Nationalpark Eifel, Eine Reise in die Vergangenheit

Eine spannende Reise vom Mittelalter bis zum 2.Weltkrieg

Wenn die Tage wieder länger sind, das Grün in den Wäldern  im Frühling erblüht - oder im Herbst in den buntesten Farben leuchtet, dann ist diese Tour eine Genussreise in den einzigen Nationalpark Nordrhein-Westfalens. Eine Tour  für outdoor-Fans, für Kanufreaks, für Wanderer und Wohnmobilfans, ideal zum radeln:  ein Wochenende zum durchatmen.  Ich fahre immer wieder hin, zuletzt im Dezember - warum? Das erzähle ich Euch jetzt und wünsche Euch einen tollen Kurz-Urlaub vom Alltag, der hier bei schönem Wetter garantiert gelingt.

Landschaftlich reizvoll um einen Burgberg im Tal der Rur gelegen: Heimbach unser Ziel und Ausgangspunkt.
Landschaftlich reizvoll um einen Burgberg im Tal der Rur gelegen: Heimbach unser Ziel und Ausgangspunkt.

Anfahrt Nach Heimbach

Von der Kölner Domplatte zum Wohnmobilhafen in der Mitte von Heimbach sind es 68,8 Km und  ca. 1 Stunde Fahrt, alternativ kann man über die B265  über Land relativ zügig und landschaftlich immer reizvoller anreisen und kommt auf diesem Weg noch an Zülpich vorbei (Römerbad/ Landesgartenschaugelände seit 2014 sehr attraktiv gestaltet, etliche Events dort möglich)

Die Adresse für google maps lautet:  An der Laag, Heimbach

 

Mit der Bahn ab Köln über Düren mit der Rurtalbahn bis nach Heimbach, Dauer 2:10 Stunden.

 

Parkplätze für PKW: "Laag" und "Über Rur"

Nützliche WebLinks

Kostenloser Routenplaner: Falk für Autos, Fahrräder, Wanderer und Bahnreisende 

 

Nationalparkstadt Heimbach: www.heimbach-eifel.de

 

Wohnmobilhafen Heimbach: inklusive Bewertung  von promobil

 

Planung der Wanderung: Klosterrunde Mariawald/Heimbach

 

Noch mehr Ruhe findet Ihr beim:  Campingplatz Kohl hier geht auch die Wanderung direkt vorbei, Zelten, Caravan oder Womo, Reservierung sinnvoll.



Die  9 Kilometer lange Halbtages-Wanderung beginnt eigentlich an der Abtei Mariawald und führt dann über einen steilen Abstieg hinunter nach Heimbach. Da es sich um eine Rundwanderung handelt, ist es eigentlich egal wo man beginnt und wenn wir das Auto (oder Womo) im Ort stehen lassen wollen beginnen wir halt hier. Das hat auch den Vorteil, dass die Abtei uns nach etwas über der Hälfte der Wanderung auf dem Wege liegt und wir dort hervorragend eine schöne Pause einlegen können.

 

Wir wandern also vom Stellplatz "An der Laag " in Richtung Ortsmitte und folgen der Rundwanderung entgegen dem Urzeigersinn rechts über die erste Brücke und halten uns gleich wieder links parallel zum Fluss. Bald haben wir den schönen Blick auf die Burg von meinem ersten Bild. Wir folgen der Wegkennzeichnung  "schwarzer Winkel", und der Beschilderung "Haus des Gastes/Café Burgblick"  geradeaus bis zum Heimbach-Staubecken.

 

Nun folgen wir Weg 49 und dem schwarzem Winkel nach rechts und dann über einen Pfad links hinunter, der uns alsbald zur Freizeitanlage am Staubecken Heimbach  führt- Ein lauschiger Biergarten mit Seeblick zum Verweilen und in der Sonne sitzen. Man kann hier auch Tretboote ausleihen und eine Runde über das Wasser drehen.

 

Ab hier geht es auf wunderschönem Weg immer am See entlang bis zum Ort Hasenfeld und dem Campingplatz Kohl. Hinter dem Campingplatz halten wir uns links in Richtung "RWE-Industriemuseum" und queren erneut die Rur zum Wanderparkplatz am alten Wasserkraftwerk, welches im Jugendstil erbaut wurde.

 

Dort gehen wir links und folgen dem Weg paralell zum Wasser bis Weg 49 scharf rechts abknickt in das Herbstbachtal (Ausschilderung "Mariawald")

 

Nach einem schweisstreibenden Aufstieg gelangen wir mit der Ausschilderung Abtei Mariawald und Weg 49 zum Ehrenfriedhof auf 475 m Höhe. Vor uns liegt die Abtei  in der Sonne umrandet von einer strahlend weissen Mauer - fast wie im Süden.

 

Es erwarten uns eine köstliche Erbsensuppe (Spezialität des Klosters), ein herrlich kühles Trapistenbier "Fluitter" und zur Verdauung der selbstgebrannte Klosterlikör. 

In dem sehr schönen Klosterladen können wir noch viele interessante Bücher entdecken und selbstgebackenes Brot und den Likör als Erinnerung in unseren Rucksack packen.  



Waldweg vom Kloster nach Heimbach
Waldweg vom Kloster nach Heimbach

Nachdem wir uns gestärkt haben geht es wieder los in Richtung Heimbach, Ich kann durchaus verstehen, dass im Zweifelsfalle nicht jeder Erbsensuppe mag und auch die schnelle Convinience-Küche nicht lockt.

In diesem Fall habe ich natürlich noch einen weiteren Tipp zum Ende der Wanderung.

 

Vom Parkplatz am Kloster überqueren wir die Strasse in Richtung Bushaltestelle. Über Stufen hinunter auf einen Teerweg folgen wir nach links dem Wegweiser "Heimbach 2,8 km" und dem Schwarzen ´Keil und Winkel die uns bis Heimbach begleiten. Der Teerweg geht in einen Schotterweg über, der uns zu einer Gabelung führt an der wir uns links halten  und abwärts durch den Wald schreiten.

 

Bei einer weiteren Gabelung mit einem Wegweiser "Heimbach über Schöne Aussicht" bleibe wir links und gelangen zur Schutzhütte "Marienhöhe" und zum Eifel-Blick "Luna" auf dem Bildchensberg.

Nachdem wir die Aussicht auf Heimbach genossen haben steigen wir in steilen Kehren hinab zur Landstraße, die uns rechts haltend nach Heimbach und zur Burg Hengebach bringt. (Vorsicht im Sommer:  einige Motorradfahrer!)

 

Natürlich will jetzt die Burg im Sturm erobert werden, denn ein Blick vom Aussichtsturm über Rur und Kurpark lohnt sich ebenso, wie eine  Einkehr in dem Burgrestaurant "kochKUNST" in der Burg. Guten Appetit!

 

In der Burg befindet sich auch ein Standesamt. Eine romantische festliche Hochzeit auf der ältesten Burg der Eifel wäre also auch möglich, inklusive allerlei Arrangements nebst weißen Tauben und einem Weißkopfseeadler der im freien Flug dem Brautpaar die Ringe bringt. Anfrage vor Ort.

 

Die Burg ist durch einen  modernen Aufzug für Behinderte frei zugänglich und somit (bedingt)  Barrierefrei für Rollstuhlfahrer erreichbar.

 

Ein weiteres interessantes Highlight der Burg ist die internationale Kunstakademie Heimbach mit Kursen für Malerei, neue Medien, Skulptur und Keramik  u.v.m.

 


FAZIT

Egal ob Low-Budget oder High-End, hier wird nach 4 Stunden Wanderung wieder jeder begeistert sein, denn es gibt auch  auf dieser Tour für jeden Geldbeutel etwas. Wahlweise bietet sich der Klassiker mit Picknick und Böötchentour an. Im Selbstbedienungs-Biergarten am Staubecken sind die Preise moderat, dafür der Blick unbezahlbar.

Ebenso in der Klosterküche: hier gibt es eine kräftige Stärkung für unter 10,00 € pro Kopf. Solltet Ihr einen kühleren Herbsttag erwischen und mit kalten Knochen in der Klostergaststätte eure Erbsensuppe bestellen wird Euch wieder so richtig warm.  In meiner High-End Variante bleibt es verhältnismäßig bezahlbar, denn ein Dinner auf einer mittelalterlichen Burg ist doch allemal ein Highlight für die Romantiker in uns. Wenn sie dann abends noch schön angestrahlt wird, ist es nahezu perfekt.

Dann wäre da noch das Restaurant "Zur alten Mühle" in dessen Gastraum sich ein Mühlrad aus dem 17. Jahrhundert dreht. Hier ist es wirklich urig und gemütlich um ein Bierchen zu trinken.

Etwas ausserhalb des Ortes  befindet sich das Hotel-Restaurant "Klostermühle". Gemessen an dem vollen Parkplatz während meines Aufenthaltes, scheint es eine beliebte Adresse zu sein, aber man kann sich ja nur einmal satt essen - oder muss den Aufenthalt verlängern, was ich ebenfalls nur empfehlen kann. 


Heimbacher Zeitreise

Die Burg Hengebach ist Wahrzeichen des Luftkurortes Heimbach und wurde im Jahr 1106 erstmals urkundlich erwähnt. Sie zählt damit zu den ältesten Burgen der Eifel und ist als solche Zeugnis des frühen Mittelalters.

Das ehemalige Zisterzienserkloster Mariawald wurde 1480 in ungewöhnlicher Höhenlage gegründet und die Kirche ab 1491 auf der Südseite des Klosterbezirkes erbaut.

1861 zogen die Trappisten ein und erneuerten den Klosterkomplex. Auch heute noch ist Mariawald ein aktives Kloster und wird  von Trappisten bewirtschaftet, die ausschließlich von Ihrer Hände Arbeit, nach strenger Glaubenslehre, leben.

Das macht es so einzigartig, denn es ist das einzige Trappistenkloster in Deutschland.

Bei der Wanderung gelangen wir zum Kraftwerk Heimbach, das im Jugendstil erbaut und 1905 in Betrieb genommen wurde. Im Jahr der Inbetriebnahme war es das größte Speicherkraftwerk der Welt. Eine Besichtigung im Rahmen von Führungen ist nach telefonischer Voranmeldung möglich.

Der Ehrenfriedhof Heimbach auf dem Klostergelände zeugt heute als Platz der Stille vom Wahnsinn des 2. Weltkrieges. Hier liegen 414 Kriegstote begraben, die meisten von ihnen gerade einmal zwischen 18 und 20 Jahren alt. Mich hat der Ort sehr bewegt, hat man bei schönem Wetter doch von hier eine so wundervolle friedliche Aussicht. Man kann sich das feindliche Artilleriefeuer der Monate November-Dezember 1944 heute gar nicht mehr vorstellen. 

 


Hier noch einige Eindrücke von meiner Tour

Kommentar schreiben

Kommentare: 0