So wie dieser Baum wird sich mein Blog immer weiter verästeln und zu einem weit verzweigten Tourengebilde verbinden
So wie dieser Baum wird sich mein Blog immer weiter verästeln und zu einem weit verzweigten Tourengebilde verbinden

Geschenkte Tage - erst Supersommer nun der Superherbst

Idylle im Düsseldorfer Süden

Heute gab es wieder eine solche Wettervorhersage, da musste ich einfach los mit dem Rad um den Zauber meiner Heimat für Euch einzufangen. Schließlich haben wir es nicht nur schön, sondern sehr schön hier bei uns im Düsseldorfer Süden. Deswegen entführe ich Euch vor dem Gänseessen und den Feiertagen zu einer sportlichen 40 Kilometer-Radtour in den Düsseldorfer Süden, inklusive zweier Schlösser, Seen, Wald, Natur und Kultur.

Diese Tour verläuft fast ausschließlich nur auf  landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Wegen und ist egal ob Frühjahr, Sommer oder Herbst ein absoluter Tip.  Vorteil Frühjahr: die ersten Sonnenstrahlen am See genießen, Vorteil Sommer: Baden und sonstiger Wassersport am See. Vorteil Herbst: die Nachmittagssonne taucht das bunte Herbstlaub in die schönsten Farben.

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Entlang der Straße der Weserrenaissance

Mit dem Wohnmobil ins Land der Märchen und Sagen

Eine Kurzreise mit dem Wohnmobil für Romantiker. Weserrenaissance zum Verzaubern. Natur pur, Burgen, Schlösser und mittelalterliche Städte. Laue Sommernächte im Weserbergland. Märchen, Sagen und Legenden - von Rattenfängern und verschwundenen Kindern;  einem Lügenbaron von Münchhausen  und fliegenden Kanonenkugeln. All das und noch viel mehr gilt es zu erleben in der nun folgenden Kurzgeschichte über mein Wochenende im Grenzgebiet zwischen NRW und Niedersachsen. Lasst Euch überraschen, eine Reise in diese Region verspricht viele tolle Erlebnisse! Viel Spaß wünsche ich Euch nun  bei dieser spannenden Entdeckertour ins Abenteuerland:

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Ratingen reloaded - den Sommer geniessen im LVR-Museum Cromford

Cross-over Mix aus Burg, Kultur, Natur und Freibad

Herrensitze, Schlösser und Burgen ziehen mich einfach magisch an. Wer meinen Blog etwas länger verfolgt wird dies schon bemerkt haben. Und tatsächlich gibt es in NRW ca. 900 Burgen und Schlösser unter Denkmalschutz. Da haben wir ja noch etwas gemeinsam vor. Heute war ein check-up von meiner Blog-Tour Nr. 4 vom 31.01.2017 auf dem Plan. Damals besuchte ich Haus Cromford erstmals an einem sonnigen Wintertag. Jetzt kehrte ich mit vielen schönen Eindrücken von dort erneut zurück. 

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Geschichte erleben-Natur genießen: Zum Wahrzeichen des Bergischen Landes

Von Rittern und Räubern im finsteren Walde

Es ist Juli geworden. Während die Einen ihre Koffer packen und erwartungsvoll den großen Ferien entgegen fiebern, bleiben die Anderen zu Hause, da es mit dem Auslandsurlaub noch einige Wochen dauern wird. Aber muss man deswegen gleich Trübsal blasen? Nein, ganz im Gegenteil, denn unser Bundesland ist voller Überraschungen. Die Besucherzahlen für NRW sprechen ihre eigene Sprache. Nach Bayern ist NRW das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Die Großstädte Düsseldorf, Köln und Bonn ziehen zusammen mit der Rhein-Ruhr-Region die Besucher  in Scharen an. Aber auch die geschichtsträchtigen Rückzugsorte im Grünen bieten uns eine herrliche Auszeit vom Alltag. Also los geht's! Zum Wahrzeichen des Bergischen Landes reisen wir heute: Schloß Burg an der Wupper. Und ich habe Euch auch wieder spannende Geschichten zur Geschichte, vielseitige Highlights  und erlebnisreiche Stunden ausgekundschaftet, soviel kann ich allen Entdeckern und Abenteurern, egal ob Groß oder Klein,  jetzt schon einmal versprechen....

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Familienwandertag: Unterwegs auf dem Bauernhofweg

Ein Bergischer Streifzug mit hohem Entdeckerpotential

Heute entführe ich Euch zu einem Familien-Wandertag ins Bergische Land. Eine außergewöhnliche Rundtour, die für alle spannende Highlights bereithält. Eine Wanderung, die dank unterhaltsamer Pausen für jeden gut zu meistern ist. Ein Erlebnisbauernhof mit Ferienwohnung und Bioladen samt Café. Eine Abenteuer-Scheune mit reichlich Kinder-Animation für die Klassenfahrt, oder den Kindergeburtstag ideal! Auch ein Schloss und eine Burg dürfen dieses Mal nicht fehlen. Ich lade Euch ein einen lohnenswerten Urlaubstag in NRW zu erleben...

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Geschenkte Tage - erst Supersommer nun der Superherbst

Idylle im Düsseldorfer Süden

Heute gab es wieder eine solche Wettervorhersage, da musste ich einfach los mit dem Rad um den Zauber meiner Heimat für Euch einzufangen. Schließlich haben wir es nicht nur schön, sondern sehr schön hier bei uns im Düsseldorfer Süden. Deswegen entführe ich Euch vor dem Gänseessen und den Feiertagen zu einer sportlichen 40 Kilometer-Radtour in den Düsseldorfer Süden, inklusive zweier Schlösser, Seen, Wald, Natur und Kultur.

Diese Tour verläuft fast ausschließlich nur auf  landwirtschaftlichen oder forstwirtschaftlichen Wegen und ist egal ob Frühjahr, Sommer oder Herbst ein absoluter Tip.  Vorteil Frühjahr: die ersten Sonnenstrahlen am See genießen, Vorteil Sommer: Baden und sonstiger Wassersport am See. Vorteil Herbst: die Nachmittagssonne taucht das bunte Herbstlaub in die schönsten Farben.


Unter der Woche gehörte mir der Unterbacher Seeweg fast alleine - im Biergarten sah es da schon anders aus
Seeblicke vom Feinsten bei angenehmen 23 Grad Ende Oktober 2018

Anfahrt

Die Anfahrt erfolgt wahlweise mit der S 6 ab Düsseldorf Hbf, oder ab der Kölner Domplatte (Hbf) . Station Hellerhof steigen wir dann aus.

 

Mit dem Auto/Wohnmobil lautet die Destination für die Navigation Carlo-Schmid-Str. 2, 40595 Düsseldorf: hier gibt es einen Park and Ride Parkplatz; unbedingt auf die Schilder achten, alternativ

Philipp-Scheidemann-Str. 15-29, hier gibt es auch einige PKW Parkplätze kostenfrei, weniger für Wohnmobile geeignet (nur bis 6 Meter) 


 

Weitere Touren und Highlights zum Düsseldorfer Süden wurden in den folgenden Blog-Touren hier bereits beschrieben:

Highlights

Hier sind sie wieder die Highlights im Kurzüberblick, die Euch den Tag zu einem unvergesslichen  Tag werden lassen:

  • Urdenbacher Kämpe, größtes Naturschutzrefgium zwischen Düsseldorf und Monheim am Rhein
  • Schloß Benrath, eines der schönsten Barockschlösser Europas mit französischem und englischem Garten sowie drei Museen!
  • Schloß Garath, in Privatbesitz Besichtigung nicht möglich, der Schloßpark ist öffentlich.
  • Garather Forst, Karnaper Busch, Düsseldorfer Stadtwald eine Fahrt ins Grüne!
  • Unterbacher See mit Camping und den Strandbädern Süd und Nord.
  • Marina, Segelschule, Stand-up Paddling, Baden, Surfen, chillen, Hochseilklettergarten u.v.m.
  • Peters Biergarten, eine Location mit Flair, Gemütlichkeit, urigen Typen und noch einiger Maßen zivilen Preisen im Verhältnis zu den Strandbädern direkt am See.

Nützliche Weblinks

Die hier folgenden weblinks sollen Euch die spontane Planung eines Aufenthaltes in dieser Region erleichtern und nützliche Zusatzinformationen liefern:

  • Peters Biergarten, in der unmittelbaren Nähe zum Strandbad Süd sollte man nicht versäumen. Im Sommer spielen hier auch lokale Bands live, gute Stimmung garantiert.
  • Wohnmobilstellplatz am Strandbad Nord, sehr günstig und schön, da das Strandbad mitsamt Biergarten, Restaurant und Marina mit  Bootsverleih direkt zu Fuß erreichbar ist. Außerdem gehen die Rad- und Wanderwege direkt hier vorbei.
  • Hier der weblink für mehr Informationen zum Schloß Benrath
  • weitere nützliche weblinks findet ihr unter den bei 'Anfahrt' verlinkten Blogtouren.
  • Webseite für die Strandbäder Nord und Süd
  • Unterkunft im Hotel Haus Fabry in unmittelbarer Nähe zur Tour
  • Zur besseren Orientierung hier die Auenkarte zur Urdenbacher Kämpe


Schloß Garath: finde den Fehler? Ein Fenster ist geöffnet, aber wo ist der Fensterrahmen?
Schloß Garath: finde den Fehler? Ein Fenster ist geöffnet, aber wo ist der Fensterrahmen?

Charakteristik der Rad-Rundtour:

Gedenkkreuz am Einstieg der Tour
Gedenkkreuz am Einstieg der Tour

Los geht's am Philipp-Scheidemann-Weg 15-29, wo wir den Einstieg in die Kämpe an einem alten Gedenkkreuz finden. Ausgeschildert mit der Wegekennzeichnung weißes D auf schwarzem Grund (für Rund um Düsseldorf) und dem Zeichen des Neanderlandsteigs (weißes N auf rotem Grund) folgen wir genau dieser Ausschilderung in die Kämpe.

 

Wir haben heute eine Tour vor uns, die insgesamt maximal 40 Kilometer, optional auch zehn Kilometer weniger ausmachen kann.

Die Strecke ist als Rundkurs abseits des Mainstreams zusammengestellt und daher eine Individualstrecke, meine Heimatrunde. Ohne besondere Höhenprofile zu über 95 % flach bietet sie Euch ein Naturerlebnis, wie es so tatsächlich einmalig ist.

 

Dem Wegeverlauf des Neanderlandsteiges kann man hier im flachen Gelände auch gut mit dem Rad folgen, da Wanderweg und Radweg quazi parallel verlaufen. Wir durchfahren ein kleines Stück des Grüngürtels entlang des Garather Mühlenbaches und unterqueren die Eisenbahnlinie. Da, wo wir bei der Straße wieder hinauskommen sehen wir links eine ARAL-Tankstelle. An der Ampel bei der Tankstelle folgen wir der Wegekennzeichnung weiter und überqueren die Hauptstraße (B 8). Sofort lassen wir den Strassenverkehr an der nächsten Abbiegung nach rechts gleich wieder hinter uns.

 

So erreichen wir über geschotterte Wege, die nur für Fußgänger und Radfahrer bestimmt sind, das Garather Schloß und schauen uns kurz im Schloßpark um. Sehr lauschig und ruhig ist es hier. Kinderspielplätze haben wir nun schon zwei passiert, wenn wir über die reguläre Schloßzufahrt das Privatgelände wieder verlassen. Am Ende rechts und nun nur noch dem  'D' folgend  über die Garather Motte geht es weiter in den Garather Forst. Hier gelangen wir an ein Tor, denn der Forst ist in Privatbesitz und es leben Wildtiere hier. Wir lassen das Tor hinter uns und mit dem Bach zu unserer Rechten folgen wir dem nun wunderschönen Waldweg. Dabei ignorieren wir, dass der Wanderweg  'D' in einer Rechtskurve nach links abzweigt, denn da gelangen wir für Radfahrer in eine Sackgasse. 

Das Herbstlaub leuchtet in der Sonne des wunderschönen Tages und ich fahre so vor mich hin, hänge meinen Gedanken nach und merke plötzlich, dass ich den Alltag hinter mir gelassen habe. Stattdessen kommen mir Gedanken wie: " Warum macht man das nicht viel öfter? Würde das nicht auch XY gut gefallen?" "Sollte ich das mal als Gruppentour auf social media einstellen?"

 

Am Ende des privaten Forstes erreichen wir das zweite Tor, fahren hindurch, lassen es hinter uns und nehmen den ersten schmalen Weg  nach links. Hier sind unsere Wegkennzeichungen dann nicht mehr da, aber keine Angst, wir finden sie wieder. Mit diesem wunderschönen Weg, Wald zur linken und Feld zur rechten Seite gelangen wir in den Karnaper Busch. An einer Infotafeln, die an einer T-Kreuzung steht, fahren wir links und somit mittendurch den Karnaper Busch, ignorieren dabei sämtliche Abzweigungen und gelangen nach wenigen Minuten wieder auf einen Weg, links Wald rechts Pferdekoppel mit zwei einzeln stehenden Bäumen, kommen so zur Straße 'Horster Allee'. Dort müssen wir uns gegenüber dem Haus Vorst, einem alten Herrensitz, heute modernes Seniorenwohnheim mit schönem Park, links wenden. 

 

Doch zuvor betreten wir den Park der einige Besonderheiten für uns bereit hält. Zum einen sind hier die Reste eines Herrenhauses in Gestalt eines Rundturmes zu finden und andererseits wurde hier vor mehr als Hundert Jahren eine in Deutschland sehr selten anzutreffende Libanonzeder gepflanzt, die ein stattliches Ausmaß angenommen hat und deswegen schon Naturdenkmal ist.

 

Aus dem Park zurück nun rechts abbiegen (also von der Richtung aus der wir gekommen sind natürlich links) und die erste Möglichkeit wieder rechts, durch die Poller auf den Waldweg. Vor dem Herrenhaus macht der Weg eine Linkskurve und an der Kreuzung, wo wir an einem Baum die Wegkennzeichung  weißes 'D' auf schwarzem Grund wiederfinden fahren wir nach rechts und kommen so nach einigen Schlenkern aus dem Wald hinaus und auf einem Damm aus, der den Itterbach kanalisiert.

 




Dem schönen Weg auf dem Damm folgen wir nach links und kommen kurz vor Benrath nach einem links-rechts Schwenk durch eine Unterführung und müssen mit beiden Kennzeichnungen 'D' und 'N' nun bis zu einer Kreuzung fahren. Wir folgen exakt der Wegekennzeichnung und kommen so bei einer Infotafel des Düsseldorfer Stadtwaldes, der hier an Benrath grenzt, aus. Wer abkürzen möchte fährt, der Beschilderung nach Benrath folgend direkt zum Schloß Benrath. Dann jedoch werden Euch die nun folgenden Highlights entgehen. 

 

Mit 'D' und 'N' fahren wir durch den Stadtwald, wieder nur auf Wander- und Radwegen und kommen so zu einem außerschulischen Lernort, mitten im Wald. Hier treffen wir auf kunstvoll gestaltetet und geschnitzte Ruhebänke, Bienen, Schnecken, einen lebensgroß geschnitzten Lehrer, einen lächelnden Fliegenpilz und manch andere kuriose Gestalt. Vorbei an einem kleinen Tümpel mit Lerntafeln kommen wir der Seenlandschaft im Düsseldorfer Süden immer näher.

Nach einigen gut ausgeschilderten Abzweigungen mal rechts mal links erreichen wir bei einem Wanderparkplatz die Straße 'Am Schönenkamp', die wir überqueren müssen. Es geht zunächst halb rechts, später links herum parallel zum Damm der Eisenbahnlinie bis zur Unterführung und dort hindurch nach rechts.

 

An der Stelle, wo wir die Eisenbahnlinie unterqueren und an einer Wegspinne eine etwas verwirrende Infotafel steht, folgen wir nicht mehr dem 'N', sondern biegen scharf links ab und folgen

der Kennzeichnung A 7, die uns zu einem Birdwatching Unterstand bringt. Hier haben wir einen wunderschönen Blick auf den Elbsee. Mit etwas Glück erblicken wir hier Kormorane, Schwäne und Graureiher. Bald darauf gelangen wir durch eine weitere Unterführung, diesmal der Autobahn, zu Peters Biergarten am Südufer des Unterbacher Sees. Ich denke, hier haben wir uns eine erste  kleine Pause verdient.

 

Wir stellen die Räder am Ständer ab und genießen die warme Herbstsonne bei einem frisch gezapftem Stauder Pils in dem mit Sand aufgeschütteten gemütlichem Biergarten.

Blick auf den Unterbacher See
Blick auf den Unterbacher See

Peters Biergarten befindet sich nur wenige hundert Meter entfernt vom Strandbad Süd. Im Sommer ist hier, nicht zuletzt wegen der nahe gelegenen Parkplätze das Freibad sehr gut gefüllt, ebenso die Surfschule oder das Strandcafé. Im Hochseilklettergarten links vom Eingang könnt Ihr Eure Geschicklichkeit auf die Probe stellen.

 

Wir folgen heute jedoch den Rad- und Fussgängerweg nach rechts und nehmen die Seeumrundung entgegen dem Uhrzeigersinn in Angriff. Diese eignet sich auch für einen schönen Nachmittagsspaziergang, denn mit 6 Kilometern Länge und ausreichend Ruhebänken, drei schönen Möglichkeiten zur Einkehr bietet sie eine angenehme Kurzweil zur Freizeitgestaltung. Dabei gibt der See den Weg vor, hier haben wir weder einem 'D' noch einem 'N' und auch keiner 'A 7' mehr zu folgen, denn wir kommen nach absolvierter Umrundung wieder beim Eingang des Südstrandbades aus. Das Seeufer gibt uns den Wegverlauf vor.

 

Diese Seeumrundung hat es in sich. Einmal aus fotografischer Sicht, denn mit dem Wechsel der Himmelsrichtung und des Sonnenstandes bekommt der Unterbacher See alle Facetten eines Sehnsuchtortes.

Darüber hinaus findet sich am Nordstrand, direkt in Nachbarschaft zum Wohnmobilstellplatz und zum Campingplatz, die Marina und der sehr schöne Biergarten mit Seeblick. Auch vorzüglich essen, im Sommer vorzugsweise vom Grill, lässt es sich hier.

 

Da möchte man vor lauter Genuß gar nicht mehr weg. Gut wenn das Wohnmobil nun in unmittelbarer Nähe steht, dann kann man hier die blaue Stunde und den Sonnenuntergang erleben und anschließend einfach nur ins Bett fallen. Auch nicht schlecht, finde ich!

 

Vom Strandbad Süd, sehen wir schon die Ausschilderung des Fahrradweges nach Benrath mit der Angabe 5 Kilometer. Dieser folgen wir nun um so zum Schloss Benrath zu gelangen.



Die Strecke nach Benrath führt auf Strassen begleitenden Fahrradwegen zum Benrather Schloß. Wir erreichen dieses von der Frontseite und haben jetzt die Wahl: Ich war am Nachmittag gestartet und kam nach der Schließung der Museen hier an. Wer früh am Tag gestartet ist, hat hier die Chance eines der schönsten Barockschlösser als Gesamtkunstwerk aus Schloß und Gärten zu besichtigen. Dabei ist erwähnenswert, dass die Museen kostenpflichtig sind, das Lustwandeln oder Radfahren ist auf ausgezeichneten Wegen jedoch gratis. Ich gehe an dieser Stelle nicht weiter auf die Historie des Schlosses ein, denn das habe ich bereits auf den hier verlinkten Blogtouren ja bereits schon getan.

 

Wir durchqueren im weiteren Routenverlauf den Schloßpark in Richtung Rheinufer und gelangen so an das südliche Ende des Schloßparkes an der Straße 'Am Benrather Schloßufer' mit Rheinpromenade und Blick auf den Sonnenuntergang. Hier gefällt es auch der Benrather Jugend, die sich in den Sommermonaten am Strand des Rheins zum Grillen und chillen trifft. Wir fahren auf der Straße am Benrather Schloßufer nach links.

 

So kommen wir an einer der beliebtesten Adressen Urdenbachs vorbei, dem Restaurant "Altes Fischerhaus". Eine Tischreservierung ist hier obligatorisch und wäre ein schöner kulinarischer Abschluss unserer Tour. An der Ampelkreuzung fahren wir nach rechts und in einer leichten Linkskurve bergauf sehen wir auf unserer linken Seite die Gastronomie Extratour mit schönem Biergarten. Davor ein großer Parkplatz. Und direkt dahinter finden wir unsere Wegbeschreibung weißes 'D' auf schwarzem Grund wieder.

 

Die Wegkennzeichnung führt uns also hinter dem Biergarten und Parkplatz links parallel zum Urdenbacher Altrhein durch die Urdenbacher Kämpe bis zur Hellerhofbrücke mit diversen Informationstafeln. Nun ist das Ende der Fahrradtour bald schon erreicht, denn mit der Wegekennzeichnung 'N' kommen wir so wieder an den Ausgangspunkt unserer Tour zurück. 


Herbstfarben im Benrather Schloßpark
Herbstfarben im Benrather Schloßpark

Herbstfarben in der Urdenbacher Kämpe
Herbstfarben in der Urdenbacher Kämpe

Gartenimpression  Schloß Benrath
Gartenimpression Schloß Benrath

Am Unterbacher See
Am Unterbacher See

Am Unterbacher See '2'
Am Unterbacher See '2'

Verträumtes Benrather Schloß - black and white
Verträumtes Benrather Schloß - black and white

Am Benrather Schloßufer - Herbststimmung
Am Benrather Schloßufer - Herbststimmung

Am Benrather Schloßufer - Abendstimmung
Am Benrather Schloßufer - Abendstimmung

Fazit dieser Abwechslungsreichen Fahrradtour:

Mit dieser heutigen Tour möchte ich Euch meine direkte Heimatregion vorstellen, meine Haus- und Hoftour, also. Mindestens einmal pro Jahr  fahre ich die Strecke so wie hier beschrieben ab, weil sie zu jeder Jahreszeit immer wieder unterschiedliche Stimmungen bereit hält. 

Wahlweise habe ich dann die Vorfreude auf die ersten warmen Sonnenstrahlen im Biergarten des Strandbades, oder es gibt im Sommer  einen ausgiebigen Badestop. Im Herbst hat man weite Teile dieser Strecke für sich ganz alleine, man trifft kaum einen Menschen, insbesondere dann, wenn man an einem Wochentag nachmittags unterwegs ist. Das ist dann angesichts der Bevölkerungsdichte schon faszinierend. 

An einem Sonntag im Sommer ist es natürlich nicht zu empfehlen, dann sind hier alle auf den Beinen und es herrscht wuseliges Treiben.

In der Urdenbacher Kämpe gibt es Rückzugsgebiete für vielerlei Vogelarten, in den Schloßgärten begegnet uns gestaltete Natur im Stile vergangener Jahrhunderte, Schloß Benrath hält Kultur für uns bereit und wer es sportlich liebt kommt hier auch ganz gewiss nicht zu kurz.

 

So bleibt mir mal wieder zum Ende der Geschichte Euch meinen Dank auszusprechen für die vielfache Unterstützung,  ohne die es den Blog so nicht geben würde. Ich wünsche Euch viel Spaß beim schmökern hier im Blog bei mittlerweile 51 Touren und wir sehen uns wieder, schon bald mit der nächsten Tour. Ich lasse mir etwas einfallen. Versprochen! Euch eine gute Zeit und nun mal los: "Raus aus dem Alltag!"  


hier noch einige Eindrücke von meiner Fahrrad-Tour:

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Mittelalter pur- die Burgenroute in der Nordeifel

Burg Blankenheim - ein einmaliges Erlebnis!

Es war ein wunderbarer Auftakt für einen sprichwörtlich goldenen Oktober. Der vom  ADAC initiierte Tag des barrierefreien Reisens im Hotel Franz in Essen am 11.09.2018 mündete in meiner neuen  Kooperation mit dem Deutschen Jugendherbergsverband (DJH). So bin ich heute voller Stolz in der Lage, Euch eine Tour mit Erlebnissen quasi "live" von einer Ritterburg, die heute Jugendherberge ist, zu berichten. Es wurde eine sehr persönliche Zeitreise in doppelter Hinsicht: zu den Burgen des Mittelalters und zu den Erinnerungen an meine Jugendzeit .


Mein persönliches Retro-Foto- Blankenheim 2018, Blick hinauf zur Burg
Mein persönliches Retro-Foto- Blankenheim 2018, Blick hinauf zur Burg

Anfahrt

Die Zieladresse zu unserem heutigen Standort lautet wahlweise:

  • Burg Blankenheim, Burg 1, 53945 Blankenheim
  • Wohnmobilstellplatz Weiherhalle, Koblenzer Str. 1 in 53945 Blankenheim

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte zum Zielort beträgt 81 Kilometer und dauert ca. 1:00 Stunde.


Diese Blog-Tour wird in Kombination mit den nun folgenden, bereits hier im Blog  beschriebenen Touren zu einem einmaligen Erlebnis verknüpft:


Von Burg Blankenheim bis zum Bahnhof Blankenheim Wald fahren wir mit dem Auto. Die Distanz beträgt 6,02 Kilometer und dauert 9 Minuten.


Die Rückkehr zum Ausgangspunkt erfolgt mit der Buslinie 829 ab Hellenthal Busbf in Richtung Kall. Wir steigen aus in Kall Bahnhof und nehmen den Regionalexpress (RE 22) in Richtung Gerolstein ab Gleis 1 der uns zum Blankenheimer Bahnhof bringt.

Highlights

Hier kommen die Highlights der folgenden Tour im Kurzüberblick, die für einen einmaligen Tag und besondere Erlebnisse sorgen können und werden:

  • Burg Blankenheim, eine über 900 Jahre alte Burg, die heute Jugendherberge ist
  • Blankenheim mit seinem mittelalterlichen Dorfkern, geprägt von Fachwerk; Quellort der AHR
  • Die Burgenroute, einmalig schöne Streckenwanderung von 17 Kilometer Länge, meine heutige Tagestour durch die Geschichte 
  • Burg Wildenburg mit Einkehr in der Burgschänke (Mittagessen)
  • Burg Reifferscheidt, kleiner Besichtigungs- und Zwischenstop bei Kaffee und Kuchen im Café Eulenspiegel
  • Der Eifelsteig, einige Etappen enden und beginnen genau hier: in Blankenheim
  • Der Ahrsteig, eine Streckenwanderung die an der Quelle der AHR beginnt
  • Der Tiergartentunnelwanderweg, eine Ganztagesrundwanderung von 20 Kilometern Länge, eine architektonisch-historische Wanderung
  • Die Römervilla, das wohl bedeutendste archäologische Bodendenkmal des Ortes
  • Das Eifelmuseum mit  der Touristeninformation in der Ortsmitte und im Gildehaus gegenüber, sehenswert!

Nützliche Weblinks

Die hier folgenden Weblinks sollen Euch bei der Planung Eurer Tour nach Blankenheim nützliche Dienste erweisen und Zeit ersparen:

  • Die Jugendherberge in der Burg Blankenheim, mein heutiger TOP-TIP, mehr dazu im folgenden Text
  • Der Eifelsteig, hier der weblink zu den betreffenden Etappen 6 und Etappe 7
  • Der Ahrsteig beginnt in der Ortsmitte, Informationen zu dem Streckenabschnitt Etappe 1
  • Der Wohnmobilstellplatz an der Weiherhalle in Blankenheim
  • Der Ahrradweg, unbedingt empfehlenswerte Radtour entlang der Ahr bis zur Mündung in den Rhein bei Sinzig, vorbei an Burgen , Viadukten, Weinbergen und Strausswirtschaften
  • Aktuelle Übernachtungstips, recherchiert und für gut befunden, wie immer ohne Gewähr meinerseits: bei airbnb, Übernachten im Baudenkmal in Blankenheim.


Jugendherberge Blankenheim in der Burg, Zielort meiner ersten Story für den DJH und meine persönlichste Zeitreise
Jugendherberge Blankenheim in der Burg, Zielort meiner ersten Story für den DJH und meine persönlichste Zeitreise

Prolog

Es ist in der Tat so, dass es viele hervorragende Arten und Weisen gibt einen Urlaub oder Kurztrip zu planen. Dabei stehen uns, je nach eigenen Vorlieben eine Vielzahl von  Gastgebern und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Insbesondere unser Bundesland NRW läßt da gar keine Wünsche offen. Schauen wir doch einmal  genauer hin. Mir fallen da beispielsweise die folgenden Möglichkeiten ein:

  1. Hotels aller Preis- und Sternekategorien
  2. Ferienwohnungen von privat, kommerziell oder online über www.airbnb.de.
  3. Über 500 (!) Jugendherbergen in Deutschland
  4. Naturfreundehäuser
  5. Campingplätze, ideal zum Zelten, manche ausgestattet mit Mietwohnwagen und "chalets" oder Holzfässern.
  6. Mehrere tausend Wohnmobilstellplätze, für Individualtouristen, die wie ich, gerne spontan mit dem eigenen Schneckenhaus verreisen und nicht zu vergessen, das
  7. Landvergnügen, mein liebster Stellplatz- und Genußreiseführer für Deutschland, dessen Botschafter ich seit zwei Jahren bin.

Warum schreibe ich an dieser Stelle darüber?  Nun, die Antwort ist eigentlich ganz einfach: weil wir höchstwahrscheinlich alle (Ihr liebe Leser und ich auch) eine Erfahrung in unserem Leben wohl gemeinsam teilen: eine Klassenfahrt mit Übernachtung in einer Jugendherberge. Und darum geht es mir heute. Ich möchte Euch von meiner neuesten Erfahrung aus einer Jugendherberge berichten und habe mir dazu direkt eine der schönsten im Rheinland ausgesucht: die Burg Blankenheim .


Morgendlicher Ausblick auf die Altstadt von Blankenheim von der privaten Terrasse unseres Ferienappartements auf Burg Blankenheim
Morgendlicher Ausblick auf die Altstadt von Blankenheim von der privaten Terrasse unseres Ferienappartements auf Burg Blankenheim

Gemeinschaft erleben

Die über 900 Jahre alte Ritterburg Blankenheim zieht mit ihrem märchenhaften Ambiente und der wehrhaften Kulisse große und kleine Besucher in ihren Bann. 

 

Hoch über dem mittelalterlichen, von Holzfachwerk geprägten und vielfach liebevoll sanierten Ortskern thront sie auf einem zur Stadt hin steil abfallenden Felsen und ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Blankenheims.

 

Ohne Frage ist dies ein Ort um Kinderphantasien zu beflügeln. Genau wie wir Erwachsene an solchen Tagen in einer solchen Begegnungsstätte wieder Kinder sein dürfen, holen uns doch die Erinnerungen unserer Jugendtage und Klassenfahrten hier wieder ein. Das waren Tage von gelebter Gemeinschaft, von gemeinsamen Abenteuern und Nachtwanderungen im Kegellicht unserer

Taschenlampen.

 

Dabei haben die heutigen Jugendherbergen längst nichts mehr mit dem Muff von durchgelegenen Matratzen, Pfefferminztee und mäßigen Essen (Vorzugsweise Spaghetti mit Tomatensoße) zu tun.

 

Das Image und auch die Beherbergungsqualität haben sich längst den Erfordernissen der Gegenwart und den Ansprüchen der Gäste angepasst und sind auch auf Einzelreisende, Familien und  ältere Erwachsene als Gäste eingestellt. Dabei sind sie ihrer Bestimmung nicht untreu geworden, insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit zu geben auf preiswerte Weise die Welt zu entdecken und dabei tolerante, offene und interkulturelle Begegnungstätten zu sein in denen der Gemeinschaftssinn gefördert wird.

 

Die Burg Blankenheim verfügt über alle Annehmlichkeiten, die man sich als Urlauber nur wünschen kann. Wir waren untergebracht im sogenannten Bastionshaus, dem Gästehaus der Burg in dem sich mehrere Ferienappartements befinden. Diese sind voll ausgestattete Ferienwohnungen mit eigener Küchenzeile, Kühlschrank, Mikrowelle, Herd, Kaffeemaschine und eigenem Duschbad.

TV, Sat-Receiver und sogar ein eigener Balkon runden das Angebot ab.

 

Die Appartements kann man inklusive Frühstück buchen (Halbpension oder Vollpension sind ebenfalls möglich), welches dann in der Hauptburg zusammen mit anderen Gästen eingenommen wird. So kommt man schnell ins Gespräch über Freizeittips, Herkunft und Tagesplanung der Tischnachbarn und wer möchte beschließt den Tag gemeinsam im Burgverlies, einem urgemütlichen Schankraum mit meterdicken Außenwänden und extra Bartresen. Wir haben es sehr genossen und danken an dieser Stelle herzlichst für die Einladung! 

Gemütliche Sitzecke im Burgverließ
Gemütliche Sitzecke im Burgverließ

So diente uns das Bastionshaus und das Ferienappartement Nr. 2 als ideale Herberge,  um von hier aus die nähere Umgebung zu erkunden. Wir hatten diese Kurzreise schon seit einigen Wochen geplant und wollten uns die Burgenroute erwandern, den Ort kennen lernen, und haben dabei noch die Touristeninformation, das Eifelmuseum und die Römervilla besucht. Und das alles sind nur einige der Highlights , die man hier erleben kann. Wir kommen also bestimmt wieder.

 

Nach einer ruhigen ersten Nacht und einem vorzüglichen Frühstück ging es am Samstag los, nicht ohne zuvor mit dem Herbergsvater Herrn Markus Paschek einige Informationen auszutauschen.

Wir erfuhren dass Herr Paschek und seine Frau Claudia (die eigentliche Chefin des Hauses) nun schon über 20 Jahre die Jugendherberge in der Burg führen. Dabei ist es in all den Jahren nicht immer leicht gefallen, den Spagat zwischen der Wahrung des Baudenkmals und den Vorschriften des Denkmalamtes sowie der Kommune und den baulichen Erfordernissen für einen modernen Beherbergungsbetrieb in Einklang zu bringen.

Und doch ist es ihnen gelungen dieses alte Gemäuer in ein modernes Haus zu verwandeln, in dem es allem Anschein nach an nichts fehlen läßt, was die Auszeichnung mit der höchsten Kategorie (IV von IV) aller Jugendherbergen in Deutschland  zum Ergebnis hat.  

 

Diese vier Kategorien geben dem Gast eine Orientierung bezüglich der Qualität und Ausstattung einer Jugendherberge. Nähere Informationen kann man auf der Homepage des DJH erfahren, wenn man eine Übernachtung in einer deutschen Jugendherberge plant. Sie reichen von einer einfachen und zweckmäßigen Ausstattung (Kategorie I) bis hin zu Kategorie IV. Dieser Kategorie IV wird nur Jugendherbergen zugeteilt, die über eine "hochwertige Gesamtausstattung und gehobenen Komfort, sowie einer guten technischen Ausstattung" verfügen. Das haben wir genau so empfunden. 

 

17 Komfortzimmer mit eigener Dusche und WC sorgen dafür, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen. Neben den insgesamt 43 Zimmern mit 164 Betten stehen auch noch 5 Ferienwohnungen zur Verfügung.

Diese sind mit Handtüchern, Duschtüchern, Geschirrtüchern und Bettbezügen bereits bestens ausgestattet. Ideale Voraussetzungen also um eine persönliche Zeitreise anzutreten und sich eine wohlverdiente Auszeit "Raus aus dem Alltag" zu gönnen. Das haben wir uns verdient!


Die Burgenroute

Kleine Collage von Blankenheim bei Eifelwetter
Kleine Collage von Blankenheim bei Eifelwetter
Ein lauschiger Picknickplatz darf nicht fehlen
Ein lauschiger Picknickplatz darf nicht fehlen

Charakteristik der Tour:

 

Diese wunderbare Eifel-Wanderung beginnt am Bahnhof Blankenheim Wald, den wir nach wenigen Minuten Autofahrt erreichen. Dort stellen wir unser Fahrzeug auf dem kostenlosen Wanderparkplatz ab und finden vor Ort direkt den Einstieg in die Burgenroute, dank großflächig aufgestellter Informationstafeln und perfekter Ausschilderung (weiße Burg auf braunem Quadrat).

 

Da es sich um eine Streckenwanderung handelt haben wir mit Hilfe unseres Herbergsvaters einen Ausdruck über die Abfahrtszeiten und die günstigsten Verbindungen vom Zielort Hellenthal zurück nach Blankenheim Wald ausgehändigt bekommen, was uns am Ende der Tour noch gute Dienste erweisen wird.

 

Die Streckenwanderung ist eine landschaftlich besonders reizvolle Ergänzung zum bestehenden Eifelsteig und beträgt 17 Kilometer, die für konditionierte Wanderer ohne besondere Anforderungen gut in 5-6 Stunden reiner Gehzeit zu meistern ist. Da wir unterwegs stilvoll speisen wollen planen wir den ganzen Tag ein, was sich als richtig bestätigen sollte, denn wir brachen erst um 10:30 Uhr auf und waren gegen 21:00 Uhr zurück in der Jugendherberge.

 

Um es vorweg zu nehmen: der Transfer zurück zum Blankenheimer Bahnhof  klappte mit Bus und Bahn am Wochenende problemlos, da wir trotz mehrfacher Pausen bereits um 17:30 Uhr am Busbahnhof in Hellenthal ankamen. 

 

Für ein gemütliches Picknick bieten sich mehrere Rastplätze unterwegs an, die Ausschilderung ist, wie beim Eifelsteig auch mit guten Wegweisern und Angaben zu den jeweiligen Distanzen vom Start- und Zielort perfekt ausgeschildert.

 

 

Es empfiehlt sich geeignetes Schuhwerk, der Weg verläuft über Waldwege, Wiesenwege,  und wunderschöne pfadige Abschnitte.

Insgesamt müssen im Aufstieg 458 Meter und im Abstieg 556 Höhenmeter überwunden werden. Es ist insgesamt eine mittelschwere Genusswanderung für Naturliebhaber und Burgenfreunde. So verbindet sich auf dieser herrlichen Tour ein Nationalparkerlebnis mit Kultur, es wird abwechslungsreich und historisch. Für Kinder ist die Strecke mit 17 Kilometern jedoch vielleicht zu anstrengend und zu lang, da es keine Möglichkeit zur Abkürzung gibt.

 

Es geht direkt los wie ich es liebe:  mit einem verwunschenen Pfad nimmt uns der Wald auf. Stille empfängt uns und so gelangen wir auf verträumten Wegen durch das wildromantische Wisselbachtal. Nach ca. 400 Metern folgen wir dem Wegweiser nach links weiter talaufwärts auf einem breiten Forstweg. So folgen wir dem Wisselbach und erreichen alsbald eine Landstraße (L 204) die wir überqueren. (Höhe Parkplatz Silberberg) Hier laufen wir ein kurzes Stück entlang der Straße bis wir nach nur wenigen Minuten rechts in das nächste Naturparadies abbiegen.

 

Vorbei an einer Kastanienallee vor hohen Tannen, die sich herbstlich vor dem immergrünen Wald farblich in Szene setzt, erreichen wir beim Eintritt in den Hochwald einen idyllischen Picknickplatz unter uralten Buchen und Eichen. Hier möchte man bleiben und die Zeit vergessen. Doch in Anbetracht der Streckenlänge machen wir uns bald auf und durchwandern auf bequemen Wegen den abwechslungsreichen Forst.

 

Nach knapp 6 Kilometern treffen wir wieder auf die Landstraße und laufen zum Paulushof. wo uns mit einem 'AVE' Maria aus einer kleinen Kapelle grüßt gehen wir nun nach rechts, dem Wegweiser folgend über eine wunderschöne Wiesenlandschaft mit Weitblicken in das nächste Tal hinab. So gelangen wir durch dichten Tannenwald in das Manscheider Tal. 


Goldener Oktober im Manscheider Tal
Goldener Oktober im Manscheider Tal

Bisher ist uns tatsächlich niemand entgegenkommen oder begegnet. Seit fast zwei Stunden wandern wir bereits auf Wildenburg zu und wir haben keine Menschenseele getroffen - und das an einem sonnigen Samstag.

 

So laufen wir durch das Manderscheider Tal und erreichen dort wo sich der Talgrund immer weiter öffnet einige Infotafeln, die sich mit der seltenen Vogelwelt insbesondere der Wasseramsel befassen. Wir lernen etwas über die Böden und die Nutzung der Agrarflächen.

In der nicht immer sommerlich warmen Eifel, sind die Möglichkeiten begrenzt, doch Not machte hier im sprichwörtlichen Sinne erfinderisch. Erneut überqueren wir die Landstraße, die sich nach links blickend malerisch als schmales Asphaltband kurvig durch die Hügellandschaft windet. Von Ferne her sind heulende Motoren von Motorrädern zu hören.

 

Auf dem folgendenen Wegabschnitt sehen wir wilde, nicht veredelte Apfelbäume die dick mit kleinen Miniaturäpfeln vollhängen. Längs des Weges stehen unzählige Sträucher mit den jetzt reif gewordenen Schlehen den sogenannten 'Eifel-Oliven' aus denen auch Schnaps gebrannt wird;  dazwischen einige Hagebuttensträucher deren Früchte rot in der Herbstsonne leuchten.

 

Plötzlich schwebt vor uns auf einem Bergplateau die Wildenburg. Romantisch  ist sie auf dem Bergkamm platziert und läßt die Herzen der Burgenliebhaber höher schlagen. Und die kommen hier auf ihre Kosten, denn vor uns liegt die einzige unzerstörte und niemals eroberte Spornburg des Rheinlandes. Kurz darauf geht auch schon ein schmaler Pfad nach rechts den Hang hinauf und nach der Querung eines Siefens erreichen wir die Zufahrtsstraße mit Parkplatz, die uns nach links hinüber zur Burgschänke führt. Eine Pause und eine Stärkung bei einem frisch gezapften Kellerbier haben wir uns jetzt verdient (Ruhetag Mittwoch und Donnerstag). Das Wetter ist noch so angenehm warm, dass wir uns schön windgeschützt auf die Aussichtsterrasse setzen können. Das tut gut, und gibt uns die Kraft um die zweite Etappe, die noch einige Steigungen für uns bereit hält, gut zu meistern.



Die Wildenburg stellt ein Baudenkmal von besonderem Rang in NRW dar. Sie gehört zur Nationalparkgemeinde Hellenthal und wurde in den Jahren zwischen 1202 und 1235 auf einem Bergsporn in 526 Metern Höhe erbaut. Sie gehört zu den wenigen Höhenburgen in der Eifel, die niemals durch Kriegseinwirkungen oder Abriss zerstört wurden. In Ihrer Bauausführung ist sie als Spornburg  geplant und ausgeführt, damit die einzige unzerstörte Spornburg in NRW.  In einem kurzen Video von Rur-Eifel-TV sind einige schöne Ansichten und Erläuterungen in nur 2:22 Minuten zusammengefasst. Mich fasziniert eine Besonderheit, die ich bisher in keiner Burg erleben konnte.

 

Im Jahre 1715 erwarben die Äbte vom Kloster Steinfeld die Burg und bauten den Palas in eine barocke Kirche um. So war der Kernbau der ehemals weltlichen Herrscher, der Dynastien von Reifferscheidt und Wildenberg in eine christliche Gebetsstätte umgewandelt worden. Wer genau hinsieht, bemerkt an der Außenfassade der heutigen Kirche die vermauerten Fenster des Obergeschosses vom ehemaligen Palas, ebenso hinter dem Altar rechts oben die vermauerte Türe die zu den dahinter liegenden Bauten mit der ehemaligen Kellnerei führte. 

Im Hexenturm kann man noch das Gefängnis mit einem im Boden eingelassenen Verlies, dem sogenannten Angstloch bestaunen. Die im Boden eingelassene Türe war vom darunter liegenden Verlies unerreichbar, da der fensterlose Raum fünf Meter tief ist.

 

16 Menschen verloren ihr Leben während der Hexenprozesse. Sie wurden  gefoltert, stranguliert und verbrannt. Wer also einmal im Burgverlies landete, dessen Tage waren gezählt. Eine Flucht war nahezu unmöglich. 

Heute können wir uns diese Situation des Mittelalters kaum mehr vorstellen. Das Standesamt der Gemeinde Hellenthal verfügt hier über eine Außenstelle. So können heute Menschen den schönsten  Tag des Lebens in der Burg begehen. Wer dazu mehr erfahren möchte schaut auf der Homepage vorbei. Wir haben die Mittagspause in dieser wunderschönen historischen Atmosphäre sehr genossen.


Verwunschene Pfade durch herbstlichen Wald-ein Träumchen
Verwunschene Pfade durch herbstlichen Wald-ein Träumchen

Über das Burggelände und an der Kirche vorbei folgen wir dem Logo der Burgenroute entlang der Burgmauer wieder talwärts auf schmalem Pfad und erreichen alsbald die Landstraße L 22 die wir überqueren. Dort beginnt auf der anderen Straßenseite der Aufstieg nach Zingscheid, gut dass wir uns gestärkt haben. Wir gewinnen an Höhe und erreichen eine ausgeschilderte Mountainbikeroute, deren Beschilderung uns nach links in Richtung Reifferscheidt schicken möchte. Hier halten wir uns jedoch rechts und finden das Logo der Burgenroute schon bald wieder. Rasch ist Zingscheid erreicht und wir laufen auf schönen Pfaden hinab in das nächste Tal.

 

Vorbei an einer langen Pferdekoppel erreichen wir die ersten Häuser von Reifferscheidt, wo uns vom Berg herab die Burg und Kirche in getünchtem weiß eindrucksvoll grüßen. Wir durchlaufen den Ort in Richtung Burgberg, nehmen dann jedoch den Weg nach links durch das Tal und umrunden den Burgberg auf stillem Weg bevor wir nach rechts aufsteigend das Matthiastor erreichen. Bevor wir nun an der Grundschule vorbei dem Logo weiter in Richtung Hellenthal folgen machen wir durch das Matthiastor natürlich einen Abstecher zur Burg! 

 

Dieses Örtchen Reifferscheidt ist schon deswegen besuchenswert, weil es bei der Landesausschreibung "Unser Dorf soll schöner werden" Gold gewonnen hat. Und so präsentiert sich uns ein geschlossenes mittelalterliches Dorfensemble fein rausgeputzt und sehr gepflegt. Einfach nur schön! Das hier einmal ein eindrucksvolles Renaissanceschloß stand, können wir kaum glauben, entnehmen aber einem alten Kupferstich auf den aufgestellten Informationstafeln einige spannende Details zur Geschichte des Ortes. Vom Turm des Bergfrieds haben wir einen 360 Grad Ausblick auf die Eifel und die nahen Ardennen auf belgischer Seite - ein lohnenswerter Eifelblick!

 

Bevor wir die Schlussetappe der Wanderung in Angriff nehmen stärken wir uns im Café Eulenspiegel bei Kaffee und Kuchen und genießen das schöne Ambiente.  Zurück am Matthiastor erblicken wir auf der gegenüberliegenden Seite das Schulgebäude und finden dort das Logo der Burgenroute wieder.


Einige Impressionen von Reifferscheidt bei schönstem Herbstwetter
Einige Impressionen von Reifferscheidt bei schönstem Herbstwetter

Zurück auf dem Weg wandern wir rasch aus dem Ort hinaus und wieder in die Natur. Es geht abermals durch ein Tal und zum letzten Mal für heute erklimmen wir die Höhe auf schönem Waldpfad. Inzwischen hat die Herbstsonne einen tieferen Stand und scheint strahlend schön durch das Dickicht der Fichtenschonung.

 

Am Sendemast vorbei erreichen wir eine Wegkreuzung mit Bank, wo wir eine schöne Aussicht auf Hellenthal genießen, bevor es ab hier nur noch abwärts dem Orte zu geht. 

Eine ruhige Waldpassage bringt uns nach Kirschseiffen und über ruhige Nebenstraßen errechen wir schließlich den Busbahnhof in Hellenthal, wo um 18:00 Uhr unser Bus NR. 829 nach Kall startet. Wer noch die Zeit hat kehrt in der alten Posthalterei auf ein Belohnungsbierchen ein, das haben wir uns heute wahrlich verdient!

 

Wer die Eifel auf mehreren Streckenwanderungen erkunden möchte findet in Hellenthal eine Tourismusinformation, einen großen Wildpark mit Vogelfreifluggelände und Greifvogelschau, ebenso die Jugendherberge von Hellenthal für die nächste günstige Übernachtung.  Und in Hellenthal starten viele Wanderwege, einer davon führt zum Kloster Steinfeld und von dort nach Blankemheim zurück. So könnte man ein Drei-Tages-Programm planen. 

 

Wir beschlossen unseren Wandertag im Burgverlies der Jugendherberge Blankenheim (deutlich weniger gruselig als im Burgverlies der Wildenburg) und können sowohl für die Tour als auch für einen Aufenthalt in der Jugendburg unsere ausdrückliche Empfehlung aussprechen. Probiert sie mal aus, die Zeitreise in die eigene Vergangenheit mit Erinnerungen an die eigenen Aufenthalte in der Jugendherberge gepaart mit dem Erlebnis mittelalterlicher Burgenromantik. Es lohnt sich!

 

Der zweite Tag beginnt nebelig, jedoch mit einem gemütlichen Sonntagsfrühstück inklusive Frühstücksei. Typisches Eifelwetter eben. Unsere Tischnachbarn vom Samstag sind auch noch da und so werden Pläne geschmiedet und Erfahrungen des Vortages ausgetauscht. Erlebnisse wie man sie nur in einer Jugendherberge so erleben kann. Heute steht also ein Schlechtwetterprogramm auf dem Plan. Mal sehen, was dabei heraus kommt?!


Fortsetzung folgt...

Das Eifelwochenende in Blankenheim begeisterte mich  mit einer Vielzahl neuer Eindrücke und vielen schönen Erlebnissen und bemerkenswerten Begegnungen.

Im September 2018 startete meine Kooperation mit dem Deutschen Jugendherbergsverband Rheinland, auf dessen Einladung wir das Wochenende in der  Burg Blankenheim verbringen durften. Dafür spreche ich an dieser Stelle meinen ausdrücklichen Dank dem DJH Rheinland aus. Mein Bericht soll  natürlich eine ehrliche Empfehlung an Euch sein, auch auf diesem Wege einmal unser Bundesland zu erkunden. Auch in zukünftigen Berichten werde ich hin und wieder mein Quartier in einer Jugendherberge beziehen, um von den dortigen Erlebnissen zu berichten. Dabei bleiben die Aussagen zum Aufenthalt  und die Bewertung immer die meinige. 

Unabhängig davon sind die Tourbeschreibungen, die ich individuell für Euch aufbereite und nur in den neuen Kontext gestellt habe.

Es ist, und ich glaube da stimmt auch jeder von Euch zu, natürlich immer eine persönliche Entscheidung, wo und wie man seine Wochenenden, Kurztrips oder Urlaube verbringen möchte. Der Aufenthalt in einer Jugendherberge eröffnet einem jedoch die Möglichkeit, wie keine zweite, die schönen Ziele unseres Bundeslandes neu zu erleben. Ich war jedenfalls begeistert über die Gastfreundschaft und die Unterkunft überstieg unsere Erwartungen. Da möchte ich diese Erfahrung nicht missen und freue mich mit Euch auf die nächsten Erlebnisse mit dem DJH. 

Ich bedanke mich für Eure Unterstützung und Euer Interesse an meinem Reiseblog, ohne die es diesen bereits 50. Tourbericht so nicht geben würde. Nun wünsche ich Euch viel Spaß, schöne Touren und tolle Erlebnisse  "Raus aus dem Alltag" - im wahrsten Sinne des Wortes. Herzliche Grüße und bis bald, Euer Matthias 


hier noch einige Endrücke von meiner Tour:


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Zur Weinlese in das Ahrtal

Ahrsteig und Rotweinwanderweg an einem Tag

Nur knapp eine Autostunde von Köln entfernt, befindet sich das liebliche Ahrtal mit seinem stellenweise mediterranen Mikroklima und einer Weinkultur, die nachweislich bis in die Zeit der Römer zurück reicht. Insbesondere zur Weinlese in den Monaten September und Oktober locken die Weinfeste der kleinen Dörfer die Wanderer und Touristen in diese malerische Landschaft, die zwischen schroffem Ahrgebirge und lieblichen Weinbergen immer neue, wechselnde Panoramen bietet. Ein Ausflug zum verlieben schön!

 

"Ja, ja, der Wein, das ist mein Element

in seinen goldighellen Liebesfluten

will ich gesund die kranke Seele baden"

Zitat von Heinrich Heine


Ein Meer von sanft geschwungenen Weinreben umgibt den Wohnmobilstellplatz Mayschoß
Ein Meer von sanft geschwungenen Weinreben umgibt den Wohnmobilstellplatz Mayschoß

Anfahrt

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte bis zum Bahnhof in Altenahr beträgt 64 Kilometer und dauert knapp eine Stunde.

 

Die Zieladresse für den Startpunkt lautet:

Bahnhof Altenahr.

 

Die Zieladresse für eine gute Parkmöglichkeit lautet:

Seilbahnstr. 32, 53505 Altenahr. Hier können auch Wohnmobile geparkt werden (Kein Übernachtungsplatz!)

 

Die Anreise ist mit der Deutschen Bahn natürlich problemlos möglich, die meisten Orte im Ahrtal verfügen über eine Bahnhaltestelle, oder einen Bahnhof.

So können ohne Probleme Streckenwanderungen geplant werden von Bahnhof zu Bahnhof - so wie bei dieser Tour.


Das System dieser Streckenwanderung ist simpel: man wandert vom Ausgangsbahnhof so weit man möchte und fährt vom Zielbahnhof (z.B. Mayschoß, Rech, Dernau) einfach wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wenn man das Wohnmobil in einem der Orte untergebracht hat, ist es noch einfacher, man fährt mit der Bahn zum Ausgangspunkt und läuft "nach Hause" zurück.  Die Bahn fährt am Wochenende stündlich ab Dernau zurück( z.B. 17:17, 18:17, 19:17 etc., Einzelticket ohne Vergünstigung ab 3,80 Euro p. Person. Angabe ohne Gewähr, stand 10.2018).

Highlights

Hier kommen die Highlights der heutigen Tour im Kurzüberblick, die für mehr als einen unvergesslichen Tag sorgen werden:

  •  Der Ahrsteig, eine Streckenwanderung von 110 Kilometern in sechs Etappen von Blankenheim nach Sinzig
  • Der Rotweinwanderweg, eine Streckenwanderung, unverlaufbar ausgeschildert, führt durch die Rebhänge des Ahrtals von Altenahr über Dernau, Bad Neuenahr nach Bad Bodendorf. Sightseeing und Wellness inklusive
  • Die Etappenorte sind heute: Altenahr mit Burgruine Are aus dem 12. Jahrhundert 
  • Mayschoß mit der ältesten und besten Winzergenossenschaft Deutschlands
  • Dernau, Zielort und Weindorf mit vielen tollen Einkehrmöglichkeiten und dem ältesten Weingut der Ahr
  • Der ganze Oktober steht im Zeichen der Weinfeste: jedes Wochenende im Oktober ist alljährlich Weinfest in Mayschoß!

Ja, ich gebe es zu: ich habe einen Faible für Rittergüter, Burgen und Schlösser. Da kann ich nicht anders als Euch ein romantisches, altes Gemäuer in Bad Neuenahr-Ahrweiler vorzuschlagen, als meine heutige High-End-Variante mit Romantikfaktor:

Nützliche Weblinks

Hier habe ich einige nützliche Weblinks zusammen getragen, die bei der spontanen Planung der Tour gute Dienste leisten:



Aussichten vom Ahrsteig
Aussichten vom Ahrsteig

Etappe Eins: Über Waldpfade von Altenahr nach Mayschoß

"Das Leben ist viel zu kurz um schlechten Wein zu trinken"

"Ohne Wein und ohne Weiber, hol der Teufel unsre Leiber"

zwei Zitate von Goethe

Hinweistafel am Startpunkt der Tour in Altenahr
Hinweistafel am Startpunkt der Tour in Altenahr

Die heutige Streckenwanderung ermöglicht uns einen ersten Eindruck von der faszinierend schönen Landschaft des Ahrtales und führt über 15 Kilometer von Altenahr bis Dernau. Die Strecke ist ohne besondere Anforderung für Wanderer mit einer gewissen Kondition gut zu schaffen und kann bei Bedarf bereits in Mayschoß am Bahnhof beendet werden, dann kommt man auf eine Strecke von knapp 10 Kilometer. 

 

Der besondere Reiz dieser Tour liegt in der Kombination von Ahrsteig und Rotweinwanderweg. So kommen wir in den Genuss beide Facetten des Ahrtales an nur einem Tag kennen zulernen. Einkehrmöglichkeiten aller Preisklassen liegen auf unserem Weg und eine Führung inklusive Weinprobe in der ältesten Winzergenossenschaft der Welt, die gleichzeitig die beste Winzergenossenschaft Deutschlands ist gibt dieser Tour einen schönen Höhepunkt. 

 

Wir starten am Bahnhof in Altenahr, wo sich die Tourismus Information des Ortes befindet. Hier kann man vom kostenlosen Flyer bis hin zum Wanderbuch alles mögliche bekommen. Vor dem Gebäude am Ahrufer mit Blick zur Burgruine Are aus dem 12. Jahrhundert befindet sich zur ersten Orientierung eine große Informationstafel über die Wanderwege im Ahrtal. So können wir uns sofort einen ersten Überblick über den Wegeverlauf machen, oder kurzerhand eine individuelle Rundwanderung hier planen.

 

Alle Wegstrecken sind unverlaufbar ausgeschildert und geben dem Wanderer die nötige Orientierung. Vor dem Abmarsch erkundigen wir uns auf der Fahrplantafel der Ahrtalbahn über die Abfahrtszeiten für den Rückweg. Nun kann es losgehen. Wir nehmen den schmalen Weg der parallel zur Ahr mit Geländer am Bahnhof vorbei führt (Fluss zur linken Seite) und folgend diesem mit einer 7 gekennzeichneten Weg durch die Unterführung der Bahnstrecke hinauf auf einem kleinen Steig bis zur ersten T-Kreuzung. 

 

An dieser Abzweigung halten wir uns links und erreichen nach wenigen Metern den ersten Wetterpilz mit schöner Aussicht auf das Ortsbild und die Burgruine auf der gegenüberliegenden Seite des Tales. 

 

Dem Weg weiter folgend erreichen wir nach einigen Stufen hinab den Sportplatz zur linken und den Waldspielplatz zur rechten Seite. Vor uns erblicken wir eine Brücke, die wir ignorieren und gehen hier rechts  nun wieder den Uferweg entlang.

 

Stille empfängt uns, das Zwitschern der Vögel und das Plätschern des Wassers sind bis zur Jugendherberge unsere Begleiter. Über das Gelände der Jugendherberge folgen wir der Ausschilderung des Wanderweges mit der "6" der uns hinter der Jugendherberge wieder in den Wald und wenig später in Kehren den Berg hinauf führt. An einer Wegspinne mit einer roten Bank angekommen, wenden wir uns nach links, weiter bergauf immer noch dem "Wegweiser 6" folgend.

 

So geht es auf bequemem Waldweg nun langsam aber stetig weiter bergan durch schönen Tannen- und Mischwald bis wir an einer U-Kreuzung auf eine weitere Bank treffen. Hier verändert sich der Charakter des Weges, wir folgen nicht länger dem Wirtschaftsweg der eine spitze Kehre nach rechts macht und zum Schrock und Steinerberghaus weiter bergan führt, sondern halten uns nach einer Verschnaufpause an der Bank links und folgen dem schmalen Pfad nach rechts; (links hinunter würden wir wieder absteigen zum Ahrtalweg).

 

EXTRATIP: Wer an der Wegspinne genau aufpasst findet dort, wo sich die Pfade kreuzen eine handgemalte Beschriftung mit "TL" vor. Hier verbirgt sich ein Highlight für Wanderer mit alpiner Erfahrung. Dem "TL" folgend, erreicht man in weniger als 15 Minuten das Gipfelkreuz der Teufelsley, ein alpiner Steig, ohne Sicherung mit Absturzgefahr - daher erfolgt das Begehen auf eigene Gefahr und ist nicht Teil unserer heutigen Wanderung!

 

Blick auf Mayschoß und die Burgruine Saffenburg
Blick auf Mayschoß und die Burgruine Saffenburg

Wir bleiben daher mit dem Weg nach rechts auf gleicher Höhe und folgen dem schmalen Wanderpfad der uns in Richtung Mayschoß führen wird. Nun folgt ein wunderschöner Wegabschnitt der Wanderherzen höher schlagen läßt.

 

Auf schmalem Pfad, teilweise gesichert geht es durch den Berghang in Richtung Mayschoß mit schönen Blicken durch die Bäume hinab ins Tal. Wir können uns vom ersten Aufstieg erholen, da der Weg nun eben verläuft und im weiteren Verlauf uns bergab nach Mayschoß führen wird.

 

An einer erhöhten Bank auf unserer rechten Seite und der Kennzeichnung "Wolfskul" auf einem Stein (ebenfalls rechts) teilt sich der Weg und wir müssen dort nach links hinunter (ohne Kennzeichnung!)um in den Ort zu gelangen. Wir verlassen den Wald und erreichen mit den ersten Weinreben nun eine Stelle mit schönem Blick hinab nach Mayschoß in das Tal, bis hinüber zur Ruine der Saffenburg.

 

Über die Brücke der Eisenbahnlinie kommen wir zum Wohnmobilstellplatz Mayschoß und freuen uns auf eine erste Pause im Bahnhof Mayschoß mit schöner Gastronomie und Biergartenterrasse. Alternativ sehen wir beim Erreichen der Straße, direkt vis-a-vis das große weiße Gebäude der Winzergenossenschaft Mayschoß, der wir heute einen Besuch abstatten wollen. An einem heißen Sommertag empfängt uns der angenehm kühle Keller, den wir im Rahmen geführter Touren besichtigen können-inklusive kleiner Weinprobe. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, denn schließlich befinden wir uns nun in der besten Winzergenossenschaft Deutschlands, ausgezeichnet mit dem Staatsehrenpreis!

 

Sollte Euch der Wein zu gut munden, bestünde die Möglichkeit die Wanderung hier zu beenden und ab Bahnhof Mayschoß mit dem Zug nach Altenahr zurück zu fahren, oder in den Rotweinwanderweg einzusteigen und über diesen nach Altenahr zurück zu laufen - ebenso lohnenswert.

 


Selbsterklärend - Winzergenossenschaft mit toller Kellerführung und Weinprobe
Selbsterklärend - Winzergenossenschaft mit toller Kellerführung und Weinprobe

Etappe zwei: über den Rotweinwanderweg nach Dernau

"Rotwein ist für alte Knaben, eine von den besten Gaben

man könnte meinen ein Zitat von Heinz Erhardt, jedoch tatsächlich von Wilhelm Busch

Traumblicke vom Rotweinwanderweg
Traumblicke vom Rotweinwanderweg

Im Anschluß an die Kellerführung  nehmen wir  die schmale Gasse links von der Winzergenossenschaft und laufen hinauf in die Weinberge. Vorbei am Campingplatz zur Burgwiese erreichen wir weiter oben unterhalb des Waldes eine T-Kreuzung an der wir rechts gehen. Hier befinden wir uns nun auf dem Rotweinwanderweg. (Würden wir hier auf dem Rotweinwanderweg links gehen, kämen wir ohne weitere Abzweigungen mit der Wegkennzeichnung der roten Trauben auch nach Altenahr zurück).

 

Es sind nur noch wenige Schritte bergan dann treten wir aus dem Schatten der Bäume hinaus in die Weite der Weinreben und Weinberge. Was für eine Aussicht! Fortan laufen wir ohne große Anstrengungen und nur mit moderaten Steigungen meist auf gleicher Höhe entlang  dem Balkon des Ahrtales, oberhalb von Mayschoß. Der Blick auf Ort und Kirche ändert sich nach jeder Kehre und gibt umwerfend schöne Blicke hinab ins Tal. Das hat die Mühen auf jeden Fall gelohnt. Nun gehen wir ohne weitere Abzweigungen den gesamten Rest des Weges bis Dernau entlang des Rotweinwanderweges - ca. 5 Kilometer sind es noch bis zum Ziel. Dabei spart der Weg nicht mit Ruhebänken an besonders schönen Stellen und wenn wir uns in der Winzergenossenschaft eingedeckt haben kann es ein besinnlich heiterer Verlauf der Wanderung bis zum Endpunkt in Dernau werden.

 

In den Monaten September und Oktober sind bei gutem Wetter Weinstände entlang des Weges aufgestellt, so dass wir von Federweißer über Roter Sauser bis hin zur Goldkapsel-Prämierung alle Qualitätsweine verkosten könn(t)en.

 

Im weitere Verlauf des Weges kommen wir bei einem außergewöhnlich schönen Winzerhof vorbei, dem Michaelishof. Das freut die Autofahrer und Antialkoholiker, denn hier werden Gut-bürgerliche Küche, Kaffee und Kuchen sowie Wasser und Softdrinks gereicht - ein idealer Platz für eine weitere Pause.


Der Michaelishof-im warmen Licht der späten Nachmittagssonne
Der Michaelishof-im warmen Licht der späten Nachmittagssonne

Nach verdienter Stärkung und einer schönen Pause, geht es los auf die letzte Teiletappe bis nach Dernau, die auch wieder sehr schöne Ausblicke auf die Weinanbauflächen und die bewaldeten Höhen des Ahrgebirges bietet. 

 

Wir bleiben der Wegkennzeichnung 'Rote Traube'/Rotweinwanderweg treu und wenn uns die Füße angesichts der kulinarischen Genüsse etwas lahm geworden sind, dann kann man die Strecke auch in der nächsten Ortschaft mit Namen Rech beenden, denn auch dort hält nur wenige hundert Meter unterhalb des Rotweinwanderweges die Ahrtalbahn, die uns zurück zum Ausgangspunkt bringen wird.

 

So kann man die Wegstrecke um gut drei Kilometer (bis nach Dernau) verkürzen und spart zeitlich eine gute 3/4-tel Stunde Zeit ein. Diejenigen, die bis Dernau weiterwandern haben sicherlich noch Zeitreserve und erleben einen schönen Streckenverlauf.

 

Und eines kann ich Euch versprechen: die Mühe wird belohnt! In Dernau angekommen befindet sich auf der gegenüberliegenden Ahrseite, jenseits der Brücke die Winzergenossenschaft Dernau mit einer schönen Terrasse und einer Einkehrmöglichkeit. Hier lohnt es sich zu stöbern und zu probieren, ebenso in der mittelalterlichen und malerischen Ortsmitte, wo es so manche urgemütliche Strausswirtschaft und das alte Weingut Schloßhof mit Straußwirtschaft gibt. 

 

Außerdem gibt es mit dem Hofgarten von Meyer-Näkel ein sehr gepflegtes Weinlokal mit leckeren Speisen und urig-gemütlichem Ambiente, direkt an der Kirche, aber auch viele andere namhafte Produzenten, wie beispielsweise Reinhold Riske, oder Erwin Riske.

 

Da muss man schon aufpassen nicht die letzte Bahn heimwärts zu verpassen.

 

 


Auf dem Rotweinwanderweg eröffnen sich uns imaginäre Türen zu neuen Erlebnissen
Auf dem Rotweinwanderweg eröffnen sich uns imaginäre Türen zu neuen Erlebnissen

Fazit Dieser einmaligen Erlebnis-Tour:

Dieser Ausflug ins Ahrtal ist in vielfacher Hinsicht als sehr lohnenswert einzustufen und eröffnet Euch ein wahres Feuerwerk an Freizeitmöglichkeiten nur eine Autostunde von Köln entfernt. Wer den kurzen Anreiseweg auf sich nimmt, erlebt einen Urlaubstag vom Alltag in einer völlig anderen Welt mit Natur, Kultur und Geschichte, die vom Regierungsbunker der jungen BRD bis zu den Römern zurück reicht.

 

Ein spezifisches Mikroklima, welches mancherorts mediterrane Flora und Fauna hervorbringt lässt hier Rebsorten und Weinreben von außergewöhnlicher Güte, Reinheit und besonderen Oechslegraden gedeihen. Aus diesem Grunde spricht die Wein-Fachpresse auch von Deutschlands "Rotweinparadies". Die Auszeichnungen spezifischer Weingüter mit Bestnoten der Landwirtschaftskammer und der Bundesweinprämierung sprechen seit Jahrzehnten für sich. 

 

Das Ahrtal hat sich auf den Tourismus in vorbildlicher Weise eingestellt und so kann jeder ganz nach seinen Wünschen die passenden Unterkünfte (unabhängig vom Geldbeutel) finden und erleben. Was allen gratis verbleibt ist das hier beschriebene Naturerlebnis, welches tatsächlich den Wunsch bestärken kann mehr zu erleben. 

Genau aus diesem Grunde bin ich sicher, dass auch nach mehr als 2.000 Jahren der Drang der Menschen für erlebnisreiche Stunden, Tage und Wochen im Ahrtal nicht abnehmen wird. In diesem Sinne wünsche ich Euch schöne Erlebnisse im Ahrtal mit dem letzten Zitat für heute:

 

"In vino veritas" - "Im Wein liegt die Wahrheit"

 

 

Ich wünsche Euch viele schöne Erlebnisse im Ahrtal und auch weiterhin mit diesem Reiseblog. Bis bald, es grüßt herzlichst Euer Matthias

 

Hier noch einige eindrücke von meiner Ahrtal-Tour:


Vine-art  in black and white
Vine-art in black and white

Take a walk on the wilde side
Take a walk on the wilde side

Good vineyards, good feelings
Good vineyards, good feelings
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Eifel Tour für Entdecker

Vom Wohnzimmer der Neandertaler und anderen Geschichten

Eine Tour, die Ihr als abwechslungsreichen Roadtrip unternehmen könnt. Dieser Tagesausflug in die Eifel bringt uns zu vier völlig unterschiedlichen Highlights, so dass am Ende des Tages sich automatisch das Gefühl einstellt, man hätte gleich mehrere Tage hier verbracht. Wie auch immer die Empfindungen sein mögen, es lohnt sich wirklich länger zu bleiben um dann beispielsweise am zweiten Tag noch die Burgenroute unter die Füße zu nehmen, wer weiß? Man kann sicher alles auch erwandern, muss man aber nicht. Also, ab geht die Post, lasst uns einen schönen Tag erleben!


Die Reise beginnt - im Wohnzimmer der Neandertaler
Die Reise beginnt - im Wohnzimmer der Neandertaler

Anfahrt

Die Tour beginnt bei der Kakushöhle. Aus den Ballungszentren Düsseldorf/Köln folgen wir ab Autobahnkreuz Bliesheim der A 1 in Richtung Trier und fahren an der Anschlussstelle Bad Münstereifel/Mechernich in Richtung Mechernich, wenig später über die B 477 in Richtung Vussem ab. 

 

Die Distanz von der Kölner Domplatte zu der Kakushöhle beträgt 63 Kilometer und dauert ca 0:45 Minuten.

 

Im folgenden nun die Adressdaten für die Navigation:

  1. Kakushöhle, Kakusstraße 0, 53894 Mechernich-Dreimühlen
  2. Kloster Steinfeld, Hermann-Josef-Str. 4, 53925 Kall
  3. Golddorf und Burg Reifferscheid, Zehntweg 5, 53940 Hellenthal
  4. Weißer Stein, Am weißen Stein 58, 53940Udenbreth/Hellenthal

Extra-Tip: Die Greifvogelstation-Wildfreigehege Hellenthal. Ein tolles Erlebnis für die ganze Familie mit großer Greifvogelflugschau! Adresse: Wildfreigehege 1, 53940 Hellenthal

Highlights

Hier kommen die Highlights für diese Tour im Überblick, die dafür sorgen werden, dass es Euch gelingen wird einen außergewöhnlichen Tag zu erleben:

  • Die Kakushöhle ist vermutlich über 300.000 Jahre alt und war nachweislich auch Wohnstätte der Neandertaler
  • Das Kloster Steinfeld, ist Pilgerstätte, Eifel-Dom und Raststation für Radfahrer, Wanderer und Autotouristen wie wir es heute sind
  • Dorf Reifferscheidt, Gold- und Silberprämierung  bei der Bundesausschreibung: "Unser Dorf soll schöner werden."
  • Weißer Stein, ein Ort in Udenbreth/Hellenthal, der einen mit fantastischen Fernsichten in den Bann zieht: gleichzeitig höchster Punkt im Rheinland!
  • Wildfreigehege Hellenthal
  • Die Burgenroute, unverlaufbares Wandererlebnis auf 16 Kilometer von Hellenthal nach Blankenheim Bahnhof. Wanderlogo weiße Burg auf braunem Quadrat, Streckenwanderung durch den Nationalpark, sehr schön, Detailbericht folgt in Kürze.

Nützliche Weblinks

Die nun folgenden weblinks sollen Euch weitergehende Informationen zur besseren Planung Eures Aufenthaltes bieten:

  • Die Kakushöhle wird in einem schönen kurzen Video des Rhein-Eifel-TV vorgestellt, hier der weblink dazu
  • Wohnmobilstellplatz am Weissen Stein, Am weißen Stein 58, 53940 Udenbreth/Hellenthal, Beschreibung der Fachzeitschrift promobil, ruhig in der Natur mit Grillhütten, Toiletten, Aussichtsturm, Strom, V/E.
  • Camping Dickerscheid, 20 Plätze für Tagestouristen, 90 Plätze für Saison- oder Dauercamper. Gepflegt, Preise seit 2014 nicht erhöht, zwei Personen im Wohnmobil ab 15,00 Euro, Highlight: Schlafen im Eifeler Holzfass, mehr Infos auf der Seite.
  • Inmitten des mittelalterlichen Dorfkerns von Reifferscheid findet sich in schöner Lage die Ferienwohnung Burghof, wo man so richtig entspannen und die Zeit vergessen kann.
  • Meine low-budget Empfehlung: die Jugendherberge Hellenthal mit toller Ausstattung und gratis wlan.
  • Die besondere Übernachtung erleben wir im Gästehaus Kloster Steinfeld, mein High End Tipp heute. Entweder klösterlich rustikal Übernachten zur inneren Einkehr, oder das Komforthotel auf gleichem Gelände nutzen


In der Kakushöhle spüren wir den Hauch der Menschheitsgeschichte
In der Kakushöhle spüren wir den Hauch der Menschheitsgeschichte

Highlights der Eifel erleben auf einer bequemen Tagestour als Roadtrip

Treppenstiegen im Karstplateau an der Kakushöhle
Treppenstiegen im Karstplateau an der Kakushöhle

Der Tag beginnt, wie er schöner nicht beginnen kann, mit Urlaub! Die Rucksäcke gepackt, die Literatur und Karten ins Wohnmobil und schon geht es wieder spontan los auf Entdeckertour.

 

"Aber heute will ich nicht wandern - sondern mal ganz einfach nur entspannen" sind die Worte, die uns dann diesen wunderschönen Tag bescheren. Schnell ist das erste Ziel gefunden: zur Kakushöhle soll es gehen, mitten in der lieblichen Eifellandschaft gelegen und umgeben von vielen römischen Relikten. Es ist die größte frei begehbaren Höhle in der Eifel.

 

Ich habe wieder eine Rundwanderung im Kopf beispielsweise nach Nettesheim zum Matronentempel, einer uralten römischen Kultstätte, vorbei an Relikten der alten römischen Wasserleitung hin zum alten Aquädukt bei Vussem, aber nicht wandern war ja die Vereinbarung.  Ok, denke ich mir, als wir am kostenfreien Parkplatz bei der Kakushöhle aussteigen, dann kommen wir zum Wandern halt noch einmal später wieder - das geht doch auch, oder? Jedenfalls werde ich die heutige Entscheidung aufgrund des folgenden Verlaufes ganz sicher nicht bereuen. 

 

Ein kleiner Kiosk mit Gartenterrasse ist am Beginn des Rundgangs geöffnet, das bietet uns die Möglichkeit einer Toilettennutzung und  eines Getränkes. So lassen wir die Anfahrt hinter uns und stimmen uns auf die nun folgenden Erlebnisse ein - die allesamt gratis zur Verfügung stehen. Die Kakushöhle liegt in einem schroff aufragenden Karsteinplateau von ca. 5,8 ha Größe und ist erschlossen durch Wege, Trampelpfade, Treppen und Handlaufsicherungen an den steilen Passagen. Es ist insbesondere für Kinder ein Genuss hier der Fantasie freien Lauf zu lassen und die Höhle zu erforschen.  Hinweistafeln helfen uns den Stellenwert dieses historischen Ortes besser zu verstehen und einzuordnen. Kleinere Rundwege sind angelegt, die zur Erkundung einladen.

 

 

Ein kurzer Spazierweg führt durch die Höhle hindurch hinauf auf das Plateau derselben und von dort auf einem Trampelpfad nach rechts hinüber über den prähistorischen Ringwall hinaus aus dem Wald und hinein in eine liebliche Eifellandschaft. Möglichkeiten zum Wandern gibt es in Hülle und Fülle in dieser Region.

 

Die nahe gelegene Pfarrkirche in Weyer liegt nur gute 20 Gehminuten entfernt und befindet sich vermutlich am Ort einer schon zu Römerzeiten angelegten Kultstätte. Dies schließen wir heute aus dem im Altar verbauten und bei Restaurierungsarbeiten entdeckten, römischen Matronenstein. Selbst wenn die Kirche geschlossen ist, erklären uns die aufgestellten Hinweistafeln gegenüber dem Eingang die wesentlichen Erkenntnisse der Archäologen, die diese hier durch Grabungen erschließen konnten.

 

Zurück am Parkplatz geht es nun über die Bundesstrasse auf verkehrsarmen Wegen, durch die schöne Eifellandschaft  hinüber zu unserem zweiten Ziel für heute. Den Anweisungen des Navigationsgerätes folgend, erreichen wir bereits nach wenigen Minuten das Kloster Steinfeld - den sogenannten Eifeldom. Bei dieser Zeitreise werden wir aus der Frühgeschichte der Menschheit über die römischen Relikte in die Zeit des frühen Mittelalters katapultiert. Die Gründung des Steinfelder Klosters geht zurück bis in das Jahr 920 nach Christus.

 

Beeindruckend erhebt sich hinter dicken Klostermauern die Kirche mit ihren weiß gestrichenen runden Doppeltürmen und ihrer über tausendjährigen Geschichte. Ein besonderer Ort, zur inneren Einkehr, zur Besinnung und zur Freude vieler mit ansprechendem Klosterladen und angeschlossenem Bistro-Café.

 

Wir stellen das Wohnmobil auf dem kostenfreien Parkplatz gegenüber dem Haupteingang des Klosters ab und betreten durch das Haupttor den Klosterhof.


Impressionen vom Kloster Steinfeld-dem sogenannten Eifeldom
Impressionen vom Kloster Steinfeld-dem sogenannten Eifeldom

Kloster Steinfeld-der Eifeldom

Die mächtigen weißen Doppeltürme strahlen über die Eifel als Landmarke
Die mächtigen weißen Doppeltürme strahlen über die Eifel als Landmarke

"Das Kloster Steinfeld ist ein Ort der Entschleunigung, des Gesprächs, des Austausches, der Entspannung, Besinnung und Erholung. Ein Refugium des Eintauchens in ein anderes Zeitmaß, fern der Rastlosigkeit der globalisierten Welt. Sie erfahren einen wundervollen Ort der christlichen Spiritualität, der den Glauben als besonderes Geschenk bereitet. Geleitet vom Auftrag des Gründers unseres Ordens, Pater Franziskus Jordan, leben und wirken wir Salvatorianer nunmehr seit 1923 im Kloster Steinfeld."Zitat von der Internetseite des Klosters Steinfeld

 

Die Gründungsgeschichte des Klosters beginnt vor mehr als 1000 Jahren im Jahre 920 nach Christus. Seit 1070 ist hier ein Kloster dokumentiert, welches in ununterbrochener Folge von 44 Äbten geleitet wurde bis zur Säkularisation im Jahre 1802. Unter Napoleon und der französischen Besatzung wird das Kloster aufgehoben, Gebäude werden abgerissen oder  verkauft, kostbare Kirchenfenster und Kunstgegenstände verschleudert.

 

Die heutigen Besucher erleben bei ihrem Besuch einen Baukomplex, welcher durch mehrere Jahrhunderte immer wieder umgestaltet und erweitert wurde. So sind die unterschiedlichen Kunst- und Baustile der Romanik, Gotik, Renaissance und des Barock im Kloster unter einem Dach vereint. Die anschaulichste Ausprägung des Barock findet sich in der Barockorgel aus dem 18. Jahrhundert, die in ihrer Bauart zu den bedeutendsten des Rheinlandes zählt. 

Das Kloster Steinfeld, seit dem Jahre 1923 Sitz der Ordensgemeinschaft der Salvatorianer, ist mit dem Grab des heiligen Hermann-Josef (1150-1241) auch Wallfahrts-und Pilgerstätte. Inmitten des Kirchenschiffes befindet sich die Grabplatte des Heiligen, geschaffen aus Alabaster im Jahre 1732. Hier legen die Gläubigen immer wieder frische Äpfel ab. Grund dafür ist der Legende nach die folgende Geschichte: Hermann Josef hatte sich schon als Kind der Verehrung der Mutter Gottes hingegeben, was ihn auch dazu bewog eine klösterliche Laufbahn einzuschlagen. Bei der Verehrung der Mutter Gottes in Köln in der Kirche Maria im Kapitol schenkte er ihr einen frischen Apfel. Dabei soll sich diese zu ihm niedergebeugt haben, und den Apfel aufgenommen haben.

Wenn wir nun bei einem Besuch in Köln diese Kirche besuchen, finden wir  vor dem Marienstandbild selbst heute noch immer wieder frische Äpfel vor, die bei der Anbetung Mariens dort von Gläubigen abgelegt werden.


Wir lassen es nach so viel Kirchen- und Klostergeschichte wieder ganz profan angehen und sehen uns im Klosterladen um. Hier gibt es ein kleines Bistro-Café und sehr schöne Bücher. Auch Produkte aus eigener Herstellung finden sich, ebenso wie Geschenkartikel, Kalender, touristische und kirchliche Literatur.

 

Wir bestellen  einen herzhaften Wurstteller und lassen uns dazu das Klostereigene Bier schmecken. So lässt es sich gut angehen.

 

Nachdem wir die Kirche, den Kreuzgang und den Laden ausgiebigst erkundet und besucht haben, geht es auch schon wieder weiter, denn ein drittes Highlight soll nun folgen. 

 

Wir stellen unser Navigationsgerät auf Reifferscheidt, Zehntweg 5, 53940 Hellental ein. Durch die Wälder, Höhen und Täler führt uns die Landstraße hinüber zum Dorf Reifferscheidt, welches wir nach kurzweiliger Fahrt auf einem Bergsporn erhöht vor uns liegen sehen.

 

Das ist schon ein toller Anblick, wenn wir aus dem Tal kommend auf dieses Fachwerkdorf mit seinen Wehrmauern um Kirche und Burgruine zufahren. Das weiße Fachwerk hebt sich gegen den blauen Himmel ab und thront förmlich vor unseren Augen auf der Anhöhe. Kurz überlege ich noch, ob ich die Strecke hinauf nun mit dem Wohnmobil fahren soll, verwerfe diesen Zweifel jedoch nach einem kurzen Fotostop und nehme die schmale Straße links hinauf, die mich bis vor das erste Wehrtor dieses mittelalterlichen Ensembles bringt. Zu meiner Freude befindet sich dort auch ein ausreichend großer Parkplatz, auf welchem wir unser Mobil abstellen können, um die kleine Ortschaft zu Fuß zu erkunden.

 

Welch ein malerisches Bild! Das hatte ich so nicht erwartet. Geradezu verschlafen und weltabgeschieden empfinden wir es hier, gerade so als wären wir nach den hektischen Großstädten und übervollen Autobahnen nun in einer völlig anderen Welt gelandet.  


Gold- und Silbermedallie für Reifferscheidt

Durch das Matthias-Tor betreten wir den kleinen Weiler Reifferscheidt und sind umgeben von dörflicher Idylle
Durch das Matthias-Tor betreten wir den kleinen Weiler Reifferscheidt und sind umgeben von dörflicher Idylle

Burgruine Reifferscheidt
Burgruine Reifferscheidt

Urlaubsstimmung überkommt mich ganz unwillkürlich beim Durchschreiten des Matthias-Tores. So ein Gefühl, wie ich es bei meinen Hinterland- und Dorferkundungen in Istrien/Kroatien hatte. Vielleicht kennt Ihr dieses Gefühl, wenn ihr in der Ferne etwas neues, schönes entdeckt, von dem man denkt, dass es so etwas 'zu Hause' ganz sicher nicht geben kann...

Ich bin begeistert, von diesem Kleinod, welches ich bis zum heutigen Tag nicht kannte. Selbst in meiner Ausflugskarte der Eifel ist die Ortschaft zwar als sehenswert gekennzeichnet, jedoch findet sich hierzu keine touristische Erwähnung, oder gar Empfehlung.

 

So scheint es mir tatsächlich noch so etwas wie ein Geheimtipp zu sein, denn der Parkplatz war frei und auch im Gartenlokal unterhalb der Burgruine haben wir die freie Platzwahl. Die Pächterin des Burgcafes Eulenspiegel weiß jedoch auch von turbulenten Tagen zu berichten, wenn Wandergruppen, oder eine Truppe Motorradfahrer ihr Lokal besuchen um hier zu pausieren und sich zu stärken. 

 

Und so ist das Burgcafe Eulenspiegel mit seinem Ambiente, der tollen Lage und seiner Atmosphäre auch mein Einkehrtip für den Besuch in Reifferscheidt. Aber zuvor müssen wir natürlich das Burggelände erkunden, und den Bergfried erstürmen, welcher ebenfalls gratis zur Verfügung steht. Über die Reste des alten Wehrganges erreichen wir die Wendeltreppe des Turms, die uns bis ganz hinauf zu einem der bekannten Eifelblicke führt. 

 

Die Mühen des Aufstiegs werden belohnt mit einer schönen Aussicht auf die uns umgebende Eifellandschaft, wo an klaren Tagen der Blick bis in die Ardennen reicht.

 

Die Geschichte des Ortes geht zurück auf das Jahr 1106. In diesem Jahr wurde die erste Burg Reifferscheidt im Krieg zwischen ihrem Besitzer Herzog Heinrich von Lothringen und Kaiser Heinrich IV. zerstört und wenig später an heutiger Stelle wieder neu aufgebaut.

Nach mehrmonatiger, erfolgloser Belagerung im 14. Jahrhundert wurde sie von den Truppen des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV erstürmt und das zwischenzeitlich hier entstandene prächtige Renaissanceschloß niedergebrannt. 


Ortsbilder Burg Reifferscheidt
Ortsbilder Burg Reifferscheidt

Weißer Stein -höchster geografischer Punkt des Rheinlandes

Eifelblick vom feinsten aus 700 Metern Höhe
Eifelblick vom feinsten aus 700 Metern Höhe

Selbstverständlich sollte man den Besuch der Pfarrkirche St. Matthias nicht versäumen. Die Kirche wurde 1130 geweiht und bewahrt in Ihrem Inneren eine geheimnisumwitterte Totengruft der Grafen von Reifferscheidt.

 

Natürlich kann man in diesem verträumten Ort auch romantisch kirchlich und standesamtlich heiraten, oder einfach ein romantisches Wochenende zu Zweit hier verbringen.

 

Wer Ruhe und Beschaulichkeit mag, wird die Ferienwohnungen die es hier zu mieten gibt, lieben. 

 

Wir folgen dem Tip der Inhaberin des Burgcafes und fahren zum Abschluss des Tages hinüber nach Udenbreth zur höchsten Erhebung des Rheinlandes. Hier befinden wir uns in der Nähe des Wild- und Greifvogelparkes Hellenthal, welcher ein denkbares Ausflugsziel für den kommenden zweiten Tag bietet. Alternativ nimmt man die Burgenroute, eine gut 16 Kilometer umfassende Streckenwanderung unter die Füße , oder fährt von hier aus weiter in den deutsch-belgischen Naturpark Hohes Venn.

 

Der Berg  `'Weissen Stein' ist mit 689,9 Metern Höhe die höchste Erhebung im Westen Nordrhein Westfalens und des Rheinlandes.

Hier finden wir im Winter 27 Kilometer gespurte Langlaufloipen vor.

Skipisten und Rodelbahnen mit Lift sind ebenfalls vorhanden.

Ein für mich bis dato eher unbekanntes Wintersportgebiet, da fiele mir für NRW bisher vorzugsweise das Sauerland ein.

 

Auf der Spitze des Bergplateaus finden wir einen schön gelegenen Wohnmobilstellplatz vor, mit Strom V/E, Toiletten-Häuschen, Grillplätzen und Unterständen. Zudem befindet sich dort ein 30 Meter hoher Aussichtsturm, der uns als höchter Punkt der Landschaft auf über 700 Meter Höhe bringt - Schwindelfreiheit vorausgesetzt!

Von der Aussichtsplattform des Turmes genießen wir am Ende dieses wunderschönen Ausflugstages den Sonnenuntergang mit einem 360 Grad-Panorama und sind begeistert von der Schönheit des Zitterwaldes und seiner Landschaft. Warum waren wir eigentlich noch nie hier? Gut, dass sich das nun geändert hat - wir kommen wieder!


Sonnenuntergang am Weissen Stein - vom Aussichtsturm gesehen
Sonnenuntergang am Weissen Stein - vom Aussichtsturm gesehen

Fazit dieses Eifel-Roadtrips:

Dieser Tag war wieder einmal der beste Beweis für das Motto dieses Reiseführers: Man muss sich nur auf den Weg machen - schön wird es von ganz alleine. Tatsächlich war es so, denn wir hatten nur anhand der Ausflugskarte "Nordeifel/Schwalm-Nette" von Allianz und Marco Polo einige aus unserer Sicht lohnenwerten Punkte markiert und zu einem Tagesausflug zusammengestellt. Dabei kam eine sehr abwechslungsreiche Tour zustande, die ich Euch mit dieser kleinen Geschichte nur wärmstens ans Herz legen kann. Schöne Erlebnisse sind  gleichermaßen garantiert für Erwachsene und ihre

Kinder!  Für Einkehrmöglichkeiten ist reichlich gesorgt, Kultur und Natur  sorgen für die Erweiterung unseres Bildungshorizontes und die Geschichte mit ihren Geschichten kommt ebenfalls nicht zu kurz. Den Tag kann der Wohnmobilist mit einem Lagerfeuer und einem Grillabend beschließen und somit dieser Tour einen romantischen Ausklang verleihen. Da bleibt mir nur noch mich für Euer Interesse zu bedanken und Euch schöne Erlebnisse zu wünschen in unserem Natur- und Nationalpark Eifel. Weitere Touren in dieser Region findet Ihr hier im Blog - viel Spaß! 

Versprochen ist versprochen: Hier nun meine zweite "Zeitreise" nach Reifferscheidt, zur Wanderung auf der Burgenroute mit dem folgenden Bloglink: Mittelalter pur - die Burgenroute in der Nordeifel. Ich wünsche Euch viel Freude beim schmökern.


hier noch einige Eindrücke von unserem Roadtrip:


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Der Künstlerweg

Eine alte Kultstätte und ein pädagogischer Weg zur Kunst

Schöne Sommertage mit hohen Temperaturen und wolkenlosem Himmel gab es im Juli und August 2018 wohl mehr als reichlich. Da musste man gar nicht in den Süden Europas fahren, denn die Temperaturen des Südens kamen zu uns. So fiel es mir nicht schwer, eine spannende kleine Wandertour zu unternehmen, die Euch ganz sicher interessieren wird und eine schöne Auszeit vom Alltag ermöglicht.

Doch bevor ich zuviel verrate, hier die Kurzgeschichte vom Künstlerweg an der Sieg. Viel Spaß beim lesen!


Traumhafte Aussichten im Siegtal, weniger als eine Fahrstunde von Köln entfernt
Traumhafte Aussichten im Siegtal, weniger als eine Fahrstunde von Köln entfernt

Anfahrt

Zum Ende des 19. Jahrhunderts war Herchen, dank des neuen Eisenbahnanschlusses beliebtes Erholungsziel bekannter Künstler, die hier logierten und malten. Angeregt durch die romantisierenden Darstellungen jener Zeit  löste dies zu jener Zeit einen ersten touristischen Boom aus.

 

Die Anfahrt ab Kölner Domplatte bis zum Bahnhof Herchen beträgt 60 Kilometer und dauert 54 Minuten. Kostenfreie Parkplätze im Ort vorhanden, ebenso ein kostenloser Wohnmobilstellplatz an der Sieg.

 

Mit Freunden und Familie das Wochenend-Ticket der Deutschen Bahn nutzen. Die Fahrtzeit mit der Deutschen Bundesbahn beträgt 47 Minuten. Kein Stau-kein Stress!

Highlights

Hier kommen die Highlights im Überblick, die es Euch ermöglichen einen Urlaubstag im Alltag zu erleben:

  • Künstlerweg Sieg, eine abwechslungsreiche Rundwanderung als Halbtagestour von ca. 5,8 Kilometern
  • Restaurant Löwenburg, Hot-Stone Gerichte, oder simpler Imbiss für den kleinen Hunger zwischendurch
  • Tretboot fahren auf der Sieg, ein Spaß für Kinder, an der Löwenburg
  • Kultstätte "Thingplatz" Herchen, Denkmal einer fragwürdigen Vergangenheit
  • Obstplantage "Appelhof" mit Hofladen. Obst und Gemüse aus eigenem Anbau, am 30.09.2018 ist großes Apfelfest
  • Erlebniswege Sieg, 19 Rundwanderungen und eine Streckenwanderung auf dem Natursteig Sieg in 8 Etappen für noch mehr Entdeckungen
  • Radweg Sieg, eine ausgewiesene Radroute durch das Siegtal von max. 60 Kilometern Länge, gut in zwei Tagen zu schaffen: Natur pur gespickt mit Burgen und alten Klöstern.

Nützliche Weblinks

Hier habe ich einige nützliche Weblinks zusammengestellt, die Euch die Planung des Ausfluges erleichtern und weitere nützliche Hintergrundinformationen liefern:

  • Wohnmobilstellplatz Herchen, kostenlose Übernachtungsmöglichkeit auf ruhigen Stellplatz in unmittelbarer Nähe zur Sieg, idealer Startpunkt zur Wanderung mit Infotafel und Ausschilderung
  • Löwenburg, keine website, aber ein gerne hinterlegter Facebooklink
  • Airbnb, eine uriges Knusperhaus für 1-2 Familien, oder Wandergruppen , ab 35,00 Euro die Nacht/pro Person. Ein Knaller! Stand 09.2018, ohne Gewähr meinerseits!
  • Low-Budget-Empfehlung: Jugendherberge Windeck-Rosbach
  • Eine Unterkunft, ohne Wohnmobil, sicherlich eine gute Alternative für mobile Menschen: Romantik Hotel Alte Vogtei
  • Natursteig Sieg, Naturerlebnisse für Wanderer mit mehr Zeit
  • Noch mehr Inspirationen? Hier geht es zum link für die Erlebnisschleifen Sieg
  • Obstplantage Appelhof


Impressionen aus dem Siegtal
Impressionen aus dem Siegtal

Licht und Schatten auf dem Künstlerweg-einfach schön!
Licht und Schatten auf dem Künstlerweg-einfach schön!

Was kann man erleben auf dem Künstlerweg Herchen? Eine berechtigte Frage und tatsächlich sind die Antworten darauf vielschichtig: 

 

Zum einen befinden wir uns auf einer Kurzwanderung von knapp 6 Kilometern Länge, die als Rundkurs Start und Ziel vereint. Dieser ist unverlaufbar ausgeschildert, beginnt optimaler Weise direkt am Wohnmobilstellplatz und führt uns durch einen Prallhang der Sieg auf teils schmalen Wanderpfaden (und damit nicht barrierefrei) zu wunderschönen Aussichtspunkten.

 

Zum zweiten werden uns hier Informationstafeln auf dem gesamten Rundweg dazu animieren, die Welt. oder besser noch die Umwelt mit dem Auge eines Künstlers zu sehen und zu interpretieren. Das ist ein spannender Prozess, der den eigenen Intellekt und den unserer Kinder fördert, so sie denn mit uns wandern.

 

Zum dritten handelt es sich um eine historische Tour, die uns zu den Staffeleipunkten der Maler des 19. Jahrhunderts führt (inklusive Erläuterung auf Hinweistafeln), was Kunstbeflissene dazu inspirieren mag, die eigene Staffelei an diesen Punkten zu platzieren um den Künstlern des 19. Jahrhundertes nachzueifern.

 

Und zu viert und guter Letzt führt uns der Weg zu einer Kultstätte des 1000-jährigen Reiches, welches nur 12 Jahre währte, aber zu den größten Verlusten und Repressalien unserer deutschen Nation führte. Nichts desto trotz ist dieses Denkmal aus heutiger Sicht nicht fragwürdig, sondern Symbolstätte einer fragwürdigen Vergangenheit. Ich bin mir sicher, dass unter der Gewichtung und Einschätzung des 21. Jahrhunderts, dies eine historische Versammlungsstätte ist, die im historischen Kontext des 20. Jahrhunderts unbedingt erhalten und restauriert werden muss, um damit dem kleinen Ort Herchen an der Sieg ein Alleinstellungsmerkmal zu verleihen, welches es so in NRW nur noch auf der Ordensburg Vogelsang ein zweites Mal gibt.



Natur pur an der Sieg-ein Genuss für Wanderer und Kanuten
Natur pur an der Sieg-ein Genuss für Wanderer und Kanuten

Kurz und gut, ich habe weder Geschichte studiert noch eine künstlerische Laufbahn vor mir, sondern bin auf der Suche nach einem schönen Wochenende mit diversen kulturellen Erlebnissen in schöner Natur bei den Erlebnisschleifen Sieg ausgekommen. Eine gute Wahl, wie sich bald bestätigen sollte.

 

Wir hatten an diesem sonnigen Urlaubstag vom Alltag die denkbar besten Rahmenbedingungen. Und diese sorgen dafür, dass Groß und Klein einen schönen Tag erleben werden, bei einer Kurzwanderung, einer Tretboot-Tour auf der Sieg und einem leckeren Essen in einer Restauration unserer Wahl.

 

Darüber hinaus ist das Siegtal natürlich lohnenswertes Ziel einer Kurzreise, denn es gibt hier den Natursteig Sieg inklusive 19 Erlebnisschleifen, von denen der Künstlerweg eine ist.

 

Auf schönen Treidelwegen entlang der träge dahin fließenden Sieg führt uns der Weg vorbei an der Löwenburg, die wir uns als Belohnung für die Rückkehr aufbewahren. Dort rechts hinauf zu den zwei Kanonen von Herchen. Mitten durch dieses Ehrenmal führt eine kleine Treppe über anschließend schmalem Pfad zum Thingplatz. Beeindruckt von der Mystik und Symbolik finde ich weniger den Platz fragwürdig als vielmehr die Pflege und den Umgang mit diesem.  Als Verantwortlicher für Kultur und lokalen Tourismus würde ich den Thingplatz heute restaurieren und einer ganz neuen Nutzung zuführen: Beispielsweise  für Osterfeuer, St. Martinsfeuer, mit Fackelzug und sonstigen Einschulungsfeiern, Gemeindefeiern, Vereinsfeiern o.ä. Natürlich nur in der Aufarbeitung des historischen Kontextes, der dem Fremdenverkehr dienlich ist und den  (Tages-) Touristen eine Reise wert sein wird. Hier ist Entwicklungspotential für die Zukunft erkennbar, denn ganz offensichtlich wird seit Jahren nicht mehr in das "unbequeme Denkmal" investiert. 

 

Über die zugewachsene Treppe des Thingplatzes erreichen wir den ersten wunderschönen Picknickplatz und Unterstand mit fantastischer Aussicht.

Im weiteren Verlauf geht es auf schmalen Pfaden durch wechselnden Mischwald immer entlang des Hanges, später wieder hinunter und über die Siegpromenade zurück zum Restaurant Löwenburg,wo wir uns eine Erfrischung gönnen.


Ein Tag im Siegtal

Eine Reise für einen kleinen Kurzurlaub in das Siegtal beinhaltet nicht nur die hier genannten Highlights einer zugegeben kurzen Rundwanderung, sondern hält auch noch mit weiteren Natur- und Kulturerlebnissen spannende Entdeckertouren  bereit.

 

In meiner Blogtour zum Mäanderweg, die zu den beliebtesten Touren meines Blogs  gehört, erlebten wir bereits wunderbare Naturerlebnisse auf der Wanderung zum Siegwasserfall, dem größten Wasserfall in NRW.

 

Das macht den Reiz dieses Blogs aus, denn Ihr findet zuverlässige Informationen zu verschiedenen Touren in einer spezifischen Region mittels derer sich ein Aufenthalt angenehm gestalten lässt.

 

Auch in Zukunft werde ich Euch weitere Ausflüge in das Siegtal empfehlen, denn es hat durchaus Potential für einen längeren Aufenthalt mit weiteren interessanten Touren und Geschichten zur Geschichte. Hier bieten sich die unterschiedlichsten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, ob wandern, Radfahren, Kanutouren, Pilgern, oder einfach nur relaxen und einkehren.

 

Nach der Wanderung nutzten wir aufgrund einer Empfehlung die Möglichkeit noch einige Einkäufe im Hofladen der Obstplantage Appelhof zu erledigen. Die Adresse lautet: Zum Appelhof 3, 51570 Windeck-Herchen.

Sicherlich kann man die Wanderung auch so erweitern, dass man diesen Hof in die Rundwanderung einbaut, dazu benötigt man natürlich die lokalen Wanderkarten. Wir fuhren also mit dem Wohnmobil hinauf zu diesem schönen Hof der mit phantastischen Fernsichten auf einer Anhöhe oberhalb von Herchen liegt. Die Zufahrtsstrasse führt als schmale Teerstrasse mitten durch die großen Obstplantagen und ich stellte mir vor, wie es wohl aussehen muß wenn Millionen von Obstblüten unter blauem Himmel mit Schäfchenwolken in weiß bis zart rosa in der Sonne leuchten.

 

Sofort kam mir in den Sinn, das diese Obstplantage doch eine vorzügliche Adresse für den Stellplatzführer Landvergnügen wäre. Wir werden ganz bestimmt im Frühjahr noch einmal wiederkommen!


Zufahrtsstrasse zur Obstplantage
Zufahrtsstrasse zur Obstplantage

Fazit meiner Kurzreise nach Herchen:

Nur etwas weniger als eine Autostunde von Köln entfernt finden wir hier in einem staatlich anerkannten Luftkurort alle erforderlichen Rahmenbedingungen vor, um eine beschauliche Auszeit vom Alltag erleben zu können. Dabei verlangt uns eine 5,8 Kilometer lange Rundwanderung nicht zu viel ab, so dass noch genügend Zeit verbleibt um  eine gemütliche Paddeltour, Radtour oder ähnliches zu unternehmen. Wer möchte bleibt gleich ein ganzes Wochenende und erwandert die  Rundtour auf dem Mäanderweg gleich auch noch.

Langeweile hat hier keine Chance und schöne Plätze findet der Ruhe- und Erholungssuchende in großer Anzahl.

Ich bedanke mich herzlich für Eure Unterstützung, euren Zuspruch und Euer Interesse an diesem Blog und wünsche Euch erlebnisreiche Stunden und viel Spaß beim ausprobieren. Bis bald, dann nehme ich Euch mit auf eine (Wohn-)mobile Erlebnisroute durch die Eifel mit einigen Highlights. Ich freue mich auf Eure Kommentare, liebe Grüße Euer Matthias

hier noch ein paar Eindrücke von meiner Tour:


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Entlang der Straße der Weserrenaissance

Mit dem Wohnmobil ins Land der Märchen und Sagen

Eine Kurzreise mit dem Wohnmobil für Romantiker. Weserrenaissance zum Verzaubern. Natur pur, Burgen, Schlösser und mittelalterliche Städte. Laue Sommernächte im Weserbergland. Märchen, Sagen und Legenden - von Rattenfängern und verschwundenen Kindern;  einem Lügenbaron von Münchhausen  und fliegenden Kanonenkugeln. All das und noch viel mehr gilt es zu erleben in der nun folgenden Kurzgeschichte über mein Wochenende im Grenzgebiet zwischen NRW und Niedersachsen. Lasst Euch überraschen, eine Reise in diese Region verspricht viele tolle Erlebnisse! Viel Spaß wünsche ich Euch nun  bei dieser spannenden Entdeckertour ins Abenteuerland:


Altstadt und Rattenfängerhaus Hameln am späten Nachmittag
Altstadt und Rattenfängerhaus Hameln am späten Nachmittag

Anfahrt

Es gibt nicht nur eine Zieladresse, da wir gemeinsam eine Rundfahrt machen werden.

Im folgenden also für die Navigation einige Adressen. Ab Kölner Domplatte bis zum Campingplatz Hameln am Weserufer sind es 259 Kilometer und ca. 2:50 Stunden Fahrtzeit.

 

Selbstverständlich kann die Anreise auch mit dem Zug erfolgen, was ca. 4 Stunden beanspruchen wird.

Hameln bietet sich als Standort an, um von hier sternförmig Ausflüge zur Hämelschenburg, nach Rinteln, zur Schaumburg und zur Paschenburg zu unternehmen. 

 

Die Fahrt vom Campingplatz Hameln zum Schloss Bückeburg (Stellplatz vor Ort) beträgt 31 Kilometer und ca. 30 Minuten Fahrt.

 

Die Fahrt vom Schloss Bückeburg zum Wohnmobilstellplatz Bad Pyrmont beträgt 51 Kilometer und ca. 57 Minuten Fahrtzeit.


In diesem geografischen Dreieck, welches ich befahren habe gibt es sagenhafte sieben Schlösser. Die EAC GmbH mit Sitz auf der Marienburg hat eine sehr informative Seite ins Netz gestellt, für all diejenigen die mehr Kultur erleben wollen, oder schlichtweg länger Zeit haben. Hier mein recherchierter weblink: www.siebenschloesser.de 

Highlights

Hier kommen sie wieder, die Highlights im Kurzüberblick, welche für unvergessliche Stunden sorgen werden:

  • Altstadt und Rattenfängerstadt Hameln, ein Rundgang durch die Stadt der Lust auf mehr macht.
  • Schloss Hämelschenburg inklusive Schlossführung, nach 17 Generationen immer noch in Familienbesitz dank eisernen Erbregelungen,
  • Altstadt Rinteln, das Kleinod der Weserstädte in der Nachbarschaft zu Hameln weiss mit eigenen Reizen nicht zu geizen, dazu zwei Burgen, für den der die Zeit dazu hat.....
  • Das Weserbergland, eine Ferienregion in Deutschland über die es ganze Reiseführer gibt, hier in meiner Schilderung also nur ein bescheidener Ausschnitt
  • Schloss Bückeburg inklusive Schlossführung
  • Mausoleum Bückeburg: das drittgrößte weltweit mit der größten goldenen Mosaikdecke in Europa (500 m²)
  • Der einzigartige Palmengarten im Kurpark von Bad Pyrmont
  • Deutsche Ferienstraße der Weserrenaissance

Nützliche Weblinks

Hier kommen einige nützliche weblinks, die bei der Planung der Kurzreise nützliche Informationen liefern:

  • Wohnmobilstellplätze in Hameln: davon gleich zwei: den Wohnmobilstellplatz mit Bewertungen von promobil und den Campingplatz Hameln mit 20 Stellplätzen am Weserufer - toll!
  • Ein Campingplatz den ich empfehlen kann, bietet auch "chalets" zur Miete: Campingplatz Doktorsee bei Rinteln
  • Wohnmobilstellplatz am Schloss Bückeburg, vom ADAC 2018 empfohlen
  • Campingplätze gibt es reichlich entlang der Straße der Weserrenaissance
  • Wohnmobilstellplatz Bad Pyrmont, mein erstes verlinktes Video, ziemlich informativ und passend (Stand 08.2018)
  • Schloss Hämelschenburg, in Privatbesitz nur mit Führung zu besuchen; weblink mit Hinweisen zu Preisen, Zeiten und Barrierefreiheit
  • Schloss Bückeburg, auch heute noch erster Wohnsitz der Fürstenfamilie zu Schaumburg Lippe, ist nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen, ein traumhaftes Interieur mit Götterpforte und großem Saal, Mausoleum und einziger Hofreitschule Deutschlands!
  • Alternativer low-budget Tipp: Jugendherberge Hameln, hier verschwinden keine Kinder spurlos
  • Meine High-End Empfehlung: 5-Sterne-Superior-Schlosshotel Münchhausen, für Hochzeiten und betuchte Menschen sicher eine Location erster Wahl!


Die protestantische Kirche aus dem 16. Jahrhundert spiegelt sich romantisch  im Schlossweiher der Hämelschenburg
Die protestantische Kirche aus dem 16. Jahrhundert spiegelt sich romantisch im Schlossweiher der Hämelschenburg

Hämelschenburg - Heimat von Frau Holle und das schönste Werk der Weserrenaissance

Höhepunkt der Weserrenaissance: Schloss Hämelschenburg
Höhepunkt der Weserrenaissance: Schloss Hämelschenburg

Liebe Blogleser, heute lade ich Euch dazu ein, ein Wochenende mit mir zu erleben mit wunderschönen, fast märchenhaften Erlebnissen. Denn diese Zwei-Tages-Wohnmobiltour entführt euch auf ein Teilstück der deutschen Ferienstraße der Weserrenaissance, welches mit Kunst, Kultur und Historie begeistert.

Dabei erhebt mein kurzer Reisebericht keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit in der Berichterstattung über sämtliche Sehenswürdigkeiten dieser Region, sondern stellt nur eine engere Auswahl vor. Wer sich da mehr Informationen wünscht, als ich hier zu leisten im Stande bin, sollte sich beispielsweise den Dumont-Bildreiseführer 'Weserbergland' besorgen.

 

Der Schwerpunkt meiner Berichterstattung liegt dieses Mal auf der Retrospektive einer Wohnmobil-Tour entlang der Straße der Weserrenaissance mit meinen Empfehlungen zu verschiedenen Besichtigungen und Einkehrmöglichkeiten. Selbstverständlich kann man in dieser Ferienregion ganz tolle Fahrradtouren unternehmen-z.B. auf dem Weserradweg.  Wanderungen auf Premiumwanderwegen mit gekennzeichneten Rund- und Streckenwanderungen könnt Ihr erleben auf dem Weserberglandweg mit 225 Kilometern und 13 Etappen. Alternierend eine Kanutour auf der Weser?!

 

Da es mir so ausgezeichnet gefallen hat, werde ich zum Zwecke einer Berichterstattung über diese Freizeitmöglichkeiten zu gegebener Zeit zurückkehren um darüber zu berichten. Es ist gewiss lohnenswert  sich diese Landschaft auch aus dem Blickwinkeln eines Radfahrers und Wanderers zu erschließen.

 

Wir beginnen unsere Tour am Schloss Hämelschenburg. Das hat einfache logistische Gründe. Am Tag unserer Besichtigung kletterten die Temperaturen auf über 30 Grad Celcius und wir erhofften uns im Schloss kühlere Temperaturen. Diese Einschätzung ging in doppelter Hinsicht auf! Das Schloss ist nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen. An diesem so heißen Tag waren wir mit einem weiteren Ehepaar die einzigen Besucher. Das war sicher für die nette Dame , die uns die Schloßführung ermöglichte, eine deutliche Entspannung im Vergleich zu manch sonstigen Führungen. So bekam unser Besuch sogar einen Hauch von Exklusivität, denn sie konnte viel individueller auf unsere Fragen eingehen und uns wurde klar: 'Das Schloss ist mit seiner über 500 Jahre währenden Geschichte eine Legende!'  

Eingangstüre zum heute noch privat genutzem Schlossbereich mit den Familienwappen der Fürsten
Eingangstüre zum heute noch privat genutzem Schlossbereich mit den Familienwappen der Fürsten

Nirgendwo in Deutschland, gar in Mitteleuropa,  findet sich eine solche Dichte an Renaissancebauten wie im Weserbergland. Das macht diese Region so einzigartig und reich an Kulturschätzen.

Die Hämelschenburg ist ein Hauptwerk und somit besonderes Beispiel der Architektur der Weserrenaissance von märchenhafter Schönheit.

Das vollständig erhaltene Rittergut befindet sich seit 1437 im Besitz der Familie Klenke und wird bis heute von dieser als Hauptwohnsitz bewohnt und  nachhaltig bewirtschaftet!

 

Wir können unser Fahrzeug auf einem kostenlosen Parkplatz (Stand 08.2018) abstellen. Bei der Schloßführung werden das Bauwerk und die Architektur der Weserrenaissance eingehend erläutert, ebenso die wechselvolle Geschichte einer welfischen Adelsfamilie. Das Schloss wurde immer bewohnt und nie zerstört. Im 30-jährigen Krieg machte man Geschäfte mit den Besatzern und hielt diese mit außergewöhnlichem Verhandlungsgeschick von Plünderungen und Zerstörungen ab.

 

Ebenso während der Diktatur der Nationalsozialisten (1933-45), konnte der Hausherr (als Gegner der Bewegung) Übergriffe auf das Personal abwenden und Fremdbestimmung, oder gar Enteignung entgehen.  Einziges Zugeständnis an jene Zeit ist die Durchgangsstraße, welche auf Anweisung der damals Regierenden ohne Pardon mitten durch das Gut gebaut wurde um den Aufmarsch auf die Kult- und Versammlungsstätte 'Bückeberg'  zum jährlichen "Reichserntedankfest" zu ermöglichen und zu vereinfachen. 

 

Das Schloßcafé mit Biergarten und Museumsladen lädt zum Verweilen ein. Hier gibt es einige ausgesuchte Artikel zu den Themen des Schlosses, sowie Kunst -und Handwerksprodukte aus dem Weserbergland. Idyllische Wege laden ein zu einem kleinen Spaziergang, der  bei der Kirche hinunter zur alten Mühle führt, ein Stück entlang des Baches und dann zurück durch das Dorf wieder beim Schlossweiher einmündet. Auf dem Wanderparkplatz am Schloss steht zudem eine große Hinweistafel, die über Radwanderwege und fünf ausgezeichnete Rundwanderungen um die Burg in unterschiedlicher Länge Auskunft gibt. So kann man beispielsweise von Hameln kommend das Schloss auf ausgezeichneten Radwanderwegen erreichen, oder von hier eine Tour starten.


Die Hamelner Altstadt ist mustergültig renoviert und glänzt mit Fachwerkfassaden aus mehreren Jahrhunderten
Die Hamelner Altstadt ist mustergültig renoviert und glänzt mit Fachwerkfassaden aus mehreren Jahrhunderten

Hameln: Schauplatz der Geschichte vom Rattenfänger und altes Fachwerk in neuem Glanz

Altstadtkirche und Rathaus mit Glockenspiel
Altstadtkirche und Rathaus mit Glockenspiel

Nach der Schloßbesichtigung und einem herrlichen Cappucino im Schloßcafé ging es zurück nach Hameln um zu fortgeschrittener Nachmittagstunde die Altstadt auf dem Altstadtrundgang (Wegekennzeichnung durch eine bronzene Ratte im Gehwegpflaster) zu erkunden.  Parkplatzmöglichkeiten gibt es in einer ausreichenden Menge, die am Wochenende von Gebührenfrei bis Gebührenpflichtig (Parkhäuser) reichen. Ein wenig suchen lohnt sich schon zum Geld sparen -alternativ direkt den Campingplatz, oder Wohnmobilstellplatz anfahren.

 

Die "Rattenfängerstadt" ist die bekannteste Stadt des Weserberglandes und neben Lemgo das Zentrum der Weserrenaissance. Und diese Tatsache hat sie zu einem großen Teil einer besonderen Frau zu verdanken: Elsa Buchwitz, (geboren 1929, gestorben 1997) war als deutsche Kommunalpolitikerin und Aktivistin, eine vehemente Verfechterin einer denkmalgerechten Altstadtsanierung. Ihr ist es zu verdanken, dass Pläne zum Abriss und zur Modernisierung des Stadtbildes im Zeitgeschmack der 1970-er und 80-er Jahre keine Umsetzung fanden! So können und dürfen wir Besucher ein einheitliches, geschlossenes mittelalterliches Stadtbild genießen. Die Hamelner sind heute stolz auf die Geschichte und das Erscheinungsbild Ihrer Stadt, die im 11. Jahrhundert an der Kreuzung mehrerer Handelswege entstand und bereits 1200 Stadtrechte erhielt. Hier wurde Markt gehalten, die Stadt prosperierte, wuchs, wurde umfriedet und  mit 22 Türmen befestigt von denen heute noch zwei erhalten sind.

 

Bis heute  wurde fast die gesamte Innenstadt  zur Fußgängerzone umgestaltet und jedes alte Fachwerkhaus dort behutsam saniert und restauriert. So schlendern wir heute vorbei an manchen Fassaden, die schon 500 Jahre alt sind. Gaststätten, Cafés, Restaurants und Innenhöfe laden zum Verweilen ein, schnuckelige Altstadtgassen und Plätze geben immer neue Blickwinkel frei und an jedem Sonntag im Sommer lockt das Schauspiel um den berühmten Rattenfänger hunderte Schaulustige zum kostenlosen Bühnenspiel  um 12:00 Uhr auf der Hochzeitshausterrasse.

 

Kulinarische Tipps könnte man viele nennen, einen besonderen möchte ich persönlich weitergeben: das Pfannekuchen- und Weinhaus von Elsa Buchwitz. Ja, auch das hat sie ins Leben gerufen und seit 1983 werden hier die leckersten Pfannkuchen des Weserberglandes in uriger Gemütlichkeit den Gästen gereicht. 


Freilichtbühne Hameln 2018-Der Rattenfänger: Eine Geschichte von Wortbruch und Rache
Freilichtbühne Hameln 2018-Der Rattenfänger: Eine Geschichte von Wortbruch und Rache

Der Rattenfänger von Hameln: eine weltberühmte Sage

Bis in unsere Tage fasziniert die Geschichte des Rattenfängers Eltern und ihre Kinder und jagt uns einen kleinen Schauer über den Rücken. Es wird erzählt das im Jahre 1284 die Stadt von einer großen Rattenplage heimgesucht wurde. Die Stadtväter wussten sich keinen Rat, bis zu jenem Tag an dem Ihnen ein charismatischer Flötenspieler einen Handel vorschlug: er versprach, dass er imstande wäre die Ratten für immer aus der Stadt zu locken, einzig und alleine mit dem bezaubernden Spiel auf seiner Flöte, wenn Sie ihn dafür fürstlich entlohnen würden. Man ging den Handel nach anfänglichem Zögern wohl eher ungläubig ein, denn alle dachten, dass den Ratten doch nicht mit dem Spiel einer Flöte beizukommen sei. Doch das Wunder geschah und die Ratten folgten dem Rattenfänger aus der Stadt hinaus. Als dieser zurückkehrte um den vereinbarten Lohn für seine gute Tat einzufordern verweigerten ihm die Stadtoberen die ausgehandelte Bezahlung und brachen somit ihr Wort, dass sie dem Rattenfänger gegeben hatten.

Erzürnt und wütend über diesen Wortbruch und so viel Niedertracht sann der Rattenfänger auf Rache - und die ließ nicht lange auf sich warten.

Am darauf folgenden Tag meldeten sich immer  mehr besorgte Eltern, dass ihre Kinder nicht nach Hause gekommen seien. Was man erst als Bagatelle oder kurzzeitiges Davonlaufen abtat, stellte sich schnell als die größte Katastrophe der Stadtgeschichte heraus. Denn einige Augenzeugen wussten zu berichten dass dem Flöte spielenden Rattenfänger 130 Kinder der Stadt zum Stadttor hinaus gefolgt seien. Sofort sandte man Reiter aus um die Kinder zu suchen, doch bis zum heutigen Tage hat man keines der Kinder je wiedergesehen.

 

Das diese Geschichte weltbekannt ist, zeigte sich am 13. August 1992 im Weserberglandstadion vor den Toren Hamelns. Der King of Pop, Michael Jackson, war von Märchen und Sagen so begeistert, dass er auch von dieser Geschichte hörte. Und so kam es dass er auf seiner Welttournee unbedingt nach Hameln kommen wollte um dort zu spielen, was er dann auch vor begeisterten 25.000 Fans tat. Den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt hat er dann auch noch vollzogen. Damit hätten die Hamelner Fans wohl niemals gerechnet.

 

Und vermutlich hat diese Geschichte einen weiteren weltberühmten Musiker und Komponisten berührt: kein geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart schrieb in seinem letzten Lebensjahr die Oper "Die Zauberflöte", welche am 30. September 1791 uraufgeführt wurde. Das etwa dreistündige Werk zählt zu de weltweit bekanntesten und häufigsten inszenierten Opern. Aber der Zusammenhang ist nirgendwo sicher belegt und die Geschichte ist auch eine völlig andere. Einzige Parallele ist der Zauber des Flötenspiels......


Ein Sommerabend in Rinteln

Sommerabend in der Altstadt von Rinteln
Sommerabend in der Altstadt von Rinteln
Rathaus und Kirche Altstadt Rinteln
Rathaus und Kirche Altstadt Rinteln

Am Abend des gleichen Tages wollten wir nach dem hervorragenden Pfannkuchen uns noch etwas die Beine vertreten. So folgten wir einem Ausflugstipp unseres Gastgebers und fuhren an diesem warmen Sommerabend ins nahe gelegene Rinteln.

 

Die ehemalige Universitätsstadt bietet ein geschlossenes Stadtbild von Fachwerk- und Ackerbürgerhäusern und wurde bereits im Jahre 1230 planmäßig angelegt. Das Schachbrettmuster der Altstadtstraßen und Gassen erinnert uns an diesen Ursprung. Neben Hameln verfügt auch Rinteln über einen ungewöhnlich reichen Bestand an Fachwerkbauten.

 

Das alte Zentrum der Stadt liegt direkt am Weserufer. Hier kann man dem Urlaubstag einen perfekten Ausklang geben. Rund um den Marktplatz sind die Cafés, Bistros, Restaurants geöffnet und haben ihre Stühle und Tische hinaus gestellt. Ob mit einem Aperol-Spritz oder einem schönen Eisbecher, ganz egal, es ist einfach schön in der verkehrsbefreiten Altstadt zu sitzen inmitten der angestrahlten Gebäude und die Atmosphäre zu genießen.

 

Besonders sehenswert ist die Kirche St. Nikolei. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt mit ihrem markanten barocken Kuppelaufsatz auf dem Turm. Der Marktplatz ist umgeben von einem geschlossenen Ensemble restaurierter Fachwerkhäuser und seit dem 13. Jahrhundert in seiner ursprünglichen Form erhalten. Im prächtigsten Gebäude des Marktplatzes, dem früheren Rathaus mit seinem Stufengiebel befindet sich der Ratskeller, der eine Top-Location für kältere Tage bietet.

 

Die Eulenburg ist ein Burgsitz aus dem 16. Jahrhundert und beherbergt heute das Stadtmuseum. Über mehrere Etagen werden dem Besucher fünf Themenschwerpunkte in einer Dauerausstellung . Spannend ist die Geschichte der Hexenverfolgung im Schaumburger Land. Die Ausstellung läßt einen Hexenprozess in Rinteln im Jahre 1654 durch Hörstationen wieder aufleben. 

 

Die Weserbrücke ist erwähnenswert: Sie überspannt den Fluss ohne Brückenpfeiler im Wasser mit 85 m lichter Weite. Am Abend wird sie schön beleuchtet und führt zur wohl angesagtesten Summerlocation, dem "Bodega-Beach-Club". Hier ist ausgelassene Partystimmung und Tanzen bis tief in die Nacht unter freiem Himmel mit Palmenstrand garantiert. Ein toller Abschluss eines fantastischen Tages!


Schloss Bückeburg, Mausoleum  und die staatliche Hofreitschule

Hauptansicht Schloss Bückeburg
Hauptansicht Schloss Bückeburg

Am zweiten Tag ging es nach ausgiebigem Frühstück zum Schloss Bückeburg. Direkt auf dem Schlossgelände befindet sich der Wohnmobilstellplatz mit Strom, V/E und Wasser zu günstigen Konditionen. Dieser Stellplatz bietet 20 Wohnmobilen ein Zuhause und kostet nach Bedarf und Saison zwischen 6,50-9,50 Euro je Nacht. Mehr Informationen findet Ihr unter dem oben genannten weblink. Ein Highlight für Camper ist ganz bestimmt der Campingplatz "Großer Weserbogen" mit Badesee, Strand und allen erdenklichen Annehmlichkeiten.

 

Das Schloss Bückeburg ist ein prächtiges Renaissanceschloß. Seit über 700 Jahren befindet sich es im Besitz des Hauses Schaumburg-Lippe und verfügt über Prachtsääle aus vier Jahrhunderten! Ein Gesamtkunstwerk von außergewöhnlichem Rang ist die goldene Götterpforte. Besichtigungen des Schlosses sind nur im Rahmen von informativen und spannenden Führungen möglich. Die Zeit kann man prima im Schloßcafé, oder im Museumsshop überbrücken.

 

Ein Superlativ befindet sich im Schloßpark: das weltweit größte Mausoleum in Privatbesitz.  Es handelt sich um die Begräbnisstätte des Fürstenhauses Schaumburg -Lippe. Im Inneren befindet sich die größte Goldmosaikkuppel Mitteleuropas. Stellt Euch mal folgendes kurz vor: Euer Wohnzimmer hätte eine Zimmerdecke aus purem Gold. Dann kämen unbezahlbare Summen zustande, bei 20-40 m² Zimmerdecke. Wenn wir den Eingang des Mausoleums hinter uns gelassen haben stehen wir unter einer Goldkuppel von unglaublichen 500 m²! 

 

Das dritte Highlight befindet sich gegenüber dem Schloß und lässt die Herzen aller Pferdeliebhaber höher schlagen: die einzige staatliche Hofreitschule in Deutschland. Mit dem Ticket für die Schloßführung erwirbt man gleichzeitig die Eintrittskarte in den Marstall, wo die schönsten (und wahrscheinlich teuersten) Pferde der Welt  stehen. Bei über 250 Shows pro Jahr werden im Reethaus höchst interessante Reitkunstvorführungen  dargeboten, welche uns am tiefgehenden Wissensschatz der Bückeburger Pferdeflüsterer teilhaben lassen. Tickets gibt es unter www.hofreitschule.de

 

In Bückeburg locken wahrhaft fürstliche Erlebnisse! 


Außengastronomie des Schloßcafés
Außengastronomie des Schloßcafés

Ein Foto kann die wahre Pracht und Atmosphäre des Mausoleums kaum wiedergeben
Ein Foto kann die wahre Pracht und Atmosphäre des Mausoleums kaum wiedergeben

Bad Pyrmont, ältester Kurpark der Welt und Deutschlands schönster Palmengarten

Mediterrane Impressionen mitten in Deutschland
Mediterrane Impressionen mitten in Deutschland
Der Park am späten Nachmittag
Der Park am späten Nachmittag

In Bad Pyrmont befindet sich der dritte hier empfohlene Wohnmobilstellplatz (Videolink siehe oben). Natürlich läßt es sich hier auch gediegen in diversen Kurhäusern logieren. Seit dem Ende des 18.-19. Jahrhunderts ist die Stadt Pyrmont Kurstadt in der auch Fürsten und Majestäten Erholung und Genesung suchten. 

 

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Bad Pyrmont noch heute über einen der wohl schönsten deutschen Kurparks verfügt. Der Eintritt ist aufgrund der Größe und teuren Pflege kostenpflichtig. Doch die Investition in den Eintrittspreis lohnt sich wirklich. Wer es nicht schafft in mediterranen Ländern Europas Urlaub zu machen, findet hier genau das Ambiente, welches südländisches Fernweh heilen hilft. Der wohl schönste Palmengarten Deutschlands wird Jahr für Jahr neu arrangiert, denn die empfindlichen Pflanzen müssen zum Überwintern in die Gewächshäuser, bei der Größe der Palmen geht dies ganz sicher nur mit schwerem Gerät und großem logistischem Aufwand.

 

Wir lustwandeln durch den Sommergarten, den Palmengarten, hin zum Asiatischen Refugium, vorbei am Märchengarten und der Wildblumenwiese, durch ellenlange Baumalleen hin zu Weihern und Teichen mit kleinen Brücken und Ruhebänken. Alles ist barrierefrei arrangiert und auf einer Insel trohnt inmitten der Schlossgraft das Pyrmonter Schloss mit Museum und Beletage.

 

Nach dem Besuch verstehen wir sehr gut, warum dieser Park mehrfach ausgezeichnet wurde z.B. Europas 5. schönster Park 2006.

Nicht versäumen darf man den Hylligen Born, das Wahrzeichen der Stadt: eine Wandelhalle inklusive Ausschank des Bad Pyrmonter Heilwassers. Eleganter als im fürstlichen Kurhaus, heute 5-Sterne-Hotel, kann man wohl nirgendwo die Tea-Time genießen und wer den Alltag nun immer noch nicht hinter sich gelassen hat besucht die HufelandTherme um bei entspannenden Massagen sich so richtig verwöhnen zu lassen. 

 

Ein fantastisches Wochenende nimmt sein Ende und ich weiß ganz sicher, dass ich wiederkommen werde. Wir haben es schon sehr schön in unserer Heimat. Und es gibt neben den drei hier vorgestellten Schlössern noch mindestens vier weitere imposante Schlösser zu besichtigen, von Burgen ganz zu schweigen.


fazit unserer reise in das weserbergland:

Welche Pracht und welch schöne Erlebnisse!  Das mag für manchen Leser vielleicht übertrieben klingen, aber es ist tatsächlich einmalig. Wenn wir mal zweihundert Jahre zurück denken, kommt mir beispielsweise der Gedanke, dass sicherlich kein "gewöhnlicher" Mensch die Prachtsääle der Fürstlichen Schlösser jemals zu Gesicht bekam. ebenso die Kurparkanlagen waren den oberen Zehntausend vorbehalten: In Bad Pyrmont kurten beispielsweise Zar Peter der Große, der Alte Fritz, Dichter wie Goethe, Herder, Klopstock, und Wissenschaftler wie Humboldt. Im 21. Jahrhundert kann und darf man/frau  dies alles so problemlos erleben und sich ein Bild längst vergangener Zeiten machen. 

Das Weserbergland bietet den Touristen und Besuchern in vielerlei Hinsicht Kunst, Kultur, Natur, Geschichte und Genuss. Es lohnt sich sicherlich hier länger zu verweilen, oder einmal wiederzukommen.

Ich wünsche Euch nach diesem Jahrhundertsommer 2018 jedenfalls viel Spaß mit dieser neuen Tour und bedanke mich herzlich für Eure Unterstützung und Euer Interesse. Vielleicht hinterlasst Ihr mir eine Nachricht, wie es Euch gefallen hat? Bis bald, Euer Matthias


hier noch einige eindrücke dieser einmaligen tour:

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Der Korallen-Wanderweg

Eine Zeitreise durch 85 Millionen Jahre Erdgeschichte

Bergisch Gladbach kennen meine Blogleser von der Wellness-Tour durch das Bergische Land bereits seit 2017. Einige kennen diese Stadt als Geburtsstadt von Heidi Klum. Wieder andere sind  als Entdecker und Archäologen in dieser Region unterwegs. Und da gibt es Freizeit-Autoren, die gehen hier sogar wandern. Verrückt? Nein, denn hier gibt es Zeugnisse früher Industriekultur, das größte deutsche Papiermuseum und eine Zeitreise von 85 mio. Jahren durch urzeitliche Korallenriffe  - von 290-375 Millionen Jahre  v. Chr.. Ganz nah zu den Ballungszentren finden wir hier eine Region vor, die sich auszeichnet eines von bundesweit nur 77 Geotopen  in frei zugänglicher Natur zu sein. Leider muss ich Euch mitteilen, dass das Sammeln und Herausschlagen von Fossilien nicht gestattet ist. Trotzdem wünsche ich Euch eine spannende Entdeckertour bei der es sowohl 'low-budget' - als auch 'high -end '-Varianten gibt. 


Impressionen von unserem Startpunkt in Bergisch Gladbach
Impressionen von unserem Startpunkt in Bergisch Gladbach

Anfahrt

Startpunkt ist der Parkplatz am Konrad Adenauer Platz in Bergisch Gladbach. Die Zieladresse lautet:

  •  Konrad Adenauer Platz, Bergisch Gladbach

Die Anfahrt kann alternativ  bequem mit der Bahn erfolgen, denn der Bahnhof ist nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt. So kann man mit Familie und Freunden das Wochenend-Ticket der DB nutzen. Kein Stau-kein Stress. 

 

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte zum Konrad Adenauer Platz beträgt 15 Kilometer und dauert ca. 36 Minuten. Alle Parkmöglichkeiten sind gebührenpflichtig, aber die Preise sind noch weitgehend moderat im Vergleich zu Köln oder Düsseldorf. Mein Ganztages-Parkticket hat 5,00 Euro gekostet. (Parkplatz Blücherstraße)

Highlights

Hier kommen sie, die Highlights im Kurzüberblick, welche für einen tollen Tag und erlebnisreiche Stunden sorgen werden:

  • Zentrum Bergisch Gladbach mit Kirche, Rathaus, Villa Zanders (Kunstmuseum) und historischen Gasthäusern bietet genug Kurzweil. Mittwochs ist Wochenmarkt!
  • Der Geopfad "Schlade" bietet eine Exkursion durch das nationale Geotop in die geologische Vergangenheit unseres Planeten und der Region: Die hochinteressante Rundwanderung ist ca. 10 Kilometer lang.
  • Kunstmuseum Villa Zanders, im Stadtzentrum Bergisch Gladbach wird derzeit renoviert, Wiedereröffnung  laut Homepage am 02.09.2018
  • LVR-Museum Alt Dombach, größtes deutsches Papiermuseum mit Café.
  • Malteser Komturei und Malteser Mühle (Reetgedecktes Haus)
  • Burg Zweiffel
  • Quelle der Strunde in Herrenstrunden

Nützliche Weblinks

  • PKW-Parkplätze in Bergisch Gladbach findet ihr hier in allen Lagen und Preisklassen
  • Einen Wohnmobilstellplatz für 20 Mobile findet Ihr am Kombibad, hier die Bewertung von promobil
  • Villa Zanders, Kunstmuseum Zentrum Bergisch Galdbach
  • Alt Dombach, Homepage des LVR-Museums, alles zur Adresse, Eintrittpreisen und mehr.
  • Meine High-End Empfehlung heute: Malteser Komturei, Vier-Sterne  Hotel mit Romantikfaktor.
  • Meine Low-Budget Empfehlung mit Erlebnispädagogik: das Naturfreundehaus Hardt, Bergisch Gladbach, Übernachtung mit Frühstück für unter 20,00 Euro, absoluter Top-Tipp mit Zeltwiese, Sommercamp und zubuchbarer Feuerschale für Lagerfeuerromantik. Super, im Herbst/Winter mit Kaminzimmer.


Wanderimpressionen: Burg Zweiffel, Korallenriff, Malteser Mühle, kleiner Wasserfall der Strunde
Wanderimpressionen: Burg Zweiffel, Korallenriff, Malteser Mühle, kleiner Wasserfall der Strunde

Aufgrund Nachfrage meiner Leser folgende Hinweise zum Wegeverlauf:

Auf den folgenden 4 Bildern seht Ihr von links nach rechts:

  • Den Wegverlauf in der Übersicht aus der Wanderbroschüre berg.wege
  • Die neuere Wegkennzeichnung zum Geopfad "Schlade" ab Ortsmitte, unverlaufbar ausgeschildert
  • Die erste von insgesamt mehr als 15 Hinweistafeln zur Geologie am Wegeverlauf macht diese Wanderung zum außerschulischen Lernort.
  • Die ältere, gemalte Wegkennzeichnung im Wald wird Euch auch immer wieder begegnen


Der Korallen Wanderweg-eine Wanderung durch das Geotop "Schlade"

Natur, direkt am Korallenriff - unglaubliche 375 Millionen Jahre alt
Natur, direkt am Korallenriff - unglaubliche 375 Millionen Jahre alt

Die Wanderung ist etwas für Naturfans, Geologen, Schulpädagogen und Familien, die eine tolle Tour erleben wollen. Dank zahlreicher Infotafeln ist es möglich die Geschichte unseres Planeten anhand dieser Geo-Tour nachzuvollziehen und besser zu verstehen. 

 

Dabei starten wir in der Mitte von Bergisch Gladbach, was von den Planern des Weges genau so vorgesehen ist. Dies bedeutet allerdings einige Asphalt- und Strassenpassagen, doch wir dürfen uns auch auf Pfade, Waldwege und weitere Höhepunkte freuen.

 

In der Stadtmitte, vor dem Gasthaus Paas steht die erste Hinweistafel, denn hier befindet sich auch der erste Geologische Aufschluss. In Richtung Rathaus überqueren wir den Konrad Adenauer Platz. Bei der Ampel  folgen wir dem Geopfad Schlade und gehen am Rathaus mit der Laurentiusstr. nach rechts hinauf vorbei an einer weiteren Gastronomie "Am Bock". Die Beschilderung ist überall eindeutig zu erkennen. An einer Ampelkreuzung geht es weiter geradeaus und später mit der Johannesstr. etwas nach links, immer leicht bergan, bis wir das Ende der Bebauung erreichen (gut 20 Minuten). Hier geht ein Pfad nach links ab und führt uns zu den Klippen des Korallenriffs aus den Urmeeren, die es einst hier gab.

 

Plötzlich befinden wir uns mitten drin im Korallenriff des Urmeeres und können gar nicht glauben, dass das hier nicht Animation sondern Realität ist. Wir befinden uns inmitten eines nationalen Geoptops. Ich bin erstaunt und begeistert. Nach wenigen hundert Metern windet sich unser Weg als schmaler Pfad durch eine Wildblumenwiese. Nach der Überquerung eines kleinen Wasserlaufes (im Sommer trockengefallen) kommen wir wieder zu einer Strasse zurück und folgen dieser nach links, bald darauf auf einem neuen Pfad wieder mit der Beschilderung nach rechts. So kommen wir nach der Hinweistafel Nr. 15 (!) zu einem Fussball-Bolzplatz inmitten des Waldes unterhalb einer urzeitlichen Meeeresklippe mit zwei Torrahmen. Aufgemerkt, liebe Schulausflugsbegleiter: hier kann man eine vortreffliche Pause zum Ballspiel und zur Klippenerkundung (auf eigene Gefahr!) unternehmen.

 

Doch aufgepasst, denn an der Tafel Nr. 15 weist uns der Wegweiser nach rechts hinauf als schmaler Pfad, der Bolzplatz (oder Picknickplatz) liegt aber 80 Meter weiter geradeaus in einer Lichtung.


Waldlichtung unter einer urzeitlichen Meeresklippe - Idyllische Pausenmöglichkeit
Waldlichtung unter einer urzeitlichen Meeresklippe - Idyllische Pausenmöglichkeit
Oberhalb der Klippe verlassen wir den Wald durch ein Maisfeld (Sommer 2018)
Oberhalb der Klippe verlassen wir den Wald durch ein Maisfeld (Sommer 2018)

Der Wegweiser des Geopfades führt uns am rechten oberen Rand der Steilkante nach rechts aus dem Wald hinaus direkt mitten durch ein Maisfeld. Rund um den Bolzplatz gibt es für die Pause jedoch unzählige Trampelpfade, die auf die Klippe hinauf und darum herum führen - ein Betreten erfolgt dabei auf eigene Gefahr, es sind keine Wegsicherungen vorhanden. 

 

Beim Erreichen der zwei Bänke kann man nun nach links abzweigen um mit A 2 nach Herrenstrunden zu gelangen, oder dem Geopfad nach rechts folgen und bei den nächsten zwei Bänken abermals nach links.

Wenn man sich so entscheidet,  sind im späteren Wegverlauf ab Igeler Mühle Hin- und Rückweg bis Herrenstrunden identisch. Die Rundwanderung von www.naturarena.de sieht die erste Möglichkeit vor.

 

Mit fantastischen Fernsichten bis hinab nach Köln überqueren wir nun einen Höhenrücken des Niederbergischen Landes und marschieren so mit A1 und A2 auf unser nächstes Ziel zu: Herrenstrunden.

 

Dort erreichen wir zwei aufgestaute Teiche, an deren einem Ende wir den Schieferturm der historischen Burg Zweifel erkennen und an deren anderem Ende sich die Malteser Komturei befindet. Überhaupt ist dieses Herrenstrunden ein sehr verschlafenes Nest, was uns eine wohltuende beruhigende Entspannung als Gegenpol zu unseren hektischen, rheinischen Metropolen bietet.

 

Die Malteser Komturei war über Jahrhunderte Verwaltungssitz des Johanniter Ordens. Heute ist hier ein Vier-Sterne-Hotel untergebracht in dem man vorzüglich Speisen und Übernachten kann. Besonders gemütlich ist es auf der Seeterrasse zur blauen Stunde, wenn sich die umliegenden Hügel im Teich spiegeln und die Lichter angehen.

 

Vis-a-vis der Komturei befindet sich die alte Dorfkirche- Diese lassen wir zu unserer rechten Seite und folgen dem ausgezeichneten Weg zur Quelle der Strunde, Deutschlands "fleißigster Bach", welche wir durch Mauerkranz und Sitzgelegenheiten eingefasst nach ca 150 Metern erreichen. Ab hier geht es auf gleichem Weg zurück zur Komturei und mit A2 und Raute an den Teichen entlang .


Die Gründung der Komturei geht auf das 13. Jahrhundert zurück
Eingang zum romantischen Hotel der Malteser Komturei

Ob die Quelle der Strunde  Trinkwasserqualität hat, konnte ich weder vor Ort, noch im Internet einwandfrei recherchieren. Fest steht, dass diese Kaarstquelle ein Volumen von durchschnittlich 50 Liter pro Sekunde ausschüttet - und das seid Jahrhunderten! In bestimmten Zeiten wurden in der Spitze  bis 830 Liter pro Sekunde gemessen. Das brachte dem Bach Strunde die Bezeichnung "Deutschlands fleißigster Bach" ein.  Bis zum Rhein, wo die Strunde mündet legt sie ca. 18-20 Kilometer zurück und im Mittelalter versorgte sie auf Ihrem Weg zum Rhein bis zu 40 Mühlräder mit Wasserenergie. 

 

Vorbei an den beiden Teichen und der Rückseite von Burg Zweiffel einem bereits im 13. Jahrhundert erwähnten altem Rittersitz geht es an der Rückseite des denkmalgeschützen Freibades Herrenstrunden vorbei, Dort erreichen wir die Straße und ein Stück verläuft der Weg neben der Straße nach rechts vorbei am Gut Schiff, einst eine der bedeutendsten rheinischen Pulverfabriken.

 

Hinter dem Gut biegt der Weg mit Raute, A2 nach rechts ab, verlässt die Strasse und taucht in einen wunderschönen Auwald ein. Es ist zwar der Verkehr der Strasse hin und wieder zu hören, der optische Reiz des schönen Weges mit kleiner Wasserfallstufe und weiteren Hinweistafeln - hier zum Geopfad "Strunde" klären uns auf über ehemalige Mühlenstandorte. Vorbei an der Igeler Mühle, die heute ein Buddistisches Meditationszentrum beherbergt gelangen wir so auf schönem Weg zum Industriemuseum "Alt Dombach" .

 

Der Besuch des Museums ist unbedingt zu empfehlen! Es handelt sich um die beispiellose Geschichte des Papiers und der Papierproduktion im größten Papiermuseum Deutschlands. Die Geschichte der ehemalige Papierfabrik, als wesentlicher Wirtschaftsfaktor der Industrialisierung im Niederbergischen, wird eindrucksvoll erzählt. Es gibt interaktive spezielle Ausstellungsräume, die die Kinder ermutigen und motivieren spielerisch mehr zu erfahren und zu lernen.

 

Ein Café rundet den Besuch des Museums  stilvoll ab und wir können die Beine ausstrecken, während sich die Kiddies auf dem outdoor-Spielplatz des Museums vergnügen. Vom Cafe durch das rückwärtige Tor gelangen wir auf den Wanderweg zurück, der uns sicher innerhalb max. 30 Minuten ins Zentrum zurück geleitet.

 

Alt Dombach - im Museumsfreigelände, gratis zu besuchen, der Eintritt ins Museum kostet 4,50 Euro und lohnt sich.
Alt Dombach - im Museumsfreigelände, gratis zu besuchen, der Eintritt ins Museum kostet 4,50 Euro und lohnt sich.

fazit meines Ausfluges nach bergisch gladbach:

Auf dieser Halbtageswanderung erleben wir pädagogische Höhepunkte beim Durchstreifen der urzeitlichen Korallenriffe und erleben die Geschichte der Papiergewinnung und Herstellung in einer original restaurierten Produktionsstätte der frühen Industriekultur.

Romantische Plätze zum Verweilen und ein Erlebnis-Bauerhof  in einer ehemals bedeutenden Pulverfabrik runden den Tag perfekt ab. Auf dem Bauernhof können nach Voranmeldung Kindergeburtstage für die Kleinen organisiert werden. Außerdem gibt es hier vorzügliches Fleisch zu bestellen. (Voranmeldung über den weblink oben). Bei einer Übernachtung mit einer Jugendgruppe (oder mit der Familie) im Naturfreundehaus Hardt, bietet sich die Kombination mit meiner Blog-Tour Nr 7 vorzüglich an, wo auf dem Bensberger Schlossweg weitere einmalige Erlebnisse auf uns warten. So reisen wir heute wieder in eine Region des Bergischen Landes, die mir zuvor unbekannt war. Ich denke die Bilder sprechen für sich und ich kann es Euch nur empfehlen es selbst auszuprobieren. Die einzelnen Highlights können auch ohne Wanderung erlebt werden und man kann zusätzlich auf dem Erlebnisweg Strunde eine tolle Radtour unternehmen von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein. 

Ich bedanke mich für Eure Unterstützung und Euer Interesse und melde mich schon bald mit einer neuen Tour. Herzliche Grüße und tolle Erlebnisse mit dem Reiseblog-NRW wünscht Euch Matthias


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:

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Ratingen reloaded - den Sommer geniessen im LVR-Museum Cromford

Cross-over Mix aus Burg, Kultur, Natur und Freibad

Herrensitze, Schlösser und Burgen ziehen mich einfach magisch an. Wer meinen Blog etwas länger verfolgt wird dies schon bemerkt haben. Und tatsächlich gibt es in NRW ca. 900 Burgen und Schlösser unter Denkmalschutz. Da haben wir ja noch etwas gemeinsam vor. Heute war ein check-up von meiner Blog-Tour Nr. 4 vom 31.01.2017 auf dem Plan. Damals besuchte ich Haus Cromford erstmals an einem sonnigen Wintertag. Jetzt kehrte ich mit vielen schönen Eindrücken von dort erneut zurück. 


Nobler Firmensitz der  Unternehmerfamilie Brügelmann - heute Teil des LVR-Museums
Nobler Firmensitz der Unternehmerfamilie Brügelmann - heute Teil des LVR-Museums

Anfahrt

Ich empfehle die Anfahrt zur Burg Haus zum Haus: Hier beginnt der Rundweg direkt mit einem Highlight und wer ein dickes Wohnmobil fährt orientiert sich bitte an P 2 (Parkplatz 2) des Freibades Ratingen ("Angerbad") und fährt bei der Einfahrt am ersten Platz mit Schranke noch vorbei und hält sich dahinter rechts auf dem kostenlosen Park- und Übernachtungsplatz. Am Ende bei der Schranke führt A 11, der so genannte Rundwanderweg auch vorbei.

 

Die Zieladresse für die Navigation lautet:

  • Hallen und Freibad Angerbad, Hauserring 52, 40878 Ratingen-Mitte, liegt direkt neben der Wasserburg
  • Herrenhaus Cromford, Cromforder Allee 26, 40878 Ratingen
  • Naturbühne Blauer See, Am Blauen See 20, 40878 Ratingen, kostenlose Parkplätze auch für Wohnmobile geeignet (P 2), P 1 ist mit Durchfahrtsschranke auf 2 Metern Höhe.

Highlights

Hier die Highlights für Euch im Kurzüberblick:

  • Meine Blogtour Nr. 4, Erstauflage 
  • Haus Cromford ist die erste Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent
  • LVR Museum Cromford, das einzige seiner Art WELTWEIT! (barrierefrei)
  • Poensgen Park, dieser Park wird 2018 111 Jahre alt und ist kostenlos zu besichtigen, ebenso barrierefrei
  • Naturbühne Blauer See in 2018 Sommerprogramm mit Pippi Langstrumpf
  • Erlebnispark Blauer See, schön für kleine Kinder mit Treetboot-Verleih
  • Märchenzoo Blauer See
  • Altstadt Ratingen mit Resten der Stadtmauer und historischen Gebäuden, viele Einkehrmöglichkeiten
  • Neanderlandsteig, Etappe 8 und 9
  • Naherholungsgebiet Volkerdey mit Seen
  • Auer Mühle im Angertal, Ausflugslokal mit Biergarten und eigener Kaffeerösterei in alter Wassermühle, an bestimmten Tagen leider sehr voll, da sehr beliebt.

Weblinks

Einige nützliche Weblinks für die Tourplanung, damit Ihr spontan losfahren könnt:



Wasserburg Haus zum Haus, nach eigener Angabe die schönste Wasserburg am Niederrhein
Wasserburg Haus zum Haus, nach eigener Angabe die schönste Wasserburg am Niederrhein

Für den spontanen Besuch:

Hier im Blog möchte ich Euch die schönsten Reiseziele unseres Bundeslandes vorstellen und damit dazu verführen einen außergewöhnlichen Tag zu verleben. Dabei erlebe ich selbst immer wieder, dass unser Bundesland ein Füllhorn nahezu unbegrenzter Freizeitmöglichkeiten bietet. 

 

Ab und zu gönne ich mir zu besonders schönen Orten auch eine Auffrischungstour, sozusagen ein Update mit Qualitäts-check. Da mir Ratingen schon im Januar 2017 so gut gefallen hatte, war es jetzt ein Wunschziel für den Sommer 2018. 

 

Meine Eindrücke vom letzten Jahr haben sich bestätigt und bestärkt. Einziger Wermutstropfen, der aber zu verkraften ist: Das Burgrestaurant, welches immer gute Rezensionen von seinen Gästen bekam ist seit mehr als einem Jahr geschlossen, denn der Pachtvertrag wurde nicht verlängert- die Gründe hierfür sind mir nicht bekannt.

 

Alternativen gibt es mehr als reichlich, einige davon habe ich oben schon genannt. Eine lohnenswerte Alternative zum Speisen ist sicherlich die Auer Mühle im Tal der Anger, welche auch schon vom WDR-Rundfunk mehrfach empfohlen wurde. Natürlich gelten im Übrigen die Empfehlungen meiner Wintertour nach Ratingen auch heute noch.

 

Ein Punkt ist mir dabei wichtig zu erwähnen: Mein Reiseblog soll für Euch eine saisonal unabhängige und zeitlich unbefristete Reiseempfehlung sein, so dass es sich auch in der Zukunft noch immer lohnen muss, die älteren Touren auszuprobieren. So verhält es sich auch mit dieser Tour. 

 

Und es kommen durch das 'Update' neue Anreize hinzu: während im Winterhalbjahr ein Museumsbesuch immer eine reizvollen Ausflug darstellt, um mehr von der Geschichte und Kultur unserer Region zu erfahren, gibt es im Sommer zusätzlich die Möglichkeiten zum Tretbootfahren, Minigolfen, oder des Besuches einer Aufführung auf der Naturbühne Blauer See.

Man kann auch die Wanderungen der Etappen 8 und 9 auf dem Neanderlandsteig absolvieren mit Ratingen als Standpunkt und anschließender Erfrischung im Freibad Angerbad. 

"Voll Familientauglich" - ein spannender Besuch im Museum

Portrait von der Unternehmerin Brügelmann und ihren zwei Söhnen/Haus Cromford
Portrait von der Unternehmerin Brügelmann und ihren zwei Söhnen/Haus Cromford

Was macht den Besuch des Museums so einzigartig? 

Das ist schnell beantwortet: Wir stehen hier in der ersten Baumwollspinnerei auf dem europäischen Kontinent, die durch ausgeklügelte Industriespionage entstand. 

 

Darüber hinaus ist dieses Museum das einzige weltweit, welches den Fertigungsprozess von der Baumwollpflanze bis zum fertigen Garn mittels der Originalnachbauten der damaligen Maschinen dem Besucher veranschaulichen kann.

 

Hier lernen wir auch etwas von den Lebensumständen der damaligen verarmten Landbevölkerung und der daraus resultierenden harten Kinderarbeit, denn es wurden hauptsächlich Kinder als billige Arbeitskräfte an den Maschinen beschäftigt. Diese mussten bereits ab einem Alter von 6 Jahren (!) bis 16 Jahren bis zu 12 Stunden täglich hier schuften. Zu der damaligen Zeit gab es weder eine Schulpflicht noch ein Recht auf Bildung. 

 

Ich war von der Entstehungsgeschichte dieser Textilfabrik mindestens ebenso fasziniert, wie von der Lebensgeschichte der Inhaberfamilie Brügelmann, die einem in Spielszenen per Audioguide bei einem Rundgang durch die privaten Räume des Herrenhauses erzählt werden.

 

Wenn die wohlhabende Kaufmannsfamilie doch Brügelmann hieß, warum nennt sich die Textilfabrik dann auf englisch "Cromford"?

Nun auch das ist ein Ergebnis der Industriespionage, denn in England wurde unter diesem Namen bereits erfolgreich Garn verkauft und gehandelt - man hatte ihn also schlicht übernommen. Ein heute wohl undenkbarer Vorgang.

 

Da im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Sendungen wie "Kudamm 56", "Das Adlon" , "Charité" und "Die Krupps" erfolgreich verfilmt wurden, würde diese reale Geschichte ebenso genug Stoff bieten für einen spannenden Mehrteiler.  Schließlich handelte Brügelmann mit Baumwolle, die in Übersee angebaut wurde, zu Zeiten als in Amerika noch die Sklaven für die Ernte und den Anbau tätig waren. Eine Zeit ohne Autobahnen, Schienenverkehr und Telefonie, aber mit einem weltweiten Handelsnetzwerk und dem Standort Ratingen - wie passte das zusammen? Genügend Material für eine spannende Verfilmung böte sich hier allemal, finde ich!


Impressionen von der Rundwanderung A 11
Impressionen von der Rundwanderung A 11

Fazit meiner zweiten Reise nach Ratingen:

Ein Spaziergang (A 11) der zur Zeitreise durch die Jahrhunderte führt. Die Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert gilt als Keimzelle der alten Hansestadt Ratingen, welche im Mittelalter zu den Bergischen Hauptstädten gehörte. Die Stadt hat sich noch vieles von Ihrem alten Charme erhalten können, z.B. die älteste gotische Hallenkirche im Rheinland, einige Reste der Stadtmauern und Wehrtürme und weitere historische Gebäude im verkehrsberuhigten Stadtkern.

Ende 1784 errichtete Johann Gottfried Brügelmann die erste Baumwollspinnerei auf dem Europäischen Kontinent und 1795 wurde die Hohe Fabrik als Meilenstein der Industrialisierung im Niederbergischen erbaut - heute das LVR Museum. 1787 wurde das Herrenhaus von Brügelmann erbaut und dieser beauftragte den Architekten Nicolas de Pigage mit der Bauausführung - diesen hatte auch sein Landesfürst Karl Theodor für die Erbauung von Schloss Benrath beauftragt. Darin spiegelt sich die Kaufkraft und der Stellenwert Brügelmanns zu jener Zeit.

Durch den Poensgen Park schlendern wir zurück und genießen die Ruhe dieses über 100-jährigen Parks, der ebenfalls zur "Strasse der Gartenkunst "gehört.

Zum Abschluss gönnen wir uns eine kulinarische Auszeit wahlweise im Zentrum Ratingens mit vielen historischen Gasthäusern, oder fahren mit dem Auto noch zur Auer Mühle, wo wir in urigem Ambiente ebenfalls den Tag stilvoll ausklingen lassen können. 

Eine Tour, die wie ich finde, man durchaus auch mehr als nur einmal unternehmen darf! Ich wünsche Euch jedenfalls viel Spaß bei Euren Touren und bedanke mich für Eure Unterstützung und Euer Interesse an meinem Reiseblog. Dieser soll sich mit den bestehenden und zukünftigen  Touren zu einem zuverlässigen Begleiter durch NRW etablieren und für schöne Ausflüge sorgen. Bis bald, herzliche Grüße von Matthias


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:



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Geschichte erleben-Natur genießen: Zum Wahrzeichen des Bergischen Landes

Von Rittern und Räubern im finsteren Walde

Es ist Juli geworden. Während die Einen ihre Koffer packen und erwartungsvoll den großen Ferien entgegen fiebern, bleiben die Anderen zu Hause, da es mit dem Auslandsurlaub noch einige Wochen dauern wird. Aber muss man deswegen gleich Trübsal blasen? Nein, ganz im Gegenteil, denn unser Bundesland ist voller Überraschungen. Die Besucherzahlen für NRW sprechen ihre eigene Sprache. Nach Bayern ist NRW das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Die Großstädte Düsseldorf, Köln und Bonn ziehen zusammen mit der Rhein-Ruhr-Region die Besucher  in Scharen an. Aber auch die geschichtsträchtigen Rückzugsorte im Grünen bieten uns eine herrliche Auszeit vom Alltag. Also los geht's! Zum Wahrzeichen des Bergischen Landes reisen wir heute: Schloß Burg an der Wupper. Und ich habe Euch auch wieder spannende Geschichten zur Geschichte, vielseitige Highlights  und erlebnisreiche Stunden ausgekundschaftet, soviel kann ich allen Entdeckern und Abenteurern, egal ob Groß oder Klein,  jetzt schon einmal versprechen....


Wasserfälle an der Wupper: der Amazonas des Bergischen Landes
Wasserfälle an der Wupper: der Amazonas des Bergischen Landes

Anfahrt

Mein favorisierter Parkplatz ist auch gleichzeitig der Wohnmobilstellplatz an der Talsperrenstraße, da das Parken hier kostenlos ist. Von der Kölner Domplatte bis zur Talsperrenstraße sind es nur 36 Kilometer und ca. 35 Minuten Fahrt.

 

Weitere Kostenlose und kostenpflichtige Parkplätze sind ausgeschildert und einige befinden sich in Unterburg auf der Hasencleverstraße.

 

Die Anfahrt erfolgt über die BAB 1 in Richtung Dortmund bis Abfahrt Wermelskirchen/ Schloß Burg und führt uns nach Oberburg, wo wir den Wagen stehen lassen. 


Zur Empfehlung noch mehr Touren im Bergischen Land:

  1. Bergische Schweiz- 1. Teil
  2. Bergische Schweiz- 2. Teil
  3. Bauernhofweg
  4. Altenberg: Die Wiege des Bergischen Landes
  5. Bensberger Schlossweg- das Nonplusultra in Wellness und Kulinarik

Highlights

Hier folgen die Highlights im Kurzüberblick, die Euch diesen Tag zu einem besonderen Tag werden lassen:

  • Schloß Burg an der Wupper, eine Ritterburg wie aus dem Bilderbuch
  • Das Bergische Museum auf der Burg mit Burgbesichtigung inklusive Verlies
  • Minigolfplatz in Glüder
  • Seilbahnfahrt von Unterburg hinauf zum Schloß, oder Hinauf und Hinab, erschließt den Besuchern den Burgberg ganz ohne Anstrengungen und ist eine der ganz wenigen Bergseilbahnen in NRW.
  • Ritterspiele, Kunsthandwerkermarkt oder Weihnachtsmarkt in der Adventszeit: viele Veranstaltungen verführen  zu bestimmten Anlässen zu einem Besuch auf der Burg
  • Die Bergischen Drei, Wuppertal, Solingen und Remscheid sind die größten Städte des Bergischen Landes und lohnen einen Besuch.
  • Der Botanische Garten in Solingen, ist ein Garten-Highlight im Bergischen Land und gehört zur Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas. 
  • Die Bergische Kaffeetafel genießen, wenn nicht hier wo dann?! Zahlreiche Angebote vor Ort, mein Tipp: Restaurant/Kaffeehaus Voigt auf dem Burghof mit schöner Aussicht und E-Bike Verleih und Fremdenzimmern.

Nützliche Weblinks

Hier kommen wieder die berühmten weblinks, die Euch die Planung des Aufenthaltes so unkompliziert wie möglich gestalten sollen:



Impressionen vom Burgherrn Engelbert bis zur Wupper - einfach schön.
Impressionen vom Burgherrn Engelbert bis zur Wupper - einfach schön.

1.Tag:  Naturerlebnis auf einer Rundwanderung bei Schloss Burg

Aussichtstempel auf der Wanderung
Aussichtstempel auf der Wanderung

Die folgende Rundwanderung ist im ganzen knapp 10 Kilometer lang und somit als Halbtagestour zu bezeichnen. Bleibt also noch genug Zeit für eine Burgbesichtigung und eine kräftige Stärkung. In welcher Reihenfolge dies geschehen sollte hängt wohl von der Ankunftszeit und dem Wetter ab. 

 

Was hatte ich wieder für ein Glück mit dem Wetter! 28 Grad und ganztägig Sonne verwöhnte mich bei meiner Tour und diese beginnt direkt mit einem Paukenschlag. Wir parken unser Wohnmobil auf dem Stellplatz Talsperrenstraße und laufen mit der Wanderkennzeichnung des Brezel-Wanderweges zurück zur Hauptstraße und dort links hinunter direkt auf die Burg zu. Unmittelbar vor dem ersten Burgtor befindet sich auf der linken Seite ein gebührenpflichtiger Parkplatz mit Schranke den wir mit A1,  A5 und X nach links überqueren und  am linken Ende dem Weg in den Wald folgen.

 

Ich war recht früh am Morgen unterwegs und sparte mir die Burgbesichtigung also für den Nachmittag auf. In diesem Fall empfehle ich Euch die Öffnungszeiten des Museums zu beachten. Die Wanderung wird ca. 3 Stunden reine Gehzeit ohne Pausen beanspruchen. Besondere Anforderungen stellt diese Rundwanderungen an geübte Wanderer nicht, lediglich einige Steigungen sind zu bewältigen - schließlich sind wir hier im Bergischen!

 

So folgen wir dem Weg zunächst ein Stück hinab, halten uns bergauf an der Gabelung mit der genannten Kennzeichnung rechts und gelangen so nach wenigen hundert Metern schon zum Kriegerdenkmal der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) und zum Ehrenmal der Gefallenen des 1. Weltkrieges (1914-18) des Bergischen Feldartillerie Regimentes Nr. 59, welches von 1899-1919 bestand.

In den Wintermonaten, wenn die Bäume kein Laub mehr tragen, hat man von hier einen fantastischen Blick auf die Burg, im Sommer wird dieser durch dichtes Laub verhindert.

Die Stufen hinunter, den Turm zur linken folgen wir dem schmalen Wanderpfad hinab durch die Böschung  erreichen über den engen Pfad weiter rechts abwärts eine T-Kreuzung auf einem Waldweg dem wir hier bequem weiter nach links mit A5 folgen.

"Roemeyke Berge" -Schlachtruf und Namensgebung des Ehrenmals des Bergischen Feldartillerie Regiments 59
"Roemeyke Berge" -Schlachtruf und Namensgebung des Ehrenmals des Bergischen Feldartillerie Regiments 59

So erreichen wir in einer Kehre den Diedrichstempel von 1896, einen schönen Aussichtspunkt auf Schloss Burg und Teile Unterburgs. In der bemalten Innenkuppel des Tempels erblicken wir die Wappen des Bergischen Herrschaftsbereiches -  der Grafen und Herzöge zu Berge, gekennzeichnet durch den Bergischen Löwen mit den doppelten Schwanzspitzen. 

 

Dem Wanderweg A 5 weiter folgend kommen wir erneut zu einer Wegkreuzung bei einer Bank. Viele Wandermöglichkeiten sind dort ausgeschildert. An der Bank verlassen wir A 5 (der nach links abbiegt) und biegen nach rechts ab, nicht jedoch abwärts zur Wupper, sondern auf gleicher Höhe bleibend um den Berg herum, gekennzeichnet

mit A 1.

 

Nach kurzer Wegstrecke kreuzt der Bergische Weg mit Wegkennzeichnungen nach Leichlingen und zur Müngstener Brücke. Wir ignorieren diese, halten uns weiter geradeaus und laufen bald durch schönen Fichtenwald. Nach einem dreiviertel Kilometer treten wir aus dem Wald hinaus und erblicken zu unserer Rechten nochmals die Burg in schöner Lage. Tief unterhalb der nun steilen Böschung können wir die Kläranlage erkennen,  die wir auf unserem späteren Wegeverlauf zurück nach Unterburg  auf dem Rückweg passieren werden. Bald stößt von links der Wanderweg A 4 zu uns und gut 100 Meter weiter verlassen wir den Weg nach rechts hinab (in Gegenrichtung mit A 4 markiert) bis wir im Talgrund das Ufer der Wupper erreichen. Dort geht es nach links weiter parallel zum Fluß.

 

Lauschig ist es hier, das satte Grün der Laubbäume spiegelt sich im Wasser des träge dahinfließenden Flusses. Vögel zwitschern und ich bin sehr angetan von dem schönen Verlauf des Weges.

Mit Teleobjektiv auf Spiegelreflexkamera ein unschlagbar guter Fotoshot
Blick zurück auf Schloss Burg vom Wanderweg aus

Bald erreichen wir eine Brücke, die uns nach rechts zum Biergarten des Tierheims Solingen führt. Bei schönem Wetter und an Wochenenden hat dieser Garten wohl für Wanderer geöffnet. Leider ist aufgrund der Baufälligkeit der Fußgängerbrücke im weiteren Verlauf hinter dem Tierheim nun Sackgasse - die Brücke ist gesperrt.

 

Wir gehen also zurück über die erste Brücke und folgen der schmalen Teerstraße, vorbei an Austellungsobjekten zur rechten Seite und den Solinger Wasserwerken zur linken Seite ca. 5 -10 Minuten solange bis wir die Landstraße nach Glüder erreichen. Hier biegen wir nun nach rechts ab, überqueren die Wupper und sehen auf dem gegenüber liegenden Wupperufer vor uns auf der linken Seite den einzigen Campingplatz im Städtedreieck Solingen, Remscheid, Wuppertal - meine Camperempfehlung für heute. Dafür müssen wir  tatsächlich 'über die Wupper gehen' - ich hoffe jedoch Ihr kommt trotzdem wohlbehalten ans Ziel. Direkt vis-à-vis befindet sich der Minigolf-Parcours mit großem Parkplatz.

 

Dort gönnen wir uns eine schöne Pause und spielen eine Runde Minigolf, Erfrischungen und Speisen zu volkstümlichen Preisen inklusive. Der Inhaber, Herr Olaf Wieden, war 16 Jahre lang Inhaber des Campingplatzes bevor er auf die andere Straßenseite wechselte. Als Erbe seines  Großvaters, setzte er den Minigolfplatz in Stand und führt so nun dessen Lebenswerk in die nächste Generation. Ihr seid herzlich willkommen -er freut sich auf Euren Besuch!

 

Am Ende des Parkplatzes bei der rot/weißen Schranke im hinteren Bereich führt der Wanderweg uns nun gekennzeichnet mit Raute 6, (Wasserwanderweg), N, B und A 4 zum Ufer der Wupper und fortan, parallel zum Fluß, zurück bis nach Unterburg.

 

Schon nach kurzer Strecke bietet sich eine sehr idyllischer Picknickplatz. Wir betreten rechts hinunter abseits des Weges  eine Felsformation, die  bis in das Wasser hineinreicht. Ein geradezu idealer Pausenplatz für diejenigen, die einfach nur Stille und Ruhe suchen. Insbesondere die Stimmung, die mich genau hier beispielsweise an den Schwarzwald erinnerte, hat mir sehr gefallen. Zurück auf dem Weg erblicken  wir kurz darauf  die 'Wupper-waterfalls', die gleißend in der Sonne mit weißer Gischt in ganzer Flußbreite  über eine Steilstufe stürzen.

 

Ein erneut malerischer Ort, sogar mit Fischtreppe, denn die Fische sind nach Jahrzehnten der Wasserverseuchung und nun strengen Umweltauflagen zum Glück zurückgekehrt! Wir lesen auf der Hinweistafel das es noch bis 1875 Familien gab, die vom Fischfang in der Wupper leben konnten. Mit dem Beginn der Industrialisierung verschlechterte sich die Wasserqualität derart, dass es bald aufgrund der toxischen Wasserverschmutzung keine Fische mehr in der Wupper geben sollte - und das für einen Zeitraum von über 100 Jahren.

 

Heute können wir uns glücklich schätzen die Wupper in diesem Zustand erleben zu können. Wie es hier einmal gerochen haben dürfte wird uns beim passieren der Kläranlage schnell deutlich. Aber genau diese trägt dazu bei, dass sich seit 1975 bis heute die Wasserqualität wieder deutlich verbessert hat und man hofft, dass sogar Lachse wieder in diesen Fluß zurückkehren. Wer weiß? Große Informationstafeln weisen uns auf die Arbeit und deren Ergebnisse der Umweltbehörden hin. Bis vor wenigen Jahren hieß die Diagnose noch "biologisch tot", heute zählt die Wupper zu den erfolgreichsten Renaturierungsprojekten bundesweit!  Wer sich mit dem Thema intensiver beschäftigen möchte dem empfehle ich das Buch: "Die Wupper- Amazonas des Bergischen Landes"  von Sigurd Tesche und Natalie Tesche-Ricciardi.

 

Es sind nur wenige Minuten bis wir die Kläranlage im Wald hinter uns gelassen haben und so erreichen wir am Ausgang des Waldes die Hasencleverstraße. Unvermittelt haben wir einen schönen Blick auf die hoch oben liegende Burg der Grafen von Berge und gelangen über die ruhige Anwohnerstraße nach Unterburg. Dabei kommen wir auch an der unter Denkmalschutz stehenden, wunderschönen Villa Bisco vorüber, eine meiner Übernachtungsempfehlungen (weblink siehe oben).

 

Diejenigen die jetzt schon müde geworden sind von der Wanderung erwartet der letzte Höhepunkt der heutigen Wanderung: die Fahrt mit der Seilbahn hinauf zur Burg! Die Hasencleverstraße mündet in die Ortsumgehungstraße genau dort, wo sich gegenüber die Talstation der Seilbahn befindet. Für 2,80 Euro pro Person (Stand 07.2018) ist die Auffahrt in kürzester Zeit erledigt. Eine abwechslungsreiche Wanderung findet einen schönen, gelungenen Abschluss.


Kleine Collage einiger Highlights
Kleine Collage einiger Highlights

Kurze Geschichte zur Burg und zu einem blutrünstigen Hinterhalt

Schloss Burg an der Wupper
Schloss Burg an der Wupper

Schloss Burg ist eine der größten Burgen Westdeutschlands und die größte rekonstruierte Burganlage in Nordrhein Westfalen. Sie war seit dem 11. Jahrhundert Herrschaftssitz und Stammburg der Grafen und Herzöge von Berg, nachdem die zuvor existierende Burg Berge im Tal der Dhünn von Graf Adolf II. den Zisterziensermönchen aus Burgund als Bleibe überlassen wurde. Machtpolitische Hintergründe veranlassten die Grafen von Berg ihren Stammsitz auf Schloß Burg zu verlagern, die zu dieser Zeit jedoch wesentlich kleiner war, als wir sie heute besichtigen können. Im Gegenzug erbauten die Zisterziensermönche im Tal der Dhünn einen Dom in gothischer Bauausführung, wobei sie die Burg Berge als Baumaterial abtrugen. So sicherten sich die Herren von Berg ihre erste Grablege im Altenberger Dom. (siehe auch Tour Nr. 3 hier im Blog)

 

Ende des 13. Jahrhunderts verlor nach der Schlacht von Worringen (1288) bei dem auch die Herzöge von Berg siegreich mitkämpften Schloss Burg seine Bedeutung, denn sie erhoben ein kleines Dorf am Zufluss der Düssel in den Rhein zur Stadt: Düsseldorf . Die dort im Jahre 1260 auf einer kleinen Insel errichtete Niederungsburg  wurde im Zuge der Stadterhebung Düsseldorfs in den folgenden Jahrhunderten zum Schloss und neuem Stammsitz ausgebaut. Parallel wurde ab 1288 die Lambertuskirche erbaut und mit päpstlicher Zustimmung zu einer Wallfahrtskirche und neuen Grablege des Grafengeschlechtes. Heute noch sind die Lambertuskirche und der verbliebene Schlossturm -das Schloss ging in der Nacht vom 18. auf den 19. März 1872 in Flammen auf- die Wahrzeichen der Altstadt Düsseldorfs. Die Herren von Berg hatten im Laufe Ihrer Familiengeschichte manch Erstaunliches geleistet. 

 

Wenn wir heute den Burghof von Schloss Burg betreten empfängt uns in stolzer Haltung hoch zu Pferde ein stattlicher Ritter. Es ist kein geringerer als Graf Engelbert II, Erzbischof und Reichsstatthalter, der Schloss Burg zu seiner größten Blüte brachte. Bis zum Jahr 1225 hatte er die Burg  zu Repräsentationszwecken erheblich erweitern lassen. Rittersaal, Kemenate , doppelte Ringmauern, Türme und weitere Tore sowie eine Burgkapelle wurden errichtet. Als Erzbischof war er nach dem Tode Kaiser Friedrichs II. zum Vormund dessen minderjährigen Sohnes  zu einer der mächtigsten Personen des römisch-deutschen Reiches erhoben worden. Durch machtpolitische Intrigen motiviert ereilte ihn ein wahrlich schreckliches Ende: in der Abenddämmerung des 7. November 1225  geriet er mit seinen Männern auf einer Reise nach Schwelm, wo er am 09. November eine Kirche einweihen wollte, in einen Hinterhalt. In einem Hohlweg durch den Wald bei Gevelsberg lauerten die Häscher ihm und seinen Männern auf.  Sein Biograf Caesarius von Heisterbach schildert sehr detailliert die Abläufe. Engelbert war ein ausgezeichneter Schwertkämpfer und muss sich gegen die Übermacht erbittert zur Wehr gesetzt haben. Der Leichnahm wies einen eingeschlagenen Schädel und 47 Einstiche, sowie eine abgetrennte Hand auf. Den Auftrag zum Mord erteilte sein eigener Vetter, Friedrich zu Isenberg, den er zuvor besucht hatte. Dieser  floh nach dem Attentat quer durch Europa, besuchte den Papst in Rom, wo der über ihn verhängte Kirchenbann aufgehoben wurde. Dies änderte jedoch an seiner Vogelfreiheit und Verfolgung im Reich nichts. Im Winter 1225/1226 wurde auf Befehl des Nachfolgers von Engelbert, Heinrich von Molenark,  die Burgen  Isenberg bei Hattingen an der Ruhr (heute Bodendenkmal) und Burg Nienbrügge  nördlich der Lippe dem Erdboden gleichgemacht. Bei der Rückkehr aus Rom wurde Friedrich zu Isenberg in Lüttich von dem Edelmann Balduin von Gennep erkannt.  Dieser lud Friedrich zu einem Essen ein und setzte ihn gefangen, da auf sein Ergreifen ein Kopfgeld ausgesetzt war.

Balduin verkaufte seinen Gefangenen für 2.100 Mark Silber an den Grafen von Geldern. Friedrich wurde nach Köln gebracht, denn auch der

Erzbischof hatte eine Belohnung zur Ergreifung ausgesetzt.  

 

Ein Jahr nach dem Mord an Engelbert wurde Friedrich am 14. November 1226 vor dem Kölner Severinstor ( eines von 4 heute noch erhaltenen Stadttoren) auf den Rad hingerichtet. Zuvor hatte man ihm Arme und Beine zerschlagen, ihn auf ein Rad gepflochten und anschließend seinen geschundenen Körper an einen Pfahl gebunden  und der Öffentlichkeit zur Schau gestellt. Er starb am folgenden Tag und seinen Leichnam überließ man den Vögeln zum Fraß.


2.Tag Besuch des Botanischen Gartens Solingen



Der Botanische Garten in Solingen ist ein wahres Kleinod der berühmten Klingenstadt. Im Jahr 2010 wurde der Landschaftsgarten in die Denkmalliste der Stadt eingetragen und zählt zu den besuchenswerten Gärten unseres Bundeslandes.

 

In meinen vorherigen Blogberichten habe ich Euch schon diverse schöne und sehenswerte Gärten in NRW vorgestellt. Da darf dieser, wenn wir schon einmal in Solingen unterwegs sind natürlich nicht fehlen, denn der Botanische Garten der Stadt Solingen gehört zur Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas.

 

Neben beeindruckenden alten Bäumen und schönen Blumenrabatten finde ich passend zur Geschichte des Mittelalters und der menschlichen Frühgeschichte hier zwei Dinge besonders bemerkenswert:

  • Es gibt einen Biblischen Garten mit Blumen, Pflanzen und Gewächsen mit biblischem Hintergrund
  • Es gibt einen Heil- und Kräutergarten, der uns die Wirkung und den medizinischen Nutzen von Kräutern und Gewürzen erklärt. Ein Wissen welches schon zum Mittelalter bekannt war und durch Hildegard von Bingen genauestens erforscht und beschrieben wurde.

In diesem Jahr fanden Umbaumaßnahmen im Garten statt. So gibt es künftig ein sehr ansprechendes neues Sanitärgebäude, einen Kiosk, Pergolen mit Ruhebänken, Skulpturen und Teiche, einen Wildbach und schöne Pfade. 

 

Sollte das Wetter einen Besuch im Botanischen Garten weniger attraktiv erscheinen lassen, empfehle ich Euch den Besuch des Klingenmuseums. Denn die Schmiedekunst von Klingen in Solingen war auch zum Mittelalter über die Grenzen hinaus bekannt.

 

Auch heute noch stellt Solingen mit den Zwillingwerken einen Standort für die Produktion von Essbestecken und Chirurgischen Instrumenten - Schwerter, Degen und Dolche sind da heute wohl nicht mehr so im Fokus.

 

Ich wünsche Euch viel Spaß bei Eurem Wochenende in Solingen!


Fazit meiner Tour nach Solingen und Solingen Burg

Was kann man alles an einem schönen Urlaubstag erleben? Nun, ich würde sagen da gibt es tatsächlich so einiges. Das Bergische Land ist immer einen Ausflug wert. Burgen, Schlösser, Wälder, Flüsse und Stauseen bieten reichlich Entdeckungspotential für Kultur - und Naturbegeisterte.

Mit dieser nun 42. Tour empfehle ich Euch auch schon den  fünften Ausflug ins Bergische und es wird gewiss nicht der letzte sein.

Die Bergischen Wahrzeichen Schloss Burg, der Altenberger Dom, die Wuppertaler Schwebebahn oder Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke in Müngsten sind auf jeden Fall eine Reise wert. Nahezu unzählige Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren auf ausgezeichneten Tages- und Rundtouren gibt es zu erkunden. 

Rittergeschichten die der Realität entsprechen bieten Stoff für den besten Hollywood-Blockbuster, denn ich habe mich hier noch sehr kurz gefasst. Dennoch hoffe ich , dass Euch meine Geschichte von Schloss Burg und dem Grafen Engelbert ebenso fasziniert hat, wie mich.

Die Wandbemalungen der Kemenate und des Rittersaals lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden und geben unserer Fantasie und Neugierde neuen Schwung. Na denn mal los, probiert sie aus, meine kleine Reise in die Zeit der Ritter und Burgen. Was bleibt ist in jedem Fall die Erinnerung an einen schönen Ausflug und eine tolle Auszeit vor den Toren der Großstädte Köln und Düsseldorf. Lasst von Euch hören, wie es Euch gefallen hat. Mit besten Empfehlungen und herzlichen Grüßen, bis bald! Euer Matthias


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:


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Familienwandertag: Unterwegs auf dem Bauernhofweg

Ein Bergischer Streifzug mit hohem Entdeckerpotential

Heute entführe ich Euch zu einem Familien-Wandertag ins Bergische Land. Eine außergewöhnliche Rundtour, die für alle spannende Highlights bereithält. Eine Wanderung, die dank unterhaltsamer Pausen für jeden gut zu meistern ist. Ein Erlebnisbauernhof mit Ferienwohnung und Bioladen samt Café. Eine Abenteuer-Scheune mit reichlich Kinder-Animation für die Klassenfahrt, oder den Kindergeburtstag ideal! Auch ein Schloss und eine Burg dürfen dieses Mal nicht fehlen. Ich lade Euch ein einen lohnenswerten Urlaubstag in NRW zu erleben...


Romantik-Hotel mit eigener Kapelle und Golfplatz, meine heutige High-End Adresse: Schloss Auel
Romantik-Hotel mit eigener Kapelle und Golfplatz, meine heutige High-End Adresse: Schloss Auel

Anfahrt

Es gibt unterschiedliche Startpunkte, um die Tour zu beginnen. Ich habe Euch diese einmal als Adressen für die Navigation hier zusammengestellt:

  1. Start/Ziel Adresse ist der Parkplatz am Bahnhof Honrath an der Grünaggerstraße in 53797 Lohmar, ideal zur Anreise mit Bus und Bahn.
  2. Bauernhof  Schiefelbusch, Schiefelbusch 3, 53797 Lohmar mit großem Parkplatz 
  3. Schloss Auel, Haus Auel 1, 53797 Lohmar

Als weitere Ergänzung im unmittelbaren Umfeld: die Adressen die man nicht versäumen sollte:

  1. Krewelshof, An der Burg Sülz 1, 53797 Lohmar-Nord
  2. Hausbrauerei Max Päffgen, Klasberg 2, 53797 Lohmar

Von der Kölner Domplatte zum Bahnhof Honrath sind es  42 Kilometer und ca 35 Minuten Anfahrt.

Anreise mit der Bahn ab Köln Hauptbahnhof bis Bahnhof Honrath. Kein Auto-kein Stau.

Mit Freunden das Wochenend-Ticket der DB nutzen.

Highlights

Hier kommen sie wieder, die Highlights im Überblick, die für einen gelungen Urlaubstag vom Alltag sorgen sollten und diesen Tag zu einem außergewöhnlichen Tag werden lassen:

  • Erlebnisbauerngut Schiefelbusch, mit Ferienwohnungen und Bioladen, Café und Restaurant, sowie großem Parkplatz
  • Gammersbacher Mühle: Einkehrmöglichkeit auf der Wanderstrecke, urgemütlich rustikal mit der Möglichkeit für Planwagenfahrten, Bogenschießen etc.
  • Erlebnis-Bauernhof Krewelshof, mit Spiel und Spass für die Kids und Einkehrmöglichkeit nebst großem Hofladen
  • Romantikhotel Schloss Auel: Einkehren und Übernachten auf der Wanderstrecke, oder einfach golfen?
  • Technologiezentrum Burg Sülz mit Antiquitätenladen.
  • E-Bike Verleih Bauerngut Schiefelbusch
  • Hausbrauerei Max Päffgen, wegen dem einzigartigen Pfaffenbier immer einen Umweg wert, Brauereiausschank am Heumarkt in Köln: Stammhaus aus dem 16. Jahrhundert.

Nützliche Weblinks

Die Weblinks sollen Euch bei der Planung der Tour eine schnelle Hilfe sein und geben weiterführende Hinweise zur Einkehr und zu Übernachtungen:

  • Schloss Auel, meine High-End Adresse für heute und eine wundervolle romantische Location für besondere Anlässe
  • Bauerngut Schiefelbusch, Ferienwohnungen für eine Auszeit vom Alltag
  • Hausbrauerei Max Päffgen, Biere zum Verkosten und zum Mitnehmen.
  • Krewelshof, ein Abenteuer auf dem Bauernhof, ideal für die Kleinen zu Feiern, Ferien und auch bei schlechtem Wetter! Achtung: Maislabyrinth eröffnet pünktlich zu den Sommerferien am 08.07.18.
  • Campingplatz Lohmar-Ort, Wohnmobile, Caravane und Zelte willkommen.
  • Best of Lohmar, Airbnb; ich enthalte mich jeder Wertung dieses Internetlinks, bin aber der Meinung es könnte einige Leser durchaus interessieren. Für den Inhalt und die Qualität der vermittelten Unterkünfte habe ich keinerlei Erfahrungen.


Charakteristik der Rundtour

Neugieriger Nachwuchs auf dem Bauernhof Schiefelbusch
Neugieriger Nachwuchs auf dem Bauernhof Schiefelbusch
Mit einem Klick ins Bild zum weblink der Tour
Mit einem Klick ins Bild zum weblink der Tour

Der Bergische Streifzug Nr 18 hat Entdeckerpotential! Er ist insgesamt 12,6 Kilometer lang und wenn Ihr die Brauerei Päffgen und den Krewelshof einbinden wollt werden es insgesamt 18 Kilometer. In diesem Fall  empfehle ich Euch die Wander- und Bikekarte: KOMPASS Nr. 758 Köln-Brühl-Bonn-Ahrtal. Alternativ kann man die Wanderung nach Plan ablaufen und die Adressen Krewelshof und Hausbrauerei Päffgen mit den Auto, oder Womo ansteuern.

 

So manches Mal ist man über sich selbst erstaunt, welche schönen Regionen man vor der Haustüre konsequent über Jahre nicht gesehen hat. Die Devise ist, besser spät als nie, und so geht mein herzliches Dankeschön erstmals an die Schöpfer und Wegpaten  dieser Bergischen Streifzüge.  Bisher habe ich den Lesern dieses Blogs schon einige vorgestellt. Auch dieses  Mal wurde  mein positiver, persönlicher Eindruck von den zuvor erlebten Streifzügen bestätigt. 

 

Diese Rundwanderung wird ohne Pausen ca. 3-4 Stunden reiner Gehzeit beanspruchen, d.h. wenn Ihr eine Genußwanderung daraus machen wollt, plant besser einen ganzen Tag ein - da habt Ihr im Ergebnis eindeutig einen höheren Erlebniswert. Die Anforderungen sind auch für Kinder, die Wandern gewöhnt sind, moderat - einzig im ersten Drittel sind ca. 100 Höhenmeter zu überwinden. Dafür entschädigen spätere schöne Fernsichten für die Mühen.

 

Die Wanderung ist unverlaufbar mit einem eindeutigen Wanderlogo (weiße 18 auf rotem Grund) ausgeschildert, zusammen mit dem weblink und dem kostenlosen Flyer kann es sofort und ohne große Vorplanung spontan losgehen.

 

Desweiteren finden wir auf der Rundwanderung drei Einkehrmöglichkeiten (Öffnungszeiten beachten) und 11 Stationstafeln. Diese erläutern uns beispielsweise wie wichtig die Kartoffel ist und wie die Pommes von unter der Erde auf den Tisch kommen, warum eben nicht die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln ernten und wie Landwirtschaft heute funktioniert. Wir erfahren wie der Arbeitsalltag eines Landwirtes aussieht - und schmunzeln anschließend über einen 8-Stunden Tag im Büro. Kein Vergleich-da bedarf es schon einer grundsätzlichen Überzeugung und einer guten Portion Gelassenheit: ohne diese wäre ein solcher Job über Jahrzehnte nicht zu schaffen.

 

Nach unserem Aufbruch am Bahnhof Honrath verlassen wir über die Gleise hinweg die Ortschaft bergab und tauchen bald schon in den Wald ein. Sofort umgibt uns eine Idylle, die an einem Bücher- und Spieleschrank samt Vertrauenskasse eines Bauernhofes vorbei führt. 100 Höhenmeter sind nun zu überwinden.

Den Wald auf der Höhe verlassend erreichen wir die Landstraße, folgen der Beschilderung und erblicken bald darauf das erste Hinweisschild zum Bauerngut Schiefelbusch, dem wir über einen landwirtschaftlichen Weg mit schönen Ausblicken folgen.

 

Bald darauf erreichen wir den Hof und nehmen die erste Pausenmöglichkeit gerne wahr, denn hier gibt es einiges zu sehen und zu erleben. Diejenigen von Euch, die ein Wochenende Auszeit in der Ferienwohnung des Hofes gebucht haben, beginnen die Wanderung hier auf dem Hof, auch hier gibt es eine Hinweistafel und eindeutige Ausschilderungen auf den Bauernhofweg. Nach der Pause ziehen wir unser erstes Resümé und finden dieser Themenweg macht seinem Namen alle Ehre. 

 

Wir sind erstaunt über die vielfältigen Auszeichnungen die diesem Hof verliehen wurden:  4/ 5 Sterne vom Tourismusverband NRW, Stiftung Warentest: "sehr gut", Test Regionalität, "Der schönste Hofladen Deutschlands" (1.Preis von DGS/ Muscator) und einige mehr.

 

Wir reißen uns los, denn wir haben erst ein Drittel der Strecke geschafft. Das nächste Ziel heißt " Gammersbacher Mühle" und wartet mit einem Biergarten und einer Atmosphäre aus vergangenen Zeiten auf. Freilaufende Pfauen schlagen ihr gefiedertes Rad, auf dem Hof und in der Remise warten alte Kutschen und weitere historische Fahrzeuge auf ihren Einsatz in Film und Fernsehproduktionen, aber auch auf die zahlende Kundschaft, die z.B. eine weiße Hochzeitskutsche (z.B. zur Hochzeit auf Schloss Auel) genau hier buchen kann.

 

In der Gammersbacher Mühle ist übrigens  die Planung eines Betriebsausfluges mit Planwagen ebenso möglich, wie eine schöne Feierlichkeit mit einem Kurs im Bogenschießen in historisch rustikalem Ambiente. Mir gefällt's!

 

Da wir heute noch den Krewelshof ansteuern wollen verlassen wir bei der Mühle unseren Rundweg und wandern  geradeaus durch das Gammersbacher Tal. Diesem idyllischen Weg folgend erreichen wir nach kurzer Zeit eine Kleinen Farm für Tiere. Dort einmal links und sogleich wieder rechts dem Hauptweg folgend kommen wir so in ein Gewerbegebiet. 


Fernsichten bei Licht und Wolken- spannender als blauer Himmel
Fernsichten bei Licht und Wolken- spannender als blauer Himmel

Haupteingang zum Krewelshof
Haupteingang zum Krewelshof

Der Krewelshof (Auf der Karte des Flyers zum Wanderweg noch mit rotem Kästchen und weißer 4 gekennzeichnet) ist auf jeden Fall einen Umweg wert. Hier können sich die Kinder mal so richtig austoben, während die Eltern bei Kaffee und Kuchen entspannen, oder den großen Hofladen inspizieren.

 

Es gibt spezielle Angebote für Grundschulen mit umfangreichem Tagesprogramm für einen Ausflug inklusive Verpflegung. Dabei wird den Kindern bei einer Hof- und Plantagenführung der Arbeitsalltag eines Landwirtes erklärt und der Anbau der verschiedenen Gemüse und Früchte. Außerdem gibt es eine große Spielscheune mit allerlei Attraktionen. Pünktlich zu den Sommerferien öffnet das Maislabyrinth. Ein Spaß für die ganze Familie! Mehr Informationen findet Ihr unter dem weblink oben.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite der Landstraße befindet sich in Sichtweite die ehemalige Wasserburg Burg Sülz. Heute beherbergt sie ein Technologiezentrum und ist nur von außen zu besichtigen. Im ehemaligen Burghof hat der Schreinerei Meisterbetrieb "Chaiselongue" ein Ladenlokal nebst Werkstatt.

Dieser hat sich auf die Anfertigung und Restauration Antiker Haus- und Zimmertüren spezialisiert. Ich kam mit dem Inhaber Thomas C. Orth ins Gespräch und da er nach der Kurzbesichtigung an jenem Freitag Nachmittag seinem Feierabend entgegen sah, fragte er uns wohin denn nun unser Weg führen würde. Kurzer Hand nannte er uns einen weiteren Tipp: die Hausbrauerei Max Päffgen und erklärte sich bereit uns die knapp zwei Kilometer in seinem Wagen dorthin mitzunehmen.

 

Dieser Tipp war ein Volltreffer, nicht nur des leckeren Bieres wegen, sondern auch aufgrund der einmaligen Lage der Brauerei. Diese befindet sich in Einzellage auf einer Anhöhe mit unverbaubarem Blick nach Köln. Im Jahre 1986 erwarb die Familie den Bauernhof aus dem 16. Jahrhundert und sanierte ihn von Grund auf. Im Jahre 2002 kam dann die Brauerei hinzu und man kann hier während der Geschäftszeiten das Bier käuflich erwerben. Einen offiziellen Schankraum gibt es  jedoch nicht-dafür in Köln am Heumarkt das Brauhaus Päffgen. Vormerken unbedingt empfohlen.

 

 


Im Tal bei der Gammersbacher Mühle
Im Tal bei der Gammersbacher Mühle

Beste Laune bei der Brauerei Päffgen
Beste Laune bei der Brauerei Päffgen

Eines möchte ich der Vorsorge halber noch erwähnen: wenn ihr den Umweg über den Krewelshof, die Burg Sülz und die Brauerei Päffgen zu Fuß plant kommen in der Addition sechs Kilometer mehr dazu und es werden dann 18-19 Kilometer. Das kann für Kinder schon zu anstrengend sein. Alternativ bleibt man dem Rundweg treu und fährt diese Ziele mit den PKW/Womo an.

 

Das Gelände der Brauerei verlassend wenden wir uns nach rechts (von links waren wir herauf gekommen) und erreichen nach einigen hundert Metern den Ort Muchensiefen und die Infotafel an der Station H.

Ab hier folgen wir dann wieder der Wegkennzeichnung "weiße 18 auf rotem Grund" und gelangen so  nach einigen schönen Fernblicken in das Tal der Agger und an den Fluß. Bald ist unser nächstes Highlight, der Golfplatz von Schloss Auel erreicht. Über das Schlossgelände hinweg gelangen wir mit einem letzten knackigen aber  kurzem Anstieg auf die nächste Anhöhe mit fantastischen Fernsichten auf das Eisenbahnviadukt von Bombach.

 

Unser Ziel der Bahnhof Honrath ist jetzt schon in gefühlte Nähe gerückt. Zuvor passieren wir, nachdem wir den Golfplatz hinter uns gelassen haben, den Weiler Honrath mit seiner Burg Honrath einem bereits im Jahr 1117 urkundlich erwähnten Rittersitz. Den wehrhaften Charakter des eher unspektakulären Baus kann man heute noch erkennen. Er befindet sich in Privatbesitz und liegt neben der Kirche in Honrath; unser Wanderweg führt uns unmittelbar daran vorbei.

 

Wir haben uns am späten Vormittag gegen 11:00 Uhr auf den Weg gemacht und waren um 18:00 Uhr wieder am Startpunkt. Dabei sind wir mehrfach eingekehrt und haben interessante Menschen mit den unterschiedlichsten Berufen kennengelernt. Das Wetter hat gehalten und so kommen wir glücklich und zufrieden von einem gelungenen Urlaubstag und einer wohlverdienten Auszeit vom Alltag wieder nach Hause. 

 

Weitere Streifzüge im Bergischen Land für Euch hier im Blog: der Steinhauerpfad, eine gelungene Zwei-Tages-Tour durch die Bergische Schweiz, den Grafen- und Mönchsweg, dem wir auf der Suche nach der Namensgebung des Bergischen Landes gefolgt sind und der Bensberger Schlossweg: das Nonplusultra in Kulinarik und Wellness! Alle drei sind es wert ausprobiert zu werden.



Manches Mal experimentiere ich mit Schwarz-weiß-Aufnahmen, ich hoffe es gefällt Euch
Manches Mal experimentiere ich mit Schwarz-weiß-Aufnahmen, ich hoffe es gefällt Euch

Haupteingang Burg Sülz
Haupteingang Burg Sülz


fazit dieser einmaligen tagestour vor den toren kölns:

Ich bin ein Reisender aus Leidenschaft. Bei meinen Touren in die Länder Europas, oder auch darüber hinaus habe ich stets das Besondere immer zu schätzen gewußt. Ebenso die Begegnungen mit Menschen, "Einheimischen". Essen, Trinken, Bräuche, Kleidung und Berufe haben mich interessiert - und das tun sie noch immer. Wisst Ihr was ich glaube? Auf unseren Reisen in die Welt schätzen wir wohl alle diese Eindrücke, die wir dann mit nach Hause nehmen und von denen wir dann zu Hause erzählen können. Was ist zumindest eine wesentliche Ursache dafür?

Meine Antwort: das Erleben des Nicht-Alltäglichen. 

Und genau das können wir im eigenen Bundesland, oder pauschal formuliert in Deutschland genau so erleben. Das Geheimnis liegt in einem gemeinsamen Punkt: wir lassen bei jeder Reise, bei jedem Ausflug einfach den Alltag hinter uns und fokussieren uns auf

das 'Hier-und-Jetzt'. Genau das zeigt sich auch in meinen Begegnungen auf dieser Rundwanderung. Die Arbeit, der Enthusiasmus und die Überzeugung mit der die Menschen hier unterwegs sind vermag mich zu begeistern und zollt höchsten Respekt. 

Dabei nehme ich mir die Zeit Gegenden zu erforschen für die ich in früheren Jahren glaubte entweder keine Zeit zu haben, oder was noch viel irriger war, für die es sich vermeintlich nicht lohnte Zeit zu investieren. Aber, liebe Leute, genau das Gegenteil ist der Fall. 

 

Aus dieser simplen Erkenntnis heraus habe ich nur zwei Bitten an Euch: 

1. Nehmt Euch an eurem freien Tag einfach die Zeit und gebt Euch frei, fragt google nach dem Wetter und schmiedet einen Plan.

2. Lasst Euch verführen zu einem außergewöhnlichen Tag abseits des Alltags.

Mein Versprechen: er wird Euch in Erinnerung bleiben. 

Liebe Grüße und viel Spaß beim schmökern und ausprobieren wünscht Euch Matthias


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:

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The Secret Garden - Tag der offenen Gartenpforte im Rheinland

Burgen, Schlösser und Gärten im Rheinland - einmalig!

Es war der 2. Juni und herrliches Sommerwetter,  als wir uns auf den Weg machten um einige der schönsten Gärten Bonns zu erkunden. In diesem Jahr war es schon das  zweite Wochenende der "Offenen Gartenpforte" und ich hatte uns drei attraktive Ziele für diesen Ausflug ausgesucht. Am Ende war ich derart begeistert von der Schönheit, Exotik und Atmosphäre dieser Gartenanlagen, dass ich gar nicht anders kann als Euch aufzufordern das mal mit eigenen Augen zu sehen.  Rein ins Auto und los geht's!


Die Burg Lede im Ortsteil Bonn-Vilich, Privatbesitz
Die Burg Lede im Ortsteil Bonn-Vilich, Privatbesitz

Anfahrt

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte zur ersten Zieladresse An der Burg Lede 1, 53225 Bonn-Vilich beträgt 32 Kilometer und dauert  gute 30 Minuten.

 

Zweite Zieladresse heute:

Aboretum Härle, Büchelstraße 40, 53227 Bonn-Oberkassel

 

Dritte Zieladresse heute:

Schlosshotel Kommende Ramersdorf, Oberkasseler Str. 10, 53227 Bonn


Parken mit dem Wohnmobil gelingt bei der Burg Lede auf der Anliegerstraße, kein offizieller Parkplatz vorhanden!

 

Parken auf der Blücherstraße am Park Härle ist mit dem Wohnmobil fast unmöglich (zu eng!) Kein offizieller Besucherparkplatz vorhanden. Man muss auf andere Straßen ausweichen und den Rest halt zu Fuß zu gehen. Mit dem PKW kann es klappen.

 

Parken am Schlosshotel Kommende Ramersdorf ist vor dem Schloss auf einem großzügigen Parkplatz kostenfrei (Stand 06.2018) möglich, auch mit dem Womo findet sich ein Plätzchen - wohl nicht zum Übernachten!

Highlights

Hier kommen die Highlights im Kurzüberblick, die diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

 

Einzige Einschränkung: Die Termine der Gartenöffnungen müssen von Euch zuvor recherchiert werden:

  • Die Burg Lede ist in Privatbesitz und öffnet ihren Garten nur zu bestimmten Terminen im Jahr. Eine Burg wie im Dornröschenschlaf.
  • Die Stiftung Aboretum Härle hat das ganze Jahr hindurch feste Termine an denen die ca.  4 Hektar große Parkanlage besichtigt werden kann.
  • Das Schlosshotel Kommende Ramersdorf ist ganzjährig geöffnet und hat seit Oktober 2017 einen neuen Besitzer. 
  • Bei der Planung eines mehrtägigen Aufenthaltes bieten die Blogtouren Nr. 38 über Bonn und Nr. 37 durch das Naturwelterbe unteres Mittelrheintal weitere Highlights und Sehenswürdigkeiten.
  • Meine Blogtour Nr. 29 gibt Euch Tipps für Wellness und Entspannung
  • Für Gartenfans, die jetzt nicht unbedingt nach England reisen, sind die Tage der offenen Gartenpforte jährlich wiederkehrende Festtage. Unter www.offene-gartenpforte-rheinland.de findet Ihr alle Termine für 2018, inklusive kostenlosem Booklet als free download.

Nützliche Weblinks

Hier kommen einige Weblinks, die Euch die Planung dieses Ausfluges noch mehr erleichtern werden und die Euch auch Alternativen für eine Übernachtung aufzeigen möchten:

  • Meine High-End Empfehlung heute ist natürlich das Schlosshotel Kommende Ramersdorf mit phantastischer Atmosphäre
  • Meine Low-Budget Empfehlung ist die Jugendherberge Bonn
  • Mehr Informationen zum Park Härle unter diesem Weblink
  • Stellplätze und Übernachtungsmöglichkeiten mit dem Wohnmobil, oder dem Caravan findet Ihr in meiner Blog-Tour 38, Blog-Tour 37 und Blog-Tour 29
  • Ich habe Euch die Strasse der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas bereits bei meiner Fahrradtour zum Schloss Heltdorf vorgestellt. Nun komme ich meinem Versprechen nach, Euch weitere Gärten vorzustellen, denn die Stiftung Park Härle gehört dazu, ebenso wie der Alte Friedhof Bonn (Tour 38) und der Botanische Garten Bonn (Tour 38)
  • MEIN GEHEIMTIPP: Übernachten auf dem verrücktesten Campingplatz der Welt, im coolsten Hostel Deutschlands. Du wolltest schon immer mal in einem silbernen AIRSTREAM schlafen, oder in einem Retrocamper? Hier geht das: www.basecamp-bonn.de


Pfingstrosen Arrangement auf Burg Lede
Pfingstrosen Arrangement auf Burg Lede

Ein Besuch in der Dornröschenburg

Rosengarten auf Burg Lede
Rosengarten auf Burg Lede

Das erste Ziel unserer heutigen Tour  haben wir nach ca. 35 Minuten erreicht und stellen unseren Wagen auf der Anliegerstraße bei Burg Lede problemlos ab. 

 

Schon der erste Eindruck ist einfach nur schön, denn mitten im Ortsteil Bonn-Vilich, so scheint es, taucht plötzlich dieser Park von gut 4 Hektar Größe wie aus dem Nichts vor uns auf. Durch das Tor einer Vorburg hindurch betreten wir den schönen Rosengarten entlang einer alten Mauer und erblicken das Anwesen.

 

Die Ursprünge der Burg gehen vermutlich bis in das 8. Jahrhundert  zu Fränkischer Zeit zurück, die ältesten Bauteile der heutigen Burg stammen jedoch aus dem 12. und 14. Jahrhundert. Der erste urkundlich genannt Eigentümer war 1361 der Ritter Johann Schillink von Vilich, der Hofmeister und Rat des Erzbischofs von Köln war.

 

Nach Jahrhunderten wechselvoller Geschichte und wechselnder Eigentümer (nachzulesen in wikipedia)  gelangte die Burg Anfang des 20 Jahrhunderts im Jahre 1904 in den Besitz des Industriellen Otto Friedrich Weinlig, der die Burg im Stil des Historismus wieder aufbauen ließ und ihr das heutige Aussehen verlieh. Die Burg Schneckenberg, wie sie bis dahin hieß bekam von ihm den heute noch gültigen Namen Burg Lede. Durch Verkauf vier Jahre vor seinem Tode im Jahr 1932 in Bonn, gelangte die Burg 1928 an die Reichsgräfin Eugenie Berghe von Trips. Aus dieser Familiendynastie stammte auch der bei einem Rennen  in Monza tödlich verunglückte führende Formel 1 Pilot Wolfgang Graf Berghe von Trips, der posthum den Weltmeistertitel des Jahres 1961 errang.

 

Die heutigen Eigentümer Sandro Parotta und Birgit Kulmer erwarben die Burg im Jahre 2017 von dem Großneffen der verstorbenen Gräfin, Ferdinand von Loe, welcher mit seiner Familie nach 30 Jahren vor Ort eine neue Heimat in Bayern gefunden hat. 

Der historische Garten wurde im Jahre 1907 von dem bekannten Landschaftsarchitekten  Baron Walter von Engelhardt (1864-1940) angelegt. Hierbei verbindet Engelhardt  historische Stilelemente des englischen Landschaftsgartens mit der räumlichen Abgrenzung und Schaffung von Gartenräumen, die sich in ihrer Funktion als Nutzgarten, Obstgarten,Ruhezonen, Wasserbassin mit Terrasse und Parklandschaft auch heute noch unterscheiden lassen. 

Am Gartenteich
Am Gartenteich

Das Bestreben der neuen Eigentümern ist es, dem einzigartigen Landschaftspark wieder zu neuem Glanze im alten Stil zu verhelfen. Dabei soll in Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde und Förderer der Burg Lede e.V. den Ideen der Raumgestaltung von Gartenräumen des Gestalters Rechnung getragen werden. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg, denn 43.000 Quadratmeter bedeuten eine Menge Arbeit.

 

Auf meine Frage an Birgit Kulmer, ob es nicht für Ihre Kinder wie ein wahr gewordener Traum zu sein scheint auf einer alten Ritterburg zu leben, antwortete mir die Eigentümerin augenzwinkernd: "Die Kinder sagen dazu: 'Mama warum müssen wir auf so einer Schrottburg wohnen? Können wir nicht einfach in einem ganz normalen , schönen Haus wohnen?'"

 

Auch ich muss zu dieser Aussage schmunzeln, denn mir ist die Lebensaufgabe, die sich die Familie hier gesetzt hat nur allzu deutlich geworden. Luxus liegt immer nur im Auge des Betrachters und des Blickwinkels.  Zum Tag der offenen Gartenpforte öffnet die Burg nun dem interessierten Besucher  ihren Garten und dank einer informativen Führung von rund 60 Minuten können wir  eine private Burg mit Garten genießen,  in welchem einem der Gedanke an Grimms Märchen nur zu offensichtlich in den Sinn kommt. Ich kann nur sagen es lohnt sich. Bitte vormerken für 2019 und ein herzliches Dankeschön an die Hausherren, die dem Besuch mit Verpflegung ihrer Gäste einen schönen Rahmen gegeben haben. Ein wirklich gelungener und toller Auftakt unserer heutigen Tagestour.

 

Wir verabschieden uns und steuern den nur wenige Minuten entfernten Park Härle an. Dieser hat nicht nur am Tag der offenen Gartenpforte geöffnet,  sondern zu regelmäßigen wiederkehrenden Terminen im Jahr. Die Öffnungszeiten sind im Rahmen öffentlicher Führungen geregelt. Diese finden an jeweils zwei Terminen pro Monat bis einschließlich Oktober statt. Ich  habe diese für 2018 mal abfotografiert (siehe weiter unten), denn sie sind aktuell (Stand 06.2018) nicht abrufbar, da die website für den Park derzeit nicht mehr online verfügbar  ist. 


Stiftung Aboretum Park Härle -Gartenkunst seit 150 Jahren

Gartenimpressionen Park Härle
Gartenimpressionen Park Härle
Im Waldpark Härle
Im Waldpark Härle

Nachdem wir uns etwas mühsam einen Parkplatz in fussläufiger Nähe gesichert haben, erreichen wir pünktlich zur nächsten Führung um 15:00 Uhr den Park Härle mit seiner einzigartigen Geschichte und Bepflanzung. Wir entdecken  43.000 Quadratmeter kultivierte Parklandschaften aus einer Entstehungsgeschichte von mehr als 150 Jahren. Ein Gartentraum für jeden Besucher. 

 

Vom mediterranen Terrassengarten mit Blick auf das nahe Siebengebirge fühlen wir uns im Schatten der Libanonzeder und der Zypressen inmitten von Lavendel und anderen duftenden Sommerblumen in die Toskana versetzt. Hier stehen Bänke bereit um den Blick in die Landschaft und in den Park schweifen zu lassen - ein Gefühl wie im Urlaub. Und tatsächlich ist aufgrund der besonderen Lage am Hang  hier ein Mikroklima entstanden, welches die mediterrane Flora hervorragend gedeihen läßt. Nur einige Meter weiter unten, wo wir dann im Schatten von Buchen, Platanen und Mammutbäumen stehen werden, ist die Temperatur deutlich niedriger. So etwas fasziniert mich, nutzten doch bereits die Gartenarchitekten des 19. Jahrhunderts ihr Wissen um uns diesen wunderbaren Garten zu hinterlassen, den sie in dieser Ausprägung selbst nie sehen konnten - ein Generationen übergreifendes Landschaftsprojekt!

 

Die ältesten Pflanzungen stammen noch aus den Anfangsjahren um das Jahr 1870, dazu zählen die Atlaszedern, der Ginko, der Mammutbaum und die Weihrauchzeder. Geschaffen wurde dieser Park als Sommersitz des Direktors der Rheinischen Eisenbahngesellschaft, Franz Carl Rennen, welcher im Jahr 1897 verstarb.  Im Jahre 1921 kaufte der Jurist Carl Härle Haus und Park. Er baute diesen weiter aus und integrierte eine Gärtnerei. Nach seinem Tod in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts führten seine beiden Töchter Maria und Regina Härle sein Lebenswerk fort und gründeten, zur Bewahrung für die nachfolgenden Generationen,  eine Stiftung mit einem Stiftungskapital von rund 6 Millionen Euro.

 

Bei der Führung durch den Landschaftsarchitekten, Herrn Michael Dreisvogt, wird uns der wunderschöne Park scherzhaft zum Kauf angeboten für einen Euro. Geknüpft daran wäre allerdings die Verpflichtung die jährlich mindestens anfallenden Kosten von 300.000,00 Euro über die kommenden 20 Jahre sicher zu stellen... 


Am Park Härle angeschlagenene Öffnungszeiten 2018
Am Park Härle angeschlagenene Öffnungszeiten 2018

Die gesamte Parkfläche steht Besuchern zu den rechts nebenstehenden Terminen offen. An den Tagen der "offenen Gartenpforte" kann der Garten auch ohne Führung besichtigt werden, allerdings entgehen einem dann die fachkundigen und spannenden Ausführungen des Landschaftsarchitekten. Vor Ort liegen kostenlose Flyer zum Park aus. Eine Besichtigung des Parks außerhalb der Führungen und den Tagen der Offenen Tür ist leider nicht möglich.

 

Zu jeder Jahreszeit ist es spannend hier zu sein und da es für mich heute Premiere war, habe ich mir fest vorgenommen im Herbst wiederzukommen. Das wird bestimmt auch ein tolles Erlebnis,  aber zuvor werden wir den Sommer genießen und viele spannende Touren erleben.

 

"Der Park Härle besteht aus drei deutlich voneinander abgegrenzten Teilen : dem Alten Park mit den früheren Wohngebäuden, dem Neuen Garten auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei und dem extensiven Waldpark mit Maar und Obstwiesen." Zitat aus dem Flyer des Parks

 

So vergeht die Zeit wie im Fluge, denn immer wieder bleiben wir stehen und sind von der Schönheit fasziniert. Zum Pausieren stehen Kaffee, Tee, Wasser und Plätzchen kostenlos bereit, ebenso  finden wir eine Toilette im Park vor. Der Park befindet sich in einer Hanglage des Rheintales und ist bis auf die Treppenwege auch barrierefrei zu besichtigen. Ein gelungener Höhepunkt der heutigen Tour!

 

Wir verlassen den Park nach mehr als zwei Stunden und sind begeistert. "Was soll das noch toppen?" werde ich gefragt und weiß dem bisher so schönen Tag noch einen weiteren Höhepunkt hinzu zufügen. Meine Schwester begleitete mich erstmals auf eine meiner Blogtouren, und da sie die Kommende Ramersdorf nicht kannte fuhren wir zum frühen Abend noch dorthin. Nur wenige Minuten vom Park entfernt erreichten wir so bequem  unser drittes Ziel: das Schloßhotel Kommende Ramersdorf . Ich kannte es schon von frühere Besuchen, denn insbesondere in der Vorweihnachtszeit findet hier ein bezaubernder kleiner Weihnachtsmarkt statt, der auch nur einem kleineren Publikum bekannt ist und somit nicht überlaufen ist.

 

Auch dies kann man prima im Terminkalender vormerken.

 


Schloss Kommende Ramersdorf - das Zuckergußschloss
Schloss Kommende Ramersdorf - das Zuckergußschloss

Schloss Kommende Ramersdorf

Der Tag begann fast märchenhaft in einer Burg, wie im Dornröschenschlaf und endet ebenso romantisch-märchenhaft. Rein geografisch betrachtet beginnt mit dem Schloss  für mein Empfinden das romantische Rheintal. Dieses Schloss begeistert wohl jeden Besucher erst einmal durch seine beeindruckende, wuchtige  Architektur. Sofort glaubt man sich in einer Filmkulisse zu bewegen. Unzählige Türmchen, Erker, Fenster, Balkone und verwinkelte Spitzdächer in strahlend weißer Fassade vor stahlblauem Himmel. Wir vergessen in NRW zu sein und sofort kommt uns Frankreich oder Italien wieder in den Sinn. Und tatsächlich ist es auch fast so, denn seit Oktober 2017 betreibt der Geschäftsführer Salvatore Luca hier das Hotel, nebst exklusivem italienischem Restaurant mit guter Weinkarte. Noch sind die letzten Arbeiten nicht abgeschlossen. Der vor dem Schloß liegende Parkplatz für Gäste bekommt ein historisches neues Pflaster und eine stilvolle passende Beleuchtung. Die Terrasse des Restaurants hingegen ist zum Sommer rechtzeitig fertig geworden und wunderbar ausgelegt mit italienischem Marmor. Hier bietet sich ein traumhafter Blick auf Bonn. Es ist einer der Plätze in NRW an dem man genießerisch den Tag verbringen und die Zeit vergessen kann.  Auf der Gartenterrasse stehen 60 Plätze zur Verfügung. Wer hier den Sonnenuntergang bei einem romantischen Dinner erleben möchte, sollte  rechtzeitig reservieren, es sei denn man ist sowieso zu Gast im Schlosshotel. 

 

Den Hotelgästen stehen drei historische , prachtvoll ausgestattete Räume für festliche Familienfeiern und Bankette für bis zu 100 Personen und für Empfänge zur Verfügung. Das Restaurant verfügt über 40 Plätze und ist täglich ab 18:00 geöffnet, sonn- und feiertags auch mittags.

Natürlich sind bei so viel Romantik auch Hochzeitsarrangements buchbar und man kann die Gäste gleich im Schlosshotel unterbringen. Sehr praktisch!


Kurze Geschichte des Hauses:

 

Seit der Stiftung durch Graf Heinrich II. von Sayn  im Jahre 1230 war die Kommende (Kommandantur)  über viele Jahrhunderte (bis 1803) eine Besitzung des Deutschen Ritterordens. Der Deutsche Ritterorden verband  die meist Adligen Herrscher und Großgrundbesitzer zu einer Institution, die im Auftrag und im Namen der lateinischen Kirche im 11. und 13.Jahrhundert die Kreuzzüge ins Heilige Land organisierten und durchführten um die heilige Stadt Jerusalem vor den Zugriffen der muslimischen Staaten zu beschützen oder gar zu befreien.

Erst die Säkularisation unter Napoleon beendete die Ordensherrschaft in Ramersdorf.

Im 19. Jahrhundert gelangten die Barone von Francq und von Oppenheim durch Kauf in den Besitz des Schlosses und gaben ihm im Stil des Historismus und dem Geschmack der damaligen Zeit sein heutiges Aussehen.

1967 bewahrte eine Bürgerinitative das Schloss vor dem Abriss, da es der Planung der neuen Bundesautobahn im Wege stand.  In einem  heftigen Streit konnte der Bestand des Schlosses durch eingegangene Kompromisse gesichert werden, Diesem Kompromiss vielen jedoch große Teile des Schlossgartens zum Opfer, da die Autobahn tatsächlich mitten durch den Park und nur wenige Meter am Hause vorbei durchgesetzt wurde.

Für meine Begriffe eine völlig unnötige Maßnahme für die in der heutigen Zeit im Sinne der Denkmalpflege sicher andere Durchführungswege umgesetzt werden würden. So befahren heute unzählige Fahrzeuge und auch Touristen die BAB in Richtung Siebengebirge, ohne auch nur zu erahnen, welches Kleinod sich unmittelbar hinter der Lärmschutzwand befindet. Für viele Auswärtige denen Drachenfels und Schloss Drachenburg wahrlich ein Begriff sind, dürfte daher die Schloßkommende Ramersdorf noch so etwas wie ein Geheimtipp sein.


Fazit meiner Gartentour nach Bonn:

Wir alle, die wir Reiseführer und Reiseblogs schreiben, können ja die Sehenswürdigkeiten nicht neu erfinden, sie sind bereits da. Und doch denke ich mir gibt es für viele Leser meines Blogs noch einige weiße Flecken auf der Touristischen Landkarte unseres Bundeslandes. Obwohl ich behaupte mich schon sehr gut auszukennen, war diese Tour nun wieder eine Tour der besonderen Art, denn ich habe wunderschöne Erlebnisse in nur einem Tag gehabt an Orten, die für mich ebenfalls bis heute weiße Flecken auf meiner Touristischen Landkarte waren. Ich komme nach Hause mit fantastischen Eindrücken und tollen Bildern und bin selbst begeistert. Als ich neulich in unserer Buchhandlung Thalia einen Büchertisch mit Reiseführern über NRW erblickte, wurde mir wieder deutlich vor Augen geführt, welchen Boom es derzeit zum Thema Naherholung in NRW gibt. Da gibt es "Wanderungen für die Seele", "Glücksorte im Ruhrgebiet", "Wandern im Bergischen Land" "Die schönsten Wanderungen in NRW", Motorradtouren im Bergischen Land", " Der Eifelsteig", "Der Ahrsteig", "Tippeltouren", "Natürlich NRW, 12 Familientouren im Grünen" und dies von den unterschiedlichsten Verlagen. Dabei setzt jeder Autor seinen Fokus etwas anders, oder hat nur eine bestimmte Zielgruppe als Leser. 

Das läßt uns erkennen, dass die Themen  Naherholung , Kurzurlaub,  "Auszeit aus dem Alltag" auf eine immer größer werdende Leserschaft und Interessengemeinschaft treffen. Da hoffe ich mit meinem Blog und meiner Zielsetzung darauf, Euren Geschmack getroffen zu haben und bedanke mich erneut sehr herzlich für  Euer Interesse und Eure Unterstützung, ohne die dieser Blog so nicht möglich wäre.

Ich wünsche Euch von Herzen schöne Tage und Erlebnisse und viel Spaß beim schmökern. Es grüßt Euch mit dieser nun 40. Tour und über 30.000 Aufrufen Euer Matthias 



Hier noch einige eindrücke von meiner Tour:

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"Bundesdorf" Bonn - von Botanik zu Bönnsch- einfach berührend!

Meine Liebeserklärung an diese rheinische Stadt

Beethovenstadt, ehemalige Bundeshauptstadt, Krimi-Dinner in Bad Godesberg, Bundespräsidentenvilla  und Bundeskanzlerbungalow (bis zur Wende Wohnsitz des Kanzlers), Bundeskunsthalle und Bönnsch - Bonns eigene Bierbrauerei. Beeindruckend, oder? Ebenfalls bemerkenswert: der Botanische Garten wurde erneuert und ist absolut einen Besuch wert. Besonders gefallen hat mir auch die japanische Kirschblüte (Cherry Blossom)  im Frühling und die Bonner Altstadt mit ihrer stolzen Münsterbasilika und zwei Kurfürstlichen Schlössern. Im Schloss studieren, das geht gar fürstlich in der ehemaligen Hauptstadt der BRD!  Zum Abschluss Dinner in der Burg mit  fantastischem Blick auf Rhein und SiebengeBirge. 


Stadtspiegel aus dem Botanischen Garten heraus
Stadtspiegel aus dem Botanischen Garten heraus

Anfahrt

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte zum Botanischen Garten Bonn beträgt  30 Kilometer und dauert gut 45 Minuten.

 

Die Zieladresse für die Navigation lautet: 

Meckenheimer Allee, Bonn

 

2. Zieladresse: Alter Friedhof/Thomasstraße, Bonn, 29 Kilometer ab Kölner Domplatte

 

3. Zieladresse: Rheinpark Bonn, ab Kölner Domplatte 37 Kilometer und knapp 40 Minuten

 

4. Zieladresse: Bundeskunsthalle, Friedrich-Ebert-Allee, Bonn, ab Kölner Domplatte 39 Kilometer und 40 Minuten

 

Natürlich kann man mit Bus und Bahn jede Sehenswürdigkeit erreichen. Auch Stadtrundfahrten sind buchbar. 

 

Die Tourist-Information Bonn findet Ihr hier in diesem weblink.

Highlights

Highlights gibt es hier wie am Fließband. Das bezeugen Reiseführer aus den Printmedien zur Genüge. Hier folgen meine persönlichen Highlights und Geheimtipps als ein erster Überblick:

  • Botanischer Garten und Poppelsdorfer Schloss, eine grüne Oase der Extraklasse mitten in der Stadt
  • Poppelsdorfer Allee, schöner wohnen in der Stadt: eine Allee mit ihren Seitenstraßen, die alle Liebhaber besonders schöner Architektur begeistern wird
  • Alter Friedhof Bonn, eine Oase der Ruhe und ein melancholisch-verträumter Ort
  • Beethoven-Haus, das Geburtshaus des Komponisten und die weltgrößte Sammlung von Originalmanuskripten des Musikgenies
  • Marktplatz Bonn mit dem alten Rathaus auf dessen Treppenpodest schon Weltpolitiker wie John F. Kennedy standen.
  • Kirschblütenfest im April jeden Jahres 
  • Die Münsterbasilika unumstrittenes Kirchenhighlight mit romanischem Kreuzgang, über 800 Jahre alt. Ein Ort der Stille und der Einkehr mitten in der Stadt.
  • Museum der Deutschen Geschichte, eine Zeitreise durch unser Land, sehr interessant und kostenlos!

Nützliche Weblinks

Bonn ist wahrlich eine Reise wert; folgende Weblinks erleichtern Euch den Aufenthalt in der Stadt und Umgebung. So muss man nichts verpassen:

  • "Mit rund 30 hervorragenden Museen, exzellenten Einkaufsmöglichkeiten, zahlreichen Veranstaltungen, beeindruckenden Sehenswürdigkeiten und einem abwechslungsreichen Freizeitangebot gehört Bonn zu den Top-Reisezielen im Rheinland."  Diesen Einleitungssatz hätte ich nicht besser formulieren können, ihr findet ihn auf der Seite der Bonner Jugendherberge, meine absolute LOW-Budget-Empfehlung für heute!
  • Wenn wir den Tag mit einem Dinner in der Burg Bad Godesberg beschließen möchten, dann ist das mein absoluter Tipp für die Romantiker unter uns. Selbst Heiraten ist hier möglich und Firmenveranstaltungen ebenso.
  • Danach wahlweise kostenlos übernachten  mit unserem Wohnmobil? Ok,  dann geht dies auf dem Stellplatz Bonn Bad Godesberg
  • Alternativ kann man auch einen Campingplatz ansteuern: Camping Genienaue, bietet  Stellplätze für Wohnmobile und Wohnwagen
  • Meine Top-Adresse für ein High-End Wochenende in Bonn ist und bleibt das geschichtsträchtige Rheinhotel Dreesen. Schöner und stilvoller kann man die Fussballweltmeisterschaft im public viewing in Bonn nicht erleben.

 



Blumenmeer im Garten
Blumenmeer im Garten

Alter Friedhof Bonn: melancholisch und verträumt

Der Alte Friedhof auf der Thomasstraße ist so etwas wie der Prominentenfriedhof von Bonn. Mit der Einschränkung, dass es sich hierbei um die Prominenten Bürger Bonns aus den vergangenen dreihundert Jahren handelt, denn bestattet wird hier schon lange niemand mehr.

 

Es findet sich hier beispielsweise die Grabstätte von Beethovens Mutter, ebenso das Familiengrab der Komponistenfamilie Robert und Clara Schumann. Auch das Grab des Nazi-Widerstandskämpfers Boeselager ist hier zu finden. Zahlreiche Skulpuren und sogar eine ganz besondere Grabstätte eines irischen Soldaten.  

 

Dieser Friedhof mit seinem alten Baumbestand und seinen alten Wegen und Sträuchern wurde von keimen geringeren als Peter Joseph Lenné, dem preußischen Gartenkünstler und General-Gartendirektor der preußischen Gärten angelegt. Er vermittelt noch heute inmitten der Stadt den Eindruck parkähnlicher Naherholung und weckt meine Neugierde.

 

Nur wenige Schritte sind es von hier in die Altstadt Bonns, oder auf die Heerstraße, eine fast 2000 Jahre alte Fernstraße der Römer, die im Frühjahr zur Kirschblüte die Besucher in Scharen anzieht. 

Der aufmerksame Besucher entdeckt die römischen Skulpturen, welche als Abguss der Originale hier zur Verkehrsberuhigung wieder aufgestellt wurden. 

 

Das Cherry blossom spring festival findet seit einigen Jahren immer im April statt. Ursache hierfür sind die tollen Fotografien, die im Internet veröffentlicht wurden und die Heerstrasse unter die Top Ten der  most beautiful tree tunnels of the world katapultierte. Insbesondere Touristen aus dem asiatischen Raum, sowie in Deutschland lebende Japaner besuchen dieses Fest. Natürlich war und bin auch ich von dieser einzigartigen Blütenpracht verzaubert, die diese Strasse und die angrenzenden Jahr für Jahr in ein Blütenmeer verwandelt.

 

Wissbegierige können im Internet alljährlich den Blütenstand und die Wettervorhersage im April genauestens verfolgen.


Familiengrab von Robert und Clara Schumann
Familiengrab von Robert und Clara Schumann

Nur ein Handyfoto der Heerstraße, aber toll oder? Und alle Leute rausgeschnitten ;o)
Nur ein Handyfoto der Heerstraße, aber toll oder? Und alle Leute rausgeschnitten ;o)

Poppelsdorfer Schloss und Botanische Gärten

Das Poppelsdorfer Schloss beherbergt heute das Mineralogische Museum der Universität Bonn.  Der Botanische Garten ist mit dem Schloss verbunden, so dass sich der Besuch von Garten und Schloss optimal ergänzen läßt. Dies führt natürlich zu einem zeitlichem Engpass, wenn man all die hier beschriebenen Sehenswürdigkeiten an einem Tag  erleben möchte.  Ihr macht das schon!

 

Im Jahr 2018 wurde der Haupteingang des Botanischen Gartens verlegt und um eine Gastronomie ergänzt. Die Neueröffnung in 2018 war ein gefeierter Erfolg! Für einen geringen Obolus besuchen wir nun den Botanischen Garten  der Stadt Bonn, dessen Superlative in der größten Blüte der Welt gipfelt. 

 

Natürlich sind auch weitere Exoten in den großen Gewächshäusern zu bewundern. Wir erleben Tropen und Savannen, Palmen und Kakteen, Farne und Wasserpflanzen, wie selbstverständlich!

Hier gelingt uns eine wahrhaftige Weltreise durch die Flora unseres Planeten.

 

Aktuell (Stand 06.2018) wird das Poppelsdorfer Schloss renoviert und wegen der Fassadenarbeiten ist es derzeit eingerüstet. Das unter dem Kurfürsten Joseph Clemens im Jahr 1715 begonnene Schloß wurde unter dessen Nachfolger Clemens August 1744 prunkvoll unter Mitwirkung des berühmtesten Architekten seiner Zeit, Balthasar Neumann (Gartengestaltung im Stil eines englischen Landschaftsgartens und Innenausstattung) fertiggestellt.

 

Nach schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg ging die prunkvolle Innenaustattung verloren, wie diese einmal ausgesehen haben könnte kann man in den Schlössern Augustusburg und Falkenslust (Welterbestätte, siehe auch Blog-Tour Nr. 5) erleben und erahnen.

 

Über die Poppelsdorfer Allee steht das Jagdschloß in axialer Verbindung zur Kürfürstlichen Residenz in der sich heute die Universität befindet.


Kastanienblüte auf der Poppelsdorfer Allee, nach meinem Empfinden Bonns beindruckendstes Wohnquartier und schönste Allee
Kastanienblüte auf der Poppelsdorfer Allee, nach meinem Empfinden Bonns beindruckendstes Wohnquartier und schönste Allee

Altstadtbummel in rheinischer Gelassenheit

Bonner Rokkoko-Rathaus mit berühmter Freitreppe
Bonner Rokkoko-Rathaus mit berühmter Freitreppe

Über die Poppelsdorfer Allee schlendern wir vom Poppelsdorfer Schloß in Richtung Altstadt und unterqueren  beim Hauptbahnhof die Eisenbahnlinie. Auf der anderen Seite kommen wir beim Kaiserplatz wieder hinaus. Wenn wir uns hier an der Kreuzkirche rechts halten gelangen wir zu Bonns berühmten Hofgarten und zur Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität, dem ursprünglichen Kurfürstlichen Schloß.

 

Wir gehen vom Kaiserplatz jedoch links über die Straße Neutor in die Altstadt und kommen so automatisch zum Münsterplatz mit seiner Münsterbasilika, die wir unbedingt besichtigen sollten. Insbesondere die romanische Architektur und der erhalten gebliebene Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert haben mich sehr beeindruckt., Vis-a-vis der Basilika gehen wir mit der Remigiusstraße vorbei am Remigiusplatz hinüber zum Bonner Markt, wo uns das Rathaus von 1740/1780 anzieht.

 

Auf der Freitreppe dieses Rathauses stand am 23.06.1963 John F. Kennedy, es war sein letzter Deutschland-Besuch denn er wurde als US-Präsident im gleichen Jahr in Dallas ermordet.

 

Die Queen of England, Elisabeth, war zu Gast 1965, 1978 und 1989 im Wendejahr, dem Jahr der Wiedervereinigung und dem Fall der Innerdeutschen Mauer.  Michael Gorbatschow, Kofi Anan, Nelson Mandela und das japanische Kaiserpaar trugen sich hier in das Goldene Buch der Stadt Bonn ein.  Der erste Bundespräsident der BRD, Theodor Heuss, sprach am Tage seiner Wahl, dem 12.09.1949 von hier zur Bevölkerung und auch der französische Staatspräsident Charles de Gaulle hielt hier auf der Treppe seine Begrüßungsrede am 05.09.1962.  Na, das sind doch Gründe genug, warum man hier ein Selfie oder Erinnerungsfoto schießen sollte, oder?

 

Natürlich finden sich auf dem Marktplatz auch einige Lokale um zünftig zu speisen, ein Eis zu essen, oder einfach nur in der Sonne zu sitzen und sich zu entspannen. Dabei gibt es immer wieder genug zu sehen, denn in angenehmer Atmosphäre, frei von Straßenlärm und Autoverkehr sitzt es sich wirklich prächtig: zum sehen und gesehen werden.

 

 

"auf den gebt Acht, der wird in der Welt noch einmal von sich reden machen"

So wird Wolfgang Amadeus Mozart zitiert, nachdem Beethoven diesen im Jahre 1787 in Wien besucht hatte.

 

Nach einer kurzen Erfrischung nehmen wir am hinteren linken Ende des Marktplatzes die Bonngasse nach rechts um zum Geburtshaus des weltberühmten Komponisten Ludwig van Beethoven zu gelangen. Dieses bescheidene Bürgerhaus mit seinen Anbauten hat die letzten Jahrhunderte fast unbeschadet überstanden und beherbergt heute das Beethoven-Museum mit der weltgrößten Sammlung von Originalmanuskripten des Meisters. 

 

Beethoven erblickte in diesem Haus das Licht der Welt und bewohnte es bis zu seinem 22. Lebensjahr. Geboren wurde er hier im Jahre 1770 am 16.12.  und verstarb gehörlos im Alter von nur 56 Jahren am 26.03.1827 in Wien, wo er auch bestattet wurde. Der Besuch des Museums ist unbedingt emfehlenswert, denn es zeichnet den Lebensweg und die Genialität dieses Musikgenies in beeindruckender Weise nach.

 

Die Bonngasse wird auch Straße der Prominenten genannt. So wie es in Kalifornien einen "walk of fame" gibt,  finden wir hier im Strassenpflaster eingelassene bronzene Gedenktafeln für die bekanntesten Bonner Berühmtheiten : Robert und Clara Schumann, Kurfürst Clemens August, Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné, Williy Brandt, Ernst Moritz Arndt, Alexander König, Maria Kahle (Widerstandskämpferin im Dritten Reich) und natürlich Ludwig van Beethoven.

 

Wer nun durstig geworden ist der folgt mir über Friedrichstraße und Friedrichsplatz bis zur Sterntorbrücke Nr. 4 zum Bonner Brauhaus Bönnsch. Eine urtypische Bonner Adresse mit eigener Brauerei in der auch heute noch das "Bönnsch" ausgeschenkt wird. An den Wänden finden sich viele Aufnahmen von prominenten Politikern, die sich nach heißen Bundestagsdebatten hier die nötige Abkühlung und Entspannung angedeihen ließen.  

 

Alternativ sei auch das historische Gasthaus  "Im Stiefel" in der Bonngasse 30 empfohlen, eine Dependance des Hotels Dreesen mit Brauhausinterieur und zünftigen Speisen zu volkstümlichen Preisen.


Idylle im Japanischen Garten Bonn im Rheinpark
Idylle im Japanischen Garten Bonn im Rheinpark

Tag Zwei: Besuch im Rheinpark und im Haus der Deutschen Geschichte

Im Japanischen Garten
Im Japanischen Garten

Am Ende des ersten Besuchstages in Bonn empfehle ich Euch den Ortsteil Bonn Bad Godesberg anzusteuern. Dieser bietet dem Besucher einen hervorragenden Aussichtspunkt in Bonn, den man nicht versäumen sollte: die Godesburg, welche im 12. Jahrhundert auf einem erloschenen Vulkankegel erbaut wurde. 

 

Im Jahre 1583 wurde sie im Truchsessischen Krieg belagert und mittels einer List, bei der Söldner durch den Abort der Burg ins Innere gelangten besiegt und zerstört. Heute steht von der Burg immer noch eine stattliche Ruine. Den Bergfried kann man erklimmen und hat von dort oben einen fantastischen Blick über die Stadt und auf das Siebengebirge. Im Burgrestaurant kann man sich vortrefflich verwöhnen lassen und an bestimmten Terminen findet hier auch ein Krimidinner statt, bei dem die Gesellschaft nicht nur hervorragend speisen kann sondern auch gleichzeitig einen in Szene gesetzten Kriminalfall lösen muss - ein herrlicher Spaß!

 

Ist man einmal in Bad Godesberg, so gehört ein Besuch des Hotels Dreesen auf jeden Fall zu den Erlebnissen, die man nicht versäumen sollte, und wenn es nicht zum Übernachten ist, dann wenigstens zur Tea-Time, oder zum Dinner. Das weiße Haus am Rhein gehört nun in der 5. Generation der Hotelierfamilie Dreesen  und wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Es galt und gilt bis heute als erstes Haus am Platze und beherbergte in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Prominente Gäste. Dazu zählen alle Bundespräsidenten und Bundeskanzler sowie Minister nahezu aller Kabinette aber auch Stars wie Charlie Chaplin, Greta Garbo, Catarina Valente, Silvia Königin von Schweden, Francois Mitterand, Henry Kissinger und viele weitere. Auch in der Zeit der Nazidiktatur kamen Prominente Adolf Hitler und sein Stellvertreter Rudolf Hess, sowie nach der Kapitulation der spätere US-Präsident Dwight D. Eisenhower, der hier im Jahr 1945 sogar eine Woche Station bezog.

 

Ich glaube so viele prominente Personen habe ich bisher in keinem meiner Blog-Berichte genannt und in Verbindung gebracht. 


Imposanter römischer Grabstein im Rheinpark Bonn
Imposanter römischer Grabstein im Rheinpark Bonn

Der Freizeitpark Rheinaue zieht die Bonner Bürger und die Besucher ihrer  Stadt zum entspannen und flanieren an. Im Jahr 1979 fand hier die Bundesgartenschau statt. Heute noch sind der Rosengarten, der Elefantenbrunnen, der japanische Garten und der Auensee beliebte Anziehungspunkte.

 

Mütter schieben ihre Kinderwagen durch den schönen Park, für die etwas größeren Kids finden sich Spielplätze, Tischtennisplatten und Sportmöglichkeiten sowie Ruhebänke, Picknickwiesen und vieles mehr. Jogger drehen ihre Runden und die vielen Themengärten locken Erholungssuchende aller Altersklassen; nicht zuletzt dank ihrer Barrierefreiheit und der guten Erreichbarkeit durch einen großen Parkplatz.

 

Es findet sich ein Blindengarten und ein römisches Gräberfeld mit Abgüssen römischer Gräber im Park, ebenso das Beethoven-Ewigkeits-Denkmal, das 1936 auf wenig Begeisterung stieß, spiegelt es doch den gestalterischen Kunstgeschmack der Nazis wieder. Alles ist im Park durch große Hinweistafeln ausgeschildert und gut gekennzeichnet. Schnell hat man hier die Zeit vergessen. 

 

Wenn wir die Fahrräder vom Heckträger unseres Wohnmobils nehmen, bieten sich entlang des Rheins und des Parks zahlreiche verkehrsfreie Radwege an, welche die Highlights der Stadt, den Park und die Museumsmeile miteinander verbinden. Und natürlich dürfen hier auch Erfrischungsmöglichkeiten nicht fehlen, vom einfachen Kiosk bis zum Restaurant im Gartenpavillion.

 

Bei schlechterem Wetter ist ein Museumsbesuch ja immer eine Option. Neben dem Beethovenhaus warten noch weitere 29 Museen auf Euren Besuch. Unbedingt empfehlenswert ist das folgende: Das Museum der Deutschen Geschichte ab 1945 beginnt bei Fliegeralarm und zerbombten Städten und führt uns durch das Wirtschaftswunder. Teile des alten Plenarsaals, ein alter Bulli, ein kompletter Eissalon und viele weitere Überraschungen sind hier bei FREIEM EINTRITT anzuschauen. Ich bin begeistert! 

 


Unterwegs im Freizeitpark Rheinaue
Unterwegs im Freizeitpark Rheinaue

Meine Zwei Geheimtipps für Bonn:

  1. Das Akademische Kunstmuseum wurde nach den Plänen des Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut. Hier war das erste Anatomische Institut der Universität untergebracht. Dabei sorgte die Große Lichtkuppel für das beim Sezieren der Leichen benötigte Tageslicht. Dies ist lange her, heute befindet sich hier die Sammlung der antiken Kunst, welche  die weltweit größte Sammlung von Abgüssen antiker Statuen und Plastiken beherbergt.  Wer es also im Leben nicht schafft, die bedeutendsten Schöpfungen griechischer Großplastiken der Antike  in allen Museen der Welt im Original anzusehen, findet sie hier alle vereint. Ein ästhetischer Genuß! 
  2. Wer auf den Spuren der Templer, oder der Weltbestseller wie Dan Browns "Sakrileg", Umberto Ecos "Foucaultsche Pendel" Wolfgang Holbeins "Das Blut der Templer" bzw. diversen  Verfilmungen dieser Bücher ist, muss auf dem Alten Friedhof die Friedhofskapelle besuchen. Hier versuchen die Protagonisten das Rätsel zu entschlüsseln, wie es zu dem Pentagram vor dem Eingang zur Kapelle, der fünfblättrigen Ornamentik und dem Tatzenkreuz in der Fassade kam. Sie alle gelten als Symbole des Templerordens. Was aber hat diese Kapelle mit den Templern zu tun? Welche Botschaften sind hier für die Nachwelt hinterlassen? 

Fazit meiner Kurzreise NAch Bonn:

Ich hoffe ich konnte Eure Neugierde wecken, die ehemalige Bundeshauptstadt mal mit eigenen Sinnen und  Augen zu erforschen.

Für mich gibt es in keiner zweiten Stadt in NRW eine derartige Fülle von Sehenswürdigkeiten, besonderen Plätzen, mit rheinischem Frohsinn und Gelassenheit wie in Bonn. Ich bin begeistert von dieser Stadt und wenn ich hier studiert hätte, wäre ich bestimmt heute auch ein Bonner Bürger - denn ich wäre wahrscheinlich schlicht geblieben. Wir erleben hier unzählige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung treffen durch das ganze Jahr auf interessante und spannende Veranstaltungen, Konzerte und Märkte. Dieser Bericht über Bonn erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber er zeigt Euch einen guten Querschnitt durch die Highlights. Wenn Ihr einmal dort seid, werdet Ihr schnell diese besondere Atmosphäre spüren und Eure eigenen Lieblingsplätze und persönlichen Highlights für Euch erleben. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher. Ich darf mich daher jetzt von Euch verabschieden und mich herzlich bedanken für Euer Interesse. Hinterlasst mir doch einfach eine Nachricht, wie es Euch gefallen hat, darüber würde ich mich sehr freuen. Herzliche Grüße Euer Matthias

Hier noch einige Eindrücke vom meiner Tour:


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Schöne Rundfahrt durch zwei Täler - Höhepunkte inklusive

Stadt, Land, Fluß - einfach ein Genuß!

Die Nachrichten sagten  für diesen Tag viel Sonnenschein voraus. Ein freier Sonntag mit Zeit für die ganze  Familie. Schönes Wetter, keinerlei Verpflichtungen, die sich nicht  verschieben ließen; ein Tag eigentlich ideal zum wandern - aber nicht alle wollen immer wandern. So ging es heute auf eine ausgearbeitete Autowanderung als Rundtour, die auch ohne Wanderschaft ihre Reize auszuspielen weiß. Genau das Richtige also für einen Familienausflug, ohne große Anstrengungen. Dafür gibt es Unterhaltung für die Kleinen und die Großen - am Ende ist der Tag viel zu schnell vergangen. Es war so schön, dass ich mir geschworen habe wiederzukommen, dann aber mit den Wanderschuhen im Gepäck, bei den unzähligen Möglichkeiten, die sich dem Wanderer bieten. Aber dazu später an anderer Stelle mehr. Nun geht's los, einsteigen, Türen schließen und ab die Post!


Weitblicke in das Rheintal von den bewaldeten Höhen bei "Monrepos"
Weitblicke in das Rheintal von den bewaldeten Höhen bei "Monrepos"

Anfahrt

Es gibt nicht die eine Zieladresse. Von Köln ausgehend folgen wir der Beschilderung der Autobahn A 3 in Richtung Süden (Frankfurt) und nehmen die Ausfahrt 34  wahlweise auch  Ausfahrt 36 und geben spätestens jetzt als ersten Zielort  56588Waldbreitbach, Neuwieder Str. 77  ein. Dort machen wir den ersten Stopp. Die Distanz von der Kölner Domplatte bis zum Eiscafé Riviera in Waldbreitbach beträgt 72 Kilometer und ca. 55 Minuten Fahrtzeit. Die Gesamtstrecke, als Rundtour konzipiert,  wird 250 Kilometer nicht erreichen. Alle weiteren Tagesziele folgen hier nun in Stichpunkten:

  • Zweiter Stopp: Altwied (Navigation: Im Wiedtal 63, 56567 Neuwied) eine Ortschaft im Dornröschenschlaf. Burgruine und Minigolfplatz, Steakhouse und kostenloser Parkplatz vor der mittelalterlichen Stadtbefestigung
  • Dritter Stopp: Monrepos (Navigation: Schloss Monrepos, D-56567 Neuwied), ehemals Schloß der Fürsten zu Wied, heute bedeutendes Museum und ansprechendes Museumscafé mit internationalem Publikum 
  • Vierter Stopp: Leutesdorf, ein schönes Weindorf im Rheintal mit  Rheinpromenade und Weinstuben lädt zum flanieren ein.
  • Fünfter (Foto-) Stopp: Schloß Arensfels in Bad Hönningen, hierzu siehe auch Tour Nr. 29 im Blog
  • Sechster und für heute letzter Stopp unserer Tages-Tour: Stadt Linz (Navigation: Linzhausenstr. 1, 53545 Linz),  der abschließende Glanzpunkt unserer Autowanderung.  Ab Linz bis Köln sind es über die B 42 vorbei am Drachenfels-Panorama und später über die A 59 noch ca 59 Kilometer und eine Stunde Rückfahrt.

Highlights

Nur eine Tagestour? Nicht unbedingt, denn es gibt durchaus mehrere Gründe hier einen längeren Aufenthalt zu planen, dank einiger sehr schöner Täler und Höhepunkte mit weiten Ausblicken:

  • Das Wiedtal liegt inmitten des Naturparkes Westerwald und ist aus diesem Grunde schon eine Reise wert
  • Waldbreitbach, eine kleine Ortschaft, die auf den ersten Blick ein Durchgangsort und auf den zweiten Blick ein Ort zum Verweilen ist.
  • Der Westerwaldsteig feiert 2018 zehnjähriges Jubiläum und etliche Nebenwege bieten Wanderern ein weites Betätigungsfeld in schöner Mittelgebirgslandschaft- Infos hierzu in der Touristeninformation in Waldbreitbach, vor Ort-kostenlos!
  • Der Rheinsteig führt von Nord nach Süd entland des Rheintals und berührt die Ortschaften Linz-Leutesdorf, Bad Hönningen, Rheinbrohl, Altwied und damit auch das Wiedtal. Ein abwechslungsreicher, spannender Premiumwanderweg als Streckenwanderung mit sechs Tagesetappen im unteren Mittelrheintal.
  • Burgruine und Minigolfplatz in Altwied, sehr schöner Platz zum Verweilen und spielen.
  • Schloss Monrepos, dort wurde die Königin von Rumänien geboren, verbrachte die ersten 26 Lebensjahre hier und machte auch unter dem Schriftsteller-Synonym Carmen Sylva Karriere. Heute befindet sich hier ein Museum, mehr dazu im Text.
  • Burgmuseum Stadt Linz mit ehemaligem Folterkeller schön gruselig für die Kinder
  • Ältestes Rathaus von Rheinland Pfalz und mittelalterliche Fachwerkromantik in Linz

Nützliche Weblinks

Hier kommen einige Weblinks und Bloglinks, die Euch die Planung der Tour erleichtern und Eure Neugierde vielleicht etwas steigern werden:

  • Hinweise zu Waldbreitbach, Events im Sommer und auch im Advent
  • Camping und Wohnmobilstellplätze im Wiedtal und Waldbreitbach sind hier zu finden
  • Die Jugendherberge im ältesten und größten Weindorf des Mittelrheins in Leutesdorf ist meine heutige Low-Budget Empfehlung.
  • Das Linzer Brauhaus, direkt am Rhein gelegen schmeichelt uns mit  toller Lage, schöner Aussicht und handfester Brauhauskulinarik, sehr lecker, ich habe dieses Mal dort gegessen.
  • Top-Tip heute: Restaurant Spanischer Garten in Linz, einen Abend wie in Andalusien verbringen, dort wo Linz am schönsten ist. Unbedingt zeitig vorbestellen!
  • Weitere Unterkünfte siehe hierzu auch bei Tour 29.
  • Wandertipp für Monrepos, hier startet der Premiumwanderweg "Fürstenweg"
  • Echte Ruhe genießen und erholen  im Camping- und Ferienpark Bürder (Ortsteil von Niederbreitbach)


Eine Ausfahrt ins Grüne mit schönen Erlebnissen:

Tourismusinformation Waldbreitbach, linkes Fachwerkhaus, vom Kirchplatz aus gesehen
Tourismusinformation Waldbreitbach, linkes Fachwerkhaus, vom Kirchplatz aus gesehen

"Wenn Jemand eine Reise thut,

So kann er was erzählen,

Drum nahm ich meinen Stock und Hut,

Und thät das Reisen wählen."

 

Matthias Claudius (Deutscher Dichter und Journalist, 1740-1815, Zitat aus Urians Reise um die Welt).

 

Wie wahr ist doch dieser Auspruch, denn es geht  bei einem Reiseführer, online-guide oder Outdoor-Heft nicht alleine darum, die schönsten Sehenswürdigkeiten einer Stadt, Landschaft, Region  oder eines Landes aufzuzeigen, sondern immer wieder neu zu ermuntern, zu verführen und die Neugierde zu wecken, eigene Erlebnisse damit zu verbinden.

Der Reiz des Reisens liegt in diesem digitalisierten Dorf Welt in den eigenen Erfahrungen und den subjektiven Erlebnissen und Wahrnehmungen, die wir mit dieser Reise verbinden. Zurück schauend betrachtet wird so beinahe jeder Reisetag zu einem besonderen, außergewöhnlichen Tag der uns heraus führt aus dem Alltagstrott und uns schöne Erlebnisse mit nach Hause bringen läßt, von denen wir anderen dann erzählen können.

 

Und so persönlich wie meine Erlebnisse bei diesen  bisher 38 Touren waren, so werdet auch Ihr eure ganz eigenen Erlebnisse und Geschichten mit nach Hause bringen.  Da bleibt nur meine Bitte an Euch: "Ihr müßt nur losfahren, schön wird es von ganz alleine!"

 

Nach einer knappen Stunde gemütlicher Fahrt durch schönstes Wetter erreichten wir das Wiedtal. Hier führt eine landschaftlich besonders reizvolle Strasse von Neustadt (-Wied) über Waldbreitbach und Niederbreitbach bis nach Neuwied am Rhein.  Dabei durchqueren wir den Naturpark Rhein-Westerwald und befinden  uns sogleich in einer schönen Urlaubsregion nur eine Autostunde von Köln entfernt.

 

 

Blick auf Waldbreitbach vom Kirchplatz aus
Blick auf Waldbreitbach vom Kirchplatz aus

waldbreitbach

Die Fahrt durch das Wiedtal gleicht einem Abenteuer am Steuer. Wie Zwillinge schlängeln sich die Wied und die Straße auf ihrem kurvenreichen Weg durch das grüne Tal mit seinen teils schroffen Bergen zur linken und rechten Seite. Die Strecke ist ein idealer Einstieg zu einer Autowanderung, doch Vorsicht ist geboten, denn es sind an den freien Tagen einige Motorradfahrer unterwegs. Damit neben dem Fahren auch noch reichlich Zeit zum schauen bleibt, legen wir eben öfters eine Pause ein. Es geht vorüber am Hannestein, der vom schrecklichen Hochwasser des Jahres 1680 erzählt,welches in diesem Jahr die beiden Mühlen hinfort riss. 

 

Wenn wir im Luftkurort Waldbreitbach ankommen können wir uns die Ölmühle anschauen, die älteste erhaltene kurfürstliche Bannmühle im Rheinland wurde vom Kurfürst Friedrich zu Köln im Jahre 1680 nach dem verheerenden Hochwasser wieder aufgebaut und war bis 1948 in Betrieb. Im Jahr 2017 wurden die letzten Instandhaltungsarbeiten durchgeführt.

 

Wir stellen das Fahrzeug auf den ausgewiesenen kostenlosen Parkplätzen (auch ein Wohnmobilparkplatz ist vorhanden) ab und schlendern zum Eiscafé Riviera. Dieses Eiscafé ist in verschiedener Hinsicht ein Tipp für einen kurzen Stop: Hier wird seit 20 Jahren Eis verkauft und der Kaffee, Espresso, Cappucino oder Latte Macciato sind ganz besonders zu empfehlen. Es wird erzählt, dass es hier den besten im ganzen Kreisgebiet gibt und auf meine Nachfrage bestätigt mir der stolze Besitzer dies und zeigt mir seine Kaffeemaschine, die im Handel um die 10.000,00 Euro kostet. Ich bin sprachlos.  Und der Kaffee ist das Geheimnis, warum aus einer Eisdiele ein Treffpunkt für Biker aus dem gesamten Rheinland geworden ist. 

 

So bekommen wir einige Rennmaschinen, Enduros und auch Klassiker wie eine Harley oder Goldwing zu Gesicht. Beim Donnern der Motoren verbinden sich Kaffeeduft und Benzin zu einer Mischung, die nichts für empfindliche Gemüter ist. Ich finde es einfach nur genial. Nur wenige Schritte sind es von hier zur Kirchtreppe und zur Touristeninformation. Und zwei von fünf Campingplätzen an der Wied finden wir in Waldbreitbach vor.


Sonnenterasse am Eiscafé Riviera am frühen Vormittag
Sonnenterasse am Eiscafé Riviera am frühen Vormittag

Altwied und Monrepos

Altwied und seine Burgruine sind einen Stop wert
Altwied und seine Burgruine sind einen Stop wert

Auf der Weiterfahrt in Richtung Neuwied kommen wir durch Niederbreitbach nach Altwied. Auf der rechten Seite der Talstraße befindet sich der große Parkplatz an dem man versehentlich schnell vorbei gefahren ist. Hier machen wir unseren zweiten Stopp, denn 

der Opa hat der Enkeltochter noch eine Revanche beim Minigolf versprochen. 

 

Die Ursprünge der Altwieder Burg, die sich uns heute als romantische Ruine präsentiert gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Sie bewachte den kleinen Flecken Altwied und umgab das Dorf mit einer stattlichen Wehrmauer und sieben Türmen, von denen heute noch zwei erhalten sind. Der Minigolfplatz befindet sich unterhalb der Burgruine in idyllischer Lage etwas oberhalb der Wied. Es ist niemand hier außer uns, alle sausen an diesem schönen Ort vorbei. Einige Fahrzeuge stehen jedoch auf dem Parkplatz, vermutlich Wanderer, oder Gäste des Steakhouse welches dem Parkplatz vis-a-vis liegt, denn es ist Mittag geworden.

 

Wir schlendern durch das alte Tor und die Gassen dieses verschlafenen Ortes, erklimmen auf Trampelpfaden die Burgruine und vergnügen uns beim Minigolf. Ein Klassiker für Familienausflüge.

Nach der Rast in Altwied geht es auch schon wieder weiter zum Schloß Monrepos. Der Clou dabei: das eigentliche Schloß existiert gar nicht mehr, denn der Fürst zu Wied ließ es Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts mit Benzin und Rohöl kontrolliert in Flammen aufgehen, da ihm das nötige Geld fehlte um das sanierungsbedürftige Schloß in Stand zu setzen. Aus heutiger Sicht ein unvorstellbarer Vorgang. 

 

Die Straße windet sich durch Segendorf und später den Berg hinauf zu immer schöneren Aussichten. Am Ende der Zufahrtsstrasse befindet sich ein großer kostenloser Schotterparkplatz auf welchem wir unseren PKW oder das Womo abstellen können. 

Fürstliche Ruhestätte auf Jahrhunderte altem Privatfriedhof der Fürsten zu Neuwied
Fürstliche Ruhestätte auf Jahrhunderte altem Privatfriedhof der Fürsten zu Neuwied

Das Schloss der Forscher, Monrepos, ist heute Forschungsinstitut für Wissenschaftler aus aller Welt und Museum für Menschliches Verstehen und Archäologie. Diese wirklich spannende Ausstellung führt uns durch eine Zeit von vor 2,6 Millionen Jahren-8.000 Jahre vor Christus und hat im Fokus dem Besucher zu verdeutlichen warum wir sind, wie wir sind und was Archäologie mit unserem heutigen Leben zu tun hat. Sowohl das Museum als auch die Unterkünfte für die Forscher sind im ehemaligen Prinzessinenpalais, der Sommerresidenz der fürstlichen Damen untergebracht. Besonders ansprechend und gemütlich ist auch die Ausgestaltung von Café und Shop gelungen, dazu gibt es auch noch eine Außenterrasse mit weitem Blick in das Rheintal.

Auf dem Gelände gibt es noch Jahrhunderte alten Baumbestand von exotischen Gehölzen aus dem ehemaligen Schloßpark und eine weitere Besonderheit: einen Wunschbaum. Was es damit auf sich hat, müßt Ihr schon selbst herausfinden.

 

Die erste Königin Rumäniens, Elisabeth zu Wied wurde auf Monrepos geboren und verbrachte ihre ersten 26 Lebensjahre in dem Schloß. Ihr Bruder, der bereits im Kindesalter starb, liegt auf dem privaten fürstlichen Friedhof begraben, sie fand ihre letzte Ruhestätte in  Rumänien. Sie war mit der Kaiserin Elisabeth ("Sissi") von Österreich befreundet, die ja auch Königin von Ungarn war. Als Freigeist schuf sie unter dem Pseudonym Carmen Sylva einige Gedichte und Prosa und wurde so auch als Schriftstellerin bekannt.

 

Der Friedhof liegt nur wenige  hundert Meter unterhalb des Prinzessinenpalais und ist verschlossen. Zwei Ruhebänke dort bieten einen idyllischen Pausenplatz mit Blick auf das vor uns liegende Welterbe Mittelrheintal .

 

Von Monrepos geht es auf gleichem Weg zurück und ab Segendorf dann nach Neuwied, wo wir, wenn wir wollen, direkt am Rhein das in sonnengelb gestrichene fürstliche Schloß von außen ansehen können, die aktuelle Adresse der fürstlichen Familie.


Fachwerkromantik am Marktplatz in Linz
Fachwerkromantik am Marktplatz in Linz

Von Neuwied durchs Rheintal über Leutesdorf nach Linz

Von Neuwied unserem südlichsten Punkt der heutigen Tour aus fahren wir mit der B 42 nun wieder in Richtung Norden. Wir passieren das älteste Weindorf am Mittelrhein, Leutesdorf und kommen damit zu den sonnenverwöhnten Schieferlagen des fast 2000 Jahre währenden Weinanbaus vorbei. Eine ganz andere Vegetation wie im Wiedtal, begünstigt durch den Verlauf des Rheinstromes erleben wir nun. Burg Rheineck liegt romantisch auf der gegenüberliegenden Rheinseite oberhalb von Bad Breisig. 

 

Bald darauf erblicken wir Schloß Arensfels in den Weinbergen oberhalb von Bad Hönningen, welches ich Euch schon in meiner Blog-Tour 29 vorgestellt habe. Es lohnt sich also wieder zu kommen, denn alles anzuschauen ist an einem Tag unmöglich. 

Nach wenigen Kilometern erreichen wir die historische Altstadt von Linz, die sich bis in unsere Tage den mittelalterlichen Charme erhalten konnte. So umgeben beispielsweise Häuser aus fünf Jahrhunderten den Marktplatz an dessen Kopfseite das älteste Rathaus von Rheinland Pfalz zu sehen ist. 

 

Der Brunnen vor dem Rathaus wurde von Bonifatius Stirnberg, dem wohl bekanntesten deutschen Brunnenbauer des 20. Jahrhunderts, im Jahre 1993 geschaffen. Immer wieder werden wir in den kleineren und größeren Städten des Rheinlandes und Nordrhein Westfalens  auf die berühmten bronzenen Puppenbrunnen von Bonifatius Stirnberg treffen. Den wohl bekanntesten seines Schaffens, den Puppenbrunnen in Aachen, habe ich Euch schon vorgestellt.

 

In Linz gibt es viel zu sehen. Das Museum in der Burg beispielsweise, oder die besonders schöne Kirche St. Martin. Die Promenade am Rheinufer und der lauschige Biergarten des Linzer Brauhauses, sollten bei der Besichtigungstour nicht fehlen, ebenso wenig wie ein Besuch des Restaurants "Spanischer Garten",  wo man sich unweigerlich nach Südeuropa, genauer gesagt nach Andalusien versetzt fühlt. Von Linz aus kann man übrigens auch gut in den Rheinsteig einsteigen und wandern - in nördlicher Richtung bis zum Drachenfels über die Erpeler Ley oder nach Süden über Leutesdorf nach Altwied. Und so beschließen wir den Tag in Linz mit diesen tollen Erlebnissen und wissen genau, dass wir bald wieder kommen.


Puppenbrunnen von Bonifatius Stirnberg
Puppenbrunnen von Bonifatius Stirnberg

Sonnenterrasse des Linzer Brauhauses direkt am Rhein und Fähranleger nach Remagen (Autofähre)
Sonnenterrasse des Linzer Brauhauses direkt am Rhein und Fähranleger nach Remagen (Autofähre)

Fazit:

Auf der heutigen Autowanderung haben wir zwei unterschiedliche Ferienregionen miteinander verbunden. Das Wiedtal mit seinen waldreichen Höhen und der klassischen Westerwälder Mittelgebirgslandschaft und zum Abschluß das Unesco Weltnaturerbe oberes Mittelrheintal. Eine Kurzreise durch Rheinland-Pfalz und NRW, mit kulinarischen und historischen Höhepunkten. Fachwerkromantik sowie Burgen und Schlösser säumten unseren Weg in zwei unterschiedliche Regionen in denen sich auch ein längerer Aufenthalt lohnt. Und das macht den Reiz dieser Region einfach aus:  sich auf tolle Erlebnisse freuen können, vor - aber auch noch nach dieser Tour, denn die Sehenswürdigkeiten sind so vielfältig und vielseitig, dass ein Tag nicht ausreichen kann. 

Ich bedanke mich für Euer Interesse und eure Unterstützung bei der Realisierung dieses Tourguides und verspreche Euch mich bald erneut zu melden - dann wieder mit einer ganz anderen Geschichte. Bleibt mir wohl gesonnen und freut Euch auf schöne Tage, es lohnt sich. Versprochen! Bis bald, es grüßt herzlich Euer Matthias.

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Die Bundsandsteinroute im Nationalpark Eifel

Aktiv entspannen - Wo Fels und Wasser Dich begleiten

Ein Tag wie aus dem Bilderbuch, ein Traum von einer Tour, 10 Stunden Sonne und blauer Himmel, dazu eine Wanderung, die sicherlich zu den schönsten in NRW zählt: heute zeige ich Euch die Bundsandsteinfelsen in der Rureifel. Kommt mit und lasst Euch entführen in eine Region von NRW, die wahre Urlaubsgefühle bei mir geweckt hat. Zusammen mit den  weiteren Blogtouren aus der Rureifel läßt sich hier ein wunderbares, verlängertes Wochenende gestalten. Also genau das Richtige für den Monat Mai!


Eifelblick auf Burg Nideggen
Eifelblick auf Burg Nideggen

Anfahrt

Die Anfahrt von der Kölner Domplatte bis zur Zieladresse in Abenden beträgt 63 Kilometer und dauert ca. eine Stunde. Hier nun die Zieladresse zur Übernachtung und als Startpunkt für die Wanderung:

 

Campingplatz Abenden, in fußläufiger Nähe zur Bahnstation Abenden der Rurtalbahn gelegen, direkt an der Rur im schönen Rurtal: Rurweg 1, 52385 Abenden

 

Anreise bequem mit der Deutschen Bahn über Düren, dort in die Rurtalbahn einsteigen Richtung Heimbach (Endhaltepunkt) bis zur Haltestelle Abenden. Besser geht es nicht!

 

Kostenlose Parkplätze in der Nähe zum Startpunkt vorhanden. Camper stellen ihr Wohnmobil direkt kostengünstig auf dem Campingplatz ab.

 

Wer mit der Bahn anreist, kann am Ende der Wanderung direkt wieder in die Rurtalbahn einsteigen und zurück nach Hause fahren, dann wird es ein toller Tagesausflug, bei dem niemand ein Auto bewegen muss - 100% staufrei!

Highlights