Ausflug zum größten Wasserfall von NRW

Der perfekte Entspannungs-Mix für die ganze Familie

Heute entführe ich Euch in den Naturpark Sieg zu einer wunderbaren Wanderung hinauf zur Burgruine Windeck mitten in das Windecker Ländchen. Wir begeben uns in eine Region, nur eine Autostunde von Köln entfernt, wie in eine völlig vergessene Welt und genießen dort eine Auszeit vom Alltag mit Weitblicken und Picknickplätzen, die noch lange in Erinnerung bleiben. Ich wünsche Euch viel Spaß beim schmökern und erleben! 


Der Siegwasserfall bei Schladern
Der Siegwasserfall bei Schladern

Anfahrt

Der Ausgangspunkt unserer heutigen Halbtageswanderung ist der Wanderparkplatz am Bahnhof Schladern.

 

Zieladresse für die Navigation:

Waldbröler Str. 3, 51570 Windeck

 

Die Anfahrt ab Kölner Domplatte bis zum Wanderbahnhof in Schladern beträgt 61 Kilometer und dauert ca. 1 Stunde.

 

Wanderparkplätze am Bahnhof oder am Biergarten Elmores vorhanden.

 

Die Anreise ist natürlich auch per Bahn möglich.

Im wunderschön restaurierten Bahnhofsgebäude befindet sich das Café "Kaffeezeit". Hier kann man beispielsweise Frühstücken. Dort befindet sich auch die Touristinfo, mit reichlich kostenfreiem Infomaterial.

Highlights

Hier kommen sie wieder, die Highlights, die Euch den Aufenthalt so angenehm kurzweilig werden lassen:

  • Das Siegtal mit seinen landschaftlich reizvollen, unzähligen Wandermöglichkeiten und dem Natursteig Sieg
  • Die Burgruine Windeck, ein traumhafter Picknickplatz mit Fernsichten in das Windecker Ländchen, Besuch kostenfrei.
  • Der größte Wasserfall in NRW bei Schladern, dem Startpunkt der heutigen Wanderung
  • Der Mäanderweg, eine Rundwanderung von knapp 9 Kilometern Länge, ideal zum entspannen und genießen.
  • Das Museumsdorf Altwindeck: zahlreiche Fachwerkbauten veranschaulichen die Arbeits- und Wohnkultur längste vergangener Zeiten.
  • Der Biergarten Elmores am Siegwasserfall unter dem Dach eines alten Kupferwerkes hat ein wirklich ansprechendes, alternatives Flair mit Sinn für Humor.

Nützliche Weblinks

Die folgenden Weblinks passen perfekt zu dieser Tour und erleichtern Euch die Planung dieses wirklich schönen Urlaubswochenendes:

  • Kostenlose Wohnmobilstellplätze findet ihr im Windecker Ländchen genau hier unter diesem WEBLINK
  • Der Radweg Sieg ist für Sportliche an einem Tag zu schaffen, Familien nehmen sich besser zwei Tage Zeit, hier der WEBLINK
  • Der Natursteig Sieg bietet vielfältige Wandermöglichkeiten, hier der WEBLINK, 200 Kilometer reines Wandervergnügen
  • Die Erlebniswege Sieg bieten dem Urlauber 19 ausgezeichnete Rundwanderungen, von denen der hier beschriebene Mäanderweg eine Tour ist. Die übrigen 18 Touren findet Ihr hinter diesem WEBLINK
  • Ein 4 Sterne Campingplatz zum Wohlfühlen mit himmlischer Ruhe und Brötchenservice, da will man nicht mehr weg, liegt direkt an der Etappe 12 des Natursteiges Sieg: der Campingplatz im Eichenwald, mein Camper und Caravantipp für heute
  • Der LOW-BUDGET Tipp ist die Jugendherberge Windeck-Rosbach. Hier gibt es zu Übernachtungspreisen ab 17,50 Euro ein kostenloses Frühstück dazu!


Wetterpilz mit Traumaussicht auf den Siegwasserfall. Ein toller Auftakt für diese Wanderung!
Wetterpilz mit Traumaussicht auf den Siegwasserfall. Ein toller Auftakt für diese Wanderung!

Als Vater gefällt mir dieser Humor im Biergarten Elmores
Als Vater gefällt mir dieser Humor im Biergarten Elmores

Charakteristik dieser Wandertour:

 

Knapp 9 Kilometer und 234 Höhenmeter sind auf dieser gut 3 Stunden dauernden Halbtagestour zu bewältigen. Wenn Ihr mit Familie unterwegs seid empfiehlt es sich im Wanderrucksack alles notwendige für ein genussvolles Picknick mitzunehmen, denn die Burgruine Windeck lädt zu einem solchen natürlich ein!

 

Was für ein fulminanter Auftakt! Die Sonne scheint schon den ganzen Morgen, als wir gegen 9:00 Uhr nach einer guten Stunde Fahrt den Wanderparkplatz am Bahnhof Schladern erreichen. Dort angekommen genießen wir erst einmal Frühstück und Kaffee bevor wir uns auf den Weg machen.

Hinweistafeln für Wanderfreunde am Parkplatz und das kostenlose Infomaterial an der Touristinfo lassen diese Rundtour zu einem unverlaufbaren Erlebnis werden. Somit ist eine spontane Tour ohne große Vorbereitung jederzeit möglich.

Nach einem gelungenen Frühstück  folgen wir  dem weißen "S" auf rotem Grund. Nach nur wenigen hundert Metern beginnt die Tour direkt mit einem Highlight, denn wir erreichen einen Wetterpilz mit wunderbarem Blick auf den Siegwasserfall.

 

Dieser entstand übrigens nicht auf natürlichem Wege. Mit Beginn des Zeitalters der Eisenbahn und der Industrialisierung wurde für die Bahnlinie der Verlauf der Sieg durch Sprengungen in ein neues Bett gelegt. Davon ist heute nichts mehr zu sehen, längst hat hier die Natur die Oberhand genommen, schließlich befinden wir uns in einem der Naturparke in NRW. 

 

Am gegenüberliegenden Ufer erblicken wir ein herrschaftliches Gebäude. Unser Wanderweg wird nach Überquerung der Sieg später an dieser prächtigen Villa vorüber führen. Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Kupferwerkes Elmores ist heute in Privatbesitz; lediglich ein Blick in den Garten kann man im Vorübergehen erhaschen.

Vorbei an der Villa nimmt der Weg als Pfad die Anhöhe durch den Wald hinauf, wo wir als Belohnung für die Mühen einen schönen Ausblick auf die mäandernde Sieg genießen dürfen.

 

Nach der Anhöhe geht es bald auch schon wieder bergab, bis wir das Dorf Dreisel erreichen. 

Dort überqueren wir mit der Brücke (schöne Ausblicke) erneut die Sieg. Auf der gegenüberliegenden Seite verlassen wir sofort wieder die Straße und folgen dem Pfad mit der Ausschilderung steil den Berg hinauf.

Also dieser Weg ist wirklich nicht für Kinderwagen gemacht. Oben angekommen erreichen wir eine Schutzhütte und eine Hinweisstele.

 

Während wir noch nach Luft schnappen lesen wir, dass wir soeben den höchsten Punkt der Wanderung, den Dreisel erreicht haben und die Hälfte der Strecke bereits hinter uns liegt. Wir nehmen uns die Zeit für einen Apfel und einen guten Schluck, bevor es mit einem lauschigen Waldpfad auf der anderen Seite des Berges wieder hinab geht.

 

Im Tal angekommen geht es auf Wiesenpfaden durch Pferdewiesen und Obstbäume idyllisch dahin. An einigen Stellen ist der Pfad so zugewachsen, dass nur noch eine Person gerade hindurchpasst. Gegenverkehr wäre jetzt ein echtes Problem.

Nach starken Regenfällen kann diese Passage auch recht matschig sein-vermutlich ist aufgrund der Tallage deswegen hier die Vegetation so üppig.

 

Wir überqueren die Bahnlinie Köln-Siegen und erreichen bald schon das Museumsdorf Alt Windeck. Dieser verwunschene Ort mit seinen alten Fachwerkhäusern -irgendwo im Nirgendwo- bietet sich für eine Pause geradezu an. Katzen schnurren auf sonnenwarmen Gartenmauern, ein Hahn kräht und in der Ferne ist ein Traktor zu hören. Ich denke unvermittelt an den kleinen Michel aus Lönneberga aus Astrid Lindgrens gleichnamigen Kinderbuch. Müde Kinderfüße können das Territorium erkunden, und im Gasthaus "Zur Linde" gönnen wir uns an diesem schönen Tag ein kühles Getränk.

 

Nac kurzer Rast geht es auch schon wieder los, denn die Neugierde auf eine Ritterburg ist natürlich riesig und die Aussicht dort oben frei herumstromern zu können und lecker zu picknicken, läßt uns schon bald wieder aufbrechen.


Die Palaswand der Burgruine Windeck
Die Palaswand der Burgruine Windeck

Fernsicht auf das Windecker Ländchen vom Burgplateau
Fernsicht auf das Windecker Ländchen vom Burgplateau

Picknickplatz auf der Burgruine Windeck
Picknickplatz auf der Burgruine Windeck

Der anstrengende und schweißtreibende Aufstieg zur Burgruine wird mit einer wirklich grandiosen Fernsicht belohnt.

Von der Burg steht heute nur noch die in Teilen restaurierte Ruine inmitten eines bewaldeten Berges der zum Siegtal hin steil abfällt.

 

Die Geschichte der Burg geht zurück auf eine erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1174 wo sie als Besitzung des Landgrafen von Thüringen erstmals genannt werden. Wahrscheinlich ist, dass eine Bebauung schon in früherer Zeit vorhanden war.

 

Im holländischen Krieg wurde die Burg von französischen Truppen belagert, verteidigt, eingenommen und anschließend gebranntschatzt. Das war im Jahre 1672.

 

In den darauffolgenden Jahrhunderten wurde sie nicht wieder aufgebaut und als Steinbruch missbraucht. Im Jahre 1852 wurde Oscar Danzier als preußischer Landrat im Kreis Waldbröl neuer Besitzer der zur Ruine verkommenen Burg. Als Liebhaber historischer Gemäuer setzte er sogleich seine hochfliegenden Träume und Pläne um und baute eine Auffahrt, ließ einen romantischen Park anlegen und inmitten der Ruine sein Schloß Windeck errichten. Aus der Burg Windeck war das Schloß Windeck entstanden.

 

Nach seinem Tode erbte seine Tochter Arnoldine Burg und Schloß. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Bankierssohn Andrea Caminneci aus Palermo/Sizilien erweiterte sie das Schloß um zwei gr0ße Rundtürme.

 

Doch auch diese Baugeschichte hatte ein trauriges Ende, als zu Ostern 1945 eine amerikanische Fliegerbombe das Schloß traf und dieses daraufhin bis auf die Grundmauern ausbrannte. 1962 wurde die Schloßruine zum Abriss freigegeben um die historisch bedeutendere Burganlage zu sichern und zu restaurieren. Folglich ist von dem Schloß heute nichts mehr zu sehen und nur noch eine kleine Hinweistafel erinnert an die bewegte Geschichte dieses Ortes.



Nach einem herrlichen Picknick verlassen wir schweren Herzens diesen schönen Ort und folgen dem Pfad, welcher uns entlang der Aussenmauer des zerstörten Bergfriedes wieder hinunter in das Tal der Sieg führt. Wir erreichen die trockengelegte ehemalige Flusschleife und folgen der Ausschilderung des Mäanderweges in Richtung Schladern, wo wir schon bald wieder den rot renovierten Bau des Schladerner Bahnhofes erreichen.  Je nach Uhrzeit können wir jetzt noch ein verdientes Belohnungsbierchen im Biergarten Elmores genießen, oder das Besucherzentrum Naturregion Sieg direkt neben der Tourist Information besichtigen. Hier befindet sich eine Dauerausstellung zur Geschichte des Siegtales mit noch mehr Anregungen für den zweiten Tag. Ich wünsche Euch viel Spass und lasst von Euch hören, wie es Euch gefallen hat. Bis bald, dann schon mit der ersten Wanderung in kaltem Winterwetter 2018 durch die Wasser-Wander-Welten.


Fazit dieser Tour in den naturpark siegtal:

Die Sehnsucht nach wärmeren Tagen und dem Frühjahr, dass dieses Mal eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten läßt hat mich dazu bewogen eine Tour aus dem letzten Sommer hier für  Euch aufzubereiten. Es hat mir wie immer eine riesige Freude bereitet und ihr könnt Euch sozusagen ohne Bedenken auf den Weg machen, denn das Siegtal hält neben den hier genannten Highlights noch etliche andere bereit. 

In unmittelbarer Nähe zu den Ballungszentren erleben wir hier  eine ruhige und herrliche Auszeit vom Alltag und finde dabei sicherlich auch einmal die Zeit im Wohnmobil das ein oder andere Spiel zu spielen und mal endlich das Buch zu lesen, welches schon so lange auf unserem Nachttisch liegt. Ich wünsche Euch eine tolle Tour und bedanke mich ganz herzlich für Euer Interesse. Bis bald, es grüßt herzlichst Euer Matthias


hier noch einige eindrücke von meiner tour:

Kommentar schreiben

Kommentare: 6
  • #1

    Sonja (Samstag, 17 Februar 2018 22:08)

    Ganz tolle Beschreibung. Vielen herzlichen Dank für den super Tipp.

  • #2

    Matthias Berns (Dienstag, 20 Februar 2018 20:26)

    #1 Hallo Sonja, ganz lieben Dank für Deine Nachricht. Wenn ich Dir damit eine Freude bereiten konnte, habe ich das Ziel dieses Blogs bei Dir erreicht. Vielen Dank!

  • #3

    Manfred Baumann (Samstag, 24 Februar 2018 21:44)

    Vielen Dank für die tollen Info. Du beschreibst so gut, das man am liebsten sofort los fahren und alles selber erleben will. Gruß Manni

  • #4

    Matthias Berns (Montag, 26 Februar 2018 08:49)

    #3 Hallo Manni, ich habe erst heute Morgen Deinen Kommentar gesehen und möchte es dennoch nicht versäumen Dir ganz herzlich zu danken. Ja, es ist wirklich schön im Siegtal. Ob nun der Mäanderweg, die Erlebnisschleifen, der Natursteig oder der Radweg, all dies sind Anregungen für einen schönen Tag. Ich wünsche Dir viel Freude beim ausprobieren, beste Grüße Matthias

  • #5

    Renate (Samstag, 30 Juni 2018 22:29)

    Guten Abend, vielen Dank für die Info. Wir möchte gern morgen da bisschen Ruhe bekommen. Ich möchte gern wissen, mit kinderwagen kann man auch gut wandern oder liebe Nein. LG Renate

  • #6

    Matthias Berns (Sonntag, 01 Juli 2018 14:32)

    #5 Hallo liebe Renate,
    danke für Deinen Eintrag und die Nachfrage. Die Wanderung ist in Teilbereichen mit dem Kinderwagen zu steil und zu anstrengend. Da wäre ein Tragerucksack für die Kiddies besser. Allerdings kann man natürlich den Ausflug auch ohne Wanderung gestalten. An der Burg Windeck befindet sich ein Wanderparkplatz und hinauf laufen mit Kinderwagen ist problemlos möglich. Das gleiche gilt für den Biergarten Elmores, das Bahnhofscafé und das Museumsdorf. Ich wünsche Euch einen schönen Tag Liebe Grüße Matthias ;o)