. Wer sich da mehr Informationen wünscht, als ich hier zu leisten im Stande bin, sollte sich beispielsweise den Dumont-Bildreiseführer 'Weserbergland' besorgen.

 

Der Schwerpunkt meiner Berichterstattung liegt dieses Mal auf der Retrospektive einer Wohnmobil-Tour entlang der Straße der Weserrenaissance mit meinen Empfehlungen zu verschiedenen Besichtigungen und Einkehrmöglichkeiten. Selbstverständlich kann man in dieser Ferienregion ganz tolle Fahrradtouren unternehmen-z.B. auf dem Weserradweg.  Wanderungen auf Premiumwanderwegen mit gekennzeichneten Rund- und Streckenwanderungen könnt Ihr erleben auf dem Weserberglandweg mit 225 Kilometern und 13 Etappen. Alternierend eine Kanutour auf der Weser?!

 

Da es mir so ausgezeichnet gefallen hat, werde ich zum Zwecke einer Berichterstattung über diese Freizeitmöglichkeiten zu gegebener Zeit zurückkehren um darüber zu berichten. Es ist gewiss lohnenswert  sich diese Landschaft auch aus dem Blickwinkeln eines Radfahrers und Wanderers zu erschließen.

 

Wir beginnen unsere Tour am Schloss Hämelschenburg. Das hat einfache logistische Gründe. Am Tag unserer Besichtigung kletterten die Temperaturen auf über 30 Grad Celcius und wir erhofften uns im Schloss kühlere Temperaturen. Diese Einschätzung ging in doppelter Hinsicht auf! Das Schloss ist nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen. An diesem so heißen Tag waren wir mit einem weiteren Ehepaar die einzigen Besucher. Das war sicher für die nette Dame , die uns die Schloßführung ermöglichte, eine deutliche Entspannung im Vergleich zu manch sonstigen Führungen. So bekam unser Besuch sogar einen Hauch von Exklusivität, denn sie konnte viel individueller auf unsere Fragen eingehen und uns wurde klar: 'Das Schloss ist mit seiner über 500 Jahre währenden Geschichte eine Legende!'  

Eingangstüre zum heute noch privat genutzem Schlossbereich mit den Familienwappen der Fürsten
Eingangstüre zum heute noch privat genutzem Schlossbereich mit den Familienwappen der Fürsten

Nirgendwo in Deutschland, gar in Mitteleuropa,  findet sich eine solche Dichte an Renaissancebauten wie im Weserbergland. Das macht diese Region so einzigartig und reich an Kulturschätzen.

Die Hämelschenburg ist ein Hauptwerk und somit besonderes Beispiel der Architektur der Weserrenaissance von märchenhafter Schönheit.

Das vollständig erhaltene Rittergut befindet sich seit 1437 im Besitz der Familie Klenke und wird bis heute von dieser als Hauptwohnsitz bewohnt und  nachhaltig bewirtschaftet!

 

Wir können unser Fahrzeug auf einem kostenlosen Parkplatz (Stand 08.2018) abstellen. Bei der Schloßführung werden das Bauwerk und die Architektur der Weserrenaissance eingehend erläutert, ebenso die wechselvolle Geschichte einer welfischen Adelsfamilie. Das Schloss wurde immer bewohnt und nie zerstört. Im 30-jährigen Krieg machte man Geschäfte mit den Besatzern und hielt diese mit außergewöhnlichem Verhandlungsgeschick von Plünderungen und Zerstörungen ab.

 

Ebenso während der Diktatur der Nationalsozialisten (1933-45), konnte der Hausherr (als Gegner der Bewegung) Übergriffe auf das Personal abwenden und Fremdbestimmung, oder gar Enteignung entgehen.  Einziges Zugeständnis an jene Zeit ist die Durchgangsstraße, welche auf Anweisung der damals Regierenden ohne Pardon mitten durch das Gut gebaut wurde um den Aufmarsch auf die Kult- und Versammlungsstätte 'Bückeberg'  zum jährlichen "Reichserntedankfest" zu ermöglichen und zu vereinfachen. 

 

Das Schloßcafé mit Biergarten und Museumsladen lädt zum Verweilen ein. Hier gibt es einige ausgesuchte Artikel zu den Themen des Schlosses, sowie Kunst -und Handwerksprodukte aus dem Weserbergland. Idyllische Wege laden ein zu einem kleinen Spaziergang, der  bei der Kirche hinunter zur alten Mühle führt, ein Stück entlang des Baches und dann zurück durch das Dorf wieder beim Schlossweiher einmündet. Auf dem Wanderparkplatz am Schloss steht zudem eine große Hinweistafel, die über Radwanderwege und fünf ausgezeichnete Rundwanderungen um die Burg in unterschiedlicher Länge Auskunft gibt. So kann man beispielsweise von Hameln kommend das Schloss auf ausgezeichneten Radwanderwegen erreichen, oder von hier eine Tour starten.


Die Hamelner Altstadt ist mustergültig renoviert und glänzt mit Fachwerkfassaden aus mehreren Jahrhunderten
Die Hamelner Altstadt ist mustergültig renoviert und glänzt mit Fachwerkfassaden aus mehreren Jahrhunderten

Hameln: Schauplatz der Geschichte vom Rattenfänger und altes Fachwerk in neuem Glanz

Altstadtkirche und Rathaus mit Glockenspiel
Altstadtkirche und Rathaus mit Glockenspiel

Nach der Schloßbesichtigung und einem herrlichen Cappucino im Schloßcafé ging es zurück nach Hameln um zu fortgeschrittener Nachmittagstunde die Altstadt auf dem Altstadtrundgang (Wegekennzeichnung durch eine bronzene Ratte im Gehwegpflaster) zu erkunden.  Parkplatzmöglichkeiten gibt es in einer ausreichenden Menge, die am Wochenende von Gebührenfrei bis Gebührenpflichtig (Parkhäuser) reichen. Ein wenig suchen lohnt sich schon zum Geld sparen -alternativ direkt den Campingplatz, oder Wohnmobilstellplatz anfahren.

 

Die "Rattenfängerstadt" ist die bekannteste Stadt des Weserberglandes und neben Lemgo das Zentrum der Weserrenaissance. Und diese Tatsache hat sie zu einem großen Teil einer besonderen Frau zu verdanken: Elsa Buchwitz, (geboren 1929, gestorben 1997) war als deutsche Kommunalpolitikerin und Aktivistin, eine vehemente Verfechterin einer denkmalgerechten Altstadtsanierung. Ihr ist es zu verdanken, dass Pläne zum Abriss und zur Modernisierung des Stadtbildes im Zeitgeschmack der 1970-er und 80-er Jahre keine Umsetzung fanden! So können und dürfen wir Besucher ein einheitliches, geschlossenes mittelalterliches Stadtbild genießen. Die Hamelner sind heute stolz auf die Geschichte und das Erscheinungsbild Ihrer Stadt, die im 11. Jahrhundert an der Kreuzung mehrerer Handelswege entstand und bereits 1200 Stadtrechte erhielt. Hier wurde Markt gehalten, die Stadt prosperierte, wuchs, wurde umfriedet und  mit 22 Türmen befestigt von denen heute noch zwei erhalten sind.

 

Bis heute  wurde fast die gesamte Innenstadt  zur Fußgängerzone umgestaltet und jedes alte Fachwerkhaus dort behutsam saniert und restauriert. So schlendern wir heute vorbei an manchen Fassaden, die schon 500 Jahre alt sind. Gaststätten, Cafés, Restaurants und Innenhöfe laden zum Verweilen ein, schnuckelige Altstadtgassen und Plätze geben immer neue Blickwinkel frei und an jedem Sonntag im Sommer lockt das Schauspiel um den berühmten Rattenfänger hunderte Schaulustige zum kostenlosen Bühnenspiel  um 12:00 Uhr auf der Hochzeitshausterrasse.

 

Kulinarische Tipps könnte man viele nennen, einen besonderen möchte ich persönlich weitergeben: das Pfannekuchen- und Weinhaus von Elsa Buchwitz. Ja, auch das hat sie ins Leben gerufen und seit 1983 werden hier die leckersten Pfannkuchen des Weserberglandes in uriger Gemütlichkeit den Gästen gereicht. 


Freilichtbühne Hameln 2018-Der Rattenfänger: Eine Geschichte von Wortbruch und Rache
Freilichtbühne Hameln 2018-Der Rattenfänger: Eine Geschichte von Wortbruch und Rache

Der Rattenfänger von Hameln: eine weltberühmte Sage

Bis in unsere Tage fasziniert die Geschichte des Rattenfängers Eltern und ihre Kinder und jagt uns einen kleinen Schauer über den Rücken. Es wird erzählt das im Jahre 1284 die Stadt von einer großen Rattenplage heimgesucht wurde. Die Stadtväter wussten sich keinen Rat, bis zu jenem Tag an dem Ihnen ein charismatischer Flötenspieler einen Handel vorschlug: er versprach, dass er imstande wäre die Ratten für immer aus der Stadt zu locken, einzig und alleine mit dem bezaubernden Spiel auf seiner Flöte, wenn Sie ihn dafür fürstlich entlohnen würden. Man ging den Handel nach anfänglichem Zögern wohl eher ungläubig ein, denn alle dachten, dass den Ratten doch nicht mit dem Spiel einer Flöte beizukommen sei. Doch das Wunder geschah und die Ratten folgten dem Rattenfänger aus der Stadt hinaus. Als dieser zurückkehrte um den vereinbarten Lohn für seine gute Tat einzufordern verweigerten ihm die Stadtoberen die ausgehandelte Bezahlung und brachen somit ihr Wort, dass sie dem Rattenfänger gegeben hatten.

Erzürnt und wütend über diesen Wortbruch und so viel Niedertracht sann der Rattenfänger auf Rache - und die ließ nicht lange auf sich warten.

Am darauf folgenden Tag meldeten sich immer  mehr besorgte Eltern, dass ihre Kinder nicht nach Hause gekommen seien. Was man erst als Bagatelle oder kurzzeitiges Davonlaufen abtat, stellte sich schnell als die größte Katastrophe der Stadtgeschichte heraus. Denn einige Augenzeugen wussten zu berichten dass dem Flöte spielenden Rattenfänger 130 Kinder der Stadt zum Stadttor hinaus gefolgt seien. Sofort sandte man Reiter aus um die Kinder zu suchen, doch bis zum heutigen Tage hat man keines der Kinder je wiedergesehen.

 

Das diese Geschichte weltbekannt ist, zeigte sich am 13. August 1992 im Weserberglandstadion vor den Toren Hamelns. Der King of Pop, Michael Jackson, war von Märchen und Sagen so begeistert, dass er auch von dieser Geschichte hörte. Und so kam es dass er auf seiner Welttournee unbedingt nach Hameln kommen wollte um dort zu spielen, was er dann auch vor begeisterten 25.000 Fans tat. Den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt hat er dann auch noch vollzogen. Damit hätten die Hamelner Fans wohl niemals gerechnet.

 

Und vermutlich hat diese Geschichte einen weiteren weltberühmten Musiker und Komponisten berührt: kein geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart schrieb in seinem letzten Lebensjahr die Oper "Die Zauberflöte", welche am 30. September 1791 uraufgeführt wurde. Das etwa dreistündige Werk zählt zu de weltweit bekanntesten und häufigsten inszenierten Opern. Aber der Zusammenhang ist nirgendwo sicher belegt und die Geschichte ist auch eine völlig andere. Einzige Parallele ist der Zauber des Flötenspiels......


Ein Sommerabend in Rinteln

Sommerabend in der Altstadt von Rinteln
Sommerabend in der Altstadt von Rinteln
Rathaus und Kirche Altstadt Rinteln
Rathaus und Kirche Altstadt Rinteln

Am Abend des gleichen Tages wollten wir nach dem hervorragenden Pfannkuchen uns noch etwas die Beine vertreten. So folgten wir einem Ausflugstipp unseres Gastgebers und fuhren an diesem warmen Sommerabend ins nahe gelegene Rinteln.

 

Die ehemalige Universitätsstadt bietet ein geschlossenes Stadtbild von Fachwerk- und Ackerbürgerhäusern und wurde bereits im Jahre 1230 planmäßig angelegt. Das Schachbrettmuster der Altstadtstraßen und Gassen erinnert uns an diesen Ursprung. Neben Hameln verfügt auch Rinteln über einen ungewöhnlich reichen Bestand an Fachwerkbauten.

 

Das alte Zentrum der Stadt liegt direkt am Weserufer. Hier kann man dem Urlaubstag einen perfekten Ausklang geben. Rund um den Marktplatz sind die Cafés, Bistros, Restaurants geöffnet und haben ihre Stühle und Tische hinaus gestellt. Ob mit einem Aperol-Spritz oder einem schönen Eisbecher, ganz egal, es ist einfach schön in der verkehrsbefreiten Altstadt zu sitzen inmitten der angestrahlten Gebäude und die Atmosphäre zu genießen.

 

Besonders sehenswert ist die Kirche St. Nikolei. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt mit ihrem markanten barocken Kuppelaufsatz auf dem Turm. Der Marktplatz ist umgeben von einem geschlossenen Ensemble restaurierter Fachwerkhäuser und seit dem 13. Jahrhundert in seiner ursprünglichen Form erhalten. Im prächtigsten Gebäude des Marktplatzes, dem früheren Rathaus mit seinem Stufengiebel befindet sich der Ratskeller, der eine Top-Location für kältere Tage bietet.

 

Die Eulenburg ist ein Burgsitz aus dem 16. Jahrhundert und beherbergt heute das Stadtmuseum. Über mehrere Etagen werden dem Besucher fünf Themenschwerpunkte in einer Dauerausstellung . Spannend ist die Geschichte der Hexenverfolgung im Schaumburger Land. Die Ausstellung läßt einen Hexenprozess in Rinteln im Jahre 1654 durch Hörstationen wieder aufleben. 

 

Die Weserbrücke ist erwähnenswert: Sie überspannt den Fluss ohne Brückenpfeiler im Wasser mit 85 m lichter Weite. Am Abend wird sie schön beleuchtet und führt zur wohl angesagtesten Summerlocation, dem "Bodega-Beach-Club". Hier ist ausgelassene Partystimmung und Tanzen bis tief in die Nacht unter freiem Himmel mit Palmenstrand garantiert. Ein toller Abschluss eines fantastischen Tages!


Schloss Bückeburg, Mausoleum  und die staatliche Hofreitschule

Hauptansicht Schloss Bückeburg
Hauptansicht Schloss Bückeburg

Am zweiten Tag ging es nach ausgiebigem Frühstück zum Schloss Bückeburg. Direkt auf dem Schlossgelände befindet sich der Wohnmobilstellplatz mit Strom, V/E und Wasser zu günstigen Konditionen. Dieser Stellplatz bietet 20 Wohnmobilen ein Zuhause und kostet nach Bedarf und Saison zwischen 6,50-9,50 Euro je Nacht. Mehr Informationen findet Ihr unter dem oben genannten weblink. Ein Highlight für Camper ist ganz bestimmt der Campingplatz "Großer Weserbogen" mit Badesee, Strand und allen erdenklichen Annehmlichkeiten.

 

Das Schloss Bückeburg ist ein prächtiges Renaissanceschloß. Seit über 700 Jahren befindet sich es im Besitz des Hauses Schaumburg-Lippe und verfügt über Prachtsääle aus vier Jahrhunderten! Ein Gesamtkunstwerk von außergewöhnlichem Rang ist die goldene Götterpforte. Besichtigungen des Schlosses sind nur im Rahmen von informativen und spannenden Führungen möglich. Die Zeit kann man prima im Schloßcafé, oder im Museumsshop überbrücken.

 

Ein Superlativ befindet sich im Schloßpark: das weltweit größte Mausoleum in Privatbesitz.  Es handelt sich um die Begräbnisstätte des Fürstenhauses Schaumburg -Lippe. Im Inneren befindet sich die größte Goldmosaikkuppel Mitteleuropas. Stellt Euch mal folgendes kurz vor: Euer Wohnzimmer hätte eine Zimmerdecke aus purem Gold. Dann kämen unbezahlbare Summen zustande, bei 20-40 m² Zimmerdecke. Wenn wir den Eingang des Mausoleums hinter uns gelassen haben stehen wir unter einer Goldkuppel von unglaublichen 500 m²! 

 

Das dritte Highlight befindet sich gegenüber dem Schloß und lässt die Herzen aller Pferdeliebhaber höher schlagen: die einzige staatliche Hofreitschule in Deutschland. Mit dem Ticket für die Schloßführung erwirbt man gleichzeitig die Eintrittskarte in den Marstall, wo die schönsten (und wahrscheinlich teuersten) Pferde der Welt  stehen. Bei über 250 Shows pro Jahr werden im Reethaus höchst interessante Reitkunstvorführungen  dargeboten, welche uns am tiefgehenden Wissensschatz der Bückeburger Pferdeflüsterer teilhaben lassen. Tickets gibt es unter www.hofreitschule.de

 

In Bückeburg locken wahrhaft fürstliche Erlebnisse! 


Außengastronomie des Schloßcafés
Außengastronomie des Schloßcafés

Ein Foto kann die wahre Pracht und Atmosphäre des Mausoleums kaum wiedergeben
Ein Foto kann die wahre Pracht und Atmosphäre des Mausoleums kaum wiedergeben

Bad Pyrmont, ältester Kurpark der Welt und Deutschlands schönster Palmengarten

Mediterrane Impressionen mitten in Deutschland
Mediterrane Impressionen mitten in Deutschland
Der Park am späten Nachmittag
Der Park am späten Nachmittag

In Bad Pyrmont befindet sich der dritte hier empfohlene Wohnmobilstellplatz (Videolink siehe oben). Natürlich läßt es sich hier auch gediegen in diversen Kurhäusern logieren. Seit dem Ende des 18.-19. Jahrhunderts ist die Stadt Pyrmont Kurstadt in der auch Fürsten und Majestäten Erholung und Genesung suchten. 

 

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Bad Pyrmont noch heute über einen der wohl schönsten deutschen Kurparks verfügt. Der Eintritt ist aufgrund der Größe und teuren Pflege kostenpflichtig. Doch die Investition in den Eintrittspreis lohnt sich wirklich. Wer es nicht schafft in mediterranen Ländern Europas Urlaub zu machen, findet hier genau das Ambiente, welches südländisches Fernweh heilen hilft. Der wohl schönste Palmengarten Deutschlands wird Jahr für Jahr neu arrangiert, denn die empfindlichen Pflanzen müssen zum Überwintern in die Gewächshäuser, bei der Größe der Palmen geht dies ganz sicher nur mit schwerem Gerät und großem logistischem Aufwand.

 

Wir lustwandeln durch den Sommergarten, den Palmengarten, hin zum Asiatischen Refugium, vorbei am Märchengarten und der Wildblumenwiese, durch ellenlange Baumalleen hin zu Weihern und Teichen mit kleinen Brücken und Ruhebänken. Alles ist barrierefrei arrangiert und auf einer Insel trohnt inmitten der Schlossgraft das Pyrmonter Schloss mit Museum und Beletage.

 

Nach dem Besuch verstehen wir sehr gut, warum dieser Park mehrfach ausgezeichnet wurde z.B. Europas 5. schönster Park 2006.

Nicht versäumen darf man den Hylligen Born, das Wahrzeichen der Stadt: eine Wandelhalle inklusive Ausschank des Bad Pyrmonter Heilwassers. Eleganter als im fürstlichen Kurhaus, heute 5-Sterne-Hotel, kann man wohl nirgendwo die Tea-Time genießen und wer den Alltag nun immer noch nicht hinter sich gelassen hat besucht die HufelandTherme um bei entspannenden Massagen sich so richtig verwöhnen zu lassen. 

 

Ein fantastisches Wochenende nimmt sein Ende und ich weiß ganz sicher, dass ich wiederkommen werde. Wir haben es schon sehr schön in unserer Heimat. Und es gibt neben den drei hier vorgestellten Schlössern noch mindestens vier weitere imposante Schlösser zu besichtigen, von Burgen ganz zu schweigen.


fazit unserer reise in das weserbergland:

Welche Pracht und welch schöne Erlebnisse!  Das mag für manchen Leser vielleicht übertrieben klingen, aber es ist tatsächlich einmalig. Wenn wir mal zweihundert Jahre zurück denken, kommt mir beispielsweise der Gedanke, dass sicherlich kein "gewöhnlicher" Mensch die Prachtsääle der Fürstlichen Schlösser jemals zu Gesicht bekam. ebenso die Kurparkanlagen waren den oberen Zehntausend vorbehalten: In Bad Pyrmont kurten beispielsweise Zar Peter der Große, der Alte Fritz, Dichter wie Goethe, Herder, Klopstock, und Wissenschaftler wie Humboldt. Im 21. Jahrhundert kann und darf man/frau  dies alles so problemlos erleben und sich ein Bild längst vergangener Zeiten machen. 

Das Weserbergland bietet den Touristen und Besuchern in vielerlei Hinsicht Kunst, Kultur, Natur, Geschichte und Genuss. Es lohnt sich sicherlich hier länger zu verweilen, oder einmal wiederzukommen.

Ich wünsche Euch nach diesem Jahrhundertsommer 2018 jedenfalls viel Spaß mit dieser neuen Tour und bedanke mich herzlich für Eure Unterstützung und Euer Interesse. Vielleicht hinterlasst Ihr mir eine Nachricht, wie es Euch gefallen hat? Bis bald, Euer Matthias


hier noch einige eindrücke dieser einmaligen tour: