Duisburger Rhein-Romantik

Rhineside Gallery, durch Natur und Industrie von Friemersheim bis Dujardin

Im September 2017 kam ich durch den Anreiz einer Auftragsarbeit für eine kurze Serie in der NRZ- Duisburg  (Neue Ruhr Zeitung) dazu, den Duisburger Westen für einige lukrative Touren zu erkunden. Was dabei heraus kam,  hat eine ganz eigene Faszination bei mir hinterlassen, denn es sind oftmals genau diese Touren, die auf den zweiten Blick ihre Stärken ausspielen und genau deswegen eine Kurzreise wert sind. Bleibt gespannt und begleitet mich in eine Region des Strukturwandels- Teil 1, Fortsetzung folgt...


Auf dem Rheindeich zwischen Duisburg Friemersheim und Hohenbudberg - Ruhrpott-Idylle perfekt!
Auf dem Rheindeich zwischen Duisburg Friemersheim und Hohenbudberg - Ruhrpott-Idylle perfekt!

Anfahrt

Die Zieladresse Nr 1 lautet heute für den Ausgangspunkt der Wanderung:

 

St. Matthias

Kirchstraße 

47829 Krefeld

 

alternativ:

 

Am Marktplatz

47829 Krefeld- Uerdingen

 

Von der Kölner Domplatte bis zu St. Matthias sind es 65 Kilometer und ca. 50 Minuten Fahrt. Parkplätze in ausreichender Zahl sind gratis vorhanden!

 

Der nächste Wohnmobilstellplatz ist in Krefeld- Linn. (siehe weblinks)

 

Die Anfahrt kann problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn) erfolgen.

 

Highlights

Hier sind die üblichen Highlights, die dieser Tour wieder einen einmaligen Rahmen und Charakter geben:

  • Yves Chopelin, langjährig etabliertes Restaurant der französischen "Haute Cusine", über Jahrzehnte mehrfach ausgezeichnet
  • seit 2017 gibt es die Rhinside Gallery, ein outdoor-Art-Ensemble, neu seit 2017 mit eigener FB-Seite und Gastro-Events (nur im Sommer)
  • Dujardin, größte Weinbrennerei Deutschlands und älteste Wacholderbrennerei am Niederrhein mit Event-Gastronomie (Küferei) und Museum
  • Friemersheimer Dorfschule und Lehrerhaus; Schule wie vor Hundert Jahren, sehr lehrreich und spannend für Groß und Klein!
  • Biergarten Schumachers in Friemersheim, gehobene Küche und gemütlicher Biergarten im Schatten uralter Bäume, ich war als Schüler bereits vor 30 Jahren dort und begeistert. 
  • Romantisch Heiraten in der Dorfkirche zu Friemersheim: bald wieder möglich, Renovierung in 2017 noch nicht abgeschlossen. 

Nützliche Weblinks

Der nächstgelegene Wohnmobilstellplatz befindet sich nicht weit entfernt im Ortsteil Krefeld-Linn:

  • Hier geht es zur homepage. Dort gibt es auch eine mittelalterliche Burganlage zu bestaunen- mehr dazu in einem weiteren Bericht.
  • Yves Chopelin, ein französischer  Genuß!
  • Dujardin, lukullisch und historisch ein unvergessliches Erlebnis.
  • Duisburg Friemersheim: Im Lehrerhaus einmal Schule wie vor 100 Jahren erleben. 
  • Restaurant Schumachers hier einige Bewertungen, aber ich sage Euch  ich war schon vor 30 Jahren dort und finde es immer mal wieder toll. Zu den Bewertungen sage ich nur: macht Euch ein eigenes Bild, denn Geschmack ist immer individuell.

 

 

 



Street-Art meets Rhineside

Neu seit 2017 in Krefeld Uerdingen: Street Art am Rhein
Neu seit 2017 in Krefeld Uerdingen: Street Art am Rhein

Bei der heutigen Rundtour handelt es sich um eine gemütliche Halbtageswanderung von ca. 10 Kilometern Länge, die in 2,5 -3 Stunden gut zu schaffen ist. Es sind keine größeren Steigungen und Anforderungen zu bewältigen, dadurch wird es eine (ent-)spannende Tour für alle Familienmitglieder. 

 

Mehrere Einkehrmöglichkeiten sind vorhanden, so dass ausreichende Spiel-und Pausenzeiten möglich sind. In der klassischen low-budget-Variante, packen wir den Rucksack voll mit allem, was man für ein gemütliches Picknick benötigt und faulenzen auf der Picknickdecke am Rheinstrand.

 

Einige kulturelle sowie kulinarische Highlights runden diese abwechslungsreiche Rundtour genüßlich ab, so dass bei schönem Wetter ein Urlaubstag vom Alltag vor der Haustüre beginnen kann.

 

Da es sich um eine Rundtour handelt ist es prinzipiell egal wo wir starten. Ich habe mich an der Wanderung "Speyside am Rhein" unter www.outdooractive.com orientiert. Anders als dort beschrieben, bin ich bis zum Marktplatz nach Krefeld-Uerdingen gefahren und von dort aus gestartet.

 

Am Sonntag ist das parken auf dem Marktplatz kostenfrei, an anderen Wochentagen kostenpflichtig. Wir schlendern die Straße 'Am Rheintor' hinunter.

Vorbei an historischen Fassaden, die die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überstanden haben, kommen wir in den Uerdinger Rheinpark. Zu unserer Rechten sehen wir das Casino, in dem sich der seit vielen Jahren etablierte und ausgezeichnete Franzose Yves Chopelin befindet. Heute ist dort aufgrund einer Hochzeit geschlossenen Gesellschaft. Wer plant edel zu speisen, bestellt besser rechtzeitig einen Tisch vor. Meine High -End-Variante für heute.

 

Wir wenden uns auf dem Deich nach links und erreichen nach einigen Minuten die Rhine Side Gallery. Hier heißt es für Fotografen die Augen aufzuhalten, denn es gibt sehr schöne und vielseitige Street Art zu bestaunen. Die Sommersaison ist leider schon vorbei, aber vormerken für 2018 kann ja mal nicht schaden: siehe auch auf der eigenen Facebook-Seite.

 

 



Mannshohes Kopfporträt
Mannshohes Kopfporträt

Nun müssen wir den Komplex des Chemparks Uerdingen durchlaufen um am anderen Ende bei St. Matthias (alternativer Startpunkt) in die Rheinauen im Duisburger Süden zu gelangen. Dazu folgen wir der Kennzeichnung des Rundwanderweges 'Rund um Duisburg', ein weißes DU auf schwarzem Quadrat mit weißem Kreis. 

 

So gelangen wir über die Dujardinstraße direkt zum nächsten Highlight, der Dujardin Brennerei mit Restaurant, Kueferei genannt, nebst Biergarten und Museum.

Dujardin ist die größte Weinbrennerei Deutschlands und man muss wissen: kurioser Weise wird dafür französischer Wein verwendet.

Auch Wacholder wird hier gebrannt, somit ist Dujardin auch noch die älteste Wacholderbrennerei am Niederrhein

Beim Besuch des Museums ist eine Kostprobe natürlich obligatorisch.

 

Hier wurden die Straßen und die Brennerei schon oftmals als historische Filmkulisse für Großproduktionen genutzt. Am Ende der Straße biegen wir rechts ab und laufen somit zwischen den Werken und dem Rhein in Richtung St. Matthias. Für Fotografen, denen die sogenannten "lost places" einen speziellen Reiz bieten, ist dieser Streckenabschnitt besonders interessant.

 

Ab St. Matthias wird es "grün". Wir folgen dem Rheindeich mit Kennzeichen "DU" immer geradeaus und laufen so ca. einen Kilometer auf dem Deich entlang bis dieser sich in einer Y-Kreuzung verzweigt. Wir bleiben geradeaus und laufen parallel zum Rhein bis wir die Furt erreichen, die den Altrheinarm "Roos" vom Rhein abgeschnitten hat und danach trocken gefallen ist. Nur nach extremen Wettersituationen und Hochwasser gäbe es hier kein Durchkommen.

 

Normal ist aber, dass wir genau hier den schönsten Picknickplatz der Wanderung erreichen-einen kleinen Rheinstrand.

 



Nach der Durchquerung der Furt halten wir uns erneut rechts auf gut ausgebauten geschotterten Wanderwegen. So wandern wir zwischen Rheinwiesen und Rhein einige Zeit geradeaus, bis wir kurz vor Stromkilometer 769,7 links abbiegen und dem Wanderweg durch die Rheinwiesen folgen.

 

So erreichen wir den 'Werthschenhof', den wir links herum durch Streuobstwiesen (sehr schön zur Obstblüte) umwandern. Von links mündet der Weg "Am Kälberpesch" ein und wir halten uns rechts.

 

Wir erblicken den Deich und die Dorfkirche, deren Renovierung pünktlich zum 31.10.2017, dem 500. Jahrestag der Reformation abgeschlossen sein soll. Dann wird sie wieder der strahlende Mittelpunkt des von Linden umstandenen gemütlich-urigen Dorfplatzes von Alt-Friemersheim sein.

 

Wir lassen unseren Blick schweifen und sehen beim Erreichen des Platzes links die alte Volksschule im Lehrerhaus, heute Schulmuseum, daneben die Restauration Schumachers mit von alten Bäumen bestandenem Biergarten, rechts das Pfarrhaus und die Kirche.

 

Friemersheim lädt zu einer zünftigen Pause ein, sofern wir nicht am Strand gepicknickt haben. 

 

Der Rückweg verläuft über den Philosophenweg, der im Frühjahr zur Obstbaumblüte seinen unbestechlichen Charme hat. So gelangen wir wieder an die Furt der "Roos" halten uns hier aber jetzt rechts und wandeln plötzlich durch einen tunnelartigen Waldweg. Dort wo wir die Sperrung erreichen geht es nun rechts und im weiteren Verlauf automatisch links und wieder links über den Deich bis wir die Y-Kreuzung  vom Hinweg erreichen. Ab hier ist der Rückweg mit dem Hinweg identisch, Durch veränderten Sonnenstand und die umgekehrte Perspektive gewinnt der Weg an optischen Reizen.

 

Voller Eindrücke und Erlebnisse  erreichen wir unseren Wagen, und können nun einen weiteren spannenden Tag beschließen, indem wir vielleicht noch ein Eis essen in Uerdingen, oder lecker speisen.


Fazit

Mir ist klar: wir befinden uns hier nicht in einer klassischen Urlaubsregion. Nein,  ganz und gar nicht. Industrieschwergewichte, wie die Uerdinger Bayer-Werke, die August-Thyssen-Hütte auf der gegenüberliegenden Rheinseite, oder die Schwerindustrie Rheinhausens sind prägende Landschaftsmarken. Und doch: wer wissen möchte wie das Herz im Pott schlägt, wer erfahren möchte warum die Menschen hier zusammen halten,weil sie sagen " wir vom Niederrhein", für den ist diese kleine Tour historisch , industriell und kulturell äußerst interessant.

Kulinarische Interessen kommen ganz sicher nicht zu kurz und die Superlative zu der Dujardin-Brennerei wurde bereits mehrfach erwähnt. Jetzt kommt der subjektive Autorenbonus dazu: hier bin ich geboren worden, aufgewachsen und habe über 20 Jahre in Krefeld gearbeitet. Ich habe mich sehr zurückgehalten mit Geschichte und ihren Geschichten. Da bleibt mir nur zu sagen: Fahr mal hin!

Ich wünsche Euch viel Spaß und bedanke mich für Euren Zuspruch und Euer Interesse. Bis bald! 

 


hier noch einige Eindrücke von meiner tour:

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