Wald, Wasser, Wildnis

Auf dem Wildnistrail durch den Nationalpark

Heute zog es mich hinaus in die Wildnis des Nationalparks Eifel. Das dazu passende Informationsmaterial lag nun schon seit der letzten Messe 'TourNatur' 2016 in Düsseldorf in meinem Schreibtisch und aus irgendeinem Grunde kam ich bisher nicht dazu mir diesen vielversprechenden Wildnis-Trail  einmal genauer anzuschauen. 

Nun war es endlich soweit. Bei einer groben Orientierung anhand des Flyers stellte ich fest, dass der Weg in 4 Tagesetappen unterteilt ist mit  Streckenlängen von 18 bis 25 Kilometern. Da ich nur zwei Tage Zeit hatte und der Wetterbericht für den Sonntag eher nicht berauschend ausfiel, entschloß ich mich am ersten Tag die letzte Etappe von Heimbach nach Zerkall unter die Füße zu nehmen.  Am zweiten Tag lockte mich dann eine Bootstour auf den größten Stausee des Landes. Was ich dabei erlebte ist meine Empfehlung für ein abwechslungsreiches Wochenende im einzigen Nationalpark Nordrhein Westfalens.



Anfahrt

Von der Kölner Domplatte zum Wohnmobilhafen in der Mitte von Heimbach sind es 68,8 Km und  ca. 1 Stunde Fahrt, alternativ kann man über die B 265  über Land relativ zügig und landschaftlich immer reizvoller anreisen und kommt auf diesem Weg noch an Zülpich vorbei (Römerbad/ Landesgartenschaugelände seit 2014 sehr attraktiv gestaltet, etliche Events dort möglich)

 

Die Ziel-Adresse für google maps lautet:  An der Laag, Heimbach

 

Mit der Bahn ab Köln über Düren mit der Rurtalbahn bis nach Heimbach, Dauer 2:10 Stunden.

 

Parkplätze für PKW: "Laag" und "Über Rur"

Highlights

Der Wildnistrail, Etappe 4, ist unser heutiges Tages-Highlight.  Natürlich runden weitere Sehenswürdigkeiten unseren Aufenthalt in Heimbach ab:

  • Burg Hengebach mit internationaler Kunstakademie und Burg-Restaurant
  • Rurstausee mit Bootsanleger Schwammenaul: Ausgangspunkt einer kurzweiligen Bootstour auf dem größten Stausee des Landes.
  • Heimbach, malerisches Fachwerkdorf im Nationalpark
  • Kloster Mariawald, mit eigenem Trappistenbier und Klosterlikör ist einziges Trappistenkloster in Deutschland
  • Beach Club Eifel, sonnenbaden nach der Wanderung oder Langschläfer Frühstücksbuffet von 10:00-13:00 Uhr an Sonn-und Feiertagen, Tischreservierung empfehlenswert.

 

Nützliche Weblinks

Hier habe ich einige nützliche web-links für Euch zusammengestellt, die den Aufenthalt so einfach machen:

  • Wohnmobilstellplatz Heimbach mit Bewertung durch die Fachzeitschrift "promobil"
  • Wohnmobilstellplatz Zerkall, gratis übernachten, Dusche und WC 1,50 Euro, Schlüssel im Infopunkt;  kein Strom am Nationalpark-Infopunkt Zerkall, direkt an der Rur.
  • Beste Informationen findet Ihr auch auf der eigenen webpage des Nationalparks unter www.erlebnis-region.de mit weiteren Unterkünften vom Campingplatz über Ferienwohnung bis Hotel.
  • Ansprechendes Hotel-Restaurant Klostermühle mit schöner Terrasse
  • 4-Sterne Hotel:  Der Seehof in Schwammenaul am Schiffsanleger, sehr schöne Terrasse mit Seeblick, Top-Bewertungen. Meine heutige HIGH-END Variante.


Erster Tag: Ankunft in Heimbach und Wanderung

Anschlag an der Klostermühle, sehr sympathisch
Anschlag an der Klostermühle, sehr sympathisch

"Rauschende Bäche, duftende Blumenwiesen, tiefe Wälder und weite Panoramablicke. In 4 Tagen führt der Wildnis-Trail einmal quer durch den Nationalpark Eifel. Von Monschau-Höfen im Süden bis zur nördlichen Spitze bei Hürtgenwald-Zerkall. Anspruchsvolle Wanderstrecken zwischen 18 und 25 Kilometern Länge zeigen Ihnen die Vielfalt und Schönheit der Natur".

 

So beginnt der Flyer mit der Einstimmung auf den Wildnis-Trail und es stimmt! Die Etappe 4 führt uns vom Wohnmobilstellplatz in Heimbach zum Bahnhof Heimbach, in dem sich das Nationalpark-Tor befindet. Dort können wir uns mit kostenlosem Informationsmaterial bestens versorgen und auch die dortige Ausstellung über die Geheimnisse des Buchenwaldes ist sehr sehenswert. 

 

Direkt vom Nationalpark-Tor laufen wir los und folgen den Holzschildern mit der stilisierten Wildkatze als Wildnis-Trail-Logo, welches uns zuverlässig bis zum Ziel führen wird. Daher ist eine Wanderkarte nicht unbedingt nötig. Zur groben Orientierung wo man sich gerade befindet reicht der Flyer eigentlich aus.

 

Da es sich um eine 18 Kilometer lange Streckenwanderung handelt, empfehle ich ausdrücklich angemessene Kleidung, und Schuhwerk, sowie ausreichend Proviant und Getränke für ein gemütliches Picknick zwischendurch, denn es gibt direkt am Weg keine Einkehrmöglichkeiten und Toiletten. Wildnis-Trail eben!

 

In Zerkall lockt Gut Kallerbend denjenigen zur Rast, der noch mal einige hundert Meter draufpacken will mit schöner Gastronomie und Biergarten. Alternativ nehmen wir die Rurtalbahn, die unmittelbar vom Zielort am Nationalpark-Infopunkt eine Haltestelle hat. Im Infopunkt kaufen wir die Tickets und fahren einfach bis zur Endhaltestelle Heimbach-Bahnhof, wo unser PKW oder Wohnmobil steht zurück. Dort kehren wir dann in Heimbach in einer der zahlreichen Gastronomien ein.

 

Wer jetzt den Gratisstellplatz in Zerkall nutzen möchte, läßt dort das Wohnmobil zurück, fährt morgens mit der Bahn nach Heimbach und hat somit als Ziel den eigenen Stellplatz mit Gut Kallerbend in der Nähe-auch eine schöne Lösung, wie ich finde.


Der Wegweiser macht den gesamten Wildnis-Trail unverlaufbar.
Der Wegweiser macht den gesamten Wildnis-Trail unverlaufbar.

Charakteristik der Tour:

 

Die Tourlänge beträgt 18 Kilometer und ist in 4-5 Stunden Gehzeit gut zu schaffen. Mit einem ausgiebigen Picknick im wunderschönen Schlehbachtal und einigen Fotostops werden es auch schnell 6 Stunden.

 

Es geht auf Wegen und Pfaden durch schönste Eifel- und Naturparklandschaft, Wälder, Wiesen und Talgründe bergauf und bergab. Dabei sind im Aufstieg 430 Höhenmeter und im Abstieg 465 Höhenmeter zu bewältigen.

 

Der Weg führt uns über die Brücke der Rur dann direkt nach rechts in Richtung des Freibades, an diesem vorbei und später am 3. Parkplatz nach links in den Wald bergauf bis wir aus dem Rurtal aufsteigend die letzte Bebauung Heimbachs hinter uns gelassen haben und von einer großen Hinweistafel im Nationalpark begrüßt werden. Ab hier wird der Weg richtig schön.

 

Diese Hinweistafeln des Nationalparkes werden wir auf dem Weg noch einige Male sehen und können so jedesmal unseren Standort und den weiteren Verlauf des Weges anschauen. Dabei lassen wir uns nicht davon irritieren, dass es mal links, mal rechts nach Schmidt geht oder erst rechts nach Brück dann wieder links nach Brück, so dass wir dem Irrtum erliegen könnten, wir würden im Kreis laufen. Dem ist nicht so.

 

Nach etwas über der Hälfte des zurück gelegten Weges erreichen wir das Schlehbachtal, wo wir auf eine Schutzhütte mit Tischen, Bänken und Gartenstühlen treffen. Hier, direkt am Bach gelegen in der Stille der Natur, lädt uns dieses schöne Plätzchen zu dem vorgenannten Picknick ein.  Ich hatte dabei: einige Hähnchenkeulen vom Grillwagen vom Vortag, ein paar Käsewürfel und Butterbrote, einen Müsliriegel, einen Apfel und eine Flasche Roséwein mit Kühlmanschette und Glas. Es war herrlich!

 

Es wechseln sich Fernblicke und Talblicke mit schönen Waldpassagen ab und  auf den letzten 3 Kilometern nach Zerkall wird es dann auch richtig pfadig und urwüchsig, so dass nach meinem Empfinden der Weg eher unspektakulär beginnt und sich immer weiter steigert.

 



Fazit der Wanderung

An einem schönen Sommertag mit einiger Bewölkung habe ich die gesamte Strecke inklusive Picknick von 10:00-16:00 Uhr absolviert. An diesem Tag bin ich keinem Menschen begegnet. Da ich alleine unterwegs war konnte ich Ruhe und Kraft tanken und mich ganz auf die Natur konzentrieren. Bei manchen Wegpassagen überkommt einen das Gefühl in Kanada unterwegs zu sein  und insbesondere auf den letzten Kilometern habe ich den verschlungenen Pfad als besonders schön empfunden. Dort habe ich einen Rehbock aufgescheucht, Wildkatzen habe ich jedoch nur in geschnitzter Form gesehen und wahrscheinlich sind das einzig wilde an diesem Weg, die im kniehohen Gras lauernden Zecken. Besser vorher einsprühen.

Die Wanderung ist abwechslungsreich und führt uns durch den nördlichsten Teil des Nationalparks. Sie ist mit 18 Kilometern der kürzeste Abschnitt des Wildnis-Trails  und  ohne besondere Anforderungen gut zu gehen. Das Gesamtpaket Wildnis-Trail kann man als 4-Tages-Tour mit Übernachtung und Frühstück als Basisarrangement ab 169,00 Euro buchen  unter www.nationalpark-eifel.de. Hier kann man sich entscheiden, ob es eine geführte Tour werden soll, oder ob man sich auf  eigene Faust durch die Büsche schlagen möchte. Ich halte es für eine fantastische Möglichkeit  ohne lange Anreisen in Kauf nehmen zu müssen, dem Alltag für einige Tage zu entfliehen. Da mich diese, eigentlich letzte Etappe begeistert hat, werde ich in diesem Tourguide auch noch über die verbleibenden 3 Etappen berichten.


Nach der Wanderung: Geheimtipp Staubecken Heimbach

Da ich gegen 17:00 Uhr zurück in Heimbach war, hat es mich zu meinem Lieblingsplatz  am Heimbacher Staubecken gezogen. Die einzigartige Lage, der schöne Blick, die moderaten Preise und der nette Inhaber machen die Location am Bootsverleih zu etwas besonderem. Leider kommt man definitiv nur zu Fuß oder per Rad dorthin. Die  exakte Wegbeschreibung findet Ihr bei meiner ersten Nationalpark-Tour

Hier muss ich immer hin, wenn ich in der Nähe Heimbachs bin. Und gleich hinter dem schön gelegenen unkonventionellen Biergarten mit Selbstbedienung beginnt ein wunderschöner Trampelpfad der später über Holzplanken entlang des Wassers führt. Eine schöne Idee um den heutigen Tag romantisch ausklingen zu lassen. Addiert zu der oben beschriebenen Wanderung kommen noch mal ca. 4 Kilometer dazu. Den Biergarten kann man auch mit dem Fahrrad anfahren, der Weg am Staubecken ist nur für Fußgänger.


Holzstege und enge Pfade führen vom Biergarten zum Campingplatz Kohl entlang des Staubeckens Heimbach
Holzstege und enge Pfade führen vom Biergarten zum Campingplatz Kohl entlang des Staubeckens Heimbach


Zweiter Tag: Bootstour über den Rurstausee

Es war am Sonntag alles so, wie es angekündigt worden war. "Schietwetter", wie man im Norden sagen würde. Wäre ich heute auch um 10:00 Uhr losgewandert, ich hätte es im Regenponcho tun müssen. 'Na ja', denke ich mir, 'Reisereporter haben auch nicht ausschließlich schönes Wetter.

Auch, wenn Sie es durch ihre Bilder die Leser glauben lassen wollen'.

Ich bin da ehrlich: Die folgende Tour war sehr schön, lohnt sich auch bei Bewölkung und schauerartigen Regenfällen, aber mit Sonne, blauem Wasser und blauem Himmel, wären die Bilder sicher noch schöner. Noch schöner? Ja, noch schöner, denn auch so war es eine wunderbare Tour, ideal für die ganze Familie!


Marina am Rursee, nähe Anlegestelle Schwammenaul
Marina am Rursee, nähe Anlegestelle Schwammenaul

Der Rursee im Nationalpark Eifel

Die Rurtalsperre Schwammenauel ist die größte dieses Landes. Stellenweise 66 Meter tief und bis zu 1,5 Kilometer breit, bringt sie es alles in allem auf eine Länge von 40 Kilometer. Das würde in etwa der Rheinstrecke Köln-Remagen entsprechen. Wenn wir nun in Schwammenauel an Bord gehen bringt uns die erste Kreuzfahrt vobei am Seglerhafen Woffelsbach, zur Rursee-Endstation Rurberg. Dort können wir umsteigen auf ein geräuschloses Elektroschiff und damit die Fahrt fortsetzen. Über das Trinkwasser-Reservoir geht es über den Obersee nach Einruhr. Auf dem gesamten Weg befinden sich auch Bedarfshaltestelle für Wanderer und Radfahrer.

 

So können wir bei gutem Wetter über den wilden Kermeter wandern oder entlang des Rurseeufers und an beliebigen Stellen ein- und wieder aussteigen. Nur die letzte Abfahrt sollten wir gemäß dem aktuellen Fahrplan nicht versäumen.

 

Ein Genuss ist diese Tour auch, wenn sich die Ufer im Herbst bunt färben, oder an an einem heißen Sommertag, dann können wir das Strandbad anfahren und in der Sonne faulenzen. Es ist also immer eine Reise wert!

 

An Bord der Schiffe gibt es auch Verpflegung, sowie kalte und heiße Getränke. Die Aussichten auf den Nationalpark vom Schiff aus sind schon beeindruckend. Was den Bayern der Königssee, das ist uns in Nordrhein Westfalen der Rurstausee. Natur pur!

 

Einruhr ist ein schöner kleiner Urlaubsort, der an Wochenenden auch das Ziel einiger Motorradfahrer ist. Was dem Zauber dieses kleinen Ortes mit Seepromenade keinesfalls schadet. Gartenlokale und eine bemerkenswerte Eisdiele mit handgemachtem Eis, unbedingt empfehlenswert!

 

Eines ist sicher: ich werde hierhin noch einmal zurückkehren, wenn ich die erste Etappe des Wildnis-Trails von Monschau-Höfen nach Einruhr gewandert bin. Es gibt also ein Wiedersehen!

 

Vom Boot aus den See erkunden kann man in vielfältiger Weise, ob mit Kanadier, Ruderboot, Tretboot oder einem Segelboot, alles ist buchbar oder ausleihbar. Dem Spass auf und am Wasser sind hier keine Grenzen gesetzt.



Postkartenidylle auf dem Weg zum Staubecken Heimbach: Burg Hengebach
Postkartenidylle auf dem Weg zum Staubecken Heimbach: Burg Hengebach

Warum sollte man ein Wochenende Im Nationalpark verbringen? Hier mein Fazit:

Ein Wochenende alleine reicht nicht aus. Es ist so vielfältig, kurzweilig und wunderschön hier, dass man es einfach mögen muss wiederzukommen. So jedenfalls geht es mir und ich hoffe ich kann etwas von meiner Begeisterung weitergeben und teilen.

Ihr könnt Kanutouren von Heimbach nach Zerkall unternehmen, auf dem größten Stausee Deutschlands maritime Urlaubsfreuden

genießen und am selben Tag die unberührte Waldlandschaft des Nationalparkes unter die Füße nehmen.

Dabei reichen die kulinarischen Genüsse weit über Currywurst/Pommes und Waffel mit Vanilleeis und heißen Kirschen hinaus.

Viele gute Adressen bieten herrliche kulinarische Genüsse aus See, Fluß und Wald an. Saisonale Rezepte und Menüs werden den Besuchern kredenzt, dazu diverse Spezialitäten vom Trappistenbier  und -likör bis zu diversen Eifelbränden, es gibt etwas zu erleben!


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour:

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